Syrien – Krieg ohne Ende

STRAFE MUSS SEIN!

Der Optimismus, Syrien würde sich früher oder später der Dschihadisten entledigen und zum Wiederaufbau schreiten können, war unangebracht.

Offenbar sind die internationalen Akteure, die seinerzeit Assad beseitigen und Syrien aufteilen wollten, inzwischen übereingekommen, das Land einfach zu einem Dauer-Kriegsschauplatz zu machen – ähnlich wie den Donbass.
Als Strafe dafür, daß die syrische Bevölkerung offenbar doch mehrheitlich an der alten Führung festhält.

Die Türkei hat außerdem ihre Expansionsbestrebungen nicht aufgegeben, und befindet sich in ständigem Tauziehen mit Rußland, ihren bisherigen Raub behalten zu dürfen.


13 Antworten auf „Syrien – Krieg ohne Ende“


  1. 1 Nestor 28. Januar 2020 um 18:58 Uhr

    Syrien und Libanon im Dollar-Schlamassel

    Die Auswirkungen der Bankenkrise im Libanon treffen auch die syrische Bevölkerung, direkt und indirekt. Schon vor dem Ausbruch der kriegerischen Auseinandersetzungen gab es enge Verflechtungen zwischen syrischen und libanesischen Banken. Der Libanon war seit langem ein finanzieller Umschlagplatz für syrische Geschäftsleute, aber auch für „Normalbürger“, die sich dort bessere und sichere Bedingungen versprachen, was auch jahrzehntelang funktionierte.

    Als Syrien ab 2011 in immer größeren Teilen zu einem Kriegsschauplatz wurde, verstärkte sich die Tendenz, syrisches Geld in den „sichereren Hafen“ Libanon zu bringen, eben auch für kleinere Geschäftsleute, Angestellte und Arbeiter. Mit den US-Sanktionen verstärkte sich der Effekt noch weiter. Wie groß die syrischen Einlagen in libanesische Banken sind, ist unbekannt; es gibt nur Schätzungen, die von „Milliarden“ ausgehen, allerdings in wirtschaftlich besseren Zeiten Syriens, wobei die Grundlage der Quellen fraglich sind und es auch unklar ist, wie groß der Anteil größerer Vermögen ist.

    https://www.heise.de/tp/features/Syrien-und-Libanon-im-Dollar-Schlamassel-4644949.html

  2. 2 NN 28. Januar 2020 um 23:30 Uhr

    Syrische Armee nimmt strategisch wichtige Stadt unter ihre Kontrolle – Quelle

    Die Regierungstruppen Syriens haben die strategisch wichtige Stadt Maarat al-Numan im Süden der Provinz Idlib unter ihre Kontrolle genommen. Dies teilte eine Militärquelle gegenüber Sputnik mit.

    Türkei verspricht Antwort im Fall einer Bedrohung ihrer Beobachtungspunkte in Idlib

    Die Türkei hat den syrischen Truppen eine entschiedene Antwort versprochen, sollten sie die Sicherheit der türkischen Beobachtungspunkte in Idlib gefährden. Dies ist einer Mitteilung des türkischen Verteidigungsministeriums zu entnehmen.

    Kämpfer und „Weißhelme“ bereiten neue Provokation mit C-Waffen in Syrien vor

    Kämpfer und ihre Komplizen aus der Organisation „Weißhelme“ bereiten laut dem Leiter des russischen Versöhnungszentrums in Syrien, Generalmajor Juri Borenkow, eine Provokation mit Anwendung von Giftstoffen in Syrien vor.

  3. 3 Pola 03. Februar 2020 um 20:09 Uhr

    Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan hatte erst am Freitag mit einer Militäroffensive im Nordwesten Syriens gedroht, sollte die Lage in Idlib nicht sofort geklärt werden. „Wir werden tun, was nötig ist, wenn jemand unser Territorium bedroht“, sagte er in Ankara. Das schließe den Einsatz des Militärs ein. Erdogan betonte weiter, sein Land werde keine Wahl haben und müsse notfalls dieselben Schritte unternehmen wie zuvor. Er spielte damit auf die Offensive im Nordosten Syriens an, wo das türkische Militär im Oktober seinen Angriff auf die Kurden-Miliz YPG begonnen hat. Seine Regierung werde keine neuen Bedrohungen in der Nähe der Landesgrenze zulassen, selbst wenn das einen Militäreinsatz auf syrischem Boden bedeute, wie dies bereits dreimal geschehen sei.
    https://www.dw.com/de/t%C3%BCrkischer-vergeltungsangriff-nach-t%C3%B6tung-von-soldaten-in-syrien/a-52238070

  4. 4 Nestor 03. Februar 2020 um 21:08 Uhr

    Was immer Erdogan unter „Landesgrenze“ versteht …

    Einmal sehen, ob Syrien und Russland jetzt Idlib zur Chefsache machen, so wie seinerzeit Aleppo oder Ghuta.

  5. 5 NN 03. Februar 2020 um 23:59 Uhr

    Eskalation um Idlib
    Ankaras Streitkräfte kommen Al-Qaida in syrischer Provinz zu Hilfe. Russisch-türkische Konfrontation droht
    Von Nick Brauns

    Während sich die syrische Armee auf die Einnahme der Provinzhauptstadt Idlib in der gleichnamigen nordwestsyrischen Provinz vorbereitet, kommt die Türkei den dort in Bedrängnis geratenen Kämpfern des syrischen Al-Qaida-Ablegers Haiat Tahrir Al-Scham (HTS) militärisch zur Hilfe.

    Unterstützt von der russischen Luftwaffe haben syrische Regierungstruppen in den vergangenen Tagen den Süden der von der HTS und kleineren dschihadistischen Kampfverbänden kontrollierten Provinz Idlib einschließlich der zweitgrößten Stadt Maarat Al-Numan unter ihre Kontrolle gebracht. In Idlib sind türkische Truppen aufgrund des im Jahr 2017 zwischen Russland, dem Iran und der Türkei geschlossenen Astana-Abkommens mit zwölf Beobachtungsposten zur Überwachung einer Deeskalationszone präsent. Der Zusage, die HTS-Kämpfer aus einer 15 Kilometer tiefen entmilitarisierten Zone zurückzuziehen, kam Ankara allerdings nicht nach.

    Bei einem Angriff syrischer Regierungstruppen auf die von HTS besetzte Stadt Sarakib wurden in der Nacht zum Montag sechs türkische Militärangehörige getötet. Die Soldaten hätten sich dort bewegt, ohne die russische Seite darüber vorab zu informieren, erklärte das russische »Zentrum für Aussöhnung in Syrien« am Montag. Türkische Artillerie habe zur »Vergeltung« 46 Ziele der Regierungskräfte beschossen und dabei bis zu 35 »Elemente des Regimes neutralisiert«, behauptete der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am Montag. Eine Bestätigung durch Damaskus erfolgte bislang nicht. Der türkische Präsident forderte Russland auf, das türkische Militär nicht zu behindern.

    Nachdem Erdogan am Freitag mit »extremsten Optionen« gedroht hatte, falls die syrisch-russische Offensive nicht gestoppt werden sollte, überquerten am Sonntag drei türkische Konvois mit über 200 gepanzerten Fahrzeugen und Tiefladern mit Kampfpanzern die syrische Grenze in Richtung Idlib. Von der Türkei unterstützte dschihadistische Söldner griffen aus der türkisch besetzten Region um die Stadt Al-Bab Regierungstruppen im Norden von Aleppo an, um deren Kräfte zu binden. Syrische und russische Flugzeuge flogen daraufhin Angriffe bei Al-Bab. Türkische Truppen könnten Opfer russischer Luftangriffe werden, warnte der russische Auslandssender RT Deutsch am Montag vor dem Risiko einer ungewollten Eskalation zwischen Russland und der Türkei.

    Nach Angaben der Vereinten Nationen sind in Idlib mit seinen rund drei Millionen Einwohnern 400.000 Zivilisten auf der Flucht vor den Kämpfen. Viele von ihnen kampieren im Grenzgebiet zur Türkei. Doch Ankara hält die befestigte Grenze für die Schutzsuchenden geschlossen. Die Bundesregierung will den Bau von Flüchtlingsunterkünften in Idlib laut Auswärtigem Amt mit 25 Millionen Euro in diesem Jahr unterstützen. In der vergangenen Woche hatte die Behörde ein Ende der syrisch-russischen Offensive auf Idlib gefordert, während die meisten großen deutschen Medien verharmlosend von einer »Rebellenprovinz« sprechen. Als Weißwäscher der syrischen Al-Qaida-Kämpfer betätigte sich auch der US-Sonderbeauftragte für Syrien, James Jeffrey. Zwar würde HTS als Terrororganisation eingestuft, doch ihre Anhänger verstünden sich als »patriotische Oppositionskämpfer« gegen das »Assad-Regime«, und von ihnen ginge keine internationale Bedrohung aus, behauptete der US-Diplomat.

    Gemeinsame Patrouille mit Russen in Syrien: Türkische Militärs erscheinen einfach nicht

    Türkische Militärs sind nicht wie vereinbart zu einer gemeinsamen Patrouille mit russischen Soldaten in Syrien erschienen. Die russische Militärpolizei musste diese dann laut dem Versöhnungszentrum in Syrien allein absolvieren.

  6. 6 NN 05. Februar 2020 um 1:09 Uhr

    Moskau ruft Ankara zu strenger Einhaltung von Idlib-Vereinbarungen auf

    Russland hat die Türkei aufgerufen, die in der russischen Schwarzmeerstadt Sotschi erzielten Vereinbarungen zur Sicherheitszone um das syrische Idlib streng einzuhalten. Das erklärte der russische Außenminister Sergej Lawrow in Moskau.

    Türkisches Militär verzichtet nicht auf Beobachtungsstände im syrischen Idlib

    Die Türkei wird laut dem Staatschef Recep Tayyip Erdogan ihre Beobachtungsstände im syrischen Idlib nicht verlassen, sondern beabsichtigt deren Ausbau.

    Strategischer Kampf
    Syrische Armee verteidigt sich gegen Dschihadisten und konzentriert sich auf wichtige Transitrouten. Türkei steht vor militärischer Niederlage
    Von Karin Leukefeld

    Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hat Russland am Dienstag erneut dazu aufgerufen, die »Aggression« der syrischen Regierung in Idlib zu stoppen. Cavusoglu hatte am Montag mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow telefoniert, nachdem bei einem Angriff syrischer Regierungstruppen auf die von Dschihadisten besetzte Stadt Sarakib nach neuesten offiziellen Angaben sieben türkische Soldaten und ein ziviler Mitarbeiter des Militärs getötet worden waren. Die Türkei startete darauf einen Vergeltungsangriff, bei dem mehrere syrische Soldaten ums Leben kamen. Rund um Aleppo hat die Söldnertruppe »Syrische Nationale Armee« mit türkischer Unterstützung Angriffe zur Entlastung ihrer Verbündeten in der westlichen Nachbarprovinz Idlib begonnen.

    Besonders schwere Raketenangriffe wurden am vergangenen Wochenende vom Westen und Südwesten her auf Wohnviertel von Aleppo und auf die südwestliche Verteidigungslinie der Stadt verübt. Zu den Angreifern zählte unter anderem die von Uiguren geführte »Islamische Turkestan-Partei« (TIP). Ziel waren Stellungen der syrischen Armee, lokaler Verteidigungseinheiten und Einheiten der Iranischen Revolutionsgarden. Dabei setzte TIP auch mit Sprengstoff gefüllte Fahrzeuge mit Selbstmordattentätern ein. Daraufhin verstärkten Syrien, Russland und ihre Verbündeten ihre Angriffe auf die Stellungen der Islamisten westlich von Aleppo.

    Die Türkei, die USA, Golf- und europäische Staaten beschuldigen Syrien und Russland, den Waffenstillstand in Idlib nicht eingehalten und Schulen, Krankenhäuser und Transporte der Zivilbevölkerung bombardiert zu haben. Damaskus und Moskau verweisen ihrerseits auf die terroristischen Kampfverbände unter Führung des syrischen Al-Qaida-Ablegers Haiat Tahrir Al-Scham (HTS), die Stellungen der syrischen Armee und Ortschaften in Gebieten rund um die Provinz Idlib angreifen. Das russische Verteidigungsministerium wies darauf hin, dass diese Gruppen Ziel der syrischen und russischen Angriffe seien, nicht die Zivilbevölkerung.

    Die Kämpfe konzentrieren sich auf zwei wichtige Transitrouten. Die West-Ost-Autobahn »M 4« verbindet die syrische Hafenstadt Latakia mit Aleppo und führt von dort weiter in den Osten bis in die nordirakische Stadt Mossul. Die Nord-Süd-Autobahn »M 5« verbindet Aleppo mit Hama, Homs und Damaskus, von wo sie weiter Richtung Jordanien führt. Beide Transitrouten treffen sich bei dem Ort Sarakib, wo derzeit die heftigsten Kämpfe toben. Die beiden Autobahnen befanden sich seit 2012 unter Kontrolle der dschihadistischen Kampfverbände und der Türkei und wurden für den Transport von Waffen, Hilfsgütern, Benzin und Kämpfern genutzt. Ihr Verlust bedeutet für die Dschihadisten in Idlib ebenso wie für die Türkei im Westen und Nordwesten Syriens die wohl endgültige militärische Niederlage.

    Teil der im September 2018 von der Türkei und Russland mit Zustimmung Syriens und des Iran geschlossenen Astana-Vereinbarung über eine Deeskalationszone um Idlib war der Rückzug der Kampfverbände von den beiden Autobahnverbindungen. Um diesen zu kontrollieren, richteten Ankara, Moskau und Teheran militärische Beobachtungsposten entlang dieser Zone ein. Die Türkei hat ihre zwölf Posten seitdem zu Militärbasen ausgebaut, teilweise in unmittelbarer Nähe zu HTS-Stellungen. Die international als Terrororganisation gelistete HTS, TIP und deren Dschihadisten erkennen die Vereinbarung jedoch nicht an und setzen ihre Angriffe auf die syrische Armee fort. Die türkischen Soldaten auf Beobachtungsposten in unmittelbarer Nähe von HTS- und TIP-Stellungen werden de facto zu »Schutzschilden« der Dschihadisten. Um eine Konfrontation zu verhindern, muss jeder türkische Versorgungskonvoi beim russischen Militär angemeldet werden. Das war russischen Angaben zufolge am vergangenen Wochenende unterlassen worden, was zum Tod türkischer Soldaten führte.

    Die Türkei ist mit ihrem Auftrag, die dschihadistischen und »moderaten« Kampfverbände in Idlib zu entflechten, gescheitert. Erst seit Dezember 2019 hat Ankara den mit ihr verbündeten Kämpfern einen Ausweg aus Idlib geebnet. Sie bringt sie über die Türkei als Söldner nach Libyen. Wer sich für diesen Weg entscheidet, erhält einen Monatslohn von 2.000 US-Dollar und das Angebot, die türkische Staatsangehörigkeit zu erhalten.

  7. 7 Nestor 05. Februar 2020 um 11:39 Uhr

    So wie die Dinge stehen, wird vermutlich keine der beiden Seiten einen Rückzieher machen.

    Die Frage ist nur, ob die Türkei von NATO-Staaten Unterstützung kriegen wird, wie seinerzeit bei der Eroberung Afrins.
    Auf so etwas setzt der Sultan offenbar.

  8. 8 Nestor 05. Februar 2020 um 22:25 Uhr

    Deutschland finanziert türkische Besatzungszone in Nordsyrien

    25 Millionen Euro aus Deutschland für Idlib

    Deutschlands Support für Erdogan geht in die nächste Runde. Es ist kaum mehr als eine Woche her, als die Kanzlerin bei ihrem Besuch in Ankara der Türkei umfassende Unterstützung für Flüchtlinge in Nordwest-Syrien zusagte.

    Dabei nahm sie selbst ethnische Säuberungen und die Änderung der Demographie in Nord- und Ostsyrien durch die Ansiedlung arabischstämmiger, sunnitischer Syrer in den Gebieten der Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien durch die Türkei in Kauf.

    In Nordwest-Syrien wird die katastrophale Lage der Flüchtlinge beklagt und in Nordost-Syrien totgeschwiegen. Ob Erdogan wohl Angela Merkel durch das Spieglein, dass er ihr beim letzten Besuch in Ankara überreichte, die deutsche Außenpolitik im Nahen Osten zuflüstert?

    https://www.heise.de/tp/features/Deutschland-finanziert-tuerkische-Besatzungszone-in-Nordsyrien-4653260.html

  9. 9 NN 11. Februar 2020 um 12:25 Uhr

    Kampf um Idlib
    Syrische Armee rückt weiter vor. Türkei rüstet verbündete Kampfverbände auf und unterstützt Vorgehen militärisch
    Von Karin Leukefeld

    Die syrischen Streitkräfte und ihre Verbündeten sind weiter auf dem Vormarsch. Am Sonntag erklärte die Armeeführung, strategisch wichtige Hügel, Dörfer und Städte im Grenzgebiet der Provinzen Idlib und Aleppo zurückerobert zu haben. Mit der Stadt Sarakeb konnte der wichtige Knotenpunkt der beiden Autobahnen »M 4« (West-Ost) und »M 5« (Nord-Süd) wieder eingenommen werden. In Sarakeb und in den nahe der Autobahnkreuzung gelegenen Orten Scheich Edris und Sarmin befanden sich Kommandozentralen der drei führenden Dschihadistenverbände in Idlib und Südwest-Aleppo, die mit Al-Quaida verbündeten Haiat Tahrir Al-Scham (HTS), die von Uiguren geführte »Islamische Partei Turkistans« und die HTS-Abspaltung Hurras Al-Din. Diese Gruppen gelten als Terroristen und sind von dem Deeskalationsabkommen der Türkei, Russlands und des Irans für Idlib ausgeschlossen, das im September 2018 in Kraft trat.

    Die Stadt Sarakeb war Berichten zufolge eine logistische Verteilstelle für Waffen, Kämpfer, Hilfsgüter und Treibstoff, die von dort aus über die beiden Autobahnen zu Dschihadisten an der Frontline zu Latakia, Aleppo und Hama transportiert wurden. Für jene bedeutet der Verlust der wichtigen Verbindungsstraßen eine herbe Niederlage. Am Montag morgen berichtete das oppositionelle Medienzentrum Aleppo (AMC) per Twitter, dass die Dschihadisten eine Gegenoffensive gegen die syrische Armee gestartet hätten, um Sarakeb zurückzuerobern. Die türkische Armee unterstütze die Offensive mit Artillerie berichtete der kurdisch-irakische Nachrichtensender Rudaw unter Verweis auf »Quellen vor Ort«.

    Eine Bestätigung aus Ankara gibt es dafür nicht. Das türkische Außenministerium erklärte, man werde die »notwendigen Schritte« einleiten, sollte die syrische Armee ihren Vormarsch in Idlib nicht bis Ende Februar stoppen. Gleichzeitig wurde auf die russisch-türkischen Gespräche über die Lage in der Provinz verwiesen, die am Samstag begonnen hatten und am gestrigen Montag in Ankara fortgesetzt wurden. Thema war türkischen Angaben zufolge die Frage, wie der politische Prozess in Syrien gefördert werden könne. Sollten die Delegationen keine Einigung erzielen, so türkische Medien, werde die »Idlib-Frage« auf Präsidentenebene zwischen Recep Tayyib Erdogan und Wladimir Putin erörtert werden müssen.

    Die türkische Armee ist durch den syrischen Vormarsch erheblich unter Druck geraten. Mindestens vier der zwölf türkischen »Beobachtungsposten« in Idlib sind inzwischen von syrischen Truppen umzingelt. Ankara forderte die syrische Armee zum Rückzug auf.

    Medienberichten zufolge soll die türkische Armee entlang der türkisch-syrischen Grenze ihre Präsenz deutlich erhöht haben. Die in London ansässige »Beobachtungsstelle für Menschenrechte« gab am Montag an, dass seit dem 2. Februar 2020 mehr als 1.450 türkische Lastwagen und Militärfahrzeuge, Panzer, Radaranlagen und anderes Material in die Provinzen Idlib und Aleppo gebracht worden sein sollen. Mindestens 6.000 türkische Soldaten seien dort stationiert.

    Wie viele der türkischen Militärkonvois tatsächlich die Grenze nach Syrien überquert haben, ist unklar. Aus Regierungskreisen in Ankara hieß es, der militärische Nachschub diene lediglich der Befestigung der türkischen »Beobachtungsposten« in Idlib.

  10. 10 Nestor 11. Februar 2020 um 12:35 Uhr

    Soweit ich die News verfolgt habe, werden diese oben erwähnten Dschihadisten – HTS, Uiguren usw. – von Saudi Arabien und den Emiraten finanziell und mit Waffen unterstützt.
    Die haben offenbar mit der Türkei ausgemauschelt, sich militärisch und verhandlungsmäßig als deren Schutzmacht zu betätigen.
    Wenn jetzt die Syrer + Russen in Idlib vorrücken, gehen nicht nur türkische Expansionspläne nach Syrien flöten (Idlib selbst) oder sind in Gefahr (Afrin), sondern die Türkei steht auch vor SA und den Golfstaaten etwas blamiert da.

  11. 11 NN 13. Februar 2020 um 12:18 Uhr

    Kein Ende der Kämpfe
    Zusammenstoß zwischen US-Truppen und syrischer Armee

    Im Norden Syriens ist es zu einem Zusammenstoß zwischen US-Truppen und der syrischen Armee gekommen. Dabei hätten US-Soldaten nahe der mehrheitlich von Kurden bewohnten Stadt Kamischli einen Menschen getötet, meldete die staatliche Nachrichtenagentur SANA am Mittwoch. Laut SANA handelte es sich bei dem Opfer um einen Zivilisten.

    Ein Reporter der Agentur berichtete, dass ein syrischer Armeeposten in der Nähe von Kamischli vier US-Fahrzeuge angehalten habe, woraufhin Hunderte Bewohner umliegender Dörfer zusammengekommen seien, um die US-Truppen zur Rückkehr zu zwingen. Daraufhin hätten die Soldaten in die Menge geschossen, unter anderem auch Rauchbomben. Dabei sei einer der Bewohner gestorben, ein anderer sei verletzt worden, so SANA. Laut Medienberichten war auch die US-Luftwaffe im Einsatz.

    Unterdessen hat Ankara seine Drohungen in Richtung Damaskus verschärft. Im Fall »weiterer Angriffe« auf türkische Soldaten im Norden Syriens will Präsident Recep Tayyip Erdogan nun auch jenseits des umkämpften Idlib zurückschlagen. Das sagte er am Mittwoch vor Mitgliedern seiner Regierungspartei AKP.

    Der türkische Präsident warf Damaskus und seinen Unterstützern zudem »Massaker« vor. Sie bekämpften nicht Terroristen, sondern Zivilisten. Ziel sei, die Bevölkerung Richtung türkische Grenze zu zwingen, um dann die Region »problemlos besetzen« zu können.

    Die syrische Regierung wies die Drohungen zurück. Es handele sich um hohle Erklärungen einer realitätsfremden Person, die die Lage nicht verstehe, hieß es aus dem Außenministerium in Damaskus, wie SANA meldete. Die syrische Armee werde weiter »Terrororganisationen« in der Region bekämpfen.

    Auch der Kreml wies Erdogans Anschuldigungen zurück. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, Terroristen verübten in Idlib weiter Angriffe auf die syrische Armee und die russischen Militärbasen, obwohl die Türkei sich verpflichtet habe, sie zu vernichten. Die syrische Armee nehme nicht Zivilisten ins Visier, sondern Terroristen.

    Zuvor hatte es ein weiteres Telefonat zwischen Erdogan und Russlands Präsidenten Wladimir Putin über Idlib gegeben. Dem Kreml zufolge wollen sich sowohl Russland als auch die Türkei weiter an die Vereinbarungen von Sotschi halten.

    Moskau und Damaskus warfen dem Westen am Mittwoch anhaltende Unterstützung von Terroristen in Idlib vor. Die syrische Armee habe bei ihrem Vorrücken große Mengen an Kriegsgerät, Waffen und Munition sichergestellt, berichtete die Agentur Interfax unter Berufung auf russische und syrische Regierungsvertreter. Demnach stammt die Ausrüstung teils aus westlicher Produktion. »Das zeugt von einer andauernden Unterstützung der Rebellen aus dem Ausland.«

    Zugleich verteidigten Moskau und Damaskus die Offensive der syrischen Armee. Die bewaffneten Gruppierungen hätten die von russischer und syrischer Seite eingerichteten humanitären Korridore für Flüchtlinge in den Provinzen Idlib, Aleppo und Hama blockiert und teils vermint. (dpa/AFP/jW)

    Moskau wirft Ankara fehlende Handlungen im Anti-Terror-Kampf vor

    Die Krise um Idlib – die letzte Hochburg der Terroristen in Syrien – resultiert daraus, dass die Türkei ihre Verpflichtungen zur Abgrenzung zwischen gemäßigten Oppositionellen und den Terroristen nicht erfüllt. Das erklärte das Verteidigungsministerium in Moskau am Mittwoch.

    Putin telefoniert mit Erdogan: Eskalation in Idlib im Mittelpunkt

    Der russische Präsident Wladimir Putin hat am Mittwoch mit dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan telefoniert, wie der Pressedienst des Kremls mitteilte. Im Mittelpunkt des Gesprächs stand demnach die Beilegung der Syrien-Krise vor dem Hintergrund der Eskalation in Idlib.

    Erdogan will syrische Regierungsarmee zum Verlassen der Deeskalationszone in Idlib zwingen

    Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will die syrischen Regierungstruppen bis Ende Februar zum Verlassen der Deeskalationszone in Idlib zwingen. Er drohte außerdem mit Angriffen gegen die syrische Armee auch außerhalb dieser Zone, sollte es zu Attacken auf türkische Soldaten kommen.

    Türkei verlegt Raketenkomplexe nach Idlib – Anadolu

    Raketenkomplexe werden laut der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu zu den Standorten der türkischen Beobachtungspunkte im syrischen Idlib verlegt.

    Türkei verlegt Sondereinsatzkräfte nach Idlib – Agentur

    ie türkischen Streitkräfte haben Sondereinsatzkräfte in das Gebiet ihrer Beobachtungspunkte in der Deeskalationszone Idlib verlegt, meldet die Nachrichtenagentur Anadolu.

    US-Fliegerkräfte greifen syrische Siedlungen an

    US-Fliegerkräfte führen laut Medienberichten gegenwärtig Luftschläge gegen zwei Dörfer in der Provinz Hasaka im Nordosten Syriens.

  12. 12 Nestor 13. Februar 2020 um 12:31 Uhr

    Die Überschrift des einen Sputnik-Artikels steht im Widerspruch zum Text. Bisher wurden die Raketenwerfer erst bis an die türkische Grenze verlegt, noch nicht auf syrisches Territorium.
    Der Unterschied ist wichtig.
    Weil sobald sie auf syrisches Territorium gebracht werden, hat sich die Türkei sehr weit aus dem Fenster gelehnt. Es wird sich zeigen, ob sie einen Angriff durch die Luftwaffe Syriens oder womöglich Rußlands auf diese Raketenwerfer riskiert.

  13. 13 Nestor 13. Februar 2020 um 13:04 Uhr

    Es ist natürlich möglich, daß in Idlib unangenehme Beweise für die Zusammenarbeit von EU-Regierungen mit Dschihadisten ans Licht kommen. Deswegen das Geschrei wegen „humanitärer Katastrophe“ usw.

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


× acht = acht