Imperialismus und Säbelrasseln

IM VORZIMMER ZU WELTKRIEG III

Ich eröffne hier einmal eine neue Update und Diskussionplattform zum Thema Syrienkrieg – USA-Russland-Konfrontation – verrückte Politiker in der EU – und sonstiger Größenwahnsinn und Zerstörungswut rund um den nahen Osten.

Bitte hierher posten, was bisher unter „Entenproduktion“ lief, weil dort ist der Diskussionsthread schon ziemlich lang und deshalb schwerfällig.


67 Antworten auf „Imperialismus und Säbelrasseln“


  1. 1 NN 15. April 2018 um 12:48 Uhr

    Skripal-Gift: Schweizer Labor verweigert Kommentar zu Lawrows Aussagen

    Das Schweizer Zentrum für radiologische und chemisch-bakteriologische Analyse in Spiez, das Proben des im Fall Skripal verwendeten Giftes untersucht hat, hat sich geweigert, die jüngsten Aussagen des russischen Außenministers Sergej Lawrow bezüglich der Identifikation des Giftstoffes zu kommentieren.

    „Nach dem Anschlag in Salisbury haben Schweizer Spezialisten nach Angaben des russischen Außenministers Sergej Lawrow den gegen den Ex-Spion Sergej Skripal und dessen Tochter Julia eingesetzten Giftstoff als BZ identifiziert. Diese Substanz sei nie in Russland hergestellt worden, sagte Lawrow am Samstag.

    „Nur die Organisation für das Verbot chemischer Waffen kann diese Aussage kommentieren. Aber wir können wiederholen, was bereits vor zehn Tagen gesagt wurde: Wir haben keine Zweifel daran, dass das Labor Porton Down die Substanz identifiziert hat. Genauso wie Spiez ist Porton Down ein Labor der OPCW. Die Verifikationsstandards sind so hoch, dass man sich auf die Ergebnisse verlassen kann“, wird im Twitter-Account des Labors mitgeteilt.“

  2. 2 Krim 15. April 2018 um 13:11 Uhr

    Und was heißt das jetzt in Bezug auf BZ? A234 ist drin, hat Porton Down und Spiez festgestellt. Aber warum es in so hoher Konzentration in den Blutproben ist und die Skripals daran nicht gestorben sind, lässt halt nur einen Schluss zu. Das Zeug wurde nachträglich reingemischt. Grund der Vergiftung war aber BZ.

    Die USA gehen nach Aussage des Verteidigungsministeriums von einem Erfolg des Angriffes aus. Wohl alle Flugkörper hätten getroffen, sagte der Leiter des Generalstabs, Kenneth F. McKenzie.

    Stimmt sogar. Irgendwas haben alle Raketen getroffen und sei es nur eine Abfangrakete.

    Hier noch ein besonders widerlicher und dummer Scharfmacher:

    „2. Der russische Bär brüllt, beißt aber nicht
    Russland hatte vorab mit schweren Konsequenzen gedroht, falls es zu Militärschlägen gegen Assad kommen sollte. Der russische Botschafter im Libanon hatte gar angekündigt, dass das russische Militär die Abschuss- und Abflugbasen angreifen würde, von denen aus Syriens Militäreinrichtungen ins Visier genommen würden. Dies stellte sich als leere Drohgebärde heraus. Die Russen gaben sich damit zufrieden, ihre eigenen Soldaten und Militärstützpunkte in Syrien zu sichern. Moskau versuchte auch, in den westlichen Öffentlichkeiten Furcht vor einer Konfrontation zwischen den Großmächten zu säen. Dies sollte die Regierungen in Washington, Paris und London vor einer Intervention gegen Russlands Verbündeten Assad abschrecken. Nachdem diese Rechnung nicht aufgegangen ist, zeigt sich, dass die Russen sehr genau wissen, mit wem sie sich anlegen können (etwa mit Schwächeren wie Georgien oder Ukraine) und mit wem nicht (den militärisch überlegenen USA im Verbund mit Frankreich und Großbritannnien etwa). Auch die deutsche Öffentlichkeit sollte sich diese Lehre beim nächsten Mal zu Herzen nehmen und nicht jede säbelrasselnde Wortmeldung aus Moskau für bare Münze nehmen.“

  3. 3 NN 15. April 2018 um 15:31 Uhr

    Aus Angst vor kompromittierenden Daten: London erwägt Cyberattacken auf Russland

    Britische Geheimdienste sollen eine Attacke auf russische Computernetzwerke vorbereiten. Dies berichtet die Zeitung „Sunday Times“ und beruft sich auf Quellen aus Sicherheitskreisen.

    „Der Cyber-Geheimdienst – das Government Communications Headquarters (GCHQ) – und das Verteidigungsministerium Großbritanniens seien angeblich beauftragt worden, der Regierung mehrere Optionen für heimliche Cyberattacken gegen den Kreml vorzulegen

    Laut der Zeitung erwartet London Cyberangriffe aus Russland auf die Schlüsselinfrastruktur des Landes, insbesondere auf Einrichtungen des Gesundheitswesens.

    Darüber hinaus errege Besorgnis, dass russische Geheimdienste „kompromittierende Informationen“ über das britische Kabinett sowie Parlamentarier und ranghohe Vertreter der britischen Regierung im Netz verbreiten könnten, so ein Insider. Die britische Premierministerin, Theresa May, soll bereits eine entsprechende Warnung erhalten haben.

    „Wir wissen, dass kompromittierende Materialien zum russischen Szenario gehören, und wir sind darauf gefasst. Wir wissen, dass sie (russische Geheimdienste – Anm. d. Red.) massiv in Computernetzwerke einbrechen können“, zitiert „Sunday Times” eine Quelle.

    Zuvor hatte „Sunday Times“ unter Verweis auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet, dass das Nationale Zentrum für Cybersicherheit Großbritanniens die großen Energiekonzerne aufgefordert hätte, die Sicherheitsmaßnahmen aus der Befürchtung zu verstärken, dass Russland nach der Vergiftung des Ex-Doppelagenten Sergej Skripal und seiner Tochter Julia Cyber-Angriffe auf die britischen Regierungsnetzwerke ausführen könnte.“

    War das Eindringen in fremde Netzwerke nicht „böse“? Die jüngsten Ami-Sanktionen gegen russische Politiker und Magnaten waren doch u.a. mit dem „bösartigen Verhalten“ Russlands im amerikanischen Wahlkampf begründet worden. Aber halt, wenn das GCHQ (und NSA und der BND und der Mossad etc.) das tun, kann das selbstredend kein Problem sein – weil die „Guten“ schließlich immer nur zurückschießen.

  4. 4 Phineas 15. April 2018 um 19:01 Uhr

    „ein besonders widerlicher und dummer Scharfmacher“

    @Krim
    Das ist noch gar nichts. Eine kleine Auswahl findet sich hier:

    https://www.wsws.org/de/articles/2018/04/14/hetz-a14.html

  5. 5 Nestor 15. April 2018 um 19:11 Uhr

    … und die TAZ darf natürlich auch nicht fehlen, wenn die Kriegstrommeln erklingen, nur halt mit ein bißl „Frieden!“ und „Menschenrechte!“ zum Drüberstreuen.

  6. 6 NN 15. April 2018 um 22:44 Uhr

    „Niemals im Arsenal Russlands gewesen“ – Ex-UN-Inspektor zu BZ-Kampfstoff

    Der Giftstoff BZ, der laut dem ehemaligen UN-Inspektor und C-Waffen-Experten Anton Utkin bei der Skripals-Vergiftung höchstwahrscheinlich benutzt worden war, ist niemals im Arsenal Russlands gewesen, jedoch in den USA hergestellt worden.

    „Dieser Giftstoff war in den Jahren 1962 bis 1965 im Bestand der Armeen der NATO-Länder. Im Arsenal der UdSSR und Russlands hat es diesen Giftstoff niemals gegeben“, so Utkin.

    Großbritannien habe einen Fehler gemacht, als es die OPCW darum gebeten habe, einen ausführlichen Bericht über den Vorfall in Salisbury unter den Mitgliedstaaten der Chemiewaffenkonvention zu verbreiten. Je mehr Informationen veröffentlicht seien, desto zahlreicher würden die Fragen an London sein, so Utkin, ehemaliger UN-Inspektor in Irak.

    „Ich nehme an, dass Russland gerade aus diesem OPCW-Bericht erfahren hat, dass das Labor der schweizerischen Stadt Spiez in den Proben vom Tatort in Salisbury Spuren des chemischen Kampfstoffs BZ entdeckt hat“, sagte Utkin gegenüber dem Sender RT.

    Zuvor war berichtet worden, Moskau habe vertrauliche Informationen über den Vorfall von Salisbury aus dem Labor Spiez erhalten, die vom klinischen Bild Sergej Skripals und seiner Tochter bestätigt worden seien. Dies hatte der russische Außenminister Sergej Lawrow mitgeteilt.“

  7. 7 TomGard 16. April 2018 um 8:51 Uhr

    Dies dürfte im kommenden Medien-Management zum Fall Skripal eine Rolle spielen:

    Zum Analyseresultat des Labors SPIEZ, das A-234 („Novichok“) und BZ in den Blutproben fand, gibt es eine gültige Spekulation mit weitem Erklärungshorizont bei CanSpeccy (Link unten).
    A-234 könnte tatsächlich als Gegenmittel, als Antagonist der anticholinergen Wirkung von BZ eingesetzt werden. Der Autor geht allerdings nicht darauf ein, daß für den Fall, daß sich BZ sowohl in den Originalproben von Porton Down, als auch in der von OPCW nach 16-18 Tagen gezogenen Kontrolle fand, ene mehrfache Verabreichung von BZ vorläge, da dessen Wirkung nach spätestens 5 Tagen endet.

    Falls es sich umgekehrt verhielte, kein BZ in den Originalproben, BZ in der Kontrolle, ließe sich keineswegs, wie der Autor meint, umstandslos schließen, BZ sei umgekehrt als Gegenmittel zu A-234 verabreicht worden, denn die hohe Konzentration von A-234, die SPIEZ nach russischen Angaben fand, die das Labor entgegen verzerrter Medien – Darstellung nicht dementierte, blieben unvereinbar mit dem Gesundheitsstatus von Julia Skripal und DS Bailey. Obendrein wäre die Verwendung von BZ als Gegenmittel absurd – es leistet zum Schutz spezifischer Gewebe und Nerven (Herz, Hirn) nicht mehr, als die standardmäßig verwendeten und in jeder Klinik vorgehaltenen Gegengifte Atropin und Scopolamin.

    https://canspeccy.blogspot.de/2018/04/3-quinuclidinyl-benzilate.html

  8. 8 Nestor 16. April 2018 um 10:02 Uhr

    Die Frage stellt sich für mich, wie kommt dieses Nowitschok überhaupt ins Spiel?

    Die Nachricht wurde ja ganz am Anfang der Affäre im März in alle Welt posaunt und von den meisten Medien abgeschrieben. Und es soll das Porton Down-Labor gewesen sein, das dieses Nowitschok im Blut der Vergifteten festgestellt hat.

    Wenn das eine Lüge war, warum diese Hast, es zu verbreiten? Was hat die Giftfabrik selber für ein Interesse? Wurde es ihr aufgetragen? Wollte sie damit etwas verbergen? Wurde hier etwas getestet? Ein Kampfstoff oder eine Medienkampagne?

    Wo sind eigentlich die Vergiftungsopfer inzwischen?

  9. 9 Phineas 16. April 2018 um 10:05 Uhr

    Echte und falsche Proben

    Nach der NZZ liege es nahe, dass Spiez in der Schweiz als einem neutralen Land und als eines der angesehensten Labore, tatsächlich für die OPCW Proben analysiert hat. Die Erklärung ist interessant, warum Lawrow nicht direkt gelogen, aber vielleicht Fakten verdreht hat. Es sei gut möglich, dass das Labor BZ gefunden hat und dass die OPCW nichts verbirgt, wenn sie dies nicht im Bericht erwähnt:

    Zu den rigiden Kontrollmechanismen der OPCW zählt, dass die Referenzlabore jeweils mehrere Sätze von Proben erhalten. Typisch ist, dass die OPCW nicht nur die „echte“ Probe verschickt, sondern auch negative und positive Kontrollproben. Diese sind zwar ähnlich beschaffen, enthalten im ersten Fall aber keinen chemischen Kampfstoff, im zweiten Fall einen anderen, der extra der Probe beigefügt wurde. Damit wird sichergestellt, dass das beauftragte Labor fehlerfrei arbeitet und nicht weiss, welches die „echte“ Probe ist. Wenn Spiez der OPCW nicht nur den Befund Nowitschok meldete, sondern auch das Vorhandensein von BZ, so lässt sich dies am ehesten durch den Einsatz einer solchen Kontrollprobe erklären. Für die OPCW gab es daher gar keinen Grund, den BZ-Befund öffentlich zu vermelden – sie wusste ja, dass es sich dabei nur um eine Kontrollprobe gehandelt hatte.
    NZZ

    Das klingt plausibel, wenn es so stimmt. Man fragt sich allerdings, ob nicht in einem OPCW-Bericht dann aus Transparenzgründen erwähnt werden müsste, dass Kontrollproben verwendet wurden und um welche es sich gehandelt hat. Sonst wäre kaum gewährleistet, dass das Vertrauen in die Ergebnisse gesichert werden kann. Aber die NZZ scheint auch bereits festgelegt zu sein und schreibt: „Bestätigt sich die obige Erklärung, so wäre daraus der Schluss zu ziehen, dass Russland jegliche Hemmung verloren hat, Halb- und Unwahrheiten zu verbreiten und dabei selbst angesehene internationale Institutionen wie die OPCW zu untergraben.“ Aber sie vergisst symptomatisch, welcher Schluss dann zu ziehen wäre, wenn doch Zweifel bestehen bleiben.

    Zudem ist bekannt, dass Nowitschok flüchtig und tödlich ist, weswegen es schon erklärungsbedürftig sein könnte, warum es in den Proben – unklar bleibt in welchen – nach mehr als zwei Wochen in hoher Konzentration und Reinheit gefunden wurde, und warum die Skripals sich relativ schnell von dem Anschlag erholen konnten. Für Außenstehende bleibt der Nebel undurchdringlich, den bislang alle Seiten verbreiten. (Florian Rötzer)

    https://www.heise.de/tp/features/Skripal-Naechste-Stufe-im-Verwirrspiel-4024538.html

  10. 10 Nestor 16. April 2018 um 11:02 Uhr

    Also fassen wir die bisherigen Erkenntnisse zusammen:

    Das eine Gift, das festgestellt wurde, würde zwar von den Symptomen her passen, soll aber nur eine Kontroll-Substanz gewesen sein, die gar nichts mit der Skripal’schen Vergiftung zu tun hat.

    Zweitens, das andere, was das angeblich „richtige“ sein soll, ist zu rein, um wahr zu sein und hätte auch einen Elefanten auf der Stelle getötet.

    Die Russen haben „jede Hemmung“ verloren, wenn sie solche Widersprüche publik machen.

    Dem Schweizer Labor kommt das offenbar auch komisch vor, deshalb wurde das an die Russen geleakt.

  11. 11 TomGard 16. April 2018 um 11:12 Uhr

    @ Phineas

    „Typisch ist, dass die OPCW nicht nur die „echte“ Probe verschickt, sondern auch negative und positive Kontrollproben.“

    Ich bin ziemlich sicher, das ist eine Lüge, weil ich mich aus dem öffentlichen Bericht zur Al Ghouta-False Flag erinnere, daß solche Kontrollen von den Laborchefs der akkreditierten Labore ausgeteilt wurden.

    Zudem wäre die Beimengung von BZ albern. Vorstellbar wäre eine Kontrolle mit Sarin oder VX, um unsaubere Arbeit auszuschließen.

    Obendrein bräuchte die OPCW nur die Chain of Custody zu veröffentlichen, um Lavrows „Machenschaft“ aufzudecken, die dann allerdings viel mehr eine Machenschaft von SPIEZ oder aus dem Umkreis von SPIEZ wäre. Deshalb konnte Lavrow das Leak unbesorgt verwenden.

    Schließlich enthält Rötzers Artikel die Lüge, SPIEZ hatte seine Beteiligung an der Untersuchung nicht bestätigen dürfen. Es ist umgekehrt – wäre das Leak nicht echt, hätte SPIEZ selbstverständlich dementieren können und dürfen, vielleicht gar müssen – Letzteres kommt auf den Wortlaut der Verträge an. Stattdessen berief es sich auf die Hoheit der OPCW, Lavrows Vorhaltungen zu kommentieren.
    https://twitter.com/SpiezLab/status/985442344311902208

  12. 12 Phineas 16. April 2018 um 12:35 Uhr

    @Nestor Sehe ich ähnlich.

    @TG Das leuchtet mir ein. Völlig intransparent das Ganze. Eine Unzahl unbewiesener Tatsachenbehauptungen. Und wer nachfragt betreibt Russen-Propaganda. Kontrolliert überhaupt einer diese „regiden Kontrolleure“? Habe gestern einen dieser unbestechlichen Ex-Kontrolleure, den Linkenpolitiker Jan van Aken bei „Anne Will“ gesehen. Eine durch und durch korrupte und verlogene Type dieser Mann. Wirklich empfehlenswert, da mal reinzuschauen.

  13. 13 Nestor 16. April 2018 um 12:37 Uhr

    Klingt nicht so, als wäre das ein erfreuliches Erlebnis! ;)

  14. 14 Krim 16. April 2018 um 12:43 Uhr

    War die NZZ nicht einer der großen Scharfmacher? Insofern war es nur eine Frage der Zeit bis alternative Theorien zu Lawrov auftauchen, die das Verwirrspiel auf die nächste Ebene heben. Warum sollte das Labor Erkenntnisse über Kontrollproben leaken. Für Außenstehende haben die null Relevanz und sind nur für die Labore selbst von Interesse.

    Die Antidot-Theorie klingt auch nicht plausibler. Erstmal ist es merkwürdig, dass das gefährliche Nowitschok plötzlich als Antidot Verwendung finden kann. Zuerst werden zuhauf Berichte über das grässliche Nowitschok geschrieben, das nur aus der SU, Usbekistan und von dort über dunkle Kanäle an die Mafia usw. gelangt ist und plötzlich soll quasi jede Giftzentrale sowas als Antidot im Medizinkästchen haben. Das passt nicht.

    „The revelation that the Skripals may have been poisoned with BZ, not botulinum toxin, does not negate our original hypothesis, since Novichok is a choline esterase inhibitor and, therefore, a recognized antidote to any anticholinergic poison such as BZ. The use of Novichok as an antidote to BZ poisoning would have been a surprising medical choice, but highly effective in creating false evidence of an assassination attempt with Novichok. „

    2. Wenn BZ das Gift war, warum dann das Risiko eines Gegengiftes, wenn BZ nach einigen Tagen sowieso aufhört zu wirken. Ferner wäre die Konzentration von A234 im Antidotfall nach der langen Zeit ebenfalls nicht so hoch.

    3. Wenn A234 das Gegengift war, hätte man dann wirklich so ein Aufsehens, um die „Russische Chemiewaffe Nowitschok“ gemacht. Wenn die Skripals mit BZ vergiftet wurden und Nowitschok war das Antidot – wäre das weniger blamabel und verlogen für und von der britischen Regierung als die Lawrovtheorie.

    Wenn A234 das Gift war und BZ, das Gegengift, wären die Skripals, bei der festgestellten Konzentration nach so langer Zeit, tot.

    Kein Antidot im Skripal-Fall? London schweigt über Rettungsmethode – Botschafter

    „Es gab bislang keine offizielle Antwort. Wir haben nur das Interview eines Vertreters des Labors Porton Down gesehen. Er sagte, dass kein Antidot genutzt worden sei“, sagte Jakowenko. Moskau habe sofort beim britischen Außenministerium um Auskunft gebeten.

  15. 15 TomGard 16. April 2018 um 13:43 Uhr

    @ Krim
    „(PD) sagte, dass kein Antidot genutzt worden sei“, sagte Jakowenko.“

    Das stünde im Widerspruch zur Darstellung von Dr. Blanchard, der ärztlichen Direktorin im Hospital.

  16. 16 Nestor 16. April 2018 um 17:05 Uhr

    Könnt ihr beide das einmal posten, also die Aussagen von dem Porton-Down-Typen und die von der Ärztin?

  17. 17 Krim 16. April 2018 um 17:31 Uhr

    Der russische Botschafter in London bezieht sich wohl auf dieses Interview.

    „There is no, as far as we know, any Antidote that ou can use to negate the effects of it. We can and we have adviced the hospital and the medics on the best course of trying to mitigate against the effects, but this is an extremly toxic substance and not something you can easily, you know, give something to help and recover.“

  18. 18 TomGard 16. April 2018 um 17:46 Uhr

    @ Nestor

    Blanchards Aussage habe ich aus einem Video von einer britischen MSM-Website, keine Ahnung mehr, wo.

    Ich will stattdessen Michele mal „Gerechtigkeit“ widerfahren lassen. Die Skripal Geschichte ist durch, es ist an der Zeit aus ihr und ihrem Zusammenhang mit dem Überfall auf Syrien Lehren für den Stand der Dinge im Imperium zu ziehen. Ich sage gleich „Imperium“, weil die Vorgänge, die ich jetzt nicht alle wiederholen will, zuzüglich der täglich angezogenen amerikanischen Sanktionsschraube gegen Russland, zeigen, das imperialistische Feldlager gegen Russland allein reicht nach dem Urteil der Akteure nicht mehr hin, die Gegensätze zwischen den Metropolen zu deckeln. Die Skripal-False-Flag und die Douma-False-Flag werden zum inquistitorischen Heiligtum, das mit direktem wie mittelbaren Zwang gegen den auserwählten Gegner und jeden möglichen Einspruch seitens der NATO-Partner verteidigt wird. Dabei steht stets die Option militärischer Gewaltakte auch in den Partnerländern und gegen sie im Raum. Die Militarisierung des Weltmarktes hat einen entscheidenden Schritt in Richtung globaler Militärherrschaft vollzogen, mit Russland als „Strohmann“.

    Ich begründe das hier nicht weiter – es ist ein Resumee das ich irgendwann kommende Woche auf meinem Blog ausführlicher vorstellen werde – weil du, Nestor, vor zwei Jahren Postings von mir, die auf die Anfänge dieser Entwicklung im Ukrainekrieg und der damaligen Phase des Syrienkrieges hinwiesen, unter unflätigen Beschimpfungen gelöscht hast.

  19. 19 Nestor 16. April 2018 um 19:23 Uhr

    Also Leute!

    Keine Ahnung, was eine MSM Website ist.
    Das einzige Interview mit der Ärztin, das ich finde, ist das:
    https://www.youtube.com/watch?v=tUuJlnfU_h8
    – in dem ist keine Rede vom Antidot.

    Ich weiß auch nicht, was jetzt wieder diese nächste Aufblaserei der Ereignisse soll: „Heiligtum“, „Inquisition“, und am besten: „Imperium!“ – wo man doch jetzt gerade sehen kann, wie sich alle Bruchstellen zwischen den imperialistischen Konkurrenten öffnen und überall Facelifting gemacht wird.

  20. 20 Phineas 16. April 2018 um 19:42 Uhr

    Ausgegraben:

    „BZ ist in der Tat ein militärischer Kampfstoff, wurde in den 50ern im Edgewood Arsenal des US Militärs entwickelt und dort auch in den Vorläuferprogrammen zu MK Ultra an Rekruten und Strafgefangenen getestet. Das klingt fies, war fies, hat aber den Vorteil das wir darüber heute eine ganze Menge wissen. „Moment, MK Ultra sagt der gebildete Leser jetzt, da haben die doch nicht Nervengifte getestet sondern LSD und so‘n Zeug…“ und zwar vollkommen zu Recht.

    BZ ist kein Nervengift, sondern ein Psychokampfstoff. Sinn und Zweck war nicht das Ableben der Zielpersonen, sondern die kurzfristige Aussergefechtsetzung. Das kann BZ auch recht gut, zumal das Dosisfenster breit ist, eine lethale Überdosis tritt erst ab der ca 40fachen Überdosierung ein (geschätzt bzw aus Tierversuchen extrapoliert, was auf dasselbe rauskommt). Die postulierte Todesart wäre wohl Versagen der Thermoregulation (hyperthermia), man war auch in Edgewood nie abartig genug das herauszufinden.

    Und wenn man sich jetzt ein paar Dokumente über BZ anguckt merkt man das da was nicht stimmen kann. In der Tat ist die benötigte Dosierung sehr gering, Schwellendosis die man gerade so merkt beträgt 0,5µg pro Kilogramm. Aber der „peak“, also die stärkste Phase der Intoxikation nach Aufnahme tritt bereits nach 8h ein. Es wirkt lange für einen Psychokampfstoff, aber trotzdem ist man selbst bei einer satten Dosis nach 48-72h nach der Aufnahme wieder auf dem Weg in die Normalität, und nach 5-7 Tagen wieder ganz der Alte. Die Wirkungen gehen im normalen Dosisbereich eher in den psychischen Bereich (optische und akustische Halluzinationen, Verwirrung, „mad as a hatter“) und erst im höheren Dosisspektrum wirkt die Substanz deliriös. Physiologisch spielt das Zeug primär am kardiovaskulären Regelkreis (Blutdruck, Puls) und später wie gesagt an der Thermoregulation.

    Die Skripals wären also entweder wegen absoluter Überdosierung spätestens am Folgetag nach der Aufnahme verstorben oder nach etwa einer Woche oder 10 Tagen wieder fit gewesen. Die beiden (und der britische Cop) wurden am 4. März aufgefunden und zwei der Opfer befinden sich jetzt immer noch in Behandlung. Das passt nicht zusammen.“

    https://blog.fefe.de/?ts=a42d5726

  21. 21 Krim 16. April 2018 um 20:00 Uhr

    Die Skripals wären also entweder wegen absoluter Überdosierung spätestens am Folgetag nach der Aufnahme verstorben oder nach etwa einer Woche oder 10 Tagen wieder fit gewesen. Die beiden (und der britische Cop) wurden am 4. März aufgefunden und zwei der Opfer befinden sich jetzt immer noch in Behandlung. Das passt nicht zusammen.

    OK. Ich hab nochmal geschaut. Am 5.04 sagt Julia, sie sei vor über einer Woche aufgewacht. Das ist ungenau. Nehmen wir an am 26. Am 4. wurden sie vergiftet. Das heißt ca. 21 Tage also 3 Wochen. Für BZ ist das laut den Angaben, lange. Aber man weiß ja nicht was die alles mit ihnen angestellt haben. Vielleicht sind sie absichtlich im Koma gehalten worden.

    Nowitschok kann halt auch kaum sein, sonst wären beide tot.

  22. 22 Hinweis 16. April 2018 um 22:34 Uhr

    Schon vor zwei Jahren hat Frankreich versucht, die EU dafür zu instrumentalisieren, dass es eine europäische Militärmacht (anlässlich Syriens) geben müsse – mit Frankreich als Fokus. Und noch etwas vorher gab es den Versuch ja auch bereits schon in Libyen. Das alles hat schon damals gar nicht funktioniert.

    Dass dieser Startschuss für Europas Militär 2.0 jetzt erfolgreicher verlaufen wäre, das lässt sich kaum behaupten …
    https://www.n-tv.de/politik/Macron-will-Trump-ueberredet-haben-article20386116.html

    Man „habe Verständnis“ – darauf konnten sich die versammelten 28 EU-Außenminister anscheinend mit Ach und Krach gerade noch einigen…

    http://www.fr.de/politik/krieg-in-syrien-frankreichs-praesident-als-global-player-a-1487269

    Die Positionierung der BRD zu den Französischen Militärplänen wurde 2013 im Gegenstandpunkt kritisch dargestellt:
    https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/frankreich-ringt-um-sein-europaeisches-weltmachtprojekt#section6

    Ob diese strategische Ausrichtung der BRD sich gerade ändert?
    - Bleibt abzuwarten…

  23. 23 Nestor 16. April 2018 um 22:57 Uhr

    Was das BZ und Nowitschok angeht, so paßt da immer weniger zusammen.

    Das Nowitschok kanns nicht gewesen sein, wie Krim richtig anmerkt, sonst wären beide längst hinüber.
    Es kann es auch deshalb nicht gewesen sein, weil das sofort wirkt, die 2 sind aber nachher noch eine Weile spazierengegangen. Sofern die Vergiftung überhaupt an der Haustür oder im Haus stattgefunden hat und nicht im Restaurant.

    So. Wenn das Gift falsch diagnostiziert worden ist, kann die Behandlung auch nicht sehr adequat gewesen sein. Außerdem scheint es zu dem Novitschok kein Gegengift zu geben, da mußte sowieso probiert werden. Also versetzten sie die beiden einmal ins Koma, weil das am sichersten war.

    Der Verlauf der Vergiftung verlief also atypisch und die Genesung auch.

    Was Frankreich betrifft, so versucht es schon seit Sárközy wieder eine große Nation zu werden. Die Politiker der größeren Staaten sind alle größenwahnsinnig und wollen die EU als eine Art Sprungbrett dafür nutzen, imperiale Größe zu erreichen. Die Briten wollen wieder ihr Empire, die Franzosen ihre Grande Nation, die Polen das Rzeczpospolita, und Deutschland wäre eben gern Europas Führungsmacht, was in 2. Weltkriegen nicht gelungen ist.

    Von wegen Friedensmacht! Eine imperialistische Schlangengrube, diese EU.

    Sarkozy wollte die Mittelmeerstaaten unter Frankreichs Führung einigen und Ghaddafi weghaben, weil der gesagt hatte: nein, danke! Syrien stand dieseem Projekt auch im Weg.
    Hollande wollte in Mali, im Tschad und auch in Syrien zeigen, daß Frankreich zumindest ein einsatzfähiges Militär hat, zum Unterschied von anderen EU-Staaten. Dabei hat er das französische Militär allerdings überstrapaziert, und ist an die Grenzen der Kapazitäten geraten, auch durch den Inlandseinsatz.
    Dann kam Macron und will sich als Player einbringen im Nahen Osten, macht Diplomatie, was das Zeug hält (Said Hariri!) und präsentiert sich als alte und neue Schutzmacht aller guten Menschen im Nahen Osten – hat aber die gleichen Beschränkungen wie seine Vorgänger und eine zusehends leere Kasse.

    Sein Mit-Bomben in Syrien mit ein paar Fliegern oder Bomben – war da überhaupt was? – schaut angesichts der Ambitionen und der großen Klappe der letzten Tage sehr matt aus.

  24. 24 Krim 17. April 2018 um 0:32 Uhr

    „Die Politiker der größeren Staaten sind alle größenwahnsinnig und wollen die EU als eine Art Sprungbrett dafür nutzen, imperiale Größe zu erreichen.“

    Ja genau. Heute kam in den Nachrichten es müssten Verhandlungen für eine Friedenslösung in Syrien stattfinden oder so ähnlich.
    Wann begreifen USAEU endlich, dass sie dort ausgemischt sind und ein Raketenschlag sie nicht wieder einmischt. Nachdem der IS besiegt ist, nicht von USAEU, wollen sie tatsächlich immer noch ein Stück vom Syrienkuchen abhaben. Wie Schutzgelderpresser. Wenn wir nicht was abkriegen, gibt es was auf die Mütze. Erst lassen sie Russland die Arbeit erledigen und dann wollen sie von der Beute was abhaben, diese imperialistischen Aasgeier.

    „In einem Interview im Fernsehsender BFM erinnerte Macron daran, dass Trump erst vor zehn Tagen einen Rückzug der USA aus Syrien angekündigt hatte. „Wir haben ihn überzeugt, dass es notwendig ist, dort auf Dauer zu bleiben“, sagte der französische Präsident nun. Frankreich habe zudem darauf gedrungen, die Militärschläge auf Chemiewaffeneinrichtungen zu beschränken.

    Einmal mehr erklärte Macron Raketenangriffe auf Syrien zum Erfolg und kündigte neue Anstrengungen für eine diplomatische Lösung an. Frankreich werde „mit allen sprechen“ – insbesondere mit Russland und dem Iran, den Unterstützern des syrischen Machthabers Baschar al-Assad, sagte er. Die Fähigkeiten Syriens zur Herstellung von Chemiewaffen seien „zerstört“ worden. Frankreich wolle sich nun verstärkt um eine „umfassende politische Lösung“ bemühen.“

    Macron hat tatsächlich einen Knall. Die Franzosen haben überhaupt keine Chemiewaffenfähigkeiten zerstört. 1. Weil nie Chemiewaffen da waren. 2. Weil sie leere Fabriken beschossen haben. Die haben eine Strohpuppe geschlachtet und denken jetzt sie hätten was zu sagen.

  25. 25 NN 17. April 2018 um 1:06 Uhr

    Lawrow lässt „Bombe“ platzen: Neues im Skripal-Fall bringt London in Bredouille

    Im Unterschied zu seinen westlichen Partnern, die souveräne Staaten gerne mit Raketen und Bomben angreifen, zieht Russland es vor, „Bomben“ auf anderen Gebieten zu „zünden“.

    USA und Großbritannien werfen Russland Cyberattacke vor

    Russische Hacker sollen weltweit zentrale Router angegriffen haben – von Regierungen und von Privatpersonen. Das behaupten die USA und Großbritannien. Offenbar wurden die Angriffe seit Monaten beobachtet.

  26. 26 Jacko 17. April 2018 um 5:04 Uhr

    Der hier immer wieder zum Kriterium erklärte Begriff „Größenwahnsinn“ leuchtet mir entweder immerzu, aber eher gar nicht ein.
    So größenwahnsinnig wie Macrons Europa-Militär-Pläne sich anschauen, sind die deutschen Kalkulationen, dass die USA sich für deutsche Interessen machtvoll in militärische Kosten werfen würden. Das aber ist eine der Grundlagen der BRD-Staatsräson, man könne die USA-Gewalt auf seine eigenen nationalen Ziele und Zwecke verpflichten.

    Dieser Anspruch, eine Konkurrenzmacht – oder gar den gesamten europäischen EU-Bereich – ziemlich bedingungslos (es geht doch um Kriegsfragen!) für eigene Machtambitionen instrumentalisieren zu wollen, ist genau so viel größenwahnsinnig wie das Projekt von Macron, die ökonomische Stärke der BRD, gar die gesamte EU, für die Militärmacht Frankreichs einspannen zu wollen. (Oder das Projekt von Theresa May, die Unverzichtbarkeit und Premium-Klasse von GB fürs Weltordnen unterstreichen zu wollen.)

    [Das solcherlei Verpflichtungsgetue, weil man im Bündnis sei, substantiell eine Verpflichtung beinhalte, hat übrigens gerade Erdogan dementiert. Nur weil er in der NATO ist, macht er trotzdem mit Russland teilweise Absprachen mit Russland. Größenwahnsinnig – sind da doch alle Kalkulationen allesamt darauf, dass solcherei Verpflichtungsinteresse anderer Nationen einen sicheren Bestand hätte, der mehr wäre als die Addition unterschiedlicher bis gegensätzlicher Nationalinteressen.]

    In d e m Sinne hat jeder Politiker einen Knall, und ob der der Russen größer oder kleiner ist, in solche Debatte mische ich mich lieber nicht ein.
    (Mag schon sein, dass er kleiner ist, weil die Russen gewitzt worden sind, pur und nur auf ihre eigene nationale Stärke vertrauen zu müssen. Da ist der Anspruch auf Weltordnung dann so, dass man ihn Stück für Stück militärisch gegen die anderen Interessen durchsetzen muss. Dass es damit dann mehr auf sich hätte, als dieses mühsame Stabilisieren von Assad, – das ist der Knall der Russen. Denn dass solche Bündnispartner ihnen flöten gehen können, ihnen abspenstig gemacht werden können, – das musste die ehemalige SU weltweit bemerken.}

  27. 27 Nestor 17. April 2018 um 7:20 Uhr

    Mit Größenwahn meine ich, daß die imperialistischen Ambitionen immer weniger in ein Verhältnis zu den Mitteln gesetzt werden, über die diese Staaten verfügen.

    Und zwar ökonomisch wie militärisch.

    Seit den Ukraine-Ereignissen 2014, als Rußland EU und NATO ein Stoppschild hingestellt hat, wird es für alles verantwortlich gemacht, was in EU und USA schief läuft, und mit immer absurderen Begründungen.

  28. 28 TomGard 17. April 2018 um 7:52 Uhr

    @ Jacko

    Deine Beschreibung erklärt schon zur Hälfte, daß und warum das Phänomen, das Nestor „Größenwahn“ nennt und damit eine Kategorie politischer Machtkonkurrenz benutzt und affirmiert, unter die Kategorie „gemeinsame Drangsal“ der Akteure fällt – nämlich schlicht der Umstand, daß die EU „größer als ihre Schöpfer“ geworden ist. Das ist schon lange so, doch die Wirkung wurde bislang gedeckelt, indem sich die Europäer maßgeblich – wenn auch bei weitem nicht ausschließlich – via Imperiumszentrum Washington aufeinander bezogen haben. Jetzt liegt „Washington“ in Europa – in Brüssel.

  29. 29 Hinweis 17. April 2018 um 9:09 Uhr

    Ob „Washington“ als Zentrum „des Westens“ nun in Brüssel liegt,
    wie TG meint, oder doch eher in Paris, in Berlin oder in London
    - das ist der Hintergrund der angezettelten Affären und Scharmützel…

    ----

    … und passend zu dieser Frage gibt es in Bremen eine Veranstaltung:

    Die EU in Zeiten von „America first!“:
    Das imperialistische Konkurrenzprojekt „Europa“ in der Krise

    Donnerstag | 19. April 2018 | 19:00 Uhr
    Bürgerhaus Weserterrassen | Osterdeich 70b | Bremen

    https://www.argudiss.de/sites/default/files/ank/anhang%28pdf%29/eu-vs-trump_hb_0418_ank-e.pdf

  30. 30 TomGard 17. April 2018 um 9:44 Uhr

    @ Hinweis
    Ich versuche, dort zu sein. Keine Drohung :)

    „Brüssel“ ist das umkämpfte Zentrum, der Sache nach Europas, dem Anspruch nach „der westlichen Welt“, daher im Umfang des Kampfes, an dem selbstredend auch US-Eliten beteiligt sind, fiktiv. Gleichwohl entsprechen dieser Fiktion ökonomische und militärische (NATO) Tatsachen.

  31. 31 NN 17. April 2018 um 22:16 Uhr

    London: Skripals wurden mit Flüssigkeit vergiftet

    Die Substanz, mit der der Ex-Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter im britischen Salisbury vergiftet wurden, ist britischen Behörden zufolge im flüssigen Zustand gewesen. Darüber berichtet der TV-Sender Sky News am Dienstag unter Berufung auf das Umweltministerium Großbritanniens.

    Der Fall Skripal: Es gab keinen „chemischen Angriff“ in Salisbury – Experte

    Im Fall des Ex-Doppelagenten Sergej Skripal lässt sich mit ziemlich hoher Sicherheit sagen, dass es keinen „chemischen Angriff“ in Salisbury gab. Dies erklärte das ehemalige Mitglied der UN-Kommission für biologische Waffen Igor Nikulin.

    Fall Skripal: Diente Londons „Desinfektion“ Vernichtung von Beweisen?

    Die genauen Umstände im sogenannten Skripal-Fall sind weiterhin ungeklärt. Das Agieren Londons erscheint verschiedenen Politikern und Experten zunehmend verdächtig. Wie ein Vertreter der russischen Botschaft in London Sputnik mitteilte, könnte Londons „Desinfektion“ am Tatort vielmehr der Beweisvernichtung gedient haben.

    Überraschende Erklärung der SPD: Klingbeil informiert über Auslandsstrategie

    Eigentlich wollte SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil die ausländische Presse am Dienstag über den Erneuerungsprozess in seiner Partei und über den kommenden Parteitag informieren. Überraschend wurde dann aber auch die internationale Strategie der Bundesregierung und das Verhältnis der SPD zu Russland zum Thema. Auch die EU bereitet Klingbeil Sorge.

  32. 32 Nestor 17. April 2018 um 23:56 Uhr

    @Krim,

    nicht auf Idioten antworten. Sie werden immer von mir gelscht, wenn ich Zeit dafür hab.

  33. 33 NN 18. April 2018 um 14:40 Uhr

    Schwäche einkalkuliert
    Westliche Firmen setzen auf Abwertung des Rubel. US-Sanktionen könnten Abkehr von Dollar-Dominanz bewirken
    Von Reinhard Lauterbach

    „Die russische Regierung hat den von den neuesten US-Sanktionen betroffenen russischen Unternehmen staatliche Unterstützung zugesichert. Damit solle verhindert werden, dass sie Beschäftigte entlassen müssten, sagte Ministerpräsident Dmitri Medwedjew am Donnerstag. Wieviel Geld die Regierung dafür in die Hand nehmen will, wurde nicht mitgeteilt. Es stellt sich auch die Frage, wie hoch die tatsächlichen Schäden – abgesehen von Buchverlusten an den Börsen – ausfallen. Sie werden vermutlich erst nach und nach erkennbar werden, etwa wenn sich westliche Geschäftspartner zurückziehen. In diese Richtung scheint einer der größten Kunden des Aluminiumkonzerns Rusal im Westen zu tendieren, der Schweizer Rohstoffhändler Glencore. Die Gegenfrage lautet, wie lange und in welchem Umfang der Westen auf russische Rohstoffe verzichten kann.

    Im Falle des Schweizer Maschinenbaukonzerns Sulzer reichte ein Aktienrückkauf, um das Unternehmen aus der Sanktionszone zu holen. Der russische Eigentümer Wiktor Wekselberg verkaufte ein Viertel seines Anteils an der Schweizer Firma an diese selbst. Sein Anteil sank von 63 auf 48 Prozent und damit unter die Grenze, ab der die US-Sanktionen greifen. Sulzer, ein weltweit renommierter Hersteller von Kompressoren und anderen Geräten für den Öl- und Gasabbau, hat jedoch weiterhin Probleme, an das Geld auf seinen Konten in den USA zu kommen. Der Aluminiumkonzern Rusal forderte nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters seine Kunden intern auf, ausstehende Zahlungen nicht mehr in Dollar zu leisten, sondern in Euro. Um den USA Sanktionen gegen die entsprechenden Banken zu erschweren, gab es hierfür allerdings keine offizielle Bestätigung. 2015 hatte ein US-Gericht die französische Bank Paribas wegen Verstößen gegen antirussische Sanktionen zu einer Geldstrafe von neun Milliarden US-Dollar verurteilt.

    Ein Abschied großer Unternehmen von der Nutzung des Dollars als Zahlungsmittel ist jedoch schwieriger, als es scheint. Der letzte, der das offen versucht hat, war Saddam Hussein, der das irakische Öl nicht mehr für Dollars handeln wollte – es ist ihm bekanntlich nicht gut bekommen. Iran hat in der Vergangenheit notwendige Importe mit Öl oder japanischen Yen bezahlt. Aber Öl ist ein stoffliches Dollar-Äquivalent und der Yen eine bereits etablierte Reservewährung aus der zweiten Reihe, ähnlich dem Euro. Über russisch-chinesische Pläne, ein alternatives Reservesystem zum Dollar zu schaffen, wird seit Beginn der Sanktionen diskutiert. Praktisch ist noch wenig geschehen. Es könnte im bilateralen Verhältnis natürlich funktionieren, hinge im internationalen Maßstab aber davon ab, ob die westlichen Geschäftspartner Rubel oder Renminbi akzeptieren. Was bei der chinesischen Währung – die im Westen seit Jahren als unterbewertet gilt – wahrscheinlich kein unüberwindbares Hindernis darstellte, weil sogar noch Kursgewinne winken. Im Falle Russlands würde hingegen das Geschäftsmodell von Konzernen wie Rusal unterminiert, denn es beruht genau darauf, dass seine Kosten in Rubel entstehen – also angesichts der gegenwärtigen Abwertung, in Dollar oder Euro gerechnet, sinken –, die Erträge dagegen in ausländischen Währungen. Rusal müsste also das Kursrisiko übernehmen.

    Unterdessen debattiert die russische Staatsduma über mögliche eigene Gegenmaßnahmen. Im Gespräch sind Verbote für US-Unternehmen, sich an russischen Privatisierungsauktionen zu beteiligen, sowie Importverbote für ausgewählte US-Produkte. Auf der Liste stehen Tabak und Alkohol sowie bestimmte Medikamente, die auch anderswo produziert werden. Aber schon bei Importverboten für amerikanische Software wird es schwierig. Denn trotz jahrelanger Appelle, auf »vaterländische« Software umzusteigen, nutzen selbst strategische Unternehmen wie Rosneft oder Gasprom weiterhin Programme der US-Firma Oracle. Als diese vor einigen Monaten ankündigte, keine neuen Aufträge aus Russland mehr anzunehmen und die Wartung laufender Systeme einzustellen, bekamen die russischen Firmen Schwierigkeiten. Denn eine kurzfristige Softwareumstellung ist schwierig und teuer. Auch der Import von Flugzeugzubehör für den Teil der russischen Zivilluftfahrt, der Maschinen von Boeing fliegt, dürfte sich kurzfristig kaum stoppen lassen. Es blieben Exportverbote etwa für Raketenantriebe. Die werden nämlich sogar von der NASA genutzt. Aber das ist nicht das Volumen, das die USA zum Einlenken bewegen würde.

    Das ändert aber nichts daran, dass die US-Sanktionen langfristig der Dominanz des Dollars im Finanzsystem schaden. Denn sie werden jedenfalls den Prozess der Abwendung vom US-Dollar beschleunigen. Nicht auszuschließen, dass der Schaden, der Russland kurzfristig zugefügt wird, sich für die USA langfristig als Pyrrhussieg herausstellen wird.“

    Kurze Beine
    Von Reinhard Lauterbach

    „Es gibt im Deutschen zwei bekannte Sätze zu Lügen. Der eine besagt, sie hätten kurze Beine. Der andere stammt von Joseph Goebbels, der etwa behauptete, man müsse eine Lüge nur oft genug wiederholen, damit sie als Wahrheit akzeptiert werde. Die beiden Sprüche sind nicht so weit voneinander entfernt, wie es scheint. Was wir im Augenblick seitens der westlichen Propaganda erleben, ist der Versuch, die kurzen Beine der einen Lüge dadurch zu verdecken, dass man eine neue verbreitet und darüber die erste in Vergessenheit geraten lässt.

    Die Affäre Skripal umgibt allmählich der Nebel des Ungefähren. Die Sunday Times berichtete letztes Wochenende, Sergej und Julia Skripal sollten irgendwo im angelsächsischen Sprachraum neue Identitäten bekommen und einfach von der Bildfläche verschwinden. Damit niemand sie mehr ermorden – oder womöglich befragen? – könne. Und von der Geschichte nur die offiziellen Behauptungen und ein paar unbeachtliche Zweifel übrigbleiben, die sich im Internet versenden. Eine der Lügen à la Goebbels.

    Mitte der Woche verbreitete Scotland Yard eine angebliche Erklärung von Julia Skripal, worin sie sich jede Kontaktaufnahme nicht nur seitens der russischen Botschaft und der Presse – das könnte man noch verstehen –, aber auch von seiten ihrer eigenen Familie verbat. Sorry, Gentlemen – das soll Ihnen jemand glauben? Eine junge Frau, gerade nach einer (angeblichen) Schwerstvergiftung genesen, soll mit ihren nächsten Angehörigen nichts mehr zu tun haben wollen? Wieviel Gehirnpersil haben die Herrschaften da eigentlich verabreicht?

    Parallel dazu wird die nächste Sau durchs Dorf getrieben. Wieder was mit Giftgas. Die Quellen sind mehr als zweifelhaft: die als publizistische Wasserträger des islamistischen Terrorismus notorischen »Weißhelme«, die aus London über die Achtung die Menschenrechte in Syrien wachende »Beobachtungsstelle« sowie eine »Syrisch-Amerikanische Medizinische Gesellschaft«. Medien mit einem Rest an professionellem Anstand, von der New York Times über das Wall Street Journal und die BBC bis zur ARD, machten in ihren Berichten deutlich, dass »eine unabhängige Überprüfung der Vorwürfe nicht möglich« sei. Das ist zwar wenig mehr wert als ein Kreuzzeichen vor dem Bordellbesuch; aber immerhin.

    Und was macht die deutsche Transatlantenpresse? Sie hetzt in Gestalt von Bild-Chefredakteur Julian Reichelt gegen das ARD-»Mittagsmagazin«, es mache sich – indem es die Vorbehalte gegen die Berichte an sein Publikum weiterreicht, als hätte dieses die Recherchemöglichkeiten der Profis aus Hamburg – zum Sprachrohr von »russisch-syrischer Propaganda«. Müsse er für so etwas Rundfunkgebühren zahlen, fragt Reichelt zeternd auf Twitter. Das zeigt immerhin, wie er sich Pressefreiheit vorstellt: als Ja- und Hurrageschrei.

    Kann er übrigens kriegen. Die Taz, von Hermann L. Gremliza einst treffend als »ausgelagertes Volontariat der Bürgerpresse« charakterisiert, entblödete sich am Donnerstag nicht, in einem Kommentar nach »gezielten Luftschlägen der USA« als »einzig richtiger Antwort« zu rufen: »Jemand muss ihn (Assad, jW) stoppen«. Und wenn es Trump sei. Das sei »kein Argument dafür, einen Diktatoren gewähren zu lassen«, so zeigte der Autor, dass man auch ohne Beherrschung der deutschen Grammatik Gesinnungstexte absondern kann.

    Adolf Hitler lobte am 10. November 1938 gegenüber den versammelten deutschen Chefredakteuren, die er »Schriftleiter« nannte, deren Leistung bei der Einstimmung der Bevölkerung auf den Krieg. Man müsse gewisse außenpolitische Vorgänge so darstellen, dass die Stimme des Volkes von sich aus nach Gewalt schreie. Und wenn das Volk nicht von sich aus nach Gewalt schreit? Ist es mit seiner »Kriegsangst« dafür verantwortlich, dass die Kriegsgefahr noch steige. Darauf kam am Freitag morgen Wolfgang Ischinger von der Münchener »Sicherheitskonferenz« im Deutschlandfunk.

    Die Affäre Skripal verschwindet allmählich im Nebel des Ungefähren. Parallel dazu wird die nächste Sau durchs Dorf getrieben. Wieder was mit Giftgas.“

    Zur Lage in Syrien,Russland und der Ostukraine
    Analyse-Vortrag von Reinhard Lauterbach auf einer Veranstaltung der Linken Mannheim im Kulturhaus Käfertal am 17.April 2018.

  34. 34 NN 18. April 2018 um 15:22 Uhr

    Britische Medienaufseher ermitteln gegen russischen Sender RT

    Der russische Sender RT soll im Fall Skripal mehrfach Neutralitätsregeln verletzt haben. Die britische Medienaufsichtsbehörde hat deshalb nun sieben Ermittlungsverfahren eingeleitet.

    Untersuchung von OPCW und London: Herkunftsland des Skripal-Gifts nicht festgestellt

    Der britische Botschafter bei der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) Peter Wilson hat erklärt, dass die Untersuchung der Organisation und Großbritanniens das Herstellungsland des in Salisbury verwendeten Gifts nicht nachweisen konnte.Laut dem Chef des OPCW-Labors Marc-MIchael Blum ist aber auch keine Rede von dem Giftstoff BZ.

    „Laut Wilson stellten sowohl die Labors von britischen Behörden als auch die im Auftrag der Organisation für das Verbot von chemischen Waffen (OPCW) tätigen Laboratorien anhand der entnommenen Proben den Einsatz des Nervengifts vom Typ „Nowitschok“ sicher. Dabei entnahmen zwei Labors im Auftrag der OPCW Umweltproben und zwei weitere biomedizinische Proben, wobei alle toxische Chemikalien vom Typ „Nowitschok“ aufweisen sollen, so Wilson.

    „Wir glauben, dass nur Russland das technische Know-how, die Erfahrung und ein Motiv hat, um die Skripals als Ziel auszuwählen“, fügte Wilson hinzu.

    Dabei sei in den in Salisbury entnommen Proben der Giftstoff BZ nicht festgestellt worden, teilte der Chef des OPCW-Labors Marc-Michael Blum mit.“

    „Zynischste Provokation aller Zeiten gegen Russland“ – Politiker

    Gegen Russland wird mit Hilfe von politischem Druck, Sanktionen und Gewaltandrohungen ein Hybrid-Krieg geführt. Im Interview für Sputnik sagt der Bevollmächtigte des Präsidenten für den Wolga-Föderationbezirk und Ex-Vorsitzende der Staatskommission für chemische Abrüstung, Michail Babitsch, wer aus dieser Eskalationsspirale Nutzen zieht.

  35. 35 TomGard 18. April 2018 um 15:39 Uhr

    Absage: Ich werde nicht an der Bremer Veranstaltung teilnehmen können.

  36. 36 Hinweis 19. April 2018 um 6:39 Uhr

    Die Vorstellungen Macrons werden europäisch eher nicht geteilt.
    Wie / ob das Europa der EU stattdessen neu reformiert werden kann, davon ist links und rechts (auch innerhalb der Maßstäbe der herrschenden Politik gemessen) kaum etwas zu erblicken …

    Außer heißer Luft an Zukunftsreden-Blabla und einem realen Militärschlag in Syrien – war da noch was???

    https://www.euractiv.de/section/binnenmarkt-und-wettbewerb/news/kein-neuer-macron-effekt/

  37. 37 Hinweis 19. April 2018 um 7:24 Uhr

    Anders formuliert:
    Die ökonomisch überlegene Vormacht BRD hat noch kein Konzept gefunden, wie sie Macrons Vorstellungen für ihre eigenen Fortschritte einspannen könnte – denn Macrons Zielvorstellungen zielen ja eher auf die Stärkung Frankreichs mittels Europa.

    Ob die beiden konkurrierenden Staaten also trotzdem ein weltpolitisches Konzept hinkriegen, von dem sich beide ihre jeweiligen Fortschritte für ihre eigene Nation erwarten können – daran basteln sie anscheinend ja gerade in Berlin.

    (Wenn mehr draus wird, dann dürfte demnächst vermutlich noch irgendwo herumgebombt werden – denn dass an dieser weltpolitischen Front als EU-Militärmacht die EU Nachholbedarf habe, das – nur das??? – scheint derzeit die gemeinsame Meinung der Regierungen von F und D zu sein…)

  38. 38 TomGard 19. April 2018 um 8:42 Uhr

    Macrons (unternehmenspolitische) Vision an Realpolitik blamieren zu wollen ist schon so dämlich, wie Politiker nun mal sind, weil sie es sein müssen. Doch eins drauf zu setzen, indem man hingeht, und der konkreten Vision PLUS der Realpolitik ein „weltpolitisches Konzept“ hinzu erfindet und darüber spannt, als sei die Integration der EU zu „Vereinigten Staaten“ kein „weltpolitisches Konzept“ – das ist buchstäblich unterirdisch.

  39. 39 Hinweis 19. April 2018 um 8:52 Uhr

    Die Integration der EU zu „Vereinigten Staaten“ denkt sich Macron, so der Vorwurf aus D, vor allem als Stärkung der Rolle Frankreichs innerhalb eines von ihm erwünschten Führungsduos mit der BRD-Regierung.
    Von deutscher Seite höre ich dazu öffentlich warme Worte.

    Ansonsten will D sich n i c h t für die Stärkung der Größe von Frankreich einspannen lassen.

    Das scheint deswegen der Fall zu sein, weil sie in größeren Dimensionen von „Gesamteuropa“ denken – und d a f ü r soll das Führungsduo D und F „als Motor“ taugen. Die östliche Abteilung der EU sieht die Weltlage aber bekanntlich ganz prinzipiell anders. Und im süden auch etliche Staaten.

  40. 40 TomGard 19. April 2018 um 9:22 Uhr

    „Ansonsten will D sich n i c h t für die Stärkung der Größe von Frankreich einspannen lassen.“

    Es gibt kein D. und F. mehr in diesem Zusammenhang, wie deine eigenen Quellen belegen. Du stellst dich auf den Standpunkt des rechten Flügels der CSU, der unter dem Druck der eigenen Bundesfraktion steht, und solcher EU-Länder wie Polen, Ungarn, Österreich, Baltikum, Irland, mit Tschechoslowakei mal so mal anders. Holland ist ein Spezialfall wg. seiner Abhängigkeit vom UK.

    Seit mehr als einem Jahr ist ideologisch wie administrativ eine Regionalisierung der EU-Staaten unterwegs. Bayern /Württemberg ist nicht mehr „Deutschland“, sondern auf dem Weg, eine europäische Region zu werden, wie Norditalien, Katalonien, der portugisische Norden und neuerdings Groß-London, von dem aktuell selbst Yorkshire abfällt.

    Das entgegenwirkende Moment ist die NATO! Darauf zielte die Skripal-Affäre.

    Aber das Einschwenken Macrons und Merkels auf die False-Flag nebst Verschiebung des realen (im Unterschied zum formellen) Brexit um ein Jahr ist kein „Einknicken“, sondern der Auftakt , London von innen aufbrechen zu wollen, u.a. mit schottischen, walisischen Hebeln.

    Die alten Formeln taugen weniger, denn je.

  41. 41 Nestor 19. April 2018 um 9:37 Uhr

    @TomGard

    Die EU sollte ein weltpolitisches Konzept sein, so war sie geplant, das stimmt schon. Aber es ist offensichtlich, daß das in die Hose gegangen ist. Ein zerstrittener Haufen, der sich in der einen oder anderen Form an die Rockschöße der USA klammert …

    Also so verstehe ich Hinweis, daß jetzt jeder dieser größenwahnsinnigen Potentaten ein Konzept sucht, wie er Europa unter seiner Führung zu einer Weltmacht machen könnte. Daß das vermutlich auch nicht gehen wird, ist abzusehen, aber die Absicht verfolgen sie.

    Du hast natürlich auch recht, daß dieses widersprüchliche Programm die Geister innerhalb von Koalitionen scheidet und die verschiedenen Teile in verschiedene Richtungen ziehen.
    Ich erinnere daran, daß Bayern 2016 aus der Bundesrepublik Deutschland austreten, und so ein Referendum wie Katalonien abhalten wollte.
    Also die Desintegration setzt sich innerstaatlich fort. Als Hort der Stabilität präsentieren sich ausgerechnet solche Staaten wie Polen oder Ungarn, wo es Regierungen geschafft haben, die Mannschaft unter dem Titel „Nation“ zu einigen und damit die Opposition ziemlich platt gemacht haben.

    Übrigens sehe ich das Einschwenken Macrons und Merkels weder als ein Einknicken noch als einen Auftakt zu irgendwas, sondern als einen Versuch, im Zu-Hilfe-Eilen gegenüber GB sich als entscheidende Macht in der EU zu präsentieren, der die anderen gefälligst zu folgen haben.

    Übrigens: der Vortrag in Bremen kommt sicher als Audio-Datei irgendwann aufs Netz, dann kann man ja dazu Stellung beziehen.

  42. 42 Krim 19. April 2018 um 10:33 Uhr

    Den Vortrag von Heiner Lauterbach finde ich ganz gut. Kein ewiges Gelaber, sondern komprimiert die angesprochenen Themen abgehandelt.

  43. 43 TomGard 19. April 2018 um 10:51 Uhr

    @ Nestor
    Einverstanden.
    Doch ein Wort erlaube ich mir vorab noch.

    Unter den gegebenen Voraussetzungen ist die Rede von „Krise“, gar „Zerfall“ der EU buchstäblich (politisch) reaktionär. Selbstredend muß die EU „zerfallen“, wenn maßgebliche Mitglieder darauf drängen, daß sie ihnen als ein ökonomischer Verband nicht mehr taugt, während ein „Zurück“ zur Nationalstaatlichkeit für alle Mitglieder einer Katastrophe gleich kommt.

    Und: territoriale Hoheit ist nur im Kriegsfall an die Realabstraktion „Nation“ gebunden (negativ oder positiv), ansonsten unterliegt sie schlicht polizeilicher und militärischer Kommandantur.

  44. 44 NN 19. April 2018 um 12:56 Uhr

    OPCW weist Russlands Darstellung zurück

    Moskau behauptet, die OPCW habe bei Laboruntersuchungen im Fall des vergifteten Ex-Doppelagenten Skripal auch ein westliches Gift entdeckt. Der Chef der Chemiewaffenexperten weist dies nun als falsch zurück.

    Giftaffäre: OPCW-Botschafter hält britische „Lügen“ für nachgewiesen

    In der jüngsten Sitzung des Exekutivrates der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) hat Russland nach Angaben seines Botschafters Alexander Schulgin mit Fakten belegt, dass Großbritannien im Fall des vergifteten Ex-Spions Sergej Skripal „alle belogen“ hat.

    Giftstoff aus Fall Skripal in USA patentiert – russischer OPCW-Botschafter

    Laut Russlands Vertreter bei der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW), Alexander Schulgin, ist der Giftstoff aus dem Fall Skripal in den USA hergestellt und als chemische Waffe patentiert worden.

    TomGard: Hexenkralle (Novichok) – Abschluß mit einer alle Lügen und Täuschungen umfassenden Geheimhaltung

    RT-Bashing: Russischer Experte droht britischen Medien Status von Auslandsagenten an

    Britische Medien in Russland dürften als Auslandsagenten eingestuft werden, falls London Aktivitäten des russischen Fernsehsenders RT in Großbritannien behindert. Das erklärte Jewgeni Rewenko, Mitglied des Duma-Ausschusses für Informationspolitik und Informationstechnologien, am Mittwoch in Moskau.

    Trumps neue Importzölle könnten Deutschland in Rezession stürzen

    Das deutsche Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) vermutet, dass US-Präsident Donald Trump nicht nur Amerika und seine Arbeiter schützen, sondern vielmehr der Konkurrenz schaden will. Die Deutschen sind dabei vor allem um ihre eigene Wirtschaft besorgt, die in Rezessionsgefahr schwebt.

    Deutschland will von US-Sanktionen ausgenommen werden – Zeitung

    Die deutsche Führung will die USA bitten, deutsche Unternehmen von der Teilnahme an russlandfeindlichen Sanktionen zu befreien, schreibt das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf eigene Quellen.

    China beruhigt Russland: US-Sanktionen bleiben ohne Wirkung

    Nach den neuen US-Sanktionen gegen die russische Wirtschaft will China den Handel mit seinem nördlichen Nachbar Russland zügig ausbauen. Die amerikanischen Strafmaßahmen werden ohne Wirkung auf diese Zusammenarbeit bleiben, versichert das Handelsministerium in Peking.

  45. 45 NN 20. April 2018 um 0:10 Uhr

    Moskau sieht britische Geheimdienste hinter Vergiftung von Vater und Tochter Skripal

    Die Vergiftung von Ex-Oberst des russischen Militärgeheimdienstes GRU Sergej Skripal und seiner Tochter Julia ist höchstwahrscheinlich von britischen Geheimdiensten organisiert worden. Das erklärte die amtliche Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, am Donnerstag in Moskau.

    Russlands Botschaft schließt Manipulationen mit Blutproben Julia Skripals nicht aus

    Die russische Botschaft in Großbritannien schließt nicht aus, dass der vergifteten Julia Skripal – Tochter von Ex-Doppelagent Sergej Skripal – vor der Entnahme ihrer Blutprobe irgendein Präparat injiziert wurde. Das sagte ein Botschaftssprecher am Donnerstag in London.

    Moskau beklagt „Visa-Blockade“ seitens USA – und droht mit Flugverbindungs-Stopp

    Moskau schließt nicht aus, dass im Zusammenhang mit der Visa-Blockade, die die US-Behörden gegen russische Bürger aufbauen, die beiden Länder ohne Flugverbindung bleiben können. Dies verlautete am Donnerstag aus der Informations- und Presseabteilung des Außenministeriums.

  46. 46 NN 20. April 2018 um 0:12 Uhr

    Exportweltmeister unter Druck (20.04.2018)

    BERLIN (Eigener Bericht) – Mit einer regen Reisediplomatie bemühen sich deutsche Regierungspolitiker, die drohenden US-Strafzölle auf europäische Waren abzuwenden und den Zugang zum wichtigen US-amerikanischen Markt nicht zu verlieren. Nach der gestrigen US-Reise von Bundesfinanzminister Olaf Scholz wird am kommenden Freitag Bundeskanzlerin Angela Merkel in Washington erwartet. Berlin scheint im Vorfeld bereit, sich auf eine Neuauflage des transatlantischen Freihandelsabkommens TTIP einzulassen. Diese strategische Grundentscheidung geht mit einer klaren Frontstellung gegenüber China einher, die von der Trump-Administration entschlossen eingefordert wird. Zudem gerät das deutsche Russland-Geschäft immer stärker unter Beschuss aus Washington. Gleichzeitig nimmt in der EU die Kritik an den handelspolitischen Alleingängen Deutschlands zu, dessen exportfixierte Wirtschaft gegenüber dem weltweit erstarkenden Protektionismus besonders anfällig ist: Die Berliner Beggar-thy-Neighbour-Politik könnte sich unter neuen globalen Wirtschaftsbedingungen als strategischer Nachteil erweisen.

  47. 47 Krim 20. April 2018 um 12:46 Uhr

    OPCW klärt über BZ-Gehalt in Skripal-Proben auf

    Russlands Vorwurf im Fall Skripal stellt sich als falsch heraus

    „Dabei habe ein angesehenes Schweizer Institut, das Labor Spiez, in den von der OPCW zur Verfügung gestellten Proben auch BZ entdeckt.

    Tagelanges Schweigen

    Die in Den Haag beheimatete Chemiewaffen-Organisation war damit in ihrer Glaubwürdigkeit direkt angegriffen. Für das dem Schweizer Bundesamt für Bevölkerungsschutz unterstellte Labor Spiez wiederum dürfte es zumindest peinlich gewesen sein, von Moskau als Kronzeuge in einer hochpolitischen Angelegenheit ins Scheinwerferlicht gezerrt zu werden. Doch fast vier Tage lang schwieg die OPCW eisern, was den Spekulationen weiteren Auftrieb gab. Konnte es tatsächlich sein, dass der Mordversuch an Skripal einen völlig anderen Hintergrund hatte und die 2013 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete OPCW mit den Briten gemeinsam ein Lügengebilde errichtet hatte?

    An der Sitzung des Exekutivrats, des aus 41 Mitgliedstaaten der Chemiewaffenkonvention gebildeten Leitungsgremiums der Organisation, wurde die Katze schliesslich aus dem Sack gelassen: BZ kam in Salisbury nicht zum Einsatz, in den dort gesammelten Proben wurde hingegen ein Nowitschok-Gift entdeckt. Ein Vorläuferstoff von BZ wurde hingegen den Kontrollproben beigemischt, die die beiden herangezogenen Fachlabors erhielten. Das entspricht einer normalen Praxis der OPCW, die jeweils drei verschiedene Proben einschickt: die «richtige», ferner eine negative Kontrollprobe, in der sich keine verbotene Substanz befindet, und eine positive Kontrollprobe, die einen anderen Kampfstoff enthält. Dieses Vorgehen dient der Qualitätssicherung; die beteiligten Institute wussten auf diese Art nicht, welches die Probe aus Salisbury war.

    Gezielte Irreführung – Kritik der Schweiz

    Russland hingegen war über dieses Verfahren informiert und konnte keinen Zweifel an der Irrelevanz des BZ-Befunds aus einer Kontrollprobe haben. „

    Wenn Russland das mit den Kontrollproben wusste, muss Lawrow schon sehr verzweifelt gewesen sein, wenn er es trotzdem zur Sprache bringt. Dann ist wieder alles am Anfang. Die Vergiftung ist ungeklärt, weil die Skripals noch leben. Es kann immer noch genau umgekehrt sein. Die Skripals wurden mit BZ vergiftet und A234 ist die „Kontrollprobe“. Das erklärt die Vergiftung und würde bedeuten die OPCW ist korrupt.

  48. 48 NN 20. April 2018 um 13:38 Uhr

    Fall Skripal: Von OPCW entdecktes Gift offenbar kurz vor Analyse zugemischt – Lawrow

    Der von der OPCW im Rahmen der Untersuchung der Skripal-Vergiftung gefundene Stoff war zu hochkonzentriert, was für seine Einspritzung in die Probe kurz vor Untersuchungsbeginn spricht. Das hat der russische Außenminister Sergej Lawrow in einem Interview gegenüber Sputnik erklärt.

    „Nowitschok“-Gift stand im US-Dienst – Russlands Außenminister

    Der Stoff, der im Westen als „Nowitschok“ bezeichnet wird, hat im Dienst oder in Verwendung der USA gestanden, wie Russlands Außenminister Sergej Lawrow erklärte.

    Hexenkralle (Novichok) – Abschluß mit einer alle Lügen und Täuschungen umfassenden Geheimhaltung

    Update zu Hexenkralle – for the record, denn es ist nicht für die Sache, sondern für den Fortgang der Debatten von Belang.

    Referenz: Die Pressekonferenz von Sacharova, die weitere Details aus dem geheimen Teil des OPCW-Berichts leakte.

    1) Die Behauptung der Schweizer NZZ und des Vorsitzenden der OPCW, es sei „reguläre Praxis“, den Labors Blindproben mit zugesetzten Substanzen zu liefern, ist eine Lüge. Dies Verfahren sei „aufgrund der außergewöhnlcihen Sensitivität“ des Falles Skripal gewählt worden, hieß es, lt. Sacharova, auf der vertraulichen OPCW Sitzung. Nicht nur eine Probe für SPIEZ, sondern auch eine für ein niederländisches Laboratorium sei mit BZ verunreinigt worden.

    Nebenbemerkung: Zu den Sachen, die mich vom Hocker hauen, gehört, daß auf TP und anderswo jede Menge NATO-Trolle mit der angeblichen „BZ-Lüge“ unterwegs waren und niemand, soweit ich gesehen habe, wirklich niemand kam auf den Gedanken, daß sowohl die russische OPCW-Bürokratie wie das Labor SPIEZ vom Doppelblindverfahren gewußt hätten, wäre es ein „gewöhnliches“ Verfahren zur „Sicherung der Standards“, wie behauptet worden ist. Die Leutz werden unter dem Druck der Inquisition dumm, wie Bohnenstroh.

    2) Der Auftrag, den die britische Regierung der OPCW und ihren angeschlossenen Laboren im Rahmen der „technical assistance“ erteilt hat, war ausdrücklich begrenzt auf eine Gegenkontrolle des Porton Down-Ergebnisses, also auf die Feststellung, ob Hexenkralle in den Proben auffindbar sei, oder nicht. Andere Blutverunreinigungen hatten sie zu ignorieren. Damit bleiben nicht nur andere Intoxikationen unter dem „Radar“ der OPCW-Untersuchung, sondern die OPCW entlarvt das angebliche „Blindverfahren“ selbst als eine (offenherzige!) Notlüge.

    3) Sacharova bestätigt: Chains of Custody fehlen im vertraulichen Teil des OPCW-Bericht. Ob eine mit „Julia Skripal“ gezeichnete Probe von dieser Person stamme, oder nicht, sei nicht nachvollziehbar.

    4) In dieser Probe fand sich „Hexenkralle“ in der Reinform, d.h. nicht metabolisiert. Unter der Annahme, die Blutprobe stamme tatsächlich von Julia, und der Zusatzannahme, Julia lebe noch und die von Scotland Yard veröffentlichten „Botschaften“ von ihr seien in Hinsicht auf ihren Gesundheitszustand korrekt, bewiese sie, daß die OPCW-Inspekteure die Probe eigenhändig manipuliert haben.

  49. 49 Krim 20. April 2018 um 14:57 Uhr

    Argument Nr. 2 leuchtet ein. Wenn der Auftrag von Spiez tatsächlich nur in der Verifikation des Porton Down Ergebnisses bestand, dann wäre es total sinnlos gespickte „Kontrollproben“ mitzuschicken. Denn BZ wäre laut Auftrag nicht von Interesse.
    Also ist das Doppelblindverfahren eine Lüge.

    Nach wie vor ist es also am wahrscheinlichsten, dass BZ die Substanz war, die den Skripals verabreicht wurde. Und A234 wurde nachträglich in die Proben gemischt. Behauptet wird aber das Gegenteil, nämlich dass BZ zugemischt wurde und A234 das Gift war. Das wäre eigentlich auch eine raffinierte Täuschung, wenn die Skripals nicht genesen wären. So und dieser Umstand bringt die Skripals jetzt wirklich in Lebensgefahr. Denn wer die Welt dermaßen dreist belügt, der hat auch kein Problem damit die Skripals für das britische „Narrativ“, wie das jetzt so „schön“ heißt über die Klinge springen zu lassen.

    Und wenn die OPCW bei den Skripals dem Westen nach dem Mund redet, dann kann man auch drauf gehen, dass sie in Syrien „Beweise“ finden, dass Assad doch Chemiewaffen eingesetzt hat.

  50. 50 Nestor 20. April 2018 um 15:23 Uhr

    Mir erscheint dieser ganze Eiertanz um das OPCW als ein Versuch, das Konstrukt mit der Novitschok-Vergiftung irgendwie aufrechtzuerhalten.
    Erst werden den Labors gefälschte Proben untergejubelt.
    Dann werden weitere Irreführungs-Substanzen beigemsicht.
    Als das Ergebnis nicht paßte, wurde der Bericht geheimgehalten.
    Als die Russen aus der Schule plauderten, wurde die NZZ vorgeschickt, um die ganze Konstruktion zu retten. (Warum nicht die OPCW selbst, oder andere Medien?)

    Bei den westlichen Qualitätsmedien stelle ich ansonsten eine Art Schweigen zum Thema Skripal und Nowitschok fest.
    Wo sich die beiden inzwischen befinden, weiß auch niemand.

  51. 51 Nestor 20. April 2018 um 15:54 Uhr

    @TomGard

    Den Absatz verstehe ich nicht:

    Unter den gegebenen Voraussetzungen ist die Rede von „Krise“, gar „Zerfall“ der EU buchstäblich (politisch) reaktionär.

    Warum? Man mag meinen, es sei verkehrt, oder überflüssig, aber warum „reaktionär“?

    Selbstredend muß die EU „zerfallen“, wenn maßgebliche Mitglieder darauf drängen, daß sie ihnen als ein ökonomischer Verband nicht mehr taugt, während ein „Zurück“ zur Nationalstaatlichkeit für alle Mitglieder einer Katastrophe gleich kommt.

    Auch wieder: warum? Wenn Frankreich und Deutschland sie sich, also ihren nationalen Ökonomien mehr gemäß machen wollen, und die anderen alle auch unbedingt drin sein wollen, so „muß“ sie nicht auseinanderbrechen.
    Den Zentrifugalkräften stellen sich eben auch Kohäsionskräfte entgegen.

    Das Ding auseinanderzupflücken wird schwierig, wie man an den mangelnden Fortschritten beim Brexit sieht.

  52. 52 Krim 20. April 2018 um 16:11 Uhr

    (Warum nicht die OPCW selbst, oder andere Medien?)

    Das kam schon von der OPCW selbst, wie in dem von mir verlinkten Sputnikartikel zu lesen ist.

    Die Organisation für das Verbot chemischer Waffen hat Russland informiert, dass der Kampfstoff BZ absichtlich in die Skripal-Proben hinzugefügt worden war, um die Kompetenz des Labors zu bestätigen.

    Zeit Online:
    OPCW-Chef weist russische Darstellung zurück

    Kein zweiter Nervenkampfstoff in Salisbury-Proben gefunden
    Ein Ausgangsstoff des von Russland angesprochenen Nervengifts „BZ“ sei lediglich in einer Kontrollprobe gewesen, die ein OPCW-Labor vorbereitet habe, sagte Üzümcü am Mittwoch. „Es hat nichts mit den Proben zu tun, die vom OPCW-Team in Salisbury gesammelt wurden.“ Die Kontrollproben werden verwendet, um die Zusammensetzung der vor Ort gesammelten Proben zu untersuchen. (T-online)

  53. 53 Nestor 20. April 2018 um 17:07 Uhr

    Aha, ok.

    Dann sind neue Frage zu stellen:

    Warum mußte die Kompetenz des Labors getestet werden?
    Wie wurden die Proben in Salisbury „gesammelt“?
    Von der Türklinke, auf die das Nowitschok angeblich draufgeschmiert wurde?
    Aus der Blutprobe, die von irgendwoher gekommen sein kann?

    Na ja. Irgendwie ist das ganze Theaterstück offenbar vorbei, die Protagonisten verschwunden, und das Licht wird abgeschaltet.

  54. 54 TomGard 20. April 2018 um 17:45 Uhr

    @ Nestor

    Zunächst zum 2. Punkt. Ich hatte „zerfallen“ in Anführungszeichen gesetzt, um an das Ziel zu erinnern – das Du nicht bestritten hast – „Vereinigte Staaten von Europa“. Wenn Deutschland UND Frankreich sich deutlich und auch mit praktischen Schritten hinter dies Ziel stellen, zerfällt das die Eliten der anderen Länder im Maße, wie diese in ihrem Charakter als kapitalistische Nationen von dem bisherigen, nationalstaatlichen Konstrukt der EU ökonomisch abhängig sind. Es beginnt daher ein Zerfall der EU in ihrer nationalstaatlichen Gestalt, bevor entsprechende administrative Schritte unternommen sind. Die Realabstraktion „Nation“ ist nicht identisch mit den führenden politischen und wirtschaftlichen Eliten eines Landes, wird durch sie jedoch repräsentiert. Diese Repräsentation ist sozusagen ihr „Realteil“, der den „imaginären Teil“ ergänzt, der in der nationalen Vereinigung aller Gegensätze zwischen den Klassen und innerhalb der Klassen besteht.
    Die Wirkung einer deutsch-französischen Initiative ist natürlich um so machtvoller, als Belgien und den Niederlanden schwerlich etwas anderes übrig bleibt, als mitzutun. (Sie können allerdings auf britische Hilfe gegen Berlin und Paris zählen!)

    Damit ist Punkt 1 vielleicht schon erledigt? Insofern eine Analyse zu dem Schluß kommt, daß die imperialistische Betreuung des Weltmarktes in der gegenwärtigen Phase die Auflösung der europäischen Nationen not-wendig macht (= nach der politischen Logik „notwendig erscheinen läßt“), stellt man sich mit der Rede von „Krise“ und „Zerfall“ (im populären Sinn) auf die Seite der Beharrungskräfte gegen die revolutionäre Bewegung des Kapitalverhältnisses. Das revolutioniert doch seine Grundlagen, auch die nationalen, beständig selbst. „Expropriation der Expropriateure“ erstreckt sich seit mehr als einem Jahrhundert über ökonomische Subjekte hinaus.

    Ich hab das Thema in Kurzform hier begrifflich formuliert, als einen Beitrag zur Klärung der ganz anderen Frage, was „Zionismus“ sei bzw. nicht sei.

  55. 55 Nestor 20. April 2018 um 19:00 Uhr

    Dazu zunächst einmal eine Erinnerung daran, daß Deutschland selber ja auch – ich will nicht sagen Auflösungserscheinungen, aber doch – Bruchstellen aufweist. Es ist also nicht so, daß die größeren und erfolgreicheren Nationen die kleineren zerstören.
    Und mit der deutsch-französischen „Initiative“ ist es halt so eine Sache. Erstens ist sie dadurch, daß sie französisch ist, nicht auch deutsch. Zweitens ist eine „Initiative“ nur ein Sammelsurium frommer Wünsche, denen möglicherweise gar keine Taten folgen.

    Auch den Schluß, „daß die imperialistische Betreuung des Weltmarktes in der gegenwärtigen Phase die Auflösung der europäischen Nationen notwendig macht“ würde ich so nicht unterschreiben. Das Kapital hat die Freiheiten genutzt, die ihm die EU-Staaten nach dem Ende des Kalten Krieges eingeräumt haben, keine Frage. Aber die Eurokrise hat gezeigt, daß diese Freiheiten ohne staatliche Betreuung nichts wert sind, und das haben verschiedene Kapitalfraktionen auch wahrgenommen.
    Den Euro gibt es nur deshalb noch, weil die politische Gewalt gesagt hat: Wir wollen ihn und wir garantieren ihn.
    Ohne eine solche politische Gewalt kann ein allgemeines Äquivalent nicht geschaffen oder erhalten werden.

  56. 56 NN 20. April 2018 um 19:16 Uhr

    Auswärtiges Amt spricht von „gezielten Falschmeldungen“

    Es ist eine ungewöhnliche Maßnahme für Diplomaten: Auf seiner Website geht das deutsche Außenministerium scharf mit russischen Staatsmedien ins Gericht. Was ist der Hintergrund?

    Oligarchen in Panik
    In Russland mehren sich Rufe nach einem »Rettungsschirm« für Unternehmen, die von US-Sanktionen betroffen sind

    Von Reinhard Lauterbach

    „Die jüngsten US-Sanktionen gegen Russland erreichen offenbar ihr Ziel, die Geschäftswelt zu verunsichern. Das geht aus einer Reihe hektischer Statements und Aktionen in dieser Woche hervor. So rief der Vorsitzende der »Föderation unabhängiger Gewerkschaften«, Michail Schmakow, die Regierung dazu auf, den in Schwierigkeiten geratenen Aluminiumproduzenten Rusal zu nationalisieren. Ziel müsse sein, in erster Linie Arbeitsplätze zu sichern und in zweiter Linie die im Prinzip hochprofitable Produktion zum Nutzen des Staates fortzuführen. Die Nachfrage nach Aluminium bestehe doch weiter, argumentierte Schmakow, und der Erlös aus seinem Verkauf könne dann in die Staatskasse fließen und für gemeinnützige Zwecke verwendet werden.

    Auf Schmakows Vorstoß reagierte der Chef des »Verbands der Industriellen und Unternehmer« (RSPP), Alexander Schochin: Ja, eine wenigstens teilweise Nationalisierung könne eine Lösung sein. Schließlich sei der Staat durch sein »fehlerhaftes Verhalten auf internationaler Ebene« für die krisenhafte Entwicklung verantwortlich, nicht die Wirtschaft, erklärte der Lobbyist der Wirtschaftszeitung RBK.

    Russlands Großinvestoren rufen nach Staatsgeld. Wiktor Wechselberg, einer der von den Sanktionen betroffenen Unternehmer, rechnete am Dienstag auf einem Treffen führender Wirtschaftsvertreter mit Ministerpräsident Dmitrij Medwedjew vor, wie die Sanktionen ihn persönlich beträfen: er könne seine auf Dollar lautenden Kredite nicht mehr bedienen, weil seine Konten in den Vereinigten Staaten blockiert seien. Für andere Kredite im Umfang von 800 Millionen US-Dollar verlangten die Banken zusätzliche Sicherheiten, weil die bisher zu diesem Zweck verpfändeten Aktien von Rusal so dramatisch an Wert verloren hätten, dass sie den Wert des Kredits nicht mehr deckten.

    Ein Teilnehmer des Treffens vertraute anschließend Journalisten an, er habe den Eindruck gewonnen, die Regierung sei vom Ausmaß der Probleme überrascht worden. Tatsächlich ist der Börsenwert von Rusal in den nunmehr zwei Wochen seit Ausrufung der Sanktionen auf ein Achtel des vorherigen Werts zurückgegangen, und dies entgegen der Preisentwicklung für Aluminium, die den Unternehmenswert eigentlich stützen müsste. Der Weltmarktpreis für das Leichtmetall stieg parallel zum Absturz der Rusal-Aktie auf den Siebenjahreshöchststand von 2.475 Dollar pro Tonne. Das ist marktwirtschaftlich durchaus korrekt, schließlich fällt mit dem Verbot, mit Rusal Geschäfte zu machen, eben auch einer der größten Anbieter von Aluminium aus: Der Schweizer Rohstoffhändler Glencore, bisher einer der wichtigsten Abnehmer von Rusal, hat die Suspendierung der Geschäftsbeziehung angekündigt. Ein geplanter Aktientausch wurde abgesagt.

    Sollte es zu einer wenigstens teilweisen Verstaatlichung von Rusal kommen, dürfte der Preis pro Aktie der entscheidende Streitpunkt sein. Während Gewerkschaftschef Schmakow die Regierung aufrief, den derzeitigen »ausgebombten« Kurs zum Einstieg zu nutzen, forderte Industrielobbyist Schochin einen »gerechten Preis«, den er mit Sicherheit nicht auf dem niedrigen Niveau sieht. Es liefe also darauf hinaus, dass der Staat Rusal-Mehrheitseigner Oleg Deripaska für einen Teil seiner im Ausland erlittenen Verluste entschädigen würde. Das Problem ist, dass der russische Staat erpressbar ist: Rusal ist in etlichen Regionen das einzige nichtstaatliche Unternehmen. Seine Pleite kann Moskau daher nicht zulassen.

    Bleibt die Frage, wie die Regierung eine eventuelle Übernahme finanzieren könnte. Es ließe sich zwar theoretisch argumentieren, dass Deripaska sein Eigentum an Rusal im Rahmen des rechtlich zweifelhaften Deals mit dem damaligen Präsidenten Boris Jelzin im Jahre 1996 erlangt hatte. Damals hatten einige Oligarchen über ihnen gehörende Banken den Staat mit Krediten versorgt, um vor der Präsidentenwahl – die Jelzin gegen den Kommunisten Gennadij Sjuganow zu verlieren drohte – wenigstens Renten und Löhne auszahlen zu können. Als Sicherheit für diese Darlehen hatten die Kreditgeber seinerzeit Aktienpakete von unter anderem Rusal erhalten, und um die war es ihnen auch eigentlich gegangen. Jetzt aber einfach dieses Geschäft wegen Unlauterkeit in Frage zu stellen und es rückabzuwickeln, kommt aus politischen Gründen nicht in Frage. Schließlich will Russland kapitalistisch sein. Es verstieße auch gegen den Deal zwischen Präsident Wladimir Putin und den Oligarchen von 2001: Geld gegen politische Loyalität.

    Es bleiben also wohl nur Steuererhöhungen. Schon kurz nach Putins Wahlsieg war durchgesickert, dass die Regierung an eine Erhöhung der Einkommenssteuer von 13 auf 15 Prozent, eine zusätzliche Umsatzsteuer für den Einzelhandel in Höhe von zehn Prozent und die Abschaffung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes auf Nahrungsmittel, Kinderartikel und Medikamente denkt. Den Oligarchen werden hingegen steuerfreie Offshorezonen für ihr Schwarzgeld innerhalb Russlands angeboten.“

    Sicherheitsrat-Chef fordert härtere Außenpolitik Russlands

    Russland soll seine Außenpolitik als Antwort auf die Verhärtung der US-Position offensiver gestalten. Dies erklärte der Sekretär des Sicherheitsrates Russlands, Nikolaj Patruschew, am Freitag.

    „Als Schlüsselaufgaben müssen die Aufgaben gelöst werden, die mit der Erhöhung der Offensivstärke der Außenpolitik, mit der Gewährleistung eines ausreichenden Niveaus der Verteidigung, der Staatssicherheit und der öffentlichen Sicherheit Russlands verbunden sind“, sagte Patruschew bei einer Sitzung der zwischenbehördlichen Kommission für strategische Planung beim Sicherheitsrat Russlands. Patruschews Worte werden vom Pressedienst des Sicherheitsrates zitiert.

    Demokraten verklagen Russland und Trumps Team wegen Verschwörung

    Die US-Demokraten reichen in der Russlandaffäre Klage ein: Sie werfen der Regierung in Moskau, Donald Trumps Wahlkampfteam und WikiLeaks vor, dem heutigen Präsidenten mit Geheimaktionen zum Wahlsieg verholfen zu haben.

  57. 57 Nestor 21. April 2018 um 7:34 Uhr

    Die Verschwörungstheorien erfassen höchste Kreise!

    Was die Angelegenheit der Staatshilfen in Rußland angeht: Eine teilweise Rück-Verstaatlichung und Rückkehr zu gelenkter Wirtschaft dreht sich um die Frage des Rubels als Währung. Solange er nur als eine Art Inlandswährung gehandhabt wird und Rußland, wie Lauterbach schreibt, „kapitaistisch“ sein will, muß es durch Exporte an Dollar und Euro kommen, um auf dem Weltmarkt präsent zu sein. Wenn es aber gelingt, eine Art Transferrubel im Handel mit China und anderen Staaten hinzukriegen, und den Dollar aus dem zwischenstaatlichen Zahlungsverkehr hinauszudrängen, so könnte es sich dem chinesischen Modell annähern und auch von den Weltgeld-Ambitionen profitieren, die China mit dem Yuan verfolgt.

  58. 58 NN 21. April 2018 um 12:08 Uhr

    „Die Welt leistet Widerstand“ – Petroyuan als Anfang vom Ende des Dollars?

    Nachdem China beim Rohöl-Handel auf den Yuan setzt, möchte sich nun auch Russland vom Petrodollar abkoppeln. „Die Welt leistet Widerstand, weil der Dollar als politisches Instrument missbraucht wird“, sagt der Ökonom Behrooz Abdolvand. Von einer „Debasierung des Dollarsystems“ spricht der Finanzexperte Folker Hellmeyer.

    „Seit Ende März hat China einen eigenen Terminhandel mit Rohöl eingeführt und setzt nun den Yuan als Erdöl-Währung ein. „Alle, die nach China Öl verkaufen, haben es ab sofort mit Yuan zu tun“, erklärt der Rohstoffexperte für die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP), Behrooz Abdolvand, im Sputnik-Interview. Auch Russland hat angekündigt, nachziehen zu wollen.

    Der russische Energieminister Alexander Nowak sagte derweil laut „RT International“, Russland erwäge eine Option auf Zahlungen für Erdöl in nationalen Währungen, insbesondere mit der Türkei und dem Iran. Beide Länder seien interessiert. „Es besteht Einigkeit darüber, dass wir in unseren Ländern auf die Verwendung nationaler Währungen hinarbeiten müssen“, sagte Nowak und erklärte weiter: „Dies erfordert gewisse Anpassungen im Finanz-, Wirtschafts- und Bankensektor.“ (…)

    Mit dem Ausstieg aus dem Petrodollar entspreche man der Realität der veränderten finanzökonomischen Machtachse, findet der Chefanalyst der Fondsboutique Solvecon, Folker Hellmeyer. „Warum sollen die USA der entscheidende Preiskatalysator über den US-Dollar und auch die Börsen in den USA sein, wenn die nachhaltigen Verbrauchsmengen doch ganz woanders liegen. Also hier ist es im Endeffekt eine Anpassung. Es ist am Ende eine Debasierung des Dollarsystems, welche hier stattfindet“, stellt der Finanzexperte fest.

    Im letzten Jahr hat China nun erstmals die Vereinigten Staaten von Amerika als größten Ölimporteur abgelöst. Der chinesische Verbrauch soll in den nächsten Jahren um ein Drittel steigen, vermuten Experten. Und sollte dies geschehen und aus dem Petrodollar ein Petroyuan werden, würde dies die Nachfrage nach chinesischen Gütern automatisch erhöhen.

    „Konfuzianischer Marathon“

    Doch der renommierte Finanzexperte und ehemalige Chefanalyst der Bremer Landesbank Folker Hellmeyer denkt nicht, dass dieser Vorgang plötzlich geschehen wird. Er erwartet eher eine „sukzessive“ Vorgehensweise: „Weder in Moskau noch in Peking oder woanders hat man ein Interesse, von heute auf morgen die gesamten Strukturen auf den Kopf zu stellen. Das hätte Kollateralschäden für alle zur Folge. Aber perspektivisch kann es nur so sein, dass sich hier eben gemäß der realwirtschaftlichen Grundlagen auch die Strukturen an den Märkten und auch die Strukturen der beteiligten Währungen ergeben.“ Das würde perspektivisch ein Machtverlust des US-Zentrums bedeuten, so Hellmeyer. Gerade die Öffnung der Öl-Börsen, der Yuan-Börsen in China sei ein Ausdruck dieser Strategie. (…)

    Im vergangenen Jahr unterzeichneten zudem die Zentralbanken des Iran und der Türkei ein Abkommen über den Einsatz lokaler Währungen im Handel. Die Länder wollten damit die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen verbessern, den Handel erleichtern und sich auch vom US-Dollar und dem Euro abkoppeln. Teheran, das seit langem versucht, auf nicht-dollarbasierten Handel umzusteigen, hat Abkommen mit mehreren Ländern unterzeichnet. Derzeit führt es Gespräche mit Russland über die Verwendung nationaler Währungen im Handel mit mehreren Ländern.“

    Giftgas-Affäre: Britische Medien berichten von „Durchbruch“ im Fall Skripal

    Rund sieben Wochen nach dem mutmaßlichen Giftanschlag in Salisbury wollen die britischen Behörden nach Angaben der Zeitung „The Telegraph“ die Hauptverdächtigen „identifiziert“ haben.

    Neues im Skripal-Fall: Moskau fordert von London Erklärungen

    Die russische Botschaft in London hat vom britischen Außenministerium gefordert, die Berichte, laut denen Informationen über Ermittlungen zum Skipal-Fall an Privatpersonen übergeben worden sei, zu bestätigen oder zu dementieren. Das geht aus der Mitteilung eines Botschaftssprechers hervor.

    ___________________

    Lugansk: Kiew bereitet Chemie-Provokation bei Poroschenkos Donbass-Besuch vor

    Kiew bereitet eine Provokation während des bevorstehenden Besuchs von Präsident Petro Poroschenko im Donbass vor. Das erklärte das Ministerium für Staatssicherheit der selbst ernannten Republik Lugansk im Osten der Ukraine am Samstag unter Berufung auf eigene, nicht genannte Quellen.

  59. 59 NN 21. April 2018 um 18:20 Uhr

    Russland-Sanktionen: Europa will Trump zur Lockerung überreden – Zeitung

    Europäische Politiker haben eine diplomatische Kampagne gestartet, um den US-Präsidenten Donald Trump zu überzeugen, die antirussischen Sanktionen zu mildern. Sie befürchten, dass sich der auf die russischen Unternehmen andauernde Druck auf Europas Produzenten negativ auswirken werde. Dies berichtet die US-Zeitung „Financial Times“ am Samstag.

    Russland soll mit Westen wie Nordkorea aus Position der Stärke sprechen – Experte

    Die Welt teilt sich laut Wirtschaftswissenschaftler und Politiker Michail Deljagin nicht mehr in Rechte und Linke. Das sagte er beim Jalta-Wirtschaftsforum in einer Diskussion im Liwadija-Palast, wo im Februar 1945 das Schicksal der Welt von Stalin, Roosevelt und Churchill besiegelt wurde.

  60. 60 Nestor 21. April 2018 um 22:07 Uhr

    Fondsboutique! Was das wohl sein soll?!

    Ich bin ja neugierig, was die EU-Politiker Trump anbieten werden, damit er genau von dem Abstand nimmt, was er erreichen will.

  61. 61 NN 22. April 2018 um 22:03 Uhr

    „Daily Mirror“ will Namen von Vergifter der Skripals kennen

    Die Sonntagsausgabe der britischen Boulevardzeitung „Daily Mirror“ hat den Namen eines mutmaßlichen Vergifters des Ex-Obersts des russischen Militärgeheimdienstes GRU, Sergej Skripal, und seiner Tochter Julia genannt.

    Skripal-Fall: Briten berichten erst nach Zensur durch Regierung – Botschafter

    Den britischen Medien ist es laut dem russischen Botschafter in London, Alexander Jakowenko, verboten, Artikel zum Fall Skripal ohne Genehmigung des Rates für nationale Sicherheit Großbritanniens zu veröffentlichen.

    Genossen stellen Russlandpolitik von Heiko Maas infrage

    Der vom neuen Bundesaußenminister Heiko Maas eingeschlagene Kurs gegenüber Russland scheint nicht allen in der SPD zu gefallen. Innerhalb der Parteispitze gibt es laut der „Welt“ unter anderem Verärgerung wegen der Äußerungen von Maas im Fall Skripal und in Bezug auf die Luftschläge gegen Damaskus.

    „Putin schätzt keine Schwäche“: Von der Leyen für härteren Ton gegenüber Russland

    Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat sich in einem Interview mit der „Bild am Sonntag“ für einen härteren Kurs gegenüber Moskau ausgesprochen.

    „Stark und klug, aber…“: Macron spricht schon wieder über Putin

    Der französische Präsident Emmanuel Macron hat in einem Interview für den Sender „Fox News“ erneut über seinen russischen Amtskollegen Wladimir Putin und dessen Charakterzüge sowie Führungsstil gesprochen.

    „Das falsche Land gewählt“: Moskau reagiert auf Ultimatum von US-Botschafter

    Russland hat nicht vor, den Vereinigten Staaten einseitige Garantien in Bezug auf die Nichteinmischung in Wahlen zu geben. So kommentierte der Sondergesandte des russischen Außenministeriums, Andrej Krutskich, ein Ultimatum des US-Botschafters in Russland, Jon Huntsman.

    FAZ: So trifft Russland verwundbare „Achillesferse“ der Nato

    Der Verzicht der russischen Frachtfluggesellschaft Volga Dnepr Airlines, den Transportvertrag mit der Nato zu verlängern, ist nach Vermutung von Politikern im Bundestag eine Retourkutsche für die fortwährenden Sanktionen der EU und der USA gegen Russland.

    „Autohersteller betroffen“: Deutscher Industrie droht Alu-Defizit

    Die deutsche Industrie hat Grund, besorgt zu sein: Ihr droht nach „Spiegel“-Informationen eine gefährliche Knappheit an Aluminium. Schuld daran sind die jüngsten US-Sanktionen gegen Russland. Der Preis des Vorprodukts Aluminiumoxid soll innerhalb nur einer Woche um 26 Prozent gestiegen sein und sich damit einem Zwölf-Jahres-Hoch genähert haben.

    Wolken am Horizont

    Auf der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds ging es auch um den Handelskonflikt zwischen den USA und China

  62. 62 NN 23. April 2018 um 12:35 Uhr

    Lawrow nennt Kernpriorität der russischen Außenpolitik

    Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat bei einem Treffen mit seinem chinesischen Amtskollegen Wang Yi die Kernpriorität der russischen Außenpolitik erläutert.

    Die Ära der Repressalien (23.04.2018)

    BERLIN (Eigener Bericht) – Die deutsche Verteidigungsministerin bekräftigt die grundsätzliche Bereitschaft Berlins zu militärischen Aggressionen wie dem jüngsten westlichen Überfall auf Syrien. Was „in diesem Fall Großbritannien aus der Luft beigetragen“ habe, „könnten wir auch leisten“, bot Ursula von der Leyen am Wochenende an. Man sei allerdings „diesmal nicht gefragt worden“. Die Äußerung erfolgt in Kenntnis der Tatsache, dass die Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages – wie zahlreiche andere Rechtsexperten – den Überfall als klar völkerrechtswidrig einstufen. Es handle sich um eine „Repressalie“ nach dem Muster militärischer Interventionen aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, heißt es in einem Gutachten der Parlamentsjuristen; begründet werde diese nicht durch Legalität, sondern durch eine – subjektive – politisch-moralische Legitimität. Unter Berufung auf „Legitimität“ könnten auch andere Staaten militärische Aggressionen starten, warnen Experten; lasse man sich auf einen solchen Paradigmenwechsel ein, dann verursache man „nicht weniger, sondern mehr menschliches Leid“.

    Legalität und Legitimität (23.04.2018)

    BERLIN In einem aktuellen Gutachten stufen die Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages die jüngsten Luftangriffe der Vereinigten Staaten, Großbritanniens sowie Frankreichs auf angebliche Einrichtungen zur Erforschung und Herstellung von Chemiewaffen in Syrien als eindeutig völkerrechtswidrig ein. Es handle sich bei der Attacke um eine „unverhohlene Rückkehr zu einer Form der – völkerrechtlich überwunden geglaubten – bewaffneten Repressalie“, wie sie in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg üblich gewesen sei, heißt es in dem Dokument; dabei handle es sich heute allerdings um eine „Repressalie im ‚humanitären Gewand‘“. Die Berufung auf eine angebliche „Legitimität“ der Repressalie könne dabei keine „Legalität“ entstehen lassen; vielmehr müssten die drei Aggressoren sich – ebenso wie ihre Unterstützer – einen offenen Bruch des Völkerrechts vorwerfen lassen. german-foreign-policy.com dokumentiert Ausschnitte aus dem Gutachten der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestags.

    _______________

    Für ein Pfund Zucker

    Polen bekommt seinen Historikerstreit. Eine bahnbrechende Studie enthüllt, wie Polen die deutsche Judenvernichtung unterstützten

    Von Reinhard Lauterbach

    „Die Arbeit an »Vor uns die Nacht« (»Dalej jest noc«) dauerte fünf Jahre. Aber die Autoren, eine Gruppe unter der Leitung von Barbara Engelking und Jan Grabowski vom Polnischen Zentrum für Holocaustforschung in Warschau, ließen kaum etwas über sie an die Außenwelt dringen. Es gab keinen Versand von Vorabexemplaren oder Druckfahnen an Rezensenten. Das ganze hatte etwas Konspiratives. Bis am 9. April die polnische Ausgabe des Magazins Newsweek mit der Titelschlagzeile »Wie Polen Juden den Rest gaben« an die Kioske kam. Mit der Vorabrezension in einer der größten liberalen Zeitschriften – zugegeben, ein Springer-Produkt – und der daran anschließenden öffentlichen Diskussion wollten die Autoren erreichen, dass sich keine Staatsanwaltschaft mehr trauen würde, die Studie kurz vor Erscheinen im Namen des neuen Gedenkgesetzes beschlagnahmen zu lassen. Denn dieses verbietet die »faktenwidrige öffentliche Behauptung«, die polnische Nation oder der polnische Staat hätten an Naziverbrechen mitgewirkt.

    Die Geheimnistuerei vor dem Erscheinen hatte natürlich auch einen Marketingaspekt. Denn wissenschaftliche Arbeiten sind von den Strafsanktionen des neuen Gedenkgesetzes ausdrücklich ausgenommen. Das Schlimmste, was der Gruppe um Engelking und Grabowski passieren kann, ist die Kürzung der öffentlichen Förderung. Was ohnehin möglich ist. Dass hier aber ein Standardwerk vorgelegt wurde, steht nach einhelligem Urteil derer fest, die es schon gelesen haben. Zwei Bände, 1.600 Seiten, gestützt auf zum Teil erstmals ausgewertete Archivalien und Zeugenaussagen aus Polen, Deutschland, Belarus, der Ukraine, Russland, Israel und weiteren Ländern sprechen für den wissenschaftlichen Rang dieser Studie. Unter dem Titel »Vor uns die Nacht« betrachtet sie »jüdische Schicksale in ausgewählten Landkreisen des besetzten Polens«. Sie behandelt räumlich neun Landkreise in einem Streifen von Bielsk Podlaski im Nordosten bis nach Zloczów (heute: Zolotschiw) in der Westukraine und zeitlich den Abschnitt nach dem Abschluss der fabrikmäßigen deutschen Vernichtungsaktionen des Jahres 1942 (»Aktion Reinhardt«) bis zur Befreiung. Es sind ländliche Regionen, für welche die Judenvernichtung bisher kaum erforscht wurde. Die Menschen, von denen »Vor uns die Nacht« handelt, sind Juden, die sich der Räumung der Gettos durch Flucht entzogen hatten und die nun für ihr weiteres Überleben darauf angewiesen waren, dass ihnen christliche Polen halfen, sich zu verstecken.

    Darin liegt die Brisanz dieser Studie. Sie kratzt erheblich an dem Selbstbild, das die polnische Gesellschaft von sich pflegt und das die offizielle Geschichtspolitik vom Verhalten der polnischen Mehrheitsgesellschaft gegenüber den Juden zeichnet. Zwei Drittel der Schutzsuchenden seien von polnischen Nachbarn den Deutschen ausgeliefert oder eigenhändig ermordet worden, ist die globale Schlussfolgerung; von ca. 200.000 den deutschen Razzien und Todeszügen entkommenen Juden hätten nur 30.000 die Befreiung erlebt. Hilfe für Verfolgte, wie sie jetzt offiziell in den Mittelpunkt der polnischen Selbstdarstellung gestellt wird, war offenbar eher die Ausnahme als die Regel. So in einem Fall, den die Autoren rekonstruieren konnten: ein Förster, der irgendwo im Wald eine jüdische Familie versteckte. Als Nachbarn das entdeckten und den Retter unter Druck setzten, rettete diesen und die Geflohenen sein Sohn, der im polnischen Untergrund kämpfte. Er drohte den Denunzianten an, dass ihre Häuser abgefackelt würden, wenn einem der Juden etwas passiere. Alle überlebten. Aber das war ein Einzelfall aufgrund familiärer Betroffenheit. Der bürgerliche polnische Widerstand nahm bis 1944 prinzipiell keine Juden auf, der rechte, die neuen Helden des PiS-Polens, verfolgte sie sogar aus eigenem Antrieb. Geholfen haben nur die kommunistischen Gruppen. Unter anderem deshalb war die Zahl der Überlebenden im Kreis Zloc zów relativ am höchsten. Denn dort gab es sowjetische Partisanen, und die Gegend wurde schon im Sommer 1944 befreit.

    Es ist natürlich zu einfach, generell zu sagen: Hilfe war möglich, wenn man wollte. Ja, die Deutschen drohten für die Begünstigung von Juden die Todesstrafe an. Sofern sie natürlich davon erfuhren, und das geschah in aller Regel durch polnische Denunzianten, die sich pro ausgeliefertem Juden ein Pfund Zucker oder eine Flasche Schnaps verdienten. Denn der deutsche Besatzungsapparat war in der zweiten Kriegshälfte personell ausgedünnt und kontrollierte nur noch die größeren Städte direkt. Im übrigen kontert Mitherausgeber Jan Gra­bowski das Argument der Todesstrafe, die eigentlich gutwillige Polen eingeschüchtert habe, gern so: Auch andere Sachen waren von den Deutschen mit der Todesstrafe bedroht, und die Polen hätten sie trotzdem gemacht. Zum Beispiel Schwarzschlachten. Es müsse also schon daran gelegen haben, dass das Verstecken von Juden in der polnischen Mehrheitsgesellschaft nicht so akzeptiert gewesen sei wie das heimliche Töten von Schweinen.

    Die Studie, die heute in die Buchläden kommt, beschreibt zahlreiche erschütternde Beispiele für die freiwillige Beteiligung polnischer Hilfspolizisten, Feuerwehrleute und einfacher Nachbarn an der Ermordung jüdischer Verfolgter. Teilweise kam es zu abstoßenden Beraubungen Toter oder auch noch Lebender. Eine Jüdin fragte polnische Nachbarn, die ihr kurz vor der Erschießung schon die Kleider vom Leib reißen wollten, ob sie nicht wenigstens warten könnten, bis sie tot sei. Ein polnischer Schuster sprang in die noch offenen Erschießungsgruben und wühlte in den Vaginen gerade ermordeter Jüdinnen nach etwa versteckten Wertsachen. Es schüttelt einen.

    »Vor uns die Nacht« ist geeignet, das Konstrukt einer kollektiv heldenhaften Nation zu demontieren. Gerade weil es die nachgewiesenen Rettungen durchaus würdigt, aber kontextualisiert. Rechte Historiker haben erwartungsgemäß schon vor dem Erscheinen das Buch verrissen. Der katholische Sender Radio Maryja kommentierte, die Studie sei Teil einer »antipolnischen« jüdischen Kampagne im Zusammenhang mit der Reprivatisierung von Grundstücken in Warschau.“

    Barbara Engelking/ Jan Grabowski (Hg.): Dalej jest noc. Losy Zydów w wybranych powiatach okupowanej Polski, Warschau 2018, 2 Bde., 1.621 Seiten, ab 90 Zloty (ca. 22 Euro) plus Versand

  63. 63 NN 23. April 2018 um 15:37 Uhr

    Appell an Europa: Frankreich wirbt für Milderung der Russland-Sanktionen

    Frankreich will zusammen mit anderen europäischen Ländern die Trump-Regierung zur Milderung der Russland-Sanktionen bewegen, berichtet die Zeitung „The Financial Times“.

    Trump erklärt Ölmarkt und Russlands Staatshaushalt den Krieg

    Donald Trump hat es wieder getan: Er nutzt seinen Twitter-Account als Zentrale zur Steuerung der Realität und Reduzierung der Ölpreise, die ihm zufolge auf einem unzulässig hohen Niveau sind. Ihm sind die Preise zu hoch.

    Nach Raketenangriff auf Syrien: „Der Iran sollte sich wappnen“ – USA-Experte

    „Der Iran sollte sich wappnen“, sagt der USA-Experte Josef Braml im Sputnik-Interview. „Denn die USA haben da noch eine Rechnung offen.“ Sollte sich der Nationale Sicherheitsberater John Bolton durchsetzen, werden die USA militärisch gegen den Iran vorgehen. Das würde die Region destabilisieren und neue Fluchtbewegungen zur Folge haben.

    Irans Verzicht auf Dollar: „Das ist eine politisch motivierte Entscheidung“

    Der Iran hat beschlossen, bei seinen internationalen Verrechnungen auf den US-Dollar zu verzichten und für diese Zwecke den Euro zu bevorzugen. Russische Experten beschäftigen sich mit Motiven und möglichen Auswirkungen dieses Schritts.

  64. 64 NN 23. April 2018 um 22:30 Uhr

    Auswärtiges Amt erklärt zu Fall Skripal: „Es geht um Fakten“ – und ignoriert sie

    Es gibt immer noch keine Beweise dafür, dass Russland den Ex-Agenten Sergej Skripal und dessen Tochter vergiftet hat. Doch genau das behauptet das Auswärtige Amt in Berlin weiter und wirft russischen Medien „gezielte Falschmeldungen“ vor. Sputnik hat versucht, auf der Regierungspressekonferenz am Montag nachzufragen.

    Britisches Parlament in „russophobe Kampagne“ hineingezogen – Russische Botschaft

    Mit der Schaffung der neuen Koordinierungsgruppe zur Abwehr hybrider Bedrohungen aus Russland lässt sich das britische Parlament laut einem Sprecher der russischen Botschaft in London in eine „russophobe Kampagne“ hineinziehen.

    G7 gründet Spezialgruppe zur Untersuchung von Russlands „bösartigem Benehmen“

    Laut dem britischen Außenminister Boris Johnson haben sich die G7-Staaten darauf geeinigt, eine „Spezialgruppe“ zu gründen, um Russlands angeblich „bösartiges Benehmen“ zu untersuchen.

    Milliarden für künftige Kriege (24.04.2018)

    BERLIN (Eigener Bericht) – Das Bundesverteidigungsministerium bereitet in einem ersten Schritt zu stärkerer Aufrüstung den Kauf von Kriegsgerät im Wert von einer knappen halben Milliarde Euro vor. Wie gestern bekannt wurde, will das Ministerium von den zuständigen Ausschüssen des Deutschen Bundestags unter anderem den Kauf von Transportflugzeugen, das Leasen von bewaffnungsfähigen Drohnen und die Modernisierung der Eurofighter genehmigen lassen. Schon jetzt ist absehbar, dass die geplante Aufstockung des Wehrhaushalts auf mehr als 42 Milliarden Euro im Jahr 2021 nicht ausreichen wird, um die Vorhaben zu finanzieren. Dabei sind besonders teure Rüstungsprojekte in die Finanzplanung noch gar nicht aufgenommen worden. Zu ihnen zählen deutsch-französische Kampfpanzer, die mit dem hochmodernen russischen T-14 Armata gleichziehen sollen, außerdem Mehrzweckkampfschiffe sowie neue Kampfjets, die im Rahmen eines Future Combat Air System (FCAS) im Verbund nicht zuletzt mit Drohnen kämpfen können sollen. Allein die Entwicklungskosten für das FCAS werden auf 80 Milliarden Euro geschätzt.

    Zuckerbrot ist alle

    Frankreichs Präsident ist in Washington, Kanzlerin Merkel folgt: Die EU ist entschlossen, die internationale Ordnung vor Donald Trump zu retten. Mittlerweile auch mit harten Bandagen. Sollte das misslingen, wird es eng.

    Macrons riskanter Flirt

    Die Welt rätselt über das Verhältnis von Emmanuel Macron und Donald Trump. Sind sie Kumpel? Wer taktiert wie? Nun reist der Franzose als erster Staatsgast zum US-Präsidenten – noch vor Angela Merkel.

    „Komplett ändern oder komplett abschaffen“ – Netanjahu über Atomdeal mit Iran

    USA nennen Bedingung für Aufhebung der Nordkorea-Sanktionen

    Die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, hat am Montag die Bedingung für die Aufhebung der US-Sanktionen gegen Nordkorea genannt.

    Xi Jinping: Russland und China sollten gemeinsam Völkerrecht schützen

    Russland und China sollten das Völkerrecht und Prinzipien der internationalen Beziehungen gemeinsam schützen. Das erklärte Chinas Staatschef Xi Jinping am Montag in Peking bei einem Treffen mit Russlands Außenminister Sergej Lawrow.

    Gesellschaftskammer Russlands: „Vorsichtige“ UN-Reformierung notwendig

    Die Vorsitzende der Diplomatie-Kommission in der Gesellschaftlichen Kammer Russlands, Jelena Sutormina, hat die Notwendigkeit einer Reform der Uno betont. Gleichzeitig sprach sie sich auch für gleiche Rechte aller Mitgliedsstaaten aus.

    „Aus Angst vor geopolitischen Risiken“: Ölpreis knackt 75 US-Dollar-Marke

    Der Ölpreis der Sorte Brent hat erstmals seit Ende November 2014 die Marke von 75 US-Dollar erreicht. Dies meldete die Nachrichtenagentur PRIME. Laut einem Marktanalysten von „Price Futures Group“ ist diese Entwicklung auf die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten zurückzuführen.

  65. 65 NN 23. April 2018 um 22:32 Uhr

    Milliarden für künftige Kriege (24.04.2018)

    BERLIN (Eigener Bericht) – Das Bundesverteidigungsministerium bereitet in einem ersten Schritt zu stärkerer Aufrüstung den Kauf von Kriegsgerät im Wert von einer knappen halben Milliarde Euro vor. Wie gestern bekannt wurde, will das Ministerium von den zuständigen Ausschüssen des Deutschen Bundestags unter anderem den Kauf von Transportflugzeugen, das Leasen von bewaffnungsfähigen Drohnen und die Modernisierung der Eurofighter genehmigen lassen. Schon jetzt ist absehbar, dass die geplante Aufstockung des Wehrhaushalts auf mehr als 42 Milliarden Euro im Jahr 2021 nicht ausreichen wird, um die Vorhaben zu finanzieren. Dabei sind besonders teure Rüstungsprojekte in die Finanzplanung noch gar nicht aufgenommen worden. Zu ihnen zählen deutsch-französische Kampfpanzer, die mit dem hochmodernen russischen T-14 Armata gleichziehen sollen, außerdem Mehrzweckkampfschiffe sowie neue Kampfjets, die im Rahmen eines Future Combat Air System (FCAS) im Verbund nicht zuletzt mit Drohnen kämpfen können sollen. Allein die Entwicklungskosten für das FCAS werden auf 80 Milliarden Euro geschätzt.

  66. 66 NN 24. April 2018 um 14:22 Uhr

    Als Resultat der aktuellen Eskalationspolitik im neuen Kalten Krieg gegen die RF (Skripal und Duma) und der sich damit offenbar durchsetzenden neuen Qualität der staatlichen Konkurrenz – Verzicht auf belegbare Begründung zugunsten purer Deutungshoheit – dürfte eine gewisse Personengruppe vermutlich ins Grübeln kommen: Die nützlichen Idioten innerhalb Russlands (z.B. Navalny) und natürlich auch die Oligarchen, die sich in den Westen abgesetzt haben, werden wohl (zu Recht!) darauf kommen, dass prinzipiell niemand von ihnen mehr sicher sein kann, nicht der nächste False-Flag-Fall zu werden. Insbesondere Figuren vom Kaliber eines Chodorkowski, der sich ja in den letzten Jahren damit gebrüstet hat, in der Lage und bereit zu sein, „Verantwortung in einem Russland nach Putin zu übernehmen“, hat vermutlich die längste Zeit ein ruhiges Leben geführt.

    Das ist übrigens keine Verschwörungstheorie, sondern eine Konsequenz der Logik aktueller Politik des westlichen Imperialismus.

  67. 67 Hinweis 24. April 2018 um 14:54 Uhr

    Veranstaltungsaufzeichnung von

    Die EU in Zeiten von „America first!“:
    Das imperialistische Konkurrenzprojekt „Europa“ in der Krise

    Bremen, Donnerstag, 19. April 2018

    https://www.argudiss.de/eu-zeiten-america-first-imperialistische-konkurrenzprojekt-europa-krise

    https://www.argudiss.de/sites/default/files/doku/gesamtaufnahmen%28mp3%29/europa-trump_hb_0418_gesamt.mp3

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


− eins = sieben