Pressespiegel El País, 16.3.: Deutschlands Banksektor

„IN PLANUNG: EINE SCHWACHE DEUTSCHE GROSSBANK

Seit geraumer Zeit sind die privaten Großbanken in Deutschland am Boden. Das vergißt man gerne, wenn sich die Blicke auf den italienischen oder griechischen Banksektor richten.

Aber die Realität läßt sich nicht wegwischen. Seit der Großen Rezession kommen die beiden führenden deutschen Banken, Deutsche Bank und Commerzbank, nicht mehr auf die Füße. Deshalb häufen sich nun die mehr oder weniger informellen Sondierungen für ein mögliches Zusammengehen.

Die Operation wird von der Bundesregierung und ihrem Finanzminister, dem Sozialdemokraten Olaf Scholz betreut, um einen nationalen Champion zu küren, der dem internationalen Wettbewerb gewachsen ist – da sie bereits im nationalen nicht so recht vorankommen.“
(Die Wortwahl und das Bild sind schon recht frech von dem spanischen Journalisten, der es sich nicht verkneifen kann, zu zeigen: Auch in Deutschland, das uns immer als Vorbild vorgehalten wird, ist nicht alles in Ordnung!)

„Sie wird von einigen großen US-Fonds wie Cerberus – Aktionär beider Banken – unterstützt. Aber andere Geschäftspartner und Analysten haben ihre Bedenken.

Die jüngste Wende“ (eigentlich das Gegenteil einer Wende) „in der Geldpolitik der EZB, die eine Verlängerung der Ära der Zinssätze um null oder sehr niedrig vorsieht, ist ein gewisser Ansporn für die Fusion.

Die Banken im allgemeinen und vor allem die beiden vor sich hin schlingernden deutschen Flaggschiffe tun sich schwer beim Gewinnemachen, wenn der Preis der Ware, mit der sie handeln – dem Geld – sehr niedrig ist.

Der Ausgangspunkt für den Zusammenschluss von Commerz und Deutsche ist die extreme strukturelle Schwäche von beiden. Die Commerzbank musste 2009 mit einer staatlichen Beihilfe gerettet werden, die fast der von Bankia entsprach: 18.000 Millionen.“
(Der gescheiterte Börsengang von Bankia 2012 und die Rettungsaktion des Staates erschütterten den spanischen Banksektor bis in die Grundfesten.)

„In diesem Fall stammten sie jedoch aus der deutschen Staatskasse, die noch 15% ihres Kapitals hält. Die Commerzbank humpelt (sie erzielte eine niedrige Kapitalrendite von 3,4%, 8% mehr als im Vorjahr), schafft es jedoch gerade noch über die Linie.

Der Deutschen Bank geht es viel schlechter. Sie war eine der am stärksten von der Krise der gescheiterten Hypothekarkredite in den USA betroffenen Banken. Sie saß in fast allen Verfahren wegen Korruption bei großen Banken auf der Anklagebank und wurde wiederholt wegen Geldwäsche, Steuerhinterziehung und Manipulation von Zinssätzen und dergleichen mit hohen Geldstrafen belegt. Im Jahr 2015 verlor sie satte 6.890 Millionen Euro.

Nach verschiedenen Maßnahmen wie der Entlassung von Mitarbeitern (mehr als 6.000 Stellen) und Geldspritzen (mehr als 100 Milliarden von der EZB) wurde 2018 – erstmals seit 2014 – ein positives Ergebnis von 267 Millionen erzielt.

Es ist nicht sicher, ob die Kombination zweier solcher Bausteine eine richtige Festung hervorbringt.“

Quelle
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Man erinnere sich, vor Jahren wollten Unicredit und Intesa Sanpaolo fusionieren, daraus wurde dann doch nichts.

Siehe hierzu auch:

Europas Bankensektor 2016
DIE BANKENKRISE KEHRT ZURÜCK, BZW. WIRD WIEDER MANIFEST

Der Triumph des abstrakten über den konkreten Reichtum
DIE ZINSPOLITIK DER EZB

Kapitalvernichtung steht an, es fragt sich nur: wo?
PLEITEBANKEN ZUSPERREN!


25 Antworten auf „Pressespiegel El País, 16.3.: Deutschlands Banksektor“


  1. 1 Samson 19. März 2019 um 19:53 Uhr

    Ob es gut für die Bilanzen der Banken ist, sei dahingestellt, im Sinne der Profitratensteigerung in der Produktionssphäre ist es in jedem Fall (und daran haben die Banken nicht nur wegen der Kredite ein Interesse).
    Stahlindustrie: IG Metall vereinbart Reallohnkürzungen
    „Die Gewerkschaft hat sich in der Nacht zum Sonntag mit den Vertretern der nordwestdeutschen Eisen- und Stahlindustrie auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Danach steigen die Löhne für die rund 72.000 Beschäftigten ab März 2019 um 3,7 Prozent und bleiben anschließend bis Ende Februar 2021 konstant. Für die beiden ersten Monate des Jahres 2019 gibt es eine Einmalzahlung in Höhe von 100 Euro. Auszubildende erhalten in zwei Stufen je nach Ausbildungsjahr eine Erhöhung ihrer Vergütung von 88 Euro bis 188 Euro.

    Das Ergebnis bedeutet auf das Jahr umgerechnet – ohne das einmalige Almosen von 100 Euro für die Monate Januar und Februar – eine Steigerung von gerade einmal 1,7 Prozent. Das liegt unter der Inflationsrate (1,9 Prozent im letzten Jahr). In die Verhandlungen war die IG Metall mit der Forderung von 6 Prozent gegangen, bei einer Laufzeit von 12, nicht wie jetzt vereinbart 26 Monaten.“

  2. 2 Nestor 20. März 2019 um 10:51 Uhr

    Für die Bilanzen der Banken sind die Gewinnaussichten der bei ihnen verschuldeten Betriebe insofern wichtig, als die Schulner damit solide sind und ihre Schulden verläßliche Aktiva für die Bank darstellen.

    Bei den Betrieben selbst ist es inzwischen so, daß gar nicht mehr der tatsächlich eingefahrene Gewinn ihren Erfolg ausmacht, sondern der prognoztizierte. Sie können aus Sichtweise der Banken und der Aktionäre sogar einen Verlust für das gelaufene Jahr vermelden – Hauptsache, sie können für das kommende Jahr einen schönen Gewinn voraussagen und das glaubhaft darstellen. Die Medien assistieren bereitwillig, und der Aktienmarkt boomt.

    Man merkt das auch bei den obigen Verhandlungen. Ob die Gewerkschaften und das Arbeitsvolk 2021 wirklich stillhalten und sich mit den mageren Lohnsteigerungen abfinden werden, steht in den Sternen. Das Wichtige ist, daß heute behauptet wird, morgen machen wir einen Gewinn!

    Deutlicher kann man gar nicht darstellen, daß die ganze Profitmacherei sich inzwischen in Spekulation aufgelöst hat und das reale Kapital immer mehr fiktiv wird.

    Klar, die Klein- und Mittelbetriebe, die nicht an der Börse notieren, müssen bei Verfallstag zahlen und reale Gewinne vorweisen. Dort steht die Welt noch auf dem Boden von Mehrwert und Profitmacherei.
    Das sind auch die Unternehmen, die die Hauptlast der Unternehmenssteuern zahlen. Die Multis haben andere Optionen.

  3. 3 Nestor 26. April 2019 um 16:28 Uhr

    Deutsche Banken-Hochzeit geplatzt

    Deutsche Bank und Commerzbank werden nicht fusionieren. „Es war sinnvoll, diese Option einer innerdeutschen Konsolidierung zu prüfen“, erklärten die beiden Konzerne am Donnerstag in gleichlautenden Mitteilungen. Nach „gründlicher Analyse“ in den knapp sechswöchigen Gesprächen seien die Vorstände jedoch zu dem Schluss gekommen, dass ein Zusammenschluss „keinen ausreichenden Mehrwert bieten würde“.

    Quelle: https://www.sn.at/wirtschaft/welt/deutsche-banken-hochzeit-geplatzt-69306838 © Salzburger Nachrichten VerlagsgesmbH & Co KG 2019

    https://www.sn.at/wirtschaft/welt/deutsche-banken-hochzeit-geplatzt-69306838

  4. 4 Schnodder 30. April 2019 um 16:37 Uhr
  5. 5 Nestor 02. Mai 2019 um 14:17 Uhr

    Der Artikel weist auf einen Widerspruch hin, den es zwischen einer DEUTSCHEN Bank und dem Euro als Gemeinschaftswährung gibt.
    Das Finanzkapital bedarf immer noch einer nationalen Macht, die es schützt und der es dient.

    Außerdem ist es fraglich, inwiefern sich eine andere Bank aus dem EU-Ausland für die Deutsche Bank interessieren würde, deren Leichen im Keller bis heute nicht alle aufgedeckt sind und die in unzählige Rechtsstreitigkeiten verstrickt ist.

  6. 6 Historicus 12. Mai 2019 um 17:32 Uhr

    Was hierzulande mal als “ alternativ bzw. links“ sich hat labeln lassen – von wegen – andere Wirtschaftsplitik und so …
    … endet nunmehr damit, mehr Mitbestimmung und eine Pluralität von Eigentumsformen … sich als Ächt nun das Alleräußerste grad noch vorstellen zu wollen …

    https://gegenblende.dgb.de/artikel/++co++014b6afc-6dc1-11e9-9706-52540088cada

  7. 7 Nestor 12. Mai 2019 um 19:30 Uhr

    Ja, die Vorstellungskraft hat einen besseren Ruf, als sie eigentlich verdient.

    Aber allein andere Eigentumsformen nur zu erwähnen wirkt revolutionär in einer Welt, wo es immer heißt, Markt, Geld, Profit seien alternativlos.

    Das ist natürlich zu unterscheiden von dem eigentlichen Thema dieses Threads, der Bankenfusion.
    Da ging es nur um eine Neuorganisation des nationalen Finanzkapitals.

  8. 8 Nestor 10. Juli 2019 um 14:19 Uhr

    Es sieht nach einer eingestandenen Niederlage aus – der Ausflug ins Investmentbanking ist vorbei:

    So endet der Traum von der deutschen Weltbank

    Lieber ein gesunder Zwerg als ein kranker Scheinriese: Unter diesem Motto baut Christian Sewing die Deutsche Bank radikal um

    Keine langen Ankündigungen und Vorlaufzeiten: Es geht diesmal wirklich fix. Nur wenige Stunden nachdem der Chef der Deutschen Bank, Christian Sewing, den radikalen Umbau seines Instituts – inklusive Abbau von 18.000 Jobs – angekündigt hatte, begann in Asien schon die Kündigungswelle.

    Ihre Jobs fallen einer beispiellosen Neuaufstellung der Bank zum Opfer, die aus der Deutschen Bank wieder eine deutsche Bank machen soll. Weg mit dem globalen Investmentbanking, das so viel Misserfolg gebracht hat, dafür Konzentration auf die ganz normalen Privat- und Geschäftskunden vor allem in Deutschland …

    https://www.derstandard.at/story/2000106060789/so-endet-der-traum-von-der-deutschen-weltbank

    Man fragt sich nur, was mit den 100 Milliarden ist, die die DB laut El País von der EZB erhalten haben soll? Werden die still und leise abgeschrieben, oder kamen die gar nicht in die Bücher?

  9. 9 Pedder 10. Juli 2019 um 17:29 Uhr

    Deutsche Banker zeigen lieber nach Italien,
    anstatt ihre eigenen Bilanzen zu erklären …

    https://www.euractiv.de/section/finanzen-und-wirtschaft/news/richtig-aufraeumen-geht-anders/

    https://www.nzz.ch/wirtschaft/die-durststrecke-der-deutschen-bank-wird-noch-mindestens-anderthalb-jahre-andauern-ld.1494564

    Am 17.6.19 hat die Deutsche Bank eine eigene Bad Bank gegründet. Dorthin werden sie vermutlich etliche ihrer faulen Kredite verschoben haben. Nein, nein, – meint der DLF…

    https://www.deutschlandfunk.de/strategische-neuausrichtung-deutsche-bank-gruendet-bad-bank.769.de.html?dram:article_id=451612

    https://www.fr.de/wirtschaft/zombies-zinsen-10958810.html

  10. 10 Pedder 10. Juli 2019 um 22:06 Uhr

    Im Vergleich der Banken untereinander habe die Deutsche Bank sehr schlecht abgeschnitten, und höhere Risikoprämien zahlen müssen als vergleichsweise andere weltweite Geldhäuser – wurde im Februar berichtet …

    https://www.faz.net/aktuell/finanzen/deutsche-bank-koennte-finanzierungsprobleme-bekommen-16035245.html

  11. 11 Nestor 10. Juli 2019 um 22:58 Uhr

    Die „Bad Bank“ der DB ist natürlich schon kommentierenswert.

    Bad Banks heißen nämlich, daß dort toxisches Zeug und faule Krediten mit Staatsgeld versilbert werden.

    Wenn die DB jetzt so eine – kleine schnuckelige „interne“ – Bad Bank gründet, so nehme ich an, das ist eine Art Geldpipeline zur EZB, wo weiteres Geld von dieser Allheilmittel-Institution angefordert werden kann.

    Dieser „Umbau“ wird sehr eigenartig kommentiert.
    Daß die Bank sich Schrumpfung vornimmt und Leute entläßt, heißt ja auch, daß ihr Gewicht in der Welt und ihre systemische Wichtigkeit zurückgefahren werden. Sie verliert an Macht und Bedeutung und das heißt auch einiges für die gesamte deutsche Nationalökonomie und den Standort Deutschland.
    Da traut sich niemand so recht, die Dinge beim Namen zu nennen, sondern zeigt auf so einzelne Elemente wie das Rating, die Basispunkte und ähnlichen Kram.
    Außerdem werden so Begriffe wie „Investmentbanking“ und „Zinsgeschäft“ sehr bewußtlos verwendet. Also die Schreiber selbst haben keine Ahnung, was mit diesen Vokabeln eigentlich gemeint ist und verlassen sich darauf, daß es den Lesern genauso geht.

  12. 12 Pedder 11. Juli 2019 um 20:32 Uhr

    Eine Vermutung:
    „Verhandlungsmacht bei internationalen Handelsabkommen entsteht durch Marktgröße“, erklärt das Münchener Ifo-Institut, „deshalb verhandelt auch die EU darüber und nicht jedes der 28 Mitglieder einzeln.“ Zählt man Importe und Exporte zusammen, so ist die Volksrepublik China bereits heute die global größte Handelsnation, lediglich bei der Summe der Importe liegen die USA noch vor China. (…)

    Den größten Vorsprung haben die USA jedoch auf dem Finanzgebiet: Sie sind der Finanzmarkt der Welt, allein ihr Anleihemarkt beträgt das Vierfache des chinesischen. Und während der Renminbi nur lokale Gültigkeit hat, ist der US-Dollar das Geld der Welt, mit dem global investiert, gespart und gekauft werden kann. Das beschert den USA eine permanente Nachfrage nach ihrer Währung und ermöglicht ihnen so eine nahezu grenzenlose Verschuldungsfähigkeit.
    https://www.fr.de/wirtschaft/china-fuehrungsmacht-12149277.html

    Eine einzelne deutsche Bank kann da gar nicht auf gleicher Ebene weltweit konkurrieren, eine einzelne französische auch nicht. Und nach wie vor sind europäische Banken national aufgestellt, und national reguliert. So ist das bisher beim EURO geregelt. Mit weltweit aufgestellten US-Banken können solch national aufgestellte Banken nicht mithalten.

    Gerät solch national aufgestelltes Bankensystem in eine Vertrauenskrise, könnte weltweites Kapital dieses Land verlassen, ein Szenario, das Italien droht. So kann durch einen nationalen Crash das ganze EURO-System destabilisiert werden. Und so stellt sich hinter dem Rücken der EURO-Länder ausgerechnet ihr systematischer EURO-Zusammenhalt als krisenverschärfend dar.
    Gute Aussichten für eine national verfasste deutsche Bank gibts also wegen der Größe des EURO-Raumes trotzdem eher nicht.
    Denn zwecks Abwendung und Abwälzung national schädlicher Krisenfolgen benötigt jedes europäische Land unbedingt eigene national verfasste Banken.
    So what…?

    „Das politische Drängen auf Fortsetzung bzw. Wiederaufnahme des Geschäfts ignoriert die Verluste an Kapital und Vertrauen und die damit geschmälerte Geschäftsgrundlage des Finanzsektors. Es tut so, als seien mit dem staatlichen Einstehen für die Liquidität von Zahlungsunfähigkeit bedrohter Banken auch die Quellen ihrer Liquidität wiederhergestellt. Diese interessierte Vorstellung ist offenkundig sachfremd: Die jetzt so aufwändig Geretteten haben in Zeiten ihres gewöhnlichen business ihre allzeit gegenwärtige Zahlungsfähigkeit selbst organisiert. Sie haben sich dafür des branchentypischen Verfügungsrechtes über die Schulden der Gesellschaft bedient, die sie, variantenreich verbrieft und in Verkehr gebracht, als Wertpapiere aller Art mit Kursen und Renditen, zu ihrem Geschäftsmittel, zum Ursprung und Hebel ihrer wachsenden Finanzkraft, also zu ihrem Kapital gemacht haben. Diese so sonderbaren wie geläufigen Finanzprodukte und das im Handel mit ihnen bestätigte Vertrauen in ihre Kapitaleigenschaft sind der Ursprung der Liquidität der Banken, die in der Krise so arg gelitten haben. Wenn die hoffnungsfrohe Nachfrage nach renditeträchtigen Anlagen am Kapitalmarkt richtig abstürzt, gilt die nur auf diesen Handel gestützte Gleichung nicht mehr, dass eine mit einem Zahlungsversprechen „gedeckte“ Schuld so gut wie jedes andere Vermögen ein Stück Kapital sei.“

    https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/widersprueche-staatlicher-krisenpolitik

    Und damit das doch so sei – braucht es Vertrauen: Marktgröße ermöglicht dann ggf. Bankgröße. Nationalstaatlich verfasste europäische Banken sind also den US-Banken ganz prinzipiell nicht gewachsen.

  13. 13 Nestor 12. Juli 2019 um 10:08 Uhr

    Letzteres hat der Fall der DB deutlich gezeigt. Der Versuch, mit den US-Banken mitzuhalten, ging schief.

    Die Frage ist nur, ob sich diese Zurückschrumpfung überhaupt bewerkstelligen läßt.

  14. 14 Nestor 24. Juli 2019 um 13:11 Uhr

    Umbau stürzt Deutsche Bank tief in die roten Zahlen

    3,15 Milliarden Euro Verlust im zweiten Quartal

    Der Konzernumbau reißt noch tiefere Löcher in die Bilanz der Deutschen Bank als zunächst angenommen. Der Konzernverlust belief sich im zweiten Quartal auf 3,15 Milliarden Euro, nach einem Gewinn von 401 Millionen Euro ein Jahr zuvor, wie der DAX-Konzern am Mittwoch in Frankfurt mitteilte.

    https://www.derstandard.at/story/2000106628089/umbau-stuerzt-deutsche-bank-tief-in-die-roten-zahlen

  15. 15 Nestor 20. August 2019 um 12:04 Uhr

    Der Personalabbau erreicht die oberste Etage, was auf Unstimmigkeiten über den weiteren Umbau schließen läßt:

    Großaktionäre der Deutschen Bank fordern Rücktritt des Oberösterreichers Paul Achleitner

    https://industriemagazin.at/a/grossaktionaere-der-deutschen-bank-fordern-ruecktritt-des-oberoesterreichers-paul-achleitner

  16. 16 Nestor 29. August 2019 um 13:42 Uhr

    Deutsche Bank möglicherweise im Besitz von Trumps Steuererklärung

    Die Bank hatte dem ehemaligen Immobilienunternehmer Trump vor seiner Präsidentschaft hohe Kredite gewährt. Viele andere Banken hatten das nicht mehr getan. Dokumenten zufolge schuldet Trump der Deutsche Bank Trust Company Americas mindestens 130 Millionen Dollar im Zusammenhang mit Immobilienprojekten.

    https://www.derstandard.at/story/2000107889134/deutsche-bank-moeglicherweise-im-besitz-von-trumps-steuererklaerung

  17. 17 Nestor 19. September 2019 um 14:35 Uhr

    Deutsche Bank könnte ihre Bad Bank aufblasen

    Um Abschreibungen zu minimieren, könnte die Deutsche Bank weitere Ramschpapiere in ihre Abbaubank verschieben und mit hohen Abschlägen verkaufen

    Die Deutsche Bank könnte Insidern zufolge Milliarden an weiteren problematischen Positionen in ihre Bad Bank verschieben, falls sie Papiere daraus verkaufen kann. Diese Möglichkeit werde derzeit im Top-Management der Bank diskutiert, um Abschreibungen zu minimieren, sagten drei mit den Überlegungen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

    Die Deutsche Bank hatte Anfang Juli neben dem Abbau von weltweit 18.000 Stellen die Schaffung einer Bad Bank angekündigt. Die Bank will sich schnell von den dort geparkten Bilanzpositionen trennen. Von den zuletzt 250 Milliarden Euro in der Bad Bank sollen Ende 2022 nur noch neun Milliarden übrig sein.

    Ende Juli hatte die einstige deutsche Vorzeigebank angekündigt, ein Fünftel der gesamten Bilanzrisiken – also Derivate und andere riskantere Wertpapiere im Wert von 74 Milliarden Euro – in einer internen „Bad Bank“ zu bündeln. Diesen Titel verzehrten viel Kapital und sollten deshalb wertschonend abgebaut werden. Insidern zufolge wären die Erträge der jährlich um 500 Millionen Euro höher gewesen, hätte sie das so gebundene Kapital anders eingesetzt.

    Gerechnet wurde mit hohen Verlusten. Sie habe dafür mehr als eine Milliarde Euro zur Seite gelegt, sagten drei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Von den 288 Milliarden Euro an Bilanzpositionen, die ursprünglich in der Einheit landen sollten, waren noch im Juli 38 Milliarden Euro abgebaut worden. Kurzlaufende Derivate sollten mithilfe einer Auktion verkauft werden, danach kämen länger laufende Derivate an die Reihe. Finanzexperten gingen davon aus, dass der ambitionierte Plan bis 2022 nur zu schaffen wäre, wenn das Geldhaus bereit wäre, die Risikopositionen mit hohen Abschlägen loszuschlagen.

    https://www.derstandard.at/story/2000108820936/deutsche-bank-koennte-ihre-bad-bank-aufblasen

    Es fragt sich, wieviel überhaupt noch bei der Bank bleibt, was nicht „riskant“ ist.
    In die Bad Bank muß dann vermutlich wieder die EZB oder der deutsche Staat hineinbuttern …

  18. 18 Neoprene 19. September 2019 um 15:47 Uhr

    Wie immer verstehe ich das nicht:

    „Um Abschreibungen zu minimieren, könnte die Deutsche Bank weitere Ramschpapiere in ihre Abbaubank verschieben und mit hohen Abschlägen verkaufen.“

    Bisher hat die Deutsche Bank also reihenweise „Ramschpapiere“ im Portofolio, die sie *noch nicht* abgeschrieben hat auf Ramschniveau, sondern zu irgendwelchen historisch höheren Preisen. (Dürfen Banken sowas überhaupt?, Anschaffungspreise?) in den Büchern hält. Natürlich würde es eine echte Erleichterung bedeuten, wenn irgendjemand der Deutschen Bank diese effektiv Ramschpapiere zu überhöhten Kursen abkaufen würde. Nur warum sollte irgendwer denn sowas machen. Der müßte dann doch selber eigentlich gleich dieselben Abschreibungen vornehmen, die die Deutsche Bank gerade durch den Verkauf zu vermeiden suchen soll.
    Und wenn sie diese Papiere in ihre eigene „Abbaubank“ aka Bad Bank verscherbelt, was gewinnt denn die Deutsche Bank Group mit solch einem insich Geschäft.?
    Und für diese wohl größeren Batzen soll eine popelige Milliarde Verlustausgleich ausreichen, den die Bank irgendwie „beiseite“ gelegt habe?

  19. 19 Nestor 19. September 2019 um 17:08 Uhr

    @Neoprene

    Bisher hat die Deutsche Bank also reihenweise „Ramschpapiere“ im Portofolio, die sie *noch nicht* abgeschrieben hat auf Ramschniveau, sondern zu irgendwelchen historisch höheren Preisen. (Dürfen Banken sowas überhaupt?, Anschaffungspreise?)

    So viel ich weiß, gibt es Fristen, innerhalb derer faule Kredite oder Wertpapiere abgeschrieben werden müssen/sollten.
    Die wurden aber nach der Krise 2008 sehr locker gehandhabt, weil alle Beteiligten hofften, daß das Tal der Tränen doch wieder einmal zu Ende sein würde.
    In Ungarn mußte die Regierung die Banken explizit dazu auffordern, einmal ihre Bilanzen zu bereinigen, anstatt die nicht bedienten Kredite als Aktiva immer von einer Bilanz in die nächste zu verschieben.

    Jede Bad Bank funktioniert so, daß vor allem EZB und Nationalbanken dort Geld hineinstecken, oder sie wird still und leise zugesperrt.

    Zunächst ist aber die Ankündigung und Errichtung einer Bad Bank gleichzusetzen mit einem Beschluß, entwertetes Kapital gar nicht als solches zu betrachten, sondern sich auf den Standpunkt zu stellen, mit Abschlägen doch noch ein Geschäft damit machen zu können.
    Die DB kann ja schlecht 280 Milliarden einfach auf den Müll werfen, also tut sie so, als würde sie sie geschickt und vorsichtig doch noch unter die Leute bringen.

    Die Ankündigung einer Bad Bank ist also schon das Wichtigste, was dann weiter dort läuft, wird dem p.t. Publikum nicht mehr auf die Nase gebunden. Ich habe z.B. seit Jahren, genaugenommen seit kurz nach ihrer Gründung nichts von der HETA gehört oder gelesen.

  20. 20 Nestor 19. September 2019 um 17:11 Uhr

    Rückblick auf eine andere Bad Bank:

    SPANIENS „BAD BANK“, die „SAREB“

  21. 21 Nestor 07. Oktober 2019 um 12:28 Uhr

    Die HSBC will bis zu 10.000 Angestellte entlassen.
    Sie hat einen neuen Direktor, der kündigt Flurbereinigung an. Erst vor 2 Monaten wurde die Entlassung von 4.000 Leuten angekündigt.
    Derzeit beschäftigt die HBSC weltweit 240.000 Angestellte.

    Mit diesen Entlassungen wolle sich die HSBC auf ein schwieriges Umfeld für das Bankgeschäft einstellen. Konkret erwähnt werden die Niedrigzinsen, Handelskriege und Brexit-Risiken.
    Das alles trotz eines ausgewiesenen Gewinnes von 8,5 Mrd. Dollar für das 1. Halbjahr 2019.

    (El País, 7.10.)

    Die HBSC gehört zu den größten Banken der Welt, sie wurde neben der DB und noch 2 anderen Banken als eine der wichtigsten Systembanken der Welt betrachtet. Wenn sie jetzt gleiche Entlassungswellen ankündigt wie die DB, was sagt das über den Banksektor aus?

    1. Hinter den ausgewiesenen Gewinnen verbergen sich giganische Ruinenlandschaften aus faulen Krediten, entwerteten Wertpapieren und Staatsgarantien zur Vermeidung von Bankencrashes.
    2. Offenbar warteten die Großbanken geraume Zeit, welche von ihnen den ersten Schritt zur Verringerung der Geschäftstätigkeit setzen würde. Nachdem die DB mit EZB- und deutschen Staatsgarantien vorangegangen ist, werden jetzt bald andere folgen.
    3. Die DB konnte diesen Schritt tun, weil die EZB und die deutsche Führung alles in ihrer Macht Stehende machen werden, um den Euro zu retten. Sie konnte daher eher mit Stützungen aller Art rechnen als britische oder US-dominizilierte Banken.
    4. Das Geschäftsfeld der Großbanken hat sich eingeschränkt und wird es weiter tun. Das ganze so hochgelobte und verehrte Investmentbanking dümpelt zwischen staatlichen Einschränkungen, schlechtem Geschäftsgang der Unternehmen, übervorsichtigen Investoren und eben Niedrigzinsen vor sich hin.
    5. Die Banken gestehen sich jetzt endgültig ihre Verluste von 2008 ff. ein. Bisher hofften sie, das Wellental könnte einmal verlassen werden, und versteckten ihre Leichen im Keller.

    Alles sehr interessant angesichts der Schuldenberge, die sich bei ihnen auftürmen und keinesfalls entwertet werden dürfen.

  22. 22 Nestor 16. Oktober 2019 um 8:35 Uhr

    Leichen im Keller der Deutschen Bank:

    Deutschen Bank überhäufte Chinas Elite mit Geschenken
    Dubiose Zahlungen wie Kristalltiger für 15.000 Dollar und Luxusreisen für Entscheidungsträger, um ins Geschäft zu kommen

    https://www.derstandard.at/story/2000109926673/deutschen-bank-ueberhaeufte-chinas-elite-mit-geschenken

    Da sollten offenbar Ausfälle im Geschäft in den Metropolen des Kapitals durch China-Geschäfte kompensiert werden, eine ziemliche Schnapsidee.

  23. 23 Kehrer 16. Oktober 2019 um 11:32 Uhr

    China ist ja mittlerweile auch eine kapitalistische Metropole.
    Dass Korruption offenbar zum selbstverständlichen Geschäftsgebaren auch der deutschen Bank gehört ist das eine.
    „Die Deutsche Bank gab sie selbst in Auftrag, um mögliche Korruption in den eigenen Reihen aufzudecken, zu einem Zeitpunkt, als die amerikanische Börsenaufsicht wegen des Chinageschäfts schon ermittelte.“ Zum Problem wird das offenbar erst dann, wenn sich eine staatliche Behörde drum kümmert und die deutsche Bank den Verdacht hegt, dass sie selbst von den eigenen Mitarbeitern über‘n Tisch gezogen wird.

    Merke: Bestechung als Geschäftsmittel geht voll in Ordnung, aber das dabei die Bestechenden eigenen Mitarbeiter auch für sich selbst etwas abzweigen – das geht gar nicht.

    „Der Vorwurf: Lee Zhang habe in China zweifelhafte externe Berater eingestellt, die der Bank helfen sollten, sich in der chinesischen Wirtschaft und Politik zurechtzufinden. Die Bezahlung der Externen fiel mitunter schon mal recht üppig aus, zum Beispiel drei Millionen Euro für sechs Monate Beratung.“ Dass externe Berater zum Teil unverschämt hohe Gehälter kassieren, das ist wohl nicht auf die deutsche Bank beschränkt. Dagegen haben Unternehmen im Normalfall nichts, sondern zahlen, was verlangt wird. In diesem Fall war es wohl zu viel des Guten.

  24. 24 Nestor 17. Oktober 2019 um 16:25 Uhr

    Na ja, „zu viel des Guten“ – vor allem offensichtlich ohne den angestrebten Effekt.

  25. 25 Nestor 25. Oktober 2019 um 11:11 Uhr

    Schaut nicht gut aus für die DB:

    Deutsche Bank auf tönernen Füßen und riesigen Schuldenbergen

    Nerven wie Drahtseile brauchen Anleger der Deutschen Bank: Während JPMorgan-Chef Jamie Dimon mit Milliardengewinnen aufwartet, häuft Deutsche-Bank-Boss Christian Sewing riesige Verlustberge an.

    https://www.derstandard.at/story/2000110311802/deutsche-bank-auf-toenernen-fuessen-und-riesigen-schuldenbergen

    Da wird wohl wieder die EZB und der deutsche Staatskredit gefragt sein …

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