Allgemeine Neuigkeiten zum Coronavirus 2021

STATISTIKEN, ZAHLEN, CORONA-POLITIK WELTWEIT

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202 Antworten auf „Allgemeine Neuigkeiten zum Coronavirus 2021“


  1. 1 Kehrer 26. Februar 2021 um 2:51 Uhr

    „Es erscheint mir schon irgendwie logisch, daß die die 2 Dosen nicht ohne Grund sein werden und daher die dazwischen verstrichene Zeit nicht wurscht sein kann.“

    Natürlich haben die 2 Dosen einen Grund und der wurde in dem Artikel, den du wahrscheinlich nicht gelesen hast, ja auch richtig genannt. Das liegt am z.T. Impfstoffprinzip, das anders ist als bei einem Totimpfstoff. Bloß der Grund, der für die genaue Einhaltung des Zeitraums zwischen den zwei Impfungen genannt wird – es bilden sich wie bei Bakterien Resistenzen aus – der kann nicht stimmen.

    „Diese Idee, erst einmal jeden impfen und die 2. Dosis kommt irgendwann, war aus der Idee geboren: Impfstoff ist kaum einer da, aber wir wollen was tun!“

    Bloß weil die Idee aus der Not geboren wird, heißt das nicht dass sie falsch ist. Die 2. Dosis trainiert nochmal das Immunsystem und trägt dazu bei, dass das Immunsystem ein besseres Gedächtnis an das Virus entwickelt. Die Schutzwirkung erhöht sich um ein paar Prozent, so ca. 10-15%. Das heißt aber nicht, dass mit der ersten Impfung kein Schutz da ist, denn selbst mit 80% Schutzwirkung vor Ansteckung, wird die Wahrscheinlichkeit von schweren Verläufen bis hin zum Tod schon fast um 100% gesenkt.

    Selbst Karl Lauterbach hat sich heute dafür ausgesprochen, die Zeitspanne bis zur Zulassungsgrenze zu strecken, weil dadurch einfach mehr geimpft werden können und viele Leben gerettet werden können. Und da hat er recht.
    https://www.rtl.de/cms/corona-impfung-mit-astrazeneca-mehr-abstand-zwischen-den-dosen-steigert-die-wirkung-4709243.html
    Da merkt man halt, dass der Impfstoff eigentlich noch nicht fertig entwickelt ist, wenn man erst nach der Zulassung herausfindet, dass der doppelte Zeitabstand besser wirkt.

    „Krim: Man kann nicht immer sagen, das wird eh nichts.
    Nestor: Das hat ja auch niemand behauptet.“

    Doch hast du, jedenfalls hast du die Einführung stark bezweifelt. „Aber ob seine Einführung in der EU überhaupt möglich würde, bezweifle ich stark.“

    Und leider hatte ich mal wieder Recht damit, von Murphys Gesetz auszugehen. Heute wurde gemeldet, dass so eine App „grüner Impfpass“ Europaweit entwickelt werden soll. https://www.kleinezeitung.at/politik/eu/euaufmacher/5942313/Europaeisches-Zertifikat_EUGipfel-bringt-Gruenen-CoronaPass-in

    Einig ist man sich n o c h nicht damit, was dieser leisten soll und genau das hab ich gemeint. Wenn es das Ding erstmal gibt, dann ist die Chance groß, dass jede Nation da reinpackt, was sie gern hätte.

    „Worauf ich hinweisen wollte, war, daß dieser Impfpass in der EU einen Umbau des politischen Systems erforderlich machen würde.“

    Ja sicher. Heute ist das politische System in der EU umgebaut worden. Da muss sich dann wohl die Zeitlinie geteilt haben, denn ich hab davon nichts mitgekriegt.

  2. 2 Kehrer 26. Februar 2021 um 9:32 Uhr

    Ist es eigentlich möglich nicht 6, sondern vielleicht 10 „letzte Kommentare“ auf der Startseite anzeigen zu lassen. Der Thread „Globales Wettimpfen“ ist z.B. nicht mehr zu sehen und wenn man den aufrufen will, muss man über die Suchmaske suchen und dazu muss man sich an den genauen Titel erinnern.

  3. 3 Nestor 26. Februar 2021 um 9:36 Uhr

    @Kehrer

    Ja, über den grünen Impfpass habe ich auch gelesen.
    Es ist allerdings überhaupt nicht sicher, wie der ausschauen wird. Es war die Rede von einer App auf das Handy, wie es seinerzeit mit der Tracking-App erwogen wird.
    Ob aus diesen feuchten Träumen der EU-Politiker viel mehr wird als aus der App, wird sich weisen.

    Abwarten und Tee trinken.

    Ich habe schon öfter davor gewarnt, die vollmundigen Ankündigungen von EU-Politikern, auch außenpolitischer Natur, zu ernst zu nehmen. Da ist viel Wunschdenken und Wichtigtuerei dabei, die Berge kreißen und ein Mäuschen wird geboren.
    Kurz genießt es sichtlich, sich als Stichwort- und Ideengeber zu präsentieren.

    Deine Überzeugungen zu der Wirkung der Impfung, mit Berufung auf eine echte Autorität! kann man glauben oder nicht. Ich nehme sie sowohl zur Kenntnis wie die gegenteilige Meinung des Telepolis-Schreibers, der mir etwas kompetenter als du zu sein scheint.

  4. 4 Nestor 26. Februar 2021 um 9:41 Uhr

    Zu dem Aufbau dieser Blogseite: Der besteht erstens aus einem eingefroren Wordpress von Anno dazumal, das die Betreiber von Blogsport aufgesetzt haben, um die Software für die Blogger halbwegs handhabbar zu machen.
    Zweitens ist der Thread „Globales Wettimpfen“ der 4. von oben unter „zuletzt geschrieben“ und das wird wohl zu bewältigen sein.
    Drittens wird der Blog irgendwann in den nächsten Monaten übersiedelt und wird dann vermutlich etwas anders aussehen. Das hängt von der aktuellen Wordpress-Version ab.

  5. 5 Kehrer 26. Februar 2021 um 11:02 Uhr

    „Da ist viel Wunschdenken und Wichtigtuerei dabei, die Berge kreißen und ein Mäuschen wird geboren.“ Ich finde ernst nehmen muss man das schon. Genauso wie man die Aussagen von Trump ernst nehmen musste. Das ist ja schließlich nicht der Stammtisch von Kleinkleckersdorf, sondern das sind die Führer der EU. Klar sind Ankündigungen noch nicht die Verwirklichung, aber immerhin wird ein Wille darin verkündet, der dann bloß noch an der Abstimmung scheitern kann. So ein Mäuschen kann auch schnell zur Mäuseplage werden. Dass Politiker ihren Job genießen, ist eher die Regel als ein Einzelfall, aber leider ein Argument für gar nichts. Thomas de Maziére meint sogar, das gehöre zum guten Führen dazu.

    https://www.welt.de/politik/ausland/article227123665/Angela-Merkel-EU-bereitet-Corona-Impfpass-fuer-Reisen-im-Sommer-vor.html

    „EU-Ratschef Charles Michel sagte, die 27 Staaten näherten sich in ihren Vorstellungen immer weiter an. Welche Rechte an das gemeinsame Dokument geknüpft sind, würde dann jedes Land für sich entscheiden.“

    „Deine Überzeugungen zu der Wirkung der Impfung, mit Berufung auf eine echte Autorität! kann man glauben oder nicht.“
    Klar kann man wissenschaftliche Studien auch nicht glauben. Aber klug ist das nicht. Dass der Wirkstoff von AstraZeneca mit 3 Monaten Abstand besser wirkt, war das Ergebnis einer Studie.
    Und was soll die Bemerkung mit der „Berufung auf eine echte Autorität!“? Ist die WHO keine Autorität. Es gibt darüber nicht nur einen Artikel. Außerdem hab ich mich nicht nur auf eine Autorität berufen, sondern meine Zweifel auch mit Argumenten untermauert.

    Ich sag aber noch ein Argument dazu. Bei dem russischen Impfstoff werden ja bei den zwei Impfdosen zwei verschiedene Trägerviren benutzt. Das hat den Grund, damit das Immunsystem den Träger nicht neutralisieren kann, bevor der in der Zelle ankommt, denn es kann sein, dass der Körper schon von der ersten Dosis gelernt hat, dass das Trägervirus bekämpft werden muss. Es wurden also schon Abwehrkräfte gegen das Trägervirus entwickelt. Das ist aber erstens nur bei Vektorimpfstoffen ein Thema. Zweitens geht es wohl auch ohne zweites Trägervirus, wie man an dem Wirkstoff von AstraZeneca und vielen Anderen Vektorimpfstoffen sieht. Drittens hat das nichts mit dem zeitlichen Abstand von Dosis 1 und Dosis 2 zu tun. Viertens ist das was trainiert wird das Immunsystem und n i c h t das Virus.

    Kompetenz ist ein Argument für gar nichts. Entweder ein Argument stimmt oder nicht. Und wenn du dich an Kompetenzen orientierst, dann spricht das eher gegen dich. Zweitens woraus schließt du, das der Autor kompetenter ist. Weil er einen Artikel in der Jungen Welt geschrieben hat und ich nur ein Argument auf deinem Blog geäußert habe. Dann ist also ein Argument auf deinem Blog weniger wert. Und das liegt dann woran? An deinem Blog?

    „Zweitens ist der Thread „Globales Wettimpfen“ der 4. von oben unter „zuletzt geschrieben“ und das wird wohl zu bewältigen sein.“ Das ist bei mir nicht so. Der vierte Thread von oben heißt bei mir „Update Coronavirus 2012″ und „Globales Wettimpfen“ steht nicht in der Liste. Sonst hätt ich ja nicht gefragt.

  6. 6 Neoprene 26. Februar 2021 um 11:15 Uhr

    „Der vierte Thread von oben heißt bei mir „Update Coronavirus 2012″ und „Globales Wettimpfen“ steht nicht in der Liste.“
    „Update“ ist bei mir schon 6. und „Globales Wettimpfen“ ist auch schon raus.

  7. 7 Phineas 26. Februar 2021 um 12:33 Uhr

    Versetzt wegen Kritik an Corona-Politik – Punkt.PRERADOVIC mit Dr. Friedrich Pürner
    Ex-Gesundheitsamts-Chef spricht Klartext:

    https://lbry.tv/@Punkt.PRERADOVIC:f/210223_Puerna_Ausspielung:5

  8. 8 Kehrer 27. Februar 2021 um 0:13 Uhr

    Ich hab mir heute die Bundespressekonferenz angeschaut mit Lothar Wiehler, Jens Spahn und Lisa Federle aus Tübingen.

    Wiehler hat sich zum Vorwurf geäußert die Inzidenz sei die einzige Zahl die relevant sei. Er meinte das würde nicht stimmen. Es würde die Gesamtsituation betrachtet. Allerdings ändert er ja sein Dashboard nicht und auch die Öffnungen werden von Inzidenzen abhängig gemacht. Mag ja sein das das RKI noch viel mehr ermittelt, bloß die falsche Inzidenzberechnung wird trotzdem nicht korrigiert. Dann sagte Wiehler, man werde mit dem Virus leben müssen, auf Ausrottung des Virus könne man nicht hoffen, weil es schon bei viel zu vielen Wildtieren vorkommt. Frau Federle durfte den Tübinger Weg erläutern und offenbar ist es so, dass viele Landkreise die Tübinger Praxis nachahmen. Schon im Oktober haben sich die Tübinger Tests besorgt, an die man nicht so schwer kommt. Die Profitests sind auch auf dem Markt und müssen scheinbar nicht extra zugelassen werden. Die Tübinger testen damit alles was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Jeder der will und sich anmeldet. Die Kosten waren lange nicht geklärt, werden aber jetzt vom Gesundheitsministerium übernommen.

    Die Strategie ist jetzt. Öffnungen mit Testen zu verbinden. Die Idee ist mit dem Testen die vermehrten Kontakte bei den Öffnungen quasi zu kompensieren, indem frühzeitig Infizierte rausgesiebt werden.

  9. 9 nestormachno 28. Februar 2021 um 1:50 Uhr

    Also, jetzt wieder einmal ein paar Statistiken und Daten:

    Zu den Zahlen: Weltweite gemeldete absolute Todeszahlen:
    Gemeldete Infektionen – Infektionen in Prozent zur Bevölkerung – Corona-Tote – Corona-Tote im Verhältnis zu den gemeldeten Infektionen

    1 USA 28.486.394 8,606% 510.458 1,79%
    2 Brasilien 10.455.630 4,919% 252.835 2,42%
    3 Mexiko 2.076.882 1,611% 184.474 8,88%
    4 Indien 11.079.979 0,803% 156.938 1,42%
    5 UK 4.175.315 6,150% 122.648 2,94%
    6 Italien 2.907.825 4,818% 97.507 3,35%
    7 Frankreich 3.746.707 5,740% 85.738 2,29%
    8 Russland 4.175.757 2,861% 83.900 2,01%
    9 Deutschland 2.436.506 2,908% 69.939 2,87%
    10 Spanien 3.188.553 6,820% 69.142 2,17%
    11 Iran 1.615.184 1,923% 59.899 3,71%
    12 Kolumbien 2.244.792 4,412% 59.518 2,65%
    13 Argentinien 2.098.728 4,644% 51.887 2,47%
    14 Südafrika 1.510.778 2,547% 49.784 3,30%
    15 Peru 1.316.363 3,992% 46.094 3,50%
    16 Polen 1.684.788 4,452% 43.353 2,57%
    17 Indonesien 1.322.866 0,484% 35.786 2,71%
    18 Türkei 2.683.971 3,182% 28.432 1,06%
    19 Ukraine 1.381.273 3,158% 27.146 1,97%
    20 Belgien 766.654 6,615% 22.034 2,87%
    21 Kanada 866.667 2,296% 21.915 2,53%
    22 Chile 816.929 4,273% 20.400 2,50%
    23 Romania 795.732 4,136% 20.233 2,54%
    24 Tschechien 1.212.780 11,325% 19.999 1,65%
    25 Portugal 802.773 7,873% 16.243 2,02%
    26 Ecuador 282.599 1,602% 15.713 5,56%
    27 Niederlande 1.093.899 6,384% 15.626 1,43%
    28 Ungarn 419.182 4,339% 14.795 3,53%
    29 Irak 688.698 1,712% 13.365 1,94%
    30 Schweden 657.309 6,508% 12.826 1,95%
    31 Pakistan 578.797 0,262% 12.837 2,22%
    32 Philippinen 571.327 0,521% 12.247 2,14%
    33 Bolivien 247.891 2,124% 11.609 4,68%
    34 Ägypten 181.241 0,177% 10.590 5,84%
    35 Bulgarien 245.627 3,535% 10.128 4,12%
    Quelle: https://lab24.ilsole24ore.com/coronavirus/#

    Dazu noch ein paar Graphiken:

    1. USA

    Quelle: https://covidusa.net/

    2. Rußland

    https://yandex.ru/covid19/stat

    3. Weltweit – gemeldete Infektionen

    Quelle: https://lab24.ilsole24ore.com/coronavirus/

    Der Rückgang weltweit ist zu beobachten. Es handelt sich vermutlich um eine jahreszeitlich bedingte Ermüdung des Virus.

  10. 10 Kehrer 28. Februar 2021 um 9:37 Uhr

    Die Zahlen der Berliner Morgenpost sagen aber was anderes. Dort liegt der weltweite Anstieg im wochenvergleich bei + 3%. In europa bei + 6% und in Deutschland auch bei + 6%. Zudem wird aus allen Rohren die Nachricht von der dritten Well verbreitet. Zuerst Lauterbach, dann Drosten und wenn die Erzengel pardon die Experten reden, dann verkünden sie Gottes Wort, wie man weiß. Tschechien hat eine Inzidenz von 760 mittlerweile. Das kann in D gar nicht abnehmen, wenn in Tschechien die die Inzidenz so hoch ist. Der R-Wert liegt bei 1,11.

    Das so wenig geimpft wird ist immer noch ein Skandal. Nach 2 Monaten 4,7% Erstgeimpfte 2,5% vollgeimpfte ist lächerlich. Statt den Unternehemen auf die Füße zu treten, wird abgewartet. Irgendwann wird schon mehr kommen. Irgendwann wird mehr zugelassen.

    Es wird in den Medien ja ein Kampf um Akzeptanz ausgetragen. Die Unkerei von der dritten Welle soll die Bevölkerung ja drauf vorbereiten, dass es nichts wird mit Öffnung. Mal sehen wie das ausgeht. Die Stimmung wird schlechter.

  11. 11 Wolf 01. März 2021 um 11:53 Uhr

    Vom Staatsvertrauen der Linken in den Staat: „Zero Covid“

    Pro: Fabian Lehr sympathisiert mit ZC:

    „Die Zero Covid Kampagne erreichte innerhalb kurzer Zeit fast 100.000 Unterschriften und wird seitdem sowohl in den Medien als auch innerhalb der politischen Linken kontrovers diskutiert. Die Kampagne strebt das Ziel von Null Infektionen durch einen „solidarischen europäischen Shutdown“ an, der auch weite Teile der Wirtschaft miteinschließen soll.“

    Der Gedanke, dass eine konsequente Anti- Covid- Strategie die Schließung von Betrieben einschließen muss, ist richtig. Nur, wer soll diese Strategie umsetzen- der Staat des Kapitals? Die „solidarischen“ EU- Staaten?

    https://www.youtube.com/watch?v=qc0pUS2LxSQ

    Contra: Suitbert Cechura:

    „Unterstellt wird mit dem Scheitern der Pandemiestrategie der Regierung, diese habe den Verlust von Menschenleben um jeden Preis verhindern wollen. Dabei geben die Autoren des Aufrufs noch zu erkennen, dass es der Regierung darum nie ging. Die Kontrolle des Pandemiegeschehens kennt eben keine absolute Zahl von Toten oder Infizierten, an der sie sich messen würde. …
    Irgendwie wissen auch die Autoren, dass ihre schöne Vorstellung von einem Shutdown bei der Politik nicht auf offene Ohren stoßen wird. Eine Schlussfolgerung bezüglich der Ziele der Politik wollen sie aber auch nicht ziehen. Dann wäre es aus mit dem „Wir“ und sie müssten Gegensätze bemerken, zum Beispiel zwischen Arbeitnehmern und der Politik. “

    https://www.heise.de/tp/features/Wo-Initiatoren-und-Kritiker-von-ZeroCovid-richtig-liegen-und-wo-nicht-5062813.html?fbclid=IwAR1bYm9pEkj3jLkRcxlfd0FcIkLQgT9rXoGHootgQBMqN53abZcEXF4sX_c

  12. 12 Kehrer 01. März 2021 um 12:53 Uhr

    Wer Zeit hat kann sich auch mal die gestrige Diskussion bei Anne Will ansehen. „Die große Ratlosigkeit – gibt es einen Weg aus dem Dauer-Lockdown?“https://daserste.ndr.de/annewill/index.html

    Smudo hat seine neue Luca App vorgestellt, die sich nach einem überzeugenden Konzept anhört. Rangar Yogeschwar hat ein bißchen die teuere StaatsApp gebasht. Helge Braun, der irgendwie ausgeschaut hat, wie ein geprügelter Hund. Aber vielleicht schaut der immer so aus. Auf die Frage warum die Funktionalität der Luca App nicht schon in der StaatsApp drin ist oder zumindest eingebaut werden kann, sagt er sinngemäß: Der Staat muss ja nicht alles machen, sondern ist auch bereit mit privaten, kreativen Initiativen zusammenzuarbeiten.

    Ist natürlich gelogen. Es gab zig Anfragen aus der privaten Wirtschaft beim Gesundheitsministerium und viele sind noch nicht mal beantwortet worden. Außerdem ist es eine Ablenkung vom staatlichen Chaos, wenn man dann plötzlich als Staat sich vornehm zurückhält. Wer managt denn die Krise? Alle sprechen immer vom „wir“. „wir“ haben zu wenig dies und das getan. In Wirklichkeit hat bloß die MP-Konferenz Maßnahmen erlassen und sonst keiner.

    Christiane Woopen hat einen guten Standpunkt vertreten, indem sie davon sprach man solle von den Inzidenzen als Maß ganz abkommen und Öffnungen nur an überzeugenden Hygienekonzepten festmachen.

  13. 13 Kehrer 02. März 2021 um 12:12 Uhr

    Talkrunde Hart aber Fair gestern 01.03.2021 :
    Viel Druck im Kessel: Wie lange ist ein Lockdown noch zu halten?

    Vorschlag von Karl Lauterbach auf Twitter
    „An Betrieben und Schulen werden einmal die Woche Antigentests durchgeführt. Am Tag des Test darf man in Geschäfte mit Vorlage der Bescheinigung. Wer weder in Betrieben noch in der Schule getestet werden kann geht in ein Testzentrum. So macht man aus Not Tugend: Öffnungen werden Anreiz für Testungen. Wenn genug Antigentest verfügbar sind werden die Tests auf 2x/Woche ausgedehnt. Dann kann man an 2 Tagen in die Geschäfte. Mit der Strategie sinkt der R-Wert auf unter 1, selbst für B117.“

    „Der Lockdown den wir im Moment haben ist zu schwach um ihn mit B117 aufrecht zu erhalten. Und dann haben wird drüber nachgedacht, nicht nur ich selbst, sondern ein paar Wissenschaftler, die sich damit beschäftigt haben, wie kann man aus der Not eine Tugend machen und die einzige Möglichkeit ist das Testkonzept eines Harvard Epidemiologen Micheal Mina, der kann nachweisen, dass man mit guten Antigentests, die also eine bestimmte Qualität haben. Wenn man in den Betrieben und den Schulen einmal mindestens, aber optimalerweise zweimal testet und gibt dann ein Zertifikat, sodass an den Tagen die Ansteckung durch diese Person ausgeschlossen ist. Dann senke ich den R-Wert in der Größenordnung, dass ich B117 unter 1 drücken kann. So war der Grundgedanke, den ich vorgetragen habe, wie kann ich aus der Not, dass jetzt quasi der jetzige Lockdown nicht richtig wirkt und die dritte Welle kommt und Lockerungen erwartet werden etwas machen, was medizinisch sehr sinnvoll wäre. Nämlich dieses Testkonzept von Mina und anderen…“

    Das ist natürlich alles gar nicht neu, sondern wird in Altersheimen und Krankenhäusern schon länger gemacht. Lauterbach sagt nun, das wäre bisher nicht möglich gewesen, weil es die qualitativ guten Tests vorher noch nicht gab. Was meines Erachtens eine Lüge ist. In Österreich wurde auch schon länger getestet und da kann man auch nicht annehmen, dass die sich nur mit Schrott getestet haben. Wahrscheinlich ist es so, dass diese Tests mit Absicht nicht zugelassen worden sind und jetzt nachdem man sie braucht, müssen sie erst noch zugelassen werden, was dauert. Hätte man die Qualität schon vor Monaten überprüft, ständen sie jetzt zur Verfügung.

    Die Wahrheit ist: Die Bevölkerung will keinen Lockdown mehr, weil es bei vielen an die Substanz geht. Dieser Druck führt jetzt zum Umdenken. Die Frage ist jetzt, wie kann man trotz Öffnung die Lage in den Griff kriegen. (Was beweist der Holzhammer Lockdown war schon immer viel zu bequem für die Politiker und hat davon abgehalten über Alternativen nachzudenken – jetzt erst nachdem der Lockdown nicht mehr akzeptiert wird, werden wieder nur als Reaktion alternative Konzepte gesucht. Statt dass schon vorher über Alternativen nachgedacht wird, wird der Lockdown erst als alternativlos dargestellt, um dann doch, als es unumgänglich wird, über Alternativen nachzudenken)

    Lauterbach ist trotzdem gegen Selbsttests. Das hat er bei Lanz mal als Position des RKI dargestellt, obwohl es auch seine Position ist. Der Grund ist sein übles Menschenbild: dann machen die Leute einen Test und wenn sie positiv sind gehen sie trotzdem zur Arbeit, weil es niemand erfährt und die Verletzung der Quarantäne nicht unter Strafe gestellt werden kann. Außerdem werden dann die guten Tests dazu gebraucht Party zu machen. Auf den Einwand, dass das ja wieder von lauter verantwortungslosen Bürgern ausgeht meint Lauterbach, er hätte das ja nicht kritisiert, es sei ja legitim Party zu machen. Klang aber als Vorwurf. Außerdem sagt Lauterbach muss man Kohorten testen, also immer wieder dieselbe Gruppe testen, damit man Ansteckungscluster findet. Soll wahrscheinlich heißen gesellschaftlich zusammengehörige Gruppen von den Kontakten her.

    Ein Argument das immer kommt ist: „Zurückkucken bringt gar nichts, sondern nach vorne schauen.“ Das ist natürlich eine sehr bequeme Ausrede, für alle die in der Vergangenheit Mist gebaut haben. Gerade von Lauterbach, der sich immer als Einheizer für den Lockdown betätigt hat und der jetzt eine Kehrtwende vollzieht, kommt das Argument ständig. Doch zurückkucken sollte man schon und solche Leute wie Lauterbach und Drosten, die immer die Welle surfen auch mal fallen lassen, wenn die Welle bricht. Es ärgert mich, dass die vernünftigen Stimmen diffamiert werden, während die Idioten weiter am Ruder bleiben mit dem Argument „nach vorne schauen.“

    Mertens der Chef der Stiko wurde wegen der Zulassung des AstraZeneca Impfstoffes nur bis 65 Jahren, aufgespießt. Mertens (sieht mit seinem weißen Bart mittlerweile aus wie der Weihnachtsmann): „Das Ganze ist ja irgendwie schlecht gelaufen. Wir werden das genau prüfen und es wird ja auch sehr bald zu einer neuen aktualisierten Empfehlung kommen, allein schon deshalb weil ja dann der Johnson&Johnson Impfstoff wahrscheinlich zugelassen sein wird. Und im Rahmen dieser Aktualisierung wird man gegebenenfalls Anpassungen auch dieses Punktes vornehmen.“

    Plasberg dazu: „Können wir uns die Ruhe leisten, die dieser Mann ausstrahlt.“

    https://www.ardmediathek.de/ard/video/hart-aber-fair/viel-druck-im-kessel-wie-lange-ist-ein-lockdown-noch-zu-halten/das-erste/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLTIwZmUzMmZiLTE3YWYtNDA1Yy05Zjc2LWFlYjE5YTU1MzZiMA/

  14. 14 Nestor 02. März 2021 um 12:14 Uhr

    Während es hier heißt, die Infektionszahlen gingen in die Höhe, gehen seit Wochen die Hospitalisierungen und Intensivstations-Fälle zurück – derzeit bei ca. 1500 und 300 – und irgendwie kommt einem das langsam komisch vor, das Geschrei.

    Aus medizinischen Kreisen hört man, wie die Todesfälle und Coronapatienten-Zahlen aufgeblasen werden, weil die Krankenhäuser finanziell gut damit fahren oder weil es entsprechende Weisungen von oben gibt.
    Kürzlich habe ich einen Test gemacht, weil ich ein älteres Ehepaar besuchen war – damit sie sich sicher fühlen. Der Test war derart unseriös, daß ich seither gröbere Zweifel an der Verläßlichkeit dieser Tests habe.
    Außerdem werden Leute sehr willkürlich als positiv geführt, wenn sie irgendeinen verpflichtenden Test versäumt haben.

    Krampfhaft wird versucht, einen abnormalen Zustand durch nach oben gedrückte Zahlen aufrechtzuerhalten.

  15. 15 Neoprene 02. März 2021 um 12:42 Uhr

    „Aus medizinischen Kreisen hört man, wie die Todesfälle und Coronapatienten-Zahlen aufgeblasen werden, weil die Krankenhäuser finanziell gut damit fahren…“

    Das hört man hier in Berlin nicht: Allein die landeseigenen Vivantes-Krankenhäuser haben im letzten Jahr durch Corona ein Minus von über 40 Mio € gehabt, weil sie wegen der Pflicht/Anweisung von Dilek Falayci, der für Gesundheit zuständigen Senatorin,, Betten für eventuelle Covid-Patienten leer zu halten, massive Umsatzeinbußen gehabt haben. Ich denke, daß das zumindest hier eher auf Weisungen beruht als auf einem schief gegangenen Versuch, mit Corona mehr Gewinne machen zu können.
    https://www.tagesspiegel.de/berlin/coronakrise-in-den-krankenhaeusern-berliner-vivantes-kliniken-machen-65-millionen-euro-verlust/26947864.html
    „Werde der erwähnte Rettungsschirm des Bundes nicht verlängert, drohe Krankenhäusern der Ruin. So hatte Berlins Krankenhausgesellschaft argumentiert – und dem Abgeordnetenhaus auch Zahlen geliefert: Die Belegung der Kliniken habe diesen Januar 25 Prozent unter dem Wert des Vorjahres gelegen – weil reguläre Patienten fehlten, verzeichneten Berlins 60 Kliniken im ersten Monat des Jahres 100 Millionen Euro Verlust.“

  16. 16 Nestor 02. März 2021 um 12:57 Uhr

    Es scheint staatenweise andere Krankenhaus-Politik zu geben. Wobei in Deutschland Berlin als große Metropole auch andere Bedingungen haben könnte als z.B. Bayern.

    Bei uns in Österreich ist das Krankenhauswesen Ländersache, soweit ich weiß.

  17. 17 Neoprene 02. März 2021 um 13:03 Uhr

    Praktisch alle Krankenhäuser in Berlin waren früher direkt staatlich. 2001 wurden die dann in Vivantes ausgegliedert (um sie besser zusammen streichen zu können). Dieser Konzern gehört aber weiterhin dem Land Berlin. „Vivantes ist nach eigenen Angaben Deutschlands größter kommunaler Krankenhauskonzern.“ (Wikipedia)

  18. 18 Nestor 02. März 2021 um 14:02 Uhr

    Ich weiß gar nicht, wie genau die Eigentümerstruktur der Krankenhäuser in Österreich ist, ich glaube aber, sie gehören der öffentlichen Hand.

  19. 19 Neoprene 02. März 2021 um 21:51 Uhr

    Kommt nicht gerade überraschend:
    „Innenministerium spannte Wissenschaftler für Rechtfertigung von Corona-Maßnahmen ein
    Veröffentlicht am 07.02.2021″
    https://www.welt.de/politik/deutschland/article225864597/Interner-E-Mail-Verkehr-Innenministerium-spannte-Wissenschaftler-ein.html

  20. 20 Neoprene 02. März 2021 um 22:32 Uhr

    Als Nachtrag zum berüchtigten Papier „Wie wir Covid-19 unter Kontrolle bekommen“ https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/downloads/DE/veroeffentlichungen/2020/corona/szenarienpapier-covid19.html
    noch ein Artikel aus dem Standard:

    „Mao-Fan verfasste radikale Corona-Strategie für deutsches Innenministerium
    Ein Germanist warb in einem Hobby-Paper für autoritäre Methoden wie in Wuhan und schaffte es so in Horst Seehofers Expertenrat
    Michael Vosatka 26. Februar 2021″
    https://www.derstandard.de/story/2000124486894/mao-fan-verfasste-radikale-corona-strategie-fuer-deutsches-innenministerium

  21. 21 Nestor 02. März 2021 um 23:38 Uhr

    Wenn du schon den „Standard“ zitierst, heute eine Nachricht:

    „Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) will sich im Kampf gegen das Coronavirus von der EU abwenden und mit Ländern der sogenannten „First Mover“-Gruppe Impfstoffe zusammen mit Israel produzieren.“

    https://www.derstandard.de/jetzt/livebericht/2000124577371/kurz-will-nicht-mehr-mit-eu-sondern-mit-israel-impfstoffe?responsive=false

    Irgendwie habe ich langsam das Gefühl, ich lebe in einem schlecht gelungenen SciFI-Film.

  22. 22 Kehrer 03. März 2021 um 12:05 Uhr
  23. 23 Neoprene 03. März 2021 um 19:42 Uhr

    In den letzten Tagen ist ja allenthalben viel über Corona-Schnelltests geschrieben worden. In Deutschland sollen die „jetzt“ auch zur Anwendung von nicht extra geschultem Personal zugelassen werden, weil sie jetzt narrensicher seien.
    Ich habe gerade versucht, über Google herauszufinden, seit wann es denn überhaupt zuverlässige Corona-Schnelltests gibt, egal ob in Deutschland, Europa, den USA oder der VR China. Ich habe dazu leider auf die Schnelle nichts gefunden, alle Fundstellen beziehen sich nur auf die aktuelle Zulassungssituation in der BRD oder Österreich.

    Weiß jemand, seit wann es solche Schnelltests überhaupt gibt?

  24. 24 Kehrer 03. März 2021 um 19:57 Uhr

    Persönlich recherchiert hab ich jetzt nicht, sondern kann auf die Schnelle nur wiedergeben, was mir im Gedächtnis ist. Südkorea benutzt solche Schnelltests anscheinend schon seit April letzten Jahres. Und ich weiß auch, dass Schnelltests relativ schnell erfunden waren. In Österreich konnte man diese Test anscheinend schon im Sommer letzten Jahres in der Apotheke kaufen, hat eine Frau in einer Talkrunde erzählt. Außerdem soll es um die 250 verschiedene Tests auf dem Markt geben. In Tübingen verwenden sie schon etwas länger diese Antigen-Schnelltests. Aber eben solche, die der Normalmensch nicht in der Apotheke einfach kaufen kann. Die die es bisher gab, durften nur von Ärtzten bzw. geschultem Personal angewendet werden.

    In Deutschland sind jetzt 6 Stück zugelassen. Die sind aber noch relativ teuer. 30-50€

    13.11.2020
    Landkreis Tübingen sichert sich einen Vorrat an Antigen-Schnelltests
    16.34 Uhr: Nachdem Antigen-Schnelltests jetzt vom Bundegesundheitsministerium zugelassen wurden, hat der Landkreis Tübingen eigenen Angaben zufolge eine größere Charge mit 37.000 Antigen-Schnelltests bestellt.

    Coronavirus-Schnelltestung für Magdeburger Bürger*innen beginnt am Freitag, 18. Dezember, auf dem Alten Markt
    16.12.2020 Magdeburg (UMMD) – Ab Freitag dem 18. Dezember können sich Bürger*innen auf dem Marktplatz am Alten Markt ab 11 Uhr kostenlos auf Covid-19 testen lassen. Die Universitätsklinik und die Stadt Magdeburg haben dort eine Teststation errichtet.

    13.04.2020 08:56
    https://www.fr.de/wirtschaft/suedkoreas-exportschlager-13647827.html

    Laientests: https://www.bfarm.de/DE/Medizinprodukte/Antigentests/_node.html
    Dort gibt es auch eine Liste aller Antigen-Schnelltests.

  25. 25 Neoprene 03. März 2021 um 20:36 Uhr

    Genau der Unterschied, was gibt es und seit wann (weltweit) und was wird jetzt zugelassen und eingekauft, es es, der mich interessiert, denn an deine Beispiele kann ich mich auch erinnern. Und in der jetzigen Berichterstattung und Diskussion über das Testen spielen die eben so gut wie keine Rolle.

  26. 26 Neoprene 03. März 2021 um 21:42 Uhr

    Eine aktuelle Nachricht von ntv:
    „Beim Corona-Gipfel in Berlin diskutieren Bund und Länder über mögliche Lockerungsschritte in den nächsten Wochen. Neben den Inzidenzwerten basiert das Konzept auf einer umfassenden Teststrategie und massig verfügbaren Schnell- und Eigentests. Nach Informationen von RTL und ntv sind die dafür vorgesehen Tests aber noch gar nicht in großem Maß vorhanden: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn soll bislang keine Bestellung von Selbsttests in Auftrag gegeben haben. Zudem verzögere sich die Lieferung der vom Bund georderten Schnelltests.“
    https://www.n-tv.de/politik/Der-Bund-will-testen-doch-die-Tests-fehlen-article22400512.html

  27. 27 Kehrer 04. März 2021 um 2:05 Uhr

    https://www.wa.de/politik/corona-gipfel-lockdown-verlaengerung-lockerungen-live-bund-laender-angela-merkel-oeffnungen-tests-nrw-armin-laschet-90225071.html

    Oben ein Link zu den Ergebnissen der heutigen bzw. gestrigen Ministerpräsidentenkonferenz.

    „Tests für alle: Ab dem 8. März soll sich jeder Bürger einmal wöchentlich testen lassen können – die Kosten übernimmt der Bund. Testzentren sollen vor Ort eingerichtet werden. Eine Task Force soll sich um die Beschaffung so genannter Selbsttests kümmern.“

    So wie ich das verstanden habe, sind die hier versprochenen Tests Antigen-Schnelltests, keine Selbsttests. Die Antigen Schnelltests wurden meines Wissens von Spahn schon bestellt und zwar 800 Millionen Stück. Dazu sagte die Frau Christiane Woopen schon, das sei ein Schlag ins Gesicht von irgendwem, also zu wenig. Das sind eben 10 Tests pro Bürger. Diese Tests werden von geschultem Personal und in Schulen, Heime, Betrieben, Schnelltestzentren etc. verwendet. Gerade kam in den Nachrichten, dass die etwa 13€ kosten. Einer pro Woche und Bürger wird erstattet vom Staat(wie soll das gehen?). Eine Impfdosis kostet maximal das selbe oder weniger.

    Selbsttests soll sich jeder selbst kaufen. Sind aber auch nicht billig. Das günstigste was ich gelesen habe sind 10€.
    Was es mit dieser Task Force auf sich hat, die Schnelltests beschaffen soll – keine Ahnung. Das ist auch so ein Platzhalter, der nach Aktion klingen soll und gar nichts bedeutet. Denn für die Zulassung ist nicht die Task Force verantwortlich. Für was dann? Einkaufen und dann, wer kriegt dann die eingekauften Selbsttests?

    Die Öffnungen sind nur insofern wirklich was anderes, als sie je nach Landkreis, wie ich das verstanden habe, je nach Inzidenz unterschiedlich ausfallen kann. Natürlich sind die Maßnahmen nach wie vor an die Inzidenz gekoppelt, was für sich schon kritikabel ist, weil die Inzidenz das wirkliche Infektionsgeschehen schlecht abbildet.

    Das Testen als Ergänzung zu Öffnungsschritten, wird wieder nicht funktionieren, weil in der Bundesregierung zuviel Pfeifen sitzen. Die können nichts organisieren. Das geht genauso in die Hose, wie bei den Masken, bei den Impstoffen, beim Schutz der vulnerablen Gruppen etc.

  28. 28 Kehrer 04. März 2021 um 7:20 Uhr

    Etwas knifflig ist es, ab wann die jeweiligen Öffnungstufen gelten. Es gibt 5 Stufen. Aktuell besteht Stufe 1.

    Generell gilt, dass zwischen einem Öffnungsschritt und dem nächsten 14 Tage liegen müssen und die Inzidenz darf sich nicht verschlechtert haben und über 100 gibt es eine Notbremse.

    z.B. Stufe 3 wäre dann nicht an eine bestimmte Inzidenz z.B. unter 50 gekoppelt. Stufe 3 wäre unter 50 oder auch zwischen 50 und 100 möglich, wenn obige Bedingungen erfüllt sind (14 Tage, Inzidenz hat sich nicht verschlechtert). Nur darf man auf Stufe 3 mit unter 50 andere Dinge wie zwischen 50 und 100.

    Es ist kompliziert – was praktisch heißt, dass jedes Bundesland das anders konkret regeln wird „Mehrere Länder behalten sich Abweichungen ausdrücklich vor.“ (Welt)

  29. 29 Leser 04. März 2021 um 8:09 Uhr

    gestern gelesen:

    „Frei-Testen“ als neue Losung, trotz ‚angespannter‘ Infektionslage weitere „Öffnungsschritte“ zu wagen

    Wie so aus herrschaftlichen Interna verlautet, soll derzeitige Lockdown-Variante wohl bis Ende März im Wesentlichen beibehalten werden. Aber es soll, endlich die Sehnsüchte von einfachem Volk und der wirtschaftlichen Elite ein Stück entgegenkommend, zusätzliche ‚vorsichtige Öffnungsschritte‘ geben. Zugleich jedoch immer auf der Hut seiend, was die Infektionszahlen betrifft, wird neben der Impfkampagne als zentrales seuchenpolitisches Steuerungs- und Kontrollinstrument das regelmäßige Massentesten auf Virusbefall ausgegeben: ob Bildungsanstalten, Betriebe oder gar Kaufhäuser oder im Privatbereich; die Aufdeckung von Ansteckungen, die so sicher wie das Amen in der Kirche mit der Aufweichung der Kontaktbeschränkungen ansteigend zu verzeichnen wären, macht sich explizit jedenfalls ein Stück davon frei, dem Virus ein wenig schlicht dadurch aus dem Weg zu gehen, dass man dem Personenverkehr Restriktionen auferlegt – wenn es nämlich nun darauf ankomme, einen auch nur kurzfristig haltbaren negativen Test auf Corona als Freifahrtsschein für den Genuss von Öffnungen zu erwerben, ansonsten die Pechvögel der (Neu-)Angesteckten aus dem Verkehr zu ziehen wären.

    Die Beaufsichtigung der Seuchensituation in standortförderliche Bahnen zu lenken, kennt dann die beiden Gesichtspunkte: nicht zu freigiebig die Lockerungen angehen wegen des politisch Gewussten, dass die Fallzahlen aus dem Ruder zu laufen drohen; zugleich nach Merkel vom 2.3.21 eine „Notbremse“ einbauen für den Fall offensichtlich auf dem Zettel habenden steilen Ausbrüche trotz und mit zurückhaltender Lockerungsstrategie. Zum anderen türmen sich die hoheitlichen Drangsale mit der ausgerufenen nationalen Strategie des Dauertestens auf: wie sicher sind Schnelltests, muss noch ein zuverlässigerer PCR-Test her; werden Meldungen an Gesundheitsämter sichergestellt bei den freiwilligen/privaten positiven Tests zweck Nachverfolgung usw.?

    https://tages-politik.de/Innenpolitik/Seuchenpolitisches_Maerz._2021.html

    ---

    Peter Decker: Deutschland und sein „Impfdebakel“

    Impfnationalismus? Bei uns? Keine Spur!

    https://www.heise.de/tp/features/Deutschland-und-sein-Impfdebakel-5070756.html?seite=all

    ---

    Aus der Reihe des GSP „Was Deutschland bewegt“ Pandemie XVIII.
    Deutschland im Winter-Lockdown – eine Zwischenbilanz

    https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/deutschland-winter-lockdown

  30. 30 Nestor 04. März 2021 um 22:58 Uhr

    In Österreich gibt es derzeit den Skandal, daß sich herausgestellt hat, daß eine Firma, „Hygiene Austria“, die FFP2-Masken, die sie als österreichische Produkte deklariert, teilweise aus China importiert hat, weil die hohe Nachfrage ihren Output überstiegen hat.
    https://www.vol.at/millionen-masken-von-hygiene-austria-bereits-im-umlauf/6914722

    Noch dazu wurden die Masken in Ungarn als zulässig zertifiziert, weil es dort billiger ist.
    Die Firma hat ein Nahverhältnis zum Bundeskanzler, und zur regierenden ÖVP überhaupt.
    https://www.derstandard.at/story/2000124641428/umstrittene-masken-wurden-statt-in-wien-in-ungarn-zertifiziert

    Es ist schon interessant, wie diese Masken in Österreich verpflichtend wurden. Die hohe Politik zeigte auf die hohen Infektionszahlen, und schwupp! – waren die FFP2-Masken Pflicht.
    Es wurde nie begründet, warum die vorigen Stoffmasken nicht genügen. Also es wurde nie nachgewiesen, daß diese die Ansteckung nicht verhindern.
    Klar, die Stoffmasken machten die Leute selbst, da konnte niemand was dran verdienen.
    Aber die FFP2-Masken muß man kaufen, da hat jemand mit guten Beziehungen ein gutes Geschäft gemacht.

    Auch die Arbeitsbedingungen bei diesem privilegierten Hersteller sind offenbar unter aller Sau:

    Klagen über miserable Arbeitsbedingungen bei Hygiene Austria
    https://www.derstandard.at/story/2000124676126/klagen-ueber-miserable-arbeitsbedingungen-bei-hygiene-austria

  31. 31 Nestor 04. März 2021 um 23:05 Uhr

    In Tschechien gibt es ein anderes Problem: Im Krankenstand erhält man wenig Geld – offenbar nicht erst seit Corona.
    Quarantäne wird als Krankenstand gewertet und führt daher zu Verdienstverlust. Deswegen werden Coronavirus-Erkrankungen verschwiegen, die Leute gehen nach wie vor krank arbeiten – und stecken ihre Umwelt an.
    Deshalb die hohen Infektionszahlen, Erkrankungen und Corona-Tote in Tschechien:

    Tschechien sucht nach der Corona-Reißleine

    https://www.derstandard.at/story/2000124668702/tschechien-sucht-nach-der-corona-reissleine

  32. 32 Kehrer 05. März 2021 um 1:34 Uhr

    „In Österreich gibt es derzeit den Skandal, dass sich herausgestellt hat, dass eine Firma, „Hygiene Austria“, die FFP2-Masken, die sie als österreichische Produkte deklariert, teilweise aus China importiert hat, weil die hohe Nachfrage ihren Output überstiegen hat.“

    Soviel ich weiß, hat auch der Bundesgesundheitsminister chinesische Masken bestellt, weil es die einfach in den Mengen nirgends gab. Jetzt haben sie einen Haufen Masken auf Halde liegen und müssen die erst überprüfen, ob sie der Norm entsprechen. Da wurde dann schon geunkt, dass das Haltbarkeitsdatum der Masken schon verfallen ist, bevor sie durchgeprüft wurden. Zuerst war es übrigens so, dass auf Ali hauptsächlich K95 Masken angeboten wurden, soviel ich weiß ein Ami-Standard der ungefähr FFP2 entspricht, dann haben die Chinesen auch FFP2 mit Nr. auf die Masken gedruckt. Dort werden zwar immer Zertifikate abgedruckt. Aber das kann auch ein Phantasiepapier sein. Soviel ich weiß, geht es weniger um die Qualität, als dass die CE Prüfung ein paar tausend Euro kostet, den die Händler sich gerne sparen. 50 Masken kosten ca. 10 € also das Stück etwas 20ct. Bei Lidl kosten die aber immer noch 88ct.

    Chinesische Waren als in Europa bzw. Deutschland produziert zu Labeln ist ein alter Trick. Wird ziemlich oft gemacht. Bei Messern z.B. Bei Alibaba kann man sich z.B. von Hersteller 1000 Stück schicken lassen. Dann lasert man einen europäischen Namen drauf und plötzlich kann man so ein Messer zum 3-fachen Preis wieder verkaufen. Ein bisschen Werbe-Bohei und das flutscht. Da wollten sich schon einige eine goldene Nase dran verdienen.

    „Also es wurde nie nachgewiesen, daß diese die Ansteckung nicht verhindern.“ Es wird ja sowieso nie etwas nachgewiesen.
    Am Anfang sollten sich alle Stoffmasken nähen, weil die besser sind als nichts, und weil die Leute nicht den Markt für medizinische Masken leerkaufen sollten. Mittlerweile gibt es die günstig und ausreichend an jeder Ecke. Und die medizinischen sind da einfach besser, als selbst genähte.
    Man kann auch nicht sagen die Maske verhindert Ansteckung. Die reduzieren nur die Viruslast zu einem bestimmten Prozentsatz. Also nicht 0 und 1, schwarz weiß, sondern hellgrau, was ja auf die Masse gerechnet einen erheblichen Unterschied macht. Op- Masken sind dreilagig FFP2 sind 5-lagig und sie werden überprüft und zertifiziert. Selbstgenähte hängen davon ab, welches Hemd man zuletzt ausgemustert hat. Drosten hat auch mal die Wirkung von so Behelfsmasken getestet und da gibt es durchaus große Unterschiede.

    Dann gab es mal die Diskussion mit der richtigen Größe und man müsse sie richtig anlegen, und richtig ablegen, sonst Ansteckung. Halt ich aber für machbar. Und ja eine gut angelegte Op-Maske kann besser sein als eine schlecht angelegte FFP2 Maske.

    Das mit dem Verdienstverlust durch Quarantäne ist natürlich fatal. Meines Erachtens wäre es klug von den Nachbarstaaten hier zu unterstützen, denn man sieht ja, dass die Eintragung aus Tschechien durchaus hoch ist.

  33. 33 Neoprene 05. März 2021 um 10:43 Uhr

    „In Tschechien gibt es ein anderes Problem: Im Krankenstand erhält man wenig Geld – offenbar nicht erst seit Corona.“

    Das ist natürlich nicht nur in Tschechien so. Und deshalb wird sicherlich überall in der Welt eine Infektion häufig nicht gemeldet werden, um weiter zur Arbeit gehen zu können.

    In Berlin hat der Senat Anfang Januar vorsichtshalber 57 Zimmer in einem Hotel gemietet (kostet immerhin schlappe 95.000 € im Monat), um dort quarantänepflichtige Menschen unterbringen zu können. Tatsächlich ntergebracht wurde dort bisher praktisch niemand. Teils, weil es die Bezirke, die die Einweisungen hätten vornehmen müssen, kein Interesse haben, teils sicher auch, weil niemand da freiwillig hin will.
    https://utf.rdir.de/form.do?agnCI=875&agnFN=fullview&agnUID=D.B.CtYz.m5r.B3JH_.A.afPU6MH0nK2opHsnRZNKR5b4GUqnFnxNgNpp98Y7Bk5HzbuRVNsRaVZ1QV-07RJiw1KsqTfvs8VABOyZWixGRQ&bezuggrd=CHP&utm_source=cp-kurzstrecke

  34. 34 Nestor 05. März 2021 um 12:23 Uhr

    @Kehrer

    Es wird ja sowieso nie etwas nachgewiesen.

    Das ist natürlich richtig, aber hier ist das Geschäftsinteresse evident.
    Es fragt sich, ob das woanders auch so ist.

    Der Papierhersteller Lenzing, dem die Hygiene Austria gehört, hat sich im Sommer beschwert, daß er extra auf Maskenproduktion umgestellt hat, aber niemand das Zeug kauft, weil die chinesische Importware billiger ist.
    Durch die FFP2-Maskenpflicht wurde dem abgeholfen. Dadurch stieg die Nachfrage so, daß offenbar auch die teureren abgesetzt werden konnten.
    Wahrscheinlich gab es auch noch eine großzügige Subvention …

  35. 35 Neoprene 05. März 2021 um 14:39 Uhr

    „Frankreich warnt die EU-Länder davor, die Impfstoffe aus China und Russland bereits vor einer Genehmigung durch europäische Behörden einzusetzen. Ein solcher Einsatz wäre mit Blick auf die Solidarität der Staatengemeinschaft und der Gesundheitsrisiken ein Problem, sagt Frankreichs Europa-Minister Clement Beaune dem RTL Radio.“

    https://www.n-tv.de/politik/Frankreich-warnt-vor-Sputnik-V-Einsatz-article22404980.html
    Solidarisch und völlig ohne irgendwelche Gesundheitsrisiken ist es also nur, treu und brav darauf zu warten, daß die EU gnädig einem Mitgliedsland ein paar Dosen Vakzin aus „unserer“ Produktion zuteilt. Das ist geradezu Orwell-Speech.

  36. 36 Kehrer 05. März 2021 um 17:55 Uhr

    „Das ist natürlich richtig, aber hier ist das Geschäftsinteresse evident.“ Meinst du wirklich, dass wegen dieses einen Maskenfabrikaten die FFP2 Maskenpflicht eingeführt wurde? Es ist natürlich so, dass die Chinesen da einfach billiger sind. Andererseits kann es nicht teuer sein so eine Maske zu fertigen. So wie die aussehen geht das vollautomatisch. Die Dinger werden ausgestanzt und an den Rändern verschweißt. Dann werden noch die Bändel drangeschweißt. 1 Euro für ne Maske ist schon Wucher. Die wurden aber für das vielfache verkauft.

    Deshalb wäre es ja nicht so dämlich, wenn so eine Produktion vom Staat oder von der EU betrieben wird, die einen gewissen
    Vorrat für Pandemiezeiten produziert, der dann für 3 – 5 Monate ausreicht und günstig abgegeben wird, wenn er benötigt wird. Danach kann ja dann das gekauft werden, was der Markt hergibt. Ich mein, das ist doch vom Umfang der Geschäftssphäre verschwindend. Da dürfte selbst dem Hardcore Neoliberalen kein Zacken aus der Krone brechen.

    „Das ist geradezu Orwell-Speech.“ Die Intention von Frankreich ist mir unklar. Ich dachte der Sanofi Impfstoff ist gescheitert. Da müsste Frankreich doch auch ein Interesse an Alternativen haben. Vor allem Tschechien, Ungarn, Serbien sind aufgrund hoher Inzidenzen auf schnelle Impfungen angewiesen.

  37. 37 Neoprene 05. März 2021 um 20:01 Uhr

    „Vor allem Tschechien, Ungarn, Serbien sind aufgrund hoher Inzidenzen auf schnelle Impfungen angewiesen.“
    Ja, aber für die EU und Frankreich allen voran, geht es doch um Höheres: ein bedingungsloses abwägungsfreies Zusammenhalten der EU-Staaten, egal was Frankreich und Deutschland als Kurs vorgeben. Da fehlt bekanntlich noch viel und dementsprechend stinkig und nervös reagieren da diese EU-Granden selbst in der ansonsten ja harmlosen Impf-Frage.

  38. 38 Kehrer 06. März 2021 um 0:07 Uhr

    Ich befürchte du hast recht. Es geht quasi um den Wert „europäische Einigkeit“, der da eingeklagt wird. Auch wenn das Impfen ein denkbar ungeeigneter Gegenstand ist, da es in der Verfügbarkeit von Impfstoff ja tatsächlich um Menschenleben geht. Oder es ist ein geeigneter Gegenstand, wenn man Absicht unterstellt. Dann ist das die Aussage, dass die europäische Einigkeit über Coronatoten steht im Ranking. Was natürlich ziemlich zynisch wäre und kein guter Grund für Europa zu sein.

  39. 39 Nestor 06. März 2021 um 8:51 Uhr

    @Kehrer

    Auf die Impfung „angewiesen“ ist in dem Sinne niemand.
    In all den 3 von dir erwähnten Staaten wird eben auf die Impfung als Ausweg aus der Misere gesetzt – ob es sich als solcher bewährt, ist noch nicht heraußen.

    Serbien hat übrigens keine besonders alarmierenden Zahlen aufzuweisen.

  40. 40 Kehrer 06. März 2021 um 10:41 Uhr

    Serbien hat Stand heute Berliner Morgenpost eine Inzidenz von 368, Ungarn von 341, Tschechien von 806, Slowakei 296, Montenegro 618.

    Ich kenne mich in diesen Staaten nicht so aus, was die jetzt sonst noch gemacht haben. Wahrscheinlich auch Lockdown wie überall und trotzdem haben sie hohe Zahlen. Worauf hätten sie deiner Meinung nach denn sonst setzen sollen. Wenn einem nur eine Möglichkeit bleibt auf die man setzen kann, dann nennt man das normalerweise „angewiesen sein“.

    Außerdem habe ich die Impfung nicht als „Ausweg aus der Misere“ propagiert. Aber helfen würde sie doch schon – oder bist du da anderer Ansicht? Was soll das denn für eine europäische Solidarität sein, die Verzicht auf den falschen Impfstoff verlangt. Wie denkt Frankreich, dass das in diesen Ländern ankommt.

  41. 41 Neoprene 06. März 2021 um 11:44 Uhr

    „Wie denkt Frankreich, dass das in diesen Ländern ankommt“

    Na, genauso, wie es sicherlich auch gemeint ist: Als Drohung gefälligst nie und nimmer mehr von der Fahne zu gehen, mitgefangen, mitgehangen halt. Wenn jetzt schon die Festung Europa bröckelt, was ist dann zu befürchten, wenn es wirklich zu ernsthaften Differenzen kommen sollte?

  42. 42 Kehrer 06. März 2021 um 14:08 Uhr

    Aber du siehst schon den Widerspruch? Statt von der europäischen Solidarität etwas zu haben, einen Vorteil daraus zu ziehen, sollen die getadelten Staaten Opfer für sie bringen. Sie sollen freiwillig auf einen Impfstoff verzichten, der in Europa gar niemandem etwas wegnimmt, auf den sie nur verzichten sollen, weil er aus dem Land der europäischen Konkurrenten stammt.

  43. 43 Neoprene 06. März 2021 um 14:52 Uhr

    Natürlich ist das ein Widerspruch. Jetzt sollen Staaten bei einem „geschlossenem“, „einheitlichen“ EU-Vorgehen mitmachen, weil das per se ein Prinzip sein soll. Das soll durchgedrückt werden, ohne daß die mitmachenden Staaten noch fragen sollen, ja irgendwann, so jedenfalls die Hoffnung von Macron et. al., auch gar nicht mehr fragen dürfen, ob das auch für sie etwas bringt. Es ist natürlich blöd, dieses angestrebte Regime schon anzudrohen, wo Macron und Merkel die dafür nötige Macht überhaupt noch nicht haben. Jedenfalls in der Vakzin-Versorgungsfrage ja offensichtlich nicht die Bohne.

  44. 44 Phineas 06. März 2021 um 18:30 Uhr

    Der Virus, die Lockdowns und die Linke
    Wie sich die Linke zu einer Hilfskraft des autoritären kapitalistischen Staates gemacht hat.

    Als Sozialist mit revolutionärer Gesinnung seit vier Jahrzehnten bin ich bestürzt, wie die zeitgenössische Linke, ob in der Regierung, in der «Opposition», in den Gewerkschaften, am Rande der Aktivisten oder einfach als linke Medienkonsumenten, fast durchs Band weg zu einem lärmenden Vorposten der Covid-Hysteriker geworden ist, die mit beunruhigendem Vergnügen die Lockdown-Manie unterstützt.

    Die Linke ist zu einem Arm des kapitalistischen Staates geworden, und ihr Erkennungsmerkmal ist es, für härtere, frühere und längere Lockdowns zu werben. Mit ihrer Vorliebe für den Lockdown, der die Arbeiterklasse vernichtet, die bürgerlichen Freiheiten zerstört und die Wissenschaft missachtet, verdient es die zeitgenössische «Linke» durchaus, dass man ihr Anführungszeichen anheftet.

    Wie die ’Linke’ bei der Herausforderung durch das Virus und die Lockdowns durchgefallen ist

    Die Linke ist schon mit dem falschen Bein aus dem Bett gestiegen, indem sie Covid als viel beängstigender dargestellt hat, als es tatsächlich ist, nämlich eine schlimmere bis normale Grippesaison.
    Die Linke hat sich der Lockdown-Establishment-Elite durch Aufblähung des Risikos des SARS-CoV-2-Virus angeschlossen, indem sie

    1. Todesfälle «mit» und Todesfälle «an» Covid in einen Topf
    wirft;
    2. positive Testergebnisse – einschliesslich falsch positive
    mit tatsächlichen klinischen Fällen gleichsetzt;
    3. die Tatsache ignoriert, dass Covid-19 fast ausschliesslich
    für bereits kranke ältere Menschen gefährlich ist, für
    alle anderen jedoch ziemlich harmlos;
    4. das Virus als eine dauerhafte Bedrohung darstellt, obwohl
    es sich nur um ein weiteres saisonales, mutierendes
    Atemwegsvirus handelt, das während seiner Sommerpause
    natürlich abklingt;
    5. das Konzept der natürlich erworbenen Herdenimmunität
    verdrängt, einschliesslich der bereits bestehenden
    Kreuzimmunität mit anderen Coronaviren, beides Eckpfeiler
    der immunologischen und virologischen Wissenschaft; und
    6. die Tatsache ignoriert, dass Covid die Seuche war, die es
    nie gab, weil sie bereits seit September/Oktober 2019
    global zirkulierte, mit freundlicher Genehmigung des
    riesigen internationalen chinesischen Tourismus, ohne dass
    jemand etwas statistisch Ungewöhnliches in der
    Gesamtsterblichkeit bemerkte, bis Politiker im März 2020
    eine Panik auslösten.

    Ausgehend von diesem Versagen, die Daten und die grundlegenden Wissenschaft zu verstehen, war es für die Linke ein logischer Schachzug, sich der politischen Panik anzuschliessen, indem sie die unverhältnismässige und schädliche staatliche Reaktion der wirtschaftlichen Abschottung befürwortete.

    Die Linke tut dies unter dem altehrwürdigen und politisch einprägsamen Slogan «Leben statt Profit». Aber es ist nur ein auswendig gelerntes Dogma, weil es versucht, die Knacknuss eines grösstenteils banalen Virus mit dem Vorschlaghammer einer tiefen wirtschaftlichen Schwächung zu zerschlagen, die zu massiven Arbeitsplatzverlusten und einem Rückgang des Lebensstandards der Arbeiterklasse führt. Sie lässt sich bedenkenlos auf ein gigantisches Schneeballsystem von horrenden Staatsschulden und Defiziten ein, die gezwungenermassen durch Sparmassnahmen, Steuererhöhungen und entgangene Opportunitätskosten bezahlt werden, die, wie immer, am stärksten auf die gegenwärtige und zukünftige Arbeiterklasse fallen werden.
    Pseudowissenschaft des ‹New Normal›

    Der Lockdown ist das zentrale Dogma der Pseudowissenschaft des «social distancing», eine Voodoo-Religion mit einer Vielzahl von ineffektiven, abergläubischen, placebo-artigen, demonstrativen «New Normal»-Ritualen, denen sich die Linke kritiklos angeschlossen hat: Schulschliessungen, Quarantäne von Gesunden, Plexiglas-Abschirmungen, Masken, Abstandsregeln, testen-testen-testen, Tracing, Ellbogenstösse, zwangshafter Gebrauch von Desinfektionsmitteln, ständige öffentliche Sicherheitsdurchsagen nach nordkoreanischem Vorbild, «hier warten, da nicht sitzen»-Aufkleber, Viren-Polizisten, Halleluja-Impfstoffe, Immunitätspässe, Einschränkungen öffentlicher Versammlungen, Ausgangssperren, Reisebeschränkungen, Grenzschliessungen ….
    Dieses sinnlose politische und kulturelle Theater basiert auf einer übertriebenen Angst vor einem nicht sonderlich tödlichen Virus. Indem sie auch nichtssagende Slogans recykliert – «die Kurve abflachen», «das Richtige tun», «Leben retten», «die Ausbreitung verlangsamen», «gesund bleiben» – hat die von Covid entstellte Linke das kritische Denken zugunsten simpler Werbetexte aufgegeben.

    Ganzer Beitrag (englisch):

    The Virus, Lockdown and the Left
    Phil Shannon (Australia)

    https://leftlockdownsceptics.com/f/the-virus-lockdown-and-the-left

    Und noch das hier:

    Streit um den Impfpass: Droht jetzt die totale Kontrolle?

    https://www.servustv.com/videos/aa-25tgf2wzs1w12/

  45. 45 Kehrer 06. März 2021 um 21:05 Uhr

    Gestern bei „corona nachgehakt“ Wurde Lisa Federle interviewt.
    Leider hab ich das Online nicht gefunden, kommt aber auf Phoenix noch ein paar mal. Das Schöne ist, das die Frau eine ehrliche Haut ist und kein Blatt vor den Mund nimmt. Dadurch, dass sie Notärztin ist, weiß sie wie man eine pragmatische Entscheidung fällt, weil man das als Notarzt ständig tun muss.

    Die große Preisfrage war ja, warum wird nicht schon viel länger mit Schnelltests gearbeitet, obwohl es sie gab. Die einfache Antwort ist, weil sie politisch nicht gewollt waren.
    Die Argumente sind ungefähr die, die Karl Lauterbach geäußert hat: die Politik verliert die Kontrolle über die Zahlen, wenn sich jeder selbst testet. Jedenfalls wurde das von der Politik abgeblockt. Das hat auch Scholz bei Lanz bestätigt, dass die Schnelltests in früheren MP-Konferenzen nicht gewollt wurden.

  46. 46 Neoprene 06. März 2021 um 21:49 Uhr

    „die Politik verliert die Kontrolle über die Zahlen, wenn sich jeder selbst testet.“
    Das wird schon so sein, und es wird auch stimmen, daß den Politikern die Kontrolle über die Zahlen wichtiger war als die Kontrolle über die Epidemie. Aber warum? Das ist ja völlig Plem-Plem. Das macht doch nur Sinn, wenn der Politik eigentlich egal war, wie sich die Epidemie ausbreitet. Aber stimmt das denn nun?

  47. 47 Kehrer 07. März 2021 um 3:21 Uhr

    Na so ganz blick ich auch noch nicht dahinter. Meine Entgegnung wäre erstmal, dass die Zahlen für die Epidemie genommen werden. Und das haben sie ja selbst propagiert wie das Pdf aus dem BMI beweist, wo davon geredet wird, dass man weg von der Fallsterblichkeit muss, weil das zu wenig Angst macht. Also wollten sie mit hohen Zahlen Angst machen, weil ohne Angst wird die Pandemie nicht ernst genommen in der Bevölkerung und dann kann man sie nicht unter Kontrolle halten. Also eine etwas merkwürdige Art mit Angstzahlen die Pandemie bzw. die Bevölkerung in der Pandemie zu kontrollieren. Das ist halt eine verkehrte Theorie der Pandemieeindämmung, wenn man denkt mit Angst die Bevölkerung und darüber die Ausbreitung des Virus kontrollieren zu können. Um die Zahlen hoch zu halten, mit denen man den Lockdown plausibel machen will, wird dann ein anderes Mittel der Infektion Herr zu werden nicht eingesetzt. Das fliegt dann in dem Moment auf, wo der Druck aus der Gesellschaft eine Beendigung des Lockdowns fordert. Wenn der Lockdown schrittweise fällt braucht es auch keine Zahlen als Rechtfertigung des Lockdowns mehr.

  48. 48 Leser 07. März 2021 um 6:54 Uhr

    soeben gelesen:

    Signale der Normalisierung des bürgerlichen Getriebes aussenden in einer Seuchenlage, die neulich noch für mehr oder weniger rigide Restriktionen hergenommen wurde

    Ohne den Stufenplan hier näher auszubreiten, der im Übrigen die Zumutung bereithält, ständig hinterher zu sein danach, welche öffnende oder wieder beschränkende Regelung in welcher Weise tagesaktuell gilt, kann man dazu festhalten:

    Die gewendete seuchenpolitische Strategie heißt: statt „pauschales Schließen“ mit enger Orientierung an Inzidenzwert von 35 perspektivisch Umstellen auf Normalisierung des nationalen und bürgerlichen Lebens. Mit Inzidenzmarkierungen mit Werten von 50 und 100 und in Abhängigkeit von deren Über- oder Unterschreitungen in bestimmter Zeitspanne wird definiert, welche Lockerungen mit Tests oder ohne Tests möglich wären oder aber wieder zurückgenommen werden. Allen Ernstes wird einer Teststrategie der Unsinn zugesprochen, die Virusausbreitung im Zaum zu halten, die der Sache nach nichts als Aufdeckung von Infektionen ist, deren laufendes Stattfinden also unterstellt ist: es ist das Zwiespältige, dem Risiko weiterer/zunehmender Gefährdungen durch eine Seuche Raum zu geben und zugleich mit einem Überwachungswerkzeug die Befallenen herauszufiltern, die mit Abkommandierung in Quarantäne kein weiteres Unheil anrichten könnten. Aber es entspricht der seuchenpolitischen Logik der bürgerlichen Hoheit, abzuwägen, welcher Gefährdungsgrad in Sachen Volksgesundheit mit welcher Betriebsstufe des nationalen und geschäftlichen Standortes zu vereinbaren ginge: einen Königsweg zwischen politisch hinnehmbaren Corona-Fallzahlen und Aufleben der nationalen und kapitalistischen Geschäftigkeiten zu gehen, davon zeugt der berühmte Stufenplan für Öffnungen und ggf. deren Rücknahme. Inmitten weiter grassierender Pandemie wird das Experiment auf den Weg gebracht, angesichts noch begrenzter Verimpfung mittels deren Ausbau und betonend des Testens die Infektionslage in staatlich akzeptable Grenze zu halten. Es ist der Spagat, mit den schrittweisen Öffnungen das Infektionstreibende derselben in Rechnung zu stellen und zugleich dem ein Schnippchen zu schlagen – damit endlich das sukzessiv wieder zu Entfaltung kommt, was Bestimmungszweck bürgerlicher Gemeinwesen ist.

    https://tages-politik.de/Innenpolitik/Seuchenpolitisches_Maerz._2021.html

    vgl.: http://nestormachno.blogsport.de/2021/02/25/allgemeine-neuigkeiten-zum-coronavirus-2021/#comment-42105

  49. 49 Nestor 07. März 2021 um 11:47 Uhr

    @Kehrer

    Ja, das mit den Inzidenzen ist so eine Sache. Ich orientiere mich eben eher an der Letalität, und die ist in Serbien bisher vergleichsweise niedrig.
    Serbien hat sehr scharfe Restriktionen, seit Monaten. Eine andere Frage ist, wer sich daran hält und wie weit das zu kontrollieren geht.

    Die Impferei ist in Serbien jedenfalls ein sehr nach außen orientiertes Politikum. Den Russen sollte signalisiert werden: Wir vertrauen in erster Linie auf euch, deshalb wurde und wird viel Sputnik V eingesetzt.
    Aber eben nicht nur. Dort werden auch alle anderen Impfstoffe eingekauft, soweit ich das erkennen kann, um zu signalisieren, daß man sich politisch alle Optionen offenhalten will.
    Noch dazu soll auch der EU unter die Nase gerieben werden: Wir schaffen es besser als ihr, unsere Bevölkerung mit Impfstoff zu versorgen!

    Außerdem will sich Serbien unter den Nachfolgestaaten Jugoslawiens als derjenige präsentieren, der am besten mit der Pandemie fertig wird und damit Signale aussenden, daß es nach wie vor die einzig legitime Führungsmacht am Balkan ist.

    Alles das muß man mitbedenken, wenn hohe Infektionszahlen gemeldet werden. Da soll vielleicht vor allem die eigene Bevölkerung geschreckt und zum Impfen getrieben werden.

  50. 50 Nestor 07. März 2021 um 12:00 Uhr

    So, wieder einmal ein Update bezüglich der Coronatoten pro Kopf der Bevölkerung:

    0,002004644948003 Tschechien
    0,001943330505451 Belgien
    0,001873921417073 UK
    0,001864632126622 Slowenien
    0,001658899380951 Italien
    0,001631001478484 Montenegro
    0,001601218503388 Portugal
    0,001598746960702 Ungarn
    0,001537441988916 Nordmazedonien
    0,001510348235713 Spanien
    0,001480533728444 Bosnien
    0,001329143389755 Kroatien
    0,001311545192964 Frankreich
    0,001259054751307 Schweden
    0,001170986077071 Polen
    0,001166739658098 Schweiz
    0,001146485406883 Moldawien
    0,001041353887828 Luxemburg
    0,001032967440379 Rumänien

    0,000973928510120 Österreich
    0,000925057724232 Irland
    0,000909314973373 Holland
    0,000863703807918 Deutschland
    0,000852907749666 Kosovo
    0,000674792787551 Ukraine
    0,000641146804057 Serbien
    0,000621197449436 Griechenland
    0,000591113298760 Rußland

    0,001584472727273 USA
    0,001485721003135 Mexiko
    0,001455569230769 Peru
    0,001406428571429 Panama

    0,001240452429733 Brasilien
    0,001198807157058 Kolumbien
    0,001175590200445 Argentinien
    0,001101473684211 Chile
    0,001025130434783 Bolivien
    0,000919367816092 Ecuador

    0,000848104779500 Südafrika

    Zuwachsraten:
    Tschechien + 0,000226738739253
    Montenegro + 0,000180530698
    Ungarn + 0,000150877330179

    Spanien + 0,00008571053203
    Brasilien + 0,000085127977568
    Mexiko + 0,000083173981191
    USA + 0,000072875166297

    UK + 0,000065446887999
    Portugal + 0,000064588760448
    Irland + 0,00006216051904

    TOP 10
    0,002004644948003 Tschechien
    0,001943330505451 Belgien
    0,001873921417073 UK
    0,001864632126622 Slowenien
    0,001658899380951 Italien
    0,001631001478484 Montenegro
    0,001601218503388 Portugal
    0,001598746960702 Ungarn
    0,001584472727273 USA
    0,001537441988916 Nordmazedonien

  51. 51 Nestor 07. März 2021 um 12:10 Uhr

    Das allgemeine Panorama ist beruhigend, die Zuwachsraten gehen zurück.

    Eine Ausnahme stellen die 3 ehemals sozialistischen Staaten Tschechien, Ungarn und Polen dar. Auch Slowenien kann man noch mitnehmen.
    In ersteren beiden Staaten sind extrem unternehmensfreundliche Regierungen an der Macht und das äußert sich am Arbeitsrecht, sodaß es zwar sehr strikte Ausgangsbeschränkungen und sonstige Einschränkungen gibt, aber am Arbeitsplatz muß unbedingt angetanzt werden. Dort scheinen dann auch die Ansteckungen zu verbreiten.

    In Slowenien ist die Lage ähnlich.

    In Montenegro scheint es der Regierung ziemlich wurscht zu sein, wie sich das Coronavirus unter der Bevölkerung verbreitet.
    Derweil macht Serbien Werbung, daß sich montenegrinische Bürger in Serbien impfen lassen können, was auch von manchen Bürgern Montenegros angenommen wird. Siehe oben => Führungsmacht …

    Was bemerkenswert ist, ist die Entwicklung in Portugal: Dort waren die Todeszahlen im Jänner besonders hoch, auch die Ansteckungen gingen in die Höhe, die Spitäler gingen über, Panikstimmung herrschte, Intensiv-Patienten wurden ausgeflogen – inzwischen herrscht mehr oder weniger business as usual, wie man dieser offiziellen Seite des portugiesischen Gesundheitssystems entnehmen kann:
    https://covid19.min-saude.pt/ponto-de-situacao-atual-em-portugal/

    Man hat den Eindruck, daß an dem Konzept der Herdenimmunität doch was dran sein könnte.

  52. 52 Neoprene 07. März 2021 um 13:22 Uhr

    Ich vermisse Zahlen über den Stand in der Slowakei. Da gab es doch vor einer Weile groß Meldungen über massive Testungen, denen dann keine witeren positiven Meldungen folgte.
    „Aktuell ist das Land europäischer Spitzenreiter bei der Anzahl der Corona-Toten je eine Million Einwohner und beim Anteil von Corona-Patienten in Krankenhäusern. Bei der Infektionsrate belegt die Slowakei nach Tschechien und Estland aktuell den dritten Platz in Europa.“
    https://www.dw.com/de/slowakei-chaos-in-der-corona-katastrophe/a-56714937

  53. 53 Phineas 07. März 2021 um 15:00 Uhr

    Norbert Häring zu den Schnelltests:

    „Mit Schnelltests droht die deutsche Corona-Politik vollends in den Wahnsinn abzugleiten

    Schnelltests sollen es nun bringen, hat die Runde der Ministerpräsidentinnen mit der Kanzlerin beschlossen. Die Zwangsschließungen von Einrichtungen und Kontaktverbote sollen nach und nach gelockert werden und zwar abhängig ausschließlich von den Inzidenzzahlen, also den positiv Getesteten pro Woche je 100.000 Einwohner – und zwar unabhängig davon, wie viel und wie getestet wird.

    Dass das völlig unsachgemäß ist, ist seit vielen Monaten bekannt und diskutiert. Denn die Anzahl der Tests beeinflusst stark die Inzidenz. Testet man mehr, findet man mehr, auch wenn sich am Infektionsgeschehen nichts geändert hat.

    Jetzt steigert man die bisherige Verrücktheit der Inzidenzanbetung noch, indem man alles von diesen manipulierbaren oder zumindest für sich allein wenig aussagekräftigen Inzidenzwerten abhängig macht und gleichzeitig eine massive Ausweitung des Testens beschließt. Es ist im Vorhinein nicht abschätzbar, welche Wirkung letzteres auf die Inzidenz haben wird. Trotzdem werden Entscheidungen, die über die wirtschaftliche Existenz vieler Menschen bestimmen, quasi-automatisch davon abhängig gemacht.

    Nichts gegen das Testen an sich, wenn es vernünftig gemacht und interpretiert wird, und die richtigen Maßnahmen darauf aufsetzen. Aber die Kombination aus Testausweitung und Politikausrichtung an Inzidenzen, unabhängig von der Testanzahl, ist so verrückt, dass es mir immer schwerer fällt, an schiere Inkompetenz zu glauben.

    …“

    Ganzer Beitrag:

    https://norberthaering.de/news/schnelltests/

    Und noch das hier:
    Die Regierungen bewegen sich schrittweise zu einer zero-covid-Strategie mit dauerhaften Einschränkungen, wie von der WHO vorgeschlagen

    Die Bevölkerung soll mit schrittweisen Verschärfungen an eine neue Normalität gewöhnt werden. Eine der erstaunlichen Erkenntnisse dieser Pandemie ist die Uniformität der politischen Entscheidungen. Die Regierungen entscheiden ähnlich, obwohl die nationalen Unterschiede bei den «Fällen», den Hospitalisationen und den Todesfällen sehr unterschiedlich sind, von der Kultur des Zusammenlebens ganz zu schweigen, die für die Ausbreitung eines Krankheitserregers entscheidend ist. Im Moment werden in vielen Ländern die «Lockerungen» abgeschwächt oder hinausgezögert, obwohl alle entscheidenden Pandemie-Werte seit Wochen im Rückgang sind. Wie das begründet wird, zeigt das Beispiel aus England, wo Boris Johnson mit dem eingängigen Slogan «data not dates» (Daten nicht Termine) Vertrauen in sein Pandemiemanagement schaffen wollte. Wenn die «Daten» eine Verlängerung des Lockdowns nicht hergeben, werden einfach die Kriterien der Lockerung geändert, wie das Beispiel von Schottland zeigt…

    Ganzer Beitrag:

    https://corona-transition.org/die-regierungen-bewegen-sich-schrittweise-zu-einer-zero-covid-strategie-mit

  54. 54 Neoprene 07. März 2021 um 15:32 Uhr

    Schlußwort aus dem Artikel von Norbert Häring:
    „Ceterum censeo (außerdem meine ich): Dass weiterhin keine nennenswerten spezifischen Maßnahmen zum Schutz der besonders anfälligen Bevölkerungsgruppen getroffen werden, und dass fast nichts getan wird, mehr Pflegepersonal in die Krankenhäuser und Altenheime zu bringen, ist unverzeihlich. All das wäre mit kleinen Bruchteilen der Lockdown-Kosten machbar. Wahnsinn ist natürlich auch die primitive Ausrichtung des Lockdowns an Branchen, anstatt danach, wie sich Anforderungen an Hygienekonzepte umsetzen lassen, oder eben nicht.“
    Wieso wieder mal die Mehrheit der gefährdeten alten Menschen, die *nicht* in Pflegeeinrichtungen und Altersheimen, sondern „zuhause“ leben, gar nicht erwähnt werden, stößt mir unangenehm auf.

  55. 55 Leser 07. März 2021 um 15:55 Uhr

    Georg Schuster: Betrifft – Linke Antworten auf Corona

    Ein gemeinsame Position der Linken zur Corona-Krise anzumahnen ist nicht das Gleiche, wie erst einmal die Sachlage angemessen zu beurteilen. Eine kurze Bestandsaufnahme

    Die Stimmung in der Bevölkerung zeigt sich inmitten der Corona-Krise zumindest zweigeteilt. Zu Beginn der Pandemie überwogen die Klagen – noch immer hörbar –, „Vater Staat“ habe zum Schutz der Volksgesundheit ungenügend vorgesorgt und zu wenig unternommen, weil ihm das wirtschaftliche Weiter-so und die „schwarze Null“ wichtiger seien.

    Später und angetrieben durch die Lockdowns werden die Stimmen lauter, die der Regierung die Schädigung der Wirtschaft und der Bürgerrechte vorwerfen, weil sie es mit dem Gesundheitsschutz übertreiben würde. In mancher Brust schlagen sogar beide Seelen, wenn sich zum einen die Sorge um das notwendige Erwerbseinkommen, zum andern die Furcht um das dafür nötige Wohlbefinden bemerkbar machen. … (Forts.):

    https://www.heise.de/tp/features/Betrifft-Linke-Antworten-auf-Corona-5073114.html?seite=all

  56. 56 Kehrer 07. März 2021 um 16:26 Uhr

    Alle Zitate hier von Häring klingen sehr vernünftig.
    Trotzdem noch eine Ergänzung von mir.

    „Dass das völlig unsachgemäß ist, ist seit vielen Monaten bekannt und diskutiert. Denn die Anzahl der Tests beeinflusst stark die Inzidenz. Testet man mehr, findet man mehr, auch wenn sich am Infektionsgeschehen nichts geändert hat.

    Jetzt steigert man die bisherige Verrücktheit der Inzidenzanbetung noch, indem man alles von diesen manipulierbaren oder zumindest für sich allein wenig aussagekräftigen Inzidenzwerten abhängig macht und gleichzeitig eine massive Ausweitung des Testens beschließt. Es ist im Vorhinein nicht abschätzbar, welche Wirkung letzteres auf die Inzidenz haben wird.“

    Eine Einschätzung hat Häring ein Satz weiter ja schon geliefert. „Testet man mehr, findet man mehr,…“ Das hat auch die Frau Federle gesagt. Wenn man mit flächendeckenden Schnelltests die infektiösen rauszieht, geht einerseits kurzfristig die Inzidenz nach oben. (Teilweise ist es so bei Landkreisen mit kleinen Einwohnerzahlen, wenn man einen Cluster findet mit 20 Infizierten z.B. in einer Großfamilie verdoppelt sich die Inzidenz). Weil die Infektiösen die oft keine Symptome haben und gar nichts von ihrem „Glück“ wissen, niemand mehr anstecken, geht aber langfristig das Infektionsgeschehen zurück. Auch das ist ja ein Schwäche des Inzidenzsystems, dass die erkannten ja im Prinzip die guten Infizierten sind, weil sie das Infektionsgeschehen nicht mehr vorantreiben. So wirkt das Testen quasi als entgegenwirkende Ursache dem Fallen der Inzidenz entgegen. Viele Tests treiben die Inzidenz in die Höhe, aber langfristig dämmen sie die Pandemie ein. Jedoch verzögern sie die Aufhebung der Lockdownmaßnahmen, weil z.B. die Notbremse in Kraft tritt, weil der nächste Öffnungsschritt nicht folgen darf, wenn die Inzidenzen nicht fallen sondern steigen. Das Testen koppelt also dämpfend auf den Fall der Inzidenzraten zurück.

    „Aber die Kombination aus Testausweitung und Politikausrichtung an Inzidenzen, unabhängig von der Testanzahl, ist so verrückt, dass es mir immer schwerer fällt, an schiere Inkompetenz zu glauben.“ Ne das ist wirklich Absicht. Die Pandemie soll bedrohlich bleiben.

    Das regelmäßige Testen in Betrieben und Schulen, könnte aber tatsächlich was zur Pandemieeindämmung beitragen. Teststationen auf dem Marktplatz bringen wahrscheinlich nicht so viel im Vergleich und wie der Anspruch auf einen kostenlosen Schnelltest (nicht Selbsttest) für jeden Bürger organisiert werden soll ist ja auch noch völlig unklar.

  57. 57 Kehrer 07. März 2021 um 17:14 Uhr

    Das unreflektierte Gefühl der Betroffenheit verleitet außerdem zum unqualifizierten Mitreden und kriegt im Fall von Corona oft nicht mehr mit, wann und warum es virologische Urteile besser den Experten überlassen sollte.

    Solche Sätze sind so dumm, „dass es mir immer schwerer fällt, an schiere Inkompetenz zu glauben.“ um mit Norbert Häring zu reden. Abgesehen von tautologischen Zirkel, dass gegen unqualifiziertes Mitreden nur qualifiziertes Mitreden von Experten hilft, wird der Betroffenheit gleich der Verdacht der parteilichen Dummheit angehängt. Gilt das dann auch für Arbeiter im Arbeitskampf der schon deshalb verdächtig ist, weil sich Betroffene wehren. Und warum geht der Verdacht nicht Richtung Unternehmertum. Auf der anderen Seite die „Experten“, welche erstens übrigens durchaus verschiedener Ansicht sind. Zweitens oft auch nicht qualifiziert sind bzw. sie sind zwar qualifiziert aber nicht in dem Bereich indem sie sich äußern. Wiehler ist Tierarzt, Karl Lauterbach hat Public Health studiert und wird oft als „Gesundheitsökonom“ bezeichnet. Flapsig ausgedrückt also ein Seuchenwächter.

    Ein Bedarf an Analyse und Aufklärung liegt also vor. Es ist aber fraglich, ob das Spektrum der Linken ihn in der beschriebenen Weise sieht und bedienen will.

    What? Die Linken sollen Pandemieaufklärer spielen? Warum geht diese Aufforderung an die Linken und nicht an den Staat, der buchstäblich n i c h t s für eine wissenschaftliche Beurteilung des Seuchengeschehens tut.

    Hinsichtlich des Gesundheitswesens stellen die Kritiker das „Kaputtsparen“ und die Privatisierungen in einen Zusammenhang zum Pandemie-Verlauf. Daran zeige sich, dass sich die Regierenden um Geschäft und Profite statt ums Wohlergehen der Bürger sorgten.

    Welch abseitige Kritik aber auch. Das muss man offensichtlich nur hinschreiben, inhaltlich kritisieren muss man das nicht.

  58. 58 Leser 07. März 2021 um 17:43 Uhr

    Der Kritik an dem Satz: „Das unreflektierte Gefühl der Betroffenheit verleitet außerdem zum unqualifizierten Mitreden und kriegt im Fall von Corona oft nicht mehr mit, wann und warum es virologische Urteile besser den Experten überlassen sollte.“ stimme ich zu, – Denn was soll solche Verständnisheischung, hier würde zu etwas „verleitet“ schon auch anderes suggerieren als irgendein falscher Manipulationsgedanke…

    Desungeachtet gilt trotzdem, dass nicht jegliche Kämpfe aus Betroffenheit, und seien es die von Proleten, meine Unterstützung haben.

    Und, um das Krimsche Verfahren von Verdrehung der Argumentation mal auf ihn selbst anzuwenden: „Gilt das dann auch für Arbeiter im Arbeitskampf, der schon deshalb verdächtig ist, weil sich Betroffene wehren.“ Nein, wer sich wehrt, kann nach Krim nicht verkehrt liegen. Das Sich-Wehren besteht hier übrigens anscheinend darin, per Autocorsos nach mehr Freiheit zu hupen. Und nichts anderes zu wollen als den möglichst umstandslosen Fortgang hiesiger Geschäfte. (Das möchte ich jeglichen „Arbeitern in (jeglichem) Arbeitskampf“ übrigens so unbesehen nicht unterstellen.)

  59. 59 Neoprene 07. März 2021 um 22:14 Uhr

    Schon drei Wochen her:
    „In einer Region Schwedens südwestlich von Stockholm wurden die Impfungen mit der AstraZeneca-Vakzine gegen COVID-19 Ende vergangener Woche vorübergehend ausgesetzt. Mehr Geimpfte als erwartet hatten im Anschluss an die Impfung angegeben, Fieber zu haben. Der Stopp wurde nach Angaben der Region ergriffen, um die Häufung zu prüfen.

    Generell ist Fieber eine gewöhnliche Nebenwirkung von Impfungen. Allerdings waren am Donnerstag rund 400 Impfdosen an Mitarbeiter:innen zweier schwedischer Krankenhäuser in Nyköping und Katrineholm verabreicht worden. Und am Folgetag hatten etwa 100 Personen angegeben, Nebenwirkungen zu haben, wie der schwedische Sender SVT berichtete.

    Auch in Deutschland, im Klinikum Emden, hatten sich zuletzt rund 30 Angestellte nach ihrer ersten Corona-Impfung mit dem Mittel des britisch-schwedischen Unternehmens unter Verweis auf Nebenwirkungen krankgemeldet. Die Angestellten hatten unter anderem Kopfschmerzen, Müdigkeit und Fieber als Begründung angegeben. Insgesamt seien am Freitag und Samstag 194 Mitarbeiter:innen mit der Vakzine von AstraZeneca geimpft worden, das berichtete die „Neue Westfälische“. Sie schrieb auch, dass im Kreis Minden-Lübbecke es in der vergangenen Woche zu einem ähnlichen Fall im Rettungsdienst gekommen war. “
    https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2021/02/16/schwedische-region-nach-impfstopp-keine-anzeichen-fuer-probleme

  60. 60 Kehrer 07. März 2021 um 22:22 Uhr

    „Desungeachtet gilt trotzdem, dass nicht jegliche Kämpfe aus Betroffenheit, und seien es die von Proleten, meine Unterstützung haben.“ Kommt halt drauf an, ob der Betroffene sein verletztes Interesse zur Richtschnur seines Denkens macht oder nicht. Es stimmt schon, dass in Lockdownzeiten, diese Art des Denkens nicht selten ist. Andererseits gibt es halt auch Millionen Betroffene, die sich ihre Schädigung nicht ausgesucht haben. Da kritisiere ich doch erst den Zweck des Lockdowns und zweitens dann, diejenigen die die Fortführung der kapitalistischen Normalität so toll finden.

    „Das Sich-Wehren besteht hier übrigens anscheinend darin, per Autocorsos nach mehr Freiheit zu hupen.“ Statt was? Leser hat auch keinen Generalstreik oder eine Revolution organisiert.

  61. 61 Kehrer 08. März 2021 um 10:03 Uhr

    Haseloff am gestrigen Sonntag bei Anne Will:

    Haseloff: Trotzdem wissen wir, dass der öffentliche Bereich über den wir jetzt reden, Schulen, Kitas, dass das der kleinere Teil unseres gesellschaftlichen Lebens und der Volkswirtschaft ist und deswegen wären auch die Verhandlung mit der Wirtschaft in der letzen Woche so wichtig gewesen, dass es da ne Verbindlichkeit gibt, was in den großen Teil der Kontaktdichten in der Gesellschaft… Will: Aber warum ist der Termin dan eigentlich abgesagt worden. Haseloff: Das ist mir auch nicht mitgeteilt worden. Da ist angekündigt gewesen für Freitag abend, angeblich weil die Wirtschaft in Anführungsstrichen nicht bereit war sich in die Pflicht nehmen zu lassen und das als allgemeines Angebot bzw. als Apell verstanden sehen wollte. Und da sage ich ihnen ganz klar, wenn sie sich die Inzidenzen ankucken, wo die herkommen, dann wissen sie, der private Bereich ist das. Das haben wir einschließlich Kitas, Schulen usw. usf. strategisch ja auf dem Schirm und das wird auch abgearbeitet. Aber die überwiegenden Kontakte finden im wirtschaftlichen Bereich in den Unternehmen statt und wenn wir dort nicht eine Verbindlichkeit hineinbekommen, dann werden wir noch viele, viele Monate immer wieder zurückgeworfen werden egal was wir ausgetrocknet haben in dem öffentlichen Bereich.

    Heißt also ganze Bereiche der Volkswirtschaft werden kaputtgemacht, weil die Politik es nicht gebacken kriegt, den Unternehmen die weiterlaufen verbindliche Vorschriften zu machen, was das Testen angeht.

    https://www.ardmediathek.de/ard/video/anne-will/lockern-auf-probe-wohin-fuehrt-der-strategiewechsel-in-der-pandemiepolitik/das-erste/Y3JpZDovL25kci5kZS82YzZlOGZlNi1jYjliLTQ3OGMtODk4YS0zODBlOGFiZTM3YzI/

    https://www.businessinsider.de/politik/deutschland/arbeitgeber-sollen-ihre-mitarbeiter-einmal-pro-woche-auf-corona-testen-die-details-soll-jetzt-das-kanzleramt-klaeren/

  62. 62 Neoprene 08. März 2021 um 10:37 Uhr

    „Heißt also ganze Bereiche der Volkswirtschaft werden kaputtgemacht, weil die Politik es nicht gebacken kriegt, den Unternehmen die weiterlaufen verbindliche Vorschriften zu machen, was das Testen angeht.“

    Das trifft es nicht: Es wird schon eine recht bewußte wenn auch zynische Kalkulation sein, daß für das Weiterlaufen des „Kerns“ der Wirtschaft eben der „Rand“ die Zeche zahlen muß. Geht eben nicht anders, wenn es um Daimler und BMW geht. Die sind halt „systemrelevant“. Kitas und Stand-up-Comedians eben nun wirklich nicht.

  63. 63 Nestor 08. März 2021 um 12:54 Uhr

    @Neoprene

    sei Dank, die nötige Lücke in meiner Statistik habe ich sofort geschlossen:

    0,001435724136491 Slowakei (8.3.)

    Sie liegt auf Platz 12 in Europa und kommt somit nicht in die TOP 10.
    Generell gilt meiner Ansicht nach, daß ich dort wie in anderen postsozialistischen Staaten die Führung als verläßlicher Sklaventreiber präsentieren will und deswegen zur Verhinderung einer Infektion am Arbeitsplatz praktisch nichts gemacht wurde.

    Aufgrund der arbeitsrechtlichen Situation gehen die Leute eben krank arbeiten.

    Ich nehme an, die Massentests wurden abgeblasen, weil sich schnell herausstellte, daß die zur Eindämmung der Pandemie nix bringen und nur Geld kosten.

    Es kommt noch hinzu, daß jede Menge slowakisches Pflegepersonal in Österreich und anderen EU-Staaten arbeitet und natürlich zu Hause fehlt, so daß eine Überlastung des Gesundheitswesens auch bei leichtem Anstieg der Krankenhaus- und Intensiv-Patienten vorprogrammiert ist.

  64. 64 Kehrer 08. März 2021 um 13:22 Uhr

    „Es wird schon eine recht bewußte wenn auch zynische Kalkulation sein, daß für das Weiterlaufen des „Kerns“ der Wirtschaft eben der „Rand“ die Zeche zahlen muß.“
    Nein. Das war nicht die Aussage von Haseloff. Es ging darum, dass die Wirtschaft die weiterläuft nicht testen will. Verstehst du, da ist die von dir genannte zynische Abwägung schon Grundlage. Das ist jetzt sozusagen schon die Zynismusebene 2.0.

    Wenn man „der Wirtschaft“ das durchgehen lässt, dass sie das Testen ablehnt, dann ist das die Auskunft, dass es wichtiger ist „die Wirtschaft“ nicht mit Tests zu behelligen als die Gastronomie und Kultur wieder zu öffnen oder alternativ die Zahlen schneller zu senken. Da steht dann nicht mehr die Konkurrenzfähigkeit der deutschen Kernwirtschaft in Frage, sondern nur die Bequemlichkeit der Kernwirtschaft, die sich nicht herablassen will Tests durchzuführen. Also wird für die Bequemlichkeit der Kernwirtschaft, die Gastronomie und Kultur geopfert und das ist nun wirklich Zynismus im Quadrat.

    Aber das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. So durchgeknallt sich das von „der Wirtschaft“ gefallen zu lassen, kann selbst die deutsche Regierung nicht sein.

  65. 65 Nestor 08. März 2021 um 13:25 Uhr

    Zu den Tests überhaupt: Es wäre viel zielführender, in Betrieben und Schulen regelmäßig Tests zu machen und dann alles wieder aufzusperren.
    Dazu noch freiwillige Tests, wenn jemand Besuche bei Risikopatienten machen, zur Fußpflege usw. gehen will.

    Ich nehme an, die Betriebe wollten das von sich aus nicht, weil dann zu viele Angestellte womöglich ausgefallen wären.
    Ich erinnere mich, im Frühjahr mußte bei uns das Bundesheer ausrücken, weil bei einer wichtigen Post-Verteilerzentrale in Niederösterreich die ganze Belegschaft mit Corona flach lag.
    Die Lage war dort deswegen so eskaliert, weil nach den ersten Hatschis! und Hustern und Krankenständen der sehr schlaue Leiter des Verzeilerzentrums gesagt hat: Wenn wir jetzt anfangen zu testen, sperren sie uns den Betrieb zu! – und flott weiterarbeiten ließ.
    Bis sich die Paketberge im Regen stapelten und die Misere nicht mehr verbergen ließ.

    Stattdessen machen die Betriebe Druck auf ihr Personal, sich möglichst bald impfen zu lassen. Meine Nachbarin, die in einer Pflegeinstitution arbeitet, wurde aufgefordert, sich eben regelmäßig testen zu lassen, wenn sie sich nicht impfen lassen will – in ihrer Freizeit, selbstverständlich. Die Institution selber bietet die Tests nicht mehr an, seit es die Impf-Option gibt.

    Bis jetzt wird also deshalb – auch bei uns – lieber mit Schnelltests an jeder Straßenecke gearbeitet und die Lockdowns verlängert, obwohl die Krankenhaus-Situation völlig entspannt ist und nirgends irgendwelche Staus gemeldet werden.
    Mein derzeitiger Eindruck ist, daß durch die unmotivierten Lockdowns die Bevölkerung zum Impfen genötigt werden soll.

    Derzeit ist wieder einmal eine Krankenschwester in Oberösterreich nach einer Impfung an multiplem Organversagen gestorben. Dank der sozialen Medien ließ es sich nicht ganz verheimlichen.

  66. 66 Nestor 08. März 2021 um 13:46 Uhr

    Eine weitere Folge der Corona-Lockdowns ist, daß die meisten Sanatorien und Rehab-Zentren in Österreich derzeit geschlossen sind, weil die Krankenkassen niemandem eine Rehab verschreiben.

    Diese Rehabs sind bzw. waren ja nicht für Jux und Tollerei, und ihre Verschiebung ins Unendliche, teilweise seit einem Jahr, wird natürlich auch zur Übersterblichkeit beitragen, was dann wieder als Beweis für die Gefährlichkeit des Corona-Virus ins Feld geführt werden wird!

  67. 67 Kehrer 08. März 2021 um 14:22 Uhr

    Es wäre viel zielführender, in Betrieben und Schulen regelmäßig Tests zu machen und dann alles wieder aufzusperren. Dazu noch freiwillige Tests, wenn jemand Besuche bei Risikopatienten machen, zur Fußpflege usw. gehen will.

    Genau das ist der Inhalt der letzten Ministerpräsidentenkonferenz, bloß dass eben schrittweise wieder aufgesperrt werden soll abhängig von der Inzidenz.

    „Wenn wir jetzt anfangen zu testen, sperren sie uns den Betrieb zu! – und flott weiterarbeiten ließ.“

    So ähnlich wie bei Tönnies. Das ist aber dumm und asozial. 1. weil der Betrieb wird doch geschlossen 2. weil das Virus verbreitet sich auch draußen.

    Um das nochmal zu sagen: Die Politik hat ganz klar beschlossen die Betriebe sollen (endlich) Antigentests machen, aber „die Wirtschaft“ weigert sich bisher. Das ist ein Skandal. Aber wo bleiben die Artikel in den Medien, die Druck machen?

    „Mein derzeitiger Eindruck ist, daß durch die unmotivierten Lockdowns die Bevölkerung zum Impfen genötigt werden soll.“

    Das denke ich auch. Es soll ein Sachzwang zum Impfen aufrechterhalten werden. 1. Muonkels 2. Lockdown 3. Der Impfpass von dem die WHO übrigens abrät gehört auch dazu.

  68. 68 Neoprene 08. März 2021 um 16:47 Uhr

    „Nein. Das war nicht die Aussage von Haseloff.“
    Ja, natürlich nicht. *Ich* sage, daß es recht unverblümt die harte Line der Bundespolitik ist, die Exportindustrien zu „schützen“, koste es den Rest der Wirtschaft und Gesellschaft was es wolle. Und dann ist es folgerichtig, deren durchoptimierte und minimierte Belegschaften nicht außer der von den Controllern vorgegeben Kürzungen erratisch noch duch positiv getestete (die, wie wie wissen, ja zu einem großen Teil weder infiziert noch wegen der zum Teil halt doch geringen Viruslast ansteckend sind) weiter zusammenschrumpfen zu lassen. Das Personal eines beliebigen Autowerks kann halt nur ganz begrenzt weitere Kürzungen aushalten ohne das die Produktion merklich darunter leidet, da ist das genauso wie in jedem beliebigen Pflegeheim, wo auch niemand ausfallen darf, wenn die Pflege aufrecht erhalten werden soll.
    Deshalb ist nur folgerichtig, daß auch bei den Industriebetrieben die Testerei erstzmal *nicht* durchgesetzt wird, so wie das in den Heimen auch erst vorgeschrieben wurde, als die Bewohner zu Tausenden gesorben waren.
    Um das nochmal zu sagen, „Die Politik hat ganz klar beschlossen die Betriebe sollen (endlich) Antigentests machen“ ist nur ein weiterer Beleg für die Ankündigungspolitik, die in vielen Fällen die Tagesschau-Zeit, die den Ministern dafür eingeräumt wurde. nicht wert war.

  69. 69 Kehrer 08. März 2021 um 22:28 Uhr

    „Das Personal eines beliebigen Autowerks kann halt nur ganz begrenzt weitere Kürzungen aushalten ohne das die Produktion merklich darunter leidet, da ist das genauso wie in jedem beliebigen Pflegeheim, wo auch niemand ausfallen darf, wenn die Pflege aufrecht erhalten werden soll.“

    Ne Neoprene, das wäre wirklich total durchgeknallt. Das Argument habe ich schon genannt. Wenn man nichts tut, dann steckt sich die ganze Belegschaft an und dann muss der Betrieb ganz sicher schließen. Wenn man die Infektiösen rauszieht muss man den Betrieb nicht sicher schließen, sondern es besteht die Möglichkeit, dass man die Infizierten ersetzen kann. Außerdem kann man den Betrieb wieder aufmachen, wenn die Quarantäne vorbei ist, sollte es ganz schlimm kommen.

    Ich bleibe dabei. Das ist selbst nach kapitalistischer Logik eine Verrücktheit Ansteckungen absichtlich zuzulassen, obwohl es das Instrument gibt sie zu verhindern. Von Standpunkt der Betriebe mag es ja noch plausibel sein, zu denken: Uns wird es schon nicht treffen. Aber vom Standpunkt des ideellen Gesamtkapitalisten ist das nicht hinnehmbar.

    Würde das hingenommen, dann müsste ich mir tatsächlich eine neue Staatstheorie ausdenken. Dann gäbe es keinen ideellen Gesamtkapitalisten mehr.

  70. 70 Nestor 08. März 2021 um 22:38 Uhr

    :-) :D

  71. 71 Neoprene 08. März 2021 um 23:00 Uhr

    „Das ist selbst nach kapitalistischer Logik eine Verrücktheit Ansteckungen absichtlich zuzulassen, obwohl es das Instrument gibt sie zu verhindern.“
    Ich bin mir nicht sicher, ob du und der Vorstand von Siemens und der Bundeswirtschaftsminister wirklich alle die inhaltlich gleiche Vorstellung von kapitalistischer Logik haben.
    Wenn all diese kühlen Strategen auf was anderes kommen als du, bin ich geneigt, denen zumindest „Verrücktheit“ abzusprechen.

  72. 72 Kehrer 09. März 2021 um 9:03 Uhr

    Nicht nur ich komme auf was anderes, Karl Lauterbach hat’s erfunden. Und der ist ja nun auch ein kühler Stratege.

    Wie schon gesagt, dass kühle Strategen (Manager) im Auftrag des Kapitals skrupellose Säcke sind, davon musst du mich nicht überzeugen. Die denken wie Tönnis: Uns wird es schon nicht treffen.

    Aber die Vernunft sagt was anderes. Es hilft nichts, wenn man Covid Patienten schützt und sie das Virus verbreiten lässt, damit sich die ganze Belegschaft anstecken kann. Und auch der Staat muss ein anderes Interesse haben.

    Auch wenn das Testen jetzt wieder staatlich kontrolliert stattfindet und halbherzig, mit Zwangsübermittlung ans RKI.
    Kriegt man nicht in Österreich in den Apotheken kostenlos einen Test in die Hand gedrückt? (Frage an Nestor)

    Hierzulande muss man sich den wieder erstatten lassen.

  73. 73 Kehrer 09. März 2021 um 13:59 Uhr

    https://www.process.vogel.de/bund-und-laender-wollen-eine-testpflicht-fuer-unternehmen-a-1005794/

    Wenn es nach dem Willen der Bundeskanzlerin und der Länder geht, schon ab April. Darauf haben sie sich am Mittwoch geeinigt. Als Teil der nationalen Teststrategie sollen auch Unternehmen ihren „gesamtgesellschaftlichen Beitrag“ leisten. … Allerdings stünden für ihn Aufwand und Nutzen bei einer Testpflicht in den Unternehmen in keinem Verhältnis.

    Erstmal bloß Kosten, wenn man mal von dem Nutzen absieht den Betrieb wegen Durchseuchung nicht schließen zu müssen.

  74. 74 Nestor 09. März 2021 um 16:00 Uhr

    @Kehrer

    Und auch der Staat muss ein anderes Interesse haben.

    Wo steht das?

    Es ist reiner Idealismus, dem Staat nicht nur staatsbürgerliche, sondern auch vermeintlich „marxistische“ Vorstellungen nachzutragen und ihm anzuschaffen, sich gefälligst denen gemäß zu verhalten. Der „ideelle Gesamtkapitalist“ ist eine solche Vorstellung.

    Ob die ganzen Leute kühle Strategen sind, wie Neoprene meint, würde ich auch bezweifeln.
    Im Gegenteil, die Politiker haben alle den Arsch offen, wissen nicht, wie sie ihrer Bevölkerung die nächsten Schritte verklickern können, weshalb generell einmal auf Panikmache gesetzt wird.
    Dazu kommt noch die innerimperialistische Konkurrenz und diejenige zwischen Ländern und Bund, und das neidige Schielen auf Israel als Vorbild und Testgelände.

    Auch Tönnies oder den Poststellen-Leiter in Niederösterreich würde ich nicht unter „kühle Strategen“ einreihen, sondern als Leute, die den Kopf in den Sand stecken und hoffen, daß der Kelch an ihnen vorübergeht.

    Genau aus diesem Grund, weil alle so kopflos handeln, blühen ja auch die Verschwörungstheorien – weil es den Menschen, die als gute Bürger immer glaubten, ihre Politiker sind für sie da, jetzt tröstlich vorkommt, sich hinter den ganzen Knallköpfen eine böse Mastermind vorzustellen, die das alles lenkt.

  75. 75 Nestor 09. März 2021 um 16:05 Uhr

    Noch was, weil mir das auch schon in Debatten am Facebook aufgefallen ist: Das „Kapital“ oder „Der bürgerliche Staat“ sind nicht Gebrauchsanweisungen zur Betrachtung der Welt oder Bibeln, die immer und überall den Zustelldienst darstellen, durch die sozusagen die richtigen Erklärungen ins Haus geliefert werden.

    Da haben sich Leute den Kopf zerbrochen und das in ein Buch hineingeschrieben, aber das entbindet den Konsumenten dieses Schrifttums nicht von der Aufgabe, immer wieder neu nachzudenken, wie sich verschiedene Fakten und Äußerungen in der Ökonomie und Politik erklären lassen.

  76. 76 Neoprene 09. März 2021 um 17:10 Uhr

    „die Politiker haben alle den Arsch offen, wissen nicht, wie sie ihrer Bevölkerung die nächsten Schritte verklickern können, weshalb generell einmal auf Panikmache gesetzt wird.“

    Daß die Politik von Anfang in erster Linie auf Panik gesetzt hat und das immer noch tut, ist offensichtlich. Das bedeutet aber nicht, daß die auch selber immer panisch gewesen wären oder es überhaupt noch sind. Das bezweifele ich mit meiner zugegeben überspitzten Formulierung von den „kühlen Strategen“.
    Man muß sich einfach ganz nüchtern ihre jeweils nächsten Schritte anschauen, um daraus irgendwie abzulesen, was die dabei so antreiben kann. Da war ja die erste, schon Jahre zurückliegende Reaktion, daß eine halbwegs pandemiegerechte Vorbereitung des Gesundheitswesens überhaupt nicht in Frage kommt, weil das sauteuer gekommen wäre. Da waren ja schon ein paar lumpige Millionen Euro für eine Mindestreserve an Masken rausgeschmissenes Geld. Und zwar überall in der EU, nicht nur in Deutschland Wenn die Pandemie kommt, und daß die kommt, war ja an den Fingern einer Hand abzuzählen und haben die Epidemiologen ja zu Recht der Regierung ins Gebetbuch geschrieben, muß halt auf Panikmodus umgestellt werden verbunden mit einem Lockdown von überflüssigen Sachen. Dann wird das schon vorüber gehen, dachten sie sich schon, ehe die Welle überhaupt da gewesen ist.

  77. 77 Kehrer 10. März 2021 um 1:53 Uhr

    Wo steht das?

    Infizierte zu Identifizieren ergibt sich aus dem staatlichen Zweck der Pandemieeindämmung. Wenn die Wirtschaft weiter Gewinne machen soll ist es kontraproduktiv dort nichts gegen Infektionen zu unternehmen. Manche Betriebe machen das deswegen auch freiwillig und zwar genau deswegen, weil ein massiver Ausfall durch Corona den Betrieb als Ganzes in Gefahr bringt.

    Es ist reiner Idealismus, dem Staat nicht nur staatsbürgerliche, sondern auch vermeintlich „marxistische“ Vorstellungen nachzutragen und ihm anzuschaffen, sich gefälligst denen gemäß zu verhalten. Der „ideelle Gesamtkapitalist“ ist eine solche Vorstellung.

    1. ideeller Gesamtkapitalist zu sein ist keine staatsbürgerliche Vorstellung, sondern in der Tat Teil einer marxistischen Staatstheorie 2. festzuhalten, dass sich der Staat nicht dieser Theorie entsprechend verhält ist kein „nachtragen“. 3. nennst du kein einziges Argument 4. ist noch gar nicht wirklich heraus, ob der Staat der Wirtschaft das durchgehen lässt.

    Das „Kapital“ oder „Der bürgerliche Staat“ sind nicht Gebrauchsanweisungen zur Betrachtung der Welt oder Bibeln, die immer und überall den Zustelldienst darstellen, durch die sozusagen die richtigen Erklärungen ins Haus geliefert werden.

    Mal abgesehen davon, dass die Bibel keine wissenschaftliches Werk ist in der Erklärungen stehen, würde ich schon sagen dass im ersten und teilweise auch im zweiten der genannten Werke Erklärungen stehen. Dafür wurden sie ja schließlich verfasst.

    „aber das entbindet den Konsumenten dieses Schrifttums nicht von der Aufgabe, immer wieder neu nachzudenken, wie sich verschiedene Fakten und Äußerungen in der Ökonomie und Politik erklären lassen.“

    Was ich ja wohl tue, wenn ich da einen möglichen Widerspruch zwischen Theorie und Praxis bemerkt habe.

  78. 78 Kehrer 10. März 2021 um 11:26 Uhr

    https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/arbeitsschutz-doch-keine-pflicht-fuer-schnelltests-in-unternehmen/26988152.html?ticket=ST-13319070-gTNcbdOQ9KJkBBoEeLjh-ap3

    Merkel kündigt Überprüfung an
    Die Verbände würden zudem „alles Erdenkliche dafür tun“, dass die Unternehmen diesem Aufruf folgen und damit einen entscheidenden Beitrag zur Ausweitung der Tests in Deutschland leisten“, heißt es in dem gemeinsamen Papier. Außerdem sagen die Verbände zu, die Öffentlichkeit fortlaufend über ihre Aktivitäten und die teilnehmenden Unternehmen zu unterrichten.

    Darauf werde man sehr genau achten und die Regelung im April überprüfen, sagte Kanzlerin Merkel am Dienstag. „Wir werden uns in der Regierung ganz genau angucken, was dabei rausgekommen ist“, betonte sie. Man erwarte, dass die Unternehmen sich „wirklich substanziell“ beteiligten.

    Die Unternehmerverbände sagen jain-doch nicht-vielleicht. Und die Merkel sagt: Wehe dabei kommt nix raus. Hm.

  79. 79 Nestor 10. März 2021 um 11:49 Uhr

    @Neoprene

    Du hast natürlich recht, daß eine Aufpoppung des Gesundheitswesens in den meisten EU-Staaten überhaupt nicht in Frage kommt. Obwohl, in Italien hat Renzi, der an vorderster Front für die Kürzungen im Gesundheitswesen war, gefordert, gerade dort wieder etwas von den vielen Millionen zu investieren, die ihnen von der EU hinübergeschoben wurden.

    Ich gebe dir auch recht, daß die Kalkulation im Frühjahr sicher die war, ein kleiner Lockdown, und nachher wieder durchstarten. Unser Kurz hat sich mitten im Frühjahrs-Lockdown genau so geäußert. Wir müssen da durch, und nachher gibts wieder blühende Gewinn-Landschaften.

    Aber das war eben voriges Jahr.

    Inzwischen kann ich keine „Überlegungen“, die irgendwie als kühl oder rational zu bezeichnen wären, mehr entdecken. Alle klammern sich an die Impfung als rettenden Strohhalm aus dem Sumpf, in den sie die EU hineinmanövriert haben, und das, obwohl jedem „kühlen Strategen“ absehbar sein muß, daß das so nicht hinhauen kann.

  80. 80 Neoprene 10. März 2021 um 12:23 Uhr

    „Alle klammern sich an die Impfung als rettenden Strohhalm aus dem Sumpf, in den sie die EU hineinmanövriert haben, und das, obwohl jedem „kühlen Strategen“ absehbar sein muß, daß das so nicht hinhauen kann.“

    Wenn es keine weitestgehende Durchimpfung der Bevölkerung geben wird, dann wird es sicherlich noch weitere mehr oder weniger schwere Wellen der Pandemie geben. Wenn es überhaupt nur das Impfen als Maßnahme gegen Corona gibt, dann wird es wohl in der Tat erstens noch eine ganze Weile weiter gehen mit den Infektionen und ganz Auslaufen wird das wohl auch nicht so schnell, wenn überhaupt. Ob es weitere Maßnahmen geben wird, ob sich die EU solchen „Luxus“ leisten wird, wird man sehen. Oder eben auch nicht.

  81. 81 Nestor 10. März 2021 um 12:50 Uhr

    Der Herr möge dir deinen Glauben an die Impfung erhalten, damit du ruhig schlafen kannst.
    Während ich über Facebook und private Kontakte die teilweise tödlichen Nebenwirkungen der Impfung mitkriege, ist überhaupt nicht klar, wie lange die Impfung wirkt und ob sie vor Ansteckung schützt. Und ob sie gegen alle Mutationen des Virus schützt.
    Abgesehen davon, daß sich das mit der „Durchimpfung“ so nicht spielen wird, stehen sicher auch noch andere Krankheitserreger in den Startlöchern, also das Coronavirus-19 ist sicher nicht das letzte, was die Natur in der globalisierten Marktwirtschaft im Köcher hat.

  82. 82 Neoprene 10. März 2021 um 13:16 Uhr

    Was heißt schon „Glauben“ an die Impfung?
    Es scheint mir bisher über einige, und wirklich nicht unwesentliche Punkte Einigkeit in der wissenschaftlichen Beurteilung des Impfens gegen SARS-CoV-2 zu geben: Die bisher zugelassenen und massenhaft eingesetzten Vakzine verringern die Wahrscheinlichkeit eines schweren Covid-Verlaufs massiv. Sie verringern deshalb auch die Zahl derer, die an (und mit, wie es ja mittlerweile heißen muß) Covid sterben. Dies gilt ganz unbezweifelt in erster Linie für ältere Menschen, für ganz alte besonders.
    Es ist ebenfalls nicht zu leugnen, wenn auch massiv runtergespielt, daß die Impfungen nicht total harmlos sind, sondern zu sehr häufigen (also bei mehr als einen Viertel der Geimpften) und leider auch zum Teil sehr schwerwiegenden Nebenwirkungen führen. Und ein paar Menschen der Millionen, die bisher geimpft wurden, sind sicherlich auch direkt deshalb sehr schnell gestorben. Wenn man sich also fragt, was einem in dieser Pandemie drohen kann, dann kann man natürlich so oder so sterben. Nur scheint mit statistisch belegbar zu sein, daß das Sterberisiko erheblich niedriger (aber eben auch nicht Null) ist, wenn man sich imfen läßt.
    Für das Weiterlaufen der Pandemie wichtig ist natürlich, wie lange Menschen vor einer Ansteckung oder wiederansteckung geschützt bleiben, nachdem sie ihre zumeist zweistufige Impfung bekommen haben. Da wäre es natürlich am Schönsten, wenn sowas ewig schützen würde, das gibt es ja bei einigen Krankheiten. Hier wohl nicht. Na und, dann hält der Schutz halt nur ein paar Monate, vielleicht ein Jahr. Besser als gar kein Schutz.
    Und natürlich wäre es am Schönsten, wenn Geimpfte das Virus nicht mehr weitergebn könnten. So wie es aussieht, ist das leider eher nicht der Fall. Deshalb wird die Eindämmung der Pandemie durchs Impfen sicher merklich langsamer eingedämmt werden.
    Auch die Hoffnung, daß eine Impfung gegen alle SARS-CoV-2-Varianten schützen möge, ist wohl verflogen. Das heißt aber nicht, daß eine Impfung gar keinen Schutz bringt, sondern nur, daß es mehr oder weniger wirksam ist, je nach Variante und je nach dem eingesetzen Impfstoff.
    Mir schient, du versuchst die Impfungen gegen Corona damit zu blamieren, daß sie nicht perfekt sind. Und weil sie das nicht sind, sollte man diese Epidemie durchlaufen lassen, weil man halt nichts machen kann? Und nicht nur diesmal sondern aus Prinzip, weil die „Natur“ halt immer wieder Pandemien im Köcher hat?

  83. 83 Phineas 10. März 2021 um 14:14 Uhr

    Die europäischen Regierungen wollen die gesamte Bevölkerung gegen das Corona-Virus impfen. Aber was ist mit denen, die bereits immun sind? Macht bei denen eine Impfung überhaupt Sinn? Und wie viele sind bereits immun?

    Ein Gespräch mit dem Arzt und Wissenschaftler Dr.Dr. Christian Fiala über natürliche und künstliche Immunität, unser Kunstwerk Immunsystem und medizinische Vernunft:

    https://odysee.com/@Punkt.PRERADOVIC:f/210309_FIALA:f

  84. 84 Nestor 10. März 2021 um 19:55 Uhr

    @Neoprene

    Die bisher zugelassenen und massenhaft eingesetzten Vakzine verringern die Wahrscheinlichkeit eines schweren Covid-Verlaufs massiv.

    Das wird behauptet, aber meines Erachtens ist es nicht hinreichend bewiesen.
    Es ist übrigens absurd, sich in Zeiten der allgegenwärtigen Impf-Propaganda und der sich täglich widersprechenden Lehrmeinungen verschiedener Kapazitäten auf einen angeblichen „Konsens“ zu berufen.

    Sie verringern deshalb auch die Zahl derer, die an (und mit, wie es ja mittlerweile heißen muß) Covid sterben.

    Erstens geht von der Prämisse oben aus.
    Zwetes ist Unsinn. Die Leute, die „mit“ COVID-19 sterben, sterben an ganz anderen Krankheiten, Herzversagen usw. Aber wenn vorher ein Covid-Test gemacht wurde und der positiv war, so werden sie als Covid-19-Tote gemeldet. Dadurch werden die Todeszahlen in die Höhe getrieben, was dann wieder für die Panikmache verwendet wird.
    Es wurden bei uns in Österreich genaue Vorschriften erlassen, wie in diesem Falle der Totenschein auszustellen ist, also als Covid-Tote, alles natürlich ohne Obduktion. Die Aussteller des Totenscheins werden dabei sozusagen zu falschen Angaben genötigt.

    Mir schient, du versuchst die Impfungen gegen Corona damit zu blamieren, daß sie nicht perfekt sind.

    Nun ja. Die Impfung bietet Schutz gegen was?
    Erkrankung?
    Schwere Erkrankung?
    eigene Ansteckung?
    Ansteckung anderer?
    für wie lange?
    mit welchen Nebenwirkungen?

    Ich wurde seinerzeit als Kind gegen alle möglichen Sachen geimpft, ohne Nebenwirkungen und auf ewig.

    Demgegenüber ist diese jetzige Impfung ein schlechter Witz.
    Das einzige Gemeinsame ist, daß einem ein Jaukerl hineingejagt wird.

  85. 85 Neoprene 10. März 2021 um 20:22 Uhr

    Hier eine der „Behauptungen“ zur Wirksamkeit des Impfens:
    „Erste Beobachtungen aus dem „richtigen Leben“ bescheinigen Impfstoffen gegen Covid-19 eine hohe Wirksamkeit. So bestätigen „Real-Life-Daten“ aus Israel für das mRNA-Vakzin von Biontech/Pfizer die Ergebnisse der klinischen Studien, wonach die Impfung das Risiko, an Covid-19 zu erkranken um mehr als 90 Prozent senkt. Die im „New England Journal of Medicine“ veröffentlichte Studie basiert auf der Analyse der gesammelten Daten von 1,2 Millionen Versicherten einer israelischen Krankenkasse. In Israel, das gerne als „Impfweltmeister“ bezeichnet wird, erhielt bereits ein Drittel der Bevölkerung die zweite Injektion mit dem Vakzin. Das Land hatte sich frühzeitig sehr viele Dosen gesichert und mit dem US-Pharmakonzern Pfizer eine Abmachung über das Weiterleiten von Daten getroffen.

    Für die Beobachtungsstudie wurden die Daten von jeweils knapp 600 000 geimpften und ungeimpften Menschen verglichen. Mit Blick auf Alter und Gesundheitszustand sollen beide Gruppen nahezu identisch zusammengesetzt gewesen sein. Die Auswertung ergab, dass das Vakzin nach der zweiten Impfung das Risiko einer symptomatischen (milden) Covid-19-Erkrankung um 94 Prozent reduzierte, das für einen schweren Verlauf um 92 Prozent. Nach der ersten Dosis stellte sich eine Wirksamkeit von 57 Prozent (symptomatische Erkrankungen) und 62 Prozent (schwere Verläufe) ein. Die Zahl der Klinikaufenthalte soll insgesamt um 87 Prozent gesenkt worden sein.“
    https://www.fr.de/wissen/corona-impfung-coronavirus-impfstoffe-biontech-astrazeneca-covid-19-klinische-studien-israel-90226410.html
    Bezieht sich auf diese Studie:
    „BNT162b2 mRNA Covid-19 Vaccine in a Nationwide Mass Vaccination Setting“
    https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa2101765?query=featured_coronavirus

    Auch hier ähnliche „Behauptungen“:
    „Der AstraZeneca-Impfstoff beugt bei Hochbetagten hochwirksam schweren Verläufen von COVID-19 vor, und zwar schon nach der ersten Dosis. Das bestätigt eine vorläufige Auswertung von Ergebnissen des englischen Impfprogramms, die Public Health England (PHE) vorgelegt hat. Die Agentur des britischen Gesundheitsministeriums entkräftet damit Bedenken, dass der AstraZeneca-Impfstoff (vor allem auch im Alter) weniger wirksam sein könnte als die Vakzine von BioNTech/Pfizer. Vier Wochen nach der ersten Impfdosis reichte die Schutzwirkung gegen symptomatische COVID-19 bei über 70-Jährigen von 57 bis 61 Prozent (BioNTech/Pfizer-Impfstoff) und von 60 bis 73 Prozent (AstraZeneca-Impfstoff). Außerdem legen die Daten nahe, dass bei über 80-Jährigen mit jedem der beiden Impfstoffe bereits nach einer Dosis ein Schutz von über 80 Prozent gegen Hospitalisierungen aufgrund von COVID-19 erzielt wird. Insgesamt nahmen bei den über 70-Jährigen symptomatische SARS-CoV-2-Infektionen ab etwa drei Wochen nach der ersten Dosis ab.“
    https://khub.net/documents/135939561/430986542/Early+effectiveness+of+COVID+vaccines.pdf/ffd7161c-b255-8e88-c2dc-88979fc2cc1b?t=1614617945615

    Auch hier:
    „Schon eine einzige Impfdosis reduziert bei über 80-Jährigen das Risiko für schwere bis tödliche COVID-19-Verläufe um 81 Prozent. Das hat eine vorläufige Analyse von Daten des schottischen Impfprogramms ergeben, berichten Forscher von Public Health Scotland (PHS). Die bisher noch nicht begutachtete Auswertung beruht auf der „Early Pandemic Evaluation and Enhanced Surveillance of COVID-19“ (EAVE II). Das Register mit Daten von 5,4 Millionen Menschen in Schottland zu Impfung, primärer und stationärer Versorgung, PCR-Tests und Mortalität deckt fast die gesamte Bevölkerung des Landes ab. Die erste Impfdosis von Comirnaty® war nach 28 bis 34 Tagen mit einer Reduktion der Erkrankungen um 85 Prozent assoziiert, die erste Dosis des AstraZeneca-Impfstoffs mit 94 Prozent Reduktion. Der kombinierte Effekt des Programms mit beiden Vakzinen ergab bei den über 80-Jährigen einen Schutz von 81 Prozent gegen schwere bis tödliche Verläufe“
    https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=3789264
    Zitiert nach:
    https://www.springermedizin.de/covid-19/infektionserkrankungen-in-der-hausarztpraxis/neue-coronastudien/18126192

  86. 86 Neoprene 10. März 2021 um 20:45 Uhr

    Das hat gerade noch gefehlt:
    „Die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, Britta Ernst, will eine generelle Corona-Impfpflicht nicht ausschließen. In der RTL-Sendung „Deutschland fragt …“ sagte die SPD-Politikerin: „Ich glaube, dass sich sehr, sehr viele Menschen freiwillig impfen lassen, aber wenn wir am Ende des Jahres zu dem Ergebnis kommen, dass die Freiwilligkeit nicht ausreicht, dann wird diese Frage diskutiert werden.“ Auch eine Impfpflicht für Kinder ähnlich wie bei Masern will Ernst nicht ausschließen.“
    https://www.n-tv.de/politik/KMK-Vorsitzende-schliesst-Impfpflicht-nicht-aus-article22415370.html

  87. 87 Phineas 10. März 2021 um 21:33 Uhr

    Die Todesfälle nach Impfung sind in den USA seit Jahresbeginn um das Fünfzigfache gestiegen

    https://corona-transition.org/die-todesfalle-nach-impfung-sind-in-den-usa-seit-jahresbeginn-um-das

    Studie mit einem Medikament gegen “erwartete” schwere Corona-Impfschäden angemeldet

    https://2020news.de/studie-mit-einem-medikament-gegen-erwartete-schwere-corona-impfschaeden/

  88. 88 Kehrer 11. März 2021 um 1:16 Uhr

    „Und natürlich wäre es am Schönsten, wenn Geimpfte das Virus nicht mehr weitergeben könnten. So wie es aussieht, ist das leider eher nicht der Fall.“ Jedenfalls ist es so, dass die Infektiosität reduziert wird. Wenn man durch die Impfung nicht mehr krank wird, heißt das, dass sich das Virus nicht mehr so stark vermehren kann, um Symptome zu verursachen und weniger Virus heißt auch weniger Weitergabe des Virus.
    Außerdem darf man das nicht vom Einzelfall her betrachten. Wenn es dumm läuft und du bist mit jemandem, der wenig Viren ausstößt in einem kleinen Raum über lange Zeit eingesperrt, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass man sich ansteckt. Ob man krank wird, hängt dann davon ab, ob man selbst geimpft ist. Soll heißen die niedrige Viruslast von Geimpften kann durch andere Faktoren wieder zunichte gemacht werden. Vom Einzelfall her betrachtet ist dann eine Ansteckung durchaus möglich, aber für die Masse der Kontakte ergibt sich natürlich eine deutliche Verringerung der Ansteckung, wenn man geimpft ist, was sich im r-Wert ausdrückt und das heißt halt nichts anderes als dass die Pandemie ausklingt.

    „Das wird behauptet, aber meines Erachtens ist es nicht hinreichend bewiesen.“ Doch das ist bewiesen und zwar erst kürzlich durch die sogenannte schottische Studie, die unter anderem dem AstraZeneca einen 94% Schutz vor Hospitalisierung bescheinigt.

    „Die Impfung bietet Schutz gegen was? Erkrankung?“ Die Prozentzahlen, die veröffentlicht werden, geben den Schutz gegen Erkrankung an. Bei Biontech z.B. ca.90%. „Schwere Erkrankung?“ Hängt von der Studie ab. Die schottische Studie sagt, dass gegen schwere Verläufe AstraZeneca sogar besser als Biontech und Moderne schützt. „eigene Ansteckung?“ Wenn Biontech zu 90% gegen Erkrankung schützt, dann kann man sich zu 10% anstecken ohne zu erkranken. „Ansteckung anderer?“ Die Ansteckung anderer wird reduziert. Genaue Werte gibt es aber noch nicht.
    „für wie lange?“ Ist auch noch nicht raus. Die speziellen Antikörper verschwinden schneller, aber die T-Zellen haben ein längeres Gedächtnis. Das Immunsystem ist komplex und hat verschiedene Ebenen der Abwehr, die unterschiedlich auf die Impfung reagieren. „mit welchen Nebenwirkungen?“ AstraZeneca hat mehr Nebenwirkungen, löst allerdings weniger allergische Reaktionen aus. Ich sehe gerade neoprene hat das sehr gut belegt.

  89. 89 Kehrer 11. März 2021 um 1:16 Uhr

    „Und natürlich wäre es am Schönsten, wenn Geimpfte das Virus nicht mehr weitergeben könnten. So wie es aussieht, ist das leider eher nicht der Fall.“

    Jedenfalls ist es so, dass die Infektiosität reduziert wird. Wenn man durch die Impfung nicht mehr krank wird, heißt das, dass sich das Virus nicht mehr so stark vermehren kann, um Symptome zu verursachen und weniger Virus heißt auch weniger Weitergabe des Virus. Außerdem darf man das nicht vom Einzelfall her betrachten. Wenn es dumm läuft und du bist mit jemandem, der wenig Viren ausstößt in einem kleinen Raum über lange Zeit eingesperrt, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass man sich ansteckt. Ob man krank wird, hängt dann davon ab, ob man selbst geimpft ist. Soll heißen die niedrige Viruslast von Geimpften kann durch andere Faktoren wieder zunichte gemacht werden. Vom Einzelfall her betrachtet ist dann eine Ansteckung durchaus möglich, aber für die Masse der Kontakte ergibt sich natürlich eine deutliche Verringerung der Ansteckung, wenn man geimpft ist, was sich im r-Wert ausdrückt und das heißt halt nichts anderes als dass die Pandemie ausklingt.

    „Das wird behauptet, aber meines Erachtens ist es nicht hinreichend bewiesen.“

    Doch das ist bewiesen und zwar erst kürzlich durch die sogenannte schottische Studie, die unter anderem dem AstraZeneca einen 94% Schutz vor Hospitalisierung bescheinigt.

    „Die Impfung bietet Schutz gegen was? Erkrankung?“

    Die Prozentzahlen, die veröffentlicht werden, geben den Schutz gegen Erkrankung an. Bei Biontech z.B. ca.90%.
    -“Schwere Erkrankung?“ Hängt von der Studie ab. Die schottische Studie sagt, dass gegen schwere Verläufe Astra Zeneca sogar besser als Biontech und Moderne schützt.
    -“eigene Ansteckung?“ Wenn Biontech zu 90% gegen Erkrankung schützt, kann man zu 10% erkranken und dann hat man sich auch angesteckt. Wer von den 90% angesteckt wurde aber nicht erkrankt ist m.E. nicht klar.
    „Ansteckung anderer?“ Die Ansteckung anderer wird reduziert. Genaue Werte gibt es aber noch nicht.
    -“für wie lange?“ Ist auch noch nicht raus. Die speziellen Antikörper verschwinden schneller, aber die T-Zellen haben ein längeres Gedächtnis. Das Immunsystem ist komplex und hat verschiedene Ebenen der Abwehr, die unterschiedlich auf die Impfung reagieren.
    -“mit welchen Nebenwirkungen?“ AstraZeneca hat mehr Nebenwirkungen, löst allerdings weniger allergische Reaktionen aus. Ich sehe gerade, neoprene hat detaillierte Belege gebracht.

  90. 90 Neoprene 11. März 2021 um 10:32 Uhr

    Phineas hat mal wieder Horrormeldungen gepostet. In seinem obigen Link wird auch auf eine Studie über Israel hingewiesen:
    http://www.nakim.org/israel-forums/viewtopic.php?t=270812&s=The_uncovering_of_the_vaccination_data_in_Israel__reveals_a_frightening_picture
    Da wird behauptet:
    „Gemäss einer Studie von Hervé Seligmann, senior researcher an der medizinischen Fakultät der Universität Aix-Marseille und von Haim Yativ ist die Wahrscheinlichkeit, nach einer Gen-Impfung von Pfizer/BioNTech zu sterben 40 mal höher als an Covid-19. Dies gilt für über 65-Jährige. Bei Menschen unter 65 Jahren ist das Sterberisiko nach Impfung sogar 260 mal grösser.“
    Das scheint mir schon überschlägig Unfug zu sein: Die Restlebensdauer von über 65jährigen mag 20 Jahre betragen, also 240 Monate. Also sterben in zwei Monaten im Schnitt rund 1% dieser Menschen. Nehmen wir als Grenzwert an, daß durch Corona sich daran nichts groß ändert. Dann müßte nach Seligmann bei 40fachen Sterberisiko ein gutes Drittel der geimpften über 65jährigen mittlerweile gestorben sein. Wohl kaum.

  91. 91 Neoprene 11. März 2021 um 11:06 Uhr

    Viel habe ich nicht gefunden zu Seligmann. Dies immerhin:
    „Indeed, to determine whether the vaccine caused people to die at a faster rate, we could simply compare the incidence of deaths between vaccinated and unvaccinated people in the same age group.
    In fact, such an analysis for the Pfizer-BioNTech COVID-19 vaccine has been done. The Global Advisory Committee on Vaccine Safety (GACVS) reviewed the information and data on deaths in frail, elderly individuals that occurred after receipt of the Pfizer-BioNTech COVID-19 vaccine. The GACVS is “a scientific and clinical advisory body to” the World Health Organization (WHO), which “aims to provide a reliable and independent scientific assessment of vaccine safety issues”. The GACVS is not itself part of the WHO.
    On 22 January 2021, the GACVS subcommittee released the following statement after completing the review:
    “Based on a careful scientific review of the information made available, the subcommittee came to the following conclusions:
    The current reports do not suggest any unexpected or untoward increase in fatalities in frail, elderly individuals or any unusual characteristics of adverse events following administration of BNT162b2. Reports are in line with the expected, all-cause mortality rates and causes of death in the sub-population of frail, elderly individuals, and the available information does not confirm a contributory role for the vaccine in the reported fatal events. In view of this, the committee considers that the benefit-risk balance of BNT162b2 remains favourable in the elderly, and does not suggest any revision, at present, to the recommendations around the safety of this vaccine. …
    In other words, the rate of mortality observed in these elderly populations aren’t higher when compared to an unvaccinated population of the same age group. This suggests that the COVID-19 vaccine was not associated with the deaths, and these deaths occurred by coincidence.“
    https://healthfeedback.org/claimreview/data-from-israel-showed-that-the-pfizer-biontech-vaccine-reduces-the-likelihood-of-dying-from-covid-19-analysis-in-a-forum-post-claiming-the-opposite-is-flawed/

    Andererseits ist es nicht gerade eine Erfolgsmeldung, wenn die Sterberaten bei alten Menschen nach einer Corona-Impfung nicht höher sind als ohne Impfung. Zudem es ja mittlerweile Studie ngibt, die explizit sagen, daß die Sterberaten Geimpfter erheblich niedriger liegen als bei Ungeimpften.

  92. 92 Phineas 11. März 2021 um 13:40 Uhr

    ➤ Dänemark setzt Astrazeneca-Impfungen wegen Blutgerinnseln aus

    12:10 Uhr: Dänemark setzt die Impfungen mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca wegen möglicher Nebenwirkungen vorerst aus. Die dänische Gesundheitsbehörde verwies am Donnerstag auf Berichte über „schwere Fälle der Bildung von Blutgerinnseln“ bei Geimpften. Bisher sei allerdings noch nicht abschließend geklärt, ob es einen Zusammenhang zwischen den Impfungen und den Gerinnungsstörungen gibt.

    Österreich hatte am Montag die Impfungen mit einer bestimmten Charge des Astrazeneca-Impfstoffs gestoppt, nachdem eine 49-jährige Krankenpflegerin wenige Tage nach ihrer Impfung gestorben war. Bei der Frau waren ebenfalls schwere Gerinnungsstörungen aufgetreten.

    Vier andere EU-Länder – Estland, Litauen, Lettland und Luxemburg – stoppten daraufhin ebenfalls die Impfungen mit dieser Charge, die insgesamt rund eine Million Impfdosen umfasste und an 17 europäische Länder verschickt worden war. Dänemark setzte die Impfungen mit dem Astrazeneca-Vakzin nun ganz aus…

    https://web.de/magazine/news/coronavirus/corona-news-live-ticker-daenemark-astrazeneca-impfungen-blutgerinnseln-35613424

  93. 93 Nestor 11. März 2021 um 17:26 Uhr

    Also diese Masken-Geschichte in Österreich ist deswegen interessant, weil sie auf das eigenartige Zusammenspiel von Gesundheitspolitik und Geschäftsinteresse ein bezeichnendes Licht wirft.

    Z.B. auch die Information, daß Österreich zwar auf Masken „Made in Austria“ scharf war, aber erst im Dezember dafür eine eigene Zertifizierungsstelle eingerichtet hat.

    Hygiene Austria-Chef Wieser: Lenzing hat den Kontakt abgebrochen

    Faserhersteller Lenzing hat überraschend seine beiden Geschäftsführer beim Maskenproduzenten Hygiene Austria zurückgezogen. Der verbliebene Geschäftsführer Tino Wieser bemüht sich um Schadensbegrenzung und verteidigt auch sein Vorgehen. Die Qualität der FFP2-Masken sei hervorragend. Mit Kanzler Kurz habe er „nie telefoniert“.

    https://industriemagazin.at/a/hygiene-austria-chef-wieser-lenzing-hat-den-kontakt-abgebrochen

  94. 94 Zum_verreckten_Hund 11. März 2021 um 17:29 Uhr

    Martin Leidenfrost: Zum verreckten Hund

    Letzten Dienstag – so fangen derzeit Abenteuergeschichten an – ging ich in Tschechien auf einen Kaffee. Das Land führt zum dritten Mal in diesem Winter die Infektionstabellen an, Sieben-Tages-Inzidenz über 600, dritter Platz weltweit bei den Corona-Toten, gemessen an der Gesamtbevölkerung.

    Eine Mehrheit misstraut dem „Antiepidemischen System“ (PES) des regierenden Oligarchen Andrej Babiš, fast jeder Zweite würde auch mit Covid-Symptomen die Quarantäne missachten, Ungehorsam grassiert. Einige Lokale haben trotz des Lockdowns geöffnet. PES bedeutet auch „Hund“, darum nennen die Wirte ihre Bewegung, die zu den Wahlen im Herbst antreten will, „Chcípl PES“ (Der Hund ist verreckt).

    Letzten Dienstag – 15.672 Neuinfektionen – fuhr ich ins nächstgelegene Protestcafé, in die Plattenbausiedlung der Grenzstadt Břeclav. Bei laufendem Motor fragte ich zwei Polizisten: „Wo ist hier das Café Katy?“ – „Das wissen wir nicht, mein Herr.“ In Wahrheit beobachtet die Polizei das Café fast durchgehend und kontrolliert die Ausweise von Gästen, die seither auf Strafen warten. „Chcípl PES“ hoffte, die Lockdown-Ausnahme für politische Tätigkeit würde das Café schützen – das Gegenteil war der Fall. Nun gehen nur noch wenige Mutige ins Café Katy, Rentner sind nicht darunter.

    Katy und ihr Mann Jiří Hanuš trugen enge, schwarze, muskelbetonende Kleidung. Jiří, der nebenan in Österreich als Klempner arbeitet, kam von der Arbeit. Sie hatten hier Eis und Wein verkauft, kurz vor Corona wurde der Umbau zum Café fertig, verdienen konnten sie nur von Juni bis Oktober. Vom Staat bekamen sie „keine Krone“. Sie hätten Anspruch auf den Ersatz der halben Miete. „Das haben wir probiert und aufgegeben, zu kompliziert.“ In Österreich und Deutschland habe sich der Staat „die Wirte gekauft, bei einer solchen Entschädigung würden die Leute auch hier still in der Furche marschieren“. Zwei seiner Bekannten, sagte Jiří, hätten Selbstmord begangen.

    Covid, für Katy eine „unberechenbare Krankheit“, hatten sie hinter sich. Sie war acht Tage ohne Geruchs- und Geschmackssinn, er sechs. Jiří sprach sich für natürliche Immunisierung aus, „hier geht’s schon dem Ende zu, 90 Prozent in meinem Umfeld hatten’s schon.“ Ich fragte: „Warum gibt es gerade in Tschechien dauernd so hohe Infektionszahlen?“ Antwort Katy: „Weil die Leute den Respekt vor der Regierung verloren haben.“ Im Übrigen halte sie die Zahlen für „künstlich produziert“ und bezweifle, dass es symptomfrei Infizierte gäbe, „das sind falsch Positive“. Ein noch muskulöserer Gast erklärte: „Es gibt nicht so viele Infektionen, es gibt so viele kranke Politiker.“ Jiří sagte: „Babiš kommt der Ausnahmezustand entgegen, seine Firmen laufen.“ Er kündigte an: „Wenn das Pandemiegesetz durchgeht, das die Strafe für uns auf drei bis vier Millionen Kronen erhöht, sperren wir sofort zu.“

    Spät, wegen meiner Anwesenheit ungewöhnlich spät, kam die Polizei. „Vier Polizisten im Café!“, höhnte Jiří. „Es waren auch schon mal zwölf.“ Er saß da, ein freier hochgewachsener Tscheche mit einem großen Bier, und rief laut: „Sie belästigen mich in meinem Wohnzimmer.“ Ihm gegenüber stand ein kleiner, grauer Polizist. So ähnlich geht das jeden Abend. Zur Beweissicherung filmten sie einander. Das war Aufbegehren und Repression, vor allem aber war es: lächerlich. Ich brach auf.

    Hundert Meter weiter kontrollierten dieselben Polizisten erneut meine Papiere. In erster Linie schienen sie sich zu vergewissern, ob sie meine Daten im Café korrekt abgeschrieben hatten. Ihre Ratlosigkeit war reizend, sie erkannten nicht einmal einen Personalausweis des fünf Fahrminuten entfernten Landes. Kurz darauf zeigte ich einem österreichischen Rekruten einen Strauß anderer Papiere und war in Österreich zurück. Letzten Dienstag hatte ich erstmals den Gedanken, dass mir diese hirnrissige Epoche vielleicht einmal fehlen wird. Man wird nicht immer so leicht an ein Abenteuer in Břeclav kommen.

    aus: Der Freitag, 4.3.2021

    https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/zum-verreckten-hund

  95. 95 Nestor 11. März 2021 um 18:27 Uhr

    Wie wird das eigentlich in diesen Studien begründet, daß die Impfung das eine oder andere Risiko um soundsoviel Prozent senkt?

    Werden die Geimpften, wie oben von Kehrer angedacht, mit Covid-19-Patienten in einen kleinen Raum gesperrt und nachher auf Ansteckung getestet?

    Ich gebe zu bedenken, daß die Leute, die solche Studien liefern, sicher viel Kohle dafür kriegen, was möglicherweise die Objektivität ihrer Studienergebnisse, hmmm, beeinflussen könnte.

  96. 96 Neoprene 11. März 2021 um 19:19 Uhr

    „Wie wird das eigentlich in diesen Studien begründet, daß die Impfung das eine oder andere Risiko um soundsoviel Prozent senkt?“

    Das wird nicht „begründet“, sondern einfach durch gezählt. Wenn in der Placebogruppe von 1000 Probanden 5 erkrankt sind, in der Gruppe der wirklich Geimpften nur ein Mensch, dann reduziert die Impfung das Erkrankungsrisiko um 80%. Oder eben auch nicht, denn weder sagen einem die 5, wieviele Menschen prozentual ohne Impfung wirklich erkranken, und vor allem bedeutet der eine Mensch, der trotz Impfung krnak wurde, irgendwas. Denn leider war die Stichprobe von 1000 viel zu klein, um wirklich halbwegs exakt auf die tatsächlichen Verhältnisse und Relationen schließen zu können.

  97. 97 Neoprene 11. März 2021 um 19:31 Uhr

    „Ich gebe zu bedenken, daß die Leute, die solche Studien liefern, sicher viel Kohle dafür kriegen, was möglicherweise die Objektivität ihrer Studienergebnisse, hmmm, beeinflussen könnte.“

    Nicht nur du gibst das zu bedenken. Das gibt es in der Wissenschaft auch reihenweise. Erst vor einer Weile habe ich dazu einen sehr aufklärenden und verständlichen Artikel von Peter Doshi, senior editor at The BMJ, gelesen: https://www.bmj.com/content/371/bmj.m4037. Wenn ich das richtig verstanden habe, werden von der EMA z.B. die vorgelegten notwendigen Studien nur auf formelle Fehler und Glaubhaftigkeit geprüft, inhaltlich hingegen nicht. Die Zurordnung zu „leichten“ Nebenwirkungen, die „selten“ auftreten, machen die Pharmakonzerne auch selbst mit ihren eigenen Wissenschaftlern, da gibt es wohl keine externen oder staatlichen Kontrollinstanzen.

  98. 98 NN 11. März 2021 um 20:44 Uhr

    EU warnt vor Desinformation aus Russland in Corona-Krise

    Arbeitsgruppe East Stratcom zählt mehr als 700 Fälle von Manipulation durch russische Medien. Arbeit des Gremiums ist jedoch umstritten, einige Vorwürfe fragwürdig.

    Desinformation: Moskau weist Vorwürfe zurück

    Moskau. Russland hat Vorwürfe wegen vermeintlicher Desinformationskampagnen gegen Deutschland und andere EU-Länder als »lächerlich« zurückgewiesen. »Es ist natürlich sehr lustig, die Anschuldigungen zu irgendwelchen Desinformationskampagnen zu hören, weil wir selbst nicht einmal hinterherkommen damit, unzutreffende Behauptungen zum Beispiel aus Berlin zu kommentieren«, sagte die Sprecherin des Außenministeriums, Maria Sacharowa, am Dienstag auf Anfrage der dpa. Der Westen solle lieber eigene politische Kampagnen gegen Russland untersuchen – auch im Hinblick darauf, dass dadurch gezielt die russische Opposition unterstützt werde. Zuvor hatte der Auswärtige Dienst der EU einen Bericht veröffentlicht, wonach Deutschland wichtigstes Ziel von russischen Falschinformationen sei. (dpa/jW)

    Europäisches Roulette (11.03.2021)
    EU-Politiker und -Behörden agitieren gegen Impfstoff aus Russland, verzögern damit Impfungen und setzen Menschenleben aufs Spiel.

    BERLIN/MOSKAU/LONDON (Eigener Bericht) – Mit neuen Attacken gegen den Covid-19-Impfstoff Sputnik V setzen Politiker und Behörden aus der EU den Machtkampf gegen Russland fort – auf Kosten von Menschenleben. Eine Notfallzulassung des Vakzins sei „russisches Roulette“, erklärt eine Mitarbeiterin der EU-Zulassungsbehörde EMA. Der Impfstoff dürfe nicht genutzt werden, weil er ein „Instrument des hybriden Krieges“ sei, den Russland gegen den Westen führe, behauptet der Außenminister der Slowakei. Ob der Antrag einer Firma aus der Schweiz genehmigt wird, das russische Vakzin in einem ihrer Werke in Norditalien in Lizenz zu produzieren, ist noch ungewiss: Der Machtkampf der EU gegen Russland steht einer Ausweitung der Impfungen mit Hilfe von Sputnik V immer noch im Weg, auch wenn sie zahlreiche Menschenleben retten könnte. Gleichzeitig mit dem Streit um das russische Vakzin heizt die EU den Konflikt mit Großbritannien um Impfstofflieferungen an und verhandelt mit dem bisher einzigen Land neben ihr, das Exporte von Vakzinen und deren Bestandteilen verhindert: mit den Vereinigten Staaten.

    Wirksamkeit: 91,6 Prozent

    In den Konflikten, die das Versagen der EU bei der Impfstoffbeschaffung ausgelöst hat, ist in den vergangenen Tagen besonders der russische Impfstoff Sputnik V in die Schusslinie geraten. Sputnik V, entwickelt vom renommierten Moskauer Gamaleja-Institut und finanziert vom Staatsfonds RDIF (Russian Direct Investment Fund), war als eines der ersten Covid-19-Vakzine überhaupt bereits im Sommer 2020 per Notfallzulassung einer größeren Zahl an Menschen verabreicht worden. Seine im Westen allgemein verbreitete abschätzige Beurteilung ist kürzlich von der weltweit anerkannten medizinischen Fachzeitschrift The Lancet revidiert worden; eine präzise Analyse seiner Tests zeige, dass Sputnik V „eine durchgängige starke Schutzwirkung in allen teilnehmenden Altersgruppen“ entfalte, stellte The Lancet Anfang Februar fest und bezifferte die Wirksamkeit auf 91,6 Prozent.[1] Nach wochenlanger Unklarheit hat in der vergangenen Woche die EU-Zulassungsbehörde EMA (European Medicines Agency) bestätigt, dass sie den Impfstoff mittlerweile im sogenannten rolling review-Verfahren überprüft; dem könnte das offizielle Zulassungsverfahren folgen. Der Antrag ist von R-Pharm Germany gestellt worden, einem Traditionswerk in Illertissen bei Ulm, das einst Pfizer gehörte und 2014 in den Besitz der russischen R-Pharm überging.[2]

    Produktionsstätten in aller Welt

    Sputnik V, schon jetzt in mehr als 40 Ländern offiziell zugelassen, wird inzwischen auch in ersten EU-Staaten genutzt. Ungarn hat bereits Mitte Februar begonnen, den Impfstoff zu verabreichen; es hat von ihm zwei Millionen Dosen – plus fünf Millionen Dosen eines Vakzins von Sinopharm – bestellt.[3] Insgesamt konnte Ungarn inzwischen knapp 1,5 Millionen Dosen verimpfen. Damit hat das Land eine Quote von 14,8 pro 100 Einwohner erreicht; Deutschland liegt bei 9,7. Mittlerweile hat auch die Slowakei zwei Millionen Sputnik V-Dosen bestellt; eine erste Lieferung ist bereits eingetroffen, sie soll in Kürze verimpft werden. Als dritter EU-Staat bemüht sich jetzt Tschechien um Sputnik V und um einen Impfstoff von Sinopharm. Sputnik V soll darüber hinaus in der EU produziert werden. Der RDIF hat dazu zu Anfang der Woche eine Vereinbarung mit der Schweizer Firma Adienne getroffen, die das Vakzin in Italien herstellen will; weitere Produktionsstätten in Deutschland, Spanien und Frankreich sind im Gespräch – vorausgesetzt, die Behörden genehmigen dies, was allerdings keineswegs als gesichert gilt.[4] Sputnik V soll in Zukunft zudem vom Torlak Institut in Belgrad und außerhalb Europas von Unternehmen in Brasilien, Indien, China und Südkorea produziert werden. Zuletzt hat Moskau auch Malaysia angeboten, es beim Aufbau eines eigenen Werks zur Sputnik V-Lizenzproduktion zu unterstützen: Mit russischem Know-how, wird sein Botschafter in Kuala Lumpur zitiert, könne es „Impfstoff-Unabhängigkeit“ erreichen.[5]

    Kalte Impfstoffkrieger

    Obwohl die EU weiter einen eklatanten Mangel an Impfstoffen beklagt, erschweren Politiker und Behördenvertreter die beginnende Nutzung von Sputnik V – aus machtpolitischen Gründen: Mit der Lieferung des Impfstoffs und der Lizenzierung seiner auswärtigen Produktion ist für Moskau der Aufbau neuer Kooperationsmöglichkeiten verbunden; das läuft dem Bemühen Berlins und Brüssels zuwider, Russlands Einfluss zurückzudrängen. Hatte die EU zunächst massiv Druck auf Ungarn ausgeübt, Sputnik V nicht zu bestellen, so suchte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen anschließend wenigstens Zweifel zu säen: Sie „wundere sich“, dass Moskau „theoretisch Millionen und Abermillionen Dosen“ anbiete, während es bei der Impfung der eigenen Bevölkerung „nicht ausreichend Fortschritte“ erziele, monierte sie Mitte Februar.[6] Ärmeren Staaten Vakzine zur Verfügung zu stellen, auch wenn die eigene Bevölkerung noch nicht vollständig geimpft ist, ist eine zentrale Forderung internationaler Organisationen. Am Sonntag erklärte die Vorsitzende des EMA-Management Boards, Christa Wirthumer-Hoche, sie rate „dringend“ von einer Notfallzulassung für Sputnik V ab: Das Mittel zu nutzen sei wie „russisches Roulette“.[7] In der Slowakei hat die Bestellung des Vakzins sogar zu einer Regierungskrise geführt: Es handle sich um „ein Instrument des hybriden Kriegs“, wird Außenminister Ivan Korčok zitiert.[8] Korčok, der die Nutzung des Impfstoffs ablehnt, ist demnach bereit, Menschenleben zu opfern, nur um Moskau etwaige Kooperationschancen mit europäischen Ländern zu nehmen.

    Vorwürfe aus Brüssel

    Zusätzlich zu den Auseinandersetzungen um Sputnik V entfacht Brüssel seinen nächsten Konflikt mit Großbritannien. Hintergrund ist die weltweite Kritik an den EU-Exportkontrollen für Vakzine, die die Union auf deutschen Druck eingeführt hat, und vor allem an dem Exportstopp, das Italien und die EU in der vergangenen Woche für eine Lieferung von 250.000 AstraZeneca-Dosen aus Italien nach Australien verhängten (german-foreign-policy.com berichtete [9]). EU-Ratspräsident Charles Michel hatte, um von der Kritik an Brüssel abzulenken, behauptet, das Vereinigte Königreich habe „ein komplettes Verbot des Exports von Impfstoffen oder Impfstoffbestandteilen“ verhängt.[10] Die Behauptung war schon zuvor in der EU kursiert. Belege dafür liegen nicht vor; der britische Außenminister Dominic Raab bezeichnet die Aussage als „vollständig falsch“ und hat gestern den EU-Vertreter in London in das britische Außenministerium einbestellt. Bereits am Dienstag waren EU-Stellen dazu übergegangen, nur noch von einem angeblichen „vorläufigen de facto-Exportverbot“ zu sprechen.[11] Gestern hat sich Michel darauf verlegt, recht nebulös zu insinuieren, es gebe „verschiedene Wege, um Sperren oder Beschränkungen für Impfstoffe“ einzuführen.[12] Schon im Streit um Lieferverzögerungen bei AstraZeneca hatte die Kommission mit Falschaussagen über den Liefervertrag operiert, um ihre Versäumnisse bei der Beschaffung der Impfstoffe für ihre eigene Bevölkerung zu kaschieren.[13]

    America first

    Verhandlungen aufgenommen hat Brüssel inzwischen mit dem einzigen Land, das – neben der EU – tatsächlich Exportbeschränkungen verhängt hat: mit den Vereinigten Staaten. US-Präsident Joe Biden hat – anders, als manche sich erhofft hatten – die Executive Order nicht aufgehoben, die sein Amtsvorgänger Donald Trump am 8. Dezember 2020 erlassen hatte. Sie sieht vor, dass Vakzine nur dann exportiert werden dürfen, wenn alle US-Bürger umfassend versorgt sind. Zu den Opfern gehört Kanada, das etwa einen Liefervertrag mit einem Pfizer-Werk im US-Bundesstaat Michigan geschlossen hatte; von dort erhält es nun nichts.[14] Vor einer Woche wies der Chef des Serum Institute of India (SII), das in den vergangenen zwei Monaten nach eigenen Angaben 90 Millionen AstraZeneca-Dosen in insgesamt 51 Länder geliefert hat, darauf hin, dass jetzt zusätzlich ein globaler Mangel an Vorprodukten droht, die für die Impfstoffherstellung unverzichtbar sind – und vor allem in den Vereinigten Staaten hergestellt werden. Grund ist, dass die Biden-Administration Bestimmungen des Defense Production Act aus dem Jahr 1950, der Zeit des Korea-Krieges, nutzt, um sämtliche verfügbaren Ressourcen in die Produktion eigener Impfstoffe – vor allem bei Pfizer – zu kanalisieren. Entsprechend rechnet unter anderem das SII damit, schon in Kürze mit ernsten Engpässen bei kritischen Rohmaterialien, Filtern und anderem zu kämpfen zu haben.[15] Brüssel will, wie am Wochenende bekannt wurde, mit Washington in Verhandlungen treten, um bevorzugte Lieferungen zu erhalten: USA und EU zuerst – der Rest der Welt dann, wenn die transatlantischen Hauptmächte sich sattgeimpft haben.

  99. 99 NN 11. März 2021 um 20:47 Uhr

    Polen will kein »Sputnik V«
    Warschau: Kein Kauf des russischen Coronaimpfstoffs geplant. Slowakei hat mit dem Impfen schon begonnen
    Von Reinhard Lauterbach, Poznan

    Polen plant nicht, Dosen des russischen Coronaimpfstoffs »Sputnik V« zu kaufen. Das machte am Donnerstag voriger Woche der Kanzleichef von Ministerpräsident Mateusz Morawiecki, Michal Dworczyk, deutlich. Er ist gleichzeitig der Impfbeauftragte der polnischen Regierung. Nach seinen Worten kommt für sein Land nur ein Impfstoff in Frage, der von der Europäischen Medizinagentur (EMA) zugelassen sei.

    Der Verweis auf die Prüfung des Präparats durch die EMA ist maximal eine Halbwahrheit. Bereits Anfang der vergangenen Woche hatte Staatspräsident Andrzej Duda telefonisch seinen chinesischen Kollegen Xi Jinping gefragt, ob es für Polen eine Möglichkeit gebe, Impfstoffe aus China zu beziehen. Diese sind bekanntlich ebenso wenig durch die EMA abgenommen wie derzeit der russische, für den inzwischen ein beschleunigtes Prüfverfahren (»Rolling Review«) eingeleitet worden ist. Ob Dudas Anfrage in Beijing Konsequenzen hat, wird in Polen bezweifelt. Denn der Präsident hat in der Gesundheitspolitik keinerlei Kompetenzen. Seine Initiative wurde überwiegend als Selbstdarstellungsversuch auf internationaler Bühne bewertet.

    Dworczyks Absage an den russischen Impfstoff kam in großen Teilen der polnischen Öffentlichkeit schlecht an. Selbst ein Abgeordneter der Regierungskoalition fragte in einem Radiointerview, ob der russische Impfstoff ein schlechteres Produkt sei als das russische Öl, das in großem Umfang importiert werde. Zeitungskommentare wiesen auf die peinliche Situation hin, in die sich Polen begebe, wenn die EMA das russische Präparat genehmigen sollte.

    Zumal sich die Pandemiesituation in Polen gegenwärtig wieder verschärft. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt mit über 220 mehr als dreimal so hoch wie in der BRD. Seit gut einer Woche herrscht in der Wojewodschaft Warminsko-Mazurskie wegen hoher Infektionszahlen wieder ein vollständiger Lockdown. Eine Zusage der Regierung, der Region 5,7 Millionen Schutzmasken zu liefern, erwies sich als PR-Pleite: Die bereits an die Kommunen verteilten Masken mussten zurückgezogen werden, weil ihr »Haltbarkeitsdatum« abgelaufen war.

    Anders als Polen hat die Slowakei inzwischen ihre erste Lieferung des russischen Impfstoffs erhalten. Anfang voriger Woche landete ein Transportflugzeug der slowakischen Luftwaffe mit 200.000 Dosen auf dem Flughafen von Kosice – empfangen von Premierminister Igor Matovic und Gesundheitsminister Marek Krajczi. Insgesamt hat die Slowakei zwei Millionen Dosen in Moskau bestellt. Allerdings führte dies zu einer Koalitionskrise: Zwei kleinere Regierungsparteien kritisierten, dass die Slowakei aus der »europäischen Solidarität« ausgebrochen sei.

    Zusätzlich führte ein Witz des slowakischen Premiers im Zusammenhang mit dem Bezug des russischen Vakzins zu ernsthaftem Krach zwischen Bratislava und Kiew. Matovic hatte auf die Frage eines Journalisten, was die Slowakei Russland als politische Gegenleistung für die Lieferung versprochen habe, scherzhaft gesagt: die Karpatoukraine. Diese Region gehörte bis 1945 zur Tschechoslowakei und war seinerzeit von Stalin aus geostrategischen Gründen der ukrainischen Sowjetrepublik zugeschlagen worden. Sie stellt aktuell für die ukrainische Regierung ohnehin ein Problem dar, weil sich Teile der dort lebenden ethnischen Ungarn durch die Kiewer Sprachpolitik diskriminiert sehen und Budapest aktiv ungarische Pässe verteilt. Der Vorfall hatte zur Folge, dass sich der slowakische Außenminister in Kiew für den Witz seines Chefs entschuldigen musste.

  100. 100 Nestor 11. März 2021 um 22:35 Uhr

    Unerfreuliche Zustände in Rumänien:

    https://verietyinfo.com/bulgariaeng/evidence-of-murders-of-patients-with-covid-19-at-the-hospital-shocked-romania/?fbclid=IwAR0ptubgIxgS5-YYXoxPgE0C_NLlFoyixSNjFPNIa6E4jxO4BoiFIvswP2Q

    weist auf Überlastung des Krankenhauspersonals hin.
    Das geschieht in einem Land, wo jede Menge Pflegerinnen im Ausland tätig sind, die offensichtlich zu Hause fehlen.

    Auch der Beitrag oben über Tschechien gibt einen Hinweis, warum es dort so ein Infektionsgeschehen gibt: Wenn Wirtshäuser zusperren müssen, aber keine Überbrückungszahlungen bekommen, so halten sich eben weniger Leute an die Maßnahmen. Die entgegen der Meinung der Maskengegner doch irgendeinen Effekt haben.

    Außerdem dieses Interview mit einem Bürgermeister, der auch noch darauf hinweist, daß die Vorschriften so widersprüchlich sind, daß man sich gar nicht an sie halten kann:

    Tschechische Stadt Kolín kämpft gegen Corona-Rekordwerte an
    Bürgermeister Michael Kašpar sieht die Verantwortung auch bei der Regierung

    https://www.derstandard.at/story/2000124830843/die-tschechische-stadt-kolin-kaempft-gegen-corona-rekordwerte-an

    Tschechien scheint, wie man der Graphik entnehmen kann, bereits eine 3. Welle zu haben, nachdem dort im Frühjahr fast gar nichts los war.

  101. 101 Kehrer 12. März 2021 um 1:20 Uhr

    Der thüringische Mp Ramelow hat sich für Sputnik ausgesprochen und es gibt ein Zulassungsverfahren bei der EMA. Also ganz so ernst können die Attacken gegen den russischen Impfstoff nicht gemeint sein. Warten wir mal ab, bis zur Zulassung und dann muss er noch gekauft und geliefert werden. Das dauert alles.

    Beim neu zugelassenen Impfstoff von Johnson&Johnson ist auffällig, dass die Wirksamkeit gegen Erkrankung in den Nachrichten nicht erwähnt wird. Dort wird immer von einem Schutz gegen schwere Krankheitsverläufe von 85% geredet. Der Schutz gegen Erkrankung liegt aber bei lediglich 67% und damit ist dieser Impfstoff bisher der schlechteste. Offenbar hält man mit der Wahrheit hinter dem Berg, um keine Vorbehalte zu erzeugen und den Impfstoff schnell verimpfen zu können.

  102. 102 Neoprene 12. März 2021 um 10:33 Uhr

    „Wie wirksam ist der Johnson-&-Johnson-Impfstoff bei älteren Menschen? Ähnlich wie zunächst bei dem Impfstoff von Astrazeneca gibt es auch bei dem J&J-Impfstoff Bedenken bezüglich der Wirksamkeit bei Älteren. Das Dokument der FDA deutet auf eine geringere Wirksamkeit bei Menschen über 60 Jahren mit bestimmten Vorerkrankungen hin. Diese soll in Studien nur 42 Prozent betragen, im Gegensatz dazu lag die Wirksamkeit in dieser Altersgruppe ohne Erkrankungen wie Herzprobleme oder Diabetes bei 72 Prozent. Die US-Behörde hat den Impfstoff dennoch insgesamt als „sehr wirksam und sicher“ bewertet.
    Mit seiner Wirksamkeit reicht der J&J-Impfstoff demnach nicht an die Daten seiner Konkurrenten heran: Das US-Unternehmen Moderna beziffert die Wirksamkeit seines Impfstoffs auf 94 Prozent – gemessen 14 Tage nach der zweiten Dosis. Das Mittel von Biontech/Pfizer zeigte laut Studien der Unternehmen bereits sieben Tage nach der zweiten Dosis eine Wirksamkeit von 95 Prozent.
    Der Astrazeneca-Impfstoff wies laut Hersteller 14 Tage nach der zweiten Dosis eine Wirksamkeit von etwa 70 Prozent auf. In einer neuen Studie erreichte es bei einem deutlich größeren Abstand zwischen den Dosen nach der zweiten Impfung bis zu 82 Prozent.“
    https://www.t-online.de/gesundheit/krankheiten-symptome/id_89322406/johnson-johnson-wie-wirksam-ist-der-corona-impfstoff-bei-aelteren-wirklich-.html

  103. 103 Phineas 12. März 2021 um 14:04 Uhr

    Warum China und Klima-Aktivisten Covid-19 zur „Naturkatastrophe“ erklären

    (Interview mit Prof. Roland Wiesendanger über seine These, das Corona-Virus entstamme einem Labor in Wuhan)

    Auszug:

    „Mir geht es nicht um Vergangenheitsbewältigung und Schuldzuweisung. Die zentrale Frage der Weltgemeinschaft ist viel eher: Darf man biotechnologische Forschung betreiben mit dem Ziel, natürlich vorkommende Viren für den Menschen gezielt ansteckender, gefährlicher und letztlich tödlicher zu machen? Bedenken Sie: Die Forschergruppe (…) am ‚Wuhan Institute of Virology‘ hat nicht nur natürlich vorkommende Coronaviren untersucht, sondern diese gezielt manipuliert, mit dem Ziel, diese perfekt an menschliche Zellrezeptoren anzupassen. Diese sogenannte ‚gain-of-function‘-Forschung (…) ist durch mehrere wissenschaftliche Originalpublikationen in referierten Fachzeitschriften belegt und kann nicht bestritten werden. (…) Präsident Barack Obama hat im Zeitraum 2014 bis 2017 die weitere Förderung der ‚gain-of-function‘ Forschung per Gesetz untersagt. Aber was ist geschehen? Amerikanische Forscher haben ihre Aktivitäten diesbezüglich nach Wuhan in China verlegt, d.h. die ‚gain-of-function‘ Experimente am virologischen Institut in Wuhan waren zu einem signifikanten Teil aus den USA finanziert. Donald Trump hat das Verbot der Obama-Regierung wieder aufgehoben und die EU konnte sich ihrerseits nie zu einem Verbot der ‚gain-of-function‘ Forschung durchringen. Ferner hat Frankreich beim Aufbau des Labors in Wuhan damals mitgewirkt. Die Entscheidung, ein solches biotechnologisches Labor, welches hoch risikoreiche Forschung betreibt, im Zentrum einer 10-Millionen-Metropole zu errichten, kann aus heutiger Sicht niemand mehr verstehen. Das ist die eigentliche Ursache der Katastrophe, die wir erleben. Die Folgen erleiden wir jetzt jeden Tag und auch noch viele Jahre in der Zukunft.“

    https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/interview-professor-roland-wiesendanger/

    «Wir hacken im Grunde die Software des Lebens», sagt Moderna’s Leiter der medizinischen Forschung

    Die sozialen Medien löschen Hinweise auf die genverändernde Wirkung der Covid-19-Impfstoffe. Einer der Hauptverantwortlichen gibt sie freimütig zu

    https://corona-transition.org/wir-hacken-im-grunde-die-software-des-lebens-sagt-moderna-s-leiter-der

  104. 104 Neoprene 12. März 2021 um 19:55 Uhr

    Weiß jemand, welche aussagefähigen Studien es über die Nebenwirkungen der schon durch geführten Massenimpfungen gibt (nicht diese mini Phase III Studien) gibt.
    Offiziell gibt es bekanntlich so gut wie keine:
    „Bis zum 12. Februar wurden in Deutschland 3,8 Millionen Impfungen mit Biontech/Pfizer, knapp 87.000 Impfungen mit Moderna und gut 31.000 Impfungen mit Astrazeneca durchgeführt. Von den 7.690 gemel­deten Verdachtsfällen entfielen 7.277 auf Biontech/Pfizer, 258 auf Moderna und 20 auf Astrazeneca, in 135 Fällen wurde der Impfstoff nicht genannt.
    Insgesamt 1.178 Fälle wurden als schwerwiegend einge­stuft. „Die Melderate betrug für die drei Impf­stoffe zusammen 1,9 pro 1.000 Impfdosen, für Meldungen über schwerwiegende Reaktionen 0,3 pro 1000 Impfdosen“, hat das PEI berechnet.“
    https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/121333/Astrazeneca-Impfstoff-Kein-neues-Risikosignal-weitere-Appelle
    Aber jedem fallen dazu ja schon ein paar Fälle ein, wo schon merklich mehr als 2 von 1000 Geimpften Nebenwirkungen hatten, die massenhaften Krankschreibungen in Krankenhäusern oder auf einer Feuerwehrwache wurden ja berichtet, sollen aber alle in diesen Promille-Fällen untergegangen sein?

  105. 105 Neoprene 12. März 2021 um 21:29 Uhr

    Noch ein lesenswerter Kommentar vom Herausgeber des BJM:

    „Peter Doshi: Pfizer and Moderna’s “95% effective” vaccines—we need more details and the raw data“

    https://blogs.bmj.com/bmj/2021/01/04/peter-doshi-pfizer-and-modernas-95-effective-vaccines-we-need-more-details-and-the-raw-data/
    2020news hat einen weiteren Artikel von Doshi in deutscher Übersetzung, das Original habe ich aber nicht gefunden, zu 26. November 2020 gibt es dort nichts von ihm:

    „Die “95% Wirksamkeit” der Impfstoffe von Pfizer und Moderna – Zurückhaltung ist geboten, solange wir die vollständigen Daten nicht gesehen haben“

    https://2020news.de/die-95-wirksamkeit-der-impfstoffe-von-pfizer-und-moderna-zurueckhaltung-ist-geboten-solange-wir-die-vollstaendigen-daten-nicht-gesehen-haben/

  106. 106 Phineas 12. März 2021 um 22:03 Uhr

    The BMJ: The EMA covid-19 data leak, and what it tells us about mRNA (Published 10 March 2021) – Auszug: „Leaked documents show that some early commercial batches of Pfizer-BioNTech’s covid-19 vaccine had lower than expected levels of intact mRNA, prompting wider questions about how to assess this novel vaccine platform, writes Serena Tinari (…) The shortage of information may reflect the lack of certainty, even among regulators, about how to assess the evidence fully for this novel technology.“

    https://www.bmj.com/content/372/bmj.n627

    Dazu passt:

    Anwälte für Aufklärung: Covid-19-Impfungen – keine Aufklärung der Bevölkerung über die rechtlichen Problematiken – Auszug: „Derzeit werden in Österreich drei verschiedene Covid-19 Impfstoffe verabreicht. Sowohl die Präparate von BioNTech Pfizer, als auch von Moderna und AstraZeneca wurden lediglich bedingt zugelassen, nämlich vorläufig für die Dauer eines Jahres (…) Das bedeutet, dass jeder Mensch, der sich in den nächsten Monaten einer Impfung unterzieht, faktisch als „Studienteilnehmer“ fungiert. Die EMA (Europäische Arzneimittelbehörde) spricht in diesem Zusammenhang selbst von einer ‚Real World Safety Study‘. Über diesen Umstand ist die Bevölkerung aufzuklären! Das Gegenteil ist der Fall: In beinahe sämtlichen Einschaltungen und Äußerungen bleibt das Faktum der „Pandemiezulassung“ unerwähnt, vielmehr wird suggeriert (bzw. auch ausdrücklich behauptet), es würde sich um eine herkömmliche Vollzulassung handeln.“

    http://www.afa-zone.at/allgemein/covid-19-impfungen-keine-aufklaerung-der-bevoelkerung-ueber-die-rechtlichen-problematiken/

  107. 107 Kehrer 13. März 2021 um 0:05 Uhr

    Speziell für Nestor: Wie Ischgl zum Corona-Cluster wurde
    https://www.zdf.de/comedy/zdf-magazin-royale

  108. 108 Neoprene 13. März 2021 um 12:12 Uhr

    „Immer mehr Covid-Impfstoffe, die zusammen Milliarden von Dosen repräsentieren, werden zeitnah zugelassen werden. Potenziell könnten für alle diese Impfstoffe frei verkäufliche fiebersenkende Medikamente zur Linderung unerwünschter Ereignisse in Frage kommen. Daher ist es eigentlich nicht akzeptabel, dass zu den theoretischen aber keineswegs unplausiblen Möglichkeiten für eine negative Interaktion zwischen einem NSAR und dem Impfstoff so wenig bekannt ist.“
    https://www.pharmazeutische-zeitung.de/schmerzmittel-nicht-vorsorglich-bei-covid-impfung-einnehmen-124329/seite/2/

  109. 109 Wolf 14. März 2021 um 14:24 Uhr

    Wodarg über die aktuellen Alarmmeldungen in Sachen Impfen, Spike-Proteine als mögliche Gefahr, die Wucht der Medienkampagne gegen Dr. Wodarg, den Ausblick für 2021… und über Karl Lauterbach. Vom 13. März 2021.

    https://odysee.com/@Punkt.PRERADOVIC:f/210312_Wodarg:a

  110. 110 Phineas 14. März 2021 um 18:34 Uhr

    Dass hier:

    https://de.rt.com/international/114179-data-mining-durch-coronatests-chinesisches/

    passt zu dem, worüber Wodarg oben im Interview ab ungefähr Min. 42:00 schnackt.

  111. 111 Neoprene 14. März 2021 um 20:26 Uhr
  112. 112 Nestor 15. März 2021 um 11:10 Uhr

    @Phineas

    Ha ha, die USA sammeln seit Jahren alle Daten aus der ganzen Welt, die sie nur kriegen können – mit Kooperation der EU.
    Wenn die Chinesen das Gleiche machen, ist es bedenklich!

  113. 113 Nestor 15. März 2021 um 11:20 Uhr

    Angesichts der neueren Entwicklungen habe ich wieder einmal eine Statistik der Todeszahlen auf Bevölkerung gemacht, die meinen Optimismus – und den der WHO – alt ausschauen läßt:

    0,002169904775370 Tschechien
    0,001961351035909 Belgien
    0,001892074348749 UK
    0,001887207528464 Slowenien
    0,001746167613415 Montenegro
    0,001718609480132 Ungarn
    0,001701663793882 Italien
    0,001618992553256 Portugal
    0,001597468061531 Nordmazedonien
    0,001546389958139 Slowakei
    0,001542269832653 Bosnien
    0,001534127228994 Spanien
    0,001397183209653 Kroatien
    0,001340452671235 Frankreich
    0,001272901158247 Schweden
    0,001227199249100 Polen
    0,001209287235852 Moldawien
    0,001174524894339 Schweiz
    0,001087671775476 Luxemburg
    0,001065469759648 Rumänien

    0,000994937234470 Österreich
    0,000952147950435 Irland
    0,000925681498382 Holland
    0,000884885237514 Kosovo
    0,000881939050870 Deutschland
    0,000709623732797 Ukraine
    0,000665092397402 Serbien
    0,000656060571599 Griechenland
    0,000613907868326 Rußland

    0,001629009146341 USA
    0,001524216300940 Mexiko
    0,001497353846154 Peru
    0,001425476190476 Panama

    0,001308109179829 Brasilien
    0,001213638170974 Kolumbien
    0,001194788418708 Argentinien
    0,001135473684211 Chile
    0,001038608695652 Bolivien
    0,000931896551724 Ecuador

    0,000859761482062 Südafrika

    Zuwachsraten:
    Tschechien + 0,000165259827367
    Montenegro + 0,000115166134931
    Ungarn + 0,00011986251943
    Slowakei + 0,000110665821648
    Brasilien + 0,000067656750096
    Moldawien + 0,000062801828969
    Bosnien + 0,000061736104209
    Nordmazedonien + 0,000060026072615
    USA + 0,000044536419068
    Italien + 0,000042764412931
    Mexiko + 0,000038495297805
    Kosovo + 0,000031977487848
    Irland + 0,000027090226203
    Spanien + 0,000023778993281
    UK + 0,000018152931676
    Portugal + 0,000017774049868

    TOP 10
    0,002169904775370 Tschechien
    0,001961351035909 Belgien
    0,001892074348749 UK
    0,001887207528464 Slowenien
    0,001746167613415 Montenegro
    0,001718609480132 Ungarn
    0,001701663793882 Italien
    0,001629009146341 USA
    0,001618992553256 Portugal
    0,001597468061531 Nordmazedonien

    Während auf der iberischen Halbinsel derzeit Entwarnung gegeben werden kann, setzen diverse ehemals sozialistische Länder zu einem echten Sprint an.
    Auch in Großbritannien scheint sich die Lage beruhigt zu haben. Ob das an der Impfung liegt, oder ob sich das Virus dort einfach ausgetobt hat und jetzt auf dem Rückzug ist, wird möglicherweise die Zeit weisen.

    In Brasilien scheint die Politik inzwischen Wegschauen und Leugnen zu sein, obwohl die Lage ernst ist:
    https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/coronavirus/covid-19-in-brasilien-die-menschen-sterben-in-den-warteschlangen-17241986.html?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

    Es wäre noch zu klären, was der Autor mit der großen „Mobilität“ meint, die er als einen der Gründe für die hohen Opferzahlen dingfest macht.

    Europa ist jedenfalls Spitzenreiter, und es scheint sich eine dritte Welle zu entwickeln.

  114. 114 Kehrer 15. März 2021 um 11:45 Uhr

    https://www.swr.de/wissen/winfried-stoecker-antigen-impfstoff-100.html

    Ist das seriös oder gibt der nur an? Eigentlich müsste der Staat das ja sofort überprüfen und wenn es was taugt mit der Massenfertigung beginnen. Das Rezept wurde ja auch frei zur Verfügung gestellt.

    Russland meldet Vereinbarung zu Sputnik-V-Produktion in Deutschland
    11.10 Uhr: Russland hat nach eigenen Angaben eine Vereinbarung über die Produktion seines Corona-Impfstoffes Sputnik V in Deutschland geschlossen. Auch mit Unternehmen in anderen EU-Ländern wie Frankreich und Spanien gebe es entsprechende Abkommen, hieß es am Montag in einer Erklärung der russischen Impfstoff-Entwickler. Sputnik V ist derzeit in der Europäischen Union (EU) noch nicht zugelassen, die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) hat aber bereits ein sogenanntes rollierendes Verfahren zur Zulassung des Vakzins gestartet.

    Newsblog Morgenpost: https://www.morgenpost.de/vermischtes/article231750385/Corona-News-Zahlen-RKI-Astrazeneca-Urlaub-Impfung.html

  115. 115 Nestor 15. März 2021 um 11:59 Uhr

    COVID-19-Pandemie: Historisch niedrige Bettenauslastung

    Eine Auswertung der Krankenhausdaten zeigt, dass die Fallzahlen im Jahr 2020 um 13 Prozent gesunken sind. Dabei sind die Rückgänge umso ausgeprägter, je weniger dringend eine Behandlung gewesen wäre. Deutliche Unterschiede gibt es auch zwischen den verschiedenen Bettengrößenklassen.

    https://www.aerzteblatt.de/archiv/218200/COVID-19-Pandemie-Historisch-niedrige-Bettenauslastung

    Es ist auch bei uns in Österreich so, daß viele Fälle zurückgewiesen werden, die nicht als besonders dringlich eingestuft werden.
    Was das für die gesellschaftliche Sterblicheit und überhaupt den allgemeinen Gesundheitszustand bedeutet, werden wir vielleicht später einmal lesen.

    Interessant ist auch, wie die deutschen Krankenhäuser diese „Unterauslastung“ stemmen werden, weil die sind ja auf Gewinn-Machen verpflichtet, wenn ich das richtig mitkriege?

  116. 116 Kehrer 15. März 2021 um 12:22 Uhr

    Genau Nestor. Wenn die Leute was anderes haben als Covid werden sie ruck zuck wieder nach Hause geschickt. Natürlich produziert das auch Opfer. Das liegt dann aber am Kapitalismus und nicht an Corona.

    Das Interview mit wodarg ist sehenswert. Regelrecht beeindruckend ist, wie wie der Mann die persönlichen Niederlagen und Schmähungen wegsteckt und sich einen distanzierten Blick bewahrt. Andererseits ist er zur Symbolfigur des Anticoronairrsinns geworden.

  117. 117 Neoprene 15. März 2021 um 12:25 Uhr

    „Interessant ist auch, wie die deutschen Krankenhäuser diese „Unterauslastung“ stemmen werden“
    Wie jedes Unternehmen, was Verluste einfährt (bei Vivantes in Berlin rund 100 Mio €): Steigern profitabler Produkte/Behandlungen/Operationen, Rauswerfen von Minusmachern (im wahrsten Sinn: schnellstmögliche Entlassungen), Verringern des Personals bzw. Kürzung der Gehälter/Verweigerung von Lohnsteigerungen. Und manchmal werden die Aktionäre (hier das Land Berlin) Kapital nachschiessen müssen.

  118. 118 Phineas 15. März 2021 um 13:22 Uhr

    „Ha ha, die USA sammeln seit Jahren alle Daten aus der ganzen Welt, die sie nur kriegen können – mit Kooperation der EU.
    Wenn die Chinesen das Gleiche machen, ist es bedenklich!!

    @Nestor
    Unbestritten.
    Weil die Vereinigten Staaten und die EU das Gleiche treiben, ist aber kein Argument gegen die Kritikwürdigkeit des chinesischen Treibens.

  119. 119 Neoprene 15. März 2021 um 17:03 Uhr

    Den folgenden Artikel habe ich bei Facebook abfotografiert gefunden. Der Originalartikel aus der österreichischen Zeitung „Die Presse“ vom 14.2.2021 liegt leider hinter einer Bezahlschranke, ich habe ihn dann aber doch noch woanders online gefunden:

    „Der Vorfall ereignete sich im Herbst 2020 in einem Pflegeheim: Die Bewohner saßen im Speisesaal beim Mittagessen, als sich ein alter Herr an einem Bissen verschluckte und erstickte. Ein tragischer Zwischenfall. Zur Verblüffung der Heimleitung hielt der Beschauarzt später auf dem Totenschein als Todesursache fest: Covid-19. Der Herr war zwei Wochen zuvor bei einem Routinetest positiv getestet worden, jedoch symptomlos und bereits aus der Quarantäne entlassen. Ein anderer Fall: Eine Patientin wird mit schwerer Gehirnblutung eingeliefert und routinemäßig getestet. Der Test ist positiv, die Frau stirbt an ihrer Verletzung. Auf dem Totenschein steht: Covid-19.

    Nun, so kann man einwenden, das sind Einzelfälle. Doch so ist es nicht. Anfangs wurde in Österreich zwischen „gemeldeten“ und „bestätigten“ Covid-19-Todesfällen unterschieden. Es wurden nur diejenigen als Corona-Todesfälle gezählt, die tatsächlich daran gestorben waren. Ab August 2020 wurden die Kriterien geändert. Seither wird unterschieden zwischen „an“ und „mit“ Corona gestorben.

    Mitte Dezember, etwa zeitgleich mit der Ankündigung des dritten Lockdowns, schärfte man seitens des Gesundheitsministeriums noch einmal nach. Als Grund wurde eine „Datenbereinigung“ aufgrund einer „Definitionsumstellung“ angegeben. Es wurde behauptet, man halte sich an die Vorgabe der WHO und zähle daher auch jene Todesfälle, bei denen die Betreffenden bis 28 Tage zuvor positiv getestet, Covid-19 jedoch nicht die Todesursache gewesen sei. Nicht erwähnt wurde, dass die WHO einschränkt, dass Covid-19 die Grunderkrankung sein muss, es darf keine alternative Todesursache geben und keine zwischenzeitliche Genesung von Covid-19 erfolgt sein.
    Dass es sich bei den unrichtigerweise zu Corona-Toten erklärten Todesfällen um keine Einzelfälle handelt, belegen auch offizielle Zahlen: Sowohl im August als auch Mitte Dezember wurden anlässlich der Umstellung der Zählweise jeweils Hunderte Todesfälle „nachgemeldet“, also die ursprüngliche Todesursache auf „Covid-19“ abgeändert. Und je mehr nun getestet wird, desto mehr „umdeklarierte“ Corona-Tote gibt es.

    Vielen Ärzten bereitet die neue Strategie offenbar Unbehagen. Bereits im Vorfeld dieser „Umstellung“ wurde daher auf Ärzte und Leiter von Pflegeheimen Druck ausgeübt. In einem Mail vom 9. Dezember 2020 der Abteilung Sanitätswesen eines Bundeslandes hieß es: „Wir stellen eine erhebliche Differenz zwischen den informell erhobenen Todesfällen durch bzw. mit Covid-19 und den Todesfallmeldungen gemäß Epidemiegesetz fest. Es wird darauf hingewiesen, dass jede verstorbene Person, die bis zu 28 Tage zuvor positiv getestet wurde, in der Statistik als Covid-Tote/r geführt wird.“ Sodann wurden die Bezirksverwaltungsbehörden, die Krankenanstalten und die Bürgermeister „ersucht“, die Beschauärzte darauf hinzuweisen, entsprechende Angaben zu machen. Am 24. Dezember erfolgte nochmals ein gleichlautendes Mail direkt an die Ärzte.

    Es geht aber nicht nur um die Statistik: Normalerweise muss der Leichenbeschauarzt die Todesursache eindeutig feststellen, bevor er sie im Totenschein vermerkt. Immerhin handelt es sich beim Totenschein um ein Dokument, und eine wissentlich unrichtige Angabe hat rechtliche Konsequenzen. Ist die Todesursache unklar, muss normalerweise eine Obduktion vorgenommen werden. Nicht so bei Corona: Von zumindest einem Landes-Gesundheitsreferat erging eine Anweisung an die Amtsärzte, bei positiv Getesteten keine sanitätspolizeiliche Obduktion anzuordnen, selbst wenn die Todesursache unklar ist.

    Mit derartigen unseriösen Praktiken wird die Letalitätsrate von Covid-19 zusätzlich zu den tatsächlichen Sterbefällen in die Höhe geschraubt. Damit wird nicht nur die Statistik verfälscht, sondern werden auch Angst erzeugt und politische Maßnahmen gerechtfertigt. Es bleibt die Frage: Zu welchem Zweck?“

    https://gloria.tv/post/jf7KSfjbbYNy4FVVSyNfFMSek

  120. 120 Kehrer 15. März 2021 um 20:19 Uhr

    Zu den Vereinbarungen die Russland zur Produktion von Sputnik V in Deutschland geschlossen hat, gibt noch keine näheren Angaben mit wem diese Vereinbarung getroffen worden ist.

    Daher habe ich nach IDT Dessau in dem Zusammenhang gegoogelt. Da gab es ja mal die Meldung, dass es eine Vereinbarung gäbe den AstraZeneca Impfstoff zu produzieren. Das wurde jetzt offenbar auf Ende 2022 verschoben. Dafür soll jetzt der Impfstoff von Johnson&Johnson produziert werden, weil die USA nicht liefert. (Auch das wurde also vermasselt. Impfstoff bestellt und gehofft, das läuft schon. Es läuft aber nicht. Man muss sich eben drum kümmern, dass die Produktion auf deutschem bzw. europäischen Boden stattfindet. Die Politik lernt jetzt erneut, was sie früher wusste, dass strategisch wichtige Bereiche der Wirtschaft gibt, die nicht globalisiert werden können.) Ob dort auch Sputnik V produziert wird ist noch nicht klar, aber möglich.
    https://www.mdr.de/sachsen-anhalt/dessau/dessau-rosslau/idt-biologika-stellt-johnson-impfstoff-her-100.html

    https://www.manager-magazin.de/unternehmen/pharma/dessauer-firma-soll-impfstoff-fuer-johnson-und-johnson-produzieren-a-1381b530-98e0-4866-9391-597f4831c9d3

  121. 121 NN 15. März 2021 um 21:54 Uhr

    Deutschland, Frankreich, Italien: AstraZeneca-Impfung ausgesetzt

    Corona: Spahn spricht von einer Entscheidung aufgrund der Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts wegen Fällen von Thrombosen der Hirnvenen.

    Dämpfer für Impfkampagne
    Coronaimpfungen mit Mittel von Astra-Zeneca vorerst auch in BRD ausgesetzt

  122. 122 Kehrer 15. März 2021 um 23:58 Uhr

    „Das sei keine politische Entscheidung, sondern eine fachliche, betonte Spahn.“

    Na wenn Spahn das extra betonen muss, ist es bestimmt eine politische Entscheidung. Es glaubt doch niemand im Ernst, dass von der Prüfung abhängig gemacht wird, dass der Impfstoff auf lange Sicht weiter verwendet wird. Irgendwie ist das wie beim ersten mal, als Astra Zeneca die Lieferzusagen nicht einhalten wollte. Da hies es nicht für Ältere über 65 empfohlen. Jetzt heißt es Thrombosegefahr.

    Die Erpressung heißt: Entweder ihr haltet eure Lieferzusagen ein oder wir machen euren Impfstoff schlecht. GB und andere werden ja auch beliefert. Es ist eben ein Hauen und Stechen der Staaten um d a s Mittel aus dem Lockdown und der Krise zu kommen.

  123. 123 Neoprene 16. März 2021 um 10:37 Uhr

    Ich halte eine Erpressung für weniger wahrscheinlich. Das müßte dann ja eine orchestrierte Gemeinschaftsaktion mehrerer und bewußt nicht aller Regierungen der EU sein. Und um nicht aufzufallen wird dann die EMA und das RKI angewiesen, AstraZeneca zu verteidigen, nur das Paul-Ehrlich-Institut mußte zur Aussetzung raten?

  124. 124 Kehrer 16. März 2021 um 10:58 Uhr

    War es nicht genau so, wie du das beschreibst? Sieht doch aus wie eine konzertierte Gemeinschaftsaktion, dass innerhalb kurzer Zeit viele Staaten wegen Thrombosegefahr die Impfung aussetzen. Sicher bin ich mir auch nicht, sieht aber so aus.

    In dem Fall gibt es ja sogar einen Grund warum man das nicht explizit als Erpressung formulieren darf, denn dann käme der Vorwurf die Politik spiele mit Menschenleben. Also muss man einen sachlichen Grund vorschützen. Astra Zeneca sagt ja auch nicht, wir liefern lieber nach GB, dort gibt es mehr Geld.

  125. 125 Neoprene 16. März 2021 um 11:08 Uhr

    „Wir müssen die positiven Geschichten erzählen. In jeder Familie gibt es mittlerweile jemanden, der geimpft ist.“

    Das sagte Jens Spahn laut des Bild-Kollegen Paul Ronzheimer im CDU-Präsidium. Kurz darauf wurden die Impfungen mit Astrazeneca ausgesetzt.
    https://utf.rdir.de/form.do?agnCI=875&agnFN=fullview&agnUID=D.B.CufD.m5r.B3fEy.A.nwC7i3cBJtBRbgbZQ0GNxHUfhnsHA1dJ6D6QlXEPi4A6Exsni7C1vaG79XxuDpJlSsw6HfiF7ageRYz1kCodBQ

  126. 126 Neoprene 16. März 2021 um 12:21 Uhr

    „Bisher war unklar, ob und wie die Covid-19-Impfstoffe verhindern können, dass Viren weitergegeben werden. Nun gibt es einen ersten, eindeutigen Hinweis darauf, dass bereits nach der ersten Impfung mit Astrazeneca- oder Biontech-Vakzinen auch die Übertragung der Viren verhindert werden könnte. Das haben Forschende der Universität Glasgow in einer Mitteilung bekannt gegeben. …

    Bei den Geimpften sank die Zahl der Covid-19-Erkrankungen nach der ersten Dosis um 55 Prozent. Auch die Zahl der Krankenhauseinweisungen reduzierte sich beim geimpften Klinikpersonal um 84 Prozent.

    Die Forschenden sahen aber auch, dass auch die Menschen geschützt werden, die mit den Geimpften im selben Haushalt leben. Den Berechnungen zufolge erkrankten Angehörige, die im selben Haushalt leben, 30 Prozent seltener an Covid-19 im Vergleich zu nicht Geimpften. Sie mussten wegen einer Sars-CoV-2-Infektion 23 Prozent seltener in ein Krankenhaus eingeliefert werden.

    Noch deutlicher zeigten sich die schützenden Effekte bei vollständig Geimpften. Die Zahl der Covid-19-Fälle ging 14 Tage nach der zweiten Dosis bei den Geimpften um 92 Prozent zurück. Krankenhauseinweisungen gab es gar keine mehr. Bei den Angehörigen des zwei Mal geimpften Klinikpersonals reduzierte sich die Zahl der Erkrankungen um 54 Prozent und die der Krankenhauseinweisungen um 32 Prozent.“
    https://www.n-tv.de/wissen/Impfung-fuer-Klinikpersonal-schuetzt-Umfeld-article22428103.html

  127. 127 Kehrer 16. März 2021 um 14:30 Uhr

    Das Impfen mit den anderen Impfstoffen geht ja weiter. Das heißt Spahn hätte den Satz auch sagen können, wenn der Impfstop mit Astra Zeneca ein politischer Entschluss ist.
    Warum müssen wir eigentlich die positiven Geschichten erzählen? Damit Herr Spahn nicht so schlecht dasteht?

    Was die Schotten rausgefunden haben ist, entspricht ja dem gesunden Menschenverstand, der jetzt eben mit Zahlen untermauert ist. Durch die Impfung können sich die Viren nicht so rasch vermehren, also ist die Zahl der Viren, die an die Umwelt abgegeben werden auch geringer. Das reduziert die Ansteckung. Ist das eigentlich dieselbe schottische Studie, die rausgefunden hat, dass Astra Zeneca zu 95% vor schweren Verläufen und Hospitalisierung schützt?

    „Den Berechnungen zufolge erkrankten Angehörige, die im selben Haushalt leben, 30 Prozent seltener an Covid-19 im Vergleich zu nicht Geimpften.“ Das ist erklärungsbedürftig.
    Heißt das jetzt, das sich die restlichen 70% außerhalb des Haushalts anstecken oder heißt das dass das Virus trotzdem zu 70% weitergegeben wird. Es sieht ja so aus, als ob sich die verschiedenen Ursachen nicht auseinanderdividieren lassen.
    Das heißt die restlichen 70% haben sich zum Teil bei den Geimpften und zum Teil außerhalb des eigenen Haushalts bei nicht Geimpften angesteckt.

  128. 128 Neoprene 16. März 2021 um 15:02 Uhr

    Ja, mehr als die Bestätigung von gesundem Menschenverstand bieten diese Ergebnisse nicht: In Haushalten, wo wenigstens eine Person schon geimpft wurde, ist die Ansteckungsgefahr dort für die anderen, die dort mitwohnen geringer als in Haushalten, wo noch niemand geimpft wurde. Und die Schutzwirkung ist auch nur relativ moderat, weil wahrscheinlich die Ansteckungen immer noch weitgehend ungedämpt in der Arbeitswelt und der Öffentlichkiet passieren können, weil der Anteil der Geimpften an der Gesamtbevölkerung noch recht gering ist. Vermutlich aber auch, weil eine Impfung nicht völlig die Weitergabe von Viren verhindert sondern nur mehr oder weniger einschränkt.

  129. 129 Kehrer 18. März 2021 um 9:51 Uhr

    Neue Studie aus Dänemark über die Immunität bei überstandener Covid 19 Erkrankung

    https://www.tagesschau.de/ausland/corona-aeltere-erneute-infektion-101.html

    „Aus den Zahlen leiten die Forscher einen Schutz vor einer wiederholten Infektion für jüngere Menschen von rund 80 Prozent ab. Bei Menschen über 65 lag er mit nur 47 Prozent dagegen deutlich niedriger. Andere Faktoren wie etwa das Geschlecht haben demnach nur geringe Auswirkungen auf den Schutz vor einer Re-Infektion.“

    „All diese Daten sind eine Bestätigung dafür, dass im Fall von Sars-CoV-2 die Hoffnung auf eine schützende Immunität durch eine natürliche Infektionen möglicherweise nicht in Reichweite ist und dass ein globales Impfprogramm mit hochwirksamen Impfstoffen die dauerhafte Lösung ist.“

    80% für unter 65jährige ist ja so schlecht nicht. Ich weiß nicht worauf diese Empfehlung für eine Impfung abzielt. Ich nehme an das soll dagegen gerichtet sein durch laufenlassen der Pandemie eine Herdenimmunität zu erreichen. Wie dauerhaft eine Impfung wirkt ist soviel ich weiß nicht geklärt.

  130. 130 Kehrer 19. März 2021 um 10:20 Uhr

    Gestern war im „Talk im Hangar 7″ Winfried Stöcker zu Gast (außerdem Klaus Stöhr), ein Medizinunternehmer und Arzt aus Lübeck, der einen konventionellen Impfstoff entwickelt hat. Ich hatte am 15. März 2021 um 11:45 Uhr hier im Thread schon darauf hingewiesen.

    https://www.servustv.com/videos/aa-25tgf38u91w12/

    Wie der Herr Stöcker in der Sendung erzählt hat, entwickelt die Firma Tests zum Nachweis von Krankheiten. Unter anderem haben sie auch einen Antigentest für Covid 19 entwickelt. Dieses Antigen aus dem Test wird nun mit einem Adjuvans, einem Verstärker, von Stöcker zu Impfung benutzt. Dieses Antigen löst dann direkt im Körper eine Immunantwort aus.
    Antikörper konnte anscheinend auch nachgewiesen werden.

    Das elegante daran ist, dass man dieses Antigen in Zellkulturen herstellen kann. Das heißt es ist spottbillig und muss nur im Kühlschrank gelagert werden. Laut Aussagen von Stöcker könnte der Bedarf von Deutschland in einem mittelgroßen Labor in drei Monaten hergestellt werden.

    Bekanntlich wurde Stöcker vom Paul Ehrlich Institut angezeigt, weil er sich über die rechtlichen Vorschriften hinweggesetzt hat und erstmal 5 Mitglieder seiner Familie geimpft hat. Später auch noch die Belegschaft seines Unternehmens. Er hat sich nach seinen Angaben schon 2020 an das Paul Ehrlich Institut gewendet und die haben ihn dann erstmal 4 Monate hängen lassen. Dann hat er auf eigene Faust geimpft. Man weiß mal wieder nicht wie das abgelaufen ist.
    Die Vorgehensweise ist so dass man erst Tierversuche machen muss und dann beim PEI klinische Tests beantragen kann. Ob das gemacht worden ist weiß ich nicht. Also den Grund warum das PEI nicht reagiert hat kenne ich nicht. Stöcker vermutet es sollten die Entwicklungen von konkurrierenden Impfstoffproduzenten geschützt werden. Drosten sagt in eine email zu Stöcker. “Insgesamt kann ich ihren Selbstversuch gut nachvollziehen, aber man muss natürlich beachten, dass die Vermarktung eines Impfantigens sehr hohe Qualitätsansprüche erfüllt, wenn man den Impfstoff vermarkten will.”

    Ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass Drosten hier beim PEI interveniert hat. Aber natürlich ist auch die Vorgehensweise von Stöcker etwas hemdsärmlig, wenn er einfach seinen Impfstoff verabreicht. Das Blöde ist ja einfach, dass möglicherweise ein funktionierender Impfstoff dadurch verloren geht. Eigentlich müsste das seriös geprüft werden, was an dem Impfstoff dran ist und dann das gesetzlich vorgeschriebene Testverfahren durchlaufen werden.

  131. 131 Nestor 19. März 2021 um 12:45 Uhr

    Mich erreichten kürzlich diese 2 Meldungen:

    6 Monate vor Corona-Ausbruch: Merkel und Co. besprechen Pandemie auf Konferenz in Berlin

    https://www.anonymousnews.ru/2021/03/11/6-monate-vor-corona-ausbruch-merkel-auf-pandemie-konferenz-berlin/

    Angesichts der hochfliegenden Pläne, die damals gewälzt wurden, wie man über internationale Gesundheitsorganisationen Weltmacht spielen könnte, ist das Ergebnis recht bescheiden … Die ganzen Wichtigtuer dachten offenbar, das Virus kommt ohnehin nur in andere Länder, denen man sich dann als Retter in der Not andienen kann.

    Auch die Geschichte von dem Herrn in Schleswig-Holstein, der einen Impfstoff entwickelt haben will und jetzt als Kurpfuscher angezeigt wird, ist bemerkenswert:

    Strafanzeige statt Unterstützung: Der Professor und sein Impfstoff

    https://www.facebook.com/derspiegel/videos/12-strafanzeige-statt-unterst%C3%BCtzung-der-professor-und-sein-impfstoff/259939075710654/

  132. 132 Kehrer 19. März 2021 um 14:51 Uhr

    Pandemiekonferenzen wurden ständig abgehalten. 2017 gab es eine Übung die MARS hieß(Mountain Associated Respiratory Syndrom) Teilnehmer Christian Drosten.

    Wer darüber bescheid wissen will sollte sich den Vortrag von Paul Schreyer auf youtube anschauen. Dass die Regierungen fast alle gleich handeln hat einen Grund. Die Pandemie wurde vorher in Planspielen ausführlich geübt und durchexerziert.

    https://www.youtube.com/watch?v=SSnJhHOU_28

  133. 133 NN 19. März 2021 um 15:16 Uhr

    Corona-Impfung kann Thrombozyten aktivieren

    Forscher an der Universität Greifswald haben in Zusammenarbeit mit dem Paul-Ehrlich-Institut und Kollegen aus Wien und Graz herausgefunden, warum es nach Astrazeneca-Spritzen vermehrt zu Thrombosen kommt

  134. 134 Nestor 19. März 2021 um 20:01 Uhr

    @Kehrer

    Die Pandemie wurde vorher in Planspielen ausführlich geübt und durchexerziert.

    Die ganze Mannschaft in der EU wirkt aber nicht sehr gut vorbereitet. :D

  135. 135 Kehrer 19. März 2021 um 22:35 Uhr

    Das liegt wohl am Unterschied von Simulation und Realität. Nach dem Motto: Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

    Nach dem ersten Lockdown im letzten Jahr sah ja auch noch alles ganz gut aus. Wahrscheinlich war das noch in den Parametern der Simulation und ab Herbst klappte dann nichts mehr. Eigentlich klappte schon im Sommer nichts mehr, aber im Herbst wurde es dann offenbar. Und im Moment erst recht. Vor zwei Wochen noch Öffnungsschritte jetzt sagt Karl Lauterbach sollte man wieder zurück zum Lockdown, weil das impfen zu langsam geht und das Testen zu lange dauert. So unrecht hat er da nicht. Es ist ja wirklich alles durch die Bank ein Desaster.

    Die Politik veranstaltet Impfgipfel bundesweit und europaweit, auf denen sie sich von den Pharmaunternehmen einseifen lässt. Ja wenn die Unternehmen sagen, dass es nicht schneller geht, dann geht es wohl auch nicht schneller. Man muss aber auch sagen, dass der langsame Impffortschritt auch daran liegt, dass die USA die Grenzen für Impfstoff dicht macht. Der Anteil von Moderna(USA) ist winzig. Die EU hat bei Moderna zuerst 150 Millionen bestellt dann nochmal 300 Millionen. Johnson und Johnson(USA) wird erst ab Mitte April geliefert. Astra Zeneca ist unsicher und hat ein Imageproblem und die Liefermengen werden nicht eingehalten, wohl auch weil GB bevorzugt beliefert wird. Also bleibt nur Biontech/Pfizer.
    Dazu kommt, dass das Testen nur vereinzelt funktioniert. Die Betriebe haben eine Testpflicht als Empfehlung interpretiert und die Politiker sagen: Ja wenn das so ist, und ihr wollt nicht, dann schaun wir mal irgendwann, ob ihr euer Versprechen euch substantiell am Testen zu beteiligen eingehalten habt. Echt – wie dämlich kann man eigentlich sein. Da muss man sagen: Hey ihr Unternehmen – die Ansagen macht die Politik und wer nicht testet zahlt Bußgelder in Millionenhöhe der Betriebsgröße entsprechend. Dann klappt das. Aber wenn man sich einlullen lässt und die Unternehmen wie rohe Eier behandelt, dann tanzen sie der Regierung auf der Nase rum.

  136. 136 Nestor 19. März 2021 um 23:29 Uhr

    Na ja, die Unternehmen haben hierzulande durch dicke Wahlkampfspenden der jetzigen Regierung zur Macht verholfen, die muß eben jetzt liefern.

    Ich nehme an, woanders wird es ähnlich sein …

  137. 137 Kehrer 20. März 2021 um 0:35 Uhr

    Die Regierung ist durch Wahlkampfspenden nicht gebunden. Es hat noch nie gestimmt, dass die Regierung ausführendes Organ wirtschaftlicher Monopole oder Interessen wäre. Wo hab ich das gelesen? „It’s the economy, stupid.“ (Es geht um die Wirtschaft, Blödmann.) Soll heißen, die Wirtschaft ist ne heilige Kuh. Die Politik meinen einfach, dass man den Unternehmen nichts zumuten darf. Hotellerie und Gastronomie, Kunst und Kultur dicht machen – kein Problem. Aber in den Betrieben testen? Wenn die das nicht wollen, dann darf man sie nicht mit Zwang verschrecken, diese scheue Spezies.

  138. 138 Nestor 20. März 2021 um 11:31 Uhr

    Was woanders ist, weiß ich wie gesagt nicht.

    Hierzulande hat die Industriellenvereinigung Kurz gepusht und ihm im Herbst die Tür eingerannt, daß er keinen weiteren Total-Lockdown machen darf wie im Frühjahr, weil das halten die Bilanzen nicht aus.

    So kamen dann alle möglichen kleineren Lockdowns, aber die großen Firmen laufen weiter und das Ansteckungsgeschehen dort ist nirgends Thema.

    Von der Masken-Angelegenheit ganz zu schweigen.

    Was das für den Rest der Ökonomie heißt? Immerhin ruht die ganze Gastronomie seit Monaten und Österreich hat einen der stärksten Einbrüche, also Gewinnschrumpfung landesweit, in der ganzen EU.

  139. 139 Kehrer 20. März 2021 um 15:26 Uhr

    In Ö waren auch die Betriebe dicht? Das gab es in D nie. Das ist sozusagen ein tabu, ein nogo. Die Betriebe wollen aber noch nicht mal die Mitarbeiter testen, weil „Kosten und Nutzen in keinem Verhältnis stehen“ für sie. Die Betriebe wollen das freiwillig machen. Einige machen das sowieso schon schon, aber im großen und ganzen heißt freiwillig eben die Betriebe testen nicht. Die spärliche Testerei führt dazu, dass die Zahlen steigen und das heißt, dass dort wo geöffnet wurde, wieder die Notbremse gezogen wird. Das ist noch nicht ganz sicher, sieht aber so aus.

    Die Todeszahlen liegen bei etwa 200 pro Tag. Da muss man aber eine Verzögerung von 4 Wochen einrechnen. Das heißt die die steigen mit Verzögerung. Der Anteil der britischen Variante am Infektionsgeschehen liegt in D bei 72%. Das heißt die Zahlen steigen schätzungsweise mindestens noch 2 Wochen an. Wenn man den Morgenpost Corona Ticker liest merkt man, dass die Bevölkerung wieder auf einen Lockdown eingeschworen werden soll. Lauterbach, Spahn, Söder, Spd-Chefin Esken, Merkel sind für Lockdown. „Ärzte schlagen Alarm: Politik muss „Notbremse ziehen“

    11.57 Uhr: Der Virologe Alexander Kekulé sieht schwere Fehler von Politik und Wissenschaft bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie. „Deshalb kann der Corona-Gipfel nächste Woche nur wieder Beschränkungen beschließen und die Notbremse zu ziehen, die ja bereits auf dem Papier vorgesehen ist. Mir blutet dabei das Herz“, sagte er der „Passauer Neuen Presse“ (Samstag).

    „Wir sollten als intelligente und reiche Industrienation doch in der Lage sein, differenziertere Lösungen zu finden. Aber das ist nicht gelungen. Damit bleibt nur wieder ein pauschaler Lockdown. Die Bevölkerung muss noch einmal die Fehler der Politik ausbaden.“

    Konkret nannte er als Fehler: „Man hat den Varianten regelrecht die Tore geöffnet – zum Beispiel durch Öffnung der Schulen ohne vernünftige Alternativ-Konzepte“, sagte er der „Passauer Neuen Presse“ (Samstag). Hinzu komme, dass die Bevölkerung einfach „sauer“ gefahren sei mit den Restriktionen und die Infektionslage an den Arbeitsplätzen immer noch nicht im Griff sei. „Es gibt also einen Dreiklang an Mängeln. Die Politik nutzt das Argument der Gefahr durch Mutationen gerne, um von eigenen Versäumnissen abzulenken.“

    09.22 Uhr: Angesicht der steigenden Corona-Infektionszahlen in Deutschland hat Chef des Münchner Ifo-Instituts, Clemens Fuest, vor einem „Stotter-Lockdown“ gewarnt. „Ein Problem der Debatte und der aktuellen Politik besteht darin, dass nur in den Alternativen Öffnung versus Lockdown gedacht wird“, sagte Fuest der „Augsburger Allgemeinen“ (Samstagsausgabe). Der Ökonom beklagte das Fehlen einer „proaktiveren Politik im Corona-Management“ in Deutschland.

    Fuest kritisierte vor allem eine unzureichende Teststrategie. Entscheidend wäre es gewesen, Lockerungen an Testkonzepte zu binden, sagte er der Zeitung. Tatsächlich verfügbare Tests würden sichere und nachhaltige Öffnungen ermöglichen. Auch würden dadurch mehr Infektionen entdeckt.

  140. 140 Nestor 22. März 2021 um 22:46 Uhr

    So genau weiß ich das jetzt auch nicht, was im Frühjahr zu und offen war.
    Sicher ist, daß der Bausektor im Frühjahr dicht gemacht hat. Was dann sonst an Betrieben stillgestanden ist, habe ich keine Ahnung. Aber es war auf jeden Fall mehr als im Herbst. Denn da haben alle wichtigen Wirtschafts-Fuzis gesagt: Noch einmal nicht, weil sonst …
    Die zersplitterte Tourismusbranche und Gastronomie hat offenbar eine solche Lobby nicht.

  141. 141 Neoprene 22. März 2021 um 23:05 Uhr

    „Die Todeszahlen liegen bei etwa 200 pro Tag“.
    Also bei einem Bruchteil des Höhepunkts Anfang Januar. Da waren es noch knapp 900. Es sind jetzt weniger als auf dem Höhepunkt der Welle im April letzten Jahres.

  142. 142 Nestor 23. März 2021 um 11:19 Uhr

    Ich habe jetzt einiges hierher übersiedelt, weil auch aus meiner Schuld der Impf-Thread mit nicht dorthin gehörigen Meldungen vollgestopft wurde.

    @Neoprene

    Der Staat, mit all den Sachen, die er so organisiert und betreibt, ist einfach zu teuer geworden für die Renditeüberlegungen der Wirtschaft.

    Man fragt sich nur, wer sind eigentlich die Subjekte, die das entscheiden?

    @Kehrer

    Ich schließe daraus, dass der Staat hier tatsächlich seiner Rolle als ideeller Gesamtkapitalist nicht nachkommt.

    Mhhm.
    Der Staat macht etwas nicht. Soso.
    Die „Rolle“ hat er vielleicht gar nicht?
    Die wird ihm nur von einigen Leuten zugeschrieben – um dann festzustellen, daß er ihr nicht nachkommt.
    Sehr wissenschaftlich ist das nicht.

  143. 143 Kehrer 23. März 2021 um 11:20 Uhr

    „In the long run we are all dead.“ Tut mir leid, so bewandert in Keynes Theorie bin ich nun auch nicht, dass ich wüsste was das heißen soll. Wörtlich genommen heißt es, letztlich ist sowieso alles wurscht, weil wir eh auf lange Sicht alle tot sind.Aber so wurscht ist den Politikern ja offensichtlich nicht, was geschieht, sonst wären sie keine Politiker.

    „Wenn der andere Vorstellungen von den zu machenden Gewinnen und den Zeitrahmen zu dessen Erzielung hat, dann stimmt das eben nicht. „

    Und welcher Zeitrahmen müsste angesetzt werden, damit sich ein gesundgeschrumpften/kaputtgesparten Gesundheitswesens gepaart mit einem Pandemiemanagement, das Teile der Volkswirtschaft einfach abschreibt, und Abermilliarden an Überbrückungshilfen kostet, insgesamt trotzdem noch lohnt. Ich denke einen solchen Zeitrahmen gibt es nicht.

    „wo er „vernünftiger“ gewesen ist“

    „Vernünftiger“ auch mit Anführungsstrichen trifft es nicht, denn es geht ja nicht um Vernunft, sondern darum, dass der Staat hier seinem Begriff nicht gerecht wird. Es geht nicht darum, was ich für vernünftig halte, sondern dass der Staat an seiner Aufgabe gemessen, widersinnig agiert. Und ja Nestor, es ist durchaus möglich, dass meine Theorie nicht stimmt und der bürgerliche Staat nicht als ideeller Gesamtkapitalist handelt. Das ist aber nicht wahrscheinlich. Das ist ungefähr so, wie wenn jemand die Realitvitätstheorie widerlegt hätte. Möglich schon aber unwahrscheinlich. Jedenfalls heißt es, dass etwas nicht verstanden ist. Außerdem müsstest du, nestor, dann auch mal sagen, warum der ideelle Gesamtkapitalist eine falsche Erklärung sein soll und was die richtige Erklärung ist.

    „Ein in der Tat starkes Argument für dich ist die offensichtliche Tatsache, daß die Versuche, mit Staatsknete die Pandemie halbwegs abzufedern, Unsummen kostet und um Größenordnungen mehr als präventive Maßnahmen wie Investitionen ins Gesundheitswesen.“

    Ein Gegenargument gegen mich könnte sein, dass der Ausbau des Gesundheitswesen kein Ausweg aus der Pandemie ist. Denn auch wenn es mehr Betten, mehr Intensivstationen und mehr Personal gibt das besser bezahlt ist, käme auch dieses verbesserte Gesundheitswesen schnell an seine Grenzen, wenn die Ausbreitung ungebremst sich vollzieht. Das stimmt zwar nicht ganz, könnte aber von Fans eines kostengünstigen Gesundheitswesens angeführt werden. Das Argument stimmt nicht, weil mit einem besseren Gesundheitswesen, der Handlungspielraum sich natürlich erweitert, wenn das Gesundheitswesen nicht bei jedem Husten in die Knie geht.

    „und zwar an die Adresse der staatlichen und philanthropischen Veranstalter dieser globalen Inszenierung.“

    Normalerweise sagen die Politiker aber immer welche Zwecke sie verfolgen. Du, Phineas, kannst ja auch keinen Zweck benennen für den das Pandemietheater inszeniert wird.

  144. 144 Nestor 23. März 2021 um 11:23 Uhr

    Nur Interessehalber, hier die Sichtweise eines Industriebetriebes:

    Siemens-Manager Bernhard Kienlein: „Der Wille ist da“

    Wie die Industrie jetzt Geld für den Aufschwung locker macht und welche Produktivitätshebel die Digitalisierung dabei bietet, erzählt Bernhard Kienlein, Head of Digital Industries bei Siemens Österreich, im Interview.

    INDUSTRIEMAGAZIN: Herr Kienlein, vor einem Jahr ging es in den Lockdown, jetzt sollen es Aufholeffekte richten. Wie sehr hat sich das Industriegeschäft stabilisiert?

    Bernhard Kienlein: Siemens ist bis dato gut durch die Krise gekommen. Das Geschäft läuft erfreulich, wir liegen über unseren Erwartungen. Wenn wir sehen, wie wir die letzten Monate gemeistert haben und extrapolieren, welchen Boost eine breite Impfdurchdringung bringt, schauen wir sehr zuversichtlich in die nächsten Wochen. Der Aufholeffekt wird uns die nächsten zwei Jahre beschäftigen. In der Industrie sehen wir bereits jetzt schon positive Anzeichen wie z.B. in den Bereichen Maschinen- oder Automobilbau. Und die Pharmaindustrie hat sowieso weiter investiert.

    https://industriemagazin.at/a/siemens-manager-bernhard-kienlein-der-wille-ist-da

    Auch mit dem Testen scheint es in produktiven Betrieben verschiedene Einstellungen zu geben. Der Chef von KTM sagt, in eigenem Interesse wird viel getestet:

    KTM-Chef Stefan Pierer: „Europa wird zuletzt aus der Krise kommen“

    KTM-Eigner Stefan Pierer erzählt, wie Mattighofen zum Zentrum der E-Mobilität werden soll, und rätselt, wieso in Österreich so hohe Coronahilfen so wirkungslos bleiben können. Seine Parteispenden würde er wieder überweisen.

    https://industriemagazin.at/a/ktm-chef-stefan-pierer-europa-wird-zuletzt-aus-der-krise-kommen

  145. 145 Neoprene 23. März 2021 um 11:24 Uhr

    „Wörtlich genommen heißt es, letztlich ist sowieso alles wurscht, weil wir eh auf lange Sicht alle tot sind.“
    Das wird üblicherweise in den berühmten Keynes-Spruch reininterpretiert. Was ihm wahrscheinlich unrecht tut, das ist hier aber egal.
    Wenn du dem entgegenhältst, „so wurscht ist den Politikern ja offensichtlich nicht, was geschieht, sonst wären sie keine Politiker.“ dann klingt das so, als ob die nicht nur an die „Zukunft“ denken sollten, sondern es (von ihrem Standpunkt aus) auch täten. Das scheint mir nun wirklich zu viel des Guten, was du denen da attestiert.
    Bei Fragen, ob sich irgendeine Politik in the long run nun lohnen wird oder nicht, ist ja immer das Problem, daß auch die Politiker vorher gar nicht wissen können, was da an Kosten überhaupt zusammenkommen und was an Erträgen eingefahren werden wird. Ex post sind viele Politiker und andere Menschen sowieso gerne schlauer und behaupten, daß „man“ es schon vorher hätte beser wissen können. Ich vermute, daß vor Beginn der Pandemie die Politik geglaubt hat, billig über die Runden zu kommen, wenn es schon kommt. Oder sie haben befürchtet, sich sowas dann gar nicht leisten zu können.

    „es geht ja nicht um Vernunft, sondern darum, dass der Staat hier seinem Begriff nicht gerecht wird.“

    Wenn buchstäblich alle Staaten (bis auf ein paar Ausnahmen) ihrem „Begriff“ nicht gerecht werden, dann wurden die wohl bisher nicht richtig begriffen, befürchte ich. Ob die Pandemiereaktionen schon reichen, um denen abzusprechen „als ideeller Gesamtkapitalist“ zu agieren, glaube ich eher nicht. Ich denke eher, daß du eine Interpretation dieses Begriffs hat, der eben offensichtlich nicht von der zu beobachtenden Politik gedeckt ist.

    Ja, gegen eine richtig fette Pandemie, so, wie sie in den Vorhersagen und Planspielen vorkamen, würden natürlich auch doppelt soviele Intensivbetten nicht ausreichen (in der aktuellen relativ harmlosen Epidemie sind ja in Deutschland die Kapazitätsgrenzen nur vereinzelt lokal erreicht worden), sich immer gegen den worst case absichern zu wollen ginge wirklich ins Geld. An den Küsten gibt es deshalb schon ewig den Streit darum, wieviel Deicherhöhung es bräuchte bzw. wieviel es kosten darf.

  146. 146 Nestor 23. März 2021 um 11:34 Uhr

    „ZUSAMMENBRUCH“
    Brasiliens dritte Welle erfasst Bolsonaro

    Ende 2020 verkündete Brasiliens Präsident Bolsonaro das nahende Ende der Pandemie. Drei Monate später ist das Gegenteil der Fall. Eine aggressive dritte Coronawelle rollt über das Land und überlastet das Gesundheitssystem. Bolsonaro sabotiert seine Gouverneure.

    Manche sehen zusätzlich die Rückkehr von Bolsonaros Erzfeind als Grund für die geringere Beliebtheit in der Bevölkerung: Lula da Silva ist zurück auf der politischen Bühne. Gerichte annullierten die Haftstrafen wegen Korruption gegen den linken Ex-Staatschef. Der damals verantwortliche Richter Sergio Moro, später Justizminister Bolsonaros, habe möglicherweise nicht unabhängig über Lula da Silva geurteilt, stellte der Oberste Gerichtshof fest.

    https://www.n-tv.de/politik/Brasiliens-dritte-Welle-erfasst-Bolsonaro-article22438371.html?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

  147. 147 Kehrer 23. März 2021 um 12:37 Uhr

    Den Zitaten entnehme ich, dass bei Siemens die Kasse klingelt trotz und wegen Corona. Na ja. Dass es auch Krisengewinner gibt, ist ja nichts neues.

    „Ich vermute, daß vor Beginn der Pandemie die Politik geglaubt hat, billig über die Runden zu kommen, wenn es schon kommt. Oder sie haben befürchtet, sich sowas dann gar nicht leisten zu können.“ Dann müsste doch aber langsam ein Umdenken einsetzen, denn dass die Pandemie billig wird, glaubt ja inzwischen niemand mehr. Davon kann ich aber nichts entdecken.

    „Wenn buchstäblich alle Staaten (bis auf ein paar Ausnahmen) ihrem „Begriff“ nicht gerecht werden, dann wurden die wohl bisher nicht richtig begriffen, befürchte ich.“ Ja soweit war ich auch schon und nestor auch. Dann müsstest du aber auch mal sagen wo der Fehler liegt, sonst ist diese Weisheit nicht viel wert.

    „Ob die Pandemiereaktionen schon reichen, um denen abzusprechen „als ideeller Gesamtkapitalist“ zu agieren, glaube ich eher nicht.“ Na siehst du, du glaubst das auch nicht.

    „Ich denke eher, daß du eine Interpretation dieses Begriffs hat, der eben offensichtlich nicht von der zu beobachtenden Politik gedeckt ist.“ Tja, dann aber nochmal. Wo liegt „mein“ Fehler? Den kannst du ja offensichtlich auch nicht benennen.

    Ich versuch mal das noch anders einzuordnen. Vielleicht gibt es ja einen Grund, warum fast alle westlichen Staaten ihre Aufgabe als ideeller Gesamtkapitalist nicht wahrnehmen. Und der liegt in der Konkurrenz der Nationen. Sie scheuen vordergründige Mehrkosten, um die Gesellschaft und die Wirtschaft nicht über Gebühr zu belasten und dem Kapital dadurch einen Standortnachteil zu bescheren. Seuchenvorbeugung inklusive eines belastbaren Gesundheitswesens ist das Gegenteil dessen, was die Staaten seit 30 Jahren getrieben haben. Was sie nicht verstehen, ist, dass durch die Pandemie die Mehrkosten sowieso entstehen, wenn nicht durch ein gescheites Gesundheitswesen, dann dadurch dass nicht unwesentliche Teile der Wirtschaft dicht machen und der Staat sich gigantisch verschulden muss. Bis jetzt fehlt da ein auf westliche Staaten übertragbares Erfolgsmodell (China ist es nicht, obwohl China in der Beziehung insgeheim zum Vorbild wird), das mit verträglichen Kosten eine Pandemie überstehen kann. Also letztlich ein Standortvorteil fürs Kapital wäre.

    Ach ja: Bein ZDF ist offenbar jemand schwer genervt: https://www.zdf.de/nachrichten/politik/corona-mpk-kommentar-ostern-beschluesse-100.html

  148. 148 Nestor 23. März 2021 um 13:17 Uhr

    Ich fand den Beitrag von Neoprene – durch die Verschiebung der Kommentare hierher ist alles ein bißl durcheinandergeraten – recht hilfreich:

    Der Staat, mit all den Sachen, die er so organisiert und betreibt, ist einfach zu teuer geworden für die Renditeüberlegungen der Wirtschaft.

    Wer beschließt das, wer setzt das durch? – das wäre meine Frage.

    Immerhin hat der bürgerliche Staat im Laufe des 20. Jahrhunderts jede Menge Aufgaben übernommen:

    Allgemeine Schulbildung – höhere Bildung – Forschung – also Erziehungswesen und Wissenschaftsbetrieb

    Krankenhäuser – Sanatorien – Rehab – medizinische Ausbildung – Medikamente auf Rezept (= Subventionierung der Pharmaindustrie) – Krankenkassen – Lohnnebenkosten
    also das ganze Gesundheitswesen mit allem Drum und Dran

    und schließlich der Sozialstaat, d.h.Arbeitslosenversicherung, Sozialhilfe, Mindestsicherung, Hartz IV usw.
    Kinderbeihilfe, Wohnbeihilfe, Frauenhäuser, Sozialarbeiter, Kinderbetreuungseinrichtungen.

    Der Manchesterkapitalismus kam ohne das alles aus. Im Kapital steht drinnen, warum diese ganzen oben angeführten, aber damals noch unbekannten Einrichtungen das reibungslose Funktionieren des Kapitalismus befördern. Sie stehen also nicht im Widerspruch zu Ausbeutung und Konkurrenzgesellschaft, sind aber offenbar entbehrlich.

    Zieht sich der Staat also auf seine reine Gewaltfunktion zurück und wird als eine Art „Oberausschuß der Kapitalistenklasse“ von den großen Unternehmen dafür alimentiert, durch Parteispenden und sonstige Zuwendungen?

  149. 149 Kehrer 23. März 2021 um 13:25 Uhr

    Wenn die von dir aufgezählten Funktionen das reibungslose Funktionieren des Kapitalismus befördern, dann sind sie nicht entbehrlich, weil dann funktioniert der Kapitalismus eben nicht reibungslos.

  150. 150 Neoprene 23. März 2021 um 13:57 Uhr

    Ich glaube, daß Kehrers Hinweis auf die internationale Konkurrenz wichtig ist: So, wie sich im 19 .Jahrhundert die Firmen der Konkurrenz ausgesetzt sahen, und daraufhin freiwillig alles Mögliche nicht machen wollten/konnten, so ähnlihc scheint es mir dieser Tage bei der internationalen Konkurrenz zuzugehen: Alle Staaten haben sich dem Urteil der Finanzmärkte unterworfen, nur Sachen zu machen, die schnell und direkt bei Firmen Profite abwerfen oder wenigstens abzuwerfen versprechen. Da ist dann auf einmal nach all den Jahrzehnten doch einiges „überflüssig“. Jedenfalls für die schnellen Gewinne. Also überlegen sich alle Staaten rund um die Uhr, wieviel Gesundheitsaufwand sie ihrer Wirtschaft aufbürden können, ehe die Kosten zu hoch und die Kreditwürdigkeit zu niedrig werden.

  151. 151 Phineas 23. März 2021 um 14:36 Uhr

    „Normalerweise sagen die Politiker aber immer welche Zwecke sie verfolgen“
    (Kehrer)

    Etwa dann,wenn die Politiker der NATO-Staaten es mal wieder für geboten halten, einen genozidalen (Bürger) Krieg anzuzetteln und ganze Staaten und Weltgegenden in Schutt und Asche gelegt werden müssen? Etwa dann, wenn mal wieder der Gürtel enger geschnallt werden soll und dem Bürger die x-te Kürzung im „Sozialbereich“ zugemutet werden muss? Etwa dann, wenn…

  152. 152 Neoprene 23. März 2021 um 15:46 Uhr

    Es ist eine grobe Verharmlosung der Politiker (und Medien) dieser imperialistischen Welt, wenn verbreitet wird, die würden immer völlig überraschend mit Sauereien rauskommen. Im Gegenteil: Vom NATO-Kriegskurs gegen die Sowjetunion über die Irakkriege bis hin zu Hartz IV ist alles immer lang und breit ideologisch/medial vorbereitet worden, wer dann von irgendwas überrascht wurde, muß schon ein beinharter FDGO- und NATO-Fan gewesen sein.

  153. 153 Kehrer 23. März 2021 um 15:53 Uhr

    Ja, schon gut. Also wenn sie eine Sauerei beabsichtigen, dann kommen, wenn überhaupt Ideologien, warum das notwendig sei. Bloß fällt es mir hier schwer, von einer Ideologie auf einen Zweck zu schließen, außer den schon bekannten. Solche Zwecke sind ja auch nicht wirklich ein Geheimnis. Und nochmal: Welchen Zweck vermutest du denn, der hinter allem steckt.

  154. 154 jana 23. März 2021 um 16:21 Uhr

    horch, ein re…
    Zahl der Corona-Reinfektionen in Tschechien sprunghaft angestiegen

    13:50 Uhr: In Tschechien ist die Zahl der Reinfektionen mit dem Coronavirus zuletzt sprunghaft angestiegen. Wie die Gesundheitsbehörde am Dienstag mitteilte, wurden bis Ende Februar 1.400 Fälle registriert, bei denen sich Menschen bereits zum wiederholten Mal mit dem Virus angesteckt haben.

    Bis Ende Januar seien nur 158 solcher Fälle bekannt gewesen. Die Zahl der Reinfektionen habe aufgrund des starken Anstiegs der Neuinfektionen in der zweiten Infektionswelle im Herbst zugenommen, erklärte die Behörde.

    Den Angaben zufolge liegt das Durchschnittsalter jener, die erneut an Corona erkrankt sind, bei 42 Jahren. Zwischen der ersten und zweiten Infektion lagen durchschnittlich 142 Tage.

    :roll:

    diese re-e sind am allerliebsten aufm autoimmun-trip … keine impfung, phineas, gib dir n re…ich versprech dir, das is hammergeil, echt!!!

  155. 155 Nestor 23. März 2021 um 17:40 Uhr

    Hier geht einiges durcheinander, so kommt mir vor.

    1. welche Zwecke Politiker verfolgen, fällt mir inzwichen in der Pandemie schwer, zu verfolgen.

    2. Der Hinweis von Phineas ist natürlich auch zu würdigen. Die Ziele, die diverse Politiker verfolgen; die dazu verbreiteten Ideologien über die Verbreitung von Freedom, Democracy und Nation building und die Ergebnisse von diesem ganzen Treiben sind schwer in Einklang zu bringen.

    Ich mach bald einmal eine Seite für diese Art von Debatte.

  156. 156 Phineas 23. März 2021 um 18:38 Uhr

    @Neoprene

    ja und? Wer hat denn hier behauptet, „Politiker…würden immer völlig überraschend mit Sauereien rauskommen“

    @Kehrer

    Wenn behauptet wird, „wir“ müssen im Land xy von Diktator Schiesstalletot „militärisch eingreifen um seine Bevölkerung zu schützen “ ist das in der Tat eine Ideologie und kein Zweck.

    Ebenso wie die verrückte Ideologie kein Zweck ist, die behauptet, die globalen Menschen vernichtenden Corona Notstandsmaßnahmen und der not-ständige Feldversuch einer flächendeckenden Zwangsimpfung – u.a. einer ungetesteten Gentherapie – gegen eine respiratorische Virus-Epidemie, die 99% der Bevölkerung überhaupt nicht gefährlich werden kann, diene dem Gesundheitsschutz (und sei leider auch der einzige Weg zur Erreichung einer sog. (Herden)Immunität und der Gesunderhaltung der Risikogruppen).

  157. 157 Neoprene 23. März 2021 um 19:24 Uhr

    @ Phineas
    „Wer hat denn hier behauptet, „Politiker…würden immer völlig überraschend mit Sauereien rauskommen““

    Na du, wie hast du denn sonst deine Zurückweisung von Kehrer
    „Normalerweise sagen die Politiker aber immer welche Zwecke sie verfolgen“ gemeint?

  158. 158 Neoprene 23. März 2021 um 19:28 Uhr

    Phineas, woher nimmst du eigentlich deine Gewißheit, daß Corona „eine respiratorische Virus-Epidemie [ist], die 99% der Bevölkerung überhaupt nicht gefährlich werden kann“?
    (Wobei selbst dein eines Prozent allein in Deutschland eine knappe Million Menschen sind.) Was ist für dich „gefährlich“? Welche Krankheitsauswirkungen buchst du unter ungefährlich ab?

  159. 159 Kehrer 24. März 2021 um 11:30 Uhr

    „Ebenso wie die verrückte Ideologie kein Zweck ist, die behauptet, die globalen Menschen vernichtenden Corona Notstandsmaßnahmen und der not-ständige Feldversuch einer flächendeckenden Zwangsimpfung …diene dem Gesundheitsschutz.“

    Dem Gesundheitsschutz dient das nicht, da sind wir uns einig. Man kann es auch anders sagen. Die Gesundheit soll nicht so unsinnig durch ein blödes Virus zerstört werden, sondern wie bisher produktiv vernutzt durchs Kapital. Die Gesundheit ist im Kapitalismus nicht einfach dem Spaß an der Freud seiner Inhaber unterstellt, sondern hat gefälligst der kapitalistischen Ausbeutung zu dienen. Und diesem Dienst kommt das Virus in die Quere.

  160. 160 Neoprene 24. März 2021 um 12:28 Uhr

    „Die Gesundheit soll nicht so unsinnig durch ein blödes Virus zerstört werden, sondern wie bisher produktiv vernutzt durchs Kapital.“
    Das Blöde ist aber, daß die Gesundheit natürlich massiv angegriffen und in Zehntausenden von Fällen in der BRD ja auch zerstört wurde. Unter anderem, weil das blöde Virus nicht erfolgreich bekämpft wurde. Ja, auch dieser Virus kommt der Gewinnemacherei in die Quere. Sozusagen mit Ansage. Und wie geht die Politik damit um?

  161. 161 Kehrer 24. März 2021 um 14:30 Uhr

    @Neoprene: 1. Geht es ja nicht um die Gesundheit des Einzelnen, sondern um die Gesundheit der Lohnabhängigen k l a s s e. Das geht aus der Funktionalität der Gesundheit für die Ausbeutung hervor. Wenn diese in ihrer Funktionalität für Kapital erhalten wird, dann fallen Zehntausende von Fällen zerstörter Gesundheit nicht ins Gewicht. Die Zahl der Überflüssigen übersteigen die der Langszeit Covid Opfer noch um ein vielfaches. Die Langzeitschäden machen sich dann höchstens als höhere Belastung für die Krankenkassen geltend.
    2. Auch wenn ein Zweck nur teilweise, also „nur“ zu 98% erreicht würde, spricht das nicht dagegen, dass es diesen Zweck nicht gibt.

  162. 162 Phineas 24. März 2021 um 14:40 Uhr

    „…wie hast du denn sonst deine Zurückweisung von Kehrer
    „Normalerweise sagen die Politiker aber immer welche Zwecke sie verfolgen“ gemeint?“

    genau so wie sie da aufgeschrieben steht und nicht so wie du sie dir zurecht interpretierst.

    Wie kommst DU eigentlich darauf, dass diese gefährliche Virus-Epidemie gefährlicher sein soll als die Epidemien der vergangenen Jahre, was ja auch das offizielle Narrativ für die Rechtfertigung so gut wie jeder med. und polit. „Maßnahme“ war und ist?

    „Respiratorisches Virus“?

    Zusammenfassung
    Der saisonale Zyklus von respiratorischen Virusinfektionen ist seit Tausenden von Jahren
    bekannt. Jahr für Jahr wird die Bevölkerung der gemäßigten Klimazonen von Erkältungsund Grippewellen heimgesucht. Auch Viren wie das SARS-Coronavirus (SARS-CoV)
    (Schweres Akutes Respiratorisches Syndrom, SARS) und das neuartigen SARS-CoV-2
    verursachen Epidemien, die in den Wintermonaten aufgetreten sind. Der Mechanismus,
    welcher für die Saisonalität respiratorischer Virusinfektionen verantwortlich ist, wird seit
    vielen Jahren erforscht und diskutiert. Die zwei wesentlichen Ursachen sind
    Veränderungen von Umweltparametern und menschliches Verhalten. Die Auswirkungen
    von Temperatur und Luftfeuchtigkeit auf die Infektiosität und die Übertragungsraten von
    respiratorischen Viren sind gut belegt. Der große Einfluss von Umweltfaktoren,
    insbesondere der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit, auf die intrinsische, angeborene
    und erworbene Immunantwort des Wirtes auf virale Infektionen der Atemwege wurde erst
    unlängst aufgedeckt. Wir fassen den Wissenstand zum Einfluss des Raumklimas und des
    Außenklimas auf die Saisonalität respiratorischer Virusinfektionen zusammen und
    diskutieren anhand aktuellster Studien die Faktoren, welche verantwortlich sind für die
    saisonal unterschiedlich ausfallende Immunantwort auf respiratorische Viren.

    https://www.svlw.ch/images/literatur/300%20Grundlagen/320%20Internationale%20Reports/W.H._Saisonalitaet_Viraler_Respiratorischer_Infektionen.pdf

    Aber die Möglichkeit, ein respiratorisches C-Virus sei in einem der Bio/Tech/Waffenlabore in Wuhan modifiziert und zusammengeschraubt worden und sei danach „entwichen“, ist ja nicht aus Welt.

  163. 163 Neoprene 24. März 2021 um 15:13 Uhr

    „Wie kommst DU eigentlich darauf, dass diese gefährliche Virus-Epidemie gefährlicher sein soll als die Epidemien der vergangenen Jahre“

    Zwar man natürlich endlos darüber streiten, wo die Grenze von gefährlich zu gefährlicher liegt und es ist auch offensichtlich, daß SARS-CoV-2 nicht dasselbe ist wie Ebola oder auch „nur“ Pest, sondern wie Influenza zu den unzähligen Erkrankungen führt, die die Atemwege befallen.

    Aber Corona ist halt merklich schädlicher als „normale“ Influenza-Wellen:
    „eine Gruppe französischer Forscher um Professor Dr. Lionel Piroth und Professor Dr. Catherine Quantin von der Universitätsklinik Dijon, Frankreich, [hat] die Daten von fast 90.000 hospitalisierten Covid-19-Patienten, die zwischen März und April 2020 erkrankt waren, analysiert. Diese Daten verglichen sie mit fast 46.000 Patienten, die zwischen Dezember 2018 und Ende April 2019 wegen saisonaler Influenza hospitalisiert worden waren. Die Sterberate lag bei den Covid-19-Patienten mit 16,9 Prozent um den Faktor drei höher als bei Influenza mit 5,8 Prozent. Das berichtet das Team im Fachjournal »The Lancet Respiratory Medicine«.

    Ein größerer Anteil der Covid-19-Patienten musste intensivmedizinisch betreut werden im Vergleich zu den Influenza-Patienten (16,3 versus 10,8 Prozent). Sie mussten doppelt so häufig beatmet werden und ihr Aufenthalt auf der Intensivstation war doppelt so lang.

    Ein etwas anderes Bild zeigte sich bei Kindern und Jugendlichen: Von den Personen unter 18 Jahren mussten deutlich weniger SARS-CoV-2-Positive im Krankenhaus behandelt werden als bei den Influenza-Infizierten. Einmal im Krankenhaus musste ein höherer Prozentsatz der Covid-19-Patienten unter fünf Jahren dagegen intensivmedizinisch betreut werden als bei den Grippepatienten. Die Sterblichkeit war in beiden Gruppen in dieser Altersgruppe gleich und sehr gering, heißt es in der Publikation.“
    https://www.thelancet.com/journals/lanres/article/PIIS2213-2600(20)30527-0/fulltext

    „Eine weitere Untersuchung aus den USA kommt zu anderen Zahlen, aber zum gleichen Ergebnis: Wie ein Team um Yan Xie von der Saint-Louis-Universität in Missouri berichtet, ist bei Covid-19 sowohl die Sterbe- als auch die Komplikationsrate deutlich höher als bei der saisonalen Grippe. Entsprechende Daten stellen die Forschenden im »British Medical Journal« vor. Auch sie hatten hospitalisierte Covid-19- mit hospitalisierten Influenza-Patienten verglichen. Als Datenbasis dienten 3641 Personen, die zwischen Februar und Mitte Juni 2020 aufgrund von einer SARS-CoV-2-Infektion im Krankenhaus behandelt werden mussten, sowie 12.676 Grippe-Patienten, die zwischen 2017 und 2019 stationär aufgenommen wurden.

    Auch dieser Vergleich zeigt, dass bei Covid-19 die Sterblichkeit um den Faktor fünf erhöht war (Odds Ratio 4,97). Auch das Risiko, eine Beatmung zu benötigen, war um den Faktor vier und das Risiko, auf Intensivstation verlegt zu werden, um den Faktor 2,4 erhöht.

    Während bei Grippe vor allem der Respirationstrakt angegriffen wird, sind bei Covid-19-Patienten mehr Schäden außerhalb der Lunge zu verzeichnen. So traten Nierenschäden bei Covid-19-Patienten um 50 Prozent häufiger auf (Odds Ratio 1,52) und eine Dialyse musste viermal so häufig begonnen werden. Sie benötigten häufiger Insulin (Odds Ratio 1,86) und erlitten vermehrt septische Schocks (Odds Ratio 4,04). Schon früh war vom neuen Coronavirus bekannt geworden, dass es auch die Blutgefäße schädigt. Dies führt zu einer verstärkten Rate an entsprechenden Komplikationen, wie sich in der Studie bestätigte. Lungenembolien traten um 50 Prozent, tiefe Venenthrombosen um 50 Prozent und Schlaganfälle um 62 Prozent häufiger bei Covid-19-Patienten auf. Im Vergleich zu Grippe-Patienten war bei ihnen das Risiko für einen Herzinfarkt um den Faktor 8 erhöht.

    Zusammengenommen zeigen die Daten, dass Covid-19-Patienten nicht nur ein erhöhtes Sterberisiko im Vergleich zu Grippe-Patienten haben, schreiben die Forschenden. Sie entwickeln auch mehr Komplikationen und benötigten mehr Kapazitäten des Gesundheitswesens.“
    https://www.bmj.com/content/371/bmj.m4677?__cf_chl_jschl_tk__=605681632f049e64778263e02e1bf217ce44c6d5-1616595155-0-Aa8JFqNJJWIH37UGXA3d2wrj2JXLm6fKXHRX9YUtV2SWsp8-RQb20Kp_RhEV8jFi5poh2w-jlru85F31YsKXI9qkMoplxAI6ZdUB5s-9sXGf4EM32C-_Dt__nCn9ZhkHQQmAdWmGb3dfUA6mRoXCozj08HuTPygHRWQLLKl3HOO8bhIiGviFcWDLs1AoINaXREx2kHyj_rlqFH0fkIjKMlzBR6re44AYta8Ak-K8iGsKF3_T2cEpHLs3K_hN3nMH11ax6FqpJLkoELTi1fKv1EHDaDAoj2U9RGjAKcUaq5X9_QFtO0IJ-lSg8Dgkr6Dc5rfOrpd9ks4N6WjnA9bgA3RyzNeDIRYbUpSJU1_Fh0wc

    „Beide Studien vergleichen allerdings nur jeweils hospitalisierte Patienten von beiden Erkrankungen miteinander. Nicht berücksichtigt sind Infizierte ohne Symptome und mit milden Verläufen. Wenn diese mit einbezogen werden, lässt sich die sogenannte Infektionssterblichkeit (infection fatality rate) berechnen. Dies hat im September ein Team um Professor Dr. Andrew T. Levin vom Dartmouth College in Hanover, New Hampshire, getan und ebenfalls Covid-19 und die saisonale Grippe verglichen. Es zeigte sich, dass die Infektionssterblichkeit bei SARS-CoV-2 nicht um den Faktor drei bis fünf, sondern um den Faktor 10 höher ist als bei der Grippe.“
    https://www.pharmazeutische-zeitung.de/covid-19-ist-definitiv-gefaehrlicher-als-die-grippe-122629/seite/2/

  164. 164 Neoprene 24. März 2021 um 15:24 Uhr

    „Eine Studie des Dartmouth College in New Hampshire zeigt, dass die Infektionssterblichkeit für Covid-19 in den USA bei 0,8 Prozent liegt und damit 16-mal höher ist als für die Influenza in den USA, erklärt der Virologe Christian Drosten: „Jetzt ist aber die amerikanische Bevölkerung jünger als die deutsche. Das heißt, wir müssten in Deutschland mit einer Infektionssterblichkeit rechnen, die nach dieser Auswertung so an die ein Prozent rangeht oder sogar knapp über ein Prozent geht.“

    Aufgrund der anderen Altersstruktur ist für Deutschland bei Covid-19 eine Infektionssterblichkeit von 1,0 Prozent oder etwas mehr anzunehmen. Dagegen wird in Deutschland bei der Influenza eine Sterberate von 0,1 bis 0,2 Prozent geschätzt.

    Die amerikanische Studie zeigt aber noch etwas: Die Infektionssterblichkeit ist extrem altersabhängig und geht mit zunehmendem Alter rapide nach oben. Während bei unter 35-Jährigen das Risiko nach einer Ansteckung zu sterben bei 0,004 Prozent liegt – das hieße einer von 25.000, der sich ansteckt, stirbt. Ist es bei den 65- bis 74-Jährigen bei 2,5 Prozent, das heißt jeder Vierzigste, der sich infiziert, stirbt.

    Verglichen mit der Influenza ist das 30mal mehr. Für diese Altersgruppe ist eine Corona-Infektion also 30mal tödlicher als eine Grippe. Zusammengefasst hieße das: je jünger eine Gesellschaft, umso geringer die Sterblichkeit. “
    https://www.br.de/nachrichten/wissen/faktenfuchs-warum-covid-19-gefaehrlicher-ist-als-grippe,SFGti9t
    „Assessing the age specificity of infection fatality rates for COVID-19: systematic review, meta-analysis, and public policy implications“
    https://link.springer.com/article/10.1007/s10654-020-00698-1

  165. 165 Neoprene 24. März 2021 um 15:30 Uhr

    „Es ist eindeutig Covid-19 gefährlicher als eine Grippe. Dabei muss man sich klarmachen, dass auch eine Grippe nicht harmlos ist. Viele Menschen sterben jedes Jahr daran. Viele Menschen haben auch langfristige Schäden durch eine Grippe. Aber man kann bei Covid-19 immer noch einmal den Faktor zehn drauflegen bei langfristigen Schäden, bei schweren Verläufen und auch bei Todesfällen, sodass eindeutig Covid-19, die bei weitem schwerere Erkrankung ist.“
    https://www.br.de/nachrichten/wissen/faktenfuchs-warum-covid-19-gefaehrlicher-ist-als-grippe,SFGti9t

  166. 166 Kehrer 24. März 2021 um 15:37 Uhr

    Zwei absolute Corona News Knaller:
    Merkel Kippt Oster Ruhetage
    https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/id_89717770/mpk-merkel-kippt-nach-ueberraschendem-corona-gipfel-ruhetage-an-ostern.html

    Astra Zeneca versteckte 29 Millionen Impfdosen:
    https://www.bild.de/politik/ausland/politik-ausland/corona-hammer-astrazeneca-versteckte-29millionen-impfdosen-75848502.bild.html
    Zwar nur Bild, aber wir werden das auch andernorts bald lesen können.

  167. 167 Phineas 24. März 2021 um 16:19 Uhr

    Schlecht Neoprene, ich denke dir bleibt dann wirklich nur noch, dich wohl oder übel auf das unmittelbare Sterben vorzubereiten – außer du lässt dich schleunigst und ordentlich durchimpfen.

    Für wirklich jede interessierte Meinung liegen mittlerweile etliche Studien vor, bis hin zu den von den A….lochmedien gerne zitierten Panikpapieren.

  168. 168 Neoprene 24. März 2021 um 16:33 Uhr

    Werter Phineas, was ist denn an den von mir angeführten Auswertungsstudien (und nun wirklich nicht Panikprognosen) falsch?

  169. 169 Phineas 24. März 2021 um 16:59 Uhr

    Bester Neoprene, vor Deinen Fähigkeiten vollumfängliche wiss. „Auswertungsstudien“ stante pede einer Evaluation unterziehen zu können, kann ich nur den Hut ziehen.

  170. 170 Neoprene 24. März 2021 um 17:35 Uhr

    Danke gleichfalls: Du hast bisher noch keine einzige Studie angeführt zu deiner obigen These, daß Corona „eine respiratorische Virus-Epidemie [ist], die 99% der Bevölkerung überhaupt nicht gefährlich werden kann“? Kommt da noch was, oder ist dein Wort das Wort des Herrn?
    Und umgekehrt, du kannst von mir angeführte Studienergebnisse aus dem Stand sozusagen „vollumfänglich“ zurückweisen, ohne dazu auch nur Piep sagen zu müssen. Wirklich überzeugend.

  171. 171 Phineas 24. März 2021 um 18:43 Uhr

    Piep,piep,piep, wir haben uns doch alle lieb.

    Wenn, wie es scheint, die von mir verlinkten Studien u.a über die weltweite Sterblichkeit, wie die vom Stanford-Professor John Ioannidis nicht gelesen oder ignoriert werden, wo die Sterberate noch wesentlich niedriger (0,23%) liegt, als die von mir viel zu hoch angesetzte, dann ist das nicht mein Problem und es wäre auch eine nutzlose und alberne Aufgabe, halsstarrigen oder notorisch vergesslichen oder ignoranten Theorieschwurblern diese Studien wieder und wieder und wieder hinterher zu tragen, welche sie ganz schnell wieder vergessen oder offensichtlich auch gar nicht zu Kenntnis nehmen wollen.

  172. 172 Neoprene 24. März 2021 um 22:44 Uhr

    Report links most vaccine misinformation online to just 12 people
    The people behind the accounts have largely avoided social media bans.
    https://www.engadget.com/anti-vaccine-misinformation-report-12-accounts-212245856.html

  173. 173 Neoprene 24. März 2021 um 22:53 Uhr

    Ein schönes Zitat zu *dem* Papst der Corona-Leugner:
    „Insgesamt wertet Ioannidis damit für Deutschland Studien aus, in deren Verlauf sieben Menschen an Covid-19 gestorben sind, bei rund 2.000 involvierten Personen. Aus dieser Fallzahl schließt Ioannidis mit statistischen Methoden auf die Infektionssterblichkeit für ganz Deutschland. Ob das eine plausible Methodik ist, ist zweifelhaft.“
    https://taz.de/Coronamythen-und-Fakten-3/!5738507/
    Nein, wenn er tatsächlich so operiert hat, war das nicht zweifelhaft sondern einfach nur Stuß.

  174. 174 Kehrer 25. März 2021 um 1:22 Uhr

    Ich kann dir auch sagen, welche Studie das ist, die Ioannidis da aus Deutschland benutzt hat. Das ist die Heinsbergstudie von Streek und die 7 Personen beziehen sich nur auf Gangelt. Auf den Landkreis Heinsberg bezogen seien es 13 Tote. Das hat Streek gestern bei Lanz gesagt als ihn Mai Thi Nguyen-Kim deswegen angegriffen hat. Das ist nicht ganz ausdiskutiert worden, weil die Sendung zu Ende war.

    Nguyen-Kim, die von Anfang an auch eher auf der Lockdown Seite war, wenn ich das recht weiß, hat da eine Kritik an Streek thematisiert, die durch die Presse ging.

    „Fast doppelt so viele Tote
    Recherchen von „Mediwatch“ zufolge ist die von Streeck ermittelte IFR von 0,36 aber viel zu niedrig, da er mit Studien-Ende am 6. April keine weiteren Covid-19-Toten in Gangelt mehr berücksichtigte. In der Zusammenfassung der Veröffentlichung bei „Nature Communication“ wird lediglich ein weiterer Todesfall in den 14 Tagen nach dem Stichtag genannt. Rechne man ihn ein, ändere sich die Sterblichkeitsrate auf 0,41, so der Text.

    14 Tage seien aber nicht genug gewesen, schreibt „Mediwatch“-Chefredakteur Hinnerk Feldwisch-Drentrup. Denn viele an Covid-19 erkrankten Menschen stürben erst deutlich später. Als die Studie am 4. Juni bei „Nature Communication“ eingereicht wurde, seien bereits zehn im März positiv getestete Patienten gestorben. „

    https://www.n-tv.de/panorama/Neuer-Wirbel-um-Streecks-Heinsberg-Studie-article22197870.html

    Es war ja schon lang klar, dass erstens die 2000 viel zu wenig sind und zweitens sowas in vielen Städten und regelmäßigen Abständen hätte ablaufen müssen. Das wurde aber absichtlich nicht gemacht. Streek hat ja ständig im Fernsehen neue Studien vorgeschlagen ohne dass jemals eine weitere durchgeführt wurde.

  175. 175 Neoprene 25. März 2021 um 11:47 Uhr

    Das folgende Zitat hat jemand bei Facebook gebracht, es sollte angeblich von SPD-Lauterbach sein. Natürlich ein Fake.

    „(1) Unser Kampf gegen 3. Welle folgt streng den Regeln der Quantenphysik. BK Merkel ist entsprechend qualifiziert. Die Welle geht ist je nach Beobachter,
    Laschet oder Rest der Welt, nur ein Punkt oder eine echte Welle. Wir lockern und öffnen gleichzeitig, in Superimposition.

    (3) Über Tempo Wirkung machen wir uns keine Sorgen, weil bei Informationsübertragung in Superimposition Begrenzung der Lichtgeschwindigkeit keine Rolle spielt. Fehlende Masse an Tests spielt keine Rolle, weil wir haben genug Energie und wandeln nach E=mc*2. Versteht der Bürger?“

    Nein, ist es nicht, ich habe selber auf dem Twitter-Account von Lauterbach nachgeschaut. Ich würde sagen, daß bei dem (und sicherlich nicht nur bei Lauterbach) mittlerweile die Nerven blank liegen und si das Gefühl haben, mit ihren Lockdown-Argumenten auf immer weniger Gehör zu stoßen und leider nicht anderes anzubieten haben.

  176. 176 Phineas 25. März 2021 um 13:45 Uhr

    „Ich würde sagen, daß bei dem (und sicherlich nicht nur bei Lauterbach) mittlerweile die Nerven blank liegen“

    Nicht nur bei Klabauterbach, wie wahr!

    Bei der Wissenschaftlerin und Klinikleiterin Angela Spelsberg sind noch alle Nerven heile:

    https://www.youtube.com/watch?v=gQK3hhk_qPg

  177. 177 Kehrer 25. März 2021 um 15:29 Uhr

    Gestern bei Lanz machte Lauterbach nicht den Eindruck sehr dünnhäutig zu sein. Vor einer Woche wurde er noch mehr angegriffen, jetzt hat er ja wieder Recht mit seiner Prognose.

    Immerhin ist Lauterbach dafür in den Betrieben zu testen. Sein Konzept ist ja in Betrieben und Schulen konsequent zweimal die Woche zu testen. Selbst in den Schulen hackt`s ja noch gewaltig. Das begann erst in dieser Woche und ist keineswegs überall die Regel. Merkel sagte heute im Parlament, dass wenn Mitte April nicht 90% der Betriebe Testen, dann wird mit Verordnungen gearbeitet. Also wird wieder 3 Wochen gewartet, bis die Regierung dann feststellt, dass sie Verordnungen erlassen muss. Ein WHO Vertreter hat mal gesagt, dass Zeit die wichtigste Ressource in der Pandemie ist. Da kann man nicht warten, ob die Wirtschaft freiwillig mitzieht. In der Schule sind die Tests auch freiwillig, obwohl sie ja niemand schaden (beim Impfen ist das schon nicht so einfach).

    Heute hat die Kanzlerin eine feurige Rede im Bundestag gehalten, wo sie versucht hat nach dem gestrigen Rückzug, wieder in die Offensive zu gehen. Neues hab ich nicht wirklich gehört. Aber sie hat erklärt wie sie auf die Osterruhe gekommen sind. Dass das in der vierstündigen Pause der MPK geboren worden ist, ist ja bekannt. Die Situation war die dass eine 3. Welle heranrollt und man dagegen etwas tun wollte. Merkel sagte: Da muss man etwas tun und kann nicht nicht nichts tun.

    Das ist zwar einerseits bemerkenswert ehrlich, aber halt auch ein bisschen blöde. Man merkt, dass ihr die Optionen ausgehen und da kommt man dann halt auf blöde Ideen, bloß weil man als Bundeskanzlerin was machen will. Das nennt sich Aktionismus.
    Ich glaub ich habe es schon ziemlich oft gesagt. Aber man merkt wie unprofessionell die MPK arbeitet. Die treffen sich alle drei Wochen um dann in der Konferenz irgendwas auszukabbeln. Eigentlich müsste es ein ständig tagendes Coronagremium geben, das personell wirklich üppig ausgestattet ist und das fundierte Maßnahmen, Vorschläge, Strategien ausarbeiten kann. Und das auch Alternativszenarien erarbeitet. Der Politik wird das dann nur noch erklärt, um zu entscheiden in welche Richtung es gehen soll. Und wenn eine Maßnahmen nichts bringt, dann lässt man sie. Ich weiß z.B. immer noch nicht was Ausgangssperren bringen sollen. Das einzige „Argument“ ist, andere Staaten mit B117 haben das auch gemacht und dann sind die Zahlen runtergegangen. Aber ob das an der Ausgangsperre lag, weiß niemand.

    Karl Lauterbach hat gestern zur Impfstoffbeschaffung der EU was erzählt, das ich auch schon gesagt habe. Die EU habe gehandelt wie ein Kunde. Bestellt und gewartet was kommt. Dann gäbe es auch noch den klugen Kunden der frühzeitig mit viel Geld bestellt. Die Amerikaner hätten aber noch was anderes gemacht. Die hätten sich mit viel Geld in die Firmen eingekauft, um mitbestimmen zu können, dass Produktionskapazitäten, Produktionsanlagen aufgebaut werden, um sicherzustellen, das der Impfstoff dann auch zur Verfügung steht.

  178. 178 Phineas 27. März 2021 um 11:09 Uhr

    Sven Armbrust – Chefarzt Kinder & Jugendmedizin Neubrandenburg spricht Klartext.
    Bitte teilt das Video und schickt es an die Lehrer eurer Kinder sowie die Schulleitungen, auch Bürgermeister und Landräte müssen dringend aufgeklärt werden.

    Das Video ist ein ReUpload und stammt vom 11.3.2021 aus der Veranstaltung „Eltern, Wissenschaft und Politik“ des KER-MSE.

    https://www.youtube.com/watch?v=qPgWZFajQnI&t=1s

  179. 179 Nestor 27. März 2021 um 11:28 Uhr

    Also die Debatte, ob Corona ernster zu nehmen ist als eine „gewöhnliche“ Grippe ist wirklich inzwischen sehr abgeschmackt.
    Es sind doch längst alle Argumente dafür gefallen.

    Noch einmal, damit vielleicht endlich einmal diesbezüglich eine Ruhe ist:

    1. sind auch die bisherigen Influenza-Wellen keine Kleinigkeit gewesen, und nicht ohne Grund haben doch Leute seit Jahren vor einer Pandemie gewarnt und Pandemie-Konferenzen abgehalten und Pandemie-Kommissionen gegründet.

    Also doch bitte einmal aufhören, den bisherigen Gesundheitszustand in der EU als eine Normalität darzustellen, die sozusagen vom Himmel fällt.

    Noch dazu, wo es sich in den letzten eineinhalb Jahrzehnten mit Hilfe der Gesetzgebung und aufgrund der unternehmerischen und medizinischen Praxis eingebürgert hat, daß die Leute krank arbeiten gehen und sich mit Antibiotika vollstopfen, um das hinzukriegen.

    ICH WILL DIESE VERHARMLOSUNG DER NORMALITÄT VOR 2020 JETZT HIER NICHT MEHR LESEN UND ALLE DIESBEZÜGLICHEN POSTS, DIE VON „NORMALEN“ INFLUENZA-WELLEN HANDELN, WERDEN GELÖSCHT.

    2. Ist es auch sehr verkehrt, das derzeitige Coronavirus immer an der Letalität zu messen. Der Exitus ist nur die sozusagen letzte und am leichtesten meßbare Folge dieser Krankheit.
    Das weitaus Störendere vom Standpunkt der Kapitalakkumulation ist jedoch die erhöhte Ansteckungsgefahr und die im Vergleich zur normalen Grippe schwereren Verläufe, die sich auf die arbeitende Menschheit auswirken und ganze Belegschaften ausfallen lassen.

    Und täuschen wir uns nicht, um das geht es und nicht um die Überlastung der Krankenhäuser und das Sterben der Älteren, auch wenn damit die Medien voll sind.

    3. Während bei den bisherigen Grippewellen die eher als Placebo dienende Impfung erstens weder besonders effektiv und zweitens auch nicht besonders schädlich war, kann man beides bei den jetzigen Impfungen gar nicht absehen.

    Soviel wage ich aber schon zu prophezeien, daß sich spätenstens in ein paar Monaten herausstellen wird, daß die verschiedenen Impfungen gar keine Immunisierung gegen die diversen Mutationen bewirken – zumindest nicht im angestrebten Umfang – und die Spätfolgen auch noch alle möglichen Leute beschäftigen werden.

  180. 180 Phineas 27. März 2021 um 12:27 Uhr

    Wer verharmlost denn die NORMALITÄT VOR 2020?

    Weder verharmlosen hier diejenigen, die eine aktuelle nicht harmlose Corona-Epidemie viel gefährlicher einschätzen als vergangene nicht harmlose Grippe-Epidemien, noch diejenigen, die das nicht behaupten.

    „Es sind doch längst alle Argumente dafür gefallen“ – auf jeden Fall sind diese Argumente weiterhin wiss. strittig, genauso wie die angeb. „schwereren Verläufe“ während der Corona–Epidemie.

  181. 181 Kehrer 27. März 2021 um 14:04 Uhr

    zu 1. Den Vergleich von Influenza und Corona nicht mehr hören zu wollen kann ich verstehen. Was ich nicht verstehen kann, ist dass du löschen willst, wenn jemand von einer normalen Influenzawelle spricht. Das ist ungefähr so, wie wenn man von einem normalen Winter spricht. Das heißt einfach, dass er jedes Jahr zurückkommt. Ist doch bei Influenza und anderen Erkältungskrankheiten so, dass sie periodisch zurückkehren und im Winter Saison haben.

    zu 2. Ich würde sagen es ist verkehrt Corona n u r an der Letalität zu messen. Wichtig ist dieser Parameter schon. Stand heute gibt es in Deutschland z.B. 157 Todesfälle und das bei über 20 000 positiv Getesteten. Das ist auch deshalb nicht uninteressant, weil immer noch nicht die Zahl der an Covid Erkrankten vom RKI ausgewiesen wird. Anscheinend wird das zwar gemacht, aber ich habe bis jetzt in gut einem Jahr nicht eine Kurve der Erkrankten gesehen. Man hat also bloß Nebel vor sich.

    Zu 3. Da bin ich komplett anderer Ansicht: Die Impfungen wirken. Das steht außer Zweifel. Das wurde nicht nur in den Zulassungstest, sondern auch in nach der Zulassung aufgelegten Studien ich würde sogar sagen eindrucksvoll bewiesen. Dass in Deutschland die Todesrate von 1000 pro Tag auf unter 200 pro Tag zurückgegangen ist, kann nur auf die Impfung der Risikogruppen zurückzuführen sein.

    „Soviel wage ich aber schon zu prophezeien, daß sich spätenstens in ein paar Monaten herausstellen wird, daß die verschiedenen Impfungen gar keine Immunisierung gegen die diversen Mutationen bewirken – zumindest nicht im angestrebten Umfang –“

    Was heißt das schon „in angestrebtem Umfang“? Erstmal muss man sagen, dass die Immunisierung nur ein Teil der Wirkung ist. Das Impfen schützt auch in hohem Umfang (90-100%) vor Hospitalisierung und schweren Verläufen. Es kann zwar sein, dass die Wirkung der Impfung durch die Mutanten etwas abgeschwächt wird, aber eben nur das. GB hat eine Inzidenz von 60, dort scheint das Impfen also trotz Mutante zu wirken.

    Ich gehe auch davon aus, dass es jedes Jahr eine neue Impfung geben wird, was mit den mrna-Impfstoffen auch kein Problem darstellt. Wofür soll das überhaupt ein Argument sein? Es gibt zum Impfen keine wirkliche Alternative. Alles andere sind nur Möglichkeiten die Zeit zu überbrücken, bis genügend Impfstoff da ist.

    Der ganze Schwachsinn, wer, wann, ob und wie nach Mallorca fahren oder an den deutschen Küsten kontaktlos Urlaub machen darf, wann wie oft getestet wird, ob es eine Osterruhe gibt oder nicht, ist alles Pipifax gegen das Impfen. Das wird aber immer noch nicht verstanden. Die EU ist von GB regelrecht vorgeführt worden. In dieser oder letzter Woche ist ja bekannt geworden, dass sich GB eine bevorzugte Lieferung in seine Verträge mit AZ geschrieben hat. Die USA ist im Ergebnis genauso vorgegangen. Also wer da den Schuss nicht gehört hat, dem kann man nicht mehr helfen. Von Johnson und Johnson hört man gar nichts mehr in den Medien. Gleichzeitig gehen in ganz Europa die Zahlen hoch. Die tschechische Inzidenz ist zwar zrückgegangen, aber die polnische, ungarische und alle anderen gehen hoch. Wenn sogar Söder jetzt die Zulassung von Sputnik V verlangt, dann weiß man: Die Kacke ist am dampfen.

    Es muss jetzt mit Warpspeed eine europäische Impfindustrie aufgebaut werden. Der Bedarf ist da und zwar weltweit über Jahre hinaus. Wenn es nicht europäisch geht dann national.
    Kurzfristig, und parallel dazu, muss gekauft werden, was an funktionierenden Impfstoffen zu kriegen ist. Voraussetzung ist, dass die Impfstoffe und Fabriken zugelassen sind. (man erfährt in den Artikeln immer in Nebensätzen, wo es hakt. Z.B. bei den 30 Millionen AZ in Italien, die angeblich deshalb dort rumstehen weil die Fabrik noch keine Zulassung hat. Wie kann das sein? Personalmangel bei der EMA? Warum? Kriegen die kein Personal bewilligt? Im Ernst, daran soll es scheitern?)
    Was dann an Impfstoff übrig wäre, ist erstens ein Luxusproblem und kann zweitens an Covax abgegeben werden. Die Deppen in der Regierung, sitzen da und warten bis die Lieferungen kommen und wenn sie nicht kommen wird rumgejammert. Oder es wird getestet, was im Endeffekt um ein vielfaches teurer ist und vergleichsweise wenig bringt.

  182. 182 Nestor 27. März 2021 um 15:01 Uhr

    @Phineas

    Wer verharmlost denn die NORMALITÄT VOR 2020?

    Alle, die sagen, die jetzige Corona-Epidemie sei nicht schlimmer als vorige Grippewellen, und deswegen sei die Gefährlichkeit derselben eine Erfindung und die ergriffenen Maßnahmen unbegründet, was auf böse verborgene Zwecke der Regierenden hinweist.

    Wer das jetzt genau hier vertreten hat, ist mir wurscht, aber ich will das nicht mehr lesen.

  183. 183 Nestor 27. März 2021 um 15:07 Uhr

    @Kehrer

    Ist doch bei Influenza und anderen Erkältungskrankheiten so, dass sie periodisch zurückkehren und im Winter Saison haben.

    Das war nicht immer so, in meiner Kindheit waren solche Grippewellen unüblich, bzw. haben keineswegs so viele Leute betroffen, daß Medien und Krankenhäuser das zum Thema gemacht haben.
    Die Menschen sind im Laufe der letzten Jahrzehnte kränker geworden. Das liegt an der Arbeitshetze und dem Streß, der Verschuldung, die vielen schlaflose Nächte bereitet. Weiters an der Ernährung und dem Verfall der Qualität der Lebensmittel für die breiten Massen. Schließlich auch an den Materialien, die beim Bau bzw. in der Textilindustrie verwendet werden.
    Das alles führt zu erhöhtem Medikamenten- und Drogenkonsum, was auch nicht gesund ist. Infolgedessen haben Erreger aller Art ein leichtes Spiel.

    Das ist es eben, was mich stört: Daß viele Leute so tun, als wären Grippewellen – und auch andere Infektionskrankheiten – ganz normal, so wie Jahreszeiten.

    Außerdem sollte man sich keine Illusionen machen über die Periodizität des Coronavirus.
    Ich nehme an, das ist da, um immer wieder zu kommen.

  184. 184 Phineas 27. März 2021 um 15:41 Uhr

    Kein Experte und Wissenschaftler der meint nachweisen zu können, dass die jetzige Corona Epidemie nicht schlimmer sei als einige Grippe-Epidemien der letzten 2 Jahrzehnte, bestreitet weder die relative Gefährlichkeit der aktuellen noch der vergangenen Epidemien.
    Auch behauptet keiner von ihnen, die Gefährlichkeit einer dieser Epidemien wäre eine Erfindung.

    Das gilt auch für die Kommentare hier, zumindest der meinigen.

  185. 185 Phineas 27. März 2021 um 17:36 Uhr

    PS

    und was auf „böse verborgene Zwecke der Regierenden hinweist“ da konnte ich hier auch nix entdecken.

  186. 186 Kehrer 27. März 2021 um 18:12 Uhr

    „Das war nicht immer so, in meiner Kindheit waren solche Grippewellen unüblich, bzw. haben keineswegs so viele Leute betroffen, daß Medien und Krankenhäuser das zum Thema gemacht haben.“

    Na ja. Damals war das Gesundheitssystem auch noch besser. Und dass die Medien das nicht zum Thema machen, ist Stück weit losgelöst, von dem was tatsächlich passiert. Hier gibt’s eine Influenza Statistik bis 1998 weiter zurückreichende hab ich nicht gefunden.
    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/5942/umfrage/sterbefaelle-in-folge-von-grippe-seit-1998/

    Das zuckelt so vor sich hin und 2018 gab es, dann eine große Grippewelle. Ich vermute, dass das früher auch so war. Jedenfalls gab es immer wieder mal große Grippe-Pandemien z.B. spanischer Grippe 1918/1919/1920, Asiatische Grippe 1957/1957, Hongkong-Grippe 1968/69, russische Grippe 1977.
    Die spanische Grippe war bekanntlich mit 50 Millionen Toten verheerend. Also wenn man Corona damit vergleicht ist das keine Relativierung.

    Im Bau glaube ich nicht, dass die Gesundheitsgefährung größer geworden ist als vor 40 Jahren. Damals wurde auch schon ganz schön übles Zeug verbaut. Sonst stimme ich dir zu.
    Man muss auch noch sagen, dass die Wellen natürlich davon abhängen wann sich zufällig evolutionär eine Virusvariante entwickelt. Dass sie sich aber entwickelt und dass sie sich verbreiten kann, dafür braucht es einen Nährboden und das sind miese Lebensumstände.

    „Ich nehme an, das ist da, um immer wieder zu kommen.“

    oder Gekommen um zu Bleiben

  187. 187 Neoprene 28. März 2021 um 21:59 Uhr

    „Außerdem kritisierte Merkel, dass die Möglichkeiten zum Homeoffice nicht ausreichend umgesetzt würden. Sie gehe davon aus, dass die Bundesregierung den Unternehmen regelmäßige Coronatests vorschreiben muss: »Wer zur Arbeit geht, muss das Angebot bekommen, zweimal die Woche getestet zu werden«, sagte Merkel.“
    https://www.spiegel.de/politik/deutschland/anne-will-merkel-draengt-laender-zu-haerterem-corona-kurs-a-d3cc0c39-dddf-43cb-8711-7a3564bd81a1#ref=rss
    Was soll denn so ein „ich gehe davon aus“? Passiert da nun was (wieso eigentlich erst jetzt?), wenn nicht, wer verhindert das denn?

  188. 188 Kehrer 29. März 2021 um 2:49 Uhr

    „Im Gespräch mit Anne Will hat Angela Merkel die Länder ermahnt, die gemeinsamen Beschlüsse einzuhalten – und eine indirekte Drohung ausgesprochen.“ Da fragt man sich doch, wer die MPK Konferenz überhaupt eingerichtet hat. Da ist die Kanzlerin doch wohl nicht so ganz unschuldig dran. Wenn gemeinsame Ergebnisse rauskommen sollen, dann ist das ja als Ordnungsruf zu werten. Da fragt sich aber was die Konferenz soll? Soll die bloß abnicken was das Kanzleramt sagt? Machen sie doch wohl schon mit dem Ergebnis, dass die Kanzlerin ihre eigenen Vorschläge zurücknehmen muss.

    „Es gebe bei den Länderchefs die »Versuchung, das Positive anzunehmen« – indem man vor allem auf die Wirkung der Schnellttests setze.“ Ja wenn es Schnelltests gäbe, dann würden die auch was bringen. Aber zuerst wird die Anschaffung von Schnelltests verbummelt und dann beklagt sich die Kanzlerin, dass die MPs drauf setzen. »Ich halte Testen und Bummeln aber nicht für die richtige Antwort«, erklärte Merkel. Dann packt dich mal an der eigenen Nase.

    „Beim Impfplan forderte die Bundeskanzlerin eine höhere Flexibilität. »Wenn drei Dosen abends übrig bleiben, müssen sie verimpft werden.« Man sei in Deutschland manchmal zu perfektionistisch – was letztlich dem Impftempo schade.“ Ja sicher Frau Merkel, da haben sie natürlich völlig recht. Drei am Abend übriggebliebene Spritzen beschleunigen das Impftempo natürlich dramatisch – in Lummerland mit 10 Einwohnern, aber nicht in der BRD.

    „Die Bundesregierung plane deshalb gesetzlich einzugreifen“ Was muss man da denn planen? Ausgangssperren werden auch von heute auf morgen einfach verhängt. Wenn man natürlich vorher ne Machbarkeitsstudie machen will und vorher dreimal bei den Unternehmerverbänden nachfragt, ob das auch genehm ist dann „plant“ das Kanzleramt auch im nächsten Jahr noch. Langsam kommt mir das so vor, wie wenn Merkel glaubt, wenn sie sich selbst verarscht, verarscht sie auch die Öffentlichkeit.

    Da kommt nix mehr gescheites. Die Widersprüche der amßnahmen pfeifen ja Spatzen von den Dächern. Ostergottesdiensten erlaubt, Ausgang in der Nacht verboten, Mallorca erlaubt, deutsche Küste verboten, Homeoffice der Mitarbeiter freiwillig für Unternehmer, testen der Mitarbeiter auch freiwillig für Unternehmer, Verweilverbot im Freien auf der Uferpromenade

    „Die Talkshow geriet zum taktischen Debakel; zum Lehrstück darüber, wie man sich selbst zerlegt, obwohl die Moderatorin eine Vorlage zur Selbsterklärung nach der anderen liefert.“
    https://www.spiegel.de/kultur/tv/angela-merkel-bei-anne-will-zwischen-orakelei-und-ohnmacht-a-55dfd5a5-37f5-4a7d-a4b8-27a1031cc3a5

  189. 189 Leser 29. März 2021 um 6:45 Uhr

    Auf Cuba, wenn sich ein Hurricane ankündigt, werden ratzfatz Dörfer geräumt, und Leute werden aus der Gefahrenzone herausgebracht. In China wurden innerhalb von Stunden ganze Regionen wg. Covid in den absoluten Shutdown versetzt. Gebiete werden komplett abgeriegelt, und Quarantänefälle werden in Extra-Hotels verfrachtet und dort auch überwacht. (Auch in anderen asiatischen Ländern gehören drastische Maßnahmen zum Alltag der Pandemiebekämpfung normal dazu.)

    Dass solches Notstandsregiment auch hierzulande machbar ist, hat zwar in den 60er Jahren u.a. der damalige Innensenator des hochwasserbedrohten Hamburg durchgesetzt, und dafür diverse Gesetze (bzw. die komplette Regelung von ’staatlicher Gewaltenteilung‘) ratzfatz und ziemlich komplett außer Kraft gesetzt.

    Das sei eben ein kriegsähnlicher „überparteilicher Notstand“ gewesen, so war dafür damals die offizielle Sprachregelung.
    Heutzutage merkt ein Soziologe zur jetzigen Lage von Freitag und zum deutschen Normalzustand unter Pandemiebedingungen im ‚Freitag‘ stattdessen an:

    „Deutschland hat sowohl zu viel Bürokratie als auch zu wenig. Fälle wie die Beschaffung von Masken, die Bestellung von Impfstoff und die Impfkampagne belegen es. Deutschland hat zu viel Bürokratie, um vor Ort mit der erforderlichen Improvisation das Nötige tun zu können. Und es hat zu wenig Bürokratie, um einen Informationsfluss zu organisieren, der die Fälle vor Ort mit den mittleren Ebenen der Länder und des Bundes, mit Ministerien und Krisenstäben verlässlich verknüpft. (…) Es tagen zahlreiche weitere Krisenstäbe auf Länder- und kommunaler Ebene, und die Landesregierungen und die Kanzlerin treffen sich bei jeder Verschärfung der Lage.

    Steht nun die Bürokratie der Politik im Wege – oder umgekehrt die Politik der Bürokratie? (…) In der aktuellen Situation mangelt es an einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Bürokratie und Politik. Unzureichend ausgestattete Gesundheitsämter, fehlende statistische Erhebungen, unklarer Umgang mit Hygienekonzepten in Alltag, Wirtschaft und Kultur, Kompetenzgerangel zwischen verschiedenen Krisenstäben und nicht zuletzt eine Ministerpräsidentenrunde, die den Austausch zwischen Behördenleitern eher behindert als fördert, stehen einer effektiven Krisenpolitik im Wege.“

    Dirk Baecker im ‚Freitag‘ https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/wir-scheitern-an-der-buerokratie

    (Ähnlich lautete dieser Kommentar auf Telepolis):
    https://www.heise.de/tp/features/MPK-das-Ministerpraesidenten-Komplettversagen-5997433.html

    Die Bürokratie sei schuld. Ihr fehle die innere Mitte bzw. ein ausgewogenes Verhältnis mit dem eigenen Verhältnis, dem mit der Machtpolitik. Und warum eigentlich und worin (ver)fehle solche bürgerliche ungeteilte Macht-Intimität??

    (Nicht nur dunnemals Helmut Schmidt wusste dgl. für seinen Personenkult auszubauen. Auch der jetzige bayrische Ministerpräsident bekundet, dass derzeitige größere Machtbefugnis-Einforderungen auf seine eigene Karriereplanung als Führer nicht nur des südlichen Sprengels haargenau zugeschnitten seien…)

  190. 190 Kehrer 29. März 2021 um 7:49 Uhr

    Also solche Artikel hab ich echt gefressen. Da stimmt ja nix.
    Ideologischer Müll, wie er im Buche steht.

    1. Staatsversagen vs. „Wir“ scheitern an der Bürokratie
    Ja wer denn nun? Der Staat oder wir? Der Normalo hockt vor dem Fernseher und darf sich in Talkshows die Ergebnisse der MPK erklären lassen, also was er ab morgen nicht mehr darf und wer scheitert in Wirklichkeit? – „Wir“. Das ist Nationalismus. Da kann eine Kanzlerin eine ganze Nation in die Scheiße reiten und was macht der Deutsche. Er entschuldigt sich. „Wir“ können was nicht. Ja mit solchen Deutschen fällt es einer Kanzlerin nicht schwer die Verantwortung zu übernehmen, die sie „qua Amt“ besitzt. Sie gibt ja noch nicht mal zu, dass die Schnapsidee von ihr kam, und übernimmt nur „qua Amt“ die Verantwortung. Noch dazu an einer Sache, die völlig Banane ist. Die „Osterruhe“ hätte die Pandemie weder beendet noch verschlimmert.

    „In der aktuellen Situation mangelt es an einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Bürokratie und Politik.“

    Meine Güte. Wieviel Mus muss man im Hirn haben, um zu solch einer Diagnose zu kommen. Und Corona liegt an einem Ungleichgewicht der vier Körpersäfte.

    „Unzureichend ausgestattete Gesundheitsämter,“

    1. Ganz klar, da ist nicht derjenige Schuld, der das Budget bewilligt, sondern ein ominöses Subjekt namens „Bürokratie“.

    „fehlende statistische Erhebungen,“

    2. Wahrscheinlich ist hier irgend Mangelteufelchen Schuld und nicht das RKI, das sie einfach nicht macht und auch die Politiker, die Studien und Erhebungen gar nicht wollen, sind nicht schuld.

    „unklarer Umgang mit Hygienekonzepten in Alltag, Wirtschaft und Kultur,“

    3. Wieso Unklar? Klar sind sie schon, bloß halt schrecklich widersprüchlich. Manchmal auch gar nicht widersprüchlich, wenn die Leute in Großraumbüros zusammenhocken, aber privat keinen Pups lassen dürfen und von 21-6 eingesperrt werden, obwohl das rein gar nichts bringt. Das kompensiert die Ansteckung auf der Arbeit halt nicht. Und mal will ja den Unternehmen mit Testen ja keine Unannehmlichkeiten bereiten. Da müssen vorher Pläne gemacht werden und es muss geschaut werden, ob die das freiwillig machen. Nein liebe Politiker, was bloß Kosten verursacht und sich nicht auszahlt, das machen Unternehmer nicht freiwillig. Das muss der Staat ihnen schon immer zu ihrem Glück aufzwingen.

    „Kompetenzgerangel zwischen verschiedenen Krisenstäben“

    Welchen denn? Gibt es sowas überhaupt?

  191. 191 Phineas 29. März 2021 um 9:26 Uhr

    Politische Angstmache mit Inzidenz-Wahn

    Auszug: „‚Die als ‚Inzidenzrate‘ bezeichnete, auf 7 Tage bezogene Zahlenangabe des RKI beruht auf einer unsystematisch gewonnenen Stichprobe und ist nicht als valide Angabe zur Neuerkrankungsrate zu verstehen.‘ Das erklärte unter anderem die Expertengruppe um den Gesundheitswissenschaftler Matthias Schrappe am 12. März auf der von ihnen betrieben Webseite ‚corona-netzwerk.info‘. Schrappe hat mit verschiedenen Kollegen bereits in mehreren gemeinsamen Thesenpapieren zur Pandemie auf diesen Umstand hingewiesen, so im sechsten Thesenpapier vom 24. November 2020. „In der gegenwärtigen Situation liegt kein einziges Merkmal vor, das für die Verwendung des Begriffs ‚Inzidenz‘ notwendig wäre“, wurde dort unter anderem festgestellt.“

    https://www.textstelle.news/2021/03/27/politische-angstmache-inzidenz-wahn/

    Von Angela Merkel, Corona und Kontrollverlust
    Die Anti-Journalistin Anne Will “interviewt” Angela Merkel

    Dafür also zahle ich Rundfunkbeitrag. Dass die Top-Talkshow-Moderatorin die Kanzlerin eine Stunde lang nur in eine Richtung in die Mangel nimmt. Warum nicht strenger, warum nicht mehr Lockdown, wann endlich? Das hat mit Journalismus nicht mehr viel zu tun.

    https://norberthaering.de/medienversagen/anne-will-interviewt/

    Gegen wen und was der laufende „Krieg der EU gegen das Virus“ läuft.
    Der Goldman Sachs Beauftragte für die EU und derzeitige italienische Ministerpräsident Draghi spricht offen aus, was andernorts VT heißt. „Kreative Zerstörung“ ist das Zauberwort.

    Ministerpräsident Draghi hat einen Leitfaden verfasst, wie man eine Wirtschaft ausplündert:

    https://norberthaering.de/die-regenten-der-welt/italien-draghi/

  192. 192 Kehrer 29. März 2021 um 16:35 Uhr

    An den Texten von Norbert Haering habe ich nichts auszusetzen. Zu dem Textstelle news Link gibt es ein paar Anmerkungen:

    1.“„Die als ‚Inzidenzrate‘ bezeichnete, auf 7 Tage bezogene Zahlenangabe des RKI beruht auf einer unsystematisch gewonnenen Stichprobe …“ Verstehe ich nicht? Welche Stichprobe. Ich dachte alle PCR-Positiven werden dem RKI gemeldet und dann wird die Summe aus ganz Deutschland in 7 Tagen durch 830 geteilt, um auf die Inzidenz pro 100 000 zu kommen.

    2. Den Vorwurf es würden nicht nur die Fälle der letzten 24 Stunden genommen, sondern auch alle nachgemeldeten Fälle finde ich wenig überzeugend. a. ist das im Dashboard in der Grafik unten rechts zu erkennen. Orange sind die neu gemeldeten Fälle. Wenn man das zusammenrechnet kommt ungefähr die Zahl der neugemeldeten Coronafälle raus. Die neugemeldeten Testpositiven sind sogar ein bisschen weniger.
    Ich finde das ist so o.k. , weil ja nicht alle Fälle sofort gemeldet werden und so würden regelmäßig viele Fälle unter den Tisch fallen. Jetzt ist die Zahl quasi eine Mischzahl aus mehreren Tagen. Das was an einem Tag zu wenig gemeldet wird und später gemeldet wird, dann durch das ausgeglichen was die Tage zuvor noch nicht gemeldet werden konnte. Wie man schön sieht nimmt die Zahl der nachgemeldeten Fälle mit zeitlichem Abstand ab. 5001, 3877, 492, 234, 178, 135, 25, 9, 16, 15, 9, 4, 4…

    Sonst stimmt eigentlich alles. Vor allem was die Inzidenz der Landkreise angeht, hat der Student recht. Die macht ohne die Zahl der durchgeführten Tests wirklich gar keinen Sinn.

    Insgesamt muss man in Bezug auf Deutschland sagen, ist die Inzidenz nur ein ganz, ganz grober Indikator, der nicht die Einschätzung der Lage, sondern nur ein auf und ab zeigt.
    Interessanter ist die positiven Quote an den Testungen, die Das RKI in einer Exeltabelle veröffentlicht. https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Testzahl.html

    KW2/21 – 10,44%, KW3 – 9,89%, KW4 – 8,46%, KW5 – 7,48, KW6 – 6,4%, KW7 – 6,1%, KW8 – 6,15%, KW9 – 6,22%, KW10 – 6,69%, KW11 – 7,91%

  193. 193 Nestor 29. März 2021 um 19:50 Uhr

    Vielleicht noch einmal, um diesen Punkt vor allem gegenüber

    @Kehrer

    zu klären: Erstens wurden die Menschen kränker in den letzten 2 Jahrzehnten, weil auf die Gesundheit des arbeitenden Menschen immer weniger Rücksicht genommen wird. Die Leute sollen die Konkurrenz aushalten, und dafür gibts jede Menge Pulverln. Das ist zumindest bei uns in Österreich gängige Praxis. Aber auch die Geschichte mit den Opiaten in den USA zeigt, daß das weltweit üblich ist. Die Pharmaindustrie freut sich.

    Zweitens: Was heißt es, ob ein Gesundheitswesen „besser“ oder „schlechter“ oder „marod“ ist?
    Die diesbezüglichen Urteile kommen mir, hmmm, zumindest wenig durchdacht vor.

    In den Staaten des Realen Sozialismus – oder auch heute noch in Kuba – wird viel mehr auf Therapien, vor allem mit Bewegung, gesetzt. Vor allem bei Kindern hielt man sich mit Medikamenten zurück. Das war natürlich sehr personalintensiv, brachte aber bei vielen Gebrechen sehr gute Ergebnisse, ohne schädliche Nebenwirkungen.
    Auf anderen Gebieten wiederum war die Lage erbärmlich. Da es praktisch keine Verhütungsmittel gab, war die übliche Form der Geburtenkontrolle die Abtreibung, von der auch reichlich Gebrauch gemacht wurde. Sehr gesund ist das natürlich auch nicht.
    Gift am Arbeitsplatz war auch ganz üblich, und die berufliche Invalidität war auch anerkannt.

    usw.

    Ich habe auch versucht, am Gesundheitswesen Portugals darzustellen, daß es eben auch in kapitalistischen Staaten verschiedene Formen gibt, die Volksgesundheit zu betreuen, und daß das mit „besser“ oder „schlechter“ nicht richtig erfaßt ist.

  194. 194 Kehrer 29. März 2021 um 20:04 Uhr

    „Besser“ – besser ist kein inhaltliches Urteil, sondern ein Vergleich. Gemeint ist eben, dass die Krankenkassen immer teurer werden und die Leistungen immer geringer, weil man vom Gesundheitswesen verlangt Gewinne zu generieren. Deshalb auch die Einführung des Fallpauschalen Systems im Krankenhaus, das auf Durchsatz ausgelegt ist, wenn man nicht privat versichert ist. Ist man privat versichert, wird die selbe Leistung, 2, 3, 4 mal so teuer abgerechnet. Der normal Versicherte muss bei jedem Medikament 10% zuzahlen. usw.

    Es wird gehetzt und scharf gemacht was das Zeug hält: https://www.spiegel.de/wirtschaft/corona-pandemie-warum-wir-jetzt-einen-harten-lockdown-brauchen-a-9947db36-883b-4abe-ade4-5e646d175b17

    Man könnte glauben, dass jetzt unbedingt irgendein Quatsch beschlossen werden soll, bloß damit nicht rauskommt, dass der verschärfte Lockdown fast nichts bringt. Man muss mal in Erinnerung rufen: Wir haben noch Lockdown! Die tun gerade so als sei alles normal und der Lockdown müsse erst noch ausgerufen werden. Haering sieht das richtig. Die Ministerpräsidenten ziehen nicht mehr mit und in ihrer Verzweiflung schmiedet die Kanzlerin ein Bündnis mit den Medien um den ganz harten Lockdown gegen sie durchzusetzen.

    „Wenn wir bei einer Inzidenz von 130 starten und den R-Wert auf 0,7 drücken, sind wir in zwei Wochen bei einer Inzidenz von 32. Danach gäbe es zusammen mit Impfungen und Tests endlich die Grundlage für echte und vor allem auch dauerhafte Lockerungen.“ Das sind ja alles Milchmädchenrechnungen. Wie oft ist das schon erzählt worden. Jetzt nochmal zwei Wochen denn ist alles gut. Vor allem stimmt das halt nicht mit der dauerhaften Lockerung, das ist eine Lüge. Wieso sollte das Virus sich dann nicht mehr ausbreiten? Gar nicht zu reden davon, dass Testen in Betrieben, bei diesem superharten Erzlockdown mal wieder unter den Tisch fällt.

    „Seit Wochen und Monaten gibt es keine Umfrage, die darauf hindeutet, dass eine Mehrheit der Bevölkerung unter allen Umständen auf Lockerungen drängt.“ Und weil es keine Umfrage gibt die „unter allen Umständen“ auf Lockerung drängt, sind die Leute mit dem Superlockdown einverstanden? Ich sag ja , am besten jede Lebensregung einstellen. Schuss in Kopf oder so. Ausdünnen den Bevölkerung reduziert Kontakte.

    „Natürlich wollen alle endlich neue Konzepte und Modellprojekte statt immer nur Lockdown. Aber eben nicht, solange die Lage so gefährlich ist und nun gerade komplett zu entgleisen droht. “ Wann denn dann? Wenn Corona vorbei ist?

    „Stattdessen regieren die führenden Politiker dieses Landes nicht nur gegen den Rat der Wissenschaftler, sondern auch gegen die Bevölkerung. Das ist irre.“ Nein irre ist nur einer und das ist der Spiegel Hetzer. Wenn uns die Ansicht der Bevölkerung nicht passt, dann erfinden wir einfach, was ihre Meinung zu sein hat. Das wäre ja gelacht, wenn die Presse die Öffentliche Meinung nicht mehr manipulieren könnte. Dazu ist sie ja schließlich da.

  195. 195 Leser 29. März 2021 um 23:32 Uhr

    Wirtschaftsprofessor Hickel zu Wirtschaftsmythen und Corona

    (…) Die Diagnosen des Professors wollen von einer Kritik an einer ungemütlichen Wirtschaftsweise gar nichts erst wissen; sie nehmen die Gegensätze und Widersprüche derselben als positive Grundlage fürs Bessermachen des Kapitalismus mit der Betonung auf Verantwortungsgetriebenes: nicht nur oder einseitig könne es ums Gewinnemachen gehen, sondern dieses bedürfe der sozialen und ordnungspolitischen Begleitung…

    https://tages-politik.de/Innenpolitik/Hickel_zu_Wirtschaftsmythen_und_Corona-14.3.2021.html

    ----

    Gewerkschaft und Pandemie im März 2021 – Zeitschrift „Einblick“, Nr. 3, S.4-5:

    DGB: Solidarität als „Ausweg aus der Krise“ – und anderes Verkehrtes zu einer Tugend der Konkurrenz und materiellen Not

    https://tages-politik.de/Gewerkschaftliche_Fauxpas.html

    ----

    Protokoll zum Jour fixe vom 22.03.2021 – Pandemie XVIII.
    Deutschland im Winter-Lockdown – eine Zwischenbilanz (GS 1-21)

    https://de.gegenstandpunkt.com/sites/default/files/jf-protokolle/jf210322-Winterlockdown.pdf

  196. 196 Kehrer 30. März 2021 um 16:29 Uhr

    Berlin, München, Brandenburg hat die Impfung mit AZ vorübergehend ausgesetzt, weil neue Fälle mit Hirnvenenthrombose aufgetreten sind. Das war ja zu erwarten, da ja der Zusammenhang zum Impfstoff kein zufälliger, sondern ein ursächlicher war.

    Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach plädiert dafür, die AstraZeneca-Impfungen für alle Menschen unter 55 Jahren in Deutschland zu überprüfen. „Es sollte aufgrund der Datenlage noch einmal geprüft werden, die Impfung mit AstraZeneca auf Menschen über 55 Jahren vorerst zu begrenzen“, sagt Lauterbach der Rheinischen Post. Der SPD-Politiker hatte Gesundheitsminister Spahn kürzlich dafür kritisiert, dass dieser nach den ersten Verdachtsfällen die Impfung bis zu einer Prüfung durch die europäische Arzneimittelbehörde Ema für drei Tage ausgesetzt hatte. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) schlug derweil vor, den Impfstoff von AstraZeneca bei der Priorisierung freizugeben. Er habe „insgesamt kein gutes Gefühl“ bei den Einschätzungen der Experten zu diesem Impfstoff. Das gehe „hin und her“. Daher müsse man „irgendwann mit sehr viel Freiheit operieren“ und sagen: „Wer will und wer sich’s traut, der soll auch die Möglichkeit haben.“

    Einmal russisches Impf-Roulette bitte. Sagt „Gesundheitsschützer“ Söder. Zuerst war der Impfstoff nur für unter 60 jährige freigegeben. Jetzt ist er nur für über 60 jährige noch freigegeben. Irgendwie scheint das Zeug für keine Altersgruppe so richtig zu taugen.

    Blöderweise wird sich aber nur halbherzig um Alternativen gekümmert, obwohl der Impfstoff die wichtigste Aufgabe ist. Gestern sagte ein amerikanischer Österreicher, Matthew Karnitschnig bei Plasberg, die mangelhafte Impfstoffbeschaffung sei die „Erbsünde“, stattdessen wird über Osterruhe, ob sich die Kanzlerin gegen die Mp’s durchsetzt, dass es den ultimativ harten Lockdown braucht, geredet. Alles Nebenkriegsschauplätze, während die Hauptschlacht verloren geht.

  197. 197 Nestor 30. März 2021 um 20:28 Uhr

    @Kehrer

    „Besser“ – besser ist kein inhaltliches Urteil, sondern ein Vergleich.

    Ich verstehe nicht ganz, warum ein Vergleich kein inhaltliches Urteil sein soll, oder was das überhaupt ist.
    Gibt es Urteile ohne Inhalt?

    Du vergleichst, soweit ich das verstehe, das Gesundheitswesen Deutschlands vor und nach, sagen wir, der Finanzkrise? oder der Wende?

    Mein Einwand ist, daß es heute möglicherweise anderen Zielen dient als z.B. während des Kalten Krieges, oder auch noch in der Aufbauphase der EU.
    Deswegen ist „besser“ und „schlechter“ keine richtige Bestimmung, weil das wäre bezogen auf einen gleichen Zweck, dem es besser oder schlechter entspricht/dient.
    Durch die Etablierung eines Hinterhofes im Osten und die Schaffung von jeder Menge von „redundant population“ hat die Möchtegern-Führungsmacht des europäischen Staatenbündnisses nicht mehr das Anliegen, ihre Bevölkerung möglichst funktional zu halten, das ist meine These, und da sollte man weitermachen.

    Ich mach bald einmal einen Beitrag dazu.

    Jetzt aber wieder einmal meine Coronavirus-Statistik, Todeszahl bezogen auf Bevölkerung:

    0,002432271202093 Tschechien
    0,002044316172555 Ungarn
    0,002002990708230 Belgien

    0,001937592405260 Montenegro
    0,001929956693655 Slowenien

    0,001909128471127 UK
    0,001884848484848 Bosnien
    0,001805034725803 Italien
    0,001778998523068 Nordmazedonien
    0,001739871924466 Slowakei

    0,001635309713790 Portugal
    0,001592555612484 Spanien
    0,001452134154230 Kroatien
    0,001405386965679 Frankreich
    0,001359392055766 Moldawien
    0,001352766334672 Polen

    0,001297689131510 Schweden
    0,001196834825058 Schweiz
    0,001178710382234 Luxemburg
    0,001148713467256 Rumänien
    0,001039875682278 Österreich

    0,000952244897959 Irland
    0,000950345737118 Holland
    0,000949364434323 Kosovo
    0,000913072392496 Deutschland
    0,000802546096676 Ukraine
    0,000735370588520 Serbien
    0,000734549204916 Griechenland
    0,000654445164381 Rußland

    0,001664651515152 USA
    0,001583661538462 Peru
    0,001575179687500 Mexiko
    0,001473823843198 Brasilien
    0,001452380952381 Panama

    0,001251590457256 Kolumbien
    0,001234944320713 Argentinien
    0,001197578947368 Chile
    0,001059652173913 Bolivien
    0,000961954022989 Ecuador

    0,000883276153993 Südafrika

    Zuwachsraten:
    Bosnien + 0,000342578652195
    Ungarn + 0,000325706692423

    Tschechien + 0,000262366426723

    Slowakei + 0,000193481966327
    Montenegro + 0,000191424791845
    Nordmazedonien + 0,000181530461537
    Brasilien + 0,000165714663369
    Moldawien + 0,000150104819914
    Polen + 0,000125567085572
    Italien + 0,000103370931921

    Ukraine + 0,000092922363879
    Peru + 0,000086307692308
    Griechenland + 0,000078488633317
    Kosovo + 0,000064479196809
    Mexiko + 0,00005096338656
    USA + 0,000035642368811

    TOP 10
    0,002432271202093 Tschechien
    0,002044316172555 Ungarn
    0,002002990708230 Belgien
    0,001937592405260 Montenegro
    0,001929956693655 Slowenien

    0,001909128471127 UK
    0,001884848484848 Bosnien
    0,001805034725803 Italien
    0,001778998523068 Nordmazedonien
    0,001739871924466 Slowakei

    Die Top 10 sind inzwischen ausschließlich europäische Staaten. 7 davon ehemals sozialistische und 4 davon Nachfolgestaaten Jugoslawiens.
    Die Eingemeindung in die EU ist gut gelungen, kann man sagen: Von ihrem ehemals funktionierenden Sozialstaat ist wenig mehr übrig.
    Arbeitshetze zu Hungerlöhnen, teilweise im Ausland, Krankenstand praktisch unmöglich, bei medizinischen Behandlungen Selbstbehalte aller Art, um die Leute tunlichst vor Arztkonsultationen abzuschrecken.
    Dazu ein Gesundheitssystem im Notbetrieb, massenhafte Abwanderung von Ärzten und Pflegekräften, veraltete Gebäude und Probleme mit Heizung und Stromversorgung, und vor allem: Die Sicherheit, daß sich daran nichts ändern wird, Pandemie hin oder her.

    Die in letzter Zeit gesendeten und gedruckten Berichte, daß es in Brasilien derzeit ganz schlimm zugeht!, sollen offenbar den Blick vom eigenen Hinterhof weglenken.
    In der Slowakei ist gerade der Regierungschef zurückgetreten.

  198. 198 Kehrer 30. März 2021 um 21:37 Uhr

    „Ich verstehe nicht ganz, warum ein Vergleich kein inhaltliches Urteil sein soll, oder was das überhaupt ist.“

    Jetzt stell dich nicht künstlich begriffsstutzig. In einem inhaltlichen Urteil kommen Eigenschaften und Bestimmungen der Sache vor. Besser, schlechter vergleicht mehrere Dinge und stellt ein abstraktes Ranking auf und zwar eines das noch nicht mal zwingend objektiv ist, sondern auch ganz im Verhältnis des Urteilenden zur Sache liegen kann und nicht unbedingt in der Sache begründet sein muss. Besser oder schlechter abstrahiert daher von den sachlichen Bestimmungen und hält nur fest, das nach einem Kriterium oder Maßstab, das der Urteilende festlegt, das eine höher eingeschätzt wird als das andere. Der Vergleich soll als den Vorzug des einem vor dem anderen herstellen.

    Gibt es Urteile ohne Inhalt?

    Gut, wenn du Korinthen kacken willst, gibt es keine Urteile ohne Inhalt, aber es gibt Urteile mit sehr wenig Inhalt, die man umgangssprachlich, wenn man nicht den Korinthenkackmodus eingeschaltet hat, als inhaltslos bezeichnet. Solche Urteile sind besser oder schlechter. Sie sollen zusammenfassen, warum man sich für das eine und gegen das andere entscheidet. So und jetzt Erklärbärmodus aus. Es ging um das Gesundheitswesen und den Grund warum vor einigen Jahrzehnten es deiner Ansicht nach noch keine medienträchtigen Grippewellen gab. Ein besseres Gesundheitssystem bringt also eine insgesamt besseren gesundheitlichen Zustand der Bevölkerung hervor. Das sollte damit gesagt sein.

    „weil das wäre bezogen auf einen gleichen Zweck, dem es besser oder schlechter entspricht/dient.“

    Der Zweck des Gesundheitswesen hat sich inhaltlich (räusper) nicht geändert. Das heißt, das Arbeitsvolk soll immer noch wieder arbeitsfähig gemacht und gehalten werden, aber eben nicht mehr in gleichem Umfang (besser/schlechter), weil genug Ersatz da ist. Statt also die Gesundheit teuer vollständig zu regenerieren, reicht es sie soweit wieder herzustellen, dass sie für eine bestimmte Zeit weiter vernutzt werden kann. Ist die Gesundheit dann endgültig hinüber, stellt man eben eine frische gesunde Arbeitskraft ein. Diese Vorhandensein von Ersatz schlägt sich dann eben praktisch in der relativen Verbilligung der Gesundheitlichen Leistungen des Gesundheitswesen nieder bzw. indem man diesen Bereich als Geschäftssphäre aufzieht. Dabei ist klar dass die kapitalistische Rechnungsweise der Wiederherstellung der Gesundheit Grenzen setzt. Die Schäden die dabei en der Gesundheit der Leute entstehen können aber in Kauf genommen werden, weil das Arbeitskräftereservoir fast unerschöpflich ist.

  199. 199 Nestor 30. März 2021 um 21:40 Uhr

    Na ja gut, darauf kann man sich einigen.

  200. 200 NN 31. März 2021 um 22:38 Uhr

    Keine Linie bei Corona
    Innenpolitischer Streit über Umgang mit Pandemiegeschehen. Gespräche mit Putin zu »Sputnik V«

    Nach der neuen Altersbeschränkung für das Präparat von Astra-Zeneca auf über 60jährige rücken die Konsequenzen für die gesamten Coronaimpfungen in Deutschland in den Blick. Der Deutsche Lehrerverband sprach von einem »katastrophalen Rückschlag für die gerade Fahrt aufnehmende Impfung von Lehrkräften« und forderte eine Umstellung auf andere Präparate. In den Ländern sind teils Änderungen bei Liefer- und Terminplanungen nötig. Gesundheitspolitiker der Koalition äußerten sich mit Blick auf die weitere Impfkampagne zuversichtlich. Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) kündigte für kommende Woche erneute Beratungen über die Sicherheit des Astra-Zeneca-Mittels an.

    Lehrerverbands-Präsident Heinz-Peter Meidinger verlangte eine rasche Möglichkeit für unter 60jährige Lehrkräfte, sich mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer und demnächst mit dem von Johnson & Johnson impfen lassen zu können. »Wenn dieser Austausch nicht sofort stattfindet, wird es mit der Durchimpfung von Lehrkräften im April nichts mehr werden«, sagte er dpa. Dies gefährdete sonst zusätzlich zu steigenden Infektionszahlen die Chancen, Schulen offenzuhalten. Momentan sind in den meisten Bundesländern Osterferien. Viele Schulen sollen in der Woche nach Ostern oder später wieder öffnen.

    Bund und Länder hatten am Dienstag abend nach einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) beschlossen, Astra-Zeneca in der Regel nur noch für Menschen ab 60 Jahre einzusetzen. Jüngere sollen sich »nach ärztlichem Ermessen und bei individueller Risikoanalyse nach sorgfältiger Aufklärung« weiterhin damit impfen lassen können. Hintergrund sind Fälle von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen. Erst Mitte März waren Astra-Zeneca-Impfungen nach einer einige Tage andauernden Impfpause und neuen Überprüfungen wieder angelaufen. Die Bundesregierung bat die Bürger um Verständnis, dass nun zunächst einiges umorganisiert werden müsse.

    Am Dienstag abend besprachen in einer Videokonferenz Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der russische Präsident Wladimir Putin mögliche Kooperationen bei Impfstoffen. Es soll dabei auch um Lieferungen oder Produktionen des russischen Präparats »Sputnik V« gegangen sein. (dpa/jW)

    Not lehrt bitten
    Merkel an »Sputnik V« interessiert
    Von Reinhard Lauterbach

    Ende 1916 hielt Pawel Miljukow, Fraktionsvorsitzender der russischen »Kadetten«-Partei, eine berühmt gewordene ­Rede in der Staatsduma. In ungefähr zehn Punkten fasste er die Niederlagen, Fehlschläge, Affären und Skandale zusammen, die sich das zaristische Russland in zwei Jahren Weltkrieg geleistet hatte. Am Ende jedes Absatzes kam der suggestive Satz: »Ist das noch Dummheit, oder ist es schon Verrat?«

    Schaut man auf das Schauspiel, das die Bundesregierung im Zusammenhang mit der Pandemiebekämpfung bietet, drängt sich die Erinnerung an diese Rede auf. Den vorläufigen Gipfel bilden die widersprüchlichen Empfehlungen der sogenannten Impfkommission zum Gebrauch des Vakzins von Astra-Zeneca. Erst sollten alle, dann nur Jüngere, neuerdings nur Ältere damit behandelt werden, wahlweise alle, die sich »trauen« (Markus Söder). Das legt zwei Vermutungen nahe, von denen sich die Herrschenden aussuchen können, welche für sie verheerender ist – sie schließen sich übrigens gegenseitig nicht aus. Die eine, dass die Impfkommission ein Gremium ist, das seine Gutachten auf Bestellung und nach Tageslage schreibt, aktuell wahrscheinlich mit dem Ziel zu verhindern, dass die teuer eingekauften Impfdosen von Astra-Zeneca keine Impfwilligen finden und das viele Geld für die Katz war. Und zweitens, dass die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) mit dem Astra-Zeneca-Vakzin genau das gemacht hat, was der gesammelte medizinpolitische Sachverstand des Westens Russland im Zusammenhang mit der Markteinführung seines »Sputnik V« vorgeworfen hat: ein unzureichend getestetes Präparat auf die Menschheit loszulassen. Man gewinnt den Eindruck, dass wir mit Astra-Zeneca im Moment noch mitten in der dritten Phase der klinischen Prüfung stecken.

    In dieser Situation kam es am Dienstag zu einer Videokonferenz zwischen Angela Merkel, Emmanuel Macron und Wladimir Putin. Nach Berichten russischer Medien wurde dabei auch über Möglichkeiten der Lieferung des russischen Coronaimpfstoffs in die EU gesprochen. Merkel habe geäußert, wenn die EMA das russische Vakzin nicht oder zu spät zulasse, werde Deutschland das Mittel im nationalen Alleingang bestellen. Eine Bestätigung aus westlicher Quelle gibt es dafür einstweilen nicht – kein Wunder. Denn das wäre genau das, was das offizielle Berlin Ungarn und der Slowakei immer vorgeworfen hat: aus der »europäischen Solidarität« auszuscheren.

    Die Miljukow-Rede mit ihrem berühmten Refrain war historisch die Aufkündigung der Gefolgschaft gegenüber der Zarenmonarchie von seiten der russischen Bourgeoisie. In Deutschland weiß man, welche Folgen es hat, wenn die herrschende Klasse samt einem Großteil der Gesellschaft dem parlamentarischen System die Gefolgschaft aufkündigt. Im Vergleich zu dieser Gefahr könnte es auch aus Sicht von Angela Merkel das kleinere Risiko sein, sich von einer Seite helfen zu lassen, der sie ansonsten alles Böse der Welt unterstellt.

  201. 201 Neoprene 01. April 2021 um 10:39 Uhr

    „Nearly a third of people who have been in hospital suffering from Covid-19 are readmitted for further treatment within four months of being discharged, and one in eight of patients dies in the same period, doctors have found. … „“Until now we tended to think of heart disease, kidney disease and diabetes as risk factors for Covid patients, but these are also complications of Covid as well,”“
    https://www.theguardian.com/world/2021/apr/01/almost-third-of-uk-covid-hospital-patients-readmitted-within-four-months

  202. 202 Nestor 02. April 2021 um 19:42 Uhr

    Groß im Gerede ist inzwischen Bulgarien, wo die Lage inzwischen auch ernst zu sein scheint. Es fügt sich nahtlos ein in das, was ich weiter oben zu dem EU-Hinterhof überhaupt geschrieben habe.

    Es ist übrigens auffällig, wie sehr die Bevölkerung Bulgariens inzwischen geschrumpft ist: Wikipedia verzeichnet knapp 7 Millionen Einwohner.

    Als ich in den 80-er Jahren durch Bulgarien stoppte, hatte es 10 Millionen Einwohner.

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