Pressespiegel El País, 17.1.: Globales Wettimpfen

„DIE IMPFUNG ERÖFFNET EINE SCHLACHT: LEBEN RETTEN UND GLOBALEN EINFLUSS GEWINNEN
Europa erlebt nervös den Beginn einer Kampagne, die sich auf das geopolitische Gleichgewicht in der Post-Covid-19-Welt auswirken wird
Marc Bassets

Es ist die größte Impfkampagne in der Geschichte. Von seinem Erfolg oder Misserfolg wird abhängen, ob nach fast einem Jahr der Ausgangsbeschränkungen und anderer Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus Milliarden von Menschen ohne Angst vor Ansteckung leben und arbeiten können. Auf dem Spiel stehen die Gesundheit der Menschheit und die Möglichkeit, dass die Wirtschaft des Planeten aus der schlimmsten Rezession seit Jahrzehnten hervorgeht.“

Starke Worte. Die „Menschheit“ und der „Planet“ stehen auf dem Spiel. Und das, obwohl sich in manchen Gegenden der Welt gar nicht solche Dramen abspielen und Erwartungen an die Impfung knüpfen.

„Aber da ist noch etwas anderes. Es sollte eine gemeinsame Anstrengung des gesamten Planeten sein. In Wirklichkeit findet ein Wettbewerb zwischen den Staaten statt, um herauszufinden, wer schneller und besser impft. Es ist eine Frage des Prestiges. Und der Macht.

»Es ist nicht nur so, dass die Großmächte versuchen, ihre Vorrangstellung zu behaupten, indem sie Dosen horten oder behaupten, ihr Impfstoff sei besser als die anderen«, erklärt die Spezialistin für politische Geographie Luiza Bialasiewicz, Professorin für europäische Regierungsführung an der Universität Amsterdam. »Der Impfstoff wird als Waffe eingesetzt«, fügt sie hinzu.

Bialasiewicz erwähnt das Beispiel der Bilder des russischen Impfstoffs, benannt nach dem sowjetischen Satelliten Sputnik aus dem Kalten Krieg, der in Argentinien ankommt, oder der chinesischen Impfstoffe in Afrika. Auch die Europäische Union (EU), in der die Kampagne langsamer gestartet wurde als in anderen Ländern, steht vor einem neuen Test ihrer Fähigkeit, als Weltmacht zu agieren.“

Warum „auch“?
China und Rußland liefern, die EU nicht – also ist das „auch“ unangebracht.
Das ist natürlich für die Propagandisten der EU sehr unangenehm.

„Nachdem seit Beginn der Kampagnen in den USA und im Vereinigten Königreich mehr als ein Monat vergangen ist, regen sich in einigen Ländern Zweifel an der Politik der EU, die vor Monaten beschlossen hat, den Kauf der Dosen zu zentralisieren, um sie gleichberechtigt unter den Mitgliedern zu verteilen und aus einer Position der Stärke günstigere Preise zu verhandeln. Jetzt gibt es Anzeichen von Ungeduld und Spaltung.

»Alle Verzögerungen sind Leben, die nicht gerettet werden können. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit«, sagt Antoine Flahault, Direktor des Instituts für globale Gesundheit an der Universität Genf in der Schweiz. »Darüber hinaus führen neue Varianten, die möglicherweise übertragbarer sind als frühere Stämme, dazu, dass wir den Schutz schutzbedürftiger Personen beschleunigen müssen. Je schneller, desto besser. Wenn es in ein paar Tagen möglich ist, besser als in ein paar Wochen, und wenn es in ein paar Wochen möglich ist, besser als in ein paar Monaten.«“

Den flammenden Ehrgeiz, möglichst schnell möglichst viele Leben zu retten, möchte man sich bei Hungerkatastrophen in Afrika oder Bootsunglücken im Mittelmeer wünschen. Das wäre da mit weitaus weniger Aufwand problemlos zu erreichen.
Das humanitäre Gesäusel um die Vermeidung von unnötigen Todesfällen hat also sehr viel mit anderen, weniger humanistischen Zielen wie Staatenkonkurrenz und Wirtschaftswachstum zu tun:

„Wie im Kalten Krieg mit dem Wettbewerb zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion um die Eroberung des Weltraums, oder mit dem Wettrüsten, hat die Impfung gegen ein Virus, das in einem Jahr bereits mehr als zwei Millionen Menschen getötet hat, einen Kampf um Einfluss eröffnet. Dieser Kampf trifft auf das geopolitische Gleichgewicht in einer Zeit der Fragilität der US-Hegemonie, der Festigung der chinesischen Macht und der europäischen Unentschlossenheit. Millionen von Menschenleben und das Vertrauen der Bürger in die Regierungen ihrer Länder hängen von den Ergebnissen der Kampagne ab. Jeder Misserfolg – aufgrund hoher Preise von Impfstoffen, Engpässen bei der Verteilung oder Wirkungslosigkeit bei der Eindämmung von COVID-19 – hätte schwerwiegende Folgen für die Machthaber und das Vertrauen in das System nach den Fehltritten vieler westlicher Demokratien bei der Bewältigung der Pandemie im Jahr 2020.

Misstrauen in die gemeinsame Strategie

Am Freitag äußerten mehrere europäische Länder ihre »große Besorgnis über die Nachhaltigkeit und Glaubwürdigkeit des Impfprozesses«, nachdem angekündigt wurde, dass sich die Verteilung der vom US-Labor Pfizer zusammen mit dem deutschen BioNTech hergestellten Impfstoffe verzögert. Das Ungarn des Nationalisten Viktor Orbán schürt seit Wochen das Misstrauen gegenüber der gemeinsamen Impfstrategie und hat beschlossen, Impfstoffe von Chinas Sinopharm zu kaufen.

In Frankreich, wo Skepsis auch über die Impfgegner-Bewegung hinaus tief verwurzelt ist, begann die Regierung die Kampagne sehr vorsichtig, was Alarm auslöste. Es gab einen Grund für die Langsamkeit: den Zurückhaltenden zu überzeugen. »Unsere erste Herausforderung bestand darin, die Bedingungen zu schaffen, unter denen die Franzosen geimpft werden wollen«, sagte die französische Ministerin für öffentliche Verwaltung, Amélie de Montchalin, gegenüber EL PAÍS. »Unbestreitbar funktioniert es.« Ende Dezember wollten nur 42% der Franzosen geimpft werden; Laut einer Umfrage sind es jetzt 56%. Die Impfrate hat sich beschleunigt.

In Deutschland, wo mehr und schneller geimpft wird als in Frankreich, wurde die Europäische Kommission kritisiert und das gemeinsame Verfahren bei der Genehmigung und Beschaffung von Dosen als zu bürokratisch angesehen. »Es ist schwer zu erklären, dass in Deutschland ein sehr guter Impfstoff entwickelt wurde und an anderer Stelle schneller geimpft wurde«, beklagte sich der bayerische Landespräsident Markus Söder in einem Interview mit Bild am Sonntag. »Der Zeitfaktor ist entscheidend. Wenn Israel, die Vereinigten Staaten oder das Vereinigte Königreich in der Impfung weiter fortgeschritten sind, werden sie auch wirtschaftlich davon profitieren.«“

Das ist also die Besorgnis der Politiker: Daß der durch die Pandemie geschrumpfte Weltmarkt, auf dem viel Zahlungsfähigkeit und Produktion vernichtet wurde, dann von den Unternehmen derjenigen Staaten erobert wird, die schneller aus den Lockdowns herauskommen und ihre Wirtschaft wieder hochfahren können.
Das ist wahrscheinlich eine verkehrte Auffassung über Impfung, Krankheit, Wirtschaft und Weltmarkt, aber die beseelt die Politiker der westlichen Mächte.

„Weltweit wurden nach einer Berechnung der Bloomberg-Agentur 37,9 Millionen Dosen Coronavirus-Impfstoff verabreicht. Davon 12,9 Millionen in den Vereinigten Staaten; 9 Millionen in China und 4,8 Millionen in der EU. Das erste, was auf der Impfkarte der Welt auffällt, ist die große Lücke in weiten Teilen der südlichen Hemisphäre, wo entweder keine Daten verfügbar oder die Impfraten verschwindend sind.“

Auch das klingt wieder sehr besorgt – die arme südliche Hemisphäre, benachteiligt, wie immer! –, steht aber in Widerspruch zu den oben erwähnten Bildern von russischen Impfstoff in Argentinien und den chinesischen in Afrika.
Es fragt sich, ob auf dieser Welt-Impfkarte die Impfstoffe aus China und Rußland überhaupt eingetragen sind?

„Wenn der Vergleich nach der Anzahl der Dosen pro hundert Einwohner durchgeführt wird, schneiden die Europäer schlecht ab: 1,09 Dosen pro hundert Einwohner, verglichen mit 3,95 in den Vereinigten Staaten, 5,51 im kürzlich aus der EU ausgetretenen Vereinigten Königreich, 15,5 für die Vereinigten Arabischen Emirate oder 24,24 für Israel, dem am weitesten fortgeschrittenen Land.

»Wenn Sie die Parallele zum Wettrüsten ziehen, ist die Mobilisierungsfähigkeit der Vereinigten Staaten phänomenal: Sie wird immer unterschätzt«, sagt François Heisbourg, Berater des Think Tanks des International Institute for Strategic Studies. »Die ersten beiden Impfstoffe, die von den anspruchsvollsten Behörden, der europäischen und der amerikanischen, zugelassen wurden, sind die von Pfizer und Moderna, die Amerikaner sind, mit deutscher Hilfe im Fall der ersten.«

Die Impfkampagne, wie sie in Frankreich in den ersten Tagen zu sehen war, bietet einen fruchtbaren Boden für Verschwörungstheorien. »Wir leben in einem Moment geopolitischen Taumelns«, reflektiert Bialasiewicz von der Universität Amsterdam, »und die Pandemie hat frühere Trends wie das Misstrauen gegenüber Eliten sowie wissenschaftliches und anderes Wissen nur verschärft.«

Für Heisbourg ist es noch zu früh, um den Erfolg oder Misserfolg der Operation beurteilen zu können. Der Kampf hat gerade erst begonnen, in vielen Ländern gibt es noch Maßnahmen zur Eindämmung und Einschränkungen, und die Varianten des Virus können eine Änderung der Berechnungen erzwingen. »Wenn dies ein Test ist«, sagt er, »ist es kein 100-Meter-Sprint, aber wir wissen nicht, ob es ein 5.000-Meter-Rennen oder ein Marathon sein wird.«“

Die ganze Impf-Tätigkeit wird besprochen wie ein Krieg: Schlacht, Kampf, Wettrüsten, Kalter Krieg, Kampagne, Mobilisierung.
Die Sorge ist groß, daß die Soldaten den Gehorsam verweigern könnten und die ganze Sache überhaupt in einer großen Niederlage endet.

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DIE EU, CHINA UND DAS AFRIKANISCHE SPIELBRETT

»Wenn die Europäische Kommission nicht gehandelt hätte, hätten sich die Spaltungen und Ungleichheiten in der EU verschlechtert: Das Zusammenhalten der Union ist eine politische Errungenschaft. Und er hat die Preise ziemlich gut ausgehandelt«, sagt Sueri Moon, Co-Direktor des Zentrums für globale Gesundheit am Graduate Institute in Genf.
Moon weist darauf hin, dass die Bemühungen von dem multilateralen Mechanismus COVAX, Ländern mit niedrigem Einkommen den Zugang zu Impfstoffen zu ermöglichen, untergraben wurden, als die Europäer einen Großteil des weltweiten Angebots kauften. »Es ist bezeichnend für den Impfstoff-Wettlauf, dass jedes Land seine nationalen oder regionalen Interessen in den Vordergrund stellt«, sagt Moon.“

Welch eine Überraschung!
Und das, nachdem weiter oben von Wettrüsten geschrieben wurde …

„»Die westliche und europäische Impfstoffproduktion ist begrenzt«, sagt Theodore Murphy, Verantwortlicher für Afrika beim Europäischen Rat für Auswärtige Beziehungen. Da sich COVAX auf die westliche Produktion stützt und die EU der Impfung ihrer Bürger Priorität einräumt, wurden Länder mit niedrigem Einkommen in die zweite Reihe verwiesen. Und hier kommt China, das einen Überschuss an Impfstoffen hat, die es in Afrika vertreiben kann. »Wir Europäer«, sagt Murphy, »konkurrieren mit China in Afrika, und deshalb müssen wir Impfstoffe nicht nur als humanitäres Problem betrachten, sondern als eine Möglichkeit, unseren Wert als Partner unter Beweis zu stellen.«“

Diese Show, wie es aussieht, ist bereits gelaufen.


150 Antworten auf „Pressespiegel El País, 17.1.: Globales Wettimpfen“


  1. 1 Nestor 17. Januar 2021 um 22:13 Uhr

    Noch einige Worte zu dieser COVAX, das irgendwann zwischen April und September 2020 ins Leben gerufen wurde.
    Offenbar ist Rußland nicht dabei, und China nur so halb.

    Damit wollten sich die USA, die EU und ihre Satelliten eine Art Monopol auf dem Impfmarkt sichern.
    Das scheitert aber an Menge und Preis der vorhandenen Impfstoffe, sodaß sich dieses COVAX als eine Art groß angekündigter Rohrkrepierer herausstellt, von Mächten, die höher hupfen wollen, als es ihre Fähigkeiten hergeben.

  2. 2 Nestor 18. Januar 2021 um 12:56 Uhr

    Bemerkenswert ist auch die Politik der Firma Biontech: Erst gab der Chef süffisant zum besten, daß die EU oder Deutschland gar nicht so viel bei der Firma bestellt haben, wie möglich gewesen wäre – und löst dadurch eine heftige Debatte in Deutschland und der EU aus.

    Dann, als die Nachbestellungen kommen, erklären sie von Seiten von Biontech, sie könnten derzeit noch nicht so viel liefern, weil sie erst das Werk in Belgien ausbauen müßten.

    Ich erkenne darin eine Strategie, durch Schaffung von Knappheit den Preis nach oben zu drücken.

    Offenbar haben sie auch Informationen, daß die Konkurrenten noch nicht so weit sind und nicht in die Bresche springen können.

    Es gibt doch nichts Schöneres als die Marktwirtschaft und den Wettbewerb!

  3. 3 Nestor 19. Januar 2021 um 23:53 Uhr

    Heute war ein Skandälchen aus dem Westen Österreichs an der Reihe, weil sich ein Bürgermeister beim Impfen im Altersheim eingeschlichen und impfen hat lassen, obwohl zu keiner Risikogruppe gehört!

  4. 4 Nestor 20. Januar 2021 um 14:43 Uhr

    Warum Österreichs Impfplan wackeln könnte

    Das größte Kontingent an zeitnah erwarteten Impfstoffen droht für über 55-Jährige nicht zugelassen zu werden. Muss die Regierung die Impfreihenfolge auf den Kopf stellen?

    https://www.derstandard.at/story/2000123436741/warum-oesterreichs-impfplan-wackeln-koennte

  5. 5 NN 21. Januar 2021 um 12:08 Uhr

    Russland will EU-Zulassung für »Sputnik V«

    Moskau. Russland strebt eine Registrierung seines Coronaimpfstoffes »Sputnik V« in der Europäischen Union an. Ein entsprechender Antrag sei bei der Europäischen Arzneimittelagentur EMA eingereicht worden, teilte am Mittwoch in Moskau der staatliche Direktinvestmentfonds mit, der das Vakzin mitfinanziert und im Ausland vermarktet. Mit einer Prüfung werde im nächsten Monat gerechnet. Bereits von diesem Freitag an will Russland die Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit von »Sputnik V« von der Weltgesundheitsorganisation WHO beurteilen lassen.

    In Russland laufen Impfungen mit dem Vakzin bereits seit Anfang Dezember. Bis zum Sommer sollen 60 Prozent der Bevölkerung geimpft sein. Bislang haben mehr als anderthalb Millionen Menschen das Vakzin erhalten. Russland verkauft das Vakzin auch ins Ausland – unter anderem nach Ungarn, Kasachstan und Turkmenistan in Zentralasien. Russischen Angaben zufolge kommt es auch nach einer Notzulassung etwa in Argentinien, Bolivien, Serbien und Venezuela zum Einsatz.

    Russland hat mit »EpiVacCorona« bereits einen zweiten Impfstoff freigegeben. Nach Angaben der Behörden soll mit der Massenproduktion im nächsten Monat begonnen werden. Bis März werde deshalb ausschließlich »Sputnik V« gespritzt. (dpa/jW)

  6. 6 Neoprene 22. Januar 2021 um 10:24 Uhr

    „Offene Fragen zur Wirksamkeit“

    Ein Artikel aus Oktober 2020 meinte schon: „Das bedeutet jedoch nicht, dass dann alle Fragen zur Wirksamkeit beantwortet sind. Bei Impfstoffen ist das aber normal.“
    https://www.pharmazeutische-zeitung.de/offene-fragen-zur-wirksamkeit-121384/

    Hierzu hat jetzt ein renommierter Fachwissenschaftler und Mitherausgeber einer britischen Fachzeitschrift einen recht ernüchternden Artikel geschrieben:
    „Pfizer and Moderna’s “95% effective” vaccines—we need more details and the raw data“
    https://blogs.bmj.com/bmj/2021/01/04/peter-doshi-pfizer-and-modernas-95-effective-vaccines-we-need-more-details-and-the-raw-data/

    Dazu paßt meine Frage bei telepolis: „Warum waren in der Biontech-Studie nur so wenig Alte?“
    https://www.heise.de/forum/Telepolis/Kommentare/Der-falsche-Kurs-der-Impfskepsis/Warum-waren-in-der-Biontech-Studie-nur-so-wenig-Alte/thread-6627016/
    „„Die Prüfung von Covid-19-Impfstoffen bei Älteren ist aus zwei Gründen wichtig: Sie sind am stärksten von der Pandemie betroffen, und ihr Immunsystem ist nicht mehr so schlagkräftig wie das von Jüngeren. Sie zählen zur Risikogruppe, die bei Verfügbarkeit eines Impfstoffs mit am ersten geimpft werden sollten. Einige wenige Phase-III-Studien beziehen auch Minderjährige ein; aber das ist bisher die Ausnahme (mehr dazu siehe unten).“
    (die forschenden Pharmaunternehmen https://www.vfa.de/de/arzneimittel-forschung/coronavirus/wie-impfstoffe-gegen-covid-19-erprobt-werden)
    „Die Zahl der Teilnehmer solcher klinischen Studien muss so groß sein, damit das Ergebnis die Wirksamkeit eines Impfstoffes statistisch abgesichert belegen kann. Das heißt: Je geringer das Infektionsrisiko, umso mehr Personen müssen an der klinischen Studie teilnehmen.“
    https://www.deutschlandfunk.de/biontech-pfizer-moderna-und-co-corona-impfstoffe-in-der.2897.de.html?dram:article_id=482250

    Warum sind dann in der Phase III-Studie zum Pfizer/BioNTech nur so wenige Menschen über 75 Jahre aufgenommen worden, dass die Beurteilung der Wirksamkeit bei ihnen schon aus statistischen Gründen nicht möglich war?
    Die Konkurrenz hat bisher gleich gar nicht bei Alten getestet:
    „Das Astra-Zeneca-Problem
    Es geht um den Impfstoff des Anbieters Astra Zeneca, über dessen Zulassung die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) am 29. Jänner entscheiden soll. Der Infektiologe Herwig Kollaritsch, der in der Corona-Taskforce des Gesundheitsministeriums sitzt, beschreibt das Problem so: Astra Zeneca habe das eigene Produkt in verschiedenen Dosierungsvarianten erprobt.
    Doch zum letztlich wirksamsten Schema – bei der ersten Impfung eine schwächere Dosis, bei der zweiten eine stärkere – habe das Unternehmen nur Ergebnisse für Menschen bis 55 Jahren publiziert, so Kollaritsch. Die EMA könne den Impfstoff in der besten Form folglich nur für diese Altersgruppe freigeben, solange Astra Zeneca nicht Daten für Ältere nachreicht.“
    https://www.derstandard.at/story/2000123436741/warum-oesterreichs-impfplan-wackeln-koennte

    „Einerseits ist auffällig, daß in den meisten Staaten herzlich wenig getan wurde, um insbesondere in Altersheimen Coronatote zu verhindern (Mittlerweile gibt es dort mindestens die Hälfte aller Todesfälle). Andererseits ist es offizielle Politik, alte Menschen, die extrem überproportional von Corona betroffen sind, zu schützen. In Deutschland hat das RKI erst vor ein paar Tagen die dementsprechende Reihefolge der Impfungen festgelegt. Österreich wollte auch erst die Ältesten impfen.“

    Auf meinen Kommtentar dort: „… zur Zulassung für die Impfung vor allem und in erster Linie von besonders alten Menschen sollte man doch erwarten, daß die Impfstoffe genau an dieser Gruppe von Menschen getestet werden, die man mit der Impfung schützen will.“

    kam die Erwiderung:
    „Das tut man jetzt – man führt die Vollendung der Phase-III-Studie quasi an dieser Gruppe durch.
    Also nicht etwa an freiwilligen/bezahlten Probanden, sondern an den Alten, die das nicht verstehen, sich eh nicht/kaum wehren können – DAS ist der eigentliche Skandal dabei…“

    Ich habe dem entgegengehalten:
    „Nein, tut „man“ nicht: Bei der ersten großen Phase-III-Studie von Comirnaty sind sehr wohl knapp 4000 Menschen über 65 und rund 800 über 75 geimpft worden. Das Mittel hat daraufhin seine Zulassung bekommen.
    Der AstraZeneca-Impfstoff hingegen wurde nur an Menschen unter 55 getestet und die EMA hat daraufhin das Mittel gerade nicht zugelassen.
    (Da kann man zwar wieder fragen, wieso die EMA und wer weiß noch alles es zugelassen haben, daß der Impfstoff gar nicht an der wichtigsten Zielgruppe getestet wurde, aber das steht auf einem anderen Blatt.)“

    Zum mittlerweile errichten Stand:
    „Der Corona-Impfstoff von AstraZeneca scheint auch bei älteren Menschen eine robuste Immunität zu erzeugen und tendenziell verträglicher zu sein als bei Jüngeren, zu diesem Fazit kommen Wissenschaftler bei einer Zwischenauswertung von ChAdOx1 nCoV-19 (AZD1222) in „The Lancet“.
    https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2020/11/23/azd1222-erzeugt-robuste-immunitaet-auch-bei-senioren

    Danach gibt es doch schon gewisse Ergebnisse der Phase-III-Prüfung von AZD1222. Andererseits schreibt DerStandard
    „Seine Wirksamkeit bei älteren Personen soll auch knapp vor der Entscheidung der EMA nicht vollends geklärt sein… Fraglich ist, ob der Impfstoff eine volle Zulassung bekommen kann. Grund dafür ist ein Evidenzproblem. Manchen EMA-Experten, die unabhängig von der Politik entscheiden müssen, reicht das Datenmaterial aus den Versuchsreihen im Herbst vorläufig nicht aus. Bei den über 65-Jährigen sei die Wirksamkeit nicht überzeugend geklärt, anders als bei den Produkten von Biontech und Moderna, die über 90 Prozent Wirksamkeit nachweisen konnten.“

  7. 7 Nestor 22. Januar 2021 um 10:29 Uhr

    @Neoprene

    Ohne deine mühsame Recherche entwerten zu wollen: Aber auskennen tu ich mich nach all den widersprüchlichen Angaben nicht!

  8. 8 Neoprene 22. Januar 2021 um 11:32 Uhr

    Wenn ich mich auskennen würde, würde ich nicht Fragen stellen zu ofensichtlich widersprüchlichen Sachen.
    Leider sind überzeugende Antworten offensichtlich nicht immer zu bekommen. Und das, was als unbezweifelbar hingestellt wird, ist es eben häufig auch nicht, mehr wollte ich jedenfalls mit dem Hinweis auf Peter Doshi auch nicht sagen, schließlich bin ich nun wirklich nicht vom Fach.

  9. 9 NN 22. Januar 2021 um 12:13 Uhr

    Tote nach Covid-19-Impfung in Norwegen: Gründliche Abwägung empfohlen

    Eindeutige Belege für Impfnebenwirkungen als Sterbeursache gibt es bisher nicht. Die Gesundheitsbehörde empfiehlt sehr gebrechlichen Personen eine gründliche Abwägung von Nutzen und Nachteilen der Impfung

    Dazu TomGard: Selbstkritik: (Covid19)-„Todeskult“ zählt selbst zu dem, was es anzugreifen vermeint und Covid – Studien, update

  10. 10 Neoprene 22. Januar 2021 um 12:48 Uhr

    Eine der Standardeinwände gegen die jetzt angelaufenen Coronaimpfungen ist der offensichtliche Tatbestand, daß in diesem Fall anders als sonst immer bei Arzneistoffen, keinerlei Langzeitstudie zu „Spätfolgen“ abgewartet wurde, sondern gleich nach der Phase-III-Stufe der Prüfung an einigen 10.000en Impfprobanden mit der Massenimpfung begonnen wurde. Dazu habe ich eine interessante Polemik gefunden:
    COVID – Impfstoffe und (keine) „Langzeitdaten“
    https://verdareno.wordpress.com/2021/01/01/covid-impfstoffe-und-keine-langzeitdaten/
    Grundsätzlich kann ich bei den besorgten Hinweisen auf eventuelle Spätfolgen oder seltene schlimme Gesundheitsschäden immer nicht verstehen, wieso die immer auf die paar in der Tat schon beobachteten Sachen zeigen – die Narkolepsie nach der Impfung gegen die Schweinegrippe ist sicherlich einerder am meisten angeührten Fälle – aber nie die Eintrittswahrscheinlichkeit dieser Gesundheitsschäden in Vergleich setzen zu den zu erwartenden Gesundheitsschäden bei Nichtimpfung. Wenn das Risiko zu sterben bei Nichtimpfung um 10er Potenzen höher liegt als nach einer Impfung, dann ist es doch blöde, vom Impfen abzuraten.

  11. 11 Nestor 23. Januar 2021 um 12:43 Uhr

    Da beide aus einfachen zeitlichen Gründen nicht erforscht sind, so wüßte ich nicht, was so ein Vergleich bringen könnte.

    Man soll doch bitte nicht auch auf den fehler verfallen, Prognosen für etwas Wissenschaftliches zu halten.

    Die ganze Debatte um „Soll man sich impfen lassen oder nicht?“ ist schon dadurch ein bißl absurd,
    – als gar nicht ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht,
    – immer weniger klar ist, wem man den eigentlich verabreichen will,
    – gar nicht klar ist, ob er für alle geeignet ist,
    – es auch keine Einigkeit zu geben scheint, welche Impfstoffe bestellt werden sollen und wann sie eintreffen, usw. usf.

  12. 12 TomGard 23. Januar 2021 um 13:22 Uhr

    @Nestor, @Neoprene

    Ja, Nestor, absurd ist besonders der administrative Diskurs und sein Extremismus, der in eine zwar (noch) nicht flächendeckende, aber merkliche Zensur gegen echte und vermeintliche „Impfgegner“ übergeleitet worden ist.

    Bezeichnenderweise gilt das nicht mehr für das UK. Dort hat inzwischen die Erkenntnis Vorrang, daß auch die 2. Dosis der Impfung Kontaktbeschränkungen nicht erübrigt und deren echten oder vermeintlichen Effekt erst bei einem Grad der Durchimpfung ersetzen könnte, wenn mehr als die mal anvisierten 60% erreicht sind.
    Die Weise, wie sich Administrationen und ihre Sprachrohre und Aspiranten namentlich in Deutschland und Frankreich auf die im Juni verfügte „Impfraison“ der EU-Kommission beziehen, nimmt Covid offenkundig in beträchtlichem Umfang nur noch zum Anlaß andere Ziele und Zwecke zu verfolgen.

    Neoprene: Die Narkolepsie-Affäre ist dann eine rationale Referenz, wenn sie die fatale Wirkung illustrieren soll, die eine mit faschistischer Rücksichtslosigkeit undifferenziert durchgedrückte Impfkampagne haben kann. Denn betroffen waren nicht ausschließlich, aber überwiegend Kinder. Deshalb ist folgendes nicht Peanuts:

    „Nach Recherchen der „Strait Times“ wurden mit Stand Dez. 2020 440 von 702 Entschädigungsanträgen wegen impfinduzierter Narkolepsie von den schwedischen Versicherungen bewilligt und 100 Millionen Kronen ($15,76 Millionen (!!) ausgezahlt. Das Ausmaß des Widerstandes der Pharmaindustrie und der Staatsorgane gegen Entschädigungsforderungen kann man bspw. an diesem Artikel von 2011 erahnen. Die EudraVigilance-Datenbank der Europäischen Arzneimittelagentur verzeichnet in ihrem Einzugsgebiet bis heute nur ca.1300 Fälle impfinduzierter Narkolepsie, obwohl 2015, nach großen Widerständen und langem hin- und her eine hohe Gewißheit geschaffen wurde, daß Narkolepsie auch als Spätwirkung Jahre nach der Impfung auftreten kann.“

    (aus einem meiner Einträge)

  13. 13 Neoprene 23. Januar 2021 um 13:23 Uhr

    Deine Frage „„Soll man sich impfen lassen oder nicht?“ ist eine rein individuelle. Die beantworten offensichtlich die unterschiedlichen Menschen nicht alle gleich.
    Daß zu Beginn einer geplanten Impfkampagne, bei der tendenziell „alle“ Willigen geimpft werden sollen, nicht gleich alle geimpft werden können, ist nun nichts Überraschendes.
    Wieso scheint dir nicht klar zu sein, wer geimpft werden soll? Welche Regierung, welche Gesundheitsbehörde hat denn da den Kurs gewechselt?
    Was heißt für dich „geeignet“? Wirksamkeit beim Schutz gegen eine Coronainfektion, Verringerung der schlimmen Krankheitsverläufe? Oder meinst du die Gefahr von gesundheitsschädlichen Nebenwirkungen?
    Natürlich hängt die Beantwortung deiner Frage auch davon ab, was das konkrete Impfzeugs jeweils macht, das ist ja nicht bei allen das gleiche, weil da unterschiedliche Ansätze gewählt wurden. Wenn die vrschiedenen Impfstoffe aber vorhanden sind und man beurteilen kann, was die machen, kann man natürlich auch sagen, ob „man“ sich impfen lassen soll.

  14. 14 Neoprene 23. Januar 2021 um 13:36 Uhr

    „Da beide aus einfachen zeitlichen Gründen nicht erforscht sind, so wüßte ich nicht, was so ein Vergleich bringen könnte.“
    Impfungen sind keine Dauermedikation. Das ist ein Einmalding mit sofort auftretenden Nebenwirkungen, die dann bei den meisten recht bald abklingen. Da ändert auch eine jahrelange Nachbeobachtung nicht mehr sonderlich viel. Das sagen jedenfalls die Impfbefürworter. Was man aber immer braucht, sowohl zur Beurteilung der erwünschten Wirkungen als auch der unerwünschten Nebenwirkungen, vor allem der seltenen aber schwerwiegenden Sachen, ist eine möglichst große Zahl. Sonst kann man Ereignisse, die nur bei jedem 10.000ten eintreten ja gar nicht sicher beobachten.

  15. 15 Nestor 23. Januar 2021 um 14:43 Uhr

    Also bei uns in Österreich ist gerade eine ziemlich Debatte, wer denn nun eigentlich möglichst bald geimpft werden soll:
    Altersheimbewohner, Pensionisten, Krankenhausmitarbeiter, Leute im öffentlichen Dienst?
    Alles vor dem Hintergrund, daß viel zu wenig Impfstoff da ist, der großangekündigte Impfplan in den Mist geworfen werden kann, und nicht einmal bei den ausgelieferten Impfdosen klar ist, ob und wo die verimpft worden sind, weil irgendwas bei der Datenerfassung nicht klappt.

    Gleichzeitig erzählte mir eine etwas ältere Dame gestern, daß sie auf Druck ihrer Kinder geimpft worden sei, obwohl sie von sich aus gar nicht so neugierig darauf gewesen wäre.
    Aber sie fährt freiwillig „Essen auf Rädern“ aus und könnte dadurch eine mögliche Ansteckung an Risikogruppen übertragen.
    Sie wartet allerdings noch auf die zweite Impfdose, wo auch nicht klar ist, wann die kommt.
    Und, wie man so liest, gar nicht sicher ist, ob eine Impfung vor Übertragung schützt, oder nur vor Erkrankung.

  16. 16 Nestor 23. Januar 2021 um 14:46 Uhr

    Jetzt gibt es eine Debatte um mögliche schlimme Nebenwirkungen bei alten Leuten in Norwegen.

    Es ist bezeichnend, daß dergleichen aus Norwegen kommt, das sehr geringe Ansteckungs- und Todeszahlen hat und wo die Impfung deshalb überhaupt nicht diesen Stellenwert in der öffentlichen Debatte hat, den sie bei uns einnimmt, – als eine Art Strohhalm, mit der die Ökonomie vor dem Untergang gerettet werden soll.

  17. 17 Neoprene 23. Januar 2021 um 15:35 Uhr

    „Jetzt gibt es eine Debatte um mögliche schlimme Nebenwirkungen bei alten Leuten in Norwegen.“

    Ich nehme an, du beziehst dich auf Meldungen wie diese:

    „Die norwegische Gesundheitsbehörde hat ihre Anweisungen zur Impfung älterer, gebrechlicher Menschen gegen COVID-19 geändert. Bei dieser Bevölkerungsgruppe könnten die üblichen Nebenwir­kun­gen der Impfung zu schweren Verläufen führen, wie die Auswertung von Todesfällen kurz nach der Impfung mit einem mRNA-Impfstoff gezeigt habe.
    In Norwegen sind bis dato 23 Menschen kurz nach der ersten COVID-19-Impfdosis verstorben. Dabei han­delte es sich vorwiegend um ältere Menschen mit schweren Grunderkrankungen. Bei diesen Patien­ten sollen Ärzte in Norwegen künftig individuell beurteilen, ob der Nutzen der Impfung die Risiken von Nebenwirkungen überwiegt… Zur Einordnung: In Norwegen sterben jede Woche etwa 400 Menschen in Alten- und Pflegeheimen. … Wie uns das NIPH außerdem schrieb, wurden bisher 48.000 Menschen in Norwegen geimpft (Stand 19. Januar 2021). „Manche sind Mitarbeiter im Gesundheitssystem, aber die meisten sind Menschen, die in Pflegeeinrichtungen leben.“

    https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/120251/COVID-19-Norwegen-aendert-Impfanweisungen-fuer-aeltere-gebrechliche-Menschen
    Es scheint mir selbstverständlich zu sein, bei allen Menschen, bei denen eine Coronainfektion gefährlich wäre, jeweils individuell abzuschätzen, ob die eine Impfung überhaupt verkraften können. Aber offensichtlich ist das bei Massenimpfungen leider nicht selbstverständlich. Daß Impfgegner sich die nun wirklich wenigen Todesfälle, die nach einer Impfung aufgetreten sind als „Beweis“ der Gefährlichkeit der Impfung nehmen, ist offensichtlich. Aber ehrlich: rund 10 Tote bei rund 50000 Impfungen soll gegen das Impfen sehr alter Menschen sprechen?

  18. 18 Nestor 23. Januar 2021 um 15:51 Uhr

    Zuerst einmal spricht dagegen, daß weder die Risiken noch der beabsichtigte Effekt – Immunisierung – beim derzeitigen Stand der Dinge abschätzbar sind.
    Oder genauer, herumschätzen kann man natürlich, aber nix Genaues weiß man nicht.

    Außerdem weiß keiner, ob die 10 Toten die ganze Miete oder nur die Spitze des Eisbergs sind.
    Die gesamte Informationspolitik in unseren Breiten ist darauf ausgerichtet, daß die Impfung die Lösung der Coronakrise ist. Da dürfen keine Störwellen hinein.

    In Rußland muß man z.B. eine gründliche Untersuchung machen, bevor man zur Impfung zugelassen wird.
    Von dergleichen habe ich hierzulande nix gelesen.

    Bei uns ist nur die Frage: Wer darf und wer muß?

  19. 19 Neoprene 23. Januar 2021 um 16:07 Uhr

    „Zuerst einmal spricht dagegen, daß weder die Risiken noch der beabsichtigte Effekt – Immunisierung – beim derzeitigen Stand der Dinge abschätzbar sind.“

    Es geht nicht ums Abschätzen, sondern um die Ermittlung der tatsächlichen Fälle. Und zu beiden Seiten, Plus wie Minus, gibt es schon ein recht gutes Zahlenmaterial. Es wird doch nicht erst seit vorgestern geimpft.
    „Laut Behörde liegt die Sterberate aller Geimpften bisher bei weniger als 0,1 Prozent. Die allgemeine Sterberate lag in Norwegen laut Weltbank 2018 bei knapp 0,8. Auch im Verhältnis zur Gesamtzahl aller Todesfälle seien die Todesfälle nach einer Covid-19-Impfung „nicht viele“, so Hortemo. Generell liege die Sterberate in norwegischen Altenheimen im Schnitt bei 300 bis 400 pro Woche.“
    https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/faktenfuchs-nein-norwegen-hat-die-corona-impfung-nicht-verboten,SMdE7WX

    „Außerdem weiß keiner, ob die 10 Toten die ganze Miete oder nur die Spitze des Eisbergs sind.“

    Damit unstellst du den dortigen Behörden genauso wie den bisherigen Studien-Veröffentlichern, Todesfälle zu vertuschen. Kann natürlich sein, so groß wie der Druck auf ihnen liegt. Aber erst mal ist das unbewiesen.

  20. 20 Nestor 25. Januar 2021 um 13:18 Uhr

    Na, sehr belastbar ist das Zahlenmaterial aber nicht! Die Aussagekraft ist doch gleich Null. Mit oder ohne Impfung sterben ca. gleich viele.

  21. 21 Neoprene 25. Januar 2021 um 14:16 Uhr

    „Mit oder ohne Impfung sterben ca. gleich viele.“

    In welchem Land, welche Altersgruppe, welche Studie?

  22. 22 Nestor 25. Januar 2021 um 15:05 Uhr

    Das, was du oben zitierst.

  23. 23 Neoprene 25. Januar 2021 um 16:09 Uhr

    Ja, daß von normalen gesunden Menschen pro Zeiteinheit prozentual bei Geimpften genausoviele sterben wie bei Ungeimpften, das wird wohl so sein, wahrscheinlich nicht nur in Norwegen. Das ist aber völlig uninteressant für die Risikobewertung des Impfens gegen Covid.

  24. 24 Nestor 25. Januar 2021 um 17:39 Uhr

    Die „Risikobewertung“, was immer das sein mag, ist sowieso das geringste Problem:

    Niemand weiß, wie viele Impfdosen in Österreich bisher weggeworfen wurden
    Bisher sind mehrere Einzelfälle publik geworden, doch einen zentralen Überblick haben weder die Bundesländer noch der Bund

    https://www.derstandard.at/story/2000123594453/niemand-weiss-wie-viele-impfdosen-in-oesterreich-bisher-weggeworfen-wurden

  25. 25 Nestor 25. Januar 2021 um 17:42 Uhr

    Dazu kommt noch, daß man ja angeblich 2x geimpft werden muß, damit die Impfung wirkt.
    Aber da Knappheit herrscht – und offenbar, siehe oben, ein gewisses Chaos – ist oft die zweite nicht da, wenn sie da sein sollte. Und man kann auch zwischen Impfung 1 und 2 nicht unbegrenzt viel Zeit verstreichen lassen, was man so liest und hört.

  26. 26 Neoprene 25. Januar 2021 um 18:07 Uhr

    „Risikobewertung“ bedeutet die Einschätzung, was eine bestimmte medizinische Maßnahme im Schnitt bringt und was dafür im Schnitt oder quantifizierbar an unerwünschten Wirkungen eintreten.
    Wieviel Impdosen irgendwo weggeschmissen werden, interessiert mich eigentlich nur am Rande. Je mehr das sind, umso weniger gelingt es dem Impfapparat die Impfungen zu organisieren.
    Daß man bei manchen Impfungen, so auch hier jetzt gegen Covid, zweimal geimpft werden muß, wenn man die maximal erreichbare Immunität erreichen will, ist nun wirklich nicht überraschend. Es wirft nur ein Licht auf die Verzweifeltheit der Behörden, wenn mancherorts erstmal alles verfügbare Zeugs verimpft wird in der Hoffnung in drei Wochen oder wann auch immer neuen Nachschub zu kriegen. Zusätzlich ärgerlich ist, wenn man eine 2. Impfung nicht zeitgerecht hinkriegt, weil der Nachschub stockt. Das sind aber alles Fragen der Impforganisation, aber meiner Meinung nach nicht ein zentraler Punkt der Auseinandersetzungen um die Impferei überhaupt.

  27. 27 Nestor 25. Januar 2021 um 21:30 Uhr

    Schon, weil sich in ein paar Monaten sowieso herausstellen wird, was die Impfung leistet oder nicht, welche Impfstoffe besser oder schlechter sind usw., und ob sie unbedenklich ist.

    Bisher gibt es dazu ja nur Propaganda von der einen und Panikmache von der anderen Seite.

  28. 28 Nestor 27. Januar 2021 um 9:05 Uhr

    Impfstoffvertrag mit der EU: Curevac übernimmt die Haftung, die Pfizer nicht wollte

    Die EU-Kommission hat den Vertrag mit Curevac ins Internet gestellt. Besonders brisant: Der Impfstoffhersteller trägt die Haftung. Die Verhandlungen mit Biontech/Pfizer hatten sich wegen der Haftungsfrage hinausgezögert.

    Der Vertrag zwischen der EU-Kommission und Curevac zeigt, dass der deutsche Impfstoffhersteller eine Haftung übernommen hat, die das US-Unternehmen Pfizer nicht übernehmen wollte. „Die EU-Kommission und Mitgliedsstaaten haften nicht für Schäden und Verlust“, heißt es in dem 67-seitigen Papier, wie die WirtschaftsWoche berichtet.

    https://www.wiwo.de/politik/europa/dokument-im-internet-einsehbar-impfstoffvertrag-mit-der-eu-curevac-uebernimmt-die-haftung-die-pfizer-nicht-wollte/26845232.html?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

  29. 29 Neoprene 27. Januar 2021 um 10:10 Uhr

    Interessant an dem jetzt veröffentlichten Vertrag ist, daß die anderen alle *nicht* veröffentlicht sind, weil die Hersteller nur vertragswillig waren, wenn die EU davon nichts ausplaudert.
    Deshalb eiert jetzt die EU auch verbal groß rum in ihren Beschuldigungen von AstraZeneca wegen der angeblich vorsätzliche Nichtbelieferung der EU. Ich vermute stark, daß der Geheimvertrag mit denen gar keine solche Verpflichtung enthält, der Präsident von AZ hat jedenfalls schon behauptet, daß der Konzern sich wegen dem erst um Monate nach dem ersten Vertrag Briten mit der EU geschlossenen Vertrag nur zur Lieferung so gut es eben geht verpflichtet habe. Auf jeden Fall scheint der EU-Vertrag keinerlei Sanktionen bei nicht wunschgemäßer Erfüllung zu enthalten, denn dann hätte die EU ja schon ganz einfach juristisch auf den Putz hauen können. Konventionalstrafe scheint für die ein Fremdwort zu sein.

  30. 30 Nestor 27. Januar 2021 um 11:26 Uhr

    Bei diesen Impfstoffen war und ist der Verkäufer in einer sehr guten Position, das wird natürlich fest ausgenützt.

    Die Käufer sind allesamt Politiker, die sagen: Der Markt richtet alles, staatlich finanziertes Forschen ist pfui, dafür haben wir die Privatwirtschaft!

    Jetzt müssen sie zähneknirschend die Bedingungen der Pharmafirmen erfüllen, um an den heiß begehrten Impfstoff zu kommen – nachdem ihnen schon vorher jede Menge Geld hingeschoben worden ist, um ihn zu entwickeln.

  31. 31 Neoprene 27. Januar 2021 um 12:10 Uhr

    „Bei diesen Impfstoffen war und ist der Verkäufer in einer sehr guten Position, das wird natürlich fest ausgenützt.“

    Von Hopp aber erstaunlicherweise nicht. Denn der hat für Curevac ja die Geheimhaltung der Vertragsbedingungen nicht für nötig gehalten und obendrein in der nun wirklich wichtigen Haftungsfrage nicht wie die anderen die Verantwortung auf die EU geschoben.

  32. 32 Nestor 27. Januar 2021 um 13:27 Uhr

    Das mag aber daran liegen, daß Curevac noch gar kein fertiges zugelassenes Produkt hat, und deswegen seinerseits auch etwas bieten mußte, um einen Vertrag zu kriegen.

  33. 33 Neoprene 27. Januar 2021 um 13:39 Uhr

    Meiner Einschätzung nach wurden alle Verträge, die die EU mit Pharmaunternehmen abgeschlossen haben, *vor* Zulassung der Vakzine unterschrieben. AstraZeneca hat in dem Sinne auch noch kein „fertiges zugelassenes Produkt“, weil es ja immer noch keine Zulassung gibt.

  34. 34 Nestor 27. Januar 2021 um 20:14 Uhr

    Das mag sein.
    Dennoch erscheint mir dieses Spiel mit geheimen und öffentlichen Verträgen auch ein Konkurrenzgehaben zu sein, wo sich die einen in eine bessere Position bringen wollen.

    Ich finde es hierzulande erheiternd, wo bereits Impfpläne erstellt werden, obwohl noch keiner weiß, wann was geliefert wird, oder ob sich alle eingeplanten Impflinge überhaupt impfen lassen wollen – und dann entsetzt verkündet wird: Der Impfplan wackelt!

  35. 35 Neoprene 27. Januar 2021 um 20:39 Uhr

    Wieso bringt sich der Nachzügler Curevac denn in eine bessere Position gegenüber der EU, wenn er seinen Vertrag nicht geheim hält? Das hängt doch wohl in erster Linie am Prahlen mit der Güte des Impfstoffes und der Behauptung, davon in kürzester Zeit endlos viele Dosen raushauen zu können.
    Erheiternd finde ich das aktuelle Impfchaos nun wirklich nicht, so lustig wie Dick und Doof ist das ja nicht.

  36. 36 Nestor 27. Januar 2021 um 20:46 Uhr

    Die waren Fiktion, das ist real.

  37. 37 NN 28. Januar 2021 um 1:24 Uhr

    Die Impfstoffknappheit der EU (II) (28.01.2021)
    Streit um Covid-19-Impfstoffe führt zum ersten heftigen Post-Brexit-Konflikt zwischen der EU und Großbritannien.

    BERLIN/LONDON (Eigener Bericht) – Im Kampf um die knappen Covid-19-Impfstoffe beginnt die EU den ersten Post-Brexit-Konflikt mit Großbritannien. Ursache ist, dass die Lieferung von Impfstoffen mehrerer Hersteller an die EU sich verzögert. Die Union attackiert jetzt einen davon – den britisch-schwedischen Pharmakonzern AstraZeneca, der wohl im ersten Quartal 2021 nur 31 statt, wie erhofft, 80 Millionen Impfdosen an die Union liefern kann. Grund sind Verzögerungen in einem Werk in Belgien. AstraZeneca erklärt dazu, die EU habe das Vakzin so spät bestellt, dass es nicht gelungen sei, sämtliche Anlaufschwierigkeiten rechtzeitig zu beheben. Mit Blick auf das schleppende Vorgehen auch Deutschlands im Kampf gegen die Pandemie hat Kanzlerin Angela Merkel am Montag auf dem Weltwirtschaftsforum kritisiert: „Die Schnelligkeit unseres Handelns lässt sehr zu wünschen übrig.“ Um schneller an Impfstoffe zu gelangen, drohen Berlin und Brüssel jetzt mit einem Exportstopp für Vakzine. Dies träfe Lieferungen an Großbritannien. London warnt, Willküreingriffe in reguläre Impfstoffkäufe würden die Beziehungen langfristig stark schädigen.

    Schleppende Zulassungen

    Das im internationalen Vergleich schleppende Vorgehen der EU in zentralen Fragen, die die Covid-19-Impfungen betreffen, hatte bereits Anfang Dezember Aufsehen erregt. Als am 2. Dezember die zuständige britische Behörde eine Notfallzulassung für den Impfstoff von BioNTech/Pfizer erteilte, fragten viele, wieso die entsprechende EU-Stelle (European Medicines Agency, EMA) noch nicht so weit sei, obwohl mit der deutschen BioNTech sogar ein Unternehmen aus der EU das Vakzin entwickelt habe. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte damals erklärt, es gehe nicht darum, „irgendwie Erster zu sein“; Vorrang müsse vielmehr die „Sicherheit“ haben.[1] In Kommentaren hieß es immer wieder, „auf ein paar Tage mehr oder weniger“ komme es nicht an.[2] Zudem wurde mit der Behauptung, die EMA benötige mehr Zeit, weil sie Risiken ausschließen wolle, suggeriert, die zuständige britische Behörde gehe leichtfertig vor. Die tatsächlichen Ursachen dafür, dass die EU-Zulassung des BioNTech/Pfizer-Impfstoffs verspätet am 21. Dezember erfolgte, deckte das Wall Street Journal auf. Demnach hatte die EMA mit Problemen bei der Datenformatierung sowie mit mangelhafter Kompatibilität der Software zu kämpfen und kam erst Ende November auf den Gedanken, sich mit den Pharmakonzernen über eine effizientere Gestaltung der Abläufe zu verständigen, während die britische Behörde den Impfstoffherstellern zufolge schnell und flexibel agierte. Dabei habe sie genauso detailliert gearbeitet „wie jede Behörde“, hieß es bei BioNTech.[3]

    Schleppende Impfungen

    Ähnlich schleppend wie die Impfstoffgenehmigung verlaufen auch die Impfungen selbst. Das liegt nicht nur daran, dass die EU umfangreiche Bestellungen bei Unternehmen aufgegeben hat, deren Impfstoffe sich verzögern, darunter vor allem die deutsche CureVac, die auf eine Zulassung für ihr Vakzin im Sommer 2021 hofft, sowie die französische Sanofi, deren Vakzin laut aktuellem Stand frühestens Ende 2021 fertig entwickelt sein wird. Zwar trägt dies zu dem aktuellen Mangel an Impfstoffen in der EU bei; doch sind die Mitgliedstaaten ohnehin zumeist nicht in der Lage, die gelieferten Impfdosen vollständig zu verabreichen. So werden etwa in Deutschland laut Angaben des Robert-Koch-Instituts Ende dieser Woche drei bis vier Millionen Impfdosen zur Verfügung stehen. Tatsächlich verimpft wurden jedoch – Stand: Montag – nicht einmal zwei Millionen Dosen. Als Ursachen für die Verzögerung werden etwa „die Weitergabe der Präparate vom Bund an die Länder, die Verteilung an die Impfzentren und Teams sowie die Terminorganisation mit den Patienten“ genannt.[4] Allerdings müssen sämtliche impfenden Staaten diese Schritte erledigen. Vielen gelingt das deutlich schneller; im Vereinigten Königreich etwa haben mittlerweile mehr als zehn Prozent der Bevölkerung mindestens eine Impfdosis erhalten, in Deutschland dagegen gerade einmal zwei Prozent. Laut Hochrechnung der britischen Firma Airfinity wird Großbritannien mit der Impfung von rund 75 Prozent der Bevölkerung am 14. Juli „Herdenimmunität“ erreichen können, die EU hingegen erst am 21. Oktober.[5]

    Regionale Lieferketten

    Unter Druck geratend, attackieren Berlin und Brüssel nun London und den britisch-schwedischen Pharmakonzern AstraZeneca, der den an der Universität Oxford entwickelten Impfstoff produziert. AstraZeneca hat in der vergangenen Woche – ebenso wie BioNTech/Pfizer – mitgeteilt, es werde zu Verzögerungen bei den nächsten Lieferungen kommen. Während BioNTech/Pfizer erklären, bei ihnen liege dies an Umbauten zur Erweiterung der Produktion, gibt AstraZeneca an, Ursache seien Anlaufschwierigkeiten bei der Serumfabrikation in einem Werk in Belgien. AstraZeneca beliefert die unterschiedlichen Absatzregionen mit Hilfe lokaler Unternehmen; so stellt etwa das Serum Institute of India (SII) das Vakzin des britisch-schwedischen Konzerns für Indien her, während das Lieferkontingent für Brasilien von der Fundação Oswaldo Cruz (Fiocruz) in Rio de Janeiro produziert wird. Das Impfserum für die EU wird von zwei Unternehmen in Belgien und in den Niederlanden hergestellt. Anlaufschwierigkeiten wie bei dem Werk in Belgien habe es auch bei der Produktion in Großbritannien gegeben, berichtet Konzernchef Pascal Soriot; allerdings habe man dort mehr Zeit gehabt, sie auszuräumen, da man die ersten Vereinbarungen mit der britischen Regierung bereits im Mai getroffen habe. Die EU habe sich damit deutlich mehr Zeit gelassen – bis August. Darauf sei das aktuelle Stocken in der Impfstofffabrikation zurückzuführen.[6]

    Gerüchte aus „Koalitionskreisen“

    Der Streit eskaliert. Bei der EU hieß es zunächst, man könne die Verzögerung nicht nachvollziehen, zumal man eine umfangreiche Vorauszahlung geleistet habe. AstraZeneca-Chef Soriot erklärt, die EU habe von Anfang an gefordert, ungefähr zum selben Zeitpunkt wie Großbritannien beliefert zu werden; sein Konzern habe allerdings wegen des späten Vertragsabschlusses darauf bestanden, dies nicht definitiv zuzusagen, sondern sich nur zu „größten Anstrengungen“ zu verpflichten. So habe man es dann auch vertraglich vereinbart.[7] Ob dies zutrifft, lässt sich nicht überprüfen, da die EU sowohl den Vertrag als auch die Verhandlungsprotokolle geheimhält.[8] Auf die Frage, ob es eine Möglichkeit gebe, rechtliche Schritte gegen AstraZeneca einzuleiten, wich ein EU-Sprecher aus: Es sei „nicht an der Zeit, rechtliche Diskussionen zu führen“.[9] Für Entsetzen hat nun insbesondere in Großbritannien gesorgt, dass Berliner „Koalitionskreise“ am Montag die Behauptung in die Welt setzten, das AstraZeneca-Vakzin habe bei Über-65-Jährigen lediglich eine Wirksamkeit von acht Prozent.[10] Die Bundesregierung hat sich inzwischen offiziell von der Behauptung distanziert, die offenbar frei erfunden [11], aber schwer rufschädigend ist – und die zudem das Potenzial besitzt, den britisch-schwedischen Konzern vor der Ende dieser Woche erwarteten Zulassung seines Impfstoffs in der EU empfindlich unter Druck zu setzen.

    Mit Exportstopp gedroht

    Mittlerweile weitet der Streit sich zu einem ersten ernsten Konflikt zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich aus. Treibende Kraft ist dabei die Bundesregierung. So hat am Montag die EU-Kommission auf Druck aus Berlin angekündigt, künftig alle Impfstoffhersteller in einem „Transparenzregister“ zu erfassen. Die Konzerne müssten regelmäßig melden, welche Vakzine sie in welcher Menge produziert und wohin sie wieviel geliefert hätten bzw. zu liefern gedächten.[12] Das Register soll umgehend eingerichtet werden. Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dringt zudem auf eine Genehmigungspflicht für Impfstoffexporte. Zu Wochenbeginn stand sogar ein Exportverbot für Covid-19-Impfstoffe im Raum; dies hätte vor allem Großbritannien getroffen, das aus der EU mit dem BioNTech/Pfizer-Impfstoff beliefert wird. Sollte die EU tatsächlich dazu übergehen, von London korrekt erworbene Vakzine zu konfiszieren, dann werde dies „die Wirtschaftsbeziehungen eine Generation lang vergiften“, warnte am Montag der einstige britische Gesundheitsminister Jeremy Hunt.[13] Der Äußerung kommt Gewicht zu, da Hunt im Streit um den Brexit als Befürworter eines Verbleibs in der EU hervorgetreten ist.

    Der Westen zuerst

    Gestern hat die EU-Kommission erneut nachgelegt und verlangt nun, aus den AstraZeneca-Lieferketten in Großbritannien versorgt zu werden. Laut Konzernchef Soriot lassen die Verträge dies für den gegenwärtigen Zeitpunkt nicht zu; einer Überprüfung dieser Aussage steht erneut die Geheimhaltungspraxis der EU im Weg. Abgesehen davon liefe die EU-Forderung darauf hinaus, dass Großbritannien seine Impfkampagne verzögert, weil die EU von ihm Ersatz für ihre eigenen Versäumnisse verlangt. EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides war gestern bemüht, den eskalierenden Streit von der rechtlichen auf die politische Ebene zu heben und eine Preisgabe des Prinzips zu fordern, wer Verträge zuerst unterzeichnet habe, werde auch zuerst beliefert: Diesen Grundsatz könne man „in der Metzgerei“ gelten lassen, nicht jedoch bei Impfstoffen.[14] Die Argumentation leidet nicht zuletzt daran, dass die EU ihrerseits keinem Land weltweit auch nur eine einzige ihrer inzwischen zahlreichen Millionen Impfdosen überlassen hat, obwohl ärmere Staaten bisher keine Chance hatten, Vakzine zu erwerben: Sie wurden von der reichen Welt weggekauft, nicht zuletzt von der EU – nach dem Motto „Der Westen zuerst“.[15]

  38. 38 Nestor 28. Januar 2021 um 10:35 Uhr

    Impfen als Moment der Parteienkonkurrenz:

    „Am Sonntag vor einer Woche ist in Brasilien die erste Person geimpft worden, mit CoronaVac. Eine 54-jährige Krankenschwester, die auf einer Corona-Intensivstation im Hospital das Clinicas in São Paulo arbeitet, erhielt die erste Dosis. São Paulos Gouverneur João Doria von der Sozialdemokratische Partei Brasiliens (PSDB), der den amtierenden Jair Bolsonaro bei der nächsten Präsidentschaftswahl 2022 herausfordern will, ließ sich dafür feiern.“

    https://amerika21.de/2021/01/247263/impfstart-brasilien

  39. 39 Nestor 28. Januar 2021 um 10:37 Uhr

    @NN

    Grund sind Verzögerungen in einem Werk in Belgien.

    Ist das nicht mit BionTech/Pfizer das Gleiche?
    Was ist los, daß offenbar aller Impfstoff in Belgien produziert wird?

    AstraZeneca erklärt dazu, die EU habe das Vakzin so spät bestellt, dass es nicht gelungen sei, sämtliche Anlaufschwierigkeiten rechtzeitig zu beheben.

    Seltsame Ausrede.
    Vorher wären sie bereit gewesen? Außerdem ist AstraZeneca, soviel ich weiß, in der EU noch nicht zugelassen, deswegen die „späte“ Bestellung, die nach allen Gesichtspunkten zu früh ist.

    Demnach hatte die EMA mit Problemen bei der Datenformatierung sowie mit mangelhafter Kompatibilität der Software zu kämpfen

    Ja ja, die EU und die Daten und die Software.
    Während man von Technologie-Aufholjagd, Digitalisierung und Internet der Dinge schwärmt, hat die EU bis heute nicht die Kapazitäten, ihre Daten effizient aufzuarbeiten und genug fite Leute dafür einzustellen.
    Staatenkonkurrenz, Sparprogramme und die Vorstellung, die Leute aus den Hinterhöfen der EU machen die Arbeit sowieso für magere Gehälter, haben hier ein Loch und einen Brain Drain geschaffen, der wahrscheinlich nicht mehr zu reparieren ist, da ja auch keine Anstalten gemacht werden, das Übel zu beheben.
    Im Notfall stellt man ein paar Arbeitskräfte auf Zeit ein, oder outsourct die Aufgabe nach Indien …

  40. 40 Kehrer 28. Januar 2021 um 16:14 Uhr

    „Was ist los, daß offenbar aller Impfstoff in Belgien produziert wird?“
    In Deutschland gibt es drei Standorte, wo der Biontech/Impfstoff produziert wird. Die Lieferschwierigkeiten bei Biontech rühren daher, dass eine Produktionsumstellung stattfindet, die mehr Impfstoff hervorbringen soll. So jedenfalls die Begründung.

    Das ganze Impfstoffdebakel ist eigentlich nur eine Wiederholung des Maskendebakels. Wenn die Politik was haben will, dann muss sie eben entsprechende Verträge machen, Sanktionsmöglichkeiten vorsehen. Den Firmen halt klarmachen wo der Hammer hängt und dass der ihnen den Schädel einschlagen kann, wenn sie nicht parieren. Dann stellen sich die Firmen drauf ein. Kaufen noch eine Fabrik oder machen eine Kooperation mit einem Konzern. Ich mein eine Fabrik für ganz Europa ist ja wohl ein Witz. Das die Politik Vorgaben macht, heißt ja nicht, dass die Pharmafirmen keine Gewinne machen – im Gegenteil.

    Ich kann mir das nur so erklären, dass da die totalen Planungsdilettanten am Ruder sind. Planung ist denen eben ein Buch mit sieben Siegeln. Man muss den Firmen vorschreiben, wann sie wieviel genau zu liefern haben und das muss ständig überwacht werden. Das ist ja nichts neues in der Privatwirtschaft. Firmen wie Bosch, Audi… schreiben ihren Zulieferern quasi alles vor. Die müssen sich erstmal qualifizieren um die Ehre zu haben Zulieferer sein zu dürfen.

  41. 41 Kehrer 28. Januar 2021 um 16:16 Uhr

    „Was ist los, daß offenbar aller Impfstoff in Belgien produziert wird?“

    In Deutschland gibt es drei Standorte, wo der Biontech/Impfstoff produziert wird. Die Lieferschwierigkeiten bei Biontech rühren daher, dass eine Produktionsumstellung stattfindet, die mehr Impfstoff hervorbringen soll. So jedenfalls die Begründung.

    Das ganze Impfstoffdebakel ist eigentlich nur eine Wiederholung des Maskendebakels. Wenn die Politik was haben will, dann muss sie eben entsprechende Verträge machen, Sanktionsmöglichkeiten vorsehen. Den Firmen halt klarmachen wo der Hammer hängt und dass der ihnen den Schädel einschlagen kann, wenn sie nicht parieren. Dann stellen sich die Firmen drauf ein. Kaufen noch eine Fabrik oder machen eine Kooperation mit einem Konzern. Ich mein eine Fabrik für ganz Europa ist ja wohl ein Witz. Das die Politik Vorgaben macht, heißt ja nicht, dass die Pharmafirmen keine Gewinne machen – im Gegenteil.

    Ich kann mir das nur so erklären, dass da die totalen Planungsdilettanten am Ruder sind. Planung ist denen eben ein Buch mit sieben Siegeln. Man muss den Firmen vorschreiben, wann sie wieviel genau zu liefern haben und das muss ständig überwacht werden. Das ist ja nichts neues in der Privatwirtschaft. Firmen wie Bosch, Audi… schreiben ihren Zulieferern quasi alles vor. Die müssen sich erstmal qualifizieren um die Ehre zu haben Zulieferer sein zu dürfen.

  42. 42 Neoprene 28. Januar 2021 um 17:52 Uhr

    „Ich kann mir das nur so erklären, dass da die totalen Planungsdilettanten am Ruder sind.“
    Normalerweise sind aber in kapitalistischen, imperialistischen Staaten zumal gerade keine Dilettanten am Werk. Da wurde in den letzten 150 Jahren alles Mögliche geplant und Vieles davon auch erfolgreich umgesetzt (Nun gut, Deutschland hat da bei den ganz großen Projekten zweimal kläglich Schiffbruch erlitten). Natürlich auch in Deutschland und den anderen EU-Staaten. Wenn da jetzt Planlosigkeit zu beobachten ist, dann scheint mir das „geplant“. Wie zumeist auch ist das, was jetzt traurigerweise passiert, nicht Ausdruck von Nichtkönnen sondern von Nichtwollen.

  43. 43 Nestor 28. Januar 2021 um 21:01 Uhr

    @Neoprene

    Na ja, also was die zwei von dir erwähnten Großprojekte betrifft, so war WK I überhaupt nicht so geplant, wie er verlaufen ist. –
    Man dachte, wie in Österreich, an ein paar Monate, und alles wäre klar. Auch die britische Kriegseklärung überraschte die deutsche Führung – man hatte damit gerechnet, daß Albion in seiner splendid Isolation verharren und zusehen würde, wie sich seine Rivalen gegenseitig den Schädel einschlagen.

    Auch die Geschichte mit Lenin & Co. im Eisenbahnwagon kam erst, nachdem im Steckrübenwinter ein paar Hunderttausend deutsche Bürger verhungert waren. (Der Vorschlag zu diesem Unternehmen war von Parvus und auch vom estnischen Politemigranten Kesküla bereits 1915 der deutschen Führung unterbreitet worden.)

    Natürlich gebe ich auch Kehrer nicht recht, wenn er von „Planungsdilettanten“ schreibt. Nicht daß ich eine bessere Meinung von den Politikern unserer Breiten hätte.
    Aber wir waren doch schon einmal so weit, festzustellen, daß die „Arbeitsteilung“ im Kapitalismus – die einen regieren, die anderen unternehmen – entgegen aller Ideologie nicht in dem Sinne funktioniert, daß alle mit allem versorgt würden. Und die seit mehr als 2 Jahrzehnten staatfindenden Privatisierungen haben die zentrale Planung weiter geschwächt. Dazu kommt noch die internationale Staatenkonkurrenz und diejenige innerhalb der EU.

    Die Idee
    „Wenn die Politik was haben will, dann muss sie eben entsprechende Verträge machen, Sanktionsmöglichkeiten vorsehen“ – haut nicht hin, wenn es sich erstens um ein knappes Gut handelt, das zweitens alle wollen und das drittens, so weit ich die Lage beurteilen kann, auch noch nicht ganz fertig ist.
    (Bei den Masken hingegen war das Problem, daß vorher alles nach Fernost ausgelagert worden war und damals niemand die unsichtbare Hand des Marktes durch Planung behindern wollte.)

    Der „Fehler“ in der Planung der EU bestand vor allem darin, zu glauben, bestellen sei schon so viel wie erhalten.
    Es nützt ja auch nichts, Sanktionen im Sinne von Strafen zu verhängen, weil da kann man zwar lange prozessieren, der begehrte Impfstoff kommt deshalb dennoch nicht, weil eben nicht genug davon da ist.

    Warum sowohl Biontech als auch AstraZeneca (was ist eigentlich mit Moderna?) einen Rückzieher gemacht haben gegenüber den versprochenen Liefermengen, scheint mir inzwischen auf Anlaufschwierigkeiten bei der Produktion zurückzuführen zu sein. Die machen ja beide so etwas zum 1. Mal, und der Impfstoff scheint anders hergestellt zu werden (das kam doch von

    @Kehrer?

    Virenbrösel huckepack auf Bakterien, und dann wieder weg mit den Bakterien, und die Viren in irgendein Serum), also angesichts der Empfindlichkeit von dem Zeug ist es sicher nicht so ohne, davon ruck-zuck Millionen Impfdosen herzustellen.

  44. 44 Kehrer 28. Januar 2021 um 21:32 Uhr

    „Wie zumeist auch ist das, was jetzt traurigerweise passiert, nicht Ausdruck von Nichtkönnen sondern von Nichtwollen.“

    Na die wollen doch Impfstoff, kriegen es aber nicht gebacken ihn produzieren zu lassen, obwohl es ihn gibt. Dass die EU da was nicht gebacken kriegt, das ist doch die Lage. Deshalb würde ich es so formulieren, dass das Nichtkönnen das Resultat von Nichtwollen ist. Sie wollen sich nicht in die Wirtschaft einmischen und denken man muss nur Aufträge vergeben und dann klappt das. Es klappt aber nicht, weil es Unternehmen sind, die immer den maximalen Profit anstreben.
    Das äußert sich dann beim Impfstoff so, dass sie, angenommen 500 Millionen Impfdosen sind bestellt, diese mit einer Fabrik in einem Jahr produzieren statt mit zwei Fabriken in einem halben Jahr. Wenn man aber 500 Millionen in einem halben Jahr will, dann muss man die Firmen verpflichten, dass sie das tun. Sehr wahrscheinlich ist aber der Zeitfaktor außer Acht gelassen worden. Die Firmen machen das halt des Profits wegen und nicht, damit Europa schnell aus der Pandemie kommt.

    „– haut nicht hin, wenn es sich erstens um ein knappes Gut handelt, das zweitens alle wollen und das drittens, so weit ich die Lage beurteilen kann, auch noch nicht ganz fertig ist.“ Impfstoff ist ja kein Gold, das nicht beliebig vermehrbar ist. Es hängt bloß daran, ob 2 oder 8 Fabriken produzieren. Eine reine Kostenfrage also. Apropo Sanktionmöglichkeiten:

    „Ermittlungen in belgischem Werk
    Inzwischen haben belgische Behörden auf Antrag der EU-Kommission eine Untersuchung der Astrazeneca-Produktionsstätte für Coronavirus-Impfstoffe in der Nähe von Brüssel eingeleitet. Ein erster Besuch von Beamten der belgischen Bundesarzneimittelbehörde am Standort Seneffe in der Provinz Hennegau sei bereits abgeschlossen, teilte das belgische Gesundheitsministerium demnach mit. Proben und Aufzeichnungen wurden beschlagnahmt. Eine weitere Inspektion der Anlage wird in den kommenden Tagen erwartet.

    Die Untersuchung wurde angeordnet, weil Brüssel die Begründung von Astrazeneca bezweifelt, dass es in der belgischen Anlage Produktionsengpässe gegeben habe. Die Überprüfung soll klären, ob in den letzten Wochen auf EU-Gebiet produzierte Dosen nach Großbritannien umgeleitet wurden. Die EU-Kommission kündigte für Freitag Details über einen Mechanismus an, nach dem Exporte von Corona-Impfstoffen angemeldet und genehmigt werden sollen.“

    https://www.n-tv.de/panorama/Kommission-Astrazeneca-Impfstoff-nur-fuer-unter-65-Jaehrige-article22323051.html
    So zeigt die EU AstraZeneca wo der Hammer hängt.
    Und oh Wunder plötzlich läuft die Sache.
    https://www.n-tv.de/panorama/Astrazeneca-nimmt-Lieferkuerzung-wohl-zurueck-article22323729.html

  45. 45 Nestor 28. Januar 2021 um 22:24 Uhr

    Wow!
    Spannend.

  46. 46 Nestor 29. Januar 2021 um 1:52 Uhr

    Die Deutsche Impfkommission Stiko hat ihre Empfehlung für die Anwendung des Impfstoffs von Astrazeneca überarbeitet und eine solche nur für Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren ausgesprochen. Für Aussagen zur Impfeffektivität ab 65 Jahren lägen keine ausreichenden Daten vor.

    Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, dürfte Astrazeneca im Impfstoff-Streit mit der EU einlenken. Astrazeneca hatte zuletzt mitgeteilt, deutlich weniger Impfstoff liefern zu können. Nachdem beide Vertragspartner wegen fehlender Transparenz in die Kritik geraten sind, könnte der Liefervertrag – mit Schwärzungen – am Freitag öffentlich werden.

    https://www.derstandard.at/jetzt/livebericht/2000123675174/elf-weitere-faelle-von-suedafrika-mutation-in-tirol-bestaetigt

  47. 47 Leser 29. Januar 2021 um 7:53 Uhr

    Leo Cendrowicz: Hausgemachter Impfstoffstreit
    Die Europäische Union versucht, dem Hersteller den Schwarzen Peter zuzuschieben. Dabei dürfte sie alles andere als unschuldig an der Misere sein

    (…) Auf dem Papier hat die EU weit mehr Impfdosen besorgt, als sie braucht. Die Europäische Kommission hat sich ein Portfolio von mehr als 2,3 Milliarden Dosen gesichert, ein Fünffaches der 450 Millionen Menschen, die in der EU leben. Sie hat Verträge mit fünf verschiedenen Impfstoffherstellern: nicht nur AstraZeneca, sondern auch Pfizer/BioNTech, Moderna, Johnson & Johnson sowie CureVac. Sie hat auch Sondierungen mit Novavax und Valneva abgeschlossen.

    Die Kommission verhandelte über die Verträge im Namen der EU, um das hässliche Gerangel zu verhindern, das vergangenes Jahr aufkam, als die Nationalstaaten sich um Schutzausrüstung und medizinisches Gerät stritten. Die Idee einer zentralisiert geregelten Auftragsvergabe sollte nicht nur einen fairen Deal für alle sicherstellen, sondern auch die Verhandlungsmacht der 27 Einzelstaaten erhöhen.

    Niedrigere Preise auf Kosten der Geschwindigkeit
    Aber der EU-Ansatz hatte einen Haken. Die Kommission, die sich zum ersten Mal überhaupt in Verhandlungen um lebenswichtige Medizin befand, war der Auffassung, dass die Länder ein vernünftiges Preis-Leistungs-Verhältnis einfordern könnten. Also zog sie die Gespräche in die Länge, um bessere Preise und Produktgarantien erzielen zu können. In diesem Fall bedeutete das: Sie unterschrieb Verträge mit AstraZeneca im August, drei Monate nachdem Großbritannien bereits unterschrieben hatte.

    Der gemeinsame Ansatz der EU mag niedrigere Preise und Garantien zur Folge gehabt haben, aber das ging auf Kosten der Geschwindigkeit. In diesem kritischen Moment kann die EU nur noch zuschauen, wie Großbritannien – das den vollen Preis bezahlt hat – von seiner frühen Auftragsvergabe profitiert.

    Der Zulassungsprozess zog sich ebenfalls hin. In Besorgnis darüber, dass eine Impfskepsis die Ausführung erschweren könnte, bestanden die Kommission und mehrere Regierungen darauf, dass die in Amsterdam sitzende Europäische Arzneimittelagentur (EMA) ihre unerlässliche behördliche Gründlichkeit nicht einschränkt. Das bedeutete allerdings, dass der erste von der EU abgesegnete Impfstoff – von Pfizer/BioNTech – erst am 27. Dezember angeboten werden konnte, 16 Tage nachdem er in Großbritannien bereits zum Einsatz kam. (…)

    https://www.freitag.de/autoren/the-guardian/hausgemachter-impfstoffstreit

    ---

    Auch ansonsten war die Auftragsvergabe anscheinend ziemlich EU-gemäß, denn angeblich sollen sich die Verhandlungen auch deswegen in die Länge gezogen haben, weil die Staaten ihre jeweiligen Fabriken (Hersteller) haben protegieren wollen. Und das jeweils, also gegensätzlich zu den Ambitionn anderer EU-Staaten. Das Ganze ist auch ein Vorschein davon, wie eine vorgesehene stärkere Europäisierung von Medizin-Ausrüstung vermutlich ausfallen wird. (Falls sie nicht doch wieder darauf setzen werden, dass fernöstliche Hersteller billiger sind…)

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    Trump wurde bei der Maskenbestellung im Frühjahr 2020 vorgeworfen, Masken geklaut zu habem. Das ging deswegen ohne großes weltpolitisches Geschrei über die Bühne, weil US-Gewalt beim Definieren davon, was internationales Recht ist, sich mit ihrer Wuchtigkeit maßstabsetzend und ordnend zur Geltung bringt. Während die EU-Kommission derweil mit ihren inneren Widersprüchen herumlaviert. Die EU kann in ihrer jetzgen Verfasstheit nämlich nicht „zeigen, wo der Hammer hängt“, denn 27 unterschiedlich geformte Hämmer hängen an 27 Haken, und jeder der 27 Werkmeister achtet peinlich darauf, dass vorrangig sein Hammer zum Einsatz kommt….

    ---

    Europäische Zusammenarbeit von kapitalistischen europäischen Nationalstaaten – ist eben auf kapitalistische Zwecke hin organisiert worden (‚Binnenmarkt‘). So etwas wie eine praktizierte gesamtstaatliche Notstandsverwaltung gab es, sowieso pur nur auf nationaler Basis, in Europa zum letzten Male nach WK II. Vorgesehen ist sie jetzt auch nicht, wie ja die Autoren diverser Null-Covid-Papiere beklagen. (Der Unterschied zwischen einem binnenstaatlichen föderalen System wie bei den „Bundesländern“ in D, liegt darin, dass Richtlinienkompetenz und Unterordnung vorab gesetzlich geklärt ist. Davon kann in Europa deswegen keine Rede sein, weil es den Staaten ja um ihre national gegensätzlichen Zwecke geht.)

    Und den Aufbau gesamteuropäischer Macht haben nicht nur die Franzosen von Anfang an vor allem daran fest geknüpft, dass damit die nationale Macht für Frankreich sich vergrößern müsse.

    Die Deutschen haben damals ihren alternativ nationalen Standpunkt in der Gewissheit betrieben, dass der Aufbau des europäischen Kapitalismus in staatlicher Benutzung von US-Vorgaben ihren eigenen deutschen Interessen damals aktuell am meisten nutzt. Und dafür, und um die Deutschen in ihren US-Feldzug gegen die Sowjetmacht einzuspannen, haben die USA zugestimmt, dass nahezu das gesamte Nazipack der zweiten Reihe, nicht nur Globke, Kiesinger u.a., auch weiterhin bis in die siebziger Jahre an Schaltstellen der dt. Macht bleiben konnte, gar sollte, wie man in einem Spielfilm über den Staatsanwalt Fritz Bauer sehen kann. So national und so kapitalistisch ist Europa konstruiert (worden).

    [Die nationalen Kalkulationen gestern oder heute z.B. aus dem EWG-Mitgründungsland Italien – oder aus sonstigen Staaten – sind übrigens hier noch nicht mal erwähnt worden…]
    Unfähigkeit und charakterliche Durchsetzungsschwäche der EU-Figuren ist nicht der Grund, warum es anscheinend so kläglich ausfällt, wenn Europa sein (e 27…) Hämmerchen herzeigt. Die Figuren fallen nämlich so aus, wie es ihr Amt ihnen auferlegt.

  48. 48 Leser 29. Januar 2021 um 10:58 Uhr

    Als Beispiel, wie hierzulande und kapitalismusfreundlich im Medizinbereich staatliche Veränderungen auf den Weg gebracht werden: Um eine stärkere Sequentierung von Tests auf die neuen Varianten hin in den privaten Laboren zu erreichen, wird denen dies nicht schlicht angeordnet. Wir haben ja hier keine Kommando-Wirtschaft! Sondern das RKI oder sonstige Instanzen des Staates beschließen „stärkere Anreize“ an die privaten Labore, damit solche Sequentierung sich stärker für die lohnen solle. Und so hofft man darauf, dass die aus ihrem Profitinteresse dann die 5 Prozent-Extra-Sequentierung bewerkstelligen mögen. So können die dann für das Testen insgesamt mehr Reibach einstreichen, und nur so wolle der Staat dies befördern, denn die Geldvermehrung ist ja die heilige Kuh des Ganzen.

  49. 49 nestormachno 29. Januar 2021 um 11:53 Uhr

    Israel, Gibraltar und die Vereinigten Arabischen Emirate machen das Rennen.
    Wer hätte das gedacht!

  50. 50 Kehrer 29. Januar 2021 um 12:53 Uhr

    „Die EU kann in ihrer jetzgen Verfasstheit nämlich nicht „zeigen, wo der Hammer hängt“, denn 27 unterschiedlich geformte Hämmer hängen an 27 Haken, und jeder der 27 Werkmeister achtet peinlich darauf, dass vorrangig sein Hammer zum Einsatz kommt….“

    Gegenüber AstraZeneca haben sie längst gezeigt, wo der Hammer hängt. Da hat der jeweilige nationale Hammer, geschwungen von der EU-Kommission, absolut ausgereicht.

    „Die EU hat Drohungen bezüglich der Verzögerungen formuliert. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte, die EU „meint es ernst“, wenn es um ihren Anteil an den Impfstoffen geht. Die Kommission ist nun bestrebt, Exportkontrollen für Impfstoffe einzurichten. Sie besteht darauf, dass Hersteller mit Betrieben innerhalb der EU die Behörden über jedwede Lieferung außerhalb der Staatengemeinschaft informieren. „Welche Dosen wurden hergestellt, wann und an wen wurden sie geliefert?“, fragte Stella Kyriakides, EU-Kommissarin für Gesundheit in der Kommission von der Leyens. Offizielle Stellen haben Andeutungen, sie könnten Exporte blockieren, mit dem Hinweis gedämpft, der „Transparenzmechanismus“ solle sicherstellen, dass die Hersteller ihre vertraglichen Verpflichtungen gegenüber der EU erfüllen.“

    „Auch ansonsten war die Auftragsvergabe anscheinend ziemlich EU-gemäß, denn angeblich sollen sich die Verhandlungen auch deswegen in die Länge gezogen haben, weil die Staaten ihre jeweiligen Fabriken (Hersteller) haben protegieren wollen. Und das jeweils, also gegensätzlich zu den Ambitionen anderer EU-Staaten.“

    Das hatten wir doch schon. Die EU wollte Europäisch produzierte Impfstoffe. Letztendlich wurde bei allen bestellt, die was in der Röhre hatten. Das die EU sich hier nicht von China, Russland oder Cuba abhängig sein wollen, sehe ich nicht als Schwäche und hätte ihnen auch nichts genutzt.

    Was wahrscheinlich stimmt ist der im Freitag erwähnte Sachverhalt, dass niedrigere Preis auf Kosten der Geschwindigkeit ausgehandelt wurden. Ob das aber auf das Konstruktionsprinzip der EU zurückgeführt werden kann, ist fraglich. Auch ärmere Länder brauchen schnell Impfstoff.

    Im Freitag kommt noch ein anderer Punkt zur Sprache, der die Aufregung gegenüber AstraZeneca erklärt und warum hier ausnahmsweise einmal sofort reagiert wurde.

    „Der Streit um den Impfstoff ist, fast unvermeidlich, mit Brexit-gefärbtem Furor aufgeladen. Der Fakt, dass AstraZeneca – mit seinem Hauptquartier in Cambridge – den britischen Markt zu bevorzugen scheint, wird von Brüssel als unzulässige Wettbewerbsverzerrung aufgefasst. Die britischen Minister kontern, der EU-Austritt habe ihnen die Freiheit zur schnelleren Impfstoffsicherung gegeben. Sowohl die EU als auch Großbritannien bezichtigen sich nun gegenseitig des Protektionismus‘ und des Impfnationalismus‘.“

    Sehr wahrscheinlich kommt sich die EU-Kommission von Großbritannien vorgeführt vor und das kann sie nicht hinnehmen. Dass Boris Johnson dahinter steckt dürfte klar sein. Das kann sie sich nicht bieten lassen, dass Johnson den Brexit so schamlos ausnutzt, obwohl es ja klar ist, das GB es genau deswegen getan hat.

  51. 51 Nestor 29. Januar 2021 um 13:03 Uhr

    Hammer hin oder her, ich würde einmal abwarten, wann wirklich wo Impfstoff ankommt, bevor die Ankündigungs-Politik bereits für die Ausführung genommen wird.

    Man muß übrigens zur Kenntnis nehmen, daß der Streit um Zulassung und Bestellung nicht nur auf Geld und Konkurrenz zurückzuführen ist.
    Die Impfstoffe sollen schon geprüft werden, und nicht nur wegen der Impfskeptiker, denen keine neue Propagandamöglichkeit gegeben werden soll.
    Es ist doch das eigene Interesse jedes Staates, daß die Jaukerl, die ihrer Bevölkerung da großflächig in die Venen gejagt werden, halbwegs unbedenklich sind.
    Und das spießt sich eben mit dem schnell! schnell!, mit denen vor allem die Meiden kurzatmig die Durchimpfung fordern.

  52. 52 Leser 29. Januar 2021 um 13:36 Uhr

    @ Nestor

    Ja, das staatliche Interesse am staatlichen (!) Gesundheitsstandpunkt zu unterstreichen, ist wichtig, – auch damit so die Differenz zu den sog. Impfskeptikern und Querdenkern als Bewegung verdeutlicht wird – a) generell als staatliches Interesse daran, seine Bevölkerung benutzbar und als Verwerungsquelle für die Zumutungen des Kapitalismus zu erhalten, b) speziell jetzt gerade, um wieder zu so was wie ‚kapitalistische Normalität‘ mittelfristig zurück zu kommen.

    ---

    Ansonsten: ewige Zeiten hat die EU gebraucht, um Umfang und Aufteilung ihres Corona-Kredits europäisch durchzuboxen. Am Schluss vor allem gegen Niederlande, Österreich, Nordländer. D war überraschend auf der anderen Seite für diese außerordentlichen Euro-Bonds, auch zusammen mit Frankreich. Polen und die sonstigen Ostländer feilschen, nicht nur bei den Regionalfonds, auch sehr stark ums Geld. (Was am Schluss wegen des Rechtsstaatsstreits nicht so im Vordergrund stand.) Dass erst im Spätherbst oder Frühwinter bestellt wurde, liegt eben an diesen inneren Konflikten in der EU, bei denen es monatelang zentral ums Geld ging und geht.
    Immerhin haben nicht nur die Niederländer wochenlang wegen des Geldes und der neuartigen Gesamt-EU-Haftung den gesamten Corona-Kredit-Ablauf ziemlich fundamental in Frage gestellt, so dass erst gegen Ende der dt. Ratspräsidentschaft die diversen Konflikt-Gemengelagen erst mal für abgeschlossen erklärt worden sind. (Nicht nur in Italien ist darüber immer noch Parteienstreit zugange.)
    Dass Trump und Johnson mit ganz anderen weiten Spendierhosen lange vorher auf dem Feld waren, ist da nicht verwunderlich.

  53. 53 Kehrer 29. Januar 2021 um 14:12 Uhr

    Durchsuchungen und Transparenzlisten sind keine Ankündigungspolitik. Es stimmt ja, dass das noch keine Impfdosen herbeizaubert, aber bloß Blabla ist es auch nicht.

    In erster Linie scheint das auch gegen GB gerichtet zu sein, denen man nicht durchgehen lassen will, dass sie auf Kosten der EU sich Impfstoff beschaffen. Im Prinzip hat GB das ja zugegeben, wenn sie sagen, dass sie wegen des Austritts aus der EU sich die Impfstoffe schneller sichern können.

  54. 54 Leser 30. Januar 2021 um 8:27 Uhr

    Die zunächst noch eher ideellen „Strafmaßnahmen“ gegen GB fallen auch deswegen in der rhetorischen Form so schroff aus, weil den EU-Mitgliedsländern der Gedanke verboten werden soll, dass sie einige zentrale staatliche Belange zumindestens schneller würden regeln können ohne EU als mit der EU.

    (Dieser Gedanke wäre ja für D passend, aber haben ihn hierzulande so viele Bürger? Momentan gelegentlich schon, zumindestens aus der AFD-Richtung, aber die wissen ja untereinander noch nicht mal, ob das nun eine Pandemie ist oder nicht…)
    Hierzulande wird ansonsten nicht der EU insgesamt, sondern eher dem angeblich unfähigen Führungspersonal der EU die Schuld für den schleppenden Start der Impfung gegeben.

    ---

    Wie schon bei den Corona-Bonds scheinen Österreich und Dänemark derzeit federführend für interne EU-Kritik zu sein (und auch hier beschleicht einen der Gedanke, dass die dt. Regierung inhaltlich manche Argumente der kritischen sog. ‚Nordländer‘ eigentlich auch teilt….):
    https://www.heise.de/tp/features/Corona-Streit-um-Impfstoff-5040640.html

    Ob die Ausfuhrsperre für Impfstoff nach GB hierzulande mehr Impfsttff beschert? – Mal schaun, was die Briten nun ihrerseits beschließen werden…

    ----

    Oops … Angeblich geschwärzte Teile seien von der EU dann doch veröffentlicht worden, Nordirland rügt die EU – da geht nun aber schwer was los …

    https://www.sueddeutsche.de/politik/astrazeneca-eu-kommission-corona-impfung-1.5190592

  55. 55 NN 30. Januar 2021 um 12:25 Uhr

    Herdenimmunität in Brüssel
    EU verschleppt Impfkampagne und macht Pharmakonzern Astra-Zeneca für Scheitern verantwortlich. Konzern stellt Vakzin ohne Profitabsicht bereit
    Von Jörg Kronauer

    Noch bevor er in der EU auch nur zugelassen wurde, hat er den ersten harten Post-Brexit-Konflikt zwischen der Union und Großbritannien ausgelöst: der Covid-19-Impfstoff, den der britisch-schwedische Pharmakonzern Astra-Zeneca produziert. Die Ankündigung des Unternehmens, der EU im ersten Quartal 2021 statt 80 womöglich nur 31 Millionen Impfdosen liefern zu können, hat in Brüssel zu enormen Protest geführt: Die Union, wegen ihrer fatal verschleppten Impfkampagnen ohnehin unter Druck, überzieht Astra-Zeneca seit rund einer Woche mit heftigen Attacken.

    Der Streit um den Impfstoff ist komplex. Astra-Zeneca produziert das Vakzin nicht alleine, sondern in Kooperation mit Unternehmen auf mehreren Kontinenten, um von regionalen Standorten aus möglichst rasch möglichst viele Länder beliefern zu können. In Indien etwa laufen die Maschinen beim Serum Institute of India (SII) in der Millionenstadt Pune unweit Mumbai auf Hochtouren; in Brasilien hat die Fundação Oswaldo Cruz (Fiocruz) in Rio de Janeiro die Produktion übernommen. Aus den unterschiedlichen Kosten, die in den jeweiligen Ländern anfallen, resultiert ein regional unterschiedlicher Preis; Astra-Zeneca selbst hat – das war eine Bedingung der Universität Oxford, die den Impfstoff entwickelt hat – zugesagt, das Vakzin vorerst ohne Profit zu vertreiben, jedenfalls bis zum Ende der Pandemie (wann das erreicht ist, definiert der Konzern allerdings selbst). Die globale Lizenzvergabe für die Produktion sowie die sehr kostengünstige Preisgestaltung haben Astra-Zeneca gestern ein ausdrückliches Lob der Entwicklungsorganisation »One Deutschland« eingebracht.

    Ebenso wie für Indien hat Astra-Zeneca auch für die EU eine eigene Produktionskette aufgebaut. Das Impfserum selbst wird dabei in zwei Werken in Belgien und in den Niederlanden hergestellt. Laut Angaben des Konzerns beruht die aktuelle Verzögerung bei der Impfstoffproduktion auf Anlaufschwierigkeiten in dem belgischen Werk. In der Tat hat es Anlaufschwierigkeiten auch in Großbritannien gegeben (nicht anders übrigens als bei Biontech/Pfizer). Allerdings hatte Astra-Zeneca dort deutlich mehr Zeit, sie zu beheben: London hatte den Impfstoff bereits im Mai bestellt, während die EU die Vertragsunterzeichnung – und damit auch den Startschuss für den Aufbau der Produktionskette – bis August verzögerte. Diese drei Monate fehlen nun. Nebenbei – auch das SII in Pune hatte seinen Lizenzvertrag bereits Anfang Juni unter Dach und Fach.

    Die EU freilich zweifelt die Darstellung von Astra-Zeneca an und unterstellt dem Konzern, sie faktisch betrogen zu haben. Am Donnerstag rückten auf Antrag der EU-Kommission Ermittler in der belgischen Impfstoffabrik an und beschlagnahmten Unterlagen und Proben. Das rabiate Vorgehen beruht darauf, dass die EU behautet, Astra-Zeneca habe sich völlig bedingungslos zur Lieferung einer bestimmten Zahl an Impfdosen unmittelbar nach der Zulassung des Impfstoffs verpflichtet. Astra-Zeneca-Chef Pascal Soriot hingegen hat bekräftigt, der Liefervertrag enthalte – wegen der Unwägbarkeiten beim Produktionsanlauf eines in Höchstgeschwindigkeit entwickelten Vakzins – eine »Best Effort«-Klausel, die im Falle nachvollziehbarer Anlaufschwierigkeiten Verzögerungen zulässt. Die EU hat die Existenz einer solchen Klausel offen bestritten. Allerdings gibt der Vertragstext, der gestern – mit diversen Schwärzungen – offengelegt wurde, Soriot recht: Das Dokument enthält die fragliche »Best Effort«-Klausel in der Tat. Zudem wird die ersatzweise Nutzung von Fabriken außerhalb der EU, die Brüssel aktuell verlangt, Astra-Zeneca explizit freigestellt (Punkt 5.4: »may (…), if appropriate«).

    Heftige Reaktionen nicht zuletzt in Großbritannien hat ausgelöst, dass die EU ihren Streit mit Astra-Zeneca, einem Privatunternehmen, auf die zwischenstaatliche Ebene hebt. So droht sie seit Wochenbeginn immer wieder, Lieferungen von Biontech/Pfizer in das Vereinigte Königreich zu beschlagnahmen und unter ihren Mitgliedstaaten zu verteilen, wenn Astra-Zeneca nicht einknickt und Brüssel mit Impfdosen versorgt, die vertraglich für London vorgesehen sind. Sollte die EU diesen Schritt tatsächlich gehen, um ihre eigenen Versäumnisse beim arg verschleppten Bestellen des Impfstoffs wettzumachen, dann verzögerte sich das Erreichen der heißersehnten »Herdenimmunität« – bei einer Impfquote von 75 Prozent – im Vereinigten Königreich laut Berechnungen des Londoner Analyseinstituts Airfinity vom 14. Juli bis zum 1. September. Zwar wäre das immer noch früher als der Zeitpunkt, zu dem die EU auf Herdenimmunität hoffen kann: Airfinity geht aufgrund der schleppenden Abläufe in der EU aktuell vom 21. Oktober aus. Das ändert nichts daran, dass in Großbritannien der Unmut über den angedrohten Vakzinexportstopp heftig ist. Exgesundheitsminister Jeremy Hunt, übrigens ein einstiger »Brexit«-Gegner, warnte, Brüssel werde damit »die Wirtschaftsbeziehungen eine Generation lang vergiften«.

  56. 56 Nestor 30. Januar 2021 um 12:48 Uhr

    @NN

    London hatte den Impfstoff bereits im Mai bestellt, während die EU die Vertragsunterzeichnung – und damit auch den Startschuss für den Aufbau der Produktionskette – bis August verzögerte.

    Sehr großes Vertrauen in die eigenen Wissenschaftler und Labore, weil damals steckte das Projekt ja erst in den Kinderschuhen.

    Zwar wäre das immer noch früher als der Zeitpunkt, zu dem die EU auf Herdenimmunität hoffen kann: Airfinity geht aufgrund der schleppenden Abläufe in der EU aktuell vom 21. Oktober aus.

    Schon unglaublich, wie die EU über ihre Bürger ideell verfügt. Sie besorgt die Impfdosen und jeder tritt an und läßt sich impfen.
    Da wird es noch Scherereien geben.

    Zu der Sache mit den Fußballklubs – was war eigentlich der Grund für die Ausschreitungen in Holland? Allgemeiner diffuser Corona-Frust?
    Vor allem verstehe ich nicht, was das mit Impfung zu tun hat.
    Vielleicht gibt es einen Zusammenhang, von dem weiß ich allerdings nichts.

  57. 57 Nestor 30. Januar 2021 um 13:13 Uhr

    @Kehrer

    Durchsuchungen und Transparenzlisten sind keine Ankündigungspolitik.

    Das hat ja auch niemand behauptet.
    Allerdings hilft ein Statement der Art „Ein Elefant ist kein Kugelschreiber“ auch nicht weiter. :D

    Ob die Verantwortlichen der EU mit solchen rechtlichen Brachial-Mitteln ihre Ankündigungen erfüllen können, steht noch nicht fest.
    Siehe weiter oben und unten.
    Diese realsozialistischen Kommando-Maßnahmen haben sich schon beim Original nicht als wirklich effizient erwiesen, unter den Bedingungen der Privatwirtschaft und der Staatenkonkurrenz sind sie ein aufgelegter Flop.

    Was wäre, wenn AstraZeneca auf einmal sagt: Die Scheiss-EU kann uns gestohlen bleiben, wir haben im Rest der Welt genug Kundschaft?
    Beschlagnahmungen, Enteignung, Krieg?

    Der Hinweis von Leser, daß GB nicht als Beispiel für gelungenere staatliche Maßnahmen stehen darf, ist nicht von der Hand zu weisen.
    Genauso, daß Boris jetzt zeigt, wie gut GB mit seinem Austritt gefahren ist, mit Verweis auf die unterschiedliche Impf-Performance hüben und drüben.

  58. 58 Leser 30. Januar 2021 um 13:17 Uhr

    Grad gelesen bei tagespolitik.de :

    (…) Minister Spahn beklagt nicht-vertragsgemäße Belieferung mit Impfstoffen, während andere Länder wie Großbritannien ihre Lieferungen wie bestellt erhalten würden. Der Gesundheitsminister droht mit Exportkontrollen – vordergründig, um zu prüfen, wohin die Vakzine gingen; wohl eher, um den Dosen, woran Deutschland/EU ein Anrecht geltend machen, habhaft zu werden. Das Dementi, es ginge hier nicht um Impf-Nationalismus (Deutschland/EU zuerst), sondern um gerechte und faire Verteilung, streitet ab, was hier Sache ist: die Besorgung des Impfmaterials als Gegenstand einer Konkurrenz zwischen Nationen/Wirtschaftsblöcken; denn dem Spahn ist nur zu gut bekannt, das auf Grundlage dessen, dass die benötigte Impfstoffmengen nicht aus dem Boden gestampft werden können, die bisherigen Produktionskapazitäten der Vakzine-Hersteller unzureichend sind, das Drängen des Spahn auf die vertragsgemäße Erfüllung für den EU-Raum heißt, dass dies zu Lasten anderer Staaten und deren beanspruchter Bestellmengen ginge. Also auf diese Weise nationaler oder EU-Vorteil auf Kosten anderer Länder durchgedrückt wird.

    https://tages-politik.de/Innenpolitik/Seuchenpolitisches_Jan._2021_Teil2.html

  59. 59 Nestor 30. Januar 2021 um 13:28 Uhr

    @Leser

    inneren Konflikten in der EU, bei denen es monatelang zentral ums Geld ging und geht.

    Dieses Thema ist natürlich ein Dauerbrenner, weil => Pandemie und Finanzwelt, Teil 2

  60. 60 Neoprene 30. Januar 2021 um 14:36 Uhr

    „Das Grundproblem bleibt jedoch: Ältere Menschen, besonders über 65 Jahre, werden kaum an den Tests von Corona-Medikamenten und Impfstoffen beteiligt. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie aus den USA, die im Journal der American Medical Association (JAMA) erschienen ist. Demnach schließen klinische Studien ältere Menschen direkt oder indirekt von den Versuchen aus, obwohl die Senioren zu den am stärksten durch die Coronapandemie gefährdeten Gruppen gehören, kritisieren die Autoren.
    Sie werteten dazu 847 klinische Studien aus, die in den USA zu Corona-Medikamenten durchgeführt wurden. Untersucht wurde, ob bei der Rekrutierung von Studienteilnehmern Kriterien vorhanden waren, die ältere Personen direkt oder indirekt ausschließen. Ergebnis: 195 von 847 Studien (23 Prozent) verlangten eine ausdrückliche Begrenzung des maximalen Alters. Andere Versuche setzten den Zugang zu bestimmten Technologien, etwa Smartphones und Internet voraus oder schlossen bestimmte Vorerkrankungen aus. Dadurch sei das Risiko bei 53 Prozent der klinischen Studien hoch, dass Menschen über 65 Jahre ausgeschlossen würden.“

    https://www.wiwo.de/unternehmen/industrie/astrazeneca-und-biontech-warum-es-kaum-impfstoff-daten-ueber-senioren-gibt/26853276.html
    Das wird schon so sein. Nur warum machen das die Aufsichtsbehörden mit, wo es beim Impfschutz doch in erster Linie um die in den Studien regelmäßig ausgeschlossenen älteren Menschen geht? Warum geben die nicht selber Studien in Auftrag oder machen eine statistisch hinreichende Zahl von alten Probanden zur Auflage für Studien oder wenigstens für die Zulassung?

  61. 61 Kehrer 31. Januar 2021 um 13:18 Uhr

    Warum der Impfstoff nicht an Alten getestet wird, ist ja klar.
    Das Immunsystem bei Alten ist nicht mehr dasselbe wie bei Jüngeren, deshalb fällt die Immunantwort durchs impfen schwächer aus. Zweitens sind die schweren Nebenwirkungen wegen Vorerkrankungen stärker. Das sind alles Faktoren, die auf’s Ergebnis drücken und den Impfstoff weniger gut erscheinen lassen. Dass auch bei Biontech/Pfizer zuwenig Alte beteilgt waren, war ja von Anfang an klar und ein Widerspruch dazu, zuerst die Alten zu impfen. Wie es aussieht haben sich aber keine wesentlichen Komplikationen ergeben oder diese werden unterdrückt.

    Das Impfchaos geht jedenfalls weiter. Was ich so höre ist es praktisch unmöglichen einen zweiten Termin zu bekommen. Was aus meiner Sicht absolut nicht nachvollziehbar ist. Wenn der Impfstoff zurückgelegt wird, warum bekommt man nicht bei der ersten Impfung automatisch einen Termin für die zweite Impfung. Als Abschluss des ersten Aufklärungsgesprächs. Das liegt doch nahe, es so zu machen. Entweder es wird doch nichts zurückgelegt, oder die Planung wird von kompletten Idioten gemacht.

    „Allerdings hilft ein Statement der Art „Ein Elefant ist kein Kugelschreiber“ auch nicht weiter.“ Und wer hätte so ein Statement von sich gegeben?

    „Ob die Verantwortlichen der EU mit solchen rechtlichen Brachial-Mitteln ihre Ankündigungen erfüllen können, steht noch nicht fest.“ Also bitte. Ein Staat macht nichts anderes als mit rechtliche Brachial-Mitteln zu arbeiten, das ist schließlich sein Begriff. Und es ist auch normal, das wenn ein Vertrag gebrochen wird, der Staat einschreitet. Vor allem dann, wenn auf Vorrat produzierte Impfdosen ins Ausland verbracht werden. Mit Kommandowirtschaft hat das nicht das geringste zu tun. Und Transparenzlisten drosseln auch keine Produktion, sondern sie sorgen nur dafür, dass das was produziert wird in der EU bleibt. Wenn die EU schwach ist, lästerst du und wenn sie stark ist, lästerst du auch. Wieso soll Astra Zeneca auf Geschäft in der EU verzichten? Und wenn sie das täten, dann wird die Fabrik eben enteignet. Schließlich haben die auch Hilfen in dreistelliger Millionenhöhe angenommen.

    „Genauso, daß Boris jetzt zeigt, wie gut GB mit seinem Austritt gefahren ist, mit Verweis auf die unterschiedliche Impf-Performance hüben und drüben.“ Na wenn er den Konzern dazu anhält, GB statt die EU zu beliefern, dann ist es eben eine Impf-Performance die auf Kosten der EU vorangebracht wird. Ist doch klar, dass die EU sich nicht gefallen lässt wenn sie an der Nase herumgeführt wird. Da zeigt sich auch wie GB sich das vorstellt, dass die nicht mehr den Schranken der EU unterliegt. Sie schmarotz an ihr zu Gunsten von GB. Die Vorteile der EU hätte man gerne weiterhin, aber an den Einschränkungen und Kosten will man nicht beteiligt werden.

  62. 62 Nestor 31. Januar 2021 um 13:35 Uhr

    Das Problem liegt daran, daß die Planer das Fell des Bären verteilt haben, bevor es erlegt war.
    Kurzatmig wurden Impfdosen bestellt, für die die Firmen selber das Lieferdatum gar nicht garantieren konnten, weil die Impfstoffe noch gar nicht zugelassen waren oder die Firmen nicht auf so eine Bestell-Lawine eingerichtet waren.
    Dann wurde so geplant, als ob der Impfstoff an dem oder dem Tag bereits da wäre.
    Wie man so liest, gab es aus verschiedenen Gründen Verzögerungen – mangelnde Kapazitäten, Software-Probleme. Ich nehme an, auch der Brexit macht bei dem AstraZeneca-Impfstoff Probleme logistischer und administrativer Art, abgesehen von Souveränitätsfragen.
    Dann gibt es angesichts der verringerten Mengen die Streiterei, welches Land den zuerst bekommt.
    Zusätzlich scheint es auch Unstimmigkeiten im Inland zu geben, wer zuerst geimpft werden darf und ob die Betroffenen das auch wollen. Vor allem im Pflegebereich scheint es Vorbehalte zu geben.

    Und natürlich, wenn die Impfdosen nicht rechtzeitig eintreffen, so fehlen die Dosen für den zweiten Termin – und dann ist die erste Impfung wirkungslos! Zumindest, was die Immunisierung angeht.

  63. 63 Kehrer 31. Januar 2021 um 14:00 Uhr

    Nein, das wurde alles schon diskutiert. Die Tests liefen und es war abzusehen, dass das Zeug wirkt und auch die Produktion von dem Zeug war kein Rätsel. Es ist die Frage wann wieviel zu welchem Preis bestellt wird. Mit wievielen Fabriken muss ich bis wann liefern. Hier hat die EU wahrscheinlich auf Druck ärmerer Länder oder von Ländern, die nicht soviel bezahlen wollten den Preis gedrückt. Die USA hat wesentlich mehr bezahlt. Ob Biontech jetzt einfach gierig war oder ob es sich tatsächlich um eine Frage der Kosten handelt ist dabei wurscht. jedenfalls ist es eine Kostenfrage, ob du die gleiche Menge in der halben Zeit haben willst. Und natürlich haben die Unternehmen mit einer Bestelllawine gerechnet bzw. darauf gehofft.

    „Dann wurde so geplant, “ Von wem?

    „Brexit macht bei dem AstraZeneca-Impfstoff Probleme logistischer und administrativer Art, abgesehen von Souveränitätsfragen.“ Die Fabrik steht in Belgien. Astra Zeneca hat dort Fabriken gebaut oder gekauft, wohin der Impfstoff geliefert wird.

    Softwareprobleme gab es bei der Zulassung durch die EMA. Das waren vielleicht Tage und ist spätestens seit der Zulassung kein Thema mehr.

    „Dann gibt es angesichts der verringerten Mengen die Streiterei, welches Land den zuerst bekommt.“ Meines Wissens gibt es die innerhalb der EU nicht. Das wurde vorher festgelegt, wer wieviel wann bekommt.

    Der Wille geimpft zu werden hat nichts mit der Verfügbarkeit des Impfstoffs zu tun.

  64. 64 Nestor 31. Januar 2021 um 15:33 Uhr

    Hier hat die EU wahrscheinlich auf Druck ärmerer Länder oder von Ländern, die nicht soviel bezahlen wollten den Preis gedrückt.

    Wahrscheinlich weder-noch, sondern aus der Machtvollkommenheit: Wir sind ein großer Käufer, wir bestimmen den Preis!
    Weil wenn das ohnehin aus einem Gesamt-EU-Topf bezahlt wird, sind die Kosten für die einzelnen Länder ja wurscht.

    Das wurde vorher festgelegt, wer wieviel wann bekommt.

    Natürlich.
    Aber dann kommt der Impfstoff eben nicht und dann drängeln sich manche vor.

    Der Wille geimpft zu werden hat nichts mit der Verfügbarkeit des Impfstoffs zu tun.

    Nein, aber mit den Impfplänen, die bereits erstellt wurden, mit dem Gestus: Es geht ja ohnehin jeder impfen!

  65. 65 Kehrer 31. Januar 2021 um 19:00 Uhr

    „Wir sind ein großer Käufer, wir bestimmen den Preis!“ Nein, das ist ungenau und auch nicht richtig. 1. Ein Preisdiktat kann es natürlich nicht geben und hat es auch nicht gegeben. Richtig daran ist der erste Satzteil. Die Verhandlungsposition verbessert sich a. die Auftragsgröße steigt b. man kann die europäischen Nationen nicht gegeneinander ausspielen. c. Das Geschäft das über die EU flöten geht, kann ein Unternehmen nicht anderweitig wieder reinholen. Das ist für immer weg. d. Falls das nicht bekannt ist. Biontech/Pfizer wollte ursprünglich das dreifache, jetzt zahlt die EU 13 €. Und der AstraZeneca Impfstoff kostet 3-4 € rum. AstraZeneca macht das anscheinend zum Selbstkostenpreis, Biontech/Pfizer und Moderna nicht.

    Das es Länder gab die lieber einen Niedrigeren Preis wollten, hab ich irgendwo gelesen, wahrscheinlich sogar in einem der Zahlreichen Links, die hier irgendwo stehen. Also das sauge ich mir nicht aus den Fingern. Ich kann aber nicht prüfen ob es stimmt oder nicht. Du aber auch nicht. Den Link musst du dir bitte selbst suchen, weil mir das mittlerweile zuviel Zeit kostet, dich auf Links hinzuweisen, die du dann erstens nicht liest und wenn du sie Liest vergisst du sie in ein paar Tagen wieder, wie dein folgender Satz beweist:

    „Weil wenn das ohnehin aus einem Gesamt-EU-Topf bezahlt wird, sind die Kosten für die einzelnen Länder ja wurscht.“

    Habe ich nicht vor einiger Zeit auf eine Webseite der EU-Kommission verwiesen, die das Vorgehen der EU erläutert und in der es heißt, dass keineswegs aus einem EU Topf gezahlt wird, sondern jedes Mitgliedsland seinen Impfstoff selbst bezahlt. Nur bestellt wurde gemeinsam – nicht bezahlt. Ich meine sogar, das aus einem Post von dir zu entnehmen war, dass du das zur Kenntnis genommen hast. Jetzt hast du es offenbar vergessen.

    Mit den Impfplänen hat das auch nichts zu tun. Wenn der Impfstoff ausbleibt, ist doch völlig wurscht was in den Plänen steht. Bis der Wille sich impfen zu lassen oder nicht zur Schranke des Impfens wird, ist es noch lang, lang hin.

  66. 66 Nestor 01. Februar 2021 um 10:22 Uhr

    Ok, ok, ich war schleissig.

    Was die Impfpläne betrifft, so ging es mir darum, daß sie so erstellt wurden, als ob sich jeder impfen lassen will. Von einer Schranke war dort keine Rede, sondern es ging um die Art der Planung.

  67. 67 Nestor 01. Februar 2021 um 11:27 Uhr

    Wenn ich mir das so durchdenke, was bis jetzt bekannt ist, so wurde da offenbar am falschen Fleck gespart.
    Erstens wurden, wenn ich die Posts von

    @Kehrer und
    @Phineas

    zusammennehme, die Preise fest gedrückt, sodaß jetzt eine andere, offenbar billiger herzustellende Art von Impfstoff ausgeliefert wird, deren Verträglichkeit mit anderen Medikamenten nicht getestet wurde.
    Zweitens dauert die Lieferung jetzt länger.

    Anscheinend wird da ein anderes Verfahren verwendet als das ursprüngliche.

    Ich verstehe nicht so recht den Satz:

    Das Geschäft das über die EU flöten geht, kann ein Unternehmen nicht anderweitig wieder reinholen. Das ist für immer weg.

    Generell gilt das für alle Geschäfte – was man mit A nicht macht, kann man möglicherweise nicht durch ein Geschäft mit B hereinholen.

    Aber generell verstehe ich nicht, warum die Pharmafirmen in so einer schlechten Position sein sollen: Sie haben den begehrten Impfstoff, und die EU wird nicht Sputnik, Soberana oder die chinesischen Produkte einkaufen.
    Das gleiche gilt für die USA.
    Es ist also höchstens eine Konkurrenz untereinander, die zu Zugeständnissen führen müßte.

    Oder habe ich etwas übersehen?

    Ist es vielleicht doch die Konkurrenz durch die Impfstoffe der Schurkenstaaten, die hier einiges durcheinanderbringt?

  68. 68 Neoprene 01. Februar 2021 um 13:28 Uhr

    „die EU wird nicht Sputnik, Soberana oder die chinesischen Produkte einkaufen.“
    Aber es gibt schon zumindest einen Politiker, den SPD-Ministerpräsidenten Woidke von Brandenburg, der heute morgen gefordert hat, man solle auch Sputnik und das chinesische Vakzin in der EU prüfen und gegebenenfalls auch freigeben.

  69. 69 Nestor 01. Februar 2021 um 13:49 Uhr

    Also die Emirate, einer der größten Weltmeister in Sachen Impf-Fortschritt – 33% der Bevölkerung geimpft – ist da völlig pragmatisch:

    Vereinigte Arabische Emirate
    Influencer-Oase mit rasanter Impfrate

    Das ambitionierte Ziel ist, bis Ende März die Hälfte der zehn Millionen Menschen großen Bevölkerung zu immunisieren. In der Metropole Dubai kommt dafür der Impfstoff von Biontech und Pfizer zum Einsatz, in weiteren Teilen der Emirate wird das chinesische Sinopharm-Vakzin verabreicht.

    https://orf.at/stories/3197159/

    Für das Pfizer/Biontech-Zeug haben die Emirate vermutlich besser gezahlt als die EU.
    Das Sinopharm-Zeug ist, soweit ich den Überblick habe, ein traditioneller Grippe-Impfstoff.

  70. 70 Nestor 01. Februar 2021 um 13:51 Uhr

    @Neoprene

    Das eröffnet natürlich eine neue Front in der EU. North Stream II könnte dadurch in den Schatten gestellt werden.

  71. 71 Kehrer 01. Februar 2021 um 14:29 Uhr

    „offenbar billiger herzustellende Art von Impfstoff ausgeliefert wird, deren Verträglichkeit mit anderen Medikamenten nicht getestet wurde.“ Wo hast du das her? Aus meinen Beiträgen nicht und mir ist auch kein Text bekannt, wo das behauptet wird.

    „und die EU wird nicht Sputnik, Soberana oder die chinesischen Produkte einkaufen.“ Habe ich auch gedacht, aber offenbar ist die gegenwärtige Knappheit so drängend, dass sogar darüber nachgedacht wird.
    https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2021-01/corona-impfstoffe-sputnik-v-sinovac-sinopharm-sicherheit-zulassung

    Lauterbach dementiert zwar immer. Phase III noch nicht durch und so. Umgekehrt heißt das, wären die Daten da, könnte doch über eine Zulassung nachgedacht werden.

    „Generell gilt das für alle Geschäfte – was man mit A nicht macht, kann man möglicherweise nicht durch ein Geschäft mit B hereinholen.“ Das stimmt zwar, wird aber umso zwingender je größer der Kunde. Die Eu stellt da schon einen großen Teil der weltweiten Zahlungskraft dar.

    „Aber generell verstehe ich nicht, warum die Pharmafirmen in so einer schlechten Position sein sollen:“ Sind sie nicht, aber sie brauchen einander und können nicht einfach sagen rutscht mir den Buckel runter. Übersehen hast du, dass sie nicht mit irgendeinem Privatheini oder Unternehmen verhandeln, sondern mit Staaten. Das ist schon etwas anderes. Und in einer Notsituation wie jetzt, können die Staaten auch sagen, auf euren Willen scheißen wir. Dann eben mit Zwang.

    Gestern bei Anne Will anlässlich des heutigen Impfgipfels kam das zur Sprache. Der MP von Niedersachsen Weil hat gemeint, dass man notfalls, wenn ein Unternehmen Kapazitäten hat und gar nicht will, dann könnte man es auch zwangsverpflichten. Dem wurde dann zwar widersprochen und der Herr in der Monitorzuschalte meinte, man solle das vermeiden und lieber Geld in die Hand nehmen, damit das passiert was man will. Ein Vorgehen mit Zwang hätte Rechtsstreitigkeiten zur Folge, die dann auch kontraproduktiv wären und nicht zum gewünschten Ergebnis führen. Es ging aber auch gar nicht darum das wirklich zu machen, sondern damit zu drohen damit hier von Vornherein klar ist, dass das Anliegen nach Impfstoff keine bloße Bitte ist, sondern die Unternehmen hier Entgegenkommen zeigen müssen. Das ist wie im Krieg, da macht der Staat die Waffenproduktion ja auch nicht vom Willen der Unternehmer abhängig. Umgekehrt wären die auch blöd sich zu widersetzen.
    Genau neo. Plötzlich werden alle ganz pragmatisch.

  72. 72 Nestor 01. Februar 2021 um 20:30 Uhr

    @Kehrer

    Wo hast du das her?

    Von da:

    http://nestormachno.blogsport.de/2020/12/19/seite-1-von-429-aelter-die-corona-impfung-rettung-oder-gefahr-teil-3/#comment-41648

    Im Nachhinein muß man sagen, daß es vom Interesse „Das Impfen soll schnell gehen!“ sicher gescheiter gewesen wäre, diese Impfstoffe aus einem Topf zu bezahlen, wie ich es ursprünglich vermutet habe, und dabei auch ordentlich die Brieftasche zu zücken.

    Der Hauptgrund der Verzögerung ist also die innere Konkurrenz in der EU.
    Das ganze Sparen kommt halt auch auf der EU-Ebene sehr teuer.

    Das mit dem Zwang und sogar der bloßen Drohung dazu hat halt den Haken, daß diese Unternehmen auf diverse Staaten verteilt sind und die staatliche Gewalt nur über das eigene Territorium Hoheit hat.
    Du hast recht, daß das alles sehr kriegsträchtig ist. Für einen Impfkrieg innerhalb der EU ist aber zum Glück niemand gerüstet – weder was die Bevölkerung angeht, noch was die Ausrüstung angeht.

  73. 73 Nestor 01. Februar 2021 um 20:32 Uhr

    Israel z.B. hat das Zeug bei Biontech/Pfizer vor der EU bestellt, zugelassen, und auch angeblich doppelt so viel pro Impfdose bezahlt.

  74. 74 Nestor 02. Februar 2021 um 10:55 Uhr

    Für Schwangere nicht zu empfehlen:

    The Coronavirus Vaccine Presents a Dilemma for Pregnant Women

    Vaccine trials have excluded the pregnant population, even though women of reproductive age make up a majority of frontline workers.

    https://www.newyorker.com/science/medical-dispatch/the-coronavirus-vaccine-presents-a-dilemma-for-pregnant-women?

  75. 75 Nestor 02. Februar 2021 um 11:42 Uhr

    So, und auch noch eine Reportage aus dem New Yorker zum Sputnik-Impfstoff:

    The Sputnik V Vaccine and Russia’s Race to Immunity

    When the pandemic struck, scientists in Moscow set out to beat the West.

    https://www.newyorker.com/magazine/2021/02/08/the-sputnik-v-vaccine-and-russias-race-to-immunity?

  76. 76 Nestor 02. Februar 2021 um 11:53 Uhr

    Gegen Ansteckung von anderen scheint die Impfung nicht zu schützen:

    Warum auch Geimpfte das Virus verbreiten könnten

    Auch wenn die Impfstoffe vor Covid-19 schützen, könnten sie dem Virus Schlupflöcher bieten. Die Ursache: Die Impfung geschieht am falschen Ort. Ein Nasenspray könnte Abhilfe schaffen – das aber ist noch in weiter Ferne.

    https://www.spektrum.de/news/impfstoffe-warum-auch-geimpfte-das-virus-verbreiten-koennten/1824145?

  77. 77 NN 02. Februar 2021 um 12:13 Uhr

    Geld oder Leben
    Vor »Impfgipfel« häufen sich nicht ganz ernst gemeinte Forderungen nach staatlichen Eingriffen in die Pharmaindustrie. Sorgen sind unberechtigt: Der Profit ist sicher
    Von Arnold Schölzel

    Pflegekatastrophe, Krankenhausschließungen, Fallpauschalen, mangelhafte Ausrüstung, Impfnotstand: Die Pandemie legt erneut offen, wie heruntergewirtschaftet das deutsche Gesundheitswesen ist. Nun droht die Gefahr, dass sich der Eindruck von Staatsversagen ausbreitet, gleichzeitig stehen diverse Wahlen bevor – das regierende Personal muss die Flucht nach vorn antreten.

    Die zum »Impfgipfel« hochgeschriebene Videokonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit Ministerpräsidenten, Wissenschaftlern und Konzernvertretern am Montag war eine Notmaßnahme. (Ende nach jW-Redaktionsschluss).

    Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dämpfte am Sonntagabend schon mal die Erwartungen und erklärte bei Bild, die Veranstaltung werde weder eine Erhöhung der Impfstoffproduktion veranlassen können noch dem Wunsch mehrerer Bundesländer nachkommen, höhere Planbarkeit herzustellen. Er erklärte im Wissen um die Machtverhältnisse wahrheitsgemäß: »Wir können durch einen Gipfel allein nicht mehr Impfstoffe produzieren.« Es sei derzeit noch nicht möglich, »für viele Wochen oder Monate zu sagen, was genau an welchem Tag kommt«. Als Grund nannte er nicht die Abhängigkeit der Regierung von Pharmakonzernen, sondern dass die Impfstoffproduktion zur Zeit »von der Hand in den Mund lebt«. Der Lobbyverein Verband forschender Arzneimittelhersteller (VFA) nahm Spahns Vorlage dankbar auf und schickte seinen Präsidenten Han Steutel ins ARD-»Morgenmagazin«, wo der vor dem Gottseibeiuns des Kapitals warnte: staatlichen Eingriffen. Gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland setzte er noch hinzu, eine Impfstofffabrik sei »kein Bücherregal aus dem Möbelhaus, das man schnell aufbauen kann«. Die Verweise auf technische Komplexität statt auf Renditeerwartungen machen inzwischen aber selbst Bürgerparteien nervös. Sie greifen zu Nebelkerzen. So hatte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) staatliche Maßnahmen am Sonntag bei »Anne Will« in der ARD ausdrücklich nicht ausgeschlossen. Am Montag schloss sich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) an und wies in München darauf hin: »Nach dem Verordnungsrecht gäbe es die Möglichkeit, in solchen Notfällen auch zu akquirieren.« Ziel müsse es sein, im Rahmen einer bundesweiten Strategie soviel Impfstoff wie möglich in Deutschland zu produzieren. Die plötzliche Neigung der bayerischen Staatspartei zu Plan- statt Marktwirtschaft hatte offenbar der Grünen-Kovorsitzende Robert Habeck befördert. Er hatte am Sonntag in den Zeitungen der Funke-Mediengruppe eine »Notimpfstoffwirtschaft« verlangt. Der Vorsitzende der konservativen EVP-Fraktion im EU-Parlament, Manfred Weber (CSU), verstieg sich in Bild am Sonntag sogar zu: »Zugelassene Impfstoffe müssen im Notfall auch mit einer Zwangslizenzierung von anderen produziert werden.«

    Der gesundheitspolitische Sprecher der Linke-Bundestagsfraktion Achim Kessler stellte in einer Pressemitteilung am Montag klar, dass das alles nichts mit Sorge um Patienten oder gar Sozialismus zu tun hat, sondern mit Augenauswischerei: »Die Pharmaindustrie verspricht Kooperationen und Produktionsnetzwerke als Antwort auf unsere Forderung nach Lizenzfreigabe. Die Industrie will die Zügel weiter in den eigenen Händen behalten – und die Regierung stellt sich vor sie und schützt exklusive Eigentumsansprüche und die Orientierung am Profit.« Dafür sind »Gipfel« da.

    Impfstoff-Exporthindernisse in der Pandemie (01.02.2021)
    EU verhängt trotz internationaler Proteste Impfstoff-Exportkontrollen, scheitert mit Kontrollen an der irisch-nordirischen Grenze.

    BERLIN/LONDON/DUBLIN (Eigener Bericht) – Nach der gescheiterten Attacke der EU-Kommission gegen den Impfstoffhersteller AstraZeneca und Großbritannien werden Forderungen nach dem Rücktritt von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen laut. Die Kommission hatte Ende vergangener Woche nicht nur weiter mit der Beschlagnahmung von Vakzinen gedroht, die die britische Regierung in der EU gekauft hatte. Sie hatte zudem Ausfuhrkontrollen für Impfstoffe verhängt und in diesem Zusammenhang Kontrollen an der Grenze zwischen der Republik Irland und Nordirland angeordnet – Letzteres, ohne sich in der EU abzustimmen und ohne Dublin und London auch nur über ihr Vorhaben zu informieren. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen musste die irischen Grenzkontrollen nun nach massiven internationalen Protesten zurücknehmen. Gegen die neuen Impfstoff-Ausfuhrkontrollen – mitten in der Pandemie – laufen verbündete Länder, darunter Kanada, und die WHO Sturm. Die EU hat nun auch die Bestellung des neuen Impfstoffs von Novavax verschleppt. Berlin schließt in der Not den Kauf russischer oder chinesischer Vakzine nicht mehr aus.

    Attacke gegen AstraZeneca

    Die Attacke gegen AstraZeneca, mit der die EU-Kommission vergangene Woche von ihrem Totalversagen bei der Beschaffung von Covid-19-Impfstoffen ablenken wollte (german-foreign-policy.com berichtete [1]), ist in mehrfacher Hinsicht aufschlussreich. So hat Brüssel davon abgesehen, Konzerne aus Deutschland und den USA (BioNTech/Pfizer, Moderna) unter Druck zu setzen, obwohl auch diese mit der Lieferung ihrer Vakzine in Rückstand geraten sind; der Angriff richtete sich nur gegen AstraZeneca mit Hauptsitz in Großbritannien. Zentrale Behauptungen der EU-Kommission zum AstraZeneca-Liefervertrag, etwa zur „best effort“-Klausel, sind falsch; dies ist jederzeit überprüfbar, seit der Vertragstext am Freitag online veröffentlicht wurde.[2] Mit AstraZeneca attackiert die Kommission unter ihrer Präsidentin Ursula von der Leyen nicht zuletzt das einzige westliche Unternehmen, das zugesagt hat, Covid-19-Vakzine eine Zeitlang nach dem non profit-Prinzip zu liefern, um sie auch weniger wohlhabenden Ländern zugänglich zu machen. So verdankt etwa Indien es der AstraZeneca-Produktionslizenz für das Serum Institute of India (SII), dass es inzwischen – Stand: Sonntag – rund 3,74 Millionen Impfdosen verabreichen konnte, mehr als Deutschland (2,32 Millionen), und dass es zumindest einige weitere Länder beliefert hat, darunter Bangladesh und Nepal.[3] Ansonsten erhalten ärmere Länder Vakzine bislang beinahe ausschließlich aus China und aus Russland, nicht hingegen aus der EU.[4]

    Impfstoffnationalismus

    Besonderen Unmut hat am Wochenende hervorgerufen, dass die EU-Kommission am Freitagabend angekündigt hat, Kontrollen an der Grenze zwischen der Republik Irland und Nordirland einführen zu wollen. Hintergrund waren die EU-Ausfuhrkontrollen für Impfstoffe, deren Einführung Brüssel am vergangenen Montag beschlossen und, ungewöhnlich schnell, am Samstag umgesetzt hat.[5] Demnach müssen geplante Impfstoffexporte aus der Union vorab bei den nationalen Zollbehörden angemeldet werden; ihre Durchführung ist nur möglich, sofern die Behörden – dies in Abstimmung mit der EU-Kommission – ihre Zustimmung erteilen. Ausgenommen sind lediglich angrenzende Länder in Ost- und Südosteuropa, in Nordafrika wie auch in Nahost, in denen Brüssel den Einfluss Russlands und Chinas zurückdrängen will, sowie verarmte Länder Afrikas südlich der Sahara. Die Ausnahmeregelung hat allerdings kaum Folgen, da die aktuell in der EU produzierten Vakzine fast nur an wohlhabende Staaten verkauft werden. Die Entscheidung der EU-Kommission unter Ursula von der Leyen, mitten in einer Pandemie den Vertrieb von Impfstoffen zu verkomplizieren, hat weltweit für Entsetzen gesorgt. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus etwa hat die Ausfuhrkontrollen scharf kritisiert und gewarnt, Impfstoffnationalismus führe zur „verzögerten Erholung“.[6] Ihren Unmut ausgedrückt haben außerdem die Regierungen Kanadas sowie Japans. Großbritannien hat sich explizit versichern lassen, seine bei BioNTech/Pfizer gekauften Vakzine auch in Zukunft zu erhalten.[7]

    „Keine harte Grenze“

    Heftig eskaliert ist der Protest gegen die Entscheidung der EU-Kommission von Freitagabend, zur Durchsetzung der Ausfuhrkontrollen künftig auch Kontrollen an der Grenze zwischen der Republik Irland und Nordirland vorzunehmen. Während der Brexit-Verhandlungen hatte Brüssel stets strikt darauf gedrungen, derlei Kontrollen unbedingt zu vermeiden, um den Friedensprozess in Irland nicht zu gefährden. Der EU war es dadurch gelungen, London zu empfindlichen Zugeständnissen zu nötigen. Außenminister Heiko Maas etwa hatte Anfang 2019 öffentlich verkündet, Berlin werde „keiner Lösung zustimm[en]“, die „zu einer harten Grenze“ zwischen der Republik Irland und Nordirland führe.[8] Weniger als ein Jahr nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU kündigte die von der Leyen-Kommission nun umstandslos Kontrollen, also faktisch eine „harte Grenze“ an. Erschwerend kommt hinzu, dass Brüssel weder London noch Dublin in die Entscheidung einbezog und beide nicht einmal informierte; Irlands Premierminister Micheál Martin gibt an, nur aus einer Pressemitteilung der Kommission von der Maßnahme erfahren zu haben. Der Schritt, der geeignet war, den Frieden in Irland zu gefährden, hat international Entsetzen ausgelöst. Brüssel hat sich bereits nach wenigen Stunden gezwungen gesehen, ihn zurückzunehmen. Die mit der Ankündigung verbundene Provokation war umso größer, als Nordirland ohnehin über Großbritannien mit Impfstoffen versorgt wird, nicht über seine Grenze zur Republik Irland.

    „An der Spitze der Kommission“

    Dabei ist das Vorgehen der Kommission innerhalb der EU offenkundig nicht im Geringsten abgestimmt worden. So berichtet ein EU-Diplomat, man sei über die Pläne nicht einmal informiert worden: „Wären wir es, dann hätten wir laut gerufen, dass es eine fürchterliche Idee war.“[9] Dem Diplomaten zufolge ist die Entscheidung „an der Spitze der Kommission“ gefällt worden. Andere berichteten, sie hätten immer wieder vor Maßnahmen an der irisch-nordirischen Grenze gewarnt – wie sich zeige, erfolglos: „Das war ein Desaster.“ Dass die von der Leyen-Kommission sich mit ihrem Vorgehen innerhalb der Union isoliert hat, zeigt nicht zuletzt die Weigerung der EU-Regulierungsbehörde EMA (European Medicines Agency), das AstraZeneca-Vakzin offiziell mit einer Altersbeschränkung – maximal 64 Jahre – zu versehen. Eine solche Beschränkung hatten vor der EMA-Entscheidung am Freitag Berlin und Paris verlangt; in Deutschland hatte die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts (RKI) den AstraZeneca-Impfstoff explizit nur für 18- bis 64-Jährige empfohlen – ein Beschluss, dem Signalwirkung für die EMA zugeschrieben worden war.[10] Dass sich eine EU-Behörde klaren Vorgaben aus Berlin und Paris widersetzt, ist nicht üblich und lässt auf ungewöhnlich schweren Unmut über die Alleingänge der Kommission schließen. Inzwischen werden erste Rücktrittsforderungen an von der Leyen laut.[11]

    Wieder verspätet

    Dabei verfügt die EU nach der Attacke der Kommission nicht über mehr Impfstoffe als zuvor – und verschleppt ihre Bestellungen weiterhin. So plant die Kommission zwar die Bestellung von 200 Dosen des neuen Novavax-Vakzins, bei dem vergangene Woche der Durchbruch gemeldet wurde. Allerdings ist der Liefervertrag für die EU immer noch nicht unter Dach und Fach, während andere – darunter Großbritannien – mittlerweile längst ihre Liefervereinbarungen unterzeichnet haben.[12] Entsprechend muss die Union erneut mit Verspätungen rechnen. Das gälte auch für Impfstoffe aus Russland und China, deren Kauf Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nun nicht mehr ausschließt.[13] Die Impfstoffe aus beiden Ländern – insbesondere Sputnik V aus Russland und die Vakzine der chinesischen Konzerne Sinovac und Sinopharm – sind von Politik und Medien in der Bundesrepublik bislang wegen ihrer Herkunft abfällig beurteilt worden; als Ungarn vor einiger Zeit beschloss, wegen des EU-Impfstoffmangels Kontakt nach Moskau und Beijing aufzunehmen, um dort Vakzine zu bestellen, war es schwerem Druck ausgesetzt. Zu den Ländern, die von Impfstoffen aus China profitieren, zählt Ungarns Nicht-EU-Nachbar Serbien, der 10.000 Impfdosen von Pfizer sowie eine Million Impfdosen von Sinovac erhalten hat und dank Letzterer inzwischen 6 Prozent seiner Bevölkerung impfen konnte – mehr als doppelt so viel wie Deutschland. Russland hat jetzt die Lieferung von 100 Millionen Dosen Sputnik V in Aussicht gestellt – allerdings wegen der Auslastung seiner Fabriken erst im zweiten Quartal.

  78. 78 Leser 02. Februar 2021 um 12:23 Uhr

    Die andere Seite:
    Pandemie lässt Medikamentenhersteller-Aktie abstürzen – weil Blutwäsche-Patienten zu zahlreich an COVID verstorben sind. (Und mit Verstorbenen lassen sich schlicht zukünftig keine Geschäfte mehr machen…)

    „Die Aktien von Fresenius Medical Care (FMC) und Fresenius kommen am Dienstag mächtig unter die Räder. Im frühen XETRA-Handel sackten die FMC-Papiere nach einem von Händlern als „schockierend“ bewerteten Ausblick auf ein Tief seit Ende März ab, als gerade der Corona-Crash durchschlug. Derzeit stehen sie noch 12,60 Prozent im Minus bei 56,46 Euro. Schon am Vortag waren die Papiere des Dialysekonzerns gegen den freundlichen Markt um mehr als drei Prozent abgerutscht.

    Der Schwäche konnten sich am Dienstag auch die Aktien des Mutterkonzerns Fresenius SE nicht entziehen. Dessen Aktien sackten als zweiter großer DAX-Verlierer zuletzt um 5,63 Prozent ab auf 34,03 Euro, während der Leitindex die Erholung von den jüngsten Hedgefonds-Turbulenzen fortsetzte. Der Medizin- und Krankenhauskonzern richtet sich jetzt ebenfalls auf ein weiteres von Corona überschattetes Geschäftsjahr ein.

    Die erhöhte Sterblichkeit von Blutwäschepatienten im Zusammenhang mit Covid-19 dürfte FMC im neu angelaufenen Geschäftsjahr schwer belasten. Wie der Dialyseanbieter am Vorabend nachbörslich mitteilte, prognostiziert er für das auf die Anteilseigner entfallende Konzernergebnis einen Rückgang um bis zu 25 Prozent. Laut Analyst James Vane-Tempest von Jefferies Research bleibt der Ausblick deutlich hinter den Erwartungen zurück.
    Die FMC-Aktien hatten sich von dem Corona-Crash bis auf 53,50 Euro im März bislang ohnehin nur zögerlich erholt, nun fehlt nicht mehr viel, damit das Tief nochmals unterschritten wird. Während der Dax zu Jahresbeginn Rekorde schrieb, standen sie zuletzt nur auf halbem Wege zum Niveau vor der Krise. Die Fresenius-Titel erreichten am Dienstag ein Tief seit Anfang November.“
    https://www.finanzen.net/nachricht/aktien/ergebniseinbruch-corona-pandemie-duerfte-konzernergebnis-2021-bei-fresenius-und-tochter-fmc-druecken-aktien-brechen-ein-9760375

  79. 79 Kehrer 02. Februar 2021 um 13:43 Uhr

    Wenn es nicht so traurig wäre, würde ich mich totlachen. Käme ich dann in die Covid Todesstatistik? An den Auswirkungen der Covid 19 Pandemie verstorben. :)

    „So plant die Kommission zwar die Bestellung von 200 Dosen des neuen Novavax-Vakzins, bei dem vergangene Woche der Durchbruch gemeldet wurde.“ Eher 200 Millionen Dosen.

  80. 80 Nestor 02. Februar 2021 um 22:16 Uhr

    Vielleicht nur einmal zum Probieren, die 200 Stück … :D

  81. 81 NN 04. Februar 2021 um 12:32 Uhr

    Das Impfdesaster der EU (04.02.2021)
    Druck auf von der Leyen wegen des Impfstoffdesasters wächst. Südosteuropa ignoriert EU und bestellt russische und chinesische Vakzine.

    BERLIN/BRÜSSEL (Eigener Bericht) – Wegen der Fehlleistungen bei der Beschaffung von Covid-19-Impfstoffen nimmt der Druck auf die EU-Kommission und auf ihre Präsidentin Ursula von der Leyen zu. Nicht nur seien die Vertragsverhandlungen erheblich verschleppt worden, kritisiert etwa von der Leyens Amtsvorgänger Jean-Claude Juncker. Besonders schwer wiege, dass die auf deutschen Druck eingeführten Exportkontrollen „den Eindruck“ vermittelten, „das Leiden anderer Menschen vor allem in ärmeren Ländern“ spiele keine Rolle für die EU. Um auch bei einem etwaigen EU-Exportstopp Zugang zu Impfstoffen zu behalten, baut etwa Japan jetzt eine nationale Vakzinproduktion auf. Der Unmut wächst auch in den Nicht-EU-Staaten Südosteuropas. Man habe eigentlich „westliche Impfstoffe beschaffen“ wollen, heißt es etwa aus nordmazedonischen Regierungskreisen; da keinerlei Lieferungen in Aussicht seien, werde man nun aber russische oder chinesische Vakzine bestellen. Unter wachsendem Druck stehend, öffnet sich inzwischen selbst die Bundesregierung für Impfstoffe aus Russland und China, die sie bislang stets abqualifiziert hat.

    Druck auf von der Leyen

    In der EU nimmt der Druck auf die Kommission sowie ihre Präsidentin Ursula von der Leyen wegen der desaströsen Fehlleistungen bei der Beschaffung von Covid-19-Impfstoffen zu. Anfang der Woche hat sich von der Leyens Amtsvorgänger Jean-Claude Juncker mit massiver Kritik zu Wort gemeldet. Vor allem das Aushandeln der Verträge mit den Impfstoffherstellern sei „zu langsam“ vonstatten gegangen, urteilte Juncker; in der Tat geht darauf unter anderem die aktuelle Produktionsverzögerung bei AstraZeneca zurück (german-foreign-policy.com berichtete [1]). Prinzipielle Einwände äußert Juncker, Träger mehrerer deutscher Verdienstorden [2] und bisher nicht als bereitwilliger Kritiker deutscher Spitzenpolitiker bekannt, an den Ausfuhrkontrollen für Vakzine, die die EU vergangenes Wochenende eingeführt hat – auf Druck aus Berlin: Vor allem Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte gefordert, eine „Pflicht zur Genehmigung von Impfstoffexporten auf EU-Ebene“ festzulegen.[3] Dies hat die Kommission unter von der Leyen nun erfüllt. Juncker sagte am Montag auf einer Online-Veranstaltung des Bundeslandes Baden-Württemberg, er sei „sehr stark dagegen“, dass die EU mit den Exportkontrollen „den Eindruck“ biete, „dass wir uns um uns selbst sorgen und dass das Leiden anderer Menschen vor allem in ärmeren Ländern und auf ärmeren Kontinenten uns nicht berührt“.[4]

    Exportkontrollen mit Folgen

    Juncker erinnerte zudem daran, dass man bereits in der Vergangenheit „mit Exportrestriktionen keine guten Erfahrungen gesammelt“ habe.[5] Die Äußerung bezieht sich darauf, dass zu Beginn der Covid-19-Pandemie zunächst die Bundesregierung ein nationales Ausfuhrverbot für medizinische Schutzausrüstung verhängt hatte; dies hatte insbesondere in Italien, das damals am härtesten von der Pandemie getroffen wurde und Hilfe benötigte, für einen Schock gesorgt sowie das Ansehen der EU kollabieren lassen.[6] Zwar hatte Berlin nach kurzer Zeit eingelenkt und sein Ausfuhrverbot aufgehoben; doch hatte sich die Erfahrung, von der EU im Ernstfall im Stich gelassen zu werden, zu diesem Zeitpunkt in Italien längst festgesetzt. Da gleichzeitig Brüssel ein eigenes Ausfuhrverbot verhängte, wurden nun Proteste in den Nicht-EU-Staaten Südosteuropas, etwa in Serbien, laut, da sie nun ihrerseits von der Lieferung von Schutzausrüstung abgeschnitten wurden.[7] Junckers Warnung, neue Exportrestriktionen schadeten erneut, bestätigen sich bereits. So hat der ehemalige japanische Außen- und Verteidigungsminister Tarō Kōno, dem aktuell die Organisation der gleichfalls verspäteten japanischen Impfkampagne obliegt, darauf hingewiesen, dass Japans geplante Impfstoffkäufe in der EU durch deren neue Exportkontrollen verzögert zu werden drohen und sogar ganz gestoppt werden könnten.[8] Tokio sichert sich durch den Aufbau einer nationalen Vakzinproduktion ab – mit einer Lizenz für den Impfstoff von AstraZeneca.

    Im Stich gelassen

    Offen zutage treten die Folgen der EU-Fehlleistungen bei der Impfstoffbeschaffung zur Zeit nicht zuletzt in Südosteuropa – vor allem in Serbien. Das Land hatte bereits im Frühjahr 2020, von der EU per Exportstopp abgewimmelt, in China Unterstützung bei der Beschaffung medizinischer Schutzausrüstung erbeten – und prompt umfangreiche Hilfe erhalten. Brüssel reagierte darauf mit dem Vorwurf, Beijing betreibe verwerfliche „Maskendiplomatie“, und es forderte später – nach der Wiederaufnahme eigener Hilfslieferungen nach Südosteuropa – von den dortigen Staaten offizielle Dankbarkeitsbekundungen ein: In der Abschlusserklärung nach dem EU-Westbalkangipfel vom 6. Mai 2020 hieß es, „Unterstützung und Kooperation“ der EU gingen „weit über das hinaus“, „was der Region jeder andere Partner zur Verfügung“ stelle; das verdiene „öffentliche Anerkennung“.[9] Aktuell wiederholt sich das Geschehen. Von der EU mit der Lieferung von gerade einmal 20.000 BioNTech/Pfizer-Impfdosen abgespeist, hat Belgrad zunächst in Russland zwei Millionen Dosen des Vakzins Sputnik V und zudem einen Impfstoff des chinesischen Sinopharm-Konzerns bestellt. Während die russischen Lieferungen sich aktuell noch etwas verzögern, ist am 16. Januar eine Sinopharm-Lieferung von einer Million Impfdosen in der serbischen Hauptstadt eingetroffen; dies hat es ermöglicht, dass Serbien bei der Zahl der verabreichten Impfdosen auf dem europäischen Kontinent aktuell an der Spitze liegt – mit 7,29 Geimpften pro 100 Einwohner (Deutschland: 3,09; Großbritannien: 14,94).

    In Zeiten der Not

    Dass es sich dabei um keine Marginalie handelt, zeigen Reaktionen auch aus den anderen Nicht-EU-Staaten Südosteuropas. Bisher hat außer Serbien lediglich Albanien ein kleines Impfkontingent von 10.000 BioNTech/Pfizer-Dosen aus der EU erhalten, Bosnien-Herzegowina, Nordmazedonien und Montenegro dagegen noch gar nichts. „Wir wollten westliche Impfstoffe beschaffen, um zu zeigen, wo wir als Land hingehören, und hatten ursprünglich die Möglichkeit ausgeschlossen, mit den Russen und den Chinesen zu verhandeln“, wird jetzt ein Regierungsmitarbeiter aus Nordmazedonien zitiert. Das lasse sich nun aber angesichts der Unklarheit, wann und ob überhaupt mit Impfstofflieferungen zu rechnen sei, nicht mehr aufrechterhalten – auch wenn jetzt „jemand sagen“ könne, „dass in Zeiten der Not China und Russland helfen, während die westlichen Regierungen scheitern“. „Der Schaden, den sie [die EU, d. Red.] sich selbst antun, ist unglaublich“, urteilt ein Experte des Berliner Think-Tanks European Stability Initiative (ESI).[10] Inzwischen ist mit Ungarn ein erstes EU-Mitglied dazu übergegangen, chinesische und russische Impfstoffe zu bestellen. Beide sind mittlerweile auf nationaler Ebene zugelassen; am Dienstag ist nun eine erste Lieferung Sputnik V (40.000 Dosen) in Budapest eingetroffen. Zudem hat Ungarns Regierung fünf Millionen Impfdosen bei Sinopharm bestellt.

    Sputnik V

    Mit Blick auf den anhaltenden Impfstoffmangel sehen sich Berlin und Brüssel dabei inzwischen nicht mehr in der Lage, die Nutzung russischer und chinesischer Vakzine in größerem Umfang zu unterbinden. Im üblichen Gefühl westlicher Überlegenheit hatten Politik und Medien in der EU nichtwestliche Impfstoffe bislang pauschal abqualifiziert und sie mit einer Negativkampagne überzogen. Fast ein Schock war es für viele, als die renommierte Fachzeitschrift The Lancet am Dienstag berichtete, die Schutzquote von Sputnik V liege bei bemerkenswerten 91,6 Prozent.[11] Mit Blick darauf, dass die anhaltende Verschleppung der Impfkampagnen in der EU nicht nur für wachsende Unruhe in der Bevölkerung sorgt, sondern wegen der weiter notwendigen Lockdowns auch Milliardenschäden für die Wirtschaft verursacht, hatte Bundesgesundheitsminister Spahn bereits Ende Januar Offenheit für chinesische und russische Impfstoffe angedeutet. Jetzt hat auch Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärt, in der EU sei jedes Vakzin „herzlich willkommen“. Berichten zufolge will EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen einer künftigen Nutzung von Vakzinen aus Russland und China ebenfalls nicht im Wege stehen. Moskau hat die Zulassung für Sputnik V in der EU inzwischen beantragt. Die Produktion des Vakzins bei IDT Biologika in Dessau (Sachsen-Anhalt) ist im Gespräch.[12]

    Profit vor Leben

    Trotz ihres Versagens bei der Impfstoffbeschaffung hält die EU nach wie vor an einem Grundsatz fest: daran, dass sie die Freigabe der Impfstoffpatente – dies sogar für die Dauer der Pandemie – verweigert. Eine Patentfreigabe würde es ermöglichen, sämtliche Produktionskapazitäten weltweit zu nutzen, um die Bevölkerung nicht nur der reichen, sondern auch der ärmeren Länder möglichst bald impfen zu können. Mit ihrer Weigerung verzögert die EU die globale Erholung von der Pandemie, sichert allerdings den Pharmakonzernen satte Profite. Pfizer etwa hat soeben mitgeteilt, man rechne mit einem Umsatzwachstum allein durch den Covid-19-Impfstoff um 15 Milliarden US-Dollar in diesem Jahr. Die Gewinnmarge vor Steuern schätzt der Konzern, der sich den Bruttogewinn gleichberechtigt mit BioNTech teilen will, auf 30 Prozent: Die Pandemie ist für die beiden Unternehmen demnach Milliarden wert.[13] Dass es auch anders geht, zeigt AstraZeneca: Der britisch-schwedische Konzern produziert und vertreibt seinen Impfstoff auf Insistieren der Universität Oxford, die ihn entwickelt hat, laut eigener Aussage zum Herstellungspreis, jedenfalls bis zum Ende der Pandemie (das AstraZeneca freilich selbst definiert). Die Folge: Eine Impfdosis kostet bei BioNTech/Pfizer (Deutschland/USA) gut 12, bei AstraZeneca (Hauptsitz: Cambridge) hingegen 1,78 Euro.

    Corona: WTO berät über Aussetzung von Patenten

    Indien stellt mehr Impfstoff in Aussicht, wenn dem Antrag stattgegeben wird

  82. 82 Kehrer 04. Februar 2021 um 14:11 Uhr

    „Juncker sagte am Montag auf einer Online-Veranstaltung des Bundeslandes Baden-Württemberg, er sei „sehr stark dagegen“, dass die EU mit den Exportkontrollen „den Eindruck“ biete, „dass wir uns um uns selbst sorgen und dass das Leiden anderer Menschen vor allem in ärmeren Ländern und auf ärmeren Kontinenten uns nicht berührt““

    Es dürfte ja keine große Neuigkeit sein, dass die EU sich um sich selbst sorgt und die Leiden anderer außerhalb der EU sie nicht berührt. Schließlich ist die EU keine philanthropische Gesellschaft, sondern ein imperialistischer Staatenbund. Aber gesagt kriegen, will man das dann doch nicht und außerdem schadet es dem EU Imperialismus, wenn sein Ansehen sinkt. Da reibt man sich dann doch verwundert die Augen, warum die Politprofis aus Brüssel sowas nicht antizipieren. Schon allein um gegenüber anderen Nationen großzügig sein zu können, hätte man das doppelte bestellen müssen. Ist doch klar, dass es einen weltweiten Bedarf gibt. Die überschüssigen Dosen, wäre schon nicht verdorben.

    Empfehlung: https://www.zdf.de/comedy/die-anstalt/die-anstalt-vom-2-februar-2021-100.html

  83. 83 Kehrer 04. Februar 2021 um 19:13 Uhr

    Besonders interessant in der neuen Version der Anstalt ist ja das was ab Minute 28:30 kommt. Vor dem Impfchaos gab es nämlich das Maskendebakel – bloß weiß das niemand. Das Gesundheitsministerium hat anscheinend als die Masken knapp waren ein Open-House Vergabeverfahren ausgeschrieben, der allen, die Masken bis zu einem Stichtag liefern können einen Preis erheblich über Marktpreis verspricht. Dabei wurde so viele Masken geliefert, dass Forderungen in Höhe von 6,4 Milliarden Euro entstanden. Das ist mehr als das Doppelte, das die EU für alle Impfstoffe gezahlt hat. Für die Masken, die im Januar kostenlos an Risikopatienten von den Apotheken abgegeben wurden, bekommen die Apotheken 6 € Pro Maske. Im Handel kostet eine FFP2 Maske ca. 1€. Ich habe in China FFP2/Kn95 Masken gekauft 30 Stück für für 6€ inkl. Versand d.h. Das Gesundheitsministerium bezahlt das 30 fache.

  84. 84 Nestor 05. Februar 2021 um 10:51 Uhr

    @Kehrer

    außerdem schadet es dem EU Imperialismus, wenn sein Ansehen sinkt.

    Das ist aber schon die Meta-Ebene.
    Weil an und für sich kommt der EU-Imperialismus eben nur mäßig voran, wenn er ständig in der Bugwelle der USA dahindümpelt, gleichzeitig kräht „Ich bin doch wer!“ und zur Türkei betteln geht, daß sie ihnen doch bittebitte die Flüchtlinge vom Leibe halten soll.

    Also um das Ansehen ist es sowieso weniger gut bestellt, als die hiesigen Häuptlinge – und auch deren Bürger! – wahrhaben wollen.
    Daß die EU jetzt zusätzlich als Chaotenhaufen dasteht, der im Corona-Desaster untergeht, ist dann nur mehr das Tüpferl aufs i.

  85. 85 Nestor 05. Februar 2021 um 11:26 Uhr

    Spanien ändert seinen Impfplan, weil der AstraZeneca-Impfstoff als ungeeignet für ältere Menschen betrachtet wird. Das Personal im Gesundheitswesen wird jetzt an die erste Stelle der zu Impfenden gestellt.

    El País, 5.2.

    Das ist gerade die Gruppe, die in unseren Breiten am skeptischsten gegenüber der Impfung ist …

  86. 86 Nestor 05. Februar 2021 um 11:38 Uhr

    Großer Flop in Frankreich:

    Bis zu einem Impfstoff „made in France“ wird es noch dauern

    Das Institut Pasteur, dessen Namensgeber Louis Pasteur im 19. Jahrhundert die erste Tollwutimpfung geschaffen hatte, musste Ende Januar bekanntgeben, dass es die Suche nach einem Anti-Covid-Impfstoff einstelle. Ein Debakel.

    https://www.derstandard.at/story/2000123882784/bis-zu-einem-impfstoff-made-in-france-wird-es-noch

  87. 87 Nestor 07. Februar 2021 um 21:55 Uhr

    Impfstoffproduktion in Österreich würde einige Vorlaufzeit brauchen
    Bundeskanzler Kurz denkt daran, russische und chinesische Impfstoffe in Österreich herstellen zu lassen. Innerhalb von ein paar Tagen geht das aber nicht

    https://www.derstandard.at/story/2000123945326/impfstoffproduktion-in-oesterreich-wuerde-einige-vorlaufzeit-brauchen

  88. 88 Neoprene 07. Februar 2021 um 22:19 Uhr

    Nicht nur da:
    „Sputnik V – demnächst aus Sachsen-Anhalt?
    Eine deutsche Pharmafirma aus Sachsen-Anhalt könnte die Lösung für das Impfdebakel in Deutschland bringen. Quellen bestätigen bereits, dass es Anfragen beim Pharmaunternehmen IDT Biologika in Dessau zu einer Zusammenarbeit mit den Herstellern von Sputnik V gab.“
    https://de.rt.com/inland/112716-sputnik-v-demnachst-aus-sachsen/

  89. 89 Kehrer 08. Februar 2021 um 0:13 Uhr

    Liest eigentlich niemand meine Links? http://nestormachno.blogsport.de/2020/12/19/seite-1-von-429-aelter-die-corona-impfung-rettung-oder-gefahr-teil-3/#comment-41679

    Das Impfstoffwerk Dessau-Torgau hat auch an einem Impfstoff gearbeitet und zwar an einem Vektorimpfstoff. Deshalb würde das mit Sputnik gut passen, weil es ebenfalls ein Vektorimpfstoff ist. Jens Spahn hat das Werk besucht und es gab schon Bestellungen und Förderung. Das letzte was ich dazu gelesen hatte war, dass wenn die klinischen Tests gut laufen frühestens im Sommer mit einem Impfstoff zu rechnen gewesen wäre. Aber offenbar liefen die ersten Tests nicht gut und das Projekt wurde eingestampft. (Fehlschläge passieren nicht nur Franzosen) Offenbar gab es deshalb schon Mitte Januar Kontakte mit der Kanzlerin und wahrscheinlich hat jemand in diesem Zusammenhang vorgeschlagen, man könnte stattdessen ja Sputnik V produzieren.

    Im Zusammenhang mit den Ergebnissen der Studie, die im Lancet veröffentlicht wurden, wurde dann immer behauptet „nach Angaben aus Moskau“ sei Mitte Januar ein Zulassungsantrag für Sputnik V bei der EMA beantragt worden. Was aber offenbar gar nicht stimmt, weil das Handelsblatt bei der EMA nachgefragt hat und diese sagte, es sei kein Zulassungsantrag gestellt worden. Es gäbe nur ein Antrag auf wissenschaftliche Beratung und diesen gibt es auch bei 20 anderen Impfstoffprojekten.

    Also ist das eine Ente und alle haben mal wieder voneinander abgeschrieben. Das heißt auch, dass die Ankündigung von Kurz nichts wert ist, denn auch Kurz hat in den Artikeln die ich gelesen habe gesagt, Voraussetzung der Produktion in Österreich sei eine europäische Zulassung bei der EMA. Also alles heiße Luft, um das ideelle Bedürfnis nach Impfstoff zu bedienen. Genauso wie der „Impfgipfel“, wo sich die Politiker von der Industrie belehren lassen, dass nicht mehr geht.

    Da muss man sagen als Politiker: Ist scheißegal was ihr glaubt was geht und was nicht. Wir schicken mal ein paar Inspektoren vorbei, die das überprüfen und die rausfinden woran es hängt und das abstellen. Stellt euch gefälligst darauf ein, dass mehr gehen muss. Aber das wollen sie ja nicht, weil es „die Wirtschaft“ ist. Und weil man sich keinesfalls Planwirtschaft vorwerfen lassen will.

    Hier auch noch was Interessantes, https://www.spiegel.de/politik/deutschland/corona-pandemie-epidemiologe-klaus-stoehr-fordert-mehr-wissenschaftlichen-austausch-a-c4088c03-0330-49d9-b523-f8f18db67713

    das mal wieder zeigt, dass es bloß Ideologie ist, wenn behauptet wird, dass die Politik den Experten folgt. Dazu muss man gar nicht besonders Links sein. Ganz normalen Bürgern fällt das auf.

  90. 90 Nestor 08. Februar 2021 um 8:19 Uhr

    @Kehrer

    Danke für die Aufklärung.
    Ich könnte mir vorstellen, daß der Lancet-Artikel der Vorlauf zur EMA-Genehmigung war, so eine Art Probeballon.

    Jetzt kann Rußland die EU zappeln lassen und sagen: Nach Argentinien und Ungarn liefern wir problemlos, aber bei euch brauchts ja eine Zulassung! Also an uns liegt es nicht!

  91. 91 Kehrer 08. Februar 2021 um 12:46 Uhr

    Der Lancet Artikel ist sogar der notwendige Vorlauf einer Genehmigung, denn es braucht ja eine Phase III und es braucht auch per reviewte Veröffentlichungen für eine Zulassung.
    An Russland liegt es im Moment wirklich nicht. Bloß ist bei der EMA der Zulassungsantrag noch gar nicht gestellt. Was fehlt denn noch in den Augen der EMA? Dazu hört man nichts.

    Das Paul-Ehrlich Institut könnte auch national Zulassen, bloß wurde noch kein Corona Impfstoff in Deutschland national zugelassen. Ich vermute mal, weil das dann die anderen Mitgliedsstaaten auch so machen würden und dann wäre das ganze EU- Impfregime im Eimer.

    Was mich auch wundert, ist dass sich die anscheinend abnehmende Zustimmung in der Bevölkerung nicht in den Wahlumfragen niederschlägt. Das ist ja das einzige, das die Kanzlerin zum Umdenken bringen könnte. Die denkt aber weiterhin, dass sie alles richtig macht.

  92. 92 Nestor 08. Februar 2021 um 13:55 Uhr

    Nach dieser Website sind die Impf-Champions:

    Israel (62,87%)
    Gibraltar
    VAE
    Seychellen
    UK
    Cayman-Inseln
    Jersey
    Isle of Man
    USA
    Bahrain
    Guernsey
    Malta
    Serbien (7,91%)

    Dann erst folgt Dänemark als erster EU-Staat mit einer eher bescheidenen Performance von 5,63%.

    Israel impft mit Pfizer/Biontech, das UK und seine Außenteile (Gibraltar, Jersey, Guernsey, Isle of Man) mit AstraZeneca.
    Die Emirate verwenden alles, was sie kriegen können, haben Sputnik V und Sinopharm ebenfalls zugelassen und bieten afrikanischen Staaten kostenlose Transportflüge an, um deren mangelnde Lagerungs-Möglichkeiten nicht zu einem Impf-Hindernis werden zu lassen.

    Die Seychellen verwenden ausschließlich Sinopharm – was die kostengünstigste Impfung sein dürfte. Außerdem machen China und Rußland sowieso Freundschaftspreise, um befreundete Nationen stärker an sich zu binden und neue Freunde zu gewinnen.
    Bei den Seychellen dürfte die Idee Pate zu stehen, andere Ferienparadiese auszustechen, indem sie einen garantiert COVID-freien Urlaub anbieten.
    Bei den Cayman-Inseln (AstraZeneca-Impfstoff) dürften ähnliche Überlegungen im Spiel sein.

  93. 93 Nestor 12. Februar 2021 um 13:30 Uhr

    Impfung in Ungarn:

    Patienten zwischen 74 und 90 werden beim Hausarzt dagegen geimpft, mit dem Pfizer/Biontech-Impfstoff. Der ist nämlich auch für diese Gruppe angeblich sicher.

    Diejenigen zwischen 60 und 74 (280.000 Personen in Budapest), die außerdem gesund sein müssen, werden in Impfzentren mit Sputnik V geimpft.

    Chronisch Kranke zwischen 18 und 59 kriegen AstraZeneca-Impfungen in Arztpraxen.

    Die Hauptlast liegt auf den Hausärzten, die müssen nämlich unter ihren Patienten die Berechtigten heraussuchen und ihnen dann einen Impfort und -termin zuweisen.
    Es gibt berechtigte Zweifel, daß das hinhauen wird.

    Ob jeder geimpft werden will, der sich impfen lassen darf, ist nicht bekannt. Es ist aber wahrscheinlich, daß die Hausärzte u.a. deshalb als Vollstrecker ausgewählt wurden, weil sich mit diesem System die Impfskepsis besser verbergen läßt.

  94. 94 Phineas 14. Februar 2021 um 18:24 Uhr

    Impftote in Berliner Altenheim?

    Erstmalig gibt es einen Augenzeugenbericht aus einem Berliner Altenheim zur Lage nach der Impfung. Er stammt aus dem Seniorenwohnheim AGAPLESION Bethanien Havelgarten in Berlin-Spandau. Dort sind innerhalb von vier Wochen nach der ersten Impfung mit dem BioNTech/Pfizer-Impfpräparat Comirnaty acht von 31 Senioren, welche zwar an Demenzerkrankungen litten aber sich vor der Impfung in einem ihrem Alter entsprechenden guten körperlichen Zustand befanden, verstorben.

    https://2020news.de/whistleblower-aus-berliner-altenheim-das-schreckliche-sterben-nach-der-impfung/

    Auch in Schweden sterben alte Menschen nach der Impfung

    Alle sind als COVID-19-Tote in die Statistik eingegangen.

    https://2020news.de/auch-in-schweden-sterben-die-alten-menschen-nach-der-impfung/

  95. 95 Nestor 14. Februar 2021 um 21:18 Uhr

    Ich habe gestern mit einer 100-jährigen telefoniert, die wie alle Patienten bei uns im Altersheim geimpft wurde.
    Beim Personal gibt es Vorbehalte, da haben sich weniger als die Hälfte impfen lassen.
    Ich werde die Lage im Auge behalten.

  96. 96 Kehrer 15. Februar 2021 um 12:20 Uhr

    Für Thomas Mertens, Virologe und Vorsitzender der Ständigen Impfkommission (STIKO), ist zunächst eine Zahl wesentlich: 85 Jahre. So hoch ist das Durchschnittsalter der Verstorbenen: „Wenn Sie in einer Gruppe von Menschen impfen, die sowieso ein statistisch hohes Risiko haben, in nächster Zeit zu sterben, dann kann es natürlich auch sein, dass jemand im engeren zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung stirbt.“ Das muss dann aber nichts mit der Impfung zu tun haben, trotzdem werde dies im Einzelfall überprüft.

    https://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2021/Corona-Tod-nach-Impfung,coronaimpfung130.html

    Wenn sich eine Gruppe von Menschen mit Covid 19 ansteckt, die sowieso ein statistisch hohes Risiko haben, in nächster Zeit zu sterben, dann kann es natürlich auch sein, dass jemand im engeren zeitlichen Zusammenhang mit der Covid 19 Erkrankung stirbt.“ Das muss dann aber nichts mit der Covid 19 Erkrankung zu tun haben, trotzdem werde dies im Einzelfall überprüft.

    Fürs Impfen gelten mal wieder ganz andere Regeln als für Covid. Was beim Impfen als Entschuldigung durchgeht, geht bei Covid nicht als Entschuldigung durch.

  97. 97 Nestor 15. Februar 2021 um 19:20 Uhr

    Das Problem scheint zu sein, daß bei manchen Leuten die Impfung erst die Erkrankung hervorruft, anstatt gegen sie zu immunisieren.

    Das Eigenartige ist, daß diese Erkrankung bei den Altersheimen in Spanien, die ich gefunden habe, und bei denen, die von der Stiftung Coronavirus erfaßt und von Phineas gepostet wurden, die ganze Belegschaft des Altersheimes erfaßt und nicht nur die Alten.

    Bei anderen Institutionen hingegen, wie bei unserem Alterheim hier in meinem Ort, passiert nichts und alle vertragen sie gut.

  98. 98 Neoprene 15. Februar 2021 um 20:34 Uhr

    Das Eigenartige der Whistleblower-Geschichte ist für mich, daß ich keinerlei weitere Belege, Verweise oder auch nur Erwähnungen des angeblichen Mehrfachsterbens in den behaupteten Berliner Altersheim gefunden habe, auch auf Facebook habe ich keine Antworten auf meine diesbezüglichen Fragen bekommen. Die Bild-Zeitung hat zwar auch über gehäufte todesfälle nach Impfungen in zwei oder drei Heimen berichtet, das liegt aber hinter einer Bezahlschranke.
    Andererseits ist die Geschichte voll von einzelnen Fakten Personen und Behörden und liest sich schon deshalb recht glaubwürdig, wenn man mal von der berüchtigten RAin Viviane Fischer aka Rike Feurstein, der Hutmacherin, absieht.

  99. 99 Kehrer 15. Februar 2021 um 20:53 Uhr

    „Das Problem scheint zu sein, daß bei manchen Leuten die Impfung erst die Erkrankung hervorruft, anstatt gegen sie zu immunisieren.“ Soviel ich weiß ist es nicht möglich, dass ein Impfstoff Covid 19 hervorruft. Bei mrna-Impfstoffen sowieso nicht und bei Vectorimpfstoffen, wird ja ein harmloses Virus als Träger verwendet.

    Das sind eben die ganz normalen Immunreaktionen, die bei einer geschwächten Physis zum Tod führen können. Was auch sein kann, ist dass eine Ansteckung erfolgt, weil die Geimpften noch nicht genügend immunisiert sind. Es muss eine gewisse Zeit vergehen bis sich ein Immunschutz aufbaut.

    Covid 19 durch Impfung schließe ich aus. Aber etwas drittes könnte es schon sein. Eine unbekannte Nebenwirkung. Der Biontech Pfizer Impfstoff wurde ja kaum an Alten getestet.
    Die Gefahr ist, dass nicht richtig geschaut wird, wenn die Todesfälle mit Statistik erklärt werden können. 7 von 31 wäre natürlich schon auffällig. Das heißt, dass erst dann nach einer anderen Ursache gesucht wird, wenn soviel Todesfälle auftreten, dass sie nicht mehr mit Statistik zu erklären sind.

  100. 100 Phineas 15. Februar 2021 um 23:07 Uhr

    Der Skandal hat jetzt eine sichere Zahl: mRNA-Impfungen sind 40 mal gefährlicher als Grippeimpfungen

    Dies zeigen offizielle Zahlen aus Grossbritannien und von der WHO…In Grossbritannien starben von knapp zehn Millionen Geimpften kurze Zeit später nicht weniger als 244 Menschen, einschliesslich acht Fehlgeburten (Stand Ende Januar). Die Zahl stammt von der «Medicines and Healthcare Products Regulatory Agency» der britischen Regierung und ist offiziell, also bestimmt nicht übertrieben.

    Wieviele Todesfälle wären denn normalerweise nach einer Grippeimpfung zu erwarten? Auch dafür gibt es eine offizielle Antwort: 5,75 auf zehn Millionen Geimpfte. Die Zahl stammt ebenfalls aus Grossbritannien und findet sich auf Seite 77 des Handbuchs «Vaccine Safety Basics», das die WHO 2013 herausgegeben hat.

    https://corona-transition.org/der-skandal-hat-jetzt-eine-sichere-zahl-mrna-impfungen-sind-40-mal-gefahrlicher

  101. 101 Kehrer 15. Februar 2021 um 23:28 Uhr

    Schwangere dürfen eh nicht geimpft werden. Außerdem sagt eine nackte Zahl nichts aus. Von Zehn Millionen „kurze Zeit später“.
    von 80 Millionen in Deutschland sterben im Jahr 900 000 sagen wir 800 000 um das Rechnen zu erleichtern. Von 10 Millionen sterben also 100 000 im Jahr. In ner Woche durch 50 sind 2 000 in der Woche. Wenn als 250 von 10 Millionen sterben ist das Faktor 8 unter der normalen Sterblichkeit.

  102. 102 Nestor 16. Februar 2021 um 0:07 Uhr

    @Neoprene

    berüchtigten RAin Viviane Fischer aka Rike Feurstein, der Hutmacherin

    Worum geht es da?

    @Kehrer

    Soviel ich weiß ist es nicht möglich, dass ein Impfstoff Covid 19 hervorruft.

    Genau das wird aber in allen diesen Fällen behauptet.

    Das mit den spanischen Altersheimen war in 3 verschiedenen Zeitungen: La Vanguardia, El Mundo und eine lokalen Zeitung namens ABC. Und die ersteren beiden Zeitungen sind nationale Zeitungen von einer gewissen Seriosität.
    Also genaugenommen wurde dort nicht behauptet, daß die Impfung die Krankheit verursacht hätte, sondern es wurde nur berichtet, daß sich in diesen Altersheimen nach der Impfung Covid-19 ausgebreitet hat, und zwar unter dem Personal genauso wie unter den von ihm Betreuten.

    Natürlich sagen Zahlen für sich gar nichts aus. Aber auf der anderen Seite werden Zahlen für alles als Begründung herangezogen.

    Ich bin inzwischen sehr mißtrauisch, wenn Zahlen mit „bloß“ und „die sind unverläßlich“ heruntergemacht werden. Natürlich sind die alle fragwürdig, aber wenn man sich von ihnen freispielt, sind sehr luftigen Behauptungen Tür und Tor geöffnet.
    Und die Stiftung Coronavirus gibt sich ja wirklich Mühe, ihre Bedenken durch Fachmeinungen zu untermauern.

  103. 103 Phineas 16. Februar 2021 um 1:33 Uhr

    @Nestor

    „@Neoprene

    „berüchtigten RAin Viviane Fischer aka Rike Feurstein, der Hutmacherin“

    Worum geht es da?“

    Die Frau verdient einen Großteil(?) ihres Lebensunterhalts mit einem Handwerk.

    Worum geht es Neoprene?

    Offensichtlich um Diffamation.

  104. 104 Nestor 16. Februar 2021 um 2:09 Uhr

    Jetzt weiß ich auch nicht mehr.
    Könntet ihr vielleicht diese Insider-Informationen mit etwas Aufklärung unterfüttern?

  105. 105 Kehrer 16. Februar 2021 um 2:31 Uhr

    „aber wenn man sich von ihnen freispielt,“ Ich sagte ja auch nicht man soll auf Zahlen verzichten, sondern man soll sie in einen sinnvollen Zusammenhang bringen und nicht nackt dastehen lassen.

    „daß sich in diesen Altersheimen nach der Impfung Covid-19 ausgebreitet hat, und zwar unter dem Personal genauso wie unter den von ihm Betreuten.“ Das ist ja auch möglich. Der Schutz ist nicht 100%ig und es dauert bis der Körper den Schutz ausbildet.

  106. 106 Neoprene 16. Februar 2021 um 8:36 Uhr

    „@Neoprene
    „berüchtigten RAin Viviane Fischer aka Rike Feurstein, der Hutmacherin“
    Worum geht es da?“

    Na um das, was Sie und die Ihren so veröffentlichen. Hier eben um den Artikel „Whistleblower aus Berliner Altenheim: Das schreckliche Sterben nach der Impfung“ vom 12.01.2021, den Phineas als Beleg für seine Behauptung angeführt hat.

    Meine Kennzeichnung „berüchtigt“ bezüglich Viviane Fischer bezieht sich auf ihren Ruf, z.B. hier:
    https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/wie-hutmacherin-rike-feurstein-zur-querdenker-anwaeltin-viviane-fischer-wurde-li.137364

  107. 107 Neoprene 16. Februar 2021 um 8:47 Uhr

    Zu Phineas Frage, „Worum geht es Neoprene? Offensichtlich um Diffamation.“

    Nein, ganz offensichtlich nicht. Ich hatte geschrieben, „Das Eigenartige der Whistleblower-Geschichte ist für mich, daß ich keinerlei weitere Belege, Verweise oder auch nur Erwähnungen des angeblichen Mehrfachsterbens in den behaupteten Berliner Altersheim gefunden habe, auch auf Facebook habe ich keine Antworten auf meine diesbezüglichen Fragen bekommen.“
    Bisher habe ich weder von Phineas oder auf Facebook auch nur einen einzigen Link genannt bekommen, der diese Geschichte, die ja in der Tat extrem besorgniserregend wäre, wenn sie so passiert ist, hätte bestätigen können. Es mag ja sein, daß Phineas Fragen, die sein Zeugs auch nur nicht gleich als bahre Münze nehmen, als Diffamierung wertet, aber man wird doch hoffentlich selbst für ihn noch fragen dürfen. Ja müssen.

  108. 108 Kehrer 16. Februar 2021 um 9:59 Uhr

    Es gibt ja Impfberichte aus diesem Seniorenwohnheim.
    https://www.bethanien-diakonie.de/start/aktuelles-detail/news/impfung-gegen-coronavirus-bethanien-sophienhaus-8023
    Das ist jetzt ein anderes Haus, aber das Impfteam ist nicht klein.
    https://www.bethanien-diakonie.de/wohnen-pflegen/psychiatrische-fachpflegeeinrichtungen/agaplesion-bethanien-radeland/infos-berichte/aktuelles-detail/news/bundeswehr-in-pflegeeinrichtungen-8096

    Daraus geht hervor, dass in dem Haus Havelgarten schon länger uniformierte rumlaufen. Also gab es ausreichend Zeit sich an die uniformierten zu gewöhnen.

  109. 109 Nestor 16. Februar 2021 um 11:52 Uhr

    Also daß jemand Hüte designt hat, finde ich weder besonders erwähnenswert noch spricht es gegen die Person.

    Einen solchen heruntermachenden Artikel habe ich übrigens auch schon einmal über Peter Decker gelesen.

    Was die Uniformierten im Altersheim angeht: Auch in Österreich sind schon einmal Bundesheermediziner ausgerückt, um ein Altersheim in der Steiermark zu betreuen, weil das gesamte Personal dort mit Coronavirus flach gelegen ist.
    Was das Auftreten von Uniformierten bei den oft schon geistig eingeschränkten Insassen auslöst, kann ein Außenstehender schwer beurteilen.
    Genauso wie die Schutzanzüge kann das bei Leuten, die Krieg und Nationalsozialismus erlebt haben, Paranoia und Ähnliches hervorrufen. Dergleichen habe ich bei uns im Altersheim mitgekriegt.

  110. 110 Neoprene 16. Februar 2021 um 12:00 Uhr

    „Also daß jemand Hüte designt hat, finde ich weder besonders erwähnenswert noch spricht es gegen die Person.“

    Hüte sind mir völlig wurscht, ich trage keine. Mir geht es um die Glaubwürdigkeit des von Phineas angeführten Artikels (u.a. auch über Frau Fischer). Und da gibt es halt bisher für mich nur diesen einen Artikel, sonst buchstäblich nichts. Da ist an sich auch nicht interessant, daß auch in der BRD Soldaten bei den Anti-Corona-Aktivitäten im Einsatz sind. Das wäre eh nicht gerade mein Hauptvorwurf gegen Bundeswehr-Einsätze.

  111. 111 Phineas 16. Februar 2021 um 12:17 Uhr

    Nach der Berlinr Zeitung ein weiteres alltägliches Beispiel von der medialen Faktencheckerfront:

    „Panorama“ und die Toten nach der Impfung: Schludern, Täuschen, Vertuschen

    Die ARD-Sendung Panorama beantwortet auf Basis von Berechnungen des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) die Frage, ob die Corona-Impfungen zu Todesfällen geführt haben, mit nein. Schon die Berechnungen des PEI sind fragwürdig. Panorama vergleicht noch dazu die falschen Zahlen und ändert mit unvollkommener Offenlegung nachträglich das Video der Sendung.

    https://norberthaering.de/news/panorama/

  112. 112 Leser 16. Februar 2021 um 13:02 Uhr

    In Peru treten Politiker gleich reihenweise ab, weil sie sich beim Impfen „vorgedrängelt“ haben.

    https://www.deutschlandfunk.de/corona-pandemie-auch-perus-aussenministerin-tritt-wegen.1939.de.html?drn:news_id=1227636

    Laut Handelsblatt ist es in Brasilien ähnlich: dieselben Politiker, die vorher das Vorhandensein einer Pandemie geleugnet haben, drängeln sich jetzt massenweise beim Impfen vor, um gegen eine angeblich gar nicht vorhandene Gefahr sich mit einer angeblich supergefährlichen Impfung angeblich vergiften lassen zu wollen… :-)
    (Von diversen deutschen Bürgermeistern und Landräten wird ähnliches kolportiert. Alles vermutlich deswegen, weil das Corona-Impfen so gefährlich sein soll?)

    Ach ja – und einzig zwecks „höherer Werte“ (Propaganda fürs Impfen, denn allenthalben wird ja bemängelt, dass viel zu viel Impfstoff angeliefert wrde….) wollen die edlen Fußballer vom FC Bayern die Strafe auf sich nehmen, und sich jetzt schon impfen lassen, denn Profifußballer sind bekannt dafür, dass sie immerzu einzig für höhere Werte herumrennen. Voll selbstlos, ey…

    ---

    EDIT zur Politik Bolsonaros und dessen Benandlung von Corona, anscheinend seinem Vorbild abgeschaut

    https://amerika21.de/2021/02/247718/ermittlungen-bolsonaro-corona

  113. 113 Kehrer 16. Februar 2021 um 13:52 Uhr

    Na die deutschen „Impfvordrängler“ schwören immer Stein und Bein, dass sie nur die Impfdosen nicht verfallen lassen wollten. Das ist wieder mal so ein typischer moralischer Nebenkriegsschauplatz, der aufgemacht wird, um davon abzulenken, dass zu wenig Impfstoff da ist. Ein Bürgermeister hat täglich mit sehr vielen Menschen zu tun, daher wird da jetzt nicht der falsche geimpft. Plötzlich ist nicht mehr der Mangel der Skandal, sondern seine ungerechte Verteilung.

    Zu dem Link von Norbert Häring: Es ist ein wenig verwirrend.
    Wenn ich die Tonaufnahme vergleiche, spricht die Prof. Protzer von „zu erwartenden Todesfällen in einer bestimmten Altersgruppe“, während die Redakteure von Fällen mit „unbekannter Todesursache“ sprechen. Der Abschnitt mit der „unbekannten Todesursache“ fehlt dann in Aufnahme 2.

    Es ist ziemlich offensichtlich, dass das PEI die Todeszahlen runterrechnet. siehe „Fragwürdige Analyse des PEI“ Man merkt einfach, dass sie nicht genau nachschauen wollen, was wirklich die Todesursache war. Die dort angeführten Argumente sind schlüssig.

  114. 114 Nestor 16. Februar 2021 um 20:32 Uhr

    Die Wurschtigkeit der Gesundheitsbehörden bezüglich der Todesursachen war schon vor Corona gewaltig, diese Vernebelungssendungen bauen nur darauf auf:

    DIE STERBLICHKEIT

    Die Impfung ist für diejenigen gefährlich, die alt sind, unter Krankheiten leiden, Medikamente schlucken, Allergien haben, usw. – genau diejenigen, die auch Kandidaten für schwere Coronavirus-Verläufe und Exitus sind.

    Daß Politiker sich „vordrängen“, ist irgendwo putzig, und dann noch die, die vorher gesagt haben: Pfff, so ein harmloses Virusserl!
    Aber eigentlich ist es zweckmäßig, diejenigen als erstes zu impfen, die mit vielen verschiedenen Personen in Kontakt kommen und sich deshalb leichter anstecken können.
    Anstatt Altersheim-Insassen, oder wie in Spanien,Leute mit Down-Syndrom oder Übergewichtige.

  115. 115 Neoprene 16. Februar 2021 um 20:47 Uhr

    „Aber eigentlich ist es zweckmäßig, diejenigen als erstes zu impfen, die mit vielen verschiedenen Personen in Kontakt kommen und sich deshalb leichter anstecken können.
    Anstatt Altersheim-Insassen, oder wie in Spanien,Leute mit Down-Syndrom oder Übergewichtige.“

    Nein, ist es nicht. Jedenfalls dann, wenn es nicht um die Verringerung von Ansteckungen geht, die zumeist ja ohne große Probleme abgehen, sondern wenn es darum geht, möglichst viel an schweren Verläufen und Todesfällen zu vermeiden. Da die Sterberate mit dem Alter massiv ansteigt, sollten natürlich alle alten Menschen zuerst geimpft werden. Wenn sie zudem in Heimen aufeinanderhocken sowieso. Daß gerade diejenigen, die am meisten vor dieser Krankheit hätten geschützt werden müssen auch noch reihenweise andere „Risikofaktoren“ haben, ist ja bekannt sollte aber nicht per se ein Ausschlußgrund für Impfungen sein, genauso wie es geradezu blödsinnig war, ohne Rücksicht auf bekannte Risikofaktoren fröhlich drauf los zu impfen. Schwere Allergiker zu impfen war ja fast schon Totschlag.

  116. 116 Nestor 16. Februar 2021 um 21:46 Uhr

    Das führt zu der Frage, was eigentlich durch die Impfung erreicht werden soll.

    Das Ideal, alle sind geimpft und das Coronavirus ist weg, ist zwar zweifelsohne bei Politikern und Corona-Gutbürgern da, aber nicht sehr realitätsnahe.
    Erstens weil zuwenig Impfstoff da ist, zweitens, weil sich nicht jeder impfen lassen will und drittens, weil nicht sicher ist, ob der Impfstoff das halten kann, was er verspricht. (Reihenfolge veränderbar.)

    Also ist die Frage, ob man „Leben retten“ will, was schon von der Tonart her höchst unglaubwürdig ist, weil da gäbe es auch in unseren Breiten viel zu tun.
    Außerdem ist es eben fraglich, ob man die Leben von Alten verlängert oder verkürzt, wenn man sie impft. Oder ob es nicht zweckmäßiger wäre, fixes und regelmäßig getestetes Personal zu ihrer Betreuung einzusetzen.

    Die andere Möglichkeit, was die Impfungen leisten könnten – Stichwort „Herdenimmunität“ – ist die, durch Impfung die Ausbreitung der Krankheit verhindern zu wollen, und da sind Lokalpolitiker sicher bessere Zielgruppen als chronisch Kranke, Übergewichtige usw.

  117. 117 Neoprene 16. Februar 2021 um 22:03 Uhr

    „Außerdem ist es eben fraglich, ob man die Leben von Alten verlängert oder verkürzt, wenn man sie impft.“

    Wirklich?? Was hast du denn dazu für „Evidenz“-basierte Sachen anzubieten?
    (Ich kann das ewige Gerede von der Notwendigkeit evidenzbasierter Entscheidungen nicht mehr hören, wo es offensichtlich die politischen Stellen gar nicht interessieert, welche Evidenzen man bisher feststellen konnte oder was man noch alles vernünftig erforschen müßte, bis irgendwas wirklich evident ist.)

  118. 118 Nestor 16. Februar 2021 um 22:26 Uhr

    Was hast du denn dazu für „Evidenz“-basierte Sachen anzubieten?

    Keine.
    Genausowenig wie du.
    Bitte unterlasse diese rethorischen Fragen, das ist leeres Geschwätz.

    Die Impfung wurde an Alten nicht getestet, und ist erst seit kurzer Zeit in Anwendung, diese Frage ist daher nicht zu entscheiden.

  119. 119 Neoprene 16. Februar 2021 um 22:41 Uhr

    „Die Impfung wurde an Alten nicht getestet“

    „Die“ Impfung gibt es schon mal nicht, denn es gibt ja sehr wohl unterschiedliche Vakzine. Und das alle nicht an alten Menschen getestet wurden (Phase-III) stimmt ja auch nicht (ganz).

  120. 120 Nestor 16. Februar 2021 um 22:42 Uhr

    Na ja, jetzt werden sie alle an Alten getestet, und wir warten gespannt auf die Ergebnisse. :-)

  121. 121 Kehrer 17. Februar 2021 um 1:24 Uhr

    Geimpft in Deutschland:
    Einfach geimpft: 2.813.732 (3,38%)
    Vollständig geimpft: 1.470.822 (1,77%)

    Im Moment werden alle über 80 geimpft. Dagegen kann man die Phase III vergessen von der Anzahl. Wenn es von den knapp 3 Millionen geimpften 200 nicht überleben, dann ist die Bilanz gegenüber Covid trotzdem noch sehr positiv. Die meisten Covid Toten sind Alte und davon fallen täglich 500-1000 an.

    Also im allgemeinen denke ich schon, dass durch die Impfung das Leben verlängert wird. Das kommt aber auf den speziellen Fall an, wenn Vorerkrankungen da sind, die allgemeine Konstitution schlecht ist, Risikofaktoren da sind. Es gibt sicher nicht wenige, die so jemand kennen. Angenommen der gesundheitliche Zustand ist schlecht, jemand ist allergischer Asthmatiker. Was tun? Wenn so jemand Corona kriegt ist er höchstwahrscheinlich tot. Aber wenn er sich impfen lässt, ist er vielleicht auch tot.

  122. 122 Nestor 17. Februar 2021 um 12:16 Uhr

    Wenn es von den knapp 3 Millionen geimpften 200 nicht überleben, dann ist die Bilanz gegenüber Covid trotzdem noch sehr positiv.

    Das ist eben schon sehr parteilich gerechnet.

    Weil erstens müssen ja nicht alle Covid kriegen. Man könnte da entsprechende Maßnahmen ergreifen, siehe oben. Der Vergleich hinkt also.
    Zweitens „nicht überleben“ klingt bei Leute über 80 sowieso etwas komisch. Aber auch dann fragt sich, in welchem Zeitraum?
    Und wie wird überprüft, woran jemand gestorben ist? Autopsien werden ja jetzt auch wenige gemacht, was ich so mitkriege.

  123. 123 Kehrer 17. Februar 2021 um 13:14 Uhr

    Der Zeitraum ist 1-Woche bis 3 Wochen. Bei 500 – 1000 Coronatoten täglich muss man doch nicht überlegen. Was ist denn daran parteilich.

    „Weil erstens müssen ja nicht alle Covid kriegen.“ Aber immerhin gehören alle Geimpften zur Hochrisikogruppe. Außerdem habe ich ja nicht 3 Millionen 200 gegenübergestellt, sondern gesagt 3 Millionen ist die Größe der Gruppe. Wenn man gegenüberstellen will dann die Impfopfer und die Todesopfer durch Covid. Siehe oben. Das Argument war, dass die Datenbasis inzwischen riesig ist. Die Hälfte aller in Heimen Lebenden Menschen sind inzwischen zweimal geimpft. (in D)
    https://interaktiv.morgenpost.de/corona-virus-karte-infektionen-deutschland-weltweit/

    Und weil man Maßnahmen ergreifen k ö n n t e – die nicht wirken bis jetzt – soll man das impfen einstellen, weil vielleicht kriegen die Alten ja kein Covid.

    Autopsien werden schon die ganze Zeit wenige gemacht. Das ist kritikabel. Vielleicht ist dieser Artikel interessant
    https://www.morgenpost.de/article231579811/Corona-Impfung-Astrazeneca-Nebenwirkungen-Drosten.html

    „Die ersten Lieferungen des Impfstoffs von Astrazeneca waren zwischen EU und dem britisch-schwedischen Hersteller hart umkämpft, doch in den Bundesländern liegt das Präparat offensichtlich auf Halde. Bundesweit wurden von 736.800 bislang gelieferten Impfdosen nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstag lediglich 64.869 Dosen verimpft.-…Astrazeneca: Hälfte der Personen lässt Impftermin sausen
    Die Skepsis gegenüber dem Impfstoff des britisch-schwedischen Pharmaunternehmens Astrazeneca ist groß. Saarlands Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) kritisierte am Montag eine mangelnde Impfbereitschaft mit dem Vakzin. Am vergangenen Wochenende seien bei einer „Sonderimpfung im medizinischen“ Bereich 54 Prozent von 200 zur Impfung angemeldeten Personen nicht erschienen, ohne den Termin vorher abzusagen.“

    https://www.br.de/nachrichten/bayern/vorbehalte-gegen-astrazeneca-impfstoff-ministerium-reagiert,SPCtmTJ

    Spahn, Drosten und Lauterbach verteidigen Astrazeneca-Impfstoff
    Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach nannte die Äußerungen von Montgomery auf Twitter „völlig verantwortungslos“. Er fragte: „Wie wollen wir Bürger für diesen lebenswichtigen Impfstoff gewinnen, wenn der Ärztekammerpräsident ihn für Ärzte für nicht gut genug hält?“ Der Impfstoff könne bei den meisten Mutationen schwere Verläufe und Todesfälle verhindern, schrieb Lauterbach. Er selbst werde ab Ende Februar regelmäßig als Impfarzt in Leverkusen mitarbeiten. Das gesamte Team, auch er selbst, würden sich mit dem Astrazeneca-Impfstoff impfen. „Wir vertrauen ihm“, schrieb Lauterbach.

    Auch Virologe Christian Drosten hält grundsätzliche Bedenken gegen den Astrazeneca-Impfstoff für unbegründet und ist für einen breiten Einsatz des Präparats. Er sehe keine Veranlassung, das Mittel in Deutschland nicht zu spritzen, sagte er im NDR-Podcast „Das Coronavirus-Update“. Wenn er sich die öffentliche Diskussion um diesen Impfstoff anschaue, habe er den Eindruck, dass vieles falsch verstanden worden sei, so Drosten. Wörtlich sagte der Leiter des Instituts für Virologie an der Berliner Charité: „Es gibt immer irgendwo ein Haar in der Suppe, und manche schauen da mit dem Vergrößerungsglas drauf.“ Mit Bezug auf die möglicherweise geringe Wirksamkeit bei der südafrikanischen Variante sagte Drosten, er halte hierzulande vor allem die britische Variante für relevant. Gegen diese sei auch der Astrazeneca-Impfstoff wirksam.

    Verantwortungslos ist ja nicht falsch. Da merkt man mal wieder, wie die Experten im Sinne der nationalen Volksgesundheit argumentieren. Die Überlegung ist ja nachvollziehbar, wenn man die Wahl hat zwischen 70% und 94%, nimmt man lieber 94% Schutz. Christian „nomask“ Drosten fällt auch nur ein, die Sache herunterzuspielen. Man lernt also Herr Drosten ist auch Haare in der Suppe mit. Spart man sich schon das Vergrößerungsglas.

    „Wir müssen alles dransetzen, jetzt so schnell wie möglich in der Breite zu impfen“, bilanzierte der Virologe. „Wir“ Deutschen wohl und nicht wir Virologen – für die Volksgesundheit und die deutsche Wirtschaft. Immerhin kann AstraZeneca auch die britische Variante, wenn man dann mit der südafrikanischen angesteckt wird, hat man halt Pech gehabt.

  124. 124 Nestor 17. Februar 2021 um 21:03 Uhr

    Der Zeitraum ist 1-Woche bis 3 Wochen.

    Verstehe ich das richtig: Wenn ein Geimpfter die ersten drei Wochen nach der impfung überlebt, ist jede weitere Nachfrage über die Wirkungen der Impfung hinfällig?

    Bei 500 – 1000 Coronatoten täglich muss man doch nicht überlegen.

    Warum?
    Überlegen ist immer gut. :-)
    Außerdem sollten das schon die Leute selber entscheiden, die die Impfung verpaßt kriegen, und nicht „man“.

    Am vergangenen Wochenende seien bei einer „Sonderimpfung im medizinischen“ Bereich 54 Prozent von 200 zur Impfung angemeldeten Personen nicht erschienen, ohne den Termin vorher abzusagen.“

    Hier fragt sich, wer die Personen „angemeldet“ hat: Sie sich selbst oder die sie beschäftigende Institution?

  125. 125 Kehrer 18. Februar 2021 um 0:52 Uhr

    Nein das verstehst du falsch. Du hast nach dem Zeitpunkt gefragt auf den sich die Zahl bezieht und ich habe diesen Zeitraum genannt. Nachfragen soll man, aber wenn ich die Impftoten den Coronatoten gegenüberstelle, dann muss ich so lange grübeln wie Data in Raumschiff Enterprise als er von der Borgkönigin versucht wurde, nämlich so ungefähr 0,0027 sek lang. 750 Coronatote am Tag x 21 Tage = 15750 : 200 Impftoten.

    Der „man“ ist in dem Fall derjenige, der ein theoretisches Urteil fällt, was sich durchaus aus dem Zusammenhang ergibt.

    „Hier fragt sich, wer die Personen „angemeldet“ hat: Sie sich selbst oder die sie beschäftigende Institution?“ Das ist eine gute Frage.

  126. 126 Neoprene 18. Februar 2021 um 9:23 Uhr

    Ich hatte schon länger nichts über Kuba gelesen. Nun heißt es (erwartungsgemäß eigentlich):
    „Coronavirus Vaccine Nears Final Tests in Cuba. Tourists May Be Inoculated.
    Amid bread shortages, Cuba gets one step closer to a scientific milestone: the mass production of a coronavirus vaccine invented on the island.“
    https://www.nytimes.com/2021/02/17/world/americas/coronavirus-cuba-vaccine.html?campaign_id=154&emc=edit_cb_20210217&instance_id=27221&nl=coronavirus-briefing&regi_id=122838908&segment_id=51845&te=1&user_id=37f9d3c1033aa18fac8f550ed6c92dd3

  127. 127 Neoprene 18. Februar 2021 um 13:53 Uhr

    Ich hatte oben ja schon meine Bedenken zum Whistleblower-Artikel von Fischers 2020news geäußert. Und parallel bei Facebook gefragt, ob jemand was dazu sagen könnte. Da kam erst tagelang keine Antwort. Jetzt schon: Facebook hat das offiziell als Falschmeldung markiert. Und folgende Quelle angeführt:
    https://correctiv.org/faktencheck/2021/02/18/angeblicher-whistleblower-bericht-aus-berliner-pflegeheim-fuehrt-in-die-irre-verstorbene-bewohner-hatten-covid-19/
    Also wie immer: Wer nach einer Impfung stirbt, hatte eben schon Korona und mußte so oder so dran sterben. Nun ja.

  128. 128 Kehrer 18. Februar 2021 um 16:40 Uhr

    Erstmal danke, dass du da dran geblieben bist. Meine Versuche den Vorfall in Berlin zu bestätigen, haben auch zu keinem Ergebnis geführt. Aus anderen Häusern des selben Unternehmens gab es aber Artikel zu Impfungen und Fotos zu den Impfteams. Dass da die zweite Impfung praktisch im Schnellverfahren durchgeführt worden sein soll, kam mir seltsam vor.

    „Nach Aussage des Pressesprechers der Agaplesion Bethanien Diakonie konnte der angebliche „Whistleblower“ bisher nicht identifiziert werden.“ Man hat schon in dem Wistleblower interview gemerkt, dass der Mensch erhebliche Vorbehalte gegen das Impfen und den Lockdown hatte. Ich vermute, dass er nicht zum Personal gehört, sondern sich von jemandem der dort arbeitet, die Situation hat erzählen lassen und die falsch gefilterten Informationen dann als authentische Erlebnisse wiedergegeben hat.

    „Also wie immer: Wer nach einer Impfung stirbt, hatte eben schon Korona und mußte so oder so dran sterben.“ Oder nicht dran sterben.

    Es gibt verschiedene Möglichkeiten.
    1. Jemand hat schon Corona, aber noch keine Symptome und wird dann geimpft.
    2. Jemand wird geimpft und steckt sich kurz danach an, wenn sich der Impfschutz noch nicht entwickelt hat.
    3. Die Impfung wirkt nicht und er steckt sich an oder hat sich zuvor schon angesteckt.

    Natürlich ist es besonders belastend für das Immunsystem, wenn der Köper wegen der Impfung einen Immunschutz aufbauen soll und dann kommt noch eine echte Coronainfektion oben drauf. Das heißt, wer sich impfen lässt, muss mit den Kontakten zwei Wochen lang besonders vorsichtig sein.

  129. 129 Neoprene 18. Februar 2021 um 17:25 Uhr

    „Es gibt verschiedene Möglichkeiten.
    1. Jemand hat schon Corona, aber noch keine Symptome und wird dann geimpft.
    2. Jemand wird geimpft und steckt sich kurz danach an, wenn sich der Impfschutz noch nicht entwickelt hat.
    3. Die Impfung wirkt nicht und er steckt sich an oder hat sich zuvor schon angesteckt.“
    Genauso müßte man die Nachimpfsituation von Erkrankten bis Gestorbenen erfassen. Ich befürchte nur, daß sowas nicht durchgängig erfasst und dokumentiert wird.

  130. 130 Nestor 19. Februar 2021 um 10:43 Uhr

    @Neoprene

    Das „Correctiv“ ist in meinen Augen mindestens genauso zweifelhaft wie der ursprüngliche Artikel – außerdem sagt er, wenn man ihn genau liest, im Wesentlichen nichts anderes als der 2020news-Artikel – nur die Interpretation unterscheidet sich.
    2020news sagt, die Patienten seien als Folge der Impfung erkrankt, Correctiv behauptet, das eine hätte mit dem anderen nichts zu tun.

    Nun ja.

    @Kehrer

    Welche

    falsch gefilterten Informationen

    hätte wer wiedergegeben?
    Natürlich haben die 2020news-Leute, die nach solchen Eregnissen suchen, diese von einem Mitarbeiter erfahren und dann wiedergegeben.
    Ich weiß nicht, was daran mitteilenswert wäre?

    Also ich entnehme dem Eiertanz um diese Meldung, daß negative Berichte über Impfungen auf jeden Fall vermieden werden sollen, und da einiges dazu getan wird.

    Was mir an diesen ganzen Fällen, die mir bisher zu Ohren – oder Augen – gekommen sind, seltsam vorkommt, ist, daß es immer die ganze Institution ist, die betroffen ist. Also Patienten und Pflegepersonal gleichermaßen.
    Da fehlt mir noch die Erklärung, und da ist das Hantieren mit Zahlen wenig hilfreich.

  131. 131 Phineas 19. Februar 2021 um 11:45 Uhr

    Die Anti-Journalisten von CORRECTIV und ihre sonderbaren Methoden des Faktenchecks

    https://norberthaering.de/medienversagen/correctiv-anti-journalisten/

  132. 132 Nestor 19. Februar 2021 um 12:41 Uhr

    Ja, das Correctiv ist ungefähr so einzustufen wie Bellingcat und die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

    Das sind offiziell – also von Geheimdiensten und Regierungen – eingerichtete Verbreitungsplattformen für Fake News.

  133. 133 Kehrer 19. Februar 2021 um 13:28 Uhr

    „Welche falsch gefilterten Informationen hätte wer wiedergegeben?“ Nochmal: Meine Vermutung ist, dass der Wistleblower mit der verzerrten Stimme kein Mitarbeiter des Altersheims ist, sondern jemand, der sich die Vorgänge hat erzählen lassen und sie dann als eigene Erlebnisse wiedergegeben hat. Ich persönlich glaube dem Wistleblower nicht.

  134. 134 Phineas 19. Februar 2021 um 14:51 Uhr

    „Ich persönlich glaube dem Wistleblower nicht.“

    Glaub ich Dir.

  135. 135 Leser 19. Februar 2021 um 15:19 Uhr

    Ebenfalls alternativ gelesen:

    „Der gefährliche Fake-News-Verbreiter und ideologische Pandemie-Leugner Fuellmich hat in Querdenker-Kreisen wieder einen vermeintlichen Skandal fabriziert. In einem Berliner Altenheim wurden im Januar wie in vielen Orten in Deutschland planmäßig die Impfungen an die Bewohner:innen verabreicht. Die Bewohner:innen stimmten den Impfungen schriftlich zu. Direkt nach der ersten Impfdosis wurden erste Corona-Symptome bei Bewohner:innen festgestellt und insgesamt fiel der Corona-Test bei 13 der 35 (32 Geimpfte) positiv aus. Leider verstarben 6 Bewohner:innen. Die Impfung kam hier leider zu spät und konnte das Sterben nicht mehr aufhalten.

    Und man kann es sich schon denken, was daraus gemacht wurde. Denn es ist die Desinformations-Strategie, die Impf-Panikmacher:innen immer verwenden: Todesfälle, die zeitlich zufällig nach der Impfung auftreten, werden natürlich ohne Beweise sofort als “Impftote” präsentiert. Von den gleichen Leuten, die zuvor perfiderweise monatelang Corona und dessen Tödlichkeit geleugnet haben. (…)
    Der Desinformations-Streuer Fuellmich (…) verbreitet seit einigen Tagen die fiktive Erzählung, ein “anonymer Whistleblower” aus dem Berliner Altenheim AGAPLESION BETHANIEN HAVELGARTEN in Berlin-Spandau seien “25%” wegen der Corona-Impfung verstorben. Darüber hinaus wird die Erzählung noch mit weiteren Fake News ausgeschmückt: Sie behaupten – komplett ohne Beweise – dass die Senior:innen zur Impfung mit Gewalt gezwungen wurden, ein Bundeswehrsoldat involviert gewesen sei und das alles ohne Vorwarnung passierte.
    Das ist alles komplett erfunden, hier stimmt einfach gar nichts. Diese komplett erfundene Lügengeschichte steigert sich in absurde Fantasien: Fuellmich spricht gar von einer “gezielten Massentötung”. “

    https://www.volksverpetzer.de/corona-faktencheck/corona-tote-in-berliner-altenheim/

  136. 136 Phineas 19. Februar 2021 um 15:55 Uhr

    Hier kam die „Impfung“ wohl leider, leider auch zu spät, um das Sterben noch rechtzeitig aufhalten zu können:

    Corona-Drama in Leipzig: Fast jeder vierte Bewohner eines Seniorenheims tot

    https://de.rt.com/inland/113346-corona-drama-in-leipzig-fast/

  137. 137 Leser 19. Februar 2021 um 16:09 Uhr

    Genau! Das meint auch die Berliner Zeitung:

    Corona in Leipziger Heim: Fast ein Viertel der Bewohner tot

    Infolge eines größeren Ausbruchs des Coronavirus in einem Leipziger Pflegeheim sind fast ein Viertel der Bewohner gestorben. Der Ausbruch begann wenige Tage, nachdem es erste Impfungen der Bewohner gegeben hatte, wie die Stadt am Donnerstag mitteilte. Es sei jedoch nicht nachvollziehbar, ob sich die Menschen vor oder nach dem Impftermin angesteckt haben. Für Corona-Impfungen sind zwei Termine nötig, damit sie vollständigen Schutz entfalten.
    Der Ausbruch habe am 18. Januar begonnen, am 14. begannen die Erstimpfungen. 70 Menschen lebten laut Stadt in dem Pflegeheim. 46 Bewohner und 21 Beschäftigte steckten sich an. 16 Bewohner starben. Das Heim sei unter Quarantäne gestellt worden, die am 10. Februar wieder aufgehoben wurde. Aktuell seien alle Bewohner negativ getestet.
    https://www.berliner-zeitung.de/news/corona-ausbruch-in-leipziger-heim-fast-ein-viertel-der-bewohner-gestorben-li.140800

  138. 138 Nestor 19. Februar 2021 um 16:09 Uhr

    Ich habe gerade von einer Person aus dem Gesundheitswesen erfahren, daß bei uns die Ärzte, also die Leute mit Hochschulausbildung, mit Pfizer/Biontech geimpft werden, das restliche Personal mit AstraZeneca.

    Was man wohl davon zu halten hat?

  139. 139 Nestor 19. Februar 2021 um 16:11 Uhr

    @Kehrer

    Ich weiß nicht, was diese Herumtuerei mit der undichten Stelle in dem Altersheim soll.
    Angesichts der Hetzkampagne und der Entlassungen ist es wohl klar, daß der ursprüngliche Informant möglichst geheimgehalten werden soll.

    Und

    @Leser,

    der von dir gepostete Text blamiert sich bereits an seinem offen hetzerischen Tonfall.
    Ich hoffe für dich, daß du solche Schmutzkübel-Gießer nicht allzu ernst nimmst, sonst müßte ich mir um dich Sorgen machen.

  140. 140 NN 19. Februar 2021 um 16:51 Uhr

    Biontech und Pfizer verlangten horrenden Preis für Impfstoff

    Brüssel. Nach Informationen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung haben die Pharmakonzerne Biontech und Pfizer im Juni vergangenen Jahres von der EU für eine Dosis ihres Impfstoffes bei einer Abnahme von 500 Millionen Dosen 54,08 Euro gefordert. Das berichtete das Nachrichtenportal tagesschau.de am Donnerstag abend. Insgesamt wollten die Unternehmen also rund 27 Milliarden Euro für eine Impfstoffmenge, mit der man knapp die Hälfte der EU-Bevölkerung impfen könnte. Der hohe Preis pro Dosis könne die Zurückhaltung mancher EU-Länder im Sommer gegenüber dem Biontech-Impfstoff erklären, schreibt tagesschau.de – und führt dabei den Vorsitzenden der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, Wolf Dieter Ludwig, an: »Ich denke, sie (die EU, jW) hat mit Recht gezögert bei einem derartig hohen Preis.« Zu einem Vertragsabschluss mit Biontech/Pfizer kam es schließlich erst Ende November. Der Preis wird bis heute geheimgehalten; nach Informationen von NDR, WDR und SZ soll er bei 15,50 Euro pro Dosis liegen. (jW)

    Kopfschmerzen wegen »Sputnik V«
    Brüssel verschnupft: Einzelne EU-Staaten wollen russischen Coronaimpfstoff zulassen
    Von Reinhard Lauterbach

    Sie könne sich nur wundern, sagte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Mittwoch in Brüssel. Da biete Russland große Mengen seines Coronaimpfstoffs »Sputnik V« zum Export an und habe selbst erst 1,5 Prozent seiner Bevölkerung immunisiert. Da müsse Moskau noch »Fragen beantworten«, so von der ­Leyen. Sie forderte außerdem internationale Inspektionen in den russischen Impfstofffabriken, bevor die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) eine Zulassung aussprechen könne. Ob Moskau diese Zulassung inzwischen beantragt hat, ist unklar: Die EMA bestritt entsprechende Meldungen aus Russland.

    Von der Leyens Äußerung steht vor dem Hintergrund wachsenden Interesses an dem russischen Serum in Osteuropa. Serbien und Ungarn verabreichen es bereits, zuletzt äußerten Kroatien, die Slowakei und Tschechien ebenfalls Interesse. Alle diese Länder begründen ihre Haltung damit, dass die EU ihre Lieferzusagen nicht einhalte. Bei Tschechien kommt hinzu, dass es aktuell ein Hotspot der Pandemie in europäischem Maßstab ist und deshalb schnelles Handeln geboten scheint.

    Zumal wissenschaftliche Zweifel inzwischen ausgeräumt sein sollten. Anfang Februar hatte das angesehene britische Fachblatt The Lancet dem russischen Impfstoff aufgrund der Ergebnisse der dritten Testphase eine Wirksamkeit von 91,6 Prozent bescheinigt – das ist erstens mehr als bei dem Angebot des Astra-Zeneca-Konzerns und zweitens gelte das auch für sämtliche Altersgruppen. Gegenüber der Berliner Zeitung vom Mittwoch hatten Berliner Forscher geäußert, »die Russen« verstünden »ihr Handwerk«. Das für die wissenschaftliche Seite verantwortliche Moskauer Gamaleja-Institut habe bereits erfolgreich Impfstoffe gegen das Ebolavirus und die im Nahen und Mittleren Osten verbreitete Atemwegserkrankung MERS entwickelt.

    Es ist deutlich, dass bei der Zurückhaltung der EU-Spitze auch geopolitische Konkurrenz eine maßgebliche Rolle spielt. So hatte von der Leyen noch im November – bevor das Debakel mit den ausbleibenden Lieferungen der Impfhersteller bekannt wurde – großspurig erklärt, die EU würde künftig »auch auf dem Westbalkan und in Afrika mitimpfen«. Es kam bekanntlich anders.

    Einige EU-Länder wollen offenbar grundsätzlich keinen russischen Impfstoff ins Land lassen. So zitiert das Portal Euractiv eine Professorin Agnieszka Legucka vom polnischen Rat für Außenpolitik mit der Aussage, Polen, die baltischen Staaten und die Ukraine würden das russische Serum ohnehin nicht bekommen. Für die Ukraine ist das eine klare Unwahrheit: Russland hatte Kiew schon im Herbst eine Belieferung mit derselben Priorität wie bei der eigenen Bevölkerung angeboten – es war Kiew, das auf Druck der USA dieses Angebot ablehnte. Andere polnische Stimmen warnten davor, Moskau könne, nachdem es den Impfstoff geliefert habe, politische Gegenforderungen stellen. Man kann es auch so formulieren: Die Bevölkerung des Landes, das nach Darstellung der Zeitung Rzeczpospolita vom Dienstag auf dem besten Weg ist, in die dritte Welle der Pandemie zu schlittern, wird als Geisel der Geopolitik genommen.

    Inzwischen nimmt die EU-Spitze den Mund nicht mehr so voll. Wenn »Sputnik V« zugelassen sei, könne er selbstverständlich verwendet werden, sagte ein Kommissionssprecher Euractiv. Vor dem späteren Frühjahr wäre aber auch unter sonst optimalen Bedingungen mit einer Lieferung nicht zu rechnen. Vorher wolle Russland seine eigene Bevölkerung weitgehed immunisiert haben, sagte Kirill Dmitrijew, Chef des russischen Fonds für Direktinvestitionen, laut einem Bericht des Deutschen Ärzteblatts von Anfang Februar. Ursula von der Leyen ist zwar ausgebildete Ärztin, aber sie hat wohl keine Zeit mehr, das Fachblatt zu lesen.

    Die Reichen zuerst
    Globale Pandemiebekämpfung
    Von Jörg Kronauer

    Wer sich einen Eindruck davon verschaffen will, wie die westlichen Mächte die Welt in der Ära ihrer – nun langsam zu Ende gehenden – globalen Dominanz zugerichtet haben, kann sich einfach die Zahlen zum aktuellen Stand der Covid-19-Impfkampagnen vor Augen führen, die UN-Generalsekretär António Guterres vor dem G-7-Videogipfel am Freitag nannte: Von den inzwischen verimpften Dosen sind 75 Prozent in lediglich zehn Ländern verabreicht worden, von denen die Mehrzahl wohlhabend ist; 130 ärmere und ärmste Länder haben hingegen noch keine einzige Impfung vornehmen können. Und da sich die reichen Staaten die überwiegende Mehrheit der Vakzine, die die großen westlichen Pharmakonzerne produzieren wollen, längst vorab gesichert haben, besteht für die ärmeren kaum eine Chance, in absehbarer Zeit selbst mit dem Impfen beginnen zu können. Die Reichen zuerst, und der Rest siecht dahin. Nein, das ist kein Unfall; so barbarisch funktioniert es auch sonst, das vom Westen dominierte kapitalistische Weltsystem.

    Allerdings muss man inzwischen Einschränkungen machen, die zeigen, dass sich die globalen Gewichte verschieben. Nicht nur, dass ein Teil des alten Westens, die EU, den Impfstart mit einer geballten Ladung Inkompetenz so sehr verpatzt hat, dass nur ihr bevölkerungsreichstes Land, die Bundesrepublik, unter den zehn Ländern mit den (absolut gezählt) meisten verimpften Dosen zu finden ist. Zu den Top Ten zählen mit China und Russland zwei Staaten, die dabei sind, die westliche Dominanz zu durchbrechen, die ihre eigenen Impfstoffe entwickelt haben und sie nun auch, soweit ihre Kapazitäten reichen, anderen Ländern günstig verkaufen. Dass Brasilien und die Türkei inzwischen zu den Staaten mit den meisten verimpften Dosen gehören, das verdanken sie China, das sie genauso beliefert wie Marokko oder Indonesien. Argentinien wiederum konnte kürzlich mit Vakzinen aus Russland beginnen, sein medizinisches Personal zu immunisieren. Welche Motive auch immer Beijing und Moskau dazu treiben – ihr Beispiel zeigt: Das gewohnte »Die Reichen zuerst« ist kein Naturgesetz.

    Das zeigt übrigens auch die große Ausnahme im Westen: der in Cambridge ansässige Konzern Astra-Zeneca, der seinen Impfstoff – zumindest vorläufig – zum Produktionspreis verkauft und ihn vor allem auch von Partnerfirmen in anderen Ländern herstellen lässt – in Indien etwa, das inzwischen doppelt so viele Dosen verimpft hat wie Deutschland und darüber hinaus Drittstaaten beliefert, Bangladesch, Myanmar oder Mexiko. Das alles ist zwar immer noch weit von der sofortigen kompletten Freigabe der Vakzinpatente entfernt, die dringend notwendig wäre, um im Kampf gegen die globale Pandemie die globale Impfstoffproduktion zu steigern und endlich das Leben über den Profit der Pharmaindustrie zu stellen. Es ist aber immerhin mehr als das, was Deutschland und die EU tun: stolze Helfertöne zu spucken, ansonsten aber zuzusehen, wie die ärmere Mehrheit der Menschheit unter der Pandemie kollabiert.

  141. 141 Nestor 19. Februar 2021 um 19:04 Uhr

    Man fragt sich, wofür diese EMA-Zulassung eigentlich wichtig ist, wenn Ungarn den Impfstoff auch ohne diese verwendet?
    Die EMA-Zulassung ist offenbar entbehrlich.
    Möglicherweise auch die EMA?

  142. 142 Phineas 19. Februar 2021 um 23:22 Uhr

    Solange ihr nicht komplett durch-impft seid, hören wir mit dem „pandemischen Notstand“ nicht auf

    oder

    Heute impfen wir Deutschland und morgen die ganze Welt:

    „Ich habe in meiner Rede betont, dass die Pandemie nicht vorbei ist, bevor nicht alle Menschen auf der Welt geimpft sind.“

    (A. Merkel heute auf dem digitalen G7-Treffen)

    https://de.rt.com/international/113399-merkel-pandemie-nicht-vorbei-bevor/

    The whole world becomes a junkie, forever,forever and forever?

    Bill Gates bringt dritte Impfung wegen neuer Corona-Mutanten ins Spiel:

    „Ich denke, es ist ziemlich wahrscheinlich, dass wir einen darauf abgestimmten Impfstoff haben werden, um vollkommen sicherzugehen, dass es auch einen Impfschutz gegen diese Varianten gibt, sobald sie die USA erfassen“

    https://snanews.de/20210218/gates-bringt-dritte-impfung-957738.html

  143. 143 Nestor 20. Februar 2021 um 0:14 Uhr

    Es kommt aber offenbar auch drauf an, mit welchem Impfstoff.

    Angie – und nicht nur sie – versucht wieder einmal, eine Führungsrolle in der EU einzunehmen: Mir nach, zur Impfung!
    Blöd halt, daß von dem Zeug so wenig da ist.

  144. 144 Kehrer 20. Februar 2021 um 2:28 Uhr

    „Ich weiß nicht, was diese Herumtuerei mit der undichten Stelle in dem Altersheim soll.“ Das soll erklären, wie es zwischen DeepThroat und den Aussagen des Altersheims so beträchtliche Unterschiede geben kann. Deepthroat hat die Infos aus zweiter Hand.

    „Man fragt sich, wofür diese EMA-Zulassung eigentlich wichtig ist, wenn Ungarn den Impfstoff auch ohne diese verwendet?“ Die Demenz. Es gibt nationale Zulassungsverfahren und EU weite. Wenn die EMA zulässt, gilt die Zulassung für alle EU Staaten. Dafür gibt es die EMA. Supranationale EU weite Zulassung.

  145. 145 Nestor 20. Februar 2021 um 11:09 Uhr

    Das weiß ich, danke. :-)
    Aber wenn sich Staaten nicht um die EMA scheren, so wird diese Behörde unwichtig.
    Darauf wollte ich hinweisen.
    Also wird auch das mit: „WIR geben aus, womit geimpft werden darf!“ hinfällig.

  146. 146 Kehrer 20. Februar 2021 um 14:10 Uhr

    „so wird diese Behörde unwichtig.“ unwichtiger – würde ich sagen. Unwichtig nur wenn alle Staat national zulassen würden.

  147. 147 Nestor 21. Februar 2021 um 15:40 Uhr

    Es gibt halt jetzt wieder einen neuen Gegensatz-Spaltpilz in der EU: Diejenigen, die sich an zentrale Impf-Vorgaben und Behörden halten, und die, die daraus ausscheren, um beim Impf-Wettlauf die Nase vorn zu haben.

  148. 148 Phineas 23. Februar 2021 um 15:32 Uhr

    Natürliche Immunität- Künstliche Immunität

    https://www.youtube.com/watch?v=PLr0tcsy2Ss

  149. 149 Kehrer 23. Februar 2021 um 20:30 Uhr

    Es gibt noch ein Video zu den PCR-Tests vom Dr. Fiala, das gut ist. https://www.youtube.com/watch?v=5UycwCA3rrE

  150. 150 Nestor 24. Februar 2021 um 5:45 Uhr

    Galicien will Covid-19-Impfpflicht einführen – bis zu 60.000 Strafe

    Die Regionalregierung von Galicien im Nordwesten Spaniens hat angekündigt, dass die Covid-19-Impfung für alle 2,7 Millionen Einwohner:innen verpflichtend sein soll. Das gab Galiciens Regionalpräsident Alberto Nuñez Feijóo am Dienstag auf einer Pressekonferenz bekannt. Seine Regierung arbeitet bereits seit November an einem entsprechenden Gesetzentwurf.

    Demnach sollen Impfverweigerer mehrere Tausend Euro Strafe zahlen müssen. Wird der Verstoß als „geringfügiges Vergehen“ eingestuft, wird eine Strafe von 1.000 bis 3.000 Euro fällig. In Fällen, in denen der Verstoß „ein Risiko oder einen ernsthaften Schaden für die Gesundheit der Bevölkerung darstellt“, kann die Strafe von 3.000 € bis 60.000 € reichen.

    Das spanische Gesundheitsministerium hat die Covid-19-Impfung nicht zur Pflicht gemacht. Die spanische Regierung in Madrid hatte aber im Dezember beschlossen, eine Liste derjenigen zu führen, die die Impfung verweigern.

    https://www.msn.com/de-de/nachrichten/video/galicien-will-covid-19-impfpflicht-einf-c3-bchren-bis-zu-60000-strafe/ar-BB1dWSl5

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