„Humanitäre Hilfe“

AKTUELLE RECHTSTITEL ZUR ERLANGUNG DER WELTHERRSCHAFT

Nachdem ein Usurpator von allen wesentlichen EU-Staaten als Regierungsoberhaupt anerkannt wurde – was gegen alle bisherigen diplomatischen und völkerrechtlichen Gepflogenheiten und Konventionen ist – schicken sich diejenigen Staaten, die die Welt beherrschen möchten, zu weiteren Schritten an.

Nicht genug damit, die Verfassung Venezuelas und alle völkerrechtlichen Konventionen zu negieren, sind die USA und ihr neuer Hinterhof EU damit beschäftigt, unter völliger Außerachtlassung des Willens der Bevölkerung Venezuelas sich zu ihrem Vormund und Beschützer aufzuschwingen, indem sie „humanitäre Hilfe“ versprechen und liefern.

Während die Wirtschaft Venezuelas seit Jahren unter Sanktionen leidet, wovon die wichtigsten die Finanzen Venezuelas betreffen, was Venezuelas Importe drastisch beschränkt, werden jetzt mit großer medialer Präsenz „Hilfsgüter“ für Venezuela zur Verfügung gestellt.
Was Venezuela aufgrund mangelnder Zahlungsfähigkeit nicht importieren konnte, wird jetzt als selbstlose Hilfe zur Verfügung gestellt. Es kommen einem die Tränen!

1. Über IWF, Konvertibilität, Devisenbewirtschaftung und Vermögenswerte

Als der damalige venezolanische Präsident Hugo Chávez die Zusammenarbeit mit IWF und Weltbank aufkündigte und alle Kredite bei diesen menschenfreundlichen Institutionen abzahlte, war der Ölpreis hoch.
Damals wurden auch westliche Ölfrimen hinauskomplimentiert. Venezuela wollte sein Öl allein vermarkten:

„Zurückgeben sollen internationale Öl-Unternehmen auch die Kontrolle über Ölprojekte in Venezuela. Im Rahmen einer Kundgebung zum 1. Mai wollte Chavez am Dienstag zudem die staatliche Übernahme der milliardenschweren Projekte verkünden, die bislang von ausländischen Unternehmen betrieben wurden. »Wir erhalten so die Kontrolle über die Orinoco-Region zurück, die der Präsident richtigerweise als die weltweit größte Rohöl-Reserve bezeichnet«, sagte Gewerkschaftsführer Marco Ojeda … Von der Verstaatlichung sind die amerikanischen Unternehmen ConocoPhillips, Chevron und Exxon Mobil, sowie die britische BP, Norwegens Statoil und die französische Total betroffen. Die vier Projekte sind Schätzungen zufolge mehr 22 Milliarden Euro wert, dort können mehr als 600.000 Barrel Rohöl am Tag weiterverarbeitet werden. Venezuelas Präsident will mindestens 60 Prozent daran übernehmen.“ (FAZ, 1.5. 2007)

Da sind auch schon die Haupt-Interessenten an einem Regime-Change erwähnt.

Barack Obama verhängte 2015 Sanktionen gegen verschiedene venezolanische Regierungsmitglieder mit der Begründung, Venezuelas Regierung stelle eine Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA dar.
Damit war bereits das Tor geöffnet für die Beschlagnahmung venezolanischer Vermögenswerte im Ausland. Venezuela wurde so zu einem Unrechtsstaat erklärt, dessen Eigentum vogelfrei sei und jederzeit von Staaten, auf deren Territorium es sich befand, einkassiert werden konnte.
Das betraf Konten von Privaten, aber auch die Goldeinlagen Venezuelas in Großbritannien, die die Bank of England voriges Jahr mit fadenscheinigen Gründen nicht herausrückte. Inzwischen will sich der Usurpator Guaidó ihrer bemächtigen:

„A UK foreign office minister has suggested that the Bank of England grant access to £1.2bn in Venezuelan gold reserves to the self-proclaimed interim leader Juan Guaidó rather than Nicolás Maduro.
In a statement to British MPs, Sir Alan Duncan said the decision was a matter for the Bank and its governor, Mark Carney, and not the government. But he added: “It is they who have to make a decision on this, but no doubt when they do so they will take into account there are now a large number of countries across the world questioning the legitimacy of Nicolás Maduro and recognising that of Juan Guaidó.”
Guaidó has already written to Theresa May asking for the funds to be sent to him.“ (Guardian, 28.1. 2019)

Schließlich wurden alle Aktiva der Firma Citgo, die venezolanisches Erdöl in den USA raffiniert und über ein eigenes Tankstellennetz verkauft, von den USA eingezogen und sollen zur Verfügung des Usurpators Guaidó gestellt werden, um seine Präsidentschaft zu finanzieren und zu legitimieren.

„Citgo betreibt drei Raffineranlagen und eine Tankstellenkette in den USA, in denen Rohölexporte aus Venezuela verarbeitet und vertrieben werden.“ (Dabei wurden Citgos Einnahmen bereits an einen kanadischen Gläubiger verpfändet, – da ergeben sich auch noch Rechtsstreitigkeiten der USA mit Kanada.) (Amerika 21, 28.11. 2019)

Venezuelas ausländische Vermögenswerte werden also in Verstoß zu allem internationalen Recht enteignet, und die Möglichkeit, Importe auf Dollarbasis zu finanzieren, werden Venezuela damit genommen.
So entstand die Versorgungskrise, mit der Venezuela seit Jahren kämpft, und die in den Medien verlogenerweise als Ergebnisse der „Mißwirtschaft“ der venezolanischen Regierung dargestellt werden.

2. Wir helfen ja so gern

Die „Hilfsgüter“, die über USAID und andere GOs der USA-Regierung angeliefert und medienwirksam in Cúcuta in Kolumbien gelagert werden, beruhen also erst einmal auf der Lüge einer „humanitären Katastrophe“, als welche die durch das US-Embargo verursachten Versorgungsmängel bei Lebensmitteln und Medizin dargestelt werden. Inzwischen haben sich auch Brasilien und Holland zur Verfügung gestellt, um über eine Grenzstadt in Roraima und die Insel Curaçao diese „Hilfsgüter“ zu lagern.

Das venezolanische Rote Kreuz hat gleich abgewunken und möchte mit diesen Hilfelieferungen – die in Venezuela selbst niemand bestellt hat –, nichts zu tun haben.

Abgesehen davon, daß keine derjenigen Situationen vorliegt, die humanitäre Hilfe verlangen – Naturkatastrophe, Krieg oder Seuche – , ist ja auch gar nicht klar, worin denn diese Lieferungen bestehen und wer sie kontrolliert. Haben da Firmen ihre abgelaufenen Lebensmittel und Medikamente hineingepackt, um sie medienwirksam loszuwerden? Ist das Zeug womöglich gesundheitsschädlich, was da verliefert wird?
Die UNO und deren Unterorganisation WHO haben jedenfalls mit diesen Lieferungen nichts zu tun. Sie wurden von keiner international anerkannten Organisation kontrolliert.

Es ist also weder der Inhalt noch die Herkunft dieser Lieferungen bekannt. Es können theoretisch sogar Handgranaten, MG-Munition und ähnliches drin sein, als Konservendosen deklariert.

Umso bemerkenswerter ist es, wie einige Staaten sich richtig überbieten, diesen Sondermüll nach Venezuela zu bringen und notwendigerweise auch mit Gewalt drohen, wenn das „Regime“ in Venezuela diese Hilfslieferungen nicht seiner angeblich darbenden Bevölkerung, die angeblich sehnlichst darauf wartet, zukommen läßt.

Guaidó hat angekündigt, sie am 23. Februar mit Hilfe seiner Getreuen gewaltsam nach Venezuela zu bringen.

Man darf gespannt sein, wer ihm da alles zu Hilfe eilen wird.


46 Antworten auf „„Humanitäre Hilfe““


  1. 1 Samson 15. Februar 2019 um 13:50 Uhr

    Es können theoretisch sogar Handgranaten, MG-Munition und ähnliches drin sein, als Konservendosen deklariert.

    Das sehe ich auch so. Vermutlich sollen damit erst noch zu findende ‚Dissidenten unterstützt‘ werden; es ist jedesmal das gleiche verlogene und dreckige Szenario.

    Irgendwo habe ich die Tage gelesen, niemand könnte ernstlich etwas dagegen einwenden, wenn der legale Präsident den legalen ‚Justitzapparat‘ resp. Staatsanwaltschaft, Polizei etc. in Bewegung setzen und den Usurpator verhaften und vor ein ordentliches Gericht stellen lassen würde.

  2. 2 Nestor 15. Februar 2019 um 14:56 Uhr

    Der Usurpator geht – nach Angaben des venezolanischen Botschafters in Österreich – in der US-Botschaft in Caracas frei ein und aus. Es wird offenbar überlegt, wie man das stoppen könnte.
    (Ähnlich war es in der Ukraine mit diversen Maidan-Aktivisten.)
    Die venezolanische Staatsanwaltschaft hat Untersuchungen gegen alle Leute eingeleitet, die von Guaidó ernannt wurden – als Botschafter oder neue Führungsspitze des Erdölkonzerns PDVSA.

    Das ist das legale Konstrukt hinter der Enteignung von Citgo in den USA. Eine Schattenregierung und Schatten-Diplomatie wird international eingesetzt.

    Pence hat in Washington bereits den neuen Fake-Botschafter im Weißen Haus empfangen:
    https://www.npr.org/2019/01/31/690230740/exiled-political-activist-welcomed-in-washington-as-venezuela-s-ambassador?t=1550238541473

  3. 3 Samson 15. Februar 2019 um 15:47 Uhr

    Na ja, Botschaften sind quasi ‚auswärtiges Gelände‘. Die Frage ist im Moment wohl, 1a) können die Amis es sich politisch ‚leisten‘ da reinzumarschieren, egal ob mit legalen Truppen oder muit irgendeiner ‚Geruilla‘, die von Geheimndiensten ‚ferngesteuert‘ wird und 1b) haben die tatsächlich das Material / Potential dazu oder müssen die erst wieder sowas Iran-Contra-Drogen-Connection o.s.ä. anleiern, um die ‚Finanzierung‘ hinzubekommen. Letzeres könnte ‚dauern‘ weil weder das requirierte Gold der legalen Regierung noch die enteignete Raffinerie so ohne weiteres ‚zu Geld‘ zu machen ist …

  4. 4 Nestor 15. Februar 2019 um 17:10 Uhr

    Ich nehme an, der nächste Stichtag ist der 23., wo ein Versuch gemacht werden wird, diese Hilfe irgendwie gewaltsam – vielleicht mit Unterstützung im Ausland rekrutierter venezolanischer Migranten – nach Venezuela hineinzubringen.

    Bis dahin wird nach Freiwilligen im benachtbarten Ausland und 5. Kolonnen in Venezuela gesucht.
    Es könnte allerdings sein, daß das schiefgeht, weil sich zu wenig Leute dafür hergeben. Man vergesse nicht, daß Guaidó im Inland sehr wenig Unterstützung hat, alle gegenteiligen Pressemeldungen sind gefaked.

  5. 5 Samson 15. Februar 2019 um 20:04 Uhr

    Also der MoA meint, die Medien würden davon ausgehen, dass der ‚Coup‘ zum Scheitern verurteilt sei. Das kann stimmen, allerdings wäre das m.E. für Venezuela bestenfalls ein bisschen Zeitaufschub.

    In dem Fall stellt sich m.E weniger die Frage, wieviel Unterstützung Guaidó hat, sondern eher, wer innerhalb der US-Administration ein Interesse daran haben könnte, Trump zu blamieren.

  6. 6 Nestor 15. Februar 2019 um 21:07 Uhr

    Na ja, man hat irgendwie – ähnlich wie bei der Skripal-Affäre oder beim Brexit in GB – das Gefühl, die handelnden Akteure hätten zuviel Clever & Smart-Comics gelesen oder Monty Python-Filme gesehen und wollen die übertreffen.

    Das Problem mit der These der inner-US-Intrige ist, daß genau diejenigen, die Trump vielleicht beerben könnten – Bolton, Pompeo und Pence – genau diejenigen sind, die dieses Venezuela-Szenario geplant haben. Sie könnten sich also nicht auf Trump herausreden, wenn die Sache blamabel endet.

    Ich vermute, die Idioten in Washington haben wirklich gedacht, ihre eigene Propaganda – der wahnsinnige Diktator, der sein Volk unterdrückt – sei wahr und deswegen würde Venezuelas Regierung zusammenklappen und das Militär mit wehenden Fahnen überlaufen, sobald sie eine neue Führerfigur bereitstellen.

    Was die Medien angeht, so kann ich nur feststellen, daß die Jubelmeldungen über den vermeintlichen baldigen Wandel in Venezuela von den Titelseiten verschwunden sind.
    Es scheint eine gewisse Ernüchterung eingetreten zu sein.

    Was der EU-Hinterhof macht, bleibt noch abzuwarten.

  7. 7 Nestor 15. Februar 2019 um 21:30 Uhr

    PS: Manche Leute rätseln ja darüber, warum die venezolanische Polizei und Justiz den Usurpator eigentlich frei herumlaufen lassen.
    Ich vermute, daß die Regierung Venezuelas, wissend um die mangelnde Unterstützung und Popularität Guaidós in Venezuela selbst, ihn auflaufen lassen will.
    Er soll sich wirklich als Kasperl und Marionette blamieren.

  8. 8 Samson 16. Februar 2019 um 14:53 Uhr

    Ich vermute, die Idioten in Washington haben wirklich gedacht, ihre eigene Propaganda – der wahnsinnige Diktator, der sein Volk unterdrückt – sei wahr und deswegen würde Venezuelas Regierung zusammenklappen und das Militär mit wehenden Fahnen überlaufen, sobald sie eine neue Führerfigur bereitstellen.

    Dass die den Märchen ihrer eigenen Propaganda(Abteilung) glauben, halte ich für unwahrscheinlich, aber deine Schlussfolgerung könnte stimmen, wenngleich m.E. aus anderen Gründen.

    Guaidó ist aus deren Perspektive ohnehin nie mehr gewesen als der ‚Strohmann‘ o.s.ä., der kam ja quasi aus dem Nichts. Aber bspw. zu sagen oder zu denken, das Militär möge ‚überlaufen‘, setzt Denken in entsprechenden Strukturen voraus. Politische Strukturen funktionieren m.E. ähnlich wie militärische. Über politische Anweisungen wird so wenig verhandelt wie über Befehle beim Militär, nicht umsonst gibts da ‚Hierarchien‘. Die Frage ist 1), wie Anweisungen/Befehle umgesetzt werden, 2) welchen ‚Handlungsspielraum‘ die unterhalb des Chefs angesiedelten Ränge haben. Mag sein, dass der von Bolton, Pompeo und Pence relativ groß ist, nur wenn die Angelegeheit schiefzulaufen droht, wie jetzt im Fall von Venezuela, dann fällt sowas immer dem Chef auf die Füße. Zumindest wird in Frage gestellt, dass er seinen Laden ‚im Griff hat‘ o.s.ä. Wahrscheinlichist das bisschen wie im Profisport, wenn zuviele Partien verloren wurden, ist immer der Trainer schuld und muss seinen Hut nehmen.

    Innerhalb des US-Establishments gibt es vermutlich weniger Befürworter von Trumps ‚America first‘ als Gegner und wenigstens letzteren könnte so eine Pleite kurzfristig in den Kram passen, und zwar weil sie (möglicherweise im Gegensatz zu Trump) nicht wahrhaben wollen, dass die USA den Status der ‚einzigen Supermacht‘ o.s.ä. nicht mehr haben.

    Ich vermute, daß die Regierung Venezuelas, wissend um die mangelnde Unterstützung und Popularität Guaidós in Venezuela selbst, ihn auflaufen lassen will.

    Kann sein, auffällig ist eher, dass bspw. die US-Vasallen innerhalb der EU mal wieder mit zweierlei Maß messen. Der Putschdämon hat 1) durchaus Anhänger und 2) eine Abstimmung inszeniert und trotzdem war das Vorgehen der Zentralregierung dagegen nach Ansicht Brüssels eine ‚innere Angelegenheit‘.

    Guaidó sollte dagegen m.E. eine Art neokolonialer Statthalter werden. In Kolonien wurden die Chefs aber ohnehin nie von den Einheimischen bestimmt.

    Womöglich betrachtet die venezolanische Regierung Guaidó als eine Art ‚Pfand‘ für Verhandlungen, so nach der Masche ‚freies Geleit gegen Aufhebung von Sanktionen‘. Außer in die US-Botschaft kann der innerhalb Venezuelas nirgendwo hingehen und solange niemand von außen tatsächlich ‚eingreift‘ auch keinen zusätzlichen Schaden anrichten.

    Allerdings hat der Coup andernorts auch Auswirkungen Hispaniola Rising: How the US Coup in Venezuela Is Taking Root in Haiti and the Dominican Republic

  9. 9 Nestor 17. Februar 2019 um 12:30 Uhr

    Inzwischen sieht alles nach einem US-Krieg gegen Venezuela aus. Die „Hilfslieferungen“ könnten Proviant für US-Truppen sein, die bald folgen werden.

  10. 10 Samson 17. Februar 2019 um 22:28 Uhr
  11. 11 Nestor 18. Februar 2019 um 13:18 Uhr

    Anscheinend versucht Guaidó derzeit, über Twitter und Facebook Unterstützer in Kolumbien und Venezuela zusammenzutrommeln, die dann mit ihm einen Grenzdurchbruch machen.
    Ich nehme an, notfalls werden US-Soldaten die mangelnde Begeisterung wettmachen … Wir können auf die nächsten Fotomontagen gespannt sein.

    Die immer wieder gezeigte gesperrte Brücke bei Tienditas ist schon seit ihrem Bau gesperrt, sie war nie offen. Kolumbien hat sie gesperrt, um den Füchtlingsstrom einzudämmen.

    Die anderen beiden hingegen … bei Ureña und San Antonio de Táchira – sind offen und dort gehen auch täglich Leute drüber.

  12. 12 Samson 18. Februar 2019 um 19:48 Uhr

    Wenn der tatsächlich Facebook und Twitter bemühen muss, dann hat der ja überhaupt keine Unterstützer und eine mögliche Antwort auf die Frage, warum der ‚Coup‘ so stümperhaft inszeniert wurde findet sich bei Orlow:
    Warum muss Venezuela zerstört werden?
    „Wenn Plan A (Venezuelas Öl stehlen) scheitert, dann besteht Plan B darin, alle Ihre auf US-Dollar lautenden Papierabfälle – Bargeld, Aktien, Anleihen, Taten, Versicherungen, Schuldscheine usw. – zu nehmen und in Mülltonnen zu verbrennen, um sich warm zu halten. Die ganze Sache trägt definitiv einen Hauch von Verzweiflung in sich. Der globale Hegemon ist gebrochen; er ist gestürzt und kann nicht mehr aufstehen.“

    Na ja, derweil hoffen die Bedrängten andernorts irgendwie auf ‚Gott‘
    ‘Long Live Putin!’ Haiti Opposition Protesters Burn US Flag, Call for Russian Intervention

  13. 13 Nestor 19. Februar 2019 um 9:57 Uhr

    Wenn der Fracking-Boom in den USA zu Ende gehen sollte, so würde auch zemlich viel an Papieren entwertet werden, weil um den herum hat eine Wertpapierspekulation inklusive Derivate stattgefunden.

    Außerdem sollte man nicht vergessen, daß die USA den Dollar immer mit Öltransaktionen weltweit im Spiel gehalten und dadurch sozusagen an eine Ware gebunden haben, damit er nicht wie der Euro nur auf Schulden, also auf sich oder der Staatsgewalt selbst beruht.
    Das venezolanische Öl wurde zu einem Teil an diesen Dollar-Transaktionen vorbei mit Barter-Handel verteilt, und hat dadurch auch den Dollar geschädigt.

    Es ist übrigens, so denke ich inzwischen, diese Tienditas-Brücke von Kolumbien nicht wegen der Flüchtlinge gesperrt worden. Das war nur der Vorwand. In Wirklichkeit soll der Warenverkehr nach Venezuela erschwert werden. Den Bau hat nämlich zu einem guten Teil Venezuela bezahlt, um hier die Handelsströme zu beleben und den Verkehr zu erleichtern.
    Es war beabsichtigt, die Versorgungslage in Venezuela immer durch diese Berichte über Kleinschmuggel aus Cúcuta und Flüchtlinge – die oft nur Händler sind, die am Abend zurückgehen – zu übertreiben und den normalen, staatlich gelenkten Import zu erschweren.

    Die Frage, wo sich Guaidó eigentlich befindet, stell ich mir inzwischen auch. Ich vermute, in der US-Botschaft, wenn er im Ausland auf Videokonferenzen zugeschaltet wird.
    Alle Bilder, die wir von ihm sehen, wo er ein Bad in der Menge nimmt, sind wahrscheinlich Collagen, oder er hat ein Double. Oder es sind Aufnahmen, die vor Wochen gedreht wurden und jetzt recycled werden.
    Das würde erklären, warum er nicht verhaftet wird und warum die Behörden bei seiner Frau nachfragten, wo er eigentlich sei?

  14. 14 Capoeira 20. Februar 2019 um 9:34 Uhr

    Dass der Krieg gegen Venezuela auch eine Schädigung Chinas beinhaltet – so fasst sich der Kern der neuen US-Handels- und Kriegspolitik zusammen…

    https://www.deutschlandfunk.de/krise-in-venezuela-china-bangt-um-seine-milliarden.799.de.html?dram:article_id=441205

    Dass darin eine Wahrheit über chinesische Außenpolitik oder Chinas wirtschaftliche Interessen stecke, das will ich also gar nicht andeuten!
    Sondern den Hinweis posten, dass es auch hier um eine Variante der Trumpschen Außenpolitik geht, bei der Wirtschaftspolitik und Militärpolitik sich unter dem Stchwort „Sanktionen“ zusammenfasst. (Das ist im letzten ‚Gegenstandpunkt‘ etwas ausführicher erläutert worden.)

    https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/sanktionen

  15. 15 Nestor 20. Februar 2019 um 11:22 Uhr

    Ja, der Deutschlandfunk stellt das so hin, als würde China mit jedem packeln, wenn es sich davon Vorteile verspricht,und damit ist Chinas Interesse und Außenpolitik nicht wiedergegeben.

    Diese Artikel ist ein Versuch, Guaidó wichtiger erscheinen zu lassen, als er ist: Sogar China …

    Was die Trumpsche Außenpolitik angeht, so will er natürlich China aus Lateinamerika draußen haben, aber zunächst geht es hier einmal um Venezuela, das die USA in die Hand kriegen wollen. Um im 2. Schritt Kuba, Nicaragua, usw. zu kassieren. Die ganze CELAC soll weggeräumt werden.

  16. 16 Capoeira 20. Februar 2019 um 17:41 Uhr

    Mein Hinweis ging eher auf das Allgemeine der US-Außenpolitik unter Trump. Schon recht, im so genannten „Hinterhof der USA“, da gelten obendrein noch einmal etwas speziellere Maßstäbe.

    https://amerika21.de/blog/2019/02/222324/usa-venezuela-nur-das-erste-opfer

    Zur „Konterrevolution“ in Venezuela ein übersetzter Text aus der argentinischen Onlinezeitung Anfibia der Universidad Nacional de San Martín:

    https://amerika21.de/analyse/222542/venezuela-guaido-und-die-kaimane

  17. 17 Samson 20. Februar 2019 um 22:19 Uhr

    Was die Trumpsche Außenpolitik angeht, so will er natürlich China aus Lateinamerika draußen haben, aber zunächst geht es hier einmal um Venezuela, das die USA in die Hand kriegen wollen.

    Kann auch gut sein, dass letzeres seinen ‚höheren‘ Zweck in ersterem hat:
    Challenging Dollar Hegemony: Russia and China Are Containing America’s Attempts to “Reshape the World Order”
    „The guiding principle of the US military-intelligence apparatus is that if a country cannot be controlled (such as Iraq following the 2003 invasion), then it has to be destroyed in order to save it from falling into Sino-Russian camp. This is what the United States has attempted to do with Syria, and what it intends to do with Venezuela.

    The Middle East is an area that has drawn global attention for some time, with Washington clearly interested in supporting its Israeli and Saudi allies in the region. Israel pursues a foreign policy aimed at dismantling the Iranian and Syrian states. Saudi Arabia also pursues a similar strategy against Iran and Syria, in addition to fueling a rift within the Arab world stemming from its differences with Qatar.

    The foreign-policy decisions of Israel and Saudi Arabia have been supported by Washington for decades, for two very specific reasons: the influence of the Israel lobby in the US, and the need to ensure that Saudi Arabia and the OPEC countries sell oil in US dollars, thereby preserving the role of the US dollar as the global reserve currency.“

    Das deckt sich mit der Einschätzung des US-Ökonomen Michael Hudson Trump’s Brilliant Strategy to Dismember U.S. Dollar Hegemony
    „Calling the U.S. coup being sponsored in Venezuela a defense of democracy reveals the Doublethink underlying U.S. foreign policy. It defines “democracy” to mean supporting U.S. foreign policy, pursuing neoliberal privatization of public infrastructure, dismantling government regulation and following the direction of U.S.-dominated global institutions, from the IMF and World Bank to NATO. For decades, the resulting foreign wars, domestic austerity programs and military interventions have brought more violence, not democracy.“

    Dagegen stellt sich mal die Frage, ob das wirklich mehr als nur PR ist:
    Trump in Siegerlaune

    Immerhin schickt Maduro das Militär zur Grenzsicherung:
    Border Clash Imminent As Maduro Deploys Military To Borders To Block ‚Aid‘

  18. 18 Nestor 21. Februar 2019 um 1:43 Uhr

    Venezuela wird richtig belagert. Sonst kennt man das nur von einzelnen Städten.
    Erstens kriegt es offenbar von außen Unterstützung.
    Zweitens wird man sehen, wie lang die Belagerung anhält und ob und wann zum Sturm übergegangen wird.

  19. 19 Samson 21. Februar 2019 um 15:39 Uhr

    Venezuela wird richtig belagert. Sonst kennt man das nur von einzelnen Städten.

    Woher hast du das? Militärisch wäre das 1) Nonsens und 2) nur mit einem Aufwand machbar, den die Amis noch nie betrieben haben und wozu die m.E. logistisch auch nicht in der Lage sind.

    Was die US-Regierung bis zum Exzess betreibt ist, Finanzmittel zu blockieren und damit zu verhindern, dass die venezolanische Regierung kaufen kann, was sie für notwendig hält. Wie lange das ‚funktioniert‘, ist eben die große Frage …

  20. 20 Nestor 21. Februar 2019 um 19:21 Uhr

    Na ja, und rundherum werden Truppen stationiert. Die Hilfsgüter sind dafür ja nur das Feigenblatt. In Brasilien, Kolumbien, Curaçao und Guayana. In Curacao hät Holland den USA den NATO-Steigbügel.
    1 oder 2 US-Flugzeugträger sind auch unterwegs oder schon dort vor Venezuelas Küste.
    Es werden nicht nur Finanzmittel blockiert, sondern auch Lebensmittel- und Medikamenten-Lieferungen, so z.B. in Madrid-Barajas.

  21. 21 Samson 21. Februar 2019 um 22:47 Uhr

    Truppen stationieren und Flugzeugträger vor der Küste patrollieren zu lassen, heißt erstmal einen auf ‚dicken Max‘ machen, und das tun USANATOEU ohnehin überall. Aber ein ganzes Land so belagern, wie man’s „von einzelnen Städten“ kennt, ist logistisch was ganz anderes.

    Rußland war im Herbst mit zwei TU 160 ‚auf Besuch‘ in Venezuela. Ich würde zwar deswegen nicht sagen, das die russische Armee im Fall der Fälle Maduro sofort zu Hilfe eilt, aber vollkommen schutzlos ist der nun auch nicht. Na klar, wenn der Westen könnte, wie’s die Eliten gerne hätten, wären die längst drin. Aber offenbar können sie aus verschiedenen Gründen nicht. Und der wichtigste ist m.E. der, dass sowas wie ein ‚zweites Chile‘ ökonomisch für die Amis keine wirkliche Option darstellt.

  22. 22 Nestor 22. Februar 2019 um 0:40 Uhr

    Schutzlos und belagert widersprechen sich ja nicht.

    ein ‚zweites Chile‘ ökonomisch für die Amis keine wirkliche Option darstellt.

    ???

  23. 23 Samson 22. Februar 2019 um 9:22 Uhr

    Schutzlos und belagert widersprechen sich ja nicht.

    Doch, der Zweck der Belagerung ist es, den Gegner zur Aufgabe / Kapitulation zu zwingen. Militär aufzufahren, ohne es einzusetzen ist keine Belagerung. Die Amis behaupten ja, sie würden das Militär einsetzen, um ‚Hilfsgüter‘ ins Land reinschaffen zu wollen. Nur mal angenommen, das täte stimmen, dann wär dies das genaue Gegenteil einer Belagerung, die wesentlich darin besteht, die Belagerten von jeglichem Nachschub abzuschneiden, so dass diese sich den Belagerern schließlich ergeben.

    ???

    Sie könn(t)en militärisch was machen, das auf den nächsten ‚failed state‘ rausläuft, vielleicht käme dabei ein Lybien 2.0 raus o.s.ä., wenn es ihnen gelänge, die Einheimischen ähnlich gegeneinander aufzuhetzen, was aber offenbar nicht der Fall ist. Aber Austerität 2.0 ist keine Option, schon gar nicht für Lateinamerika insgesamt. Wer flüchten könnte, würde das tun, und wohin? Soviele Zäune können die gar nicht bauen.

    Davon abgesehen ist das ökonomisch größte Problem der Amis (und in deren Schlepptau der EU), dass die Monopolstellung, die auf dem Dollar als Leitwährung basiert, von Russen, Chinesen und noch paar anderen gerade sukzessive ‚abewickelt‘ wird. Venezuela mag die größten Ölreserven haben, aber es sind nicht die einzigen. Wenn die anderen Rohstoffe aber nicht mehr in Dollar gehandelt werden, haben immer weniger Staaten ein grundsätzliches Interesse daran, US-Staatsanleihen zu kaufen, um an Dollar zu kommen. Erst recht nicht, wenn jetzt alle Welt sieht, dass die US-Regierung den Banken im Zweifelsfall verbietet, irgendwas zu bezahlen, aber gleichzeitig die Bedienung von Schulden einfordert.

  24. 24 Samson 22. Februar 2019 um 12:21 Uhr

    So weit her scheint es ja mit der Belagerung dann doch nicht zu sein.

    Vergiftete Hilfe
    Dass die USA nicht vor militärischen Einsätzen unter dem Deckmäntelchen des Humanismus zurückschrecken, sieht man nicht nur in der unrühmlichen jüngeren Geschichte der USA, sondern man kann es auch konkret an ihren Militärübungen in Lateinamerika ablesen. Seit 2017 fanden immer wieder Manöver zur „Vorbereitung humanitärer Hilfseinsätze“ im Umfeld Venezuelas statt, gern auch unter internationaler und NATO-Beteiligung.
    Während US-Vize Pence sich in München damit rühmte, dass inzwischen „fast 50 Staaten“ Guaidó unterstützen, machten Russland und China deutlich, dass sie nicht dazu zählen wollen. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Marija Sacharowa, befürchtet, die USA könnten Bilder von eventuellen gewalttätigen Auseinandersetzungen bei Guaidós Aktion, die „Hilfsgüter“ über die Grenze zu bringen, zur Rechtfertigung für eine „humanitäre Intervention“ nutzen. „Washington ist davon besessen, die legitime Regierung einer souveränen Nation zu stürzen und die Prinzipien des Völkerrechts zu missachten.“
    Die Sprecherin des chinesischen Außenministeriums, Hua Chunying, betonte, dass China nur die „legitime Regierung Venezuelas“ akzeptiere.
    Das zeigt, genau wie die Reaktion der Vereinten Nationen, dass Guaidó nicht die Anerkennung hat, die Washington gern behauptet. Wenn überhaupt, kann man davon sprechen, dass die „weiße Welt“ den Putschisten anerkennt. In der Hoffnung, ein unliebsames Beispiel für Humanität und soziale Gerechtigkeit loszuwerden und um Vasallentreue zu den USA zu demonstrieren.
    Der venezolanische Gesundheitsminister Carlos Alvarado teilte mit, dass in der venezolanischen Hafenstadt La Guaira 933 Tonnen an medizinischen Geräten und Medikamenten eingetroffen seien. Es handelt sich um eine Hilfslieferung, die zum größten Teil aus Kuba und China stammt. Neben anderen Ländern hatten sich auch Russland, die Türkei und Palästina an der Lieferung beteiligt.“

  25. 25 Nestor 22. Februar 2019 um 14:54 Uhr

    Die Frage wurde für mich nicht beantwortet:

    „ein ‚zweites Chile‘ ökonomisch für die Amis keine wirkliche Option darstellt.“

    ???

    Chile ist doch ökonomisch eine Erfolgsstory, und was hat das mit Venezuela zu tun?

    Austerität 2.0 ist keine Option

    Was soll denn das wieder sein?!
    Könntest du dich bitte etwas klarer ausdrücken?

  26. 26 Nestor 22. Februar 2019 um 14:58 Uhr

    dass die „weiße Welt“ den Putschisten anerkennt.

    Zum Ärger der Bevölkerung Haitís hat sich die Regierung Haitís – vermutlich gegen ein kleines Bakschisch – auch zur Anerkennung breitschlagen lassen, obwohl Haití seit Jahren im Rahmen der ALBA am billigen Öltropf Venezuelas hängt.

  27. 27 Nestor 22. Februar 2019 um 15:10 Uhr

    Was schließlich die Sache mit der Belagerung angeht, so halte ich dran fest.
    Jetzt werden einmal Truppen an diesen verschiedenen Hilfsgüter-Punkten stationiert. Die Care-Pakete kommen ja nicht ohne, hmmm, Begleitschutz. Dabei könnte es sich sowohl um US-Militär, als auch um solches der Nachbarsttaten und Hollands, als auch um Söldner – Academi und so – handeln.

    Wenn dann morgen der Durchbruch nicht gelingt, was dann?

    In einer russischen Zeitung steht, daß Caracas Militärhilfe Rußlands bislang dankend ablehnt. Das heißt, sie wurde Venezuela von Rußland angetragen.
    Ich vermute, daß es auch einen heißen Draht gibt, wo Moskau Washington mitteilt, daß sie eine Invasion nicht hinnehmen würden.
    Und dann?
    Da vermute ich, wird dann eine Belagerung versucht werden, um Importe zu blockieren, vor allem übers Meer.

    Daß die unvollständig wäre, spricht nicht dagegen, daß das versucht werden könnte.
    Vergessen wir nicht, hier ist alles eine ziemliche Premiere.
    Die völlige Negierung der UNO, der Bruch jeglichen Völkerrechts, aber auch der Umstand, daß die USA eben nicht mehr unangefochten Weltmacht sind, – und der Verzicht der EU auf eigenständige Außenpolitik.
    Ursprünglich ist dieses imperialistische Bündnis ja mit dem Anspruch angetreten, selber Weltmacht zu werden, das ist vorbei.
    Heute schmieren sie sich an die USA an und betteln: tu mir nix!

  28. 28 Samson 22. Februar 2019 um 23:29 Uhr

    Die Frage wurde für mich nicht beantwortet

    Es geht nicht mehr um (Friedhofs)Ruhe im sog Hinterhof, sondern nur noch ums Öl. Eine mögliche (monetäre) Erkärung liefert mal wieder Hudson:
    „There are forward markets for currencies, stocks and bonds. The Federal Reserve can offer to buy a stock in three months at, say, 10% over the current price. Speculators will by the stock, bidding up the price, so as to take advantage of “the market’s” promise to buy the stock. So by the time three months have passed, the price will have risen. That is largely how the U.S. “Plunge Protection Team” has supported the U.S. stock market.

    The system works in reverse to hold down gold prices. The central banks holding gold can get together and offer to sell gold at a low price in three months. “The market” will realize that with low-priced gold being sold, there’s no point in buying more gold and bidding its price up. So the forward-settlement market shapes today’s market.

    The question is, have gold buyers (such as the Russian and Chinese government) bought so much gold that the U.S. Fed and the Bank of England have actually had to “make good” on their forward sales, and steadily depleted their gold? In this case, they would have been “living for the moment,” keeping down gold prices for as long as they could, knowing that once the world returns to the pre-1971 gold-exchange standard for intergovernmental balance-of-payments deficits, the U.S. will run out of gold and be unable to maintain its overseas military spending (not to mention its trade deficit and foreign disinvestment in the U.S. stock and bond markets).
    (…)
    Refusal of England and the U.S. to pay Venezuela means that other countries realize that foreign official gold reserves can be held hostage to U.S. foreign policy, and even to judgments by U.S. courts to award this gold to foreign creditors or to whoever might bring a lawsuit under U.S. law against these countries.

    This hostage-taking now makes it urgent for other countries to develop a viable alternative, especially as the world de-dedollarizes and a gold-exchange standard remains the only way of constraining the military-induced balance of payments deficit of the United States or any other country mounting a military attack. A military empire is very expensive – and gold is a “peaceful” constraint on military-induced payments deficits.
    (…)
    The U.S. has overplayed its hand in destroying the foundation of the dollar-centered global financial order. That order has enabled the United States to be “the exceptional nation” able to run balance-of-payments deficits and foreign debt that it has no intention (or ability) to pay, claiming that the dollars thrown off by its foreign military spending “supply” other countries with their central bank reserves (held in the form of loans to the U.S. Treasury – Treasury bonds and bills – to finance the U.S. budget deficit and its military spending, as well as the largely military U.S. balance-of-payments deficit.“

    Könnte ja auch sein, dass die Banken das Gold gar nicht hatten, um Venezuela zu bezahlen. Andererseits kalkuliert die US-Regierung offenbar so, dass sie ihren Militärapparat nur finanziert bekommt, wenn sie die Kontrolle über ’strategische‘ Rohstoffe erhält. In Middle East ist das gerade schiefgegangen, jetzt ist eben Venezuela ‚erste Wahl‘.

    Könntest du dich bitte etwas klarer ausdrücken?

    Die von IMF + Weltbank betriebene Kreditpolitik lief auf Austerität raus, das ist das was du im Falle Chile ‚Erfolgsstory‘ nennst. Aber greif‘ einem nackten Mann in die Tasche … Ohne das Eingreifen der Russen wäre vermutlich der komplette Mittlere Osten inzwischen so eine Story.

    Was schließlich die Sache mit der Belagerung angeht, so halte ich dran fest.

    Ja, mach das mal.
    Venezuelan Military Reject Trump’s Incitement to Rebel: ‘Over Our Dead Bodies’

    A Bridge Too Far: Trump Overreaches in Venezuela
    „Arrogantly, Trump, Pence, Bolton, Pompeo, Rubio and other US Neo-imperialists thought they could flip a country’s armed forces merely on their say-so. Did these “exceptional Americans” really think that a 300,000-strong army would just let Washington subvert the constitution of the country to get their hands on its vast natural wealth?“

    Ich vermute, daß es auch einen heißen Draht gibt, wo Moskau Washington mitteilt, daß sie eine Invasion nicht hinnehmen würden.
    Und dann?

    Über den heißen Draht wird grad was, aus Perspektive der Russen, viel wichtigeres mitgeteilt: Putin to Americans: You Bring Back Nuclear Missiles to Europe, I’ll Park Mine in the Atlantic

    Die Holländer supporten zusammen mit dem NATO-‘Partner‘ Kolumbien vielleicht den Coup, aber die Türken orientieren sich bei ihrer Bewaffnung offenbar gerade um:
    Turkey Rejects US Patriot Systems Deal, Says It Will Get S-400 In July

  29. 29 Nestor 23. Februar 2019 um 14:20 Uhr

    Ob das Parken von Unterwasser-Raketen wichtiger ist als das Ausstreiten von Land-Invasionen – in diese Frage will ich micht nicht einmischen.

    Was die Austerität betrifft, so ist eben Chile nicht das beste Beispiel für ihr Scheitern. Natürlich, in den 80-ern gab es eine lateinamerikanische Schuldenkrise, bei der Chile prominent beteiligt war, aber wer erinnert sich da heute noch daran?

    Mir fällt dazu eher Argentinien ein, das ja tatsächlich bankrott gegangen ist und es vielleicht demnächst wieder einmal wird. Der IWF hat alle Hände voll zu tun, um diesen Vorzeigestaat zahlungsfähig zu halten.
    Chile hat diese ganzen unerfreulichen Experimente deshalb besser – vom Standpunkt der Kapitalakkumulation und des Schuldendienstes – überstanden, weil es mit dem unter Allende verstaatlichten Kupfer einen Weltmarkt-Knüller hat.

    Die Vorstellung, daß sich Venezuelas Militär umdrehen lassen würde, wurde offenbar den US-Häuptlingen von diversen „Experten“ und Beratern suggeriert, weil das das war, was die hören wollten.
    Ich verfolge das ja nur über das El País, das seit Jahren einen Kreuzzug gegen den Chavismus führt. Und da erschienen lauter Artikel der Art, wie unpopulär Maduro ist und wie „gespalten“ die Heeresführung eigentlich sei. Ich nehme an, diesen Schmarrn glauben sie selber auch.
    In diesem führenden spanischsprachigen Medium wurden auch immer wieder alle möglichen Lichtgestalten der Opposition hochgelobt und als Hoffnungsträger angepriesen, die 1-2 Jahre später in der Versenkung verschwanden.

  30. 30 Nestor 23. Februar 2019 um 14:27 Uhr

    Und ja, die Türkei hat Großes vor und da werden wir auch noch bald etwas hören.
    Während die NATO gegen Rußland alles auffährt, was gut und teuer ist, kommt ihre Südflanke ins Wackeln.

  31. 31 Nestor 24. Februar 2019 um 16:07 Uhr

    Also die ganze Aktion mit der Einfuhr dieser „Hilfsgüter“ ist kläglich gescheitert. Die Anhänger, mit denen Guaidó angab – Hinderttausende, eine Million – gabs nicht, und jetzt bettelt er bei seinen Gönnern um eine Militärintervention, was ihn in Venezuela sehr beliebt machen wird.

    Man findet kaum Bilder von der Aktion, weil der Aufmarsch derartig jämmerlich war, daß er sich schwer für Propagandazwecke einsetzen läßt.

  32. 32 Samson 24. Februar 2019 um 19:33 Uhr

    Ob das Parken von Unterwasser-Raketen wichtiger ist als das Ausstreiten von Land-Invasionen – in diese Frage will ich micht nicht einmischen.

    Die Frage drehte sich ja auch eher um die Möglichkeit, gleich ganzes Land, noch dazu eins mit einer offenbar einsatzfähigen Armee, zu belagern. Und das scheint, wenigstens fürs erste, nicht funktioniert zu haben. Was offenbar nicht nur daran liegt, dass sich Venezuelas Militärführer nich haben umdrehen lassen. Die Frage ist eher, was USANATOEU militärisch überhaupt ausrichten (lassen) können, wenn es nicht gelingt, vorher ‚Dissidenten‘ / ‚Rebellen‘ in nennenswertem Umfang in Stellung zu bringen.

    Das wirklich Neue an dieser Aktion ist ja nicht der Bruch von Völkerrecht etc., das waren im Prinzip alle USANATOEU-Militäraktionen, sondern die ausdrückliche Ansage, der gewählte Präsident eines Landes möge seinen Posten für einen Hanswurst, der von außerhalb dieses Landes die Order erhielt, das zu tun, was er tat. Ich denke, der Versuch, irgendwas im UN-Sicherheitsrat zu bewerkstelligen, war von vornherein als Show-Einlage gedacht, weil ebenso klar war, dass mindestens Rußland und ggf. eben China jede Sanktion gegen den gewählten Präsidenten per Veto verhindern würden.

    Allerdings scheinst du in einer Hinsicht Recht zu haben,
    Mike Pompeo Says Regime Change Is Also Planned for Nicaragua and Cuba, Not Only Venezuela. Die Frage ist auch hier, ob das US-Establishment die Mittel hat, solche Pläne umzusetzen, mit oder ohne NATO.

    Was die Austerität betrifft, so ist eben Chile nicht das beste Beispiel für ihr Scheitern.

    Das bestreite ich doch gar nicht, m.E. ist es eher umgekehrt, ‚erfolgreiche‘ Austerität führt dauerhaft zur Verarmung der Mehrheit der jeweiligen Bevölkerung. Den Leuten kannst du die Story vom ‚Tellerwäscher‘ nicht mehr andrehen, und falls doch jemand auf diesen Leim geht, dann versucht der es eben in den Metropolen. Das ist der wirkliche Grund, weshalb dort überwiegend junge Leute ‚ankommen‘ (und das weiß ich nicht aus den Medien, sondern aus ‚erster Hand‘, ich hatte mit etlichen Desillusionierten zu tun, die hier von Leihfirmen in die beschissensten Jobs ‚vermittelt‘ werden).

    Und bezügl. Chile stellt sich u.a. die Frage, wer die Exporteinnahmen aus dem Kupfer wozu benutzt.

    Während die NATO gegen Rußland alles auffährt, was gut und teuer ist, kommt ihre Südflanke ins Wackeln.

    Vor allem ist es wohl exorbitant teuer, deswegen fordert Trump ja laufend die Erhöhung des Militäretats bei den Europäern ein. Schließlich sollen die nicht nur aufrüsten, sondern primär US-Waffen(systeme) kaufen. Allerdings gibt es wohl nicht in der Türkei erhebliche Zweifel, dass die tatsächlich was taugen.

  33. 33 Nestor 25. Februar 2019 um 15:36 Uhr

    bezügl. Chile stellt sich u.a. die Frage, wer die Exporteinnahmen aus dem Kupfer wozu benutzt.

    Das hängt von der jeweiligen Regierung ab. Pinochet benütze sie für die Finanzierung des Gewaltapparates. So Prätorianer und Henker wollen ja gut bezahlt sein, sonst …
    Unter Bachelet war mehr für Soziales da, und Piñera wird vermutlich wieder mehr in den Sicherheitsapparat investieren.
    Aber man sieht, daß so eine staatliche Firma einer Regierung mehr Spielraum gibt, sich nicht vom IWF alles vorschreiben zu lassen.

    Wie gut oder schlecht die US-Waffensysteme sind, kann ich nicht beurteilen. Die Türkei hat überhaupt von USA und NATO die Nase voll, deshalb das Umsteigen auf russische Systeme. Es liegt also weniger am Gebrauchswert dieser Ausrüstung, sondern an den Abhängigkeiten, die damit aufgekündigt oder eingegangen werden.
    Ja, was du meinst mit den Waffensystemen ist interessant. Die EU soll hier nicht Rivale, sondern Markt für die USA werden – mehr noch als bisher.

  34. 34 Samson 25. Februar 2019 um 21:45 Uhr

    Die Vasallen verweigern zunehmend die Gefolgschaft, und man fragt sich, ob das ein grundsätzlicher ‚Sinneswandel‘ ist oder bloß Taktik
    EU Announces Opposition to Military Intervention Against Venezuela

    Die Türkei hat überhaupt von USA und NATO die Nase voll, deshalb das Umsteigen auf russische Systeme. Es liegt also weniger am Gebrauchswert dieser Ausrüstung, sondern an den Abhängigkeiten, die damit aufgekündigt oder eingegangen werden.

    Ja und nein. Die Legende besagt, der Coup gegen Erdogan scheiterte seinerzeit vor allem deshalb, weil der russische Geheimdienst rechtzeitig den entscheidenden Hinweis gegeben haben soll. Andererseits ist den Russen vermutlich auch klar, dass sie an ihrer Südflanke dauerhaft keine Ruhe bekommen werden, ohne die Türkei irgendwie strategisch einzubinden.

    Was den Gebrauchswert betrifft, spielt dieser in dem Bereich schon eine bedeutendere Rolle als im ‚zivilen‘ Leben, wo vo allem als guter Verkäufer o.s.ä. gilt, wer imstande ist, Sonnenbänke in die Sahara oder Kühlschränke an den Nordpol zu verkaufen.

    Ich bin auch kein Militärexperte, aber Waffensysteme erlauben immerhin Rückschlüsse auf militärische Strategien. Die russischen S-400 sind Luftabwehrsysteme. In dem oben verlinkten Text steht verklausoliert, welche Bauchschmerzen NATO-Strategen damit haben:
    Hurriyet also cited an anonymous Turkish official according to whom “Washington is concerned with the security risk that the S-400 system radars can pose on NATO defense capabilities, such as F-34 fighter jets. Americans believe that the S-400 radar can spy on Turkish territory exposing sensitive details of the F-35 performance, such as capturing minor patterns of F-35 flights despite its high stealth capability.”
    Die angesprochene „high stealth capability“ ist 1) wohl selbst unter NATO-Experten ziemlich umstritten, weil 2) das russische Radar die Jets trotzdem auf den Schirm bekommt und 3) braucht man solche ‚capabilities‘ m.E. vorrangig beim Angriff.

    Der entscheidende Unterschied für die Beschaffung besteht aber m.E. darin, dass die Russen behaupten, ihre neuen Systeme entwickelt, ohne den Militäretat wesentlich erhöht zu haben, während die US-Administrationen schon unter Trumps Vorgängern immer mehr Geld forderten, um neue Systeme zu entwickeln.

    Und deswegen bleiben die Russen relativ ruhig, weil sie wissen, dass sie 1) paar Jahre ‚Vorsprung‘ haben und 2) die NATO Rußland gegenwärtig nur um den Preis der unmittelbar folgenden Selbstvernichtung angreifen kann. Inwieweit sie diese ‚Versicherung‘ auf ‚befreundete‘ Staaten ausdehnen, muss man mal abwarten.

    Aber russische Luftabwehrsysteme bspw. in Venezuela schränken die Belagerungsmöglichkeiten potentieller Angreifer schon erheblich ein. Und wenn ich das richtig interpretiere, dann hat Venezuelas Regierung unmittelbar nach der Schließung der Grenze zu Brasilien paar solcher Systeme in Grenznähe aufstellen lassen.
    Venezuela despliega su sistema de misiles rusos S-300 en la frontera con Brasil

  35. 35 Samson 25. Februar 2019 um 23:07 Uhr

    Die S-300-Systeme haben schon der Syrischen Armee gegen die NATO-‘Luftunterstützung‘ für die sog. ‚Rebellen‘ geholfen …

  36. 36 Nestor 26. Februar 2019 um 12:28 Uhr

    Die Legende besagt, der Coup gegen Erdogan scheiterte seinerzeit vor allem deshalb, weil der russische Geheimdienst rechtzeitig den entscheidenden Hinweis gegeben haben soll.

    Wegen gesteigerter verschlüsselter Kommunikation zwischen den türkischen Militärs ist den Russen, die das abgefangen haben, aufgefallen, daß da was im Busch ist, und das haben sie in die Türkei weitergemeldet.
    Bekanntgegeben hat das meiner Erinnerung die iranische Nachrichtenagentur, also von dort stammt die „Legende“.

    Aber ich weiß nicht, was das mit der Frage zu tun hat, ob die Türkei wegen der Russen oder wegen des Gebrauchswertes diese Dinger haben will.

    Und wenn sie zu den Russen neigt, so ist es vom Standpunkt der türkischen Führung doch wurscht, ob sich die NATO daran stört. Vielleicht ist ihr das sogar recht. Sie hat damit die Rute ins Fenster gestellt: Wenn es euch nicht paßt, so schleicht euch doch!

    In dem Artikel über die Luftabwehrsysteme steht drin, daß Venezuela 3 solcher „Systeme“ – scheint sich jeweils um mehrere Raketen samt Basen zu handeln, die beweglich sind – besitzt, die unter Chávez eingekauft wurden, und daß sie eines davon in der Grenzstadt Santa Elena de Uiarén stationiert haben. Über die anderen 2 steht dort nix, also wo sich die befinden.
    Diese Stadt, die auch einen Flughafen hat, liegt an der einzigen Straßen-Grenze zu Brasilien. Die ganze restliche Grenzregion zu Brasilien ist Urwald.

  37. 37 Samson 26. Februar 2019 um 22:42 Uhr

    Aber ich weiß nicht, was das mit der Frage zu tun hat, ob die Türkei wegen der Russen oder wegen des Gebrauchswertes diese Dinger haben will.

    Ich denke mal wegen beidem. Die Dinger taugen ganz offensichtlich tatsächlich was und als Vertragspartner kann man sich auf die Russen verlassen, offenbar im Gegensatz zu USA und/oder EU. Abgesehen davon halte ich die Frage gar nicht für so wichtig, weil ich denke, dass die sich der Türkei so gar nicht stellt.

    Über meinetwegen strategische Prämissen kann man ohnehin nur spekulieren. Vielleicht ist ja da was dran:
    Mr Bolton’s Long Game Against Iran – Pakistan Becomes Saudi Arabia’s New Client State
    Offenkundig ändern die Amis in der Region gerade was an Ihren ‚Partnerschaften‘, um sich weder aus der Levante noch aus Afghanistan zurückziehen zu müssen. Und das ‚tangiert‘ sowohl russische und iranische als auch türkische Interessen.

    Am Ende stellt es sich ohnehin wieder so dar, dass der Hegemon militärisch auf die Reihe zu bekommen versucht, was ökonomisch offenbar nicht (mehr) geht, „the potential to curb Russia and China’s evolution of a Central Asian trading sphere and supply corridor.“ Und dafür wird halt ggf. der IWF politisch instrumentalisiert.

    Die ganze restliche Grenzregion zu Brasilien ist Urwald.

    Dann sind die S-300 ja an der richtigen Stelle positioniert. Urwald taugt nicht als Aufmarschgebiet, schon weil es schwierig ist, den Nachschub dorthin ‚unbemerkt‘ von der Öffentlichkeit zu organisieren. Die Straße lässt sich mit regulären Bodentruppen problemlos kontrollieren und verteidigen.

    Und dass die US-Regierung sich nochmal auf einen Dshungelkrieg mit eigenen Truppen einlassen kann, erscheint sehr unwahrscheinlich. Eine Berufsarmee kann man vielleicht in jeden Krieg schicken, aber nicht um jeden Preis. Zumal nun wirklich der letzte Depp (außer den Medienprofis, die dafür bezahlt werden, dass sie was gegenteiliges verbreiten) mitbekommen hat, um welchen Einsatz es da wirklich geht.

  38. 38 Samson 27. Februar 2019 um 14:36 Uhr

    Was die Amis jetzt planen ist nicht genau klar, die Russen machen US-Truppenbewegungen publik, halten mit Diplomatie dagegen und versuchen mehr oder weniger über die UNO eine Intervention zu verhindern.
    Lavrov blasts US attempts to create pretext for military intervention in Venezuela
    „The foreign minister expressed hope that all countries committed to the UN Charter will state that such approaches are unacceptable and will insist on holding a nationwide inclusive dialogue. „Venezuela’s problems should be solved only based on the principles enshrined in the UN Charter, namely sovereign equality of states, respect for sovereignty, territorial integrity and unacceptability of meddling in domestic affairs,“ he underlined.

    In their joint communique after talks on Wednesday, the Russian, Chinese and Indian foreign ministers stressed the demand to solve the Venezuelan crisis based on the UN Charter’s principles. „Everyone without exception should respect this, including the United States,“ he said.“

    Russia ready to mediate Venezuela crisis — UN envoy
    „Nebenzya also requested all countries in the region „to firmly declare their support of the UN Charter, rejection of threats to use force, use of force and flagrant interference into a sovereign state’s internal affairs.“

    He also said that Russia has prepared a draft Security Council statement on Venezuela, similar to the one adopted for Haiti on the US initiative.

    „On February 21, the US delegation came forward with a draft UN Security Council media statement on events in Haiti, which received unanimous support from all members of the UN Security Council,“ Nebenzya said, addressing US Special Representative for Venezuela Elliott Abrams. „Are our US colleagues ready to adopt a similar text regarding Venezuela in the form of a statement by the UN Security Council chair?“

    „It’s hard not to notice that it [the text] concerns a practically identical situation. The only difference is that in Haiti’s case, Washington has decided to support the legitimate government, at least for now,“ the Russian diplomat added.“

  39. 39 Nestor 28. Februar 2019 um 13:42 Uhr

    Es ist in der Tat alles offen.

    Es scheint, daß nicht nur Rußland und China, sondern auch Indien einiges an Wirbel machen, was man bei uns gar nicht so mitkriegt, weil nur die US-nahen Positionen in den Medien breitgetreten werden.
    Auch in der Lima-Gruppe scheinen einige kalte Füße zu bekommen.

    In Venezuela selbst bringt die Interventionsdrohung die bisher verfeindeten Fraktionen der Opposition und der PSUV einander näher.

    Gestern habe ich mit einer Venezolanerin geredet, die hat einiges zum Thema „Belagerung“ erzählt: Venezuela kann kaum mehr Medikamente oder Lebensmittel im Ausland einkaufen. Die meisten Staaten oder Firmen stecken das Geld ein und liefern nicht. Venezuela wird diesbezüglich seit Jahren richtig bestohlen.
    Es kann also wirklich nur mehr in Staaten einkaufen, die nicht zum USA-Orbit gehören: Russland, dem Iran, China, Nordkorea. Und wie man an der in Spanien festgehaltenen Medikamentenlieferung sieht, muß Venezuela inzwischen auch bei den Lieferrouten aufpassen, um nicht dort beklaut zu werden.

  40. 40 Samson 06. März 2019 um 20:36 Uhr
  41. 41 Nestor 07. März 2019 um 9:11 Uhr

    Deutschland wird wahrscheinlich weiter Autos in die USA exportieren dürfen, um für seine Bündnistreue belohnt zu werden.

  42. 42 Nestor 07. März 2019 um 12:07 Uhr

    Hier übrigens die Begründung, warum der deutsche Botschafter des Landes verwiesen wurde:
    Er und andere europäische Botschafter haben Guaidó am Flughafen empfangen, um zu verhindern, daß er verhaftet wird, und dafür ihre diplomatische Identität eingesetzt.
    Am Dienstag hat er mit den Botschaftern Frankreichs, Portugals und Hollands an einem Frühstück teilgenommen, das der spanische Botschafter für Guaidó in der Botschaft gegeben hat.
    https://elpais.com/internacional/2019/03/07/america/1551919955_781367.html

    Es scheint, daß nach der Ausweisung des US-Botschaftspersonals andere diplomatische Vertretungen den Usurpator päppeln, um sich als gute Vasallen der USA zu beweisen.
    Venezuela muß sich jetzt überlegen, wie es damit umgeht. Eigentlich müßte es die diplomatischen Beziehungen zu allen Ländern abbrechen, die Guaidó unterstützen, aber damit würde es die Ausweisung seiner Botschafter aus den betreffenden Ländern riskieren.

  43. 43 Nestor 07. März 2019 um 12:20 Uhr

    „Die Regierung und das Parlament von Russland hatten in den vergangenen Tagen wiederholt vor einem militärischen Eingreifen der USA in Venezuela gewarnt, sei es mit eigenen Soldaten oder mittels einer Söldnertruppe. Erst am Montag betonte Walentina Matwijenko, Vorsitzende des Föderationsrates, Russland werde alles tun, „um eine militärische Invasion Venezuelas zu verhindern““.
    https://amerika21.de/2019/03/223198/venezuela-guaido-proteste

  44. 44 Samson 07. März 2019 um 14:02 Uhr

    Venezuela muß sich jetzt überlegen, wie es damit umgeht. Eigentlich müßte es die diplomatischen Beziehungen zu allen Ländern abbrechen, die Guaidó unterstützen, aber damit würde es die Ausweisung seiner Botschafter aus den betreffenden Ländern riskieren.

    Ich glaube nicht, dass das in deren Überlegungen wirklich eine Rolle spielt. Die Variante ‚Auge um Auge …‘ ist eine Option auf ‚Augenhöhe‘, d.h. wenn man nicht auf fremde Hilfe angewiesen ist, um sich ggf. seiner Haut wehren zu können.

    Man darf ja nicht vergessen, wessen Aufziehpuppe Guaidó ist. Wenn die Regierung den Rauswurf mit dem Argument erklärt, „Venezuela ist unwiderruflich frei und unabhängig …“, dann ist das wie ‚Pfeifen im Wald‘ und sie müsste eine plausible Antwort auf die Frage liefern (können), weshalb sie den Usurpator bei dessen Ankunft nicht hat verhaften lassen. Jetzt kann man natürlich sagen (und das werden sie auch tun), um zu ‚deeskalieren‘ und um ‚Spielraum für Verhandlungen‘ zu haben. Die Frage ist aber von Anfang an gewesen, worüber sie verhandeln wollen, und vor allem mit wem.

    Streng genommen war Guaidós ‚Selbsternennung‘ ein Diktat aus Washington, ‚Völkerrecht‘ hin oder her. Und diesem Diktat haben sich Maduros Regierung + venezolanisches Militär bislang widersetzt. Und darin wird sie, ganz im Gegensatz zu vergleichbaren ‚Angelegenheiten‘ etwa in Nahost, eben vor allem von Russland und China unterstützt. Gemessen an dieser Unterstützung erweist sich jetzt die vom medialen Mainstream in solchen Fällen immer wieder bemühte sog. ‚internationale Gemeinschaft‘ als ebensolches Phantom wie der angeblich die Demokratie bedrohende ‚Terrorismus‘ als dessen vermeintlicher Gegenpart‘.

    Der Haken für USANATO im Fall Venezuela (und womöglich in ganz Lateinamerika) besteht m.E. darin, dass das wesentlich von NGO’s und Geheimdiensten andernorts immer wieder erfolgreich angeleierte Szenario aus ‚Dissidenten‘ und ‚Rebellen‘ offenbar nicht funktioniert. Deswegen wird ganz offen mit dem Militär gedroht. Allerdings bestehen wohl erhebliche Zweifel, ob mit regulären Truppen etwas anderes zu ‚erreichen‘ wäre als die bloße Zerstörung der Infrastruktur.
    Eine militärische Intervention kann die venezolanische Regierung nicht stürzen

  45. 45 Nestor 07. März 2019 um 17:42 Uhr
  46. 46 Nestor 20. Juli 2019 um 11:27 Uhr

    Die EU – der brave Schoßhund der USA:

    EU-Parlament beschließt Resolution gegen Venezuela

    https://amerika21.de/2019/07/229000/eu-parlament-resolution-venezuela

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


+ sechs = vierzehn