Überlegungen zum Coronavirus – 4.: Zu viele Alte?

WARUM ITALIEN? – TEIL 4

Hier wird die Serie der Erklärungen fortgesetzt:

1. Der Mailänder Flughafen ist der wichtigste europäische Flughafen für Ostasienflüge
2. Die italienische Mode wird seit geraumer Zeit von Chinesen in Sweatshops in Norditalien hergestellt
3. Der Karneval in Venedig + die Kreuzfahrten nach Venedig haben als Verteiler gewirkt
4. Es gibt halt so viele alte Leute dort
5. Die Einrichtungs-Messe Homi in Mailand im Jänner wurde vor allem von chinesischen Arbeitern aufgebaut.
6. Das Gesundheitswesen in Italien war auch vor der Epidemie schlecht beinander


1. Vom Altern in der kapitalistischen Konkurrenzgesellschaft

Unser – europäisches – Gesundheitssystem, das stets gepriesen wird als flächendeckende Versorgung, kennt eine breite Liste der Berufskrankheiten. „Typische Berufskrankheiten sind Lärmschwerhörigkeit, Hautkrankheiten, Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparats sowie Erkrankungen durch anorganische Stäube (Asbestose und Silikose).“ (Wikipedia, Berufskrankheit)
Die Anerkennung dieser Krankheiten bedeutet zweierlei: Erstens ist anerkannt, daß diverse Tätigkeiten krank machen. Zweitens werden sie dennoch nicht verboten oder durch mechanisierte Abläufe ersetzt, sondern weiterhin werden Menschen diesen schädigenden Tätigkeiten ausgesetzt. Und drittens, wenn es sie dann erwischt hat, so haben sie Anspruch auf Entschädigung, Frühpension, Invalidenrente oder andere Einkünfte, die nicht besonders berauschend sind. Den Nachweis muß das Individuum aber erst einmal erbringen, mit Arztbesuchen, Untersuchungen, Amtswegen usw.
Damit ist natürlich keineswegs alles erfaßt, was krank macht: „Psychische Erschöpfungszustände, wie das Burnout-Syndrom, psychische Störungen oder psychiatrische Erkrankungen zählen bislang nicht zu den Berufskrankheiten.“
Dazu kommt, daß oftmals aus Angst um den Arbeitsplatz und das daraus erzielte und oftmals sehr knapp verplante Einkommen trotz Krankheit weiter dort gearbeitet wird. Auch normale Infektionskrankheiten werden nicht einfach mit Abwarten und Teetrinken auskuriert, weil das verlängert den Krankenstand, sondern mit Antibiotika aller Art bekämpft. Andere Schädigungen, wie Schmerzen, Verdauungs- und Schlafstörungen werden ebenfalls mit Pillen beschossen. Zu den legalen Tabletten gesellen sich Alkohol und Drogen, die oft auch noch zu Mangelernährung führen, weil die Konsumenten dann beim Essen sparen, um sämtliche Rechnungen zahlen zu können.
In Zeiten der prekären Beschäftigung und der Ich-AGs ist überhaupt die Ernährung ein beliebter Sparposten, weil das Immobilienkapital fordert immer höhere Teile des Gehaltes, und sich kleiden und heizen muß man in unseren Breiten ja auch noch. Die Lebensmittelindustrie hat sich darauf eingestellt und produziert jede Menge Billigfutter, in dem Nährstoffe und Vitamine durch dubiose Zusätze und Reste von Unkrautvertilgungsmittel und Kunstdünger ersetzt werden. Und mit viel Zucker, der Glücksdroge der Armen.
Die regelmäßig eingenommenen Medikamente und das miese Essen führen dann zu Nebenwirkungen und anderen Beschwerden, die auch wieder mit Medikamenten bekämpft werden, und so erreicht der arbeitende Mensch sein Pensionsalter meistens in einem Zustand, der nicht als beneidenswert eingestuft werden kann. Zur möglicherweise steigenden Lebenserwartung gesellt sich dadurch eine schlechte Lebensqualität, die sich aufs Gemüt schlägt und zur Einnahme weiterer Pillen führt, die einem das Leben rosiger erscheinen lassen und einen guten Teil der Lebensrealität ausblenden helfen.
Zu dem allen kommt auch noch eine sehr gesteigerte Geschwindigkeit des täglichen Lebens, alle möglichen flotten Fortbewegungsgeräte auf dem Gehsteig, Telefone, mit denen man immer und überall erreichbar ist und jede Menge weiterer Streß, ob man mit der Pension über die Runden kommt und nicht womöglich dem noch mehr gestreßten Nachwuchs zur Last fällt. Sofern man überhaupt einen hat und sich nicht mit Katzen und Hunden über die Vereinsamung hinwegtröstet.

Es gibt zwar jede Menge Ratgeber, wie man gesund und fit bleibt. Was immer man davon halten mag: Es ist bemerkenswert, daß sie sich alle auf das Funktionieren des Körpers beziehen. Weitaus weniger Wert wird darauf gelegt, wie man seinen Verstand fit halten und gezielt einsetzen könnte. Im Gegenteil, in den Medien gibt es jede Menge Verblödungsangebote, genannt „Unterhaltung“, die aus den oben genannten Gründen auch gerne angenommen werden, um sich von der tristen Wirklichkeit abzuwenden.
Die Demenz ist dann die Endstation, das endgültige Abschalten von Menschen, die einen Weltkrieg erlebt und den Wiederaufbau bewerkstelligt haben – und nicht begreifen können, wie sich Menschen um I-Phones über Nacht anstellen oder in einer Schlange stehen, um auf den Mount Everest zu kommen, während sie selbst schon froh sind, wenn sie sich hin und wieder einen Ausflug mit dem Seniorenklub unternehmen.

Dazu gibt es noch eine Menge öffentliche Schelte, daß sie der Gesellschaft auf der Tasche liegen, über das Umlagesystem der Pensionskasse.


2. Die Bevölkerungspyramide und das Pensionssystem

Immer wieder erklingt das Wehgeschrei der Demographen (= Bevölkerungswissenschaftler), daß die Graphik, die die Altersverteilung anzeigt, zusehends kopflastig und instabil ist. Das ist deshalb, weil das Pensionssystem über die Einzahlungen der Arbeitenden, die sogenannten Arbeitgeberbeiträge, über die die Unternehmer klagen, finanziert wird. Obwohl sie formell als Zahlung des Unternehmers abgewickelt werden, sind sie tatsächlich ein Teil des Gehalts. Die Arbeitenden zahlen ein, um einmal in den Genuß einer Pension einer Pension zu kommen, und das Geld tropft auf der anderen Seite auf diejenigen, die bereits in Pension sind. Es ist klar, daß da ein Mißverhältnis eintritt, wenn auf der einen Seite immer weniger in das Gefäß hineingeleert und auf der anderen Seite immer mehr entnommen wird.

Die Bevölkerungswissenschaftler, die das in ein reines Problem der mangelhaften Reproduktion – zuwenig Kinder! – verwandeln, lassen dabei einen wichtigen Umstand weg: In Zeiten großer Jugendarbeitslosigkeit gibt es gar kein Deckungsverhältnis der Arbeitsfähigen mit den tatsächlich Arbeitenden und Einzahlenden. Die kapitalistische Wirtschaft kann immer weniger Menschen im arbeitsfähigen Alter brauchen, und das Mißverhältnis ist dadurch noch größer, weil auf Pensionsberechtigte aus Zeiten der Fast-Vollbeschäftigung treffen Prekäre, Niedriglohnsektoren und auch immer weniger tatsächlich Einzahlende.

Dieses Mißverhältnis sollte durch die Schaffung von privaten Pensionsfonds ausgeglichen werden, in die die besser Verdienenden einen Teil ihres Gehalts einzahlen sollten. Die Idee war von Haus aus rein arithmetisch nicht sehr gut, weil damit wurden der staatlichen Pensionskasse erst einmal Gelder entzogen.
Diese Pensionsfonds sollten, so die Idee, mit Spekulationen auf dem Wertpapiermarkt eine wundersame Geldvermehrung erzielen und damit dann ihrer Kundschaft ein sorgenfreies Alter ermöglichen. Dieser schöne Plan wurde spätestens durch die Finanz- und Eurokrise 2008 ff. in ganz Europa (und auch außerhalb) zunichte. Wertpapiere wurden entwertet, sichere Anlagen sind mit Null- und Negativzinsen belastet, aus den Einnahmen der privaten Pensionsfonds wurde nichts, und sie müssen jetzt oft wie die staatliche Pensionskasse bezuschußt werden, um nicht den Geist aufzugeben und damit womöglich einen Bankencrash auszulösen.

Das schafft eine mißliche Lage für viele Staatshaushalte, die ihrerseits ein Problem haben, sich zu finanzieren und sich und anderen Schuldenbremsen verordnet haben, um nicht durch muntere Verschuldungstätigkeit wieder eine Neuauflage der Eurokrise von 2012 ff. hervorzurufen.
Manche Staaten, wie Nachfolgestaaten Jugoslawiens oder Rumänien müssen Kredite aufnehmen, um ihre Pensionsfonds zu stützen.

Diese eigentlich ausweglose Lage wird mit ständigen besorgten Artikeln, Belangsendungen und Interviews immer wieder thematisiert: Wie werden wir die Pensionen weiter zahlen? – was eine sehr unerfreuliche Stimmung für die Betroffenen erzeugt. Erstens erfahren sie in einem fort, daß sie zu viele sind, zu lange leben, lästig sind, unnütz sind, und den kommenden Generationen die Butter vom Brot essen. Zweitens schwebt über ihnen auch das Damoklesschwert, daß eines Tages das Konto leer sein könnte, weil die Überweisung der Pensionskasse nicht mehr kommt.
Immerhin wurden z.B. in Griechenland die Pensionen seit 2014 zehnmal oder noch öfter gekürzt, und auch in Spanien stehen die Pensionsfonds kurz vor dem Kollaps, weil durch die Finanzkrise eine große Abwanderung eingesetzt hat, die Arbeitslosigkeit gestiegen ist und immer weniger an Einzahlungen hereinkommt.

Obwohl also die Überalterung der Gesellschaft nicht der wichtigste Grund für die Schwierigkeit der Finanzierung des Pensionssystems ist, ist sie doch eine Tatsache.
Wie kam es dazu?


3. Italien: Von der Bambinifreudigkeit zum Großelternüberhang

a) Die „Scala Mobile“

In Italien war bis 1990 die Kommunistische Partei sehr stark, vor allem in der 1944 im Pakt von Rom gegründeten Einheitsgewerkschaft CGIL. Ihrem Einfluß, und auch dem Entgegenkommen der italienischen Eliten war es zu danken, daß 1945 die „Scala Mobile“ eingeführt wurde. Die Gegenseite, Industrielle und Politiker, sahen damals ein, daß die Lohnpolitik einen entscheidenden Einfluß auf den „sozialen Frieden“, also den Gehorsam der Arbeiterklasse haben würde.
Nach der Scala (ww.: Rolltreppe) wurden den Arbeitern jährlich die Preissteigerungen durch eine nationale Lohnerhöhung abgegolten. Zunächst war das ein höchst kompliziertes Verfahren, wo sich diese Erhöhungen nach Berufsgruppe, Alter, Geschlecht und Qualifikation unterschieden. In den Jahren 1975-77 wurde das Verfahren vereinfacht. Unter der sozialistischen Regierung Craxi fand 1984 per Dekret eine Verringerung der Lohnsteigerung statt, und 1992 wurde sie unter der ebenfalls sozialistischen Regierung Amato abgeschafft. Die Sozialdemokraten bewährten sich hier, ähnlich wie Schröder & Co. in Deutschland, als die wahren Diener des Kapitals, indem sie die Arbeiterklasse auf einen Schlag verbilligten.

Die Scala Mobile spielte eine bedeutende Rolle in den Klassenkämpfen der 60-er und 70-er Jahre. Die militanten Organisationen der Linken, die wilde Streiks organisierten, proletarische Einkäufe veranstalteten und sich Straßenschlachten mit der Polizei lieferten, wurden in den späten 70er und 80-er Jahren durch die Justiz aufgerieben. Es gelang ihnen nicht, das italienische Proletariat zu mobilisieren, weil es u.a. durch die Lohnpolitik von Staat und Kapital bei der Stange gehalten wurde.

Nach dem Fall des Eisernen Vorhanges fiel der italienische Eurokommunismus in sich zusammen. Obwohl sie sich als nationalstaatlich orientierte Sozialisten im Schulterschluß mit der herrschenden Klasse gegen den Ostblock präsentierte, hatte die PCI ihre Bedeutung doch nur als Schwesterpartei des Realen Sozialismus gehabt. Damit fiel jeder Widerstand gegen die Ansprüche des Kapitals und die Scala Mobile wurde abgeschafft.

Dank der im europäischen Vergleich hohen Löhne war es in Italien bis in die 80-er Jahre nicht üblich, daß beide Elternteile arbeiten gingen. Die Mamma war Hausfrau und versorgte Mann und Kinder, und oft auch noch die im Haushalt mitlebenden und mithelfenden Eltern. Unter diesen Bedingungen war es üblich, daß in Italien mehr Kinder pro Familie geboren und aufgezogen waren, im Unterschied zur Zweikinderfamilie, die damals in Mitteleuropa Standard war.
Das Reproduktionsverhalten einer Gesellschaft hängt nämlich von den Einkommen ihrer Mitglieder ab.

b) Das Pensionssystem

Ein allgemeines Pensionssystem wie oben beschrieben, mit Einzahlungen der arbeitenden und Berechtigung einer Alterspension wurde in Italien erst 1969 eingeführt. Vorher gab es zwar allgemeine Pensionskassen, wo Alterspensionen beantragt werden konnten, und spezielle Pensionskassen für einige Berufe. Im Großen und Ganzen war es aber bis dahin die Aufgabe des Familienverbandes gewesen, die Alten und Arbeitsunfähigen zu erhalten.
Damals war die Arbeitsmarktsituation gut, die Löhne und Gehälter vergleichsweise hoch und es gab viele Einzahlungen, die einen Grundstock für die Pensionskasse schufen, die die damals geringfügigen Auszahlungen locker verkraften konnte.
Die damaligen (zahlreichen) Einzahler sind jedoch die Pensionisten, also die Bezieher von heute.

c) schwindende Einnahmen

Ab dem Jahr 1992, dem ersten Jahr der EU und nach dem Zerfall der Sowjetunion, wurde das ganze Verhältnis zwischen Kapital und Arbeit neu definiert, was Löhne, Gehälter und Sozialauszahlungen betraf. Das Kapital hatte gewonnen, die Arbeitermacht gab es nicht mehr, die Unternehmer mußten keine Rücksicht mehr nehmen, weil auch die ausgesteuerten Staatsbürger der ehemals sozialistischen Staaten auf den Arbeitsmarkt drängten und die industrielle Reservearmee schier unendlich anwuchs.

Italien war zudem Vorreiter der Ausweitung des informellen Sektors. Um die per Scala Mobile geregelten Löhne zu umgehen, war Schwarz- und Teilzeitarbeit dort seit den 70-er Jahren üblich und verhinderte auch viele Familiengründungen.
Das heißt auch, daß die Einzahlungen in die Pensionskasse nicht nur nach Höhe, sondern auch nach Anzahl zurückgegangen sind.
Als dann die Löhne und Gehälter der Fix-Angestellten auch noch fielen – seit 1996 stagnieren sie, bei gleichzeitig bedeutenden Preisanstiegen, vor allem nach der Einführung des Euro – blieb nur mehr die Verschuldung, um z.B. überhaupt zu Wohnraum zu kommen, und die Geburtenrate fiel noch schneller als in anderen europäischen Staaten, da sie ursprünglich von einem höheren Niveau ausgegangen war.
Italien hat heute die niedrigste Geburtenrate der EU.

Daß in Italien heute häufig mehrere Generationen unter einem Dach leben, hat nicht nur mit Traditionen zu tun, sondern vor allem damit, daß die meisten Menschen sich getrennte Haushalte gar nicht mehr leisten können.

Fortsetzung folgt: Messestadt Mailand


25 Antworten auf „Überlegungen zum Coronavirus – 4.: Zu viele Alte?“


  1. 1 Peer 28. März 2020 um 15:37 Uhr

    Ob solche Gruppenfestlegungen (von Gefährdern oder Gefährdeten) nicht große Ähnlichkeiten mit dem rassistischen ‚Racial Profiling‘ habe, wird hier zum Thema:

    https://www.euractiv.de/section/eu-aussenpolitik/news/vor-corona-sind-alle-gleich/

    „Wirkliches“ ‚Racial Profiling‘ war aber hier Thema:

    http://Neoprene.blogsport.de/2015/05/18/die-gewalt-der-konkurrenz-warum-us-polizisten-schwarze-buerger-toeten/

    „Der falsche geistige Rückschluss vom (Miss-)Erfolg in der kapitalistischen Konkurrenz auf die Erfolgsfähigkeit des Individuums begründet die Verachtung der Überflüssigen sowie die Bewunderung der (Erfolg)Reichen. Gilt erst einmal die Logik, dass der Erfolg am Markt Auskunft über die Erfolgsfähigkeit und damit über den sittlichen Wert des Marktteilnehmers gibt, so lässt sich die Formel des demokratischen Erfolgsrassismus in beide Richtungen deuten: Jeder verdient, was er verdient!(Offenbar teilen das auch viele Arme, so dass sie sich – weit davon entfernt, aufzubegehren – ihrer Armut lieber schämen.) Vom Standpunkt der staatstragenden Sorge um das Gemeinwesen aus gedacht kann man die Reihe in sarrazynischer Logik noch verlängern: Die armen Verlierer der kapitalistischen Konkurrenz sind demnach nicht nur Versager, sondern geradezu Schädlinge, die der Gemeinschaft der Leistungserbringer auf der Tasche liegen, mit ihrer Lebensbewältigung die Ordnung stören und der Polizei das Leben schwer machen.

    Der Rassismus des Anstandes als auch der Rassismus des Erfolges lassen sich miteinander verbinden und ethnisieren. Sofern das Heer der Habenichtse und Störenfriede doch unübersehbar zu großen Teilen aus Schwarzen besteht, lässt dies (nicht nur) aus polizeilicher Sicht den Rückschluss zu, dass es sich dabei um einen Menschenschlag handelt, der offenbar gar nicht zur öffentlichen Ordnung passen will.

    Schließlich verhalten sich die unter Dauerverdacht Gestellten schon aus diesen Gründen – verständlicherweise – meist feindselig gegenüber der Ordnungsmacht, haben tatsächlich den Willen zur Teilhabe an der erlaubten bürgerlichen Konkurrenz weitgehend aufgegeben und verfolgen, z. T. sogar ohne schlechtes Gewissen, kriminelle Ziele. Insofern bestätigen sie die rassistischen Konstrukte der Polizei, jedoch aus ganz anderen Gründen.“ (Arian Schiffer-Nasserie)

  2. 2 Peer 29. März 2020 um 9:47 Uhr

    Die neusten Überlegungen der Anti-Seuchen-Politiker, Infizierte zu registrieren, und vor ihnen per App warnen zu lassen, – das käme einer Hexenjagd gleich, mit der diejenigen, die eh schon das Pech haben, Infizierte zu sein, wie Aussätzige behandelt werden sollen – und ist also quasi ein staatlicher Aufruf dazu. (Siehe dazu das vorherige Post zum ‚Racial Profiling‘.)

    Potentielle Schadensfälle für den Erfolg der Nation vorsorglich aus dem Verkehr zu ziehen, das ist eben nicht identisch damit, sich Sorgen um das Wohlergehen des Einzelnen zu machen.

    Erkennbar geht es diesem neuen (aus Südkorea geborgten) Vorschlag stattdessen darum, wieder zum normalen Arbeitsalltag zurückzufinden, damit das Wirtschaftswachstum möglichst nur eine kleine Delle abbekommen solle. Um bald im business as usual Krisengewinnler werden zu können.

    Auch manche Aufrufe, alte Leute aus ihren bisherigen Umgebungen herauszuholen, und sie in Altersheime und so in Quarantäne zu verfrachten, kostümieren sich zwar als Schutzvorschläge für diese Alten. In Wahrheit wird, so scheint mir, mehr oder minder insgeheim dabei oft eher an eine rechtzeitige Abschiebung in eine Art von isoliertem „Todestrakt“ gedacht. Von einer besseren pflegekräftigen oder finanziellen staatlichen Ausstattung für solche Heime habe ich jedenfalls noch nichts gelesen. Stattdessen sollen dort ‚Risikogruppen‘ besser kontrollierbar stärker zusammengepfercht werden.

  3. 3 Nestor 29. März 2020 um 12:31 Uhr

    @Peer

    Die neusten Überlegungen der Anti-Seuchen-Politiker, Infizierte zu registrieren

    sind besonders absurd angesichts der Tatsache, daß es gar keine Kapazitäten gibt, um flächendeckend Tests durchzuführen, also alle Infizierten zu erfassen, und genausowenig ernsthafte Versuche, die Ansteckungswege zu verfolgen, um Ansteckungsherde zu isolieren.

  4. 4 Peer 29. März 2020 um 13:38 Uhr

    Hm,

    das mag derzeit dir als schwierig oder unlösbar vorkommen, scheint aber trotzdem sich als hiesige Strategie durchzusetzen: massenhafte Tests, Isolierung von Infizierten und Risikogruppen, – und nach dem 18.4. wieder das langsame Hochfahren der Wirtschaft. Erst einmal.

    Als Blaupause wird zunehmend Südkorea genannt, wo das angeblich funktionieren soll.

    https://www.sueddeutsche.de/politik/coronavirus-tests-strategie-1.4858950

    Zumindestens wollen sie das anscheinend vorbereiten, und werden dafür die Mittel herbeischaffen (wollen).

    Dass das mit den Tests dann nicht funktioniert, wird man vermutlich als Kollateralschaden abbuchen wollen. Denn dass der jetzige Zustand noch monatelang weitergeführt werden würde, dafür höre ich, jenseits der Mediziner und Virologen, kaum jemanden sich aussprechen.

  5. 5 Neoprene 29. März 2020 um 14:40 Uhr

    „scheint aber trotzdem sich als hiesige Strategie durchzusetzen: massenhafte Tests, Isolierung von Infizierten und Risikogruppen“

    Auf Deutschland bezogen stimmt das aber nicht sonderlich: Die Testkapazitäten sind mal gerade verdoppelt worden.

  6. 6 Peer 29. März 2020 um 15:49 Uhr
  7. 7 Nestor 29. März 2020 um 16:26 Uhr

    @Peer

    scheint aber trotzdem sich als hiesige Strategie durchzusetzen: massenhafte Tests, Isolierung von Infizierten und Risikogruppen

    Die sich fast jeden Tag ändernden Vorschläge und Direktiven der Politikermannschaft als „Strategie“ zu bezeichnen, ist sehr schmeichelhaft.
    Was die Tests betrifft, so lese ich seit Tagen, daß es gut wäre, mehr zu testen. In der Praxis werden auch Leute mit wohlbegründetem Test-Ansinnen zurückgewiesen und Gesundheitspersonal nicht getestet, weil zu wenig Testkapazitäten da sind.

  8. 8 bertram 30. März 2020 um 15:19 Uhr

    Meiner Ansicht nach müsste man auch mit einer Studie beginnen, die die Durchseuchung der Bevölkerung feststellt. Also sagen wir in 10 großen und 10 kleineren Städten vielleicht 1000 Leute durchtesten und das im Abstand von einer Woche.

    Man weiß ja sonst gar nicht, was die Infiziertenzahlen nun bedeuten. Sind die offiziell als Infiziert gezählten Fälle nun 10% 40% oder 70% der tatsächlich Infizierten. Wieviele haben schon Antikörper? Sonst weiß man auch überhaupt nicht, was denn noch kommen wird. Sind die jetzt Infizierten nur ein minimaler Anteil der Bevölkerung, dann steht zu befürchten, dass es noch einige Zeit so weitergeht mit der Zunahme. Wenn dagegen schon 25% die Krankheit haben, weil die Dunkelziffer so hoch ist, dann würde das bedeutend das sich die Zunahme langsam abschwächt.

    Wenn nur die Infiziertenzahlen vorliegen, weiß man im Grunde gar nichts, außer dass man zu wenig Tests hat.

    Langsam scheint das Beispiel Südkorea Schule zu machen. Die Erkenntnis sickert aber zu langsam.

    „Die bisherige Methode nach dem Motto „Wir testen, um die Lage zu bestätigen“ müsse abgelöst werden durch den Ansatz „Wir testen, um vor die Lage zu kommen“.

    Genau.

    „In dieser Hinsicht sei Südkorea ein „eindrucksvolles“ Vorbild. Anders als etwa China hat Südkorea keine allgemeinen Ausgangsverbote verhängt.“

    Dafür aber Händis getrackt. Aber China als Konkurrent und „autoritäres Regime“ taugt eben als Vorbild nicht.

    „Sobald diese Verfahren einmal eingespielt seien, „können sie relativ kostengünstig über mehrere Jahre hinaus die wahrscheinlich immer wieder aufflackernden kleinen Ausbrüche sofort eindämmen“, heißt es in dem Papier.“

    Die Zauberworte sind „kostengünstig“ und „sofort eindämmen“. Das heißt doppelt kostengünstig, weil sich der wirtschaftliche Schaden begrenzen lässt. Das heißt, das wird so kommen.

    „Um die Zahl so dramatisch zu steigern wie in dem Papier skizziert, müssten allerdings Chemikalien und Laborgeräte in großem Umfang beschafft werden. Grundsätzlich könnten solche Tests auch in vielen Labors von Universitäten und Biotech-Unternehmen analysiert werden. Die notwendigen Maschinen sind dort meist vorhanden und auch Personal, das damit umgehen kann. Dies zentral zu organisieren, wäre allerdings sehr komplex.“

    Planung ist komplex, wer hätte das gedacht.

    Was zum Lachen:
    Wie die Kinder in Wuhan es vermeiden, Hausaufgaben zu machen

  9. 9 Peer 30. März 2020 um 15:25 Uhr
  10. 10 Peer 30. März 2020 um 16:50 Uhr

    Neben den Börsen könnte es auch die Immobilienwirtschaft (‚Betongold‘, angebliches…) treffen: beide Abteilungen kapitalistischen Reichtums vertragen sich vermutlich nicht sonderlich gut mit der Perspektive einer ‚Rezession‘. Wohnen tun nämlich nicht nur die kleinen Leute. Sondern auch das Wachstum erfordert – eben halt mehr oder eben halt weniger – (Geschäfts-) Räume und gebiert so die weitere Spekulation auf Immobilien und Spekulation auf Spekulation – so denn überhaupt auf das magische „Wachstum“ – sich spekulieren lässt …

    Und noch so viel Rassismus des christlichen guten Amerikas gegen den gesamten Rest der Welt – wird da dem großen amerikanischen Führer vermutlich nicht viel in seinem Wahlkampf nutzen. Dass es auf nix als auf Geld ankomme, so lautete ja sein ganzes geschwätziges Hallelujah. Und dass jegliche Sozialpolitik des Teufels ist, dieses Hauptcredo wird seinen Wählern auch noch himmlische Verzückungen und auch nach Ostern bereiten.

    Hierzulande bringen sich Söder und Laschet als Führungsfiguren für die Kanzlerschaft in konkurrierender Aufstellung in Position: der eine markiert den harten Hund, der andere den Teamplayer. Und so als die wahren ‚Diener ihres Volkes‘: als Vorschriftenerteiler für dieses, denen gerade deswegen als Führer ziemlich absoluter Gehorsam gebührt – aus nix als Einsicht in die Notwendigkeit(en). Ziemlich prinzipieller Art(en). Dafür ist das Virus dann auch noch nutze, in seiner Unwidersprechlichkeit…

    P.S. Dass der dritte Kandidat – der Propagandist für mehr Liberalismus, Privatisierung und Shareholderitis – sich anscheinend derzeit mit seinen Kapitalismus-Phrasen nicht mehr aus der Quarantäne heraustraut, – das muss einen nicht unbedingt verwundern ….

  11. 11 Neoprene 30. März 2020 um 17:49 Uhr

    Wenn Peer vorsichtig vermutet:
    „Neben den Börsen könnte es auch die Immobilienwirtschaft (‚Betongold‘, angebliches…) treffen: beide Abteilungen kapitalistischen Reichtums vertragen sich vermutlich nicht sonderlich gut mit der Perspektive einer ‚Rezession‘.“
    möchte ich nachsetzen: Aber Hallo!
    Wenn es nun Kreise zieht, daß für viele Geschäfsräume die Pächter keine Miete mehr bezahlen, adidas ist da ja auch in dieser Hinsicht ein Pioneer, „bloß“ weil sie keine Geschäfte mehr machen, schließlich ist das Zumachen ja staatlich angeordnet worden, dann sind natürlich die Immobilienbewertungen, die auf den Erpressungsmöglichekiten der eigentümer gegenüber den Pächtern aufsetzen, von heute auf morgen genixt. Und weil gerade das Immobiliengeschäft von maximal ausgenutzem Kreditvolumen lebt, da investiert doch keiner eigenes Geld, sondern leiht es sich möglichst hundertprozentig bei Banken zusammen, gibt es jetzt nicht nur für Immobilienbesitzer trübe Ausssichten, sondern auch bei der Banken- und Versicherungswelt, die von deren Geschäft gelebt haben.

  12. 12 bertram 30. März 2020 um 18:17 Uhr

    Das ist ja nix neues. Wenn das Geschäft insgesamt einbricht, dann natürlich auch auf dem Immobilienmarkt, weil die Nachfrage sinkt. Im Moment ist es aber noch so, dass der Staat zumindest angekündigt hat die Zahlungsausfälle zu puffern. Für einen Zusammenbruch des Immobilienmarkts müssen aber erst zig Geschäfte bankrott machen und Leute entlassen werden. Das wird aber nicht soweit kommen, weil das Geschäft wichtiger ist als Coronatote. Wenn das Abzusehen ist, werden die Maßnahmen gelockert.

  13. 13 Neoprene 30. März 2020 um 18:39 Uhr

    Wird man sehen, bertram, wird man sehen.
    Ich bezweifele, daß in Deutschland alle Zahlungsausfälle staatlich ausgeglichen werden werden (was verstehst du unter „puffern“?). Und ich denke, daß in der Tat „zig“ Geschäfte, wohl eher zigtausend, bankrott machen werden und es zudem zu Massenentlassungen kommen wird. Ich bin mir jetzt auch noch nicht sicher, ob die Ultramarktschreier Erfolg haben werden, die vielleicht durchsetzen können, daß die Wirtschaft wieder anlaufen soll (mögen dann auch wegen dem zu befürchtenden Wiederansteigen der Krankheitsfälle reihenweise weiter alte Menschen sterben), aber ob damit der nächste Aufschwung automatisch „programmiert“ sein wird, müßte man auch dann erst noch sehen. Zudem der wirtschaftliche Erfolg in Deutschland ja maßgeblich von seinen Exporterfolgen abhängt und die kann man nun wirklich nicht aus Berlin aus wieder in Schwung bringen.

  14. 14 Peer 30. März 2020 um 18:58 Uhr

    Ich wolte nur vorsichtig den Immobilienmarkt ansprechen.

    Etwas detaillierter passiert das übrigens hier

    https://www.spiegel.de/wirtschaft/service/corona-krise-koennte-immobilienboom-stoppen-a-f28bb2b1-e8f6-4b12-8be9-610e4f593e25

  15. 15 bertram 30. März 2020 um 19:08 Uhr

    A l l e Ausfälle werden sicher nicht ausgeglichen, der Zweck des staatlichen Geldsegens ist aber, dass es nicht reihenweise zu Bankrotten kommt. „Puffern“ heißt erstmal kreditieren. Was direkt sozusagen als „Geschenk“ (was teilweise auch angedacht ist) verteilt wird, darüber habe ich jetzt keinen Überblick. Kreditieren heißt, dass wegen Mehrschulden durch Corona, die Banken den Geldhahn nicht zudrehen. Das will der Staat nicht und das wollen die Banken nicht, weil das eben in die Krise führt, die jeden in den Abgrund reißt. Die Coronakrise ist nur bewältigbar, wenn Staat und Banken die Schulden durch Corona ein Stück weit Schulden sein lässt und nicht auf sofortige Rückzahlung pocht. Was nicht heißen soll, dass keiner mehr Bankrott geht.

    „die vielleicht durchsetzen können, daß die Wirtschaft wieder anlaufen soll“ Ich bin mir so gut wie sicher. Schließlich haben wir Kapitalismus und sobald absehbar ist, dass die Krankheit weniger kostet (an Geld und Leben) als ihre wirtschaftlichen Folgen, wird die Wirtschaft wieder langsam hochgefahren werden. Dafür braucht es keine prophetische Gabe, sondern bloß ein bisschen Wissen, wie der Kapitalismus gestrickt ist.

    „aber ob damit der nächste Aufschwung „programmiert“ sein wird, müsste man auch dann erst noch sehen“ Natürlich ist der Aufschwung nicht programmiert. Klar gibt das Verluste, die erstmal weggesteckt sein wollen.

    @peer: „Die Coronakrise dürfte nach Einschätzung von Ökonomen den Anstieg der Mieten und Immobilienpreise dämpfen. Ein Crash des Marktes sei aber nicht zu erwarten.“ Ohne jetzt den ganzen Artikel gelesen zu haben, würde ich dieser groben Einschätzung zustimmen. Das ist aber was anderes als ein zusammenbrechender Markt. Kann auch kommen, aber da kommt vorher dann noch einiges anderes.

  16. 16 Peer 30. März 2020 um 19:42 Uhr

    Wieso ist der Artikel im Spiegel was anderes als eben jener Artikel? Außer möglicherweise du hat hier niemand, ich jedenfalls nicht, vom Zusammenbruch oder Crash fabuliert.

  17. 17 Neoprene 30. März 2020 um 19:49 Uhr

    „„Puffern“ heißt erstmal kreditieren. Was direkt sozusagen als „Geschenk“ (was teilweise auch angedacht ist) verteilt wird, darüber habe ich jetzt keinen Überblick.“

    Ich auch nicht. Aber soviel ist ja klar, daß es einem Unternehmen nichts bringt, nicht erzielte Umsätze und damit nicht eingefahrene Gewinne nur mit einem Kredit versehen zu bekommen. Den kann es doch gar nicht zurückzahlen, es sei denn, die Ausfälle würden nach der Krise völlig ausgelichen durch nachgeholte Nachfrage. Das geht bei vielen Dienstleistern z.B. aber gar nicht, wenn die jetzt niemand ergoterapieren können z.B. dann können sie das später nicht aufholen und einen eventuell erhaltenen Kredit zurückzahlen. Ein Reisebüro, das jetzt keine Sommereisen verkaufen kann, wird es schwer haben, das mit zusätzlichem Winterurlaub wett machen zu können.

  18. 18 bertram 31. März 2020 um 9:29 Uhr

    Den kann es doch gar nicht zurückzahlen, es sei denn, die Ausfälle würden nach der Krise völlig ausgeglichen durch nachgeholte Nachfrage.

    Oder die Schulden kommen einfach auf den schon existierenden Schuldenberg obendrauf, bei 0 Zins, wie zur Zeit und die Banken fordern keine Rückzahlung (den die werden vom Staat ja eh mit Liquidität versorgt, bzw. die bekommen den Kredit hinterhergeschmissen). Ihre Liquidität hängt nicht daran, dass ein Kredit zurückgezahlt wird. In einigen Fällen, wo entweder der eine oder der andere crasht, wird der Staat auch Direktzahlungen leisten müssen. So jedenfalls habe ich die Absicht interpretiert.

    @peer: Die Beschreibung, keine Miete wird mehr gezahlt, weil Geschäfte massenhaft bankrott gehen und Leute entlassen werden, ist halt ein Krisenszenario. Ein stagnierender Markt, keine Mietsteigerung usw. ist aber was anderes als ein zusammenbrechender Markt. „Wieso ist der Artikel im Spiegel was anderes als eben jener Artikel?“ Hä? Diesen Satz verstehe ich nicht.

  19. 19 libelle 31. März 2020 um 9:49 Uhr

    Die Banken verleihen aber nicht zu 0%, sondern man zahlt je nach Risikokategorie Zinsen irgendwo zwischen 1% und 4%. Und da kommt es eben darauf an, ob das Geschäft das noch tragen kann. Da viele Unternehmen bezogen auf einen niedrigen Zins längst schon auf Kante genäht sind, was ihre Kredittragfägihkeit betrifft, wird das zu Kreditausfällen führen. Dann hat der Staat die Möglichkeit durch Bürgschaften – letztendlich – zum Garanten der gesamten Wirtschaft zu werden, oder es finden Insolvenzen statt, das Kreditrisiko steigt, die Banken kommen unter Druck, reduzieren das Kreditangebot, was die Zinsen steigen lässt, weitere Firmen in die Insolvenz zwingt, die Banken weiter unter Druck setzt….

    So sieht das eben aus, wenn die Methode die Krise durch Gelddrucken in die Zukunft zu verschieben an ihrem Ende ist.
    Eine Bank kann keinen Kredit zu 0% Zinsen anbieten. Der Kredit muss dieses mal wirklich gestrichen werden und man wird den Umschlag ins Monetarsystem sehen.

  20. 20 Neoprene 31. März 2020 um 9:56 Uhr

    libelle, was meinst du mit
    „man wird den Umschlag ins Monetarsystem sehen“?

  21. 21 Neoprene 31. März 2020 um 10:17 Uhr
  22. 22 bertram 31. März 2020 um 11:30 Uhr

    „Dann hat der Staat die Möglichkeit durch Bürgschaften – letztendlich – zum Garanten der gesamten Wirtschaft zu werden“
    Das hat er ja vor, bzw. schließt es nicht aus.

    „oder es finden Insolvenzen statt, das Kreditrisiko steigt, die Banken kommen unter Druck,“ Das will der Staat vermeiden. „Eine Bank kann keinen Kredit zu 0% Zinsen anbieten.“ Wenn die EZB keinen Zins verlangt geht das schon. Vielleicht sind es ja auch nicht 0% sondern 0,5%.

  23. 23 Neoprene 31. März 2020 um 11:54 Uhr

    Das Problem der Banken ist das gleiche wie bei allen anderen kapitlistischen Firmen: Sie müssen aus dem Geld ihrer Aktionäre und Kreditgeber mehr Geld machen. Und dafür haben sie sich einen eindrucksvollen Apparat von Banktürmen und tausenden von Filialen und noch mehr Mitarbeitern zugelegt. Wenn sie jetzt längere Zeit Kredite ohne Zinsen vergeben würden, wären sie noch schneller pleite als viele es ohnehin sind.

  24. 24 bertram 31. März 2020 um 12:54 Uhr

    „Sie müssen aus dem Geld ihrer Aktionäre und Kreditgeber mehr Geld machen.“

    1. Aktionäre kommen auch ohne Dividende aus. 2. Wenn der Kreditgeber die EZB oder die BRD ist, dann müssen sie kein oder nur wenig Gewinn machen.

    „Und dafür haben sie sich einen eindrucksvollen Apparat von Banktürmen und tausenden von Filialen und noch mehr Mitarbeitern zugelegt. Wenn sie jetzt längere Zeit Kredite ohne Zinsen vergeben würden, wären sie noch schneller pleite als viele es ohnehin sind.“

    Wieso das denn? Weil Löhne und Mieten von zurückgeflossenem Geld bezahlt werden müssen? Wer hat das denn festgelegt? Für Banken gilt das doch genauso wie für produktive Kapitalisten, dass der Staat vor hat auf begrenzte Zeit, Geschäft durch Kredit zu ersetzen. Da kann man nicht sagen, aber bei den Banken hört das auf. Wenn das aufhört, dann dadurch, dass andere (Nationen, Finanzmärkte) die Güte des Kredits anzweifeln. Denen geht es aber genauso, wie der BRD, weil es eine weltweite Krise ist. Die werden sich hüten mit dem Zweifeln anzufangen.

    „libelle, was meinst du mit„man wird den Umschlag ins Monetarsystem sehen“?“ Wahrscheinlich, dass mit Gold oder Silber bezahlt wird.

  25. 25 Nestor 31. März 2020 um 13:01 Uhr

    Bitte, wirtschaftliche Überlegungen in den anderen Thread verlegen!

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