Entenproduktion, Marke West

DIE KONSTRUKTION EINER „RUSSISCHEN SPUR“

An den „Beweisen“, wie hinter der Vergiftung eines ehemaligen – inzwischen im Ruhestand befindlichen, d.h. wertlosen – Doppelagenten Skripal das alte und neue Reich des Bösen, also Moskau stecken soll, kann man den Verfall der Medien studieren, und auch, für wie blöd die Produzenten dieser Fake News ihr Publikum inzwischen halten.

Nachdem der Typ und seine Tochter unter sehr mysteriösen Umständen bewußtlos auf einer Parkbank aufgefunden worden waren, wurde sofort gesagt: da steckt sicher Rußland dahinter!
Dabei könnte man an den Umständen ihrer Vergiftung und Lokalisierung als erstes ablesen, daß es offenbar in Großbritannien seltsam zugeht, wenn dort so einfach in der Öffentlichkeit mit tödlichen Giften hantiert werden kann, ohne daß es jemandem auffällt.
Bevor irgendwie auch nur klar ist, wie die Betroffenen mit dem Gift in Berührung kamen und dann auf einer Parkbank landeten, haben die „Experten“ schon herausgefunden, daß es sich um ein russisches Nervengift handelt, womit der Beweis für die Hand Moskaus geliefert ist!
Um was für eine Art von „Experten“ handelt es sich hier? Um Chemiker offenbar nicht, sondern um Propaganda-Fachleute, denen kein Trick zu plump ist.
Diese Expertenmeinung wurde von der britischen Premierministerin im Parlament verkündet, um ihre Experten offentlich zu stützen und dem ganzen Schmarrn eine Art Objektivität verleihen – wenn sogar die Regierungschefin den Unsinn glaubt, so muß er doch die reine Wahrheit sein!

Für dieses angebliche Nervengift „Novitschok“ existiert (seit wann?) ein englischer Wikipedia-Eintrag und ein russischer Pseudo-Wikipedia-Eintrag, weil die redaktionelle Gestaltung der russischen Wikipedia doch einiger Qualitäts-Kontrolle zu unterliegen scheint. Es war nur peinlich, und ist vielen Lesern auch aufgefallen, daß es auf Russisch unter diesem Ausdruck nur Tomaten und einen Zeichentrickfilm gab. In Rußland wußte man also bis dato gar nichts von diesem angeblich so wirksamen Gift, was natürlich wieder ein Beweis ist, wie top secret das ganze war!

Auf Grundlage des englischen Wikipedia-Eintrags erschienen innerhalb von 2 Tagen in allen möglichen Zeitungen Artikel, die die Leser mit dieser heißen Information versorgten. Niemand schien es zu stören, daß sie erstens von Wikipedia ohne weitere Überprüfung abschrieben und auch die „russische Spur“ praktisch als bewiesen ansahen, obwohl nach wie vor völlig unklar ist, wie diese beiden Personen überhaupt zu dieser Vergiftung kamen.
Wenn man dem ganzen am Internet ein wenig nachgeht, so scheint es sich bei diesem „Novitschok“ um eine Abart von Senfgas zu handeln, was ja leider weltweit überhaupt nichts Besonderes in der chemischen Kriegsführung ist. Ob es diese besondere Art in der SU jemals gegeben hat oder das eine Erfindung von Agenten und Geheimdienstlern war, die sich seinerzeit damit wichtig machen wollten, daß sie schrieben: „Ich weiß was!“, bleibt dahingestellt. Zumindest für den westlichen Leser.
Die Frage stellt sich aber, ob es überhaupt bei einer nachträglichen Untersuchung von „gewöhnlichem“ Senfgas zu unterscheiden ist, das in diversen Arsenalen westlicher Streitkräfte lagert. Um so mehr, als dieses „Novitschok“ ja derart top secret war, daß über seine chemische Zusammensetzung gar nichts bekannt sein kann.
Senfgas wurde z.B. vom Irak im Krieg gegen den Iran und 1988 gegen die irakisch-kurdische Stadt Halabdscha eingesetzt. Auch Großbritannien, die USA und diverse andere NATO-Staaten besitzen und erzeugen Senfgas. Gerade deshalb ist es vermutlich so wichtig, eine besondere russische Art davon zu erfinden und „nachzuweisen“, um von anderen Beständen, die ja noch dazu sehr in der Nähe sind, abzulenken.

Die „Komsomolskaja Pravda“ ist der Sache nachgegangen und kommt zu folgenden Ergebnissen: Über dieses Novitschok gab es bereits seit den 70-er Jahren Gerüchte, es sollte sich um ein super-wirksames Nervengift handeln. Ob das überhaupt existierte, oder ein Flop war und nach dem Zusammenbruch der SU zerstört oder die Forschung danach aufgegeben wurde, ist auch unbekannt. Ein georgischer Unternehmer soll damit vergiftet worden sein, aber vielleicht wollte sich mit dieser Information nur jemand wichtig machen. Auch bei diesem Vergiftungsfall wurde nie etwas Genaues nachgewiesen.

Schließlich weist die „KP“ wie auch schon beim Fall Litvinenko darauf hin, daß es zum Umbringen mißliebiger Leute im Ausland heute wahrlich unkompliziertere und weniger auffällige Methoden gäbe.

Ein von der „KP“ befragter Chemiker und Experte für Chemiewaffen, Anton Utkin, macht auf folgenden Umstand aufmerksam:
Das Gift kann nur dann eindeutig nachgewiesen werden, wenn seine chemische Zusammensetzung bekannt ist.
Wenn sie jedoch den Chemikern, die diese Substanz diagnostiziert haben, bekannt ist, so können sie selber sie auch herstellen.
Es läßt sich also dann nicht mehr feststellen, daß diese Substanz aus Rußland kommt, sondern sie könnte von jedem hergestellt werden, dem ihre Zusammensetzung bekannt ist.

Schließlich erinnert Utkin auch noch im Vorbeigehen an Litvinenkos Fall und weist darauf hin, daß es kein gutes Licht auf die britischen Geheimdienste wirft, wenn Leute mit tödlichen chemischen oder radioaktiven Substanzen einfach so frei im Lande herumlaufen können.


387 Antworten auf „Entenproduktion, Marke West“


  1. 1 Neoprene 13. März 2018 um 18:55 Uhr

    „Für dieses angebliche Nervengift „Novitschok“ existiert (seit wann?) ein englischer Wikipedia-Eintrag“
    Ganz einfach bei Wikipedia in die History gehen: Nein, den hat nicht jemand parallel zum aktuellen Fall angelegt, wie du vorschnell wohl vermutest, den gibt es schon mehr als 10 Jahre.

  2. 2 Nestor 13. März 2018 um 20:25 Uhr

    Na ja, gut, danke für die Info, aber es war doch bemerkenswert, wie dann dieser Artikel überall als Grundlage für „Hintergrund“-Artikel diente.

    Aus einem Wikipedia-Aschenbrödel wurde auf einmal ein Hit.

  3. 3 Kadelburger 14. März 2018 um 8:49 Uhr

    Theoretisch ist alles möglich, aber bevor man Ermittlungen, die offenbar aus dem Stadium der Mutmaßungen nicht herausgekommen sind, zu einer öffentlich gemachten Anklage gegen bestimmte Personen oder Staaten erhebt, und damit ein Urteil vorwegnimmt, das zur Legimitation von „Gegenmaßnahmen“ herhalten muß, sollte man als Frau May darüber nachdenken, was man damit anrichtet. Eine neue Variante des Kalten Krieges ? Die „Missetaten“ Rußlands aufzählen und die ewig-gestrigen NATO-Krieger wieder ans Sprachrohr rufen ?
    Ich persönlich glaube nicht, daß Putin oder ihm unterstellte Staatsorgane Rußlands von dem Attentat wußten, oder sogar darin verwickelt sein könnten. Ich glaube auch nicht, daß der britische Geheimdienst mit Wissen Mays das selbst mit dem Ziel, Mays Wichtigkeit wieder in düsteren Brexit-Zeiten in den Vordergrund zu rücken, inszeniert hat. Aber wer weiß ?
    Tatsache ist, daß Nato-Mitglied Erdogan – mit guten deutschen Waffen beschenkt -nicht nur Tausende unschuldiger Kurden umbringt, sondern in Syrien russische Militärangehörige (samt einigen Amis und Briten) tötete.
    Sorry, ich bin Pazifist…

  4. 4 libelle 14. März 2018 um 10:38 Uhr

    Es wäre einerseits ein Fehler der Russen bei der Liquidierung eines Doppelagenten darüber Spuren zu hinterlassen, dass man einen Kampfstoff verwendet, der nur in der SU hergestellt worden ist und auf den NATO Staaten nach dem Zerfall der SU Zugriff bekommen haben. Damit legt man eine unnötige Spur. Die andererseits zu legen macht nur Sinn, wenn man als Verursacher wahrgenommen werden will, wenn also der Tod des Doppelagenten eine Demonstration sein soll.

    Mehr lässt sich der Sache nicht entnehmen.

    Man kann nur spekulieren, ob Russland Gründe kennt als Ursache der Liquidation zur Kenntnis genommen werden zu wollen. Für diese Gründe wäre die anti-russische Kampagne, die damit unweigelich losgetreten wird eine Unkost, die man in Kauf nimmt. Vorstellbar wäre hier, dass der Kampfstoff nicht leicht in großen Mengen zu synthetisieren- , aber für Russland verfügbar ist usw…

    Die zweite Variante ist eben, dass nur die Kampagne der Grund der Hinrichtung ist. Das hat für den Westen den Widerspuch (die Unkost), dass Doppelagenten sich nachdem sie aufgeflogen sind im Westen nicht mehr sicher fühlen, was die Infiltration russischer und sonstiger Staats- und Gemeimdienste erschwert.

    Die Sache ist mit den vorliegenden Informationen nicht zu entscheiden.

    edit: Spekuliert man mal weiter, dann ist diese Art der Liquidation eigentlich nur für einen Geheimdienst ein Mittel der Wahl der a) nicht mit dem Zugriff auf die SU Kampfstoffe in Verbindung gebracht wird und der b) den Westen für seine anti- russische Position mobilisieren will. Dazu würde das Attentat passen.

    Vielleicht ist es aber auch eine Demonstration – who knows.

  5. 5 Nestor 14. März 2018 um 11:00 Uhr

    Noch was.

    Auf Facebook hat mich jemand auf diese Seite hingewiesen:
    https://news.rambler.ru/ukraine/39349218-v-otravlenii-skripalya-zainteresovana-ukraina/

    Aus der geht hervor, daß die Spuren der Vergiftung Skripals – der aus Kiew stammte – in die Ukraine führen könnten.
    Rußland habe nämlich seine Chemiewaffen angeblich vernichtet, was bei der OPCW (Organisation für das Verbot chemischer Waffen) protokoliert sein soll.
    Von der Ukraine ist dergleichen nicht bekannt, auf ihrem Territorium – wie auf dem anderer Ex-Sowjetrepubliken – könnte sich also noch einiges von dem Zeug befinden.
    Der in dem englichen Wikipedia-Artikel erwähnte Vil Mirzayanov sei 1992 mit einigem Wissen über sowjetische Kampfstoffe in die USA geflohen, wo er bis heute lebt.
    In der Russischen Armee wurden dergleichen Stoffe nie in die Bewaffnung aufgenommen, weil erstens ihre Zusammensetzung ohnehin dem Feind bekannt war, sie aber zweitens als nicht geeignet für die Ziele der Russischen Armee angesehen wurden.

    Es könnte aber sein, meint der russische Senator Morozov, daß Großbritannien und sein Geheimdienst an solchen Kampfstoffen interessiert sind – sie stellen ja selber dergleichen in der Nähe von Salisbury her – und darüber auch mit der Ukraine kooperieren.
    Daß die Ukraine chemische Kampfstoffe besitzt und mit denen auch Handel treibt, ist in Militärkreisen bekannt. Morozov erwähnt, daß Thailand in den 90-er Jahren ungehalten war, als Sarin – privat oder offiziell? – an China verkauft wurde.
    Nach einer Studie von 2011 (Quelle im Artikel nicht genannt) sollen sich auf dem Territorium der Ukraine größere Mengen Sarin und VX befinden, die nach der Konvention über das Verbot von Chemiewaffen verbotene Stoffe sind.
    Im April des Vorjahres erwähnte der Kommandant der Republik Donjezk, Basurin, daß über den – in ukrainische Hand befindlichen – Hafen Mariupol chemische Kampfstoffe verschifft wurden, vermutlich in Richtung Naher Osten.
    Nach einem Brand auf Militärgelände im Vorjahr in Winniza (Westukraine) hielten die Behörden ein Dementi für notwendig: dort hätten sich KEINE chemischen Kampfstoffe befunden.

    Ob dieses Novitschok-Gas jemals in der Ukraine hergestellt wurde, weiß man nicht, es soll jedoch in Usbekistan in der Stadt Nukus erzeugt worden sein, meint der Chemiker Igor Nikulin. Die Firma in Nukus wurde 1992 gesperrt, was mit dem Gift passierte, weiß man nicht, aber USA-Dienste – die sich damals in Usbekistan herumtrieben – waren sehr daran interessiert.
    Interessant findet Nikulin auch, daß die Opfer der Vergiftung in Großbritannien nicht gestorben sind – das weist auf die Kenntnis und rechtzeitige Verabreichung eines Gegengiftes hin …

    Während Rußland also gar kein Interesse an Skripal hatte, weil der über keine wichtigen Informationen mehr verfügte, könnte Kiew großes Interesse haben, von etwaigen in die Ukraine führenden Spuren abzulenken.

  6. 6 Nestor 14. März 2018 um 11:13 Uhr

    @libelle

    Lies doch die Sachen, die ich hier hinstelle und geh auf die Argumente ein, die dort stehen, anstatt „Nix Genaues weiß man nicht“ hier breitzutreten!!
    Da hat doch keiner was davon!

  7. 7 libelle 14. März 2018 um 11:27 Uhr

    @Nestor:

    Das habe ich bei deinem ersten Beitrag getan und bin zu dem Schluss gekommen, dass auch du nur spekulierst.

  8. 8 Nestor 14. März 2018 um 11:30 Uhr

    Ja, dann mußt du halt genauer lesen, fix noch einmal!

  9. 9 libelle 14. März 2018 um 11:32 Uhr

    Gut dann sag doch: Wer war es denn?

  10. 10 NN 14. März 2018 um 11:35 Uhr

    @Nestor

    Für die „ukrainische Spur“ spräche natürlich folgender Hinweis von Reinhard Lauterbach aus der jungen Welt:

    „NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg spekulierte darüber, ob das westliche Kriegsbündnis nun den »Artikel 5« mit der gegenseitigen Beistandsklausel aktivieren solle, jedenfalls könne die Kriegsallianz nun die Ukraine und die Balkanstaaten beschleunigt aufnehmen. In den USA hieß es, als Konsequenz könnte Washington die ukrainische Armee aktiver bewaffnen. Lauter Ziele also, die der Westen ohnehin verfolgt und für die er nun anscheinend im Schatten der hochgekochten Empörung günstige Bedingungen vermutet.“

    Zu Novitschok noch einmal das Wikipedia-Zitat:

    „One of the key manufacturing sites was the Soviet State Scientific Research Institute for Organic Chemistry and Technology (GosNIIOKhT) in Nukus, Uzbekistan.[17] Small, experimental batches of the weapons may have been tested on the nearby Ustyurt plateau.[16] It may also have been tested in a research centre in Krasnoarmeysk near Moscow.[17] Since its independence in 1991, Uzbekistan has been working with the government of the United States to dismantle and decontaminate the sites where the Novichok agents and other chemical weapons were tested and developed.[17]“

  11. 11 NN 14. März 2018 um 12:09 Uhr

    Aus dem Katalonien-Thread noch einmal die beiden jW-Artikel von Reinhard Lauterbach:

    Tristes Spektakel – Vergifteter Doppelagent in Großbritannien

    „Für eines ist eine Gestalt wie Skripal aber immer noch gut: die nächsten »irakischen Massenvernichtungswaffen« aus dem Hut zu zaubern. Die Regierung Ihrer Majestät sei »sehr sicher«, dass Skripal Opfer eines in den Siebzigerjahren in der Sowjetunion entwickelten Nervengifts der »Nowitschok«-Gruppe geworden sei, sagte Theresa May. Russland solle innerhalb von 24 Stunden eine »glaubhafte Erklärung« dafür abgeben, wie dieses Gift nach Salisbury gekommen sei. »Glaubhaft« heißt: eine, die wir glauben.

    Nochmal der Reihe nach. Bis zum Ende der Sowjetunion war »Nowi­tschok« ein streng gehütetes Staatsgeheimnis. Inzwischen glaubt der britische Geheimdienst laut May sagen zu können, in welchem Labor das an Skripal gefundene Gift synthetisiert worden ist. Wie ist er an dieses Wissen gekommen? Westliche Spezialisten haben die an Skripal gefundene Substanz also offenbar in der Hand bzw. im Reagenzglas gehabt. Woher hatten sie sie? Russland für von Giften verantwortlich zu machen, die man selbst gestohlen hat, ist mehr als dreist.

    Das sollte eigentlich Anlass sein, mit Schuldzuweisungen vorsichtig zu sein. Zumal Russland für eine so spektakuläre Racheaktion kein Motiv hat, am wenigsten zu dem Zeitpunkt, zu dem die Sache passiert ist: zwei Wochen vor den Wahlen. Wenn irgendjemand in Moskau beschlossen haben sollte, Skripal zu »liquidieren«, hätte jeder vernünftig zynische Geheimdienstler entschieden, dass es nach acht Jahren jetzt auf ein paar Wochen auch nicht mehr ankommt.

    Und westliche Dienste, auf deren – angebliche – Erkenntnisse sich die Kampagne stützt? Die »tun so etwas nicht«. Wirklich?“

    Eskalation nach Drehbuch
    Nach Vergiftung von Exspion Skripal stellt Großbritannien Russland Ultimatum. NATO droht mit Aufnahme der Ukraine

    „Die Vergiftung des britischen Exspions Sergej Skripal in Großbritannien wird von der Londoner Regierung zu einer systematischen Eskalation der Konflikte mit Russland genutzt. Premierministerin Theresa May sagte am Dienstag im Unterhaus, die Regierung sei »sehr sicher«, dass Russland entweder direkt hinter dem Giftanschlag auf Skripal stehe oder zugelassen habe, dass sowjetische Kampfstoffe außer Landes kamen. Sie setzte Moskau eine Frist bis Mittwoch um Mitternacht, um sich »zufriedenstellend« zu den Vorwürfen zu erklären.

    Mays Begründung für den Verdacht gegen Russland lautete, es habe erstens das in Skripals Organismus gefundene Nervengift »Nowitschok« früher produziert, zweitens habe es schon staatliche Mordanschläge verübt und erklärt, es betrachte Überläufer als legitime Ziele für Vergeltungsaktionen. Wer schließlich wie Russland die Krim annektiere, westliche Wahlen beeinflusse und Computersysteme angreife, dem sei auch zuzutrauen, den Anschlag auf Skripal verübt zu haben.

    Mays Rede rief im britischen Parlament breite Zustimmung hervor. Hinterbänkler der Konservativen nannten die Attacke auf Skripal bereits einen »Kriegsakt« oder wenigstens »kriegsähnlich«. Labour-Chef Jeremy Corbyn teilte die »Empörung« über den »zutiefst bestürzenden« Angriff und forderte von Russland »vollständige Rechenschaft«. Er kritisierte einzig, dass May nun offenbar bereit sei, den Dialog mit Moskau abbrechen zu lassen.

    Etliche Entwicklungen lassen genau das als eigentliche Absicht des Westens erscheinen. US-Außenminister Rex Tillerson erklärte am Dienstag, er habe volles Vertrauen in die britischen Ermittlungen und Bewertungen. Anders gesagt: Er gab London Carte blanche, so wie 1914 Berlin seinem österreichischen Juniorpartner im Streit mit Serbien. Am selben Tag wurde er allerdings von US-Präsident Donald Trump entlassen.

    NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg spekulierte darüber, ob das westliche Kriegsbündnis nun den »Artikel 5« mit der gegenseitigen Beistandsklausel aktivieren solle, jedenfalls könne die Kriegsallianz nun die Ukraine und die Balkanstaaten beschleunigt aufnehmen. In den USA hieß es, als Konsequenz könnte Washington die ukrainische Armee aktiver bewaffnen. Lauter Ziele also, die der Westen ohnehin verfolgt und für die er nun anscheinend im Schatten der hochgekochten Empörung günstige Bedingungen vermutet.

    Russland wies die britischen Anschuldigungen als unbegründet zurück und nannte Mays Auftritt eine »Zirkusvorstellung«. Präsident Wladimir Putin antwortete auf die Frage eines BBC-Reporters, ob Russland Skripal vergiftet habe, die Briten sollten erst einmal ihre Ermittlungen zu Ende führen. Gleichzeitig bot Moskau London Zusammenarbeit bei der Aufklärung an und verlangte als Bedingung, die angeblichen Beweise vollständig vorgelegt zu bekommen. Auf das britische Ultimatum ging Moskau nicht direkt ein, drohte aber Gegenmaßnahmen an, wenn Sanktionen verhängt würden.“

  12. 12 stankovic 14. März 2018 um 12:36 Uhr

    Ich spekuliere auch ein mal:

    Es waren die Russen.
    Es waren nicht die Russen.
    Es waren doch die Russen, um so zu tun, als ob sie es nicht wären, und um auf vermeintlich falsche Vorwürfe des Westens zu verweisen.

    Es waren die Briten, um die Russen zu beschuldigen.
    Es waren nicht die Briten.
    Es waren doch die Briten, um einen Doppelagenten im eigenen Land auszuschalten, der nur so getan hat, als ob er nicht mehr für die Russen arbeitet.

    Es war der BND.
    Es war nicht der BND, sondern ein anderer Geheimdienst, der will, dass man glaubt, es sei der BND.
    Es war doch der BND, der einen ehemaligen russischen Agenten zum Schweigen bringen will, damit der nicht mehr dem britischen Geheimdienst erzählen kann, was er von dem russischen Geheimdienst erfahren hat über die schlechten Beziehungen des BND zu einem anderen westlichen Geheimdienst, dem zuzutrauen wäre, es selber gewesen zu sein, um Glauben zu machen, der BND stecke dahinter.

    Es war der Mossad, weil Juden gerne im Hintergrund an Verschwörungen stricken.
    Es war doch nicht der Mossad, weil der grad damit beschäftigt ist, den Islamischen Staat durch eine Nachfolgeorganisation zu ersetzen.
    Es war doch der Mossad, um durch Pushen antisemitischer Verschwörungstheorien auf Antisemitismus zu verweisen.

    Es war nestor, um zeigen zu können, wie böse der Westen zu einem Staat ist, der so verkehrt nun auch nicht ist.
    Dass es nestor nicht war, kann ich mir eigentlich nicht vorstellen. Vielleicht war es aber libelle, um nestor die Schuld in die Schuhe schieben zu können. Von wegen Spekulation!

  13. 13 Krim 14. März 2018 um 12:53 Uhr

    An der ganzen Sache ist doch nicht die Sache an sich, also ehemaliger Doppelagent wird mit seiner Tochter vergiftet, sondern die Reaktion von GB interessant. Ich sag’s mal so: Das sind so die Risiken eines Doppelagentenleben, dass man wenn eine Seite drauf kommt, man seines Lebens nicht mehr sicher ist und man auch noch an den Spätfolgen draufgehen kann, weil man mit lauter Killern zu tun hat.

    Also die Frage ist, was soll die „Zirkusvorstellung“? Versucht sich der Westen eine Rechtfertigung für irgendeine noch zu begehende Sauerei zu konstruieren. Also in diese Richtung:

    „Lauter Ziele also, die der Westen ohnehin verfolgt und für die er nun anscheinend im Schatten der hochgekochten Empörung günstige Bedingungen vermutet.“

    Ich durchschaue das nicht.

  14. 14 libelle 14. März 2018 um 13:30 Uhr

    Was zwischen Russland/ China und der NATO stattfindet ist ein Kampf um die Öffentlichkeit. Und mal unabhängig davon wer das war, wird das für diesen Kampf instrumentalisiert. Deshalb steht im Westen fest, dass es die Russen waren. GB nutzt den Fall um sich als Nation in der ersten Reihe an der Feinschaft gegen Russland zu beteiligen, das ist alles.

    edit: Mit Öffentlichkeit ist nicht nur der normale Bürger, sondern auch die staatliche Öffentlichkeit gemeint d.h. alle Staaten werden an solchen Fällen aufgefordert sich zu positionieren. Deshalb halten die meisten die Schnauze, weil sie den Konflikt nicht wollen und es bleiben die, die sich eindeutig für eine Seite entscheiden. GB empfiehlt sich also mit dem Fall als verlässlicher Partner der USA beim nächsten Waffengang (oder den Eskalationen darunter) gegen Russland und China. Und so ein – sagen wir mal Vorkriegsszenario – das ist randvoll mit Gelegenheiten für alle Staaten sich gefälligst auf eine Seite festzulegen. Deshalb gibt es auch immer wieder neue Fälle, die dann dazu genutzt werden sich zum Stand der diplomatischen und sonstigen Werbung und Erpressung zu bekennen. (Schon dass so eine Liquidierung ein Thema wird unterstellt Öffentlichkeitsarbeit. Das ist doch kein Novum. Von den anderen hat man nur nichts gehört.)

    p.s.: Stanko wars. Er hatte den Beitrag schon ewig auf seinem Rechner liegen und wollte ihn endlich mal loswerden.

  15. 15 stankovic 14. März 2018 um 13:59 Uhr

    @libelle

    Info wars

  16. 16 Krim 14. März 2018 um 14:44 Uhr

    Ja Libelle, deine Erklärung leuchtet mir ein. Danke.

  17. 17 Nestor 14. März 2018 um 16:36 Uhr

    @libelle

    Wenn ich deinen Beitrag richtig verstehe, so meinst du, inzwischen ist kein Anlaß zu blöd, um Feidbildpflege zu betreiben und Bündnistreue zu beweisen bzw. einzufordern?

  18. 18 libelle 14. März 2018 um 21:43 Uhr

    Naja, es braucht den Anlass, weil man den Russen nicht vorwerfen kann, dass sie Regelungskompetenz beanspruchen (das macht die NATO ja selber). Die wird moralisch durch solche Fälle diskreditiert und darüber wird dem Publikum (aus Staaten und Bürgern) die Aufforderung zuteil Partei zu ergreifen. Es werden also sowas wie Bekenntnis- und Eskalationsanlässe durch solche Fälle erzeugt. Und jedes mal müssen sich die Adressaten, soweit es Staaten sind auch dazu verhalten (in der UNO bspw.)

  19. 19 Nestor 14. März 2018 um 21:45 Uhr

    Weiteres zu dem Thema:

    Die ORF.Korrespondentin meint, London könnte zwar viel unternehmen, bisher ist aber außer Ankündigungen nichts geschehen. Man weiß nicht einmal, wer die 23 auszuweisenden Diplomaten/Spione sein sollen.

    Aus einem Interview mit dem in London lebenden Biologen und ehemaligen Dissidenten Zhores/Jaures Medwedjew, 14.3.
    https://www.kp.ru/daily/26806.4/3840760/

    Medwedjew meint zunächst, die Identifizierung des Giftes beruhe auf Annahmen und der Analyse von Symptomen. Eine genaue Analyse habe nicht stattgefunden, das ginge unter den gegebenen Bedingungen gar nicht.

    Ist es aber wirklich dieses militärische Gift, so deutet es darauf hin, daß es kein Geheimdienst war, der das Attentat ausgeführt hat. Diese bevorzugen biologische Gifte (Schlangen- oder Pflanzenextrakte), die sich schnell verflüchtigen und schwer nachzuweisen sind.

    Er meint, Rußland könne gar kein Interesse an einem solchen Anschlag haben. Er vermutet anti-russische Kreise bzw. Putin-Gegner – so kurz vor den russischen Wahlen! Er hält das Attentat für eine Provokation, aber nicht eine aus Regierungs- oder Geheimdienst-Kreisen.
    Ein paar Tage vorher lief in ganz Großbritannien ein Film über Putin an, der von Chodorkowski und anderen Putin-Gegnern finanziert und mitgestaltet worden war. Der wurde auch sehr beworben, man sah, da gibt es ein zahlungskräftiges Interesse, das diesen Film möglichst bekannt machen will.
    In Großbritannien sind auch viele Leute sauer, weil die Fußball-WM nach Rußland vergeben wurde und nicht nach GB, das sich auch darum beworben hatte. Da ging es um viel Kohle im Sport-Business.
    Überhaupt gehen derzeit durch die britischen Medien – schon vor dem Anschlag – jede Menge Rabersgschichtn, wo jemand erzählt, er würde von Russen verfolgt, usw.

    Daß die Planer und Täter eher keine Profis sind, merkt man laut Medwedjew auch daran, daß die Dosis zu gering war und die Opfer nicht sofort gestorben sind. Sollten sie wieder zu sich kommen, so könnten sie Details von sich geben, die zu den Tätern führen könnten.

    Was schließlich die diplomatischen Verwicklungen angeht, so wiegelt Medwedjew ab – da wird derzeit viel Lärm gemscht, aber eine wirkliche Eskalation wird sich die britische Regierung genau überlegen, weil der Abbruch der politischen Beziehungen würde auch GB sehr schaden.

  20. 20 Nestor 14. März 2018 um 22:04 Uhr

    @libelle

    Ich frage mich nur, warum es ein Interesse der britischen Regierung gibt, sofort bei der ersten besten Gelegenheit auf Russland loszugehen und eine solche Mettn zu machen?

    Liegt es vielleicht daran, daß GB in der EU ökonomisch untergebuttert wurde, zumindest aus der Sichtweise der Anhänger des Empire, das einmal den ganzen Welthandel kontrollierte, – und die militärische Größe, auf die sich die britische Führung noch immer was einbildet, von Rußland irgendwie lässig in den Schatten gestellt wird?

  21. 21 Krim 15. März 2018 um 0:56 Uhr

    Na ja. Aus Europa hat sich Großbritannien ja selbst ausgemischt.
    Jetzt profiliert es sich als Russlandgegner und empfiehlt sich den USA als europäischer Brückenkopf, loyaler Mitstreiter, Verbündeter, als Kettenhund der USA in Nordeuropa. Es will darüber wieder Wichtigkeit erlangen, dass es selbstständig loskläfft, GB als Führungsnation der Anti-Russland Liga in Europa. Indem man sich und den eigenen Standpunkt publik macht und propagiert hofft man, dass sich Gleichgesinnte finden.

  22. 22 NN 15. März 2018 um 1:28 Uhr

    Auf dem Weg in den Weltkrieg (15.03.2018)

    LONDON/BERLIN/MOSKAU (Eigener Bericht) – Mit Rückendeckung aus Berlin hat Großbritannien am gestrigen Mittwoch 23 russische Diplomaten des Landes verwiesen und noch weitere Maßnahmen gegen Moskau in Aussicht gestellt. Offizieller Anlass ist der Doppelmordversuch von Salisbury; zwei Opfer eines Giftanschlags kämpfen dort weiterhin um ihr Leben. Zahlreiche Unklarheiten prägen den Fall; dazu zählt, dass bereits 1995 ein Mord mit dem Nervengift Nowitschok begangen wurde – nicht von staatlichen Stellen, sondern im Umfeld des russischen Oligarchenmilieus. Wie Scotland Yard erklärt, ist eine Lösung des Falls nicht in Sicht und kann noch „viele Wochen“ dauern. Obwohl belastbare Erkenntnisse nicht vorliegen, hat auch Bundeskanzlerin Angela Merkel ein gemeinsames Vorgehen des Westens gegen Russland gefordert. Tatsächlicher Hintergrund ist, dass Moskau, wie eine deutsche Außenpolitik-Expertin konstatiert, „als Akteur zurück auf der Weltbühne“ ist – 2018 sei „das Jahr, in dem sich Russland endgültig als globaler Player etabliert haben wird“. Dagegen richtet sich die jüngste westliche Aggression. (…)

    „Keine Hinweise auf Verdächtige“

    Mit Blick auf die zahlreichen Unklarheiten in dem Fall haben die britischen Polizeibehörden eine womöglich lange andauernde Fortsetzung ihrer Untersuchung angekündigt. Es sei „eine mühsame Operation“, alle zu identifizieren, die in Zusammenhang mit dem versuchten Giftmord stehen könnten, äußerte ein Polizeisprecher am Dienstag. Die Untersuchung könne eventuell sogar „viele Wochen dauern“; man wisse noch nicht einmal, auf welche Weise das Gift den Opfern verabreicht worden sei.[8] Gegenwärtig könne man keinerlei Hinweise auf Verdächtige geben.

    Ausweisungen und der Bündnisfall

    Das hat die britische Regierung nicht daran gehindert, ihre Polizei offen zu brüskieren und sich auf die Täterschaft des russischen Staates festzulegen: Es gebe „keinen anderen Schluss“ als den, dass dieser „die Schuld“ an dem Mordversuch trage, behauptete Premierministerin Theresa May am gestrigen Mittwoch.[9] Bereits am Dienstag hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel und May gemeinsam erklärt, man müsse jetzt geschlossen gegen Russland vorgehen; Beweise für die angebliche russische Täterschaft vorzulegen hielt auch die Bundesregierung für überflüssig. May hat gestern nun 23 der 58 in Großbritannien akkreditierten russischen Diplomaten aufgefordert, binnen sieben Tagen das Land zu verlassen; die Quote von 40 Prozent gilt als ungewöhnlich hoch. Hinzu kommen weitere Maßnahmen wie die Ausweitung der Kontrollen russischer Privatflieger und die Einstellung aller hochrangigen bilateralen Beziehungen. Indem May den Mordversuch freihändig als ungesetzliche Gewalthandlung des russischen Staates eingestuft hat, kommt sogar eine Berufung auf Artikel 5 des Nordatlantikvertrags, mithin die Ausrufung des „Bündnisfalls“, in Betracht.[10]

    „Zurück auf der Weltbühne“

    Tatsächlicher Auslöser für die von Deutschland und anderen westlichen Staaten im Grundsatz mitgetragene Aggression ist nicht der Mordversuch von Salisbury; wäre er es, hätte London der Aufklärung des Falles Vorrang gegeben. Hintergrund ist vielmehr der Machtkampf des Westens gegen Russland. Moskau sei „als Akteur zurück auf der Weltbühne“, hat vor kurzem mit Blick auf die russischen Aktivitäten in Syrien, Nordafrika, Afghanistan und weiteren Staaten Liana Fix, Programmleiterin Internationale Politik der einflussreichen Hamburger Körber Stiftung, geäußert: „2018 ist das Jahr, in dem sich Russland endgültig als globaler Player etabliert haben wird.“[11] Dabei trete Moskau „gegenüber Europa und den USA … mit neuem Selbstbewusstsein auf“: Dies sei “ geopolitische Realität“. Die westlichen Aggressionen seit 2014 sind der – im Wesentlichen erfolglose – Versuch, Russland in die Schranken zu weisen. Mittlerweile genügt ein ungeklärter Mordversuch mit unbewiesenem Russland-Bezug, um im Machtkampf gegen Moskau die nächste Runde der Aggressionen einzuleiten. Schritt für Schritt nähert sich der Westen dem großen Krieg.

    Innerwestliche Rivalitäten

    Dabei wird der globale Machtkampf von innerwestlichen Rivalitäten begleitet. Indem es den NATO-Bündnisfall in den Blick nimmt, strebt London auch eine Führungsrolle unter den NATO-Staaten Europas an. Damit beißt es allerdings in Berlin auf Granit. Tatsächlich wurde in London zunächst diskutiert, nicht nur russische Diplomaten des Landes zu verweisen, sondern auch neue Wirtschaftssanktionen zu verhängen und zur „Vergeltung“ womöglich sogar noch einen Cyberangriff auf Russland zu starten; May hat das allerdings unterlassen, vermutlich, „weil eine Ablehnung oft verletzt“, wird ein Londoner Außenpolitik-Experte zitiert.[12] Der innerwestliche Machtkampf verkompliziert die eskalierende Lage noch mehr – und erhöht die Kriegsgefahr.

  23. 23 stankovic 15. März 2018 um 8:56 Uhr

    „Jetzt profiliert es sich als Russlandgegner und empfiehlt sich den USA als europäischer Brückenkopf, loyaler Mitstreiter, Verbündeter, als Kettenhund der USA in Nordeuropa. Es will darüber wieder Wichtigkeit erlangen, dass es selbstständig loskläfft, GB als Führungsnation der Anti-Russland Liga in Europa. Indem man sich und den eigenen Standpunkt publik macht und propagiert hofft man, dass sich Gleichgesinnte finden.“ (krim)

    Jetzt mal angenommen, es stimmt – und ich wüsste nicht, was an deinen Zeilen auszusetzen wäre –, selbst dann heißt das noch lange nicht, dass die Russen den Anschlag nicht begangen haben. Haben Sie ihn aber begangen, dann ist er unabhängig von jeder Berechnung der Briten in der Fortentwicklung internationaler Affären ein Akt der Aggression, den kein Staat auf seinem Territorium duldet, und damit alleine schon ein Grund für eine Verschlechterung der Beziehungen untereinander.

  24. 24 libelle 15. März 2018 um 10:09 Uhr

    Geheimdienstmethoden:

    US/UK
    Frankreich
    CIA

    Für den FSB gilt das Gleiche. Es liegt halt am Geschäft dieser Behörden.

    Diese Informationen haben nicht zu diplomatischen Verstimmungen geführt.

  25. 25 Mattis 15. März 2018 um 12:32 Uhr

    „Wenn sie jedoch den Chemikern, die diese Substanz diagnostiziert haben, bekannt ist, so können sie selber sie auch herstellen.“

    Nicht zwingend. Das ist keine Sache der Logik, sondern ob man die entsprechenden Gerätschaften und Materialien hat.

    „Schließlich erinnert Utkin auch noch im Vorbeigehen an Litvinenkos Fall und weist darauf hin, daß es kein gutes Licht auf die britischen Geheimdienste wirft, wenn Leute mit tödlichen chemischen oder radioaktiven Substanzen einfach so frei im Lande herumlaufen können.“

    Und jetzt? Die mangelhafte Ausrüstung und Präsenz der Geheimdienste kritisieren?

    Dem Verlangen, in diesem ganzen Geheimdienst-Thema unbedingt auch nur eine Spur von Wahrheit zu finden, sollte man besser nicht nachgeben. Man wird doch von jeder der beteiligten Seiten belogen, dass es nur so kracht.

    Und welche politische Einschätzung hängt eigentlich davon ab?

  26. 26 Krim 15. März 2018 um 15:08 Uhr

    „…den kein Staat auf seinem Territorium duldet, und damit alleine schon ein Grund für eine Verschlechterung der Beziehungen untereinander.“ Dass ein Staat die Aggression eines anderen Staates auf seinem Territorium nicht duldet, kriegt man nur mit, wenn dieser es öffentlich macht und Gegenmaßnahmen beschließt. „dulden“ ist das selbe wie nicht öffentlich machen. Denn „dulden“ im Wortsinn kann ja nicht gemeint sein, also darum wissen und zulassen. Dass ein Staat die Gewaltaktionen fremder Geheimdienste öffentlich macht, dürfte in Wahrheit eher die Ausnahme sein.

  27. 27 NN 15. März 2018 um 16:04 Uhr

    Auch Deutschland, Frankreich und USA sehen Verantwortung bei Russland

    Keine Zweifel mehr: Frankreich, Deutschland und die USA schließen sich im Fall Skripal Großbritannien an – und sehen Russland als verantwortlich für die Giftattacke. Die Länder gaben eine gemeinsame Erklärung ab.

    Fall Skripal: Amerikaner brachten Nowitschok-Gift aus Usbekistan – Experte

    Russland hat Nervengift „Nowitschok“ auf seinem Territorium niemals produziert. Dies teilte das Ex-Mitglied der UN-Kommission zu Bio- und Chemiewaffen, Igor Nikulin, gegenüber Sputnik mit. Darum geht es auch in einem Artikel der Zeitung „New York Times“ aus dem Jahr 1999, die sich auf den sowjetischen Überläufer Wil Mirsajanow beruft.

    „Das Gas sei Nikulin zufolge in der Stadt Nukus in Usbekistan hergestellt worden. 1992 sei das Unternehmen unter der Kontrolle der US-Amerikaner demontiert worden. Demnach würden die USA über Proben dieses Stoffes verfügen. „Im Fall der Nutzung des Gases,Nowitschok, würde ich nach keiner russischen Spur suchen, sondern nach einer usbekischen oder besser amerikanischen. Das wird näher an der Wahrheit sein“, so Nikulin weiter. Dabei betonte er, dass dieses Nervengift niemals im Dienst der russischen Armee verwendet worden sei.

    Die „New York Times“ hatte 1999 berichtet, dass die USA und die Regierung von Islam Karimow sich auf eine Dekontaminierung und den Abbau des sowjetischen Forschungs- und Testgeländes in der Stadt Nukus geeinigt hatten. Demnach sollen die Amerikaner 1992 den Zugang zu den Anlagen bekommen haben, die in Usbekistan seit 1986 für alle Wissenschaftler außer sowjetische gesperrt gewesen seien.

    „Alarmiert durch die gesundheitlichen und ökologischen Auswirkungen der sowjetischen Aktivitäten zur Produktion und großangelegten Erprobung illegaler chemischer und keimtötender Waffen in Usbekistan, verzichtete Präsident Islam Karimow auf Massenvernichtungswaffen“, schrieb die Zeitung damals. „Seitdem arbeitete seine Regierung eng mit amerikanischen Verteidigungsbeamten zusammen und gewährte ihnen den Zugang zu den Ortschaften“, hieß es weiter.“

    KGB-Oberst zu Fall Skripal: „Töten im Ausland ist seit der Stalin-Zeit Tabu“

    Der pensionierte KGB-Oberst Michail Ljubimow zeigt sich erstaunt über den Vorwurf aus London, der im Koma liegende Doppelagent Sergej Skripal sei von den Russen vergiftet worden. Nach den Worten des 83-Jährigen, der viele Jahre in London gearbeitet hatte, ist das Töten im Ausland für den russischen Nachrichtendienst seit den 1950ern tabu.

  28. 28 NN 15. März 2018 um 16:23 Uhr
  29. 29 Mattis 15. März 2018 um 17:16 Uhr

    „Nach den Worten des 83-Jährigen, der viele Jahre in London gearbeitet hatte, ist das Töten im Ausland für den russischen Nachrichtendienst seit den 1950ern tabu.“

    Und was fängt man mit so einer Aussage an? Glaubt man sie, weil der Mann immerhin schon 83 ist – da lügt man nicht mehr – oder weil er „viele Jahre in London gearbeitet“ hat – in London verlernt man zu lügen, oder was jetzt? Und weil er in Pension ist, hat er natürlich den genauen Einblick in die laufenden Aktivitäten des Geheimdienstes?

    Diese Debatte pendelt zwischen Stammtischniveau und Verschwörungstheorien. Nochmal die Frage: welche politische Einschätzung hängt eigentlich davon ab? Und würde sich diese Einschätzung ändern, wenn der russische Geheimdienst tatsächlich der Auftraggeber war? Und warum?

  30. 30 stankovic 15. März 2018 um 20:51 Uhr

    @krim
    Dulden oder nicht – um das Wort soll es mir nicht gehen. Ich fasse mich mal undiplomatischer: Im Krieg um Deutungshoheit zwischen den Staaten haben nestor, der selbst erklärte Fan Russlands, und ein NN sich entschieden, freiwillig der russischen Propaganda zu Diensten zu sein.

  31. 31 stankovic 15. März 2018 um 20:53 Uhr

    @krim
    Dulden oder nicht – um das Wort soll es mir nicht gehen. Ich fasse mich mal undiplomatischer: Im Krieg um Deutungshoheit zwischen den Staaten haben nestor, der selbsterklärte Fan Russlands, und ein NN sich entschieden, freiwillig der russischen Propaganda zu Diensten zu sein.

  32. 32 Jacko 15. März 2018 um 21:39 Uhr

    Zum Vaterlandsverräter wird man schnell …

    http://www.fr.de/politik/labour-meuterei-in-der-opposition-a-1468191

  33. 33 Nestor 16. März 2018 um 10:21 Uhr

    Machen wir doch eine Zusammenfassung der Fakten:

    Das in Frage stehende Gift Novitschok wurde entweder zweifelsfrei festgestellt, weil die britischen Chemiker es auch kennen und womöglich herstellen, oder:
    Es wird aufgrund der Symptome vermutet, das setzt aber auch eine Kenntnis des Stoffes voraus, den der sowjetische Chemiker Mirzayanov in den USA bekannt gemacht hat.

    Dieses Gift wurde in Usbekistan hergestellt, die USA haben es dort – als sie mit der Regierung Karimov noch gut waren – abgebaut und mitgenommen.

    Das russische Heer hat für diesen Giftstoff keine Verwendung. Die russische Militärdoktrin bezieht sich auf den postsowjetischen Raum und das Erhalten von Russland gewogenen Regimes, wo ein Giftgaseinsatz nicht zielführend ist.

    Für Giftmorde an Einzelpersonen setzen Geheimdienste nicht militärische Kampfstoffe ein.

    Der russische Ex-Spion war für Russland uninteressant, deshalb haben sie ihn ja auch seinerzeit ausgetauscht.

    (Man fragt sich übrigens, was der in GB gemacht hat? Nur eine Rente bezogen und Däumchen gedreht?
    Es wäre vorstellbar, daß er von den britischen Diensten zur Beobachtung der russischen Community in GB eingesetzt worden ist und sich damit nicht nur Freunde gemacht hat.)

    Jetzt noch ein kurzer Überblick über die Interessenlage.

    Wem war Skripal im Weg?
    Britischen Diensten?
    Rußland?
    Russischen Privatleuten – Putingegnern, Oligarchen?
    Oder gar niemandem, sondern wurde nur als Bauernopfer ausgesucht, um eine Kampagne der Art zu entfachen, wie sie jetzt gegen Rußland läuft?
    Er war ja offensichtlich nicht besonders bewacht und daher leicht zugänglich.

    Medwedjew, der das ganze durch die britischen Medien sehr verfolgt hat, meinte, die Erklärung zur russischen Schuld und das Ultimatum wurden von Theresa May sehr hastig von einem Zettel vorgelesen. Es handelte sich offenbar um eine Chefsache, bei der man nichts anbrennen lassen wollte und wo offenbar auch verschiedene Kabinettsmitglieder vorher instruiert waren, damit keine Mißtöne, also keine unangenehmen Zwischenfragen kommen, so in der Art: gibt es eigentlich irgendeinen konkreten Beweis?

    In Rußland wurde das Ganze zunächst überhaupt nicht ernstgenommen, die Rede war von einem „Zirkus“, der da im britischen Parlament ablief. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums meinte spöttisch, als nächstes würde Rußland wohl für Tillersons Ablöse in den USA verantwortlich gemacht.
    Als sie merkten, daß diese Komödie wirklich bitterer Ernst ist, war Lawrow echt verärgert, wie aus einem solchen konstruierten Anlaß fast ein casus belli gemacht wird.

    Man merkt auch in Großbritannien selbst, wie der nationale Schulterschluß ein Postulat ist, mit dem die Regierung die Opposition hinter sich versammeln will, und Corbyn beschimpft wird, weil er auf diese Forderung nicht einsteigt.

    Aus all dem ist ersichtlich, daß der Giftanschlag der britischen Regierung sehr gelegen kommt, der russischen nicht.

  34. 34 Kadelburger 16. März 2018 um 11:30 Uhr

    In den Kommentaren fallen Worte wie Propaganda, Russlandfan, Spekulation und die Diskussion gleitet ab in Hahnenkämpfe…schade.
    Wir in Deutschland werden tagtäglich berieselt mit Meldungen der Medien, die eine Steuerung und Ausrichtung der öffentlichen Meinung leisten sollen und leisten. Da kommt im Wochentakt eine Meldung aus London, die die Untaten der syrischen Regierung anprangert, daß die vorgeblich demokratisch-freiheitlichen Oppositionellen nur grausame fanatische IS-Vandalen sind, erfährst du nicht. So ähnlich wird der faschistoide Ukrainemob gehätschelt. Dieser Informationssalat, dem man nur passiv aufnehmen muss, schafft fragwürdigen Politikern freie Hand. Russland hat seit dem Verteidigungskrieg gegen Hitlerdeutschland keinen Krieg mehr vom Zaun gebrochen. Ebenso China nicht. Aber trotzdem werden diese Staaten, zusammen mit vielen anderen der 3.Welt bloßgestellt, sanktioniert, isoliert, und mit NATO, militärischem Superaufgebot „in Schach“ gehalten. Niemand denkt an die vielen Menschen, die auch dort leben, auch nur leben wollen, in Armut, alltäglicher Mühsal, kaum vergleichbar mit dem Leben der Menschen im Westen, selbst der Ärmsten hier. Geht es vielleicht nur darum, den Wohlstand des Westens zu befestigen und das ideologisch zu untermauern? Wir sind weit von einer gerechten Weltordnung entfernt, und jetzt dreht man die Uhr wieder rückwärts?…
    Apropos Russland:
    Alle raffgierigen Betrüger, die aus Russland entkommen konnten, werden hier als aufrechte Oppositionelle verehrt und willkommen geheißen, ihre geheimen Milliardendepots in der Schweiz geöffnet. Verräterische Chemiewaffenchemiker, die für das russische Militär nicht mehr arbeiten können, weil dort Chemiewaffenächtung, dürfen im Westen weitermachen. Aber Putin, der die schwere Aufgabe meistert, im Russland nach dem Chaos der Wende eine gerechte Ordnung aufrechtzuerhalten, die den Menschen Existenz und Sicherheit gibt, wird verteufelt. Merkst du nichts ??

  35. 35 Nestor 16. März 2018 um 11:43 Uhr

    Könntest du dich irgendwie zum Thema äußern oder sonst deine moralgeschwängerten Sermone bleiben lassen?

  36. 36 Neoprene 16. März 2018 um 12:31 Uhr

    Zu Kadelburgers Behauptung, „Russland hat seit dem Verteidigungskrieg gegen Hitlerdeutschland keinen Krieg mehr vom Zaun gebrochen. Ebenso China nicht.“ meint Wikipedia übrigens folgendes:

    „Der Zwischenfall am Ussuri war ein Grenzkonflikt zwischen der Volksrepublik China und der Sowjetunion (UdSSR), der 1969 auf dem Höhepunkt der chinesisch-sowjetischen Zerwürfnisse in einer Serie von kriegerischen Zusammenstößen gipfelte. Die ersten Kämpfe fanden im März 1969 am Ussuri in der Nähe der Insel Zhenbao Dao (Damanski) statt und weiteten sich danach auf verschiedene Gebiete aus.
    In der Sowjetunion wurde die Auseinandersetzung verharmlosend als Grenzkonflikt auf der Damanski-Insel bezeichnet. Tatsächlich handelte es sich weder politisch noch militärisch um eine auf eine Flussinsel begrenzte Konfrontation. Die Streitkräfte beider Länder standen sich entlang der damals über 11.000 Kilometer langen chinesisch-sowjetischen und chinesisch-mongolischen Grenze feindlich gegenüber. Daher wird im chinesischen, englischen und oft auch im deutschen Sprachraum die Auseinandersetzung Chinesisch-Sowjetischer Grenzkonflikt (1969) genannt.
    Nach sieben Monate andauernden Kämpfen einigten sich die Kontrahenten in bilateralen Gesprächen auf einen Waffenstillstand und Modus vivendi. Im Anschluss fanden zweimal jährlich Grenzverhandlungen statt, über 40 Jahre. Politisch konnte der Streit erst nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion beigelegt werden.“

  37. 37 Nestor 16. März 2018 um 12:49 Uhr

    Oh bitte: Was soll denn die Formulierung: „hat seit dem Verteidigungskrieg gegen Hitlerdeutschland keinen Krieg mehr vom Zaun gebrochen“??

    Entweder man verteidigt sich gegen einen Angriff oder man bricht einen Krieg vom Zaun, greift also jemand anderen an.

    Gegen einen solchen Widerspruch mit einem Wikipedia-Artikel über den Grenzkonflikt am Ussuri und Amur zu kommen ist also von vornherein verkehrt.

    Dann handelt es sich bei dem Konflikt, der ja kein Krieg war, um einen Streit zwischen feindlichen Brüdern. Damals ging es um die Vorherrschaft im sozialistischen Lager, da war jeder Quadratmeter Erde ein Rechtstitel.

    Heute haben sich beide Länder geeinigt, weil sie Verbündete gegen den Westen sind. Sie müssen also nicht ihre Grenzen gegeneinander sichern.
    Rußland hat China die meisten strittigen Territorien überlassen, was übrigens den meisten westlichen Medien keine Zeile wert war.

  38. 38 Kadelburger 16. März 2018 um 15:34 Uhr

    Ach lieber Nestor,
    nicht jeder trifft immer den politwissenschaftlich standesgemäßen Ausdruck, so wie Du, und die Klugschei kennt man auch aus anderen Foren zu allen möglichen Tagesthemen. Focus, Spiegel online..
    Krieg vom Zaun brechen -falscher Ausdruck?
    Gut, SU-Armee war in Ostberlin, in Prag, in Afghanistan..
    Wie bereits erklärt, bin ich Pazifist. Das hat nichts mit Moralschwangerschaft zu tun, sondern mit meinen Erlebnissen als Kleinkind. Da haben tatsächlich russische Soldaten auf mich geschossen, nach Kriegsende. Nicht getroffen. Hab nachher mit ihnen gesprochen, freundlich.
    Daß ich die aktuellen Vorgänge in UK in einen Zusammenhang stellen mag, nämlich den der Förderung von Feindbildsuche, Aufrüstung und Bildung von Bündnissen zwecks Kriegsvorbereitung, gehört Deiner Meinung nach nicht zum Thema ?
    Ich war lange in China, auch am Ussuri, und es war dort eine ganz andere Situation zwischen Chinesen und Russen, als in den Klugschei Artikeln Spiegel, Stern etc dargestellt worden war, und was Du hier im Kern als Oberwissender kolportierst.Politik spielt für die Menschen da überhaupt keine Rolle.
    Also kurz gesagt, Utkin war in den Kriegsspielchen verwickelt, täglich erwischt es hunderte, Soldaten und Zivile. Wir schauen nur zu.

  39. 39 Mattis 16. März 2018 um 18:43 Uhr

    „Aus all dem ist ersichtlich, daß der Giftanschlag der britischen Regierung sehr gelegen kommt, der russischen nicht.“

    Schlechtes Argument. Oder kann man aus dem Satz ableiten, dass die russischen Sportler in Wahrheit heimlich von US-Ärzten gedopt worden sind?

    *

    Ich wiederhole mich:
    „Nochmal die Frage: welche politische Einschätzung hängt eigentlich davon ab? Und würde sich diese Einschätzung ändern, wenn der russische Geheimdienst tatsächlich der Auftraggeber war?“

    Niemand ging darauf ein. Auch stankovic macht einen auf gezielte Verschwörungstheorie, was seine Bemerkungen zu diesem Blog betrifft.

    Die kritische Qualität verschwindet inzwischen hinter einem merkwürdig emotionalen Streit, bei dem es darum geht, welcher Imperialismus der dreistere ist. Dabei ist jeder Imperialismus genau so dreist, wie er es sich leisten kann.

  40. 40 libelle 16. März 2018 um 18:56 Uhr

    Weshalb sollte man nur Fragen beantworten wollen von denen eine politische Einschätzung abhängt? (Weshalb sollte die Antwort auf eine Frage immer einen Nutzen neben dem Genuss haben, dass man die Frage beantwortet hat?!)

    Dass man sie hatte, hat schon seinen Grund.

    Man kann deshalb höchstens fragen, wie man auf die Frage kommt. Und da ist die Antwort eben die Affirmation der Schuldfrage mit der um die öffentliche Moral gestritten wird.

    Man kann aber auch die Frage wie vorgefunden hernehmen und sich fragen ob sie sich beantworten lässt. etc…

  41. 41 Nestor 16. März 2018 um 22:04 Uhr

    @mattis

    Ich habe keine Ahnung, was für eine „Einschätzung“ von irgendetwas abhängen sollte und wer die macht und was überhaupt mit Einschätzungen gewonnen sein soll.

    Was ist denn hier für eine Herumlaberei eingerissen?
    Nicht nur bei dir.
    Einer kommt mit seinem Kindheitserinnerungen, der Nächste kommt mit Fragen über Fragen und auf stankovic bin ich überhaupt nicht mehr neugierig.

  42. 42 Nestor 16. März 2018 um 23:27 Uhr

    Noch einiges zu „Wem nützts`“ und der britischen Chemiewaffen-Fabrik:

    Giftanschlag auf Skripal: Was steckt hinter den britischen und amerikanischen Ultimaten gegen Russland?

    Wer es für offensichtlich hält, dass Russland Skripal vergiftet hat, sollte sich an die Anthrax-Anschläge in den USA im Jahr 2001 kurz nach den Anschlägen vom 11. September erinnern. Damals erhielten mehrere US-Regierungsvertreter per Post einen tödlichen Stamm von Milzbranderregern, durch den fünf Menschen getötet und siebzehn weitere infiziert wurden. Auch damals machten die Medien sofort das Land verantwortlich, gegen das sich die Kriegsdrohungen der USA und Großbritannien richteten – den Irak. Die Behauptungen, das irakische Regime würde Massenvernichtungswaffen besitzen und Beziehungen zu Al-Qaida pflegen, erwiesen sich später als Lügen, die Washingtons außenpolitischen Interessen im Vorfeld des Irakkriegs dienten.

    Nachdem die USA den Irak überfallen und besetzt hatten und sich herausstellte, dass es dort keine Massenvernichtungswaffen gab, wurde bekannt, dass das Anthrax, das in den Anschlägen verwendet worden war, auf Washingtons eigenes Massenvernichtungswaffenprogramm in Fort Detrick (Maryland) zurückging. Der amerikanische Wissenschaftler Steven Hatfill soll Gerüchten zufolge dafür verantwortlich gewesen sein, doch er wurde nach einer Untersuchung freigesprochen.

    Bis heute ist nicht geklärt, welche amerikanischen Regierungsvertreter an der Durchführung der Anthrax-Anschläge beteiligt waren. Das FBI machte einen weiteren Wissenschaftler namens Bruce Edwards Ivins für den Anschlag verantwortlich. Dieser hatte 2008 Selbstmord begannen. 2010 beendete das FBI seine Ermittlung, doch wie die amerikanische National Academy of Sciences elf Jahre später herausfand, konnte die US-Regierung nicht ausreichend nachweisen, dass der eingesetzte Anthrax-Erreger von Ivins stammte.

    Im Fall des Anschlags auf Skripal ist unklar, wie Moskau davon profitieren sollte. Die Attacke ereignete sich kurz vor der Wahl in Russland, die in dieser Woche stattfindet. Gleichzeitig verschärfen die Nato-Mächte ihre Konfrontation mit Russland, nachdem ihr Krieg für einen Regimewechsel in Syrien gescheitert ist. In den letzten Wochen wurden russische Söldner in Syrien von US-Truppen getötet. Für Putins Gegner in der Nato ist der Anschlag auf Skripal eine ideale diplomatische und politische Waffe, die sie gegen Russland einsetzen können.

    Teile der britischen und europäischen herrschenden Klasse, die Kriegshysterie gegen Russland schüren, und Teile der amerikanischen herrschenden Elite, vor allem aus dem Umfeld der CIA und der Demokratischen Partei, profitieren viel eher von dem Giftanschlag als Moskau. Die Demokraten arbeiten eng mit der CIA zusammen, um Trump als angeblichen Agenten Russlands zu diskreditieren. Der Anschlag auf Skripal ermöglicht es diesen Teilen der Elite, enormen Druck auf rivalisierende Sektionen der europäischen herrschenden Klasse auszuüben. Vor allem Teile der französischen und deutschen Regierung fordern eine unabhängigere europäische Militärpolitik und engere Beziehungen zu Russland.

    So veröffentlichte der ehemalige französische Präsident François Hollande am Montag in der Zeitung Le Monde einen scharfen und kaum verhohlen Angriff auf seinen Nachfolger Emmanuel Macron, der eng mit Berlin zusammenarbeitet. Er warf der Nato vor, ihre derzeitige Politik erlaube Moskau und der syrischen Regierung, „den Widerstand zu liquidieren und ihr eigenes Volk zu massakrieren“, und forderte eine Konfrontation mit Moskau: „Russland rüstet seit mehreren Jahren auf. Wenn Russland droht, muss es ebenfalls bedroht werden.“

    Der ehemalige US-Außenminister Rex Tillerson erklärte am Dienstag, die USA hätten „volles Vertrauen“ in die britische Einschätzung des Anschlags. Doch kurz darauf widersprach er sich selbst, indem er erklärte, Russland sei nur „vermutlich verantwortlich“. Obwohl Trump ihn kurz nach diesen Äußerungen entließ, wiederholte er Tillersons Anschuldigungen gegen Russland und erklärte: „Wenn man alle vorliegenden Beweise in Betracht zieht, hört es sich für mich so an, als wenn es Russland gewesen sein könnte.“

    Wenn man die politische Situation und die Erfahrung der Anthrax-Anschläge berücksichtigt, muss man im Fall Skripal Teile des britischen und amerikanischen Staates als Hauptverdächtige in Betracht ziehen.

    Londons Vorwürfe gegen Russland basieren ausschließlich auf Analysen der Biowaffenforschungsanlage Porton Down, die zufällig nur sechzehn Kilometer von Salisbury entfernt liegt. Ursprünglich hatte Großbritannien behauptet, Skripal sei mit dem synthetischen Opioid vergiftet wurden, das deutlich stärker als Heroin ist. Am 7. März erklärten Vertreter der britischen Regierung jedoch, bei dem Gift habe es sich um ein Nervengas wie Sarin oder VX gehandelt. Dabei erklärten sie nicht, wie eine Einrichtung wie Porton Down, die seit Jahrzehnten auf die Produktion von Nervengas spezialisiert ist, ein solches Gas nach dem Einsatz nicht korrekt erkennen konnte.

    Am Montag meinte May, das eingesetzte Nervengas sei in Wirklichkeit „Nowitschok“, eine besondere Chemiewaffe, die ursprünglich von der sowjetischen Regierung produziert wurde. Allerdings hat London Moskaus Forderung zurückgewiesen, ihr gemäß der Chemiewaffenkonvention (CWC) Proben der Substanz, die bei dem Anschlag in Salisbury benutzt wurde, zur Verfügung zu stellen. Bisher beruhen die Vorwürfe gegen Russland nur auf den Aussagen der Porton-Down-Forschungseinrichtung.

    Doch Porton Down ist keine zuverlässige Quelle. Dort finden bereits seit langem illegale oder heimliche Tests mit biologischen und chemischen Waffen an britischen Staatsbürgern statt. So wurde von dort aus 1942 die Gruinard Island mit Milzbranderregern verseucht, bis sie 1986 von der britischen Regierung dekontaminiert wurde. 1953 wurde der Soldat Ronald Maddison bei einem Test mit Sarin-Gas getötet. Von 1963 bis 1975 wurden in der Lyme Bay biologische Waffen versprüht. Im Jahr 2008 zahlte die britische Regierung drei Millionen Pfund an die Opfer dieser Tests, ohne aber die Verantwortung zu übernehmen.

    https://www.wsws.org/de/articles/2018/03/15/pers-m15.html

  43. 43 Krim 17. März 2018 um 10:01 Uhr

    Nochmal: Es bringt alles nichts den ganzen Giftspuren und Geheimdienstaktivitäten hinterher zu steigen. Dabei wird nie was rauskommen. Politisch interessant ist alleine, wofür der Vorfall genutzt wird.

    Klar kann man sozusagen einen Genuss beim detektivischen enträtseln solcher Fälle entwickeln, aber politisch ist das kaum relevant.

  44. 44 Mattis 17. März 2018 um 10:15 Uhr

    @Nestor:

    Mit „Einschätzung“ meinte ich dein Urteil über die momentane Lage zwischen Nato und Russland.

    Jedenfalls erscheint mir der Verweis auf wsws auch keine glaubhafte Quelle zu sein. Indizien, Parallelen, Mutmaßungen, das ist mir zuwenig für eine so dezidierte Aussage wie diese:

    „Bei diesen Fragen geht es um Krieg oder Frieden. Führende Nato-Vertreter versuchen offensichtlich, einen Vorwand für einen Krieg gegen Russland, eine der beiden größten Atommächte, zu konstruieren.“

    Das wird seit zwanzig Jahren behauptet. Alles unterhalb der Schwelle „Krieg gegen Russland“ scheint einigen Leuten nicht bedrohlich genug zu sein, um es ernsthaft zu analysieren und damit zu erkennen, um was es wem wirklich geht.

    Wollte die Nato jetzt wirklich den Krieg, bräuchten sie dazu keinen Giftgas-Anschlag auf einen Agenten.

  45. 45 Nestor 17. März 2018 um 11:09 Uhr

    @Mattis

    Na ja, die WSWS überschätzt vielleicht die Einigkeit dieses Bündnisses, das aus konkurrierenden Mächten besteht. Mehr kann man dem Artikel nicht vorwerfen.

    Die Schwierigkeit der Einschätzung oder vielleicht besser Analyse dessen, was jetzt der Wille einer Macht oder des NATO-Bündnisses ist, liegt außer deren Rivalität auch darin, daß die Ratio sich ziemlich aus der Politik verabschiedet hat und zwischen haltlosen Beschuldigungen und Säbelklirren offenbar vor allem auf die nächsten Wahlen oder Umfragen geschielt wird.

    Es ist etwas, was ich bereits angesichts der Euro-Krise festgestellt habe: die Staatsräson geht verloren, der Traum von der machtvollen EU ist auch vorbei, und zwischen Löcherstopfen und Schadensbegrenzung werden irgendwelche Großmachtphantasien gepflegt, deren Haltlosigkeit offensichtlich ist.

    Was ist von einer britischen Regierung zu halten, die einen unberechenbaren Polit-Clown wie Johnson zum Außenminister macht? Damit ist doch schon ausgedrückt, daß die Provokation in Serie gehen soll und an normalen diplomatischen Beziehungen sowieso kein Interesse mehr herrscht.

    Generell ist die EU inzwischen so aufgestellt, daß ihre Politiker seit der Ukraine-Krise für alles, was in der EU schief läuft, Rußland verantwortlich machen – weil damals der Expansionsdrang der EU gestoppt wurde und damit die Methode der EU, sich durch Erschließen neuer Hinterhöfe zu sanieren, an ihr Ende gekommen ist.

    Ob jetzt wirklich der Weltkrieg angesagt ist, läßt sich nicht feststellen.
    Aber wenn ich mir die Situation vor dem I. Weltkrieg anschaue, da waren doch auch lauter Staaten mit Großmachtambitionen unterwegs, die sich aneinander schadlos halten wollten.
    Einen Anlaß findet man dann schnell.

  46. 46 Nestor 17. März 2018 um 11:21 Uhr

    @Krim

    Es bringt alles nichts den ganzen Giftspuren und Geheimdienstaktivitäten hinterher zu steigen. Dabei wird nie was rauskommen.

    Es fragt sich hier, mit welchem Interesse man an einen solchen Vorfall herangeht. Mir ist es nicht ganz nachvollziehbar, warum dergleichen Fakten für dich – und vielleicht auch andere – so uninteressant sind. Es kommt dabei über die ganze Situation in Großbritannien einiges Wissenswerte heraus. Sowie über chemische Kampfstoffe, über die Kriegsdoktrinen der Staaten usw.

    Politisch interessant ist alleine, wofür der Vorfall genutzt wird.

    Für dich vielleicht.
    Mich interessiert genauso, welche Interessen dabei zugegen sind, und welcher Mittel sie sich bedienen.

    Interesse ist subjektiv. Es liegt nicht am Gegenstand, interessant zu sein, sondern es geht um das Subjekt, das diesen Gegenstand betrachtet.

    Es ist ein eigenartiges Bedürfnis, das ich immer wieder feststelle, sich mit bestimmten Themen gar nicht befassen zu wollen.
    Warum eigentlich?

  47. 47 Nestor 17. März 2018 um 11:35 Uhr

    Und noch einmal was von den WSWS, zu den Auswirkungen auf den Parteienkampf in GB:

    Britische Premierministerin stellt Russland Ultimatum

    https://www.wsws.org/de/articles/2018/03/14/russ-m14.html

  48. 48 stankovic 17. März 2018 um 14:23 Uhr

    nestor, eine Frage, alles von mir hast du bis dato in den letzten Jahren gelöscht, was deine Vorliebe zu verschwörungstheoretischem Material erwähnt hat. Warum?

    Und nenn mir mal den Grund dafür, meinen letzten Post jetzt hier zu löschen? Bin nur neugierig!

  49. 49 Nestor 17. März 2018 um 15:31 Uhr

    Weil ich es müde bin, daß alles, was dir oder deinereins nicht gefällt, als Verschwörungstheorie bezeichnet wird, obwohl weit und breit keine Verschwörung zu sehen ist.

    Es ist eine Unart der politischen Debatte der neueren Zeit, daß viele Leute alles, was ihnen nicht in den Kram paßt, als Verschwörungstheorie abtun. Es hat fast den Vorwurf des „Das ist ja faschistisch!“ abgelöst.

    Außerdem stört es mich, wenn alles, was sich gegen die antirussische Feindbildpflege richtet, als „Propaganda“ bezeicnet wird, von Leuten, die selber NATO-Propaganda betreiben.

  50. 50 stankovic 17. März 2018 um 16:01 Uhr

    Wenn ich mich recht erinnere, habe ich nicht nur „Verschwörungstheorie“ gerufen, sondern auch angerissen, warum zwangsläufig jede weitere Überlegung darin enden muss. Mit einer Kritik am verschwörungstheoretischem Denken ist nicht die Leugnung von Verschwörungen gemeint: jemandem eine Dosis Nervengift verpassen oder das Netzwerk der Bundesregierung anzugreifen sind Verschwörungen, einen Kennedy oder Olaf Palme umzulegen, sind Verschwörungen – vieles mehr sind Verschwörungen. Eben weil es Verschwörungen sind, entziehen sie sich einer Aufdeckung, die Verschwörungstheorien versprechen. Diese zeichnet aus, dass der eigenen Parteinahme wegen mit den zur Verfügung stehenden Informationen selektiv umgegangen wird: was passt, wird genommen, und was stört, wird abgestritten – Spekulation ersetzt gesicherte Fakten. Und bei der konkreten Ausgestaltung von solch Welterklärungen leisten Quellen, wie sie hier von dir und anderen benutzt werden, Hilfestellung: Sputnik-News und RT sind Propagandakanäle des russischen Staates, die sich dadurch auszeichen, sowohl linke als auch rechte Gemüter in Deutschland, sowohl den junge-welt-Leser als auch den AFD-Spinner, zu bedienen. Willst das abstreiten?

    Du hast mal vor so ca. 2 Jahren einen Post von mir gelöscht, wo ich dir nachgewiesen hab, dass deine von dir zitierte Person irgendwo anders die geheime Macht der Rothschilds am Werke sieht. Auch keine Verschwörungstheorie? Bloß Hysterie meinerseits?

  51. 51 Krim 17. März 2018 um 16:03 Uhr

    „Es kommt dabei über die ganze Situation in Großbritannien einiges Wissenswerte heraus.“ Das steht zur brisanten politischen Situation dann aber im Verhältnis wie Beifang.

    „Interesse ist subjektiv.“ Ok. Dann ist Interesse das falsche Wort. Es ist für die politische Situation unwichtig woher dieses Gift, dessen Namen ich mir jetzt merken soll, kommt und wer es woher hat und gegen wen eingesetzt hat und wer es in welchem Institut nachgewiesen hat oder nicht. Der ganze Schmuh drumrum sprich doch nur für eines: Nämlich das das für die Absichten der imperialistischen Mächte v ö l l i g unerheblich ist.

  52. 52 Krim 17. März 2018 um 16:10 Uhr

    „Sputnik-News und RT sind Propagandakanäle“ Was heißt das schon. Der Spiegel und eigentlich die gesamte westliche Presse sind auch Propagandakanäle. Worüber beklagt man sich dann? Dass die Propaganda von der anderen Seite kommt? Die Frage ist doch, ob es falsch ist was RT und Sputnik schreiben.

  53. 53 Nestor 17. März 2018 um 16:13 Uhr

    @stankovic

    Ich bringe alle möglichen Informationen – und nehme Stellung dazu.

    „Selektiv“ sind diejenigen, die sich eben durch Informationen und Stellungnahmen gestört fühlen, die nicht in ihren Kram passen.

    @Krim

    Es mag ja sein, daß dir sowas nicht wichtig ist. Nur: was geht das mich und andere an?

    Das Eigenartige bei euch beiden ist, daß ich mich bemühe, alles mögliche zusammenzutragen, was man zu dieser Angelegenheit – Giftanschlag, politische Hysterie, Feindbildpflege, Rüstung usw. – wissen kann, und ihr beide euch dadurch gestört fühlt!
    Man gewinnt dadurch den Eindruck, daß euch Infos stören. Ihr wollt gerne irgendeine Schlußfolgerung, die euch in den Kram paßt.
    Sich selber ein Bild von der Sache zu machen – das überfordert euch offenbar.

  54. 54 Krim 17. März 2018 um 16:29 Uhr

    „Es kommt dabei über die ganze Situation in Großbritannien einiges Wissenswerte heraus.“ Das steht zur brisanten politischen Situation dann aber im Verhältnis wie Beifang.

    „Interesse ist subjektiv.“ Ok. Dann ist Interesse das falsche Wort. Es ist für die politische Situation unwichtig woher dieses Gift, dessen Namen ich mir jetzt merken soll, kommt und wer es woher hat und gegen wen eingesetzt hat und wer es in welchem Institut nachgewiesen hat oder nicht. Der ganze Schmuh drumrum sprich doch nur für eines: Nämlich das das für die Absichten der imperialistischen Mächte v ö l l i g unerheblich ist.

    „Können wir vielleicht einfach dafür sorgen, dass die Verbreitung von Propaganda durch Russia Today in diesem Land gestoppt wird?“ Tja, Propaganda ist es eben, wenn die Nachrichten, egal ob wahr oder falsch, von der falschen Seite kommen.

  55. 55 Krim 17. März 2018 um 16:35 Uhr

    „Sich selber ein Bild von der Sache zu machen“ Nein. Ich finde deine „Sache“ (den ganze Spuren hinterhersteigen) ist eine Ablenkung und die Beschäftigung damit bringt nichts. Meine „Sache“ besteht in den imperialistischen Absichten der beteiligten Mächte.

  56. 56 Nestor 17. März 2018 um 17:32 Uhr

    Ja, es zwingt dich ja niemand, diesen Blog zu besuchen, wenn du dich woanders besser bedient fühlst!

  57. 57 stankovic 17. März 2018 um 21:47 Uhr

    „Selektiv“ sind diejenigen, die sich eben durch Informationen und Stellungnahmen gestört fühlen, die nicht in ihren Kram passen.

    Stimmt, bei Behauptungen über übermenschlich mächtige Banker mit jüdischen Namen bin ich sehr selektiv, genauso selektiv wie bei bei russischer Propaganda, die eine der wichtigsten Informationsquelle bei deutschen Nazis geworden ist, und fühle mich sehr gestört dadurch, weil es einfach in meinem Kram nicht passen will.

  58. 58 stankovic 17. März 2018 um 21:53 Uhr

    @krim
    RT ist ein Propagandakanal DES russischen Staates – der Spiegel wird nicht von der BRD bezahlt und beauftragt.

  59. 59 Krim 18. März 2018 um 0:14 Uhr

    @nestor: „Ja, es zwingt dich ja niemand, diesen Blog zu besuchen, wenn du dich woanders besser bedient fühlst!“ Ging das an mich?

    @stankovic: Der Spiegel macht Propaganda und wird noch nicht mal dafür bezahlt. Ist das jetzt besser oder schlimmer? Der Spiegel, das sind Überzeugungstäter. Und RT etwa nicht, weil sie dafür bezahlt werden. Meinst du man kann die Scheiße machen ohne Überzeugungstäter zu sein?

  60. 60 Jacko 18. März 2018 um 6:50 Uhr

    Dass die massgeblichen deutschen führenden Journalisten Überzeugungstäter sind, das möchte ich nicht bestreiten.
    Wofür sie eintreten, das scheint hierzulande deswegen kein Problem zu sein, weil sich ihre eigenen Ansicht anscheinend haargenau mit denen der NATO zu decken scheinen. Das wollen sie übrigens auch gar nicht bestritten sehen1

    Daran was Kritikables finden zu wollen, daran ist bereits „Die Anstalt“ vom zdf juristisch gescheitert, als sie, anlässlich dessen, dass man von bestimmten Journalisten immer nur die NATO-Phrasen vernommen hat, darauf hingewiesen hat, dass diese Journalisten in think-tanks der Regierung, Lobby-Organisationen im Umfeld von Regierung oder gleich in der NATO tätig sind.

    Großköpfe hierzulande kommen eben selbständig auf die NATO-Kriegsidee, Russland habe gegen Great Britain den ersten militärischen Giftgasangriff auf europäischem Boden seit dem 2. Weltkrieg verübt. In Polen kommen dergleichen selbständige Großjournalisten genau so selbständig auf die Idee, Russland habe gegen ein polnisches Regierungsflugzeug einen Angriff verübt, und es wahrscheinlich in die Luft gesprengt, um gegen Polens souveräne Macht militärisch vorzugehen.
    (Auch Heidegger kam auf die Idee im Nazi-Pöbel einen kulturellen Neuaufbruch sichten zu wollen, höchst superselbständig, war nämlich sogar ein Gegner der Nazis, weil er nämlich selbständig auf seine Rektoratsreden-Ideen gekommen ist.)

    Die TAZ hat damals über die feinsinnigen Begründungen, warum Regierungs-Lobbyisten superselbständige autonome Großgeister seien, berichtet.
    http://www.taz.de/!5036615/
    Auf YouTube konnte man sich in der Sendung „Die Anstalt“ anschauen, wie kritisch die führenden Köpfe der führenden Presseorgane hierzulande ihre Überzeugungstäterschaft betreiben.

  61. 61 Jacko 18. März 2018 um 7:00 Uhr

    Und dies war „Die Anstalt“ über den kritischen Geist
    der deutschen führenden Journalisten …

    https://www.youtube.com/watch?v=V3f4sRGB5Es

  62. 62 Nestor 18. März 2018 um 10:06 Uhr

    @stankovic

    Abgesehen davon, daß ich mich gar nicht erinnern kann, wann ich etwas von RT gebracht hätte – die Website gibts sowieso auf Deutsch, ich weise auf Artikel hin oder übersetze die, die nicht auf Deutsch erschienen sind – so bin ich höchst erfreut, wenn die Dinge, die ich hier veröffentliche oder poste, jemanden wie dich stören!

    @Krim

    Ja, das ging an dich.

    Ich stelle hier am Blog und auch bei Veranstaltungen, bei denen ich aufgetreten bin, eine neue Konsumenten-Mentalität fest: man besucht eine Website, einen Blog oder eine Diskussionsveranstaltung mit der gleichen Erwartungshaltung wie ein Restaurant und beschwert sich, daß seine Lieblingsspeise nicht auf der Speisekarte ist!

    Ich veröffentliche das, was ich für mitteilenswert halte und nicht das, was irgendwelchen Kriterien selbsternannter Wissenschafts- oder political correctness-Experten entspricht.

  63. 63 stankovic 18. März 2018 um 10:55 Uhr

    @krim
    Propaganda bleibt Propaganda – da hast Du recht! RT und anderes zeichnet sich aber aus durch den bewussten und gezielten Einsatz der Lüge (Beispiel: vermeintlich von einem Flüchtling vergewaltigtes russisches Mädchen). Jetzt tu mal nicht so, als ob du deine Informationen nicht genauso aus bürgerlichen Medien herhast und dabei erwartest, dass sie auch stimmen. Vielleicht ist an dieser Stelle der Übergang zu „Fake-News“ fällig.

  64. 64 Krim 18. März 2018 um 14:03 Uhr

    „(Beispiel: vermeintlich von einem Flüchtling vergewaltigtes russisches Mädchen“ Ich sehe du hast den von mir verlinkten Propagandafilm, der auf Arte lief dir angeschaut. Dem Beitrag ist seine Parteilichkeit übrigens ins Gesicht geschrieben. Dem würde ich so einfach nichts abnehmen.

    Und was ist besser/schlimmer „Lügenpresse“ oder „Fake-News“?
    Wahrscheinlich sind „Fake-News“ schlimmer, weil englisch mehr nach Expertise klingt. Lügenpresse ist ja sowieso nur ein Kampfbegriff der Linken.

    @nestor:

    „Ja, das ging an dich.“

    Im Ernst? Dann hast du wohl nicht verstanden, dass das als KRITIK an dir gemeint war und nicht bessere Bedienung durch deinen Block eingefordert wurde.

    „Ich veröffentliche das, was ich für mitteilenswert halte „

    Klar tust du das. Nur halte ich eben genau das was du für mitteilenswert hältst für einen Fehler, der zu nichts führt. Oder ist das Schicksal von MH 17 jetzt restlos aufgeklärt? Es bringt nichts den Hobbyermittler zu spielen und den Ermittlungen hinterher zu steigen. Du kriegst sowieso nur die Informationen, die im Internet irgendwer aus irgendeiner Ecke zum besten gibt.

    Ich dachte es sei klar geworden. Worüber wird sich denn da aufgeregt? Ein Doppelagent wird umgebracht. Vielleicht von einer der beteiligten Nationen. – Ja was ein Wunder, was ein Skandal! Das ist ungefähr so, wie wenn man sich beklagt, dass man im Boxring Schläge einstecken muss. Das Gegenteil würde mich wundern. Also wenn alle Doppelagenten eines natürlichen Todes sterben. Das ist erklärungsbedürftig, aber doch nicht, dass einer ermordet wird. Das sich die Geheimdienste gegenseitig an den Kragen gehen ist ihre Geschäftsgrundlage, um die selbstverständlich jede Regierung weiß, die so einen Dienst betreibt. Erklärungsbedürftig ist, dass die englische Regierung daraus einen Skandal macht.

  65. 65 Mattis 18. März 2018 um 14:59 Uhr

    „Ich stelle hier am Blog und auch bei Veranstaltungen, bei denen ich aufgetreten bin, eine neue Konsumenten-Mentalität fest: man besucht eine Website, einen Blog oder eine Diskussionsveranstaltung mit der gleichen Erwartungshaltung wie ein Restaurant und beschwert sich, daß seine Lieblingsspeise nicht auf der Speisekarte ist!

    Ich veröffentliche das, was ich für mitteilenswert halte und nicht das, was irgendwelchen Kriterien selbsternannter Wissenschafts- oder political correctness-Experten entspricht.“ (Nestor)

    Na das ist ja mal eine feine Ansage.
    Ich hatte dies für einen Blog gehalten, auf dem man Infos und Ansichten zur Diskussion stellt. Das ist schon irgendwie das Gegenteil von „Konsumenten-Mentalität“. Das schließt außerdem ein, dass man auch eine Kritik daran haben kann, welche Infos in welcher Hinsicht für relevant oder aussagekräftig gehalten werden.

    Das schien mal zu gelten und gilt jetzt also nicht mehr, ok, es passt offenbar nicht zu deiner „Erwartungshaltung“.

    Deine Entscheidung; so einen anspruchslosen Info-Sammeldienst jedenfalls brauche ich nicht.

  66. 66 stankovic 18. März 2018 um 19:57 Uhr

    @krim
    Nein, „Lügenpresse“ ist ein Kampfbegriff von Nazis! Nazis, die – seit sie die Lüge enttarnt haben – ihre Weltanschauung mit Material aus RT, Sputniknews und DWN füttern. Kriegst überhaupt noch was mit, was sich ausserhalb deines Kellers abspielt? Das wäre doch mal ein Thema: Was zeichnet die russische Propaganda aus, so dass Linke und Nazis geil auf das Zeug sind?

    Noch was: welches Propagandamaterial von arte hast wo verlinkt?

  67. 67 Volker 18. März 2018 um 20:00 Uhr

    @ Mattis
    Wenn du es noch liest: Absolut korrekt!
    So do I!
    Zu den rechthaberischen Beiträgen hier äußere ich mich schon lange nicht mehr. Es war vergebene Müh und Zeitverschwendung.

  68. 68 Krim 19. März 2018 um 0:43 Uhr

    stanko du schaffst es mal wieder alles ins Gegenteil zu verdrehen. Zu sagen, dass „Lügenpresse“ ein Kampfbegriff der Nazis sei, ist selbst wieder eine Verunglimpfung des Vorwurfs „Lügenpresse“, mit dem die Parteilichkeit der westlichen bürgerlichen Presse z.B. in der Ukrainekrise gemeint war.

    „Der Begriff wurde zum „Unwort des Jahres 2014“ von der „Sprachkritischen Aktion“ gewählt, weil er ein „… besonders perfide[s] Mittel derjenigen [sei], die ihn gezielt einsetzen“.[123] Dabei geht die Jury davon aus, dass einem Großteil derer, die ihn skandierten, nicht bewusst sein dürfte, dass dieser Begriff bereits im Ersten und Zweiten Weltkrieg als Kampfbegriff und zur Diffamierung diente.“

    Das ist die alte Masche die Deutung eines Begriffes umzudrehen, indem man ihn als Nazibegriff diffamiert. Lügenpresse ist nicht Unwort 2014 geworden, weil man die bürgerliche Presse kritisieren wollte, sondern umgekehrt weil man den Vorwurf Lügenpresse diskreditieren wollte.

    http://nestormachno.blogsport.de/2018/02/26/pressespiegel-el-pais-21-25-februar/#comment-33337

  69. 69 stankovic 19. März 2018 um 7:43 Uhr

    @krim
    Ich habe nicht mehr gesagt als was ist:

    1. „Lügenpresse“ ist ein Kampfbegriff heutiger Nazis und will die Parteilichkeit der bürgerlichen Mainstream-Medien FÜR die gloabalistische Elite und GEGEN das Volk anprangern. Der Begriff wurde nicht umgedreht, sondern war immer schon ein nationalsozialistischer Begriff. Frag Opa, wenn er noch leben sollte!

    2. Nazis und Linke lesen gerne das Russenzeugs, weil sie dort sich die Bestätigung ihres Weltbildes abholen können.

    Verdrehungen sehe ich darin keine.

    Hier einige Begriffe, die Du in deinem Wortschatz aufnehmen kannst: Systempresse, Meinungsdiktatur, Meinungskartell und Volksverarschung.

  70. 70 Nestor 19. März 2018 um 9:00 Uhr

    Ja, also ich habe kein Problem damit, wenn gewisse Diskutanten hier wegbleiben und vor allem ihre gegenseitigen Wadlbeißereien woanders austragen.

  71. 71 Nestor 19. März 2018 um 9:02 Uhr

    Übrigens, weil ich manchen von euch doppelte Posts feststelle: Auch bei mir ist die Kommentarfunktion etwas gestört, was so aussieht, daß die Kommentare ewig zum Hochladen brauchen.

    Das täuscht aber. Einfach nach einiger Zeit auf „refresh“ drücken und man sieht, der Kommentar ist oben.

  72. 72 libelle 19. März 2018 um 9:29 Uhr

    Ich stimme @stanko darin zu, dass der russische Propaganda-Apparat mal thematisiert werden sollte. Es gibt einfach zu viele Leute, die unreflektiert die Abweichung, die RT, Sputnik & co. darstellen affirmieren nur weil sie NATO-kritisch sind.

    Diese Konkurrenz hat durchaus einen Kollateralnutzen, wird aber nur zu oft platt affirmiert, indem man die RT Positionen und Fragestellungen übernimmt, wie man an der Diskussion hier sieht.

  73. 73 Nestor 19. März 2018 um 10:10 Uhr

    Das Lustige an der Sache mit der angeblichen „Propaganda“ von Russland ist, daß ich hier immer Sachen veröffentliche, die ich aus ausländischen Zeitungen zusammensuche und mir vorgeworfen wird, daß ich RT-Propaganda mache.

    Erstens ist gerade das Getue um die russische „Propaganda“ Thema meines vorvorigen Beitrags.
    http://nestormachno.blogsport.de/2018/02/26/pressespiegel-el-pais-21-25-februar/
    Zweitens befasse ich mich hier damit, gegen die imperialistischen Sichtweisen von EU und NATO vorzugehen.

    Für antirussische Hetze müßt ihr euch woanders hinbegeben.

  74. 74 Krim 19. März 2018 um 11:12 Uhr

    Wenn die westliche Presse nicht die Hälfte verschweigen würde, gäbe gar keinen Grund auf Sputnik und RT zurückzugreifen. Da erfährt man eben auch Dinge die für den Westen unbequem sind. Natürlich veröffentlichen die das aus ihrem Interesse heraus, aber solange es stimmt ist daran nichts auszusetzen.

    Deshalb sehe ich gar keinen Grund bloß wegen der Quelle die Information in Frage zu ziehen. Da muss dann schon mehr kommen.
    Natürlich sind beide Seiten parteilich. Ein bisschen merkwürdig finde ich es, wenn nicht nur Parteilichkeit, sondern Lügen der russischen Presse angelastet wird, während die westlichen Medien gar nicht zum Thema werden.

  75. 75 Nestor 19. März 2018 um 13:45 Uhr

    Danke für das Stichwort.
    Diesem Thema habe ich mich schon einmal gewidmet:
    Was für berichtenswert erachtet wird
    http://nestormachno.blogsport.de/2016/04/27/was-fuer-berichtenswert-erachtet-wird/

  76. 76 NN 19. März 2018 um 14:02 Uhr

    „Zum Erfolg verdammt“: Putin erklärt Pläne für neue Amtszeit

    Russland braucht einen Sprung nach vorn und es hat alles, um diesen Sprung zu schaffen. Russlands Präsident Wladimir Putin sagte dies in einer Ansprache vor seinem Wahlkampfteam. Über seine Pläne für die kommende Amtszeit, Russlands Verhältnis zu anderen Ländern und die Skripal-Affäre hat der russische Präsident auch gesprochen.

    Wahl in Russland – Chinas Staatschef Xi gratuliert Putin zum Sieg

    Die Opposition in Russland wittert Betrug, die Wahlkommission meldet gut 76 Prozent für Wladimir Putin: Nach der Präsidentschaftswahl gratuliert zuerst China, Putins Wahlkampfchef dankt Großbritannien.

    Wählermobilisierung durch Fall Skripal – Putin-Mitarbeiter dankt britischer Regierung

    In sarkastischem Ton hat ein Putin-Mitarbeiter der britischen Regierung für die hohe Wahlbeteiligung in Russland gedankt: Der Fall des vergifteten Ex-Agenten Skripal habe das Volk geeint.

    Russland nach Putin-Wiederwahl – Hauptsache Großmacht

    Wladimir Putin ist wiedergewählt worden – nicht trotz, sondern wegen seiner Außenpolitik. Dabei lauern dort zahlreiche Probleme und Konflikte. Wie soll es weitergehen?

    Putins Wahlsieg – Berlin zweifelt an „fairem Wettbewerb“ in Russland

    Nach der Präsidentschaftswahl in Russland hat sich Bundesaußenminister Heiko Maas skeptisch zum Erfolg von Präsident Wladimir Putin geäußert. Das Land bleibe ein schwieriger Partner.

    Kubicki: Bundesregierung soll auf Russland zugehen

    Bundestagsvizepräsident Kubicki hat eine Lockerung der Russland-Sanktionen gefordert. Der FDP-Politiker sagte im Dlf, die Bundesrepublik solle zeigen, dass sie bereit sei, auf Russland zuzugehen. Andernfalls befürchte er einen neuen Kalten Krieg.

    Russland-Wahl: Zahlreiche „Fake-Unregelmäßigkeiten“ gemeldet

    Nach der Präsidentenwahl in Russland hat sich übereinstimmenden Berichten zufolge ein Großteil der Meldungen über angebliche Unregelmäßigkeiten nicht bestätigt. Sowohl die Wahlleitung als auch unabhängige Beobachter stellen fest: Viele der Übertretungen wurden schlichtweg erfunden.

    Pressestimmen zu Putins Wahl – „Die Einigkeit ist authentisch“

    Wladimir Putin baut seine Macht in einer umstrittenen Wahl aus. Die internationale Presse erwartet nun einen noch autoritäreren Stil, erkennt aber an, dass das Volk mehrheitlich hinter ihm steht.

    Altkanzler – Ukrainischer Außenminister will Sanktionen gegen Gerhard Schröder prüfen

    Der „weltweit wichtigste Lobbyist für Putin“: So nennt der ukrainische Außenminister Klimkin den deutschen Altkanzler Schröder. Der soll nach Willen Klimkins deshalb auch auf die Sanktionsliste.

    Immer aggressiver (19.03.2018)

    BERLIN/LONDON/MOSKAU (Eigener Bericht) – Die NATO zieht neue Aufrüstungsschritte gegen Russland in Betracht. Das hat NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg am gestrigen Sonntag in einem Interview mitgeteilt. Stoltenberg rechnet damit, dass die Staats- und Regierungschefs der NATO-Mitgliedstaaten auf ihrem Gipfel im Juli „neue Entscheidungen treffen werden“, um die „Verteidigungsbereitschaft“ und die militärischen „Fähigkeiten“ der NATO-Staaten zu „verbessern“. Offizieller Auslöser ist der Doppelmordversuch im britischen Salisbury, der allerdings bis heute nicht aufgeklärt ist; die Polizei rechnet mit monatelangen Untersuchungen. Ein einstiger britischer Botschafter erklärt, Mitarbeiter des Außenministeriums in London verglichen den Druck, der in der Sache auf sie ausgeübt werde, mit dem Druck, dem sie ausgesetzt waren, als die Regierung im Jahr 2003 behauptete, der Irak besitze Massenvernichtungswaffen. Neue Schritte gegen Moskau leitet auch der BND ein, während eine Mehrheit der deutschen Bevölkerung sich für eine Annäherung an Russland ausspricht.

    „Hybrider Krieg“

    NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg stellt neue Aufrüstungsmaßnahmen des Kriegsbündnisses gegen Russland in Aussicht. Er denke, „dass Kanzlerin Merkel und ihre Kollegen beim Nato-Gipfel im Juli in Brüssel neue Entscheidungen treffen werden“, um die „Verteidigungsbereitschaft“ sowie die militärischen „Fähigkeiten“ der Mitgliedstaaten zu „verbessern“, äußerte Stoltenberg in einem gestern in einer deutschen Sonntagszeitung publizierten Interview.[1] Er begründete dies, indem er staatliche russische Stellen der Täterschaft des Doppelmordversuchs im britischen Salisbury beschuldigte. Der Anschlag auf den ehemaligen Doppelagenten Sergej Skripal und seine Tochter Julija sei ein typischer „Ausdruck eines bestimmten Musters, das wir seit einigen Jahren beobachten“, erklärte der NATO-Generalsekretär: „Russland wird immer unberechenbarer und aggressiver.“ Auf die Frage, ob das Giftattentat Teil einer „hybriden Kriegsführung“ sei, die sich „durch die Vermischung von militärischen und nicht-militärischen Maßnahmen“ auszeichne, antwortete Stoltenberg zustimmend: „Hybride Kriegsführung … zeigt auch, wie unscharf die Grenzen zwischen Frieden, Krise und Konflikt manchmal sind.“

    „Extrem komplex“

    Sowohl die NATO als auch die Regierungen Deutschlands, Frankreichs und der USA, die sich in der vergangenen Woche ausdrücklich der Behauptung der britischen Premierministerin angeschlossen haben, als Täter kämen lediglich staatliche russische Stellen in Frage, bleiben auch weiterhin jeden Beweis dafür schuldig. Die britische Polizei spricht von einer „extrem komplexen Untersuchung“, an der hunderte erfahrene Polizisten beteiligt seien; man werde wohl noch „Wochen, wenn nicht sogar Monate“ an dem Fall arbeiten. Unklar ist beispielsweise immer noch, wie das Gift verabreicht worden ist. Medienberichte spekulieren, Kleidung oder Kosmetika von Julija Skripal könnten vor ihrer Abreise nach Großbritannien mit dem Stoff präpariert worden sein. Andere behaupten, das Gift sei über einen Ventilator im Auto verbreitet worden. Craig Murray, ein ehemaliger britischer Botschafter in Usbekistan, der wegen seiner massiven Kritik an den dortigen Folterverhören von CIA und britischen Diensten nach den Anschlägen vom 11. September 2001 seinen Posten verlor, berichtet unter Berufung auf Mitarbeiter des britischen Außenministeriums, diese verglichen den Druck, dem sie und die britischen Chemiewaffenexperten in Porton Down im Fall des Giftattentats von Salisbury ausgesetzt seien, mit dem Druck, mit dem sie konfrontiert waren, als London und Washington im Jahr 2003 behaupteten, Bagdad verfüge über erhebliche Mengen an Massenvernichtungswaffen.[2] Dabei handelte es sich um eine Lüge, mit der der Krieg gegen den Irak gerechtfertigt wurde.

    Der BND gegen Moskau

    Parallel zur NATO verstärkt auch der Bundesnachrichtendienst (BND) seine Aktivitäten gegen Russland. Wie berichtet wird, hat der Dienst kürzlich begonnen, eine neue Einheit aufzubauen, die ausländische Geheimdienste ausspionieren und dazu mehr als 50 Mitarbeiter beschäftigen soll.[3] Ziel sei vor allem ein Vorgehen gegen russische Spionage, heißt es; daneben habe der BND aber auch chinesische, iranische und nordkoreanische Dienste im Visier. Die Gründung der neuen Gegenspionageeinheit habe gegen erhebliche Widerstände des Inlands- (Bundesamt für Verfassungsschutz) und des Militärgeheimdienstes (Militärischer Abschirmdienst) durchgesetzt werden müssen, die eigentlich für die Spionageabwehr zuständig sind. Der BND, wird berichtet, werde diesbezüglich nun eng mit dem Verfassungsschutz kooperieren. Außerdem hat der Bundesnachrichtendienst offenkundig seine Einflussarbeit bei den Medien intensiviert. Wie bereits im Dezember bekannt geworden ist, hat BND-Präsident Bruno Kahl mehreren Journalisten vorab Informationen mitgeteilt, die er im November 2017 in einer Rede öffentlich machte.[4] Dabei sei es um Sachverhalte gegangen, die ein schlechtes Licht auf Russland geworfen hätten. Dieses Vorgehen ist keineswegs untypisch: Damit gelingt es dem Dienst, aber auch diversen anderen Berliner Regierungsstellen immer wieder, ihre Positionen – ohne Angabe der Quelle und damit scheinbar frei von staatlichen Interessen – an die Öffentlichkeit zu lancieren. Das hilft, eine erwünschte Stimmungslage zu schaffen, und erhöht die Glaubwürdigkeit später folgender, gleichgerichteter Äußerungen staatlicher Behörden.

    Berlin gegen die Mehrheit

    Für die Medienaktivitäten des BND hat es möglicherweise eine auslösende Rolle gespielt, dass trotz massiv verbreiteter antirussischer Berichterstattung in den Medien offenbar keine Mehrheit in der Bevölkerung für eine weitere Verschärfung des westlichen Vorgehens gegen Moskau vorhanden ist. Dies geht aus einer aktuellen, repräsentativen Umfrage hervor, die vom 9. bis zum 16. März – also bereits nach Bekanntwerden des Doppelmordversuchs von Salisbury – unter mehr als 5.000 Personen durchgeführt wurde. Demnach sind gerade einmal 14 Prozent der Bevölkerung zufrieden mit dem aktuellen Kurs der Bundesregierung gegenüber Moskau; 26 Prozent sprechen sich für eine klarere „Distanzierung“ von Russland aus. 58 Prozent befürworten hingegen eine spürbare Annäherung zwischen den beiden Ländern. Parteipolitisch ist dabei die Zustimmung zu einer Annäherung bei Anhängern der AfD am höchsten (81 Prozent); es folgen Anhänger der Linkspartei (72 Prozent) sowie der FDP (62 Prozent). Auch im Milieu von Union (49 Prozent) und SPD (47 Prozent) sind Befürworter einer engeren Zusammenarbeit in der Mehrheit. Lediglich Anhänger von Bündnis 90/Die Grünen fordern mehrheitlich eine „Distanzierung“ von Russland – zu 44 Prozent.[5]

    Die Delegitimierungskampagne

    Dabei dauert die mediale Agitation gegen Russland an – aktuell nicht nur anlässlich des Salisbury-Mordversuchs, sondern auch mit Blick auf die gestrigen Wahlen. Daran, dass Wladimir Putin einen sehr hohen Wahlsieg einfahren werde, hat nie ein Zweifel bestanden; kürzlich konstatierte etwa die Fachzeitschrift Internationale Politik, „die Zustimmungsrate für Putin“ habe entsprechend einer Umfrage des renommierten Lewada-Zentrums im November 2013 mit 60,7 Prozent ihren Tiefstpunkt erreicht, sei im Frühjahr 2014 aber wieder stark gestiegen und „trotz der stagnierenden Wirtschaft und sinkender Einkommen nicht unter 80 Prozent gefallen“.[6] Dem entspricht das gestrige Wahlergebnis. Dazu erklären zwei langjährige führende Politiker von Bündnis 90/Die Grünen, Marieluise Beck und Ralf Fücks, Russland weise „ein autoritäres Herrschaftssystem“ auf, „das auf absolute Kontrolle zielt“; Präsidentschaftswahlen seien in dem Land also „nur eine Übung zur Bestätigung des obersten Machthabers“, ihr Resultat kein Ausweis demokratischer Legitimität des Wahlsiegers.[7] Parallel zur militärischen Aufrüstung schreitet die ohnehin schon seit Jahren verbreitete Delegitimierung des russischen Staatsspitze voran.

  77. 77 NN 19. März 2018 um 15:18 Uhr

    Lebhafte Beteiligung

    Mehr Menschen als 2012 nehmen an Präsidentschaftswahl in Russland teil. Ukraine verhindert Stimmabgabe in Botschaft und Konsulaten

    False Flag

    »Der Westen« gegen Russland

    Ran an die russische Grenze

    Neue Einflusssphären: NATO hat Bosnien-Herzegowina, Mazedonien und Georgien im Visier

  78. 78 Krim 19. März 2018 um 17:27 Uhr

    „Die britische Polizei spricht von einer „extrem komplexen Untersuchung“, an der hunderte erfahrene Polizisten beteiligt seien; man werde wohl noch „Wochen, wenn nicht sogar Monate“ an dem Fall arbeiten.“

    Ja klar, alles unwahrscheinlich komplex und genaues lässt sich ohnehin erst sagen, wenn sich keine Sau mehr dafür interessiert. Das reicht dann den Regierungen auch schon, um mit Sicherheit davon auszugehen, dass Russland der Schuldige ist. Wofür? – Interessiert das eigentlich irgend jemanden ernsthaft?

    „Präsidentschaftswahlen seien in dem Land also „nur eine Übung zur Bestätigung des obersten Machthabers““

    LOL – Während zuhause die Regierung jammert, dass sich die Massen nicht mehr so leicht gegen Russland aufhetzen lassen. (Berlin gegen die Mehrheit)

    „Putin wiederholt einen der Kardinalfehler, die zum Zusammenbruch der Sowjetunion geführt haben – hohe Militärausgaben auf Kosten des Lebensstandards und der Investitionen im produktiven Bereich.“

    Der Westen entdeckt sein Herz für die russischen Massen. – Sehr glaubwürdig. Dabei ging es den Russen unter Jelzin garantiert nicht besser. Im Westen wird ja auch auf Aufrüstung verzichtet damit Harz IV angehoben werden kann.

  79. 79 stankovic 19. März 2018 um 21:32 Uhr

    Wenn die westliche Presse nicht die Hälfte verschweigen würde, gäbe gar keinen Grund auf Sputnik und RT zurückzugreifen.

    Woher weißt Du, dass es die Hälfte ist, die verschwiegen wird? Kennst Du die Hälfte etwa und wenn ja, woher? Aus der RT, auf die Du deswegen zurückgreifst? Und wird dort wiederum die Hälfte verschwiegen, die in der westlichen Presse erwähnt wird? Warum das? Und überhaupt: Wieso dann Lügenpresse, wo doch eher Verschweigerpresse zuträfe? Klingt zugegebenermaßen holprig, trifft die Sache aber vielleicht eher und ist historisch nicht ganz so belastet.

    Während zuhause die Regierung jammert, dass sich die Massen nicht mehr so leicht gegen Russland aufhetzen lassen.

    Soviele Nazis gibt es in Deutschland nun auch nicht, dass gleich von Massen die Rede sein muss! Um deine Frage umzudrehen: Ist es besser die Massen gegen den Westen statt gegen Russland aufzuhetzen?

    Der Westen entdeckt sein Herz für die russischen Massen.

    Du entdeckst dein Herz für die deutsche Masse, die sich nicht mehr an der Nase herumführen lässt.

    @nestor

    „antirussische Hetze“

    Kenn ich. Gibt es. Mag ich nicht. Trotzdem eine Frage: Würdest Du jemals von antiwestlicher Hetze reden? Wenn nein und NUR wenn nein, was kann die von dir gegen Russland festgestellte Hetze, die ich ja nicht abstreiten will, bei dir anderes ausdrücken als Parteilichkeit für Russland?

    Einfache Frage: Bist Du in der Auseinandersetzung zwischen diesen beiden scheiß Blöcken für Russland?

  80. 80 Krim 20. März 2018 um 0:04 Uhr

    „Woher weißt Du, dass es die Hälfte ist, die verschwiegen wird?“
    Was glaubst du? Natürlich habe ich ein Studie in Auftrag gegeben die über 5 Jahre alle maßgeblichen Blätter in Deutschland auswertet.

    „Wieso dann Lügenpresse, wo doch eher Verschweigerpresse zuträfe?“ Eine Presse deren Begriff es ist Dinge bekannt zu machen, aber stattdessen das Gegenteil tut, die lügt, wenn sie verschweigt. Sie kennt die Wahrheit, will aber nicht, dass sie bekannt wird.

    „Um deine Frage umzudrehen: Ist es besser die Massen gegen den Westen statt gegen Russland aufzuhetzen?“ 1. Ich habe keine Frage gestellt. 2. Es ging um die Heuchelei der Presse, dass sie Putin bzw. Russland etwas vorwirft, das sie zuhause als ihr Recht einklagt. Die Massen zuhause manipulieren – aber immer doch. Wenn Putin dasselbe macht, dann vergeht er sich an der Demokratie und will mit Wahlen bloß den obersten Machthaber bestätigen.

    „Du entdeckst dein Herz für die deutsche Masse, die sich nicht mehr an der Nase herumführen lässt.“ Auch falsch. Ich entdecke eigentlich bloß die Heuchelei der Presse, die Partei für arme Russen ergreift, der aber arme HarzIVer am Arsch vorbeigehen. Als wäre die Journaille die Anwälte der Armen – lächerlich. Denen gefällt nur, dass sie Putins Aufrüstungsprogramm als Grund russischer Armut verkaufen kann, um damit einen Keil zwischen Volk und Führung zu treiben.

  81. 81 Paquito 20. März 2018 um 7:16 Uhr

    „Einfache Frage: Bist Du in der Auseinandersetzung zwischen diesen beiden scheiß Blöcken für Russland?“

    Immer wieder interessant zu sehen, wie die Verbürgerlichung hiesiger Linker diese sogar zu den Parolen ihrer Vätergeneration zurückführt.

    „Dann geh doch nach Russland“ (sorry: … nach drüben)
    - das war nämlich die Parole, die schon dunnemals einem entgegenschallte, sobald man nur mal das Maul gegen die BRD aufmachte.

    Das mit der kritischen Distanz ist wohl so gemeint, dass man auf jeden Fall erst einmal für das Hiesige sein muss.
    (So buchstabiert sich heutzutage lächerlicherweise das Wort ‚antideutsch‘ für solcherlei Pro-BRD-Parteilichkeit.)

  82. 82 stankovic 20. März 2018 um 7:47 Uhr

    „Denen gefällt nur, dass sie Putins Aufrüstungsprogramm als Grund russischer Armut verkaufen kann, um damit einen Keil zwischen Volk und Führung zu treiben“
    Und? Gelingt Ihnen das genauso gut wie den Russen und seinem starken Führer, die sich hiesigen Faschisten als Schutzmacht nicht nur des deutschen Volkes, sondern gleich aller Vaterländer anempfohlen haben. Du solltest die moralische Bewertung des Ganzen, die bei dir unausgesprochen im Hintergrund werkelt, mal ruhen lassen und nüchtern anerkennen, dass vom Standpunkt seines imperialistischen Interesses gesehen Russland geschickt und erfolgreich die inneren Widersprüche der deutsch-europäischen Einigung auszunutzen vermag. Da braucht man nicht die Gegenseite in einem entrüsteten Ton, wie er bei dir immerzu anklingt, anzugehen. Ich verrate dir was: Deutschland und Russland nehmen teil am selben dreckigen Spiel – wer bei der einen Seite Empörung walten lässt, um bei der anderen Seite wiederum Verständnis zu zeigen, der spricht von einem parteilichen Standpunkt aus. Aber so war sie schon immer, die Linke!

  83. 83 stankovic 20. März 2018 um 8:20 Uhr

    Packito, aus „Auseinandersetzung zwischen zwei scheiss Blöcken“ liest Du heraus: Pro-BRD?!

    Schöner kann man seinen pro-russischen Standpunkt nicht ausdrücken.

  84. 84 Paquito 20. März 2018 um 8:24 Uhr

    „Schöner kann man seinen pro-russischen Standpunkt nicht ausdrücken.“

    Und genau das hat dein Pappa dir damals auch schon gesagt …

  85. 85 Nestor 20. März 2018 um 10:27 Uhr

    @stankovic

    Also ich mache hier seit Jahren antiwestliche Hetze. Ich halte nämlich
    Staat
    Kapital
    Konkurrenz
    Eigentum
    Freiheit
    Gleichheit
    demokratische Herrschaftsbestellung
    Geld
    Warentausch
    westliche Werte
    usw.
    für sehr schädlich fürs Publikum.

    Ich glaube, die Frage, WOFÜR ich eintrete, ist damit beantwortet.

    Zu Rußland, damit auch das einmal geklärt ist, ein Rückverweis:
    IST RUSSLAND IMPERIALISTISCH?
    http://nestormachno.blogsport.de/2014/04/03/grossmachtpolitik-gegen-harmlosen-handel-und-wandel/

  86. 86 stankovic 20. März 2018 um 12:21 Uhr

    Hmmm, ich dachte immer, dein intelektueller Anspruche vertrage sich nicht damit, Hetze zu treiben. Aber was auch immer unter Hetze zu verstehen sein soll: wenn Du das Abzeichen „antiwestliche Hetze“ mit Stolz trägst, jedoch „antirussische Hetze“ nur im Sinne eines Vorwurfes ausprechen kannst, hat sich meine Frage, ob Du für den imperialistischen Staat Russland Partei ergriffen hast, eigentlich beantwortet?

    Wofür tritts Du denn ein, was dir die gleiche Hetze in Richtung Russland verbietet?

  87. 87 Nestor 20. März 2018 um 13:04 Uhr

    Für eine kommunistische Revolution.

  88. 88 Mattis 20. März 2018 um 13:37 Uhr

    Die Parteilichkeit besteht in dem ziemlich gravierenden Fehler, Russland durch eine rosarote Brille immer noch quasi als Erben der Oktoberrevolution anzusehen. Da haben wohl einige den Lauf der Geschichte noch nicht ganz verdaut.

    Fakt ist: in Russland wurde der Sozialismus verraten, das ist schon fast 100 Jahre her.

    Russland ist inzwischen sogar ein lupenrein kapitalistischer Staat, und das geht bekanntermaßen nicht ohne Imperialismus.

  89. 89 Krim 20. März 2018 um 15:05 Uhr

    „Und? Gelingt Ihnen das genauso gut wie den Russen und seinem starken Führer,“

    Gegenfrage: Ist eine Absicht dann nicht verkehrt, wenn sie nicht erfolgreich war. Darf man die Parteilichkeit der hiesigen Presse nicht kritisieren, bloß weil ihr Ansinnen scheitert? Ich denke deine gegenseitige Aufrechnung ist moralischer Natur, aber nicht meine Kritik an der westlichen Presse. Ja wenn Russland deiner behaupteten Ansicht nach die „die inneren Widersprüche der deutsch-europäischen Einigung auszunutzen vermag“, dann darf die westliche Presse auch das russische Volk gegen die Führung aufbringen. Das hat ja schließlich schon mal bei der DDR geklappt, als man den Leuten den goldenen Westen ausgemalt hat und was sie alles nicht haben, weil der Westen einen kalten Krieg gegen sie führt (pardon, weil die sowjetische Führung dem Westen militärisch die Stirn geboten hat).

    „Die Parteilichkeit besteht in dem ziemlich gravierenden Fehler, Russland durch eine rosarote Brille immer noch quasi als Erben der Oktoberrevolution anzusehen.“

    Ich denke nicht, dass das stimmt. Was wie Parteilichkeit aussieht ist Gegnerschaft, gegen die Machenschaften des Westens, der seit einem halben bis einem Jahrhundert versucht Russland zu zerlegen und kleinzumachen. Das ist die wahre Kontinuität, die seit der Auflösung der SU einen entscheidenden Weltgeschichtlichen Erfolg für sich verbuchen konnte aber seit dem immer weiter fortgeschritten ist. Putin hat das im Unterschied zu Jelzin klar erkannt und gemerkt, dass es nichts bringt dem Westen entgegenzukommen. Alles was Putin an „Imperialismus“ gemacht hat ist, den westlichen Zersetzungstendenzen gegenüber Russland entgegenzutreten. Das ist übrigens die Wahrheit und keine Parteilichkeit.

    Der Versuch des Westens die Ukraine ins eigene Lager zu ziehen (übringens ohne dass die EU dazu in der Lage wäre dem Land eine Perspektive zu bieten) hat das Land zerrissen. Die Aufnahme der Krim ins russische Staatsgebiet hat lediglich dafür gesorgt, dass Russland nicht auch noch seine Schwarzmeerflotte verliert. Durch den Verlust der Ukraine als Verbündeten hat sich der Westen unmittelbar an den Grenzen Russlands in Stellung gebraucht und das nicht nur dort, sondern an der gesamten Westgrenze stehen Russland Freunde des Westens gegenüber. In Syrien gibt Russland einem befreundeten Staat Schützenhilfe, der ebenfalls auf der Abschussliste des Westens steht. Aus der Sicht des Westens soll die Landkarte eben gesäubert werden von ehemaligen Einflusszonen Russlands. Der Anspruch des Westens auf Weltherrschaft ist totalitär. Das ist der einzige Grund, warum in Syrien ein Krieg tobt. Das ist die Situation auf der Welt und ihr kommt mit Parteilichkeit gegenüber Russland. Wer Kritik am Westen für Parteilichkeit gegenüber Russland nimmt, der ist in Wahrheit selbst parteilich für den Westen.

  90. 90 libelle 20. März 2018 um 16:08 Uhr

    Die Parteilichkeit besteht in dem ziemlich gravierenden Fehler, Russland durch eine rosarote Brille immer noch quasi als Erben der Oktoberrevolution anzusehen.

    Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es das ist. Es ist bei Vielen, die ich lese, mit denen ich rede eher eine Art Denkzettelmentalität. Sie führen sich auf wie Protestwähler, die sich daran freuen, dass der bisher konkurrenzlos waltende Westen hier und da durch eine aufstrebende Macht in die Schranken gewiesen wird.

    Ja, die Mannschaft in Moskau macht das sehr erfolgreich und professionell. Das ist, wenn man die Grundlage mal unkritisch stehen lässt auch bewundernswert. Nur ist es das dann eben auch nur auf der Grundlage, dass da eine Nation sich zwecks imperialistischer Durchsetzung aufstellt, weil sie vor der Alternative Verfall oder dem Westen die eigenen Interessen abzutrotzen steht. Und dabei kommt sie über kurz oder lang auf genau die gleichen Lösungen und Strategien wie ihre Gegner.

    Und RT & Co. sind nichts weiter als die Botschafter dieses nationalen Aufbruchs auf Russisch, die ihm in der Welt eine wohlmeinende Öffentlichkeit verschaffen wollen. Und genau so sehen das auch Journalisten wie Simonjan. Sie nehmen positiv Anteil am russischen Aufbruch und werben mit der Wahrheit dafür. Wofür sich naturgemäß nicht alle Wahrheiten eignen.

  91. 91 stankovic 20. März 2018 um 17:46 Uhr

    @nestor
    Allen Ernstes? Der Wunsch nach einer kommunistischen Revolution verbietet dir in gleichem Maße zu hetzen gegen östliche Imperialisten wie gegen westliche?

    1.Was soll das für eine Revolution sein, die im russischen Imperialismus keinen unveröhnlichen Gegensatz zu dem sieht, was mit ihr erstritten werden soll?

    2. Erzähl das mal dem Putin! Der wird nach seinem Wahlerfolg ohnehin gute Laune haben, aber mit dem Witz, das ein Sieg über seine Feinde auch nur in irgendeiner Hinsicht einer kommunistischen Revolution förderlich sein könnte, dürfte dir sein Lachen garantiert sein.

    3. Es wundert mich nun gar nicht mehr, dass RT Kommunisten als genauso gute Zielgruppe ansieht wie Faschisten.

    @krim
    „Darf man die Parteilichkeit der hiesigen Presse nicht kritisieren, bloß weil ihr Ansinnen scheitert?“

    Man darf nicht nur, man muss sogar! Ich weiß nicht, wie du darauf kommst, ich würde so eine Kritik nicht hören wollen. Ich mache mich hier bloß deswegen nicht stark für so eine Kritik an der westlichen Presse, weil HIER eh keiner deren Notwendigkeit in Abrede stellt. Nur das der gleiche Scheiß, dessen Gestank bloß aus einer anderen Himmelsrichtung weht, unter vermeintlichen Gegnern des Imperialismus eher auf Verständnis und Wohlwollen stößt, lässt den faden Beigeschmack zurück, dass man den armen Russen ihren Imperialismus durchgehen lassen will. Es ist so, als ob unterschieden würde zwischen einem gewollten und einem aufgezwungenen Imperialismus. Und da ist libelle recht zu geben: Russland hat sich gemausert und ist sowohl willens als auch fävig, das Spiel auf Augenhöhe zu bestreiten! Wenn irgendwann den Amis es dann doch gelingen sollte, Russlands Imperialismus auf den Status einer Regionalmacht zusammezustutzen, so werde ich mich weder für die USA freuen noch den Russen eine Träne hinterherweinen. Umgekehrt genauso!

    Einige hier sind das Spiegelbild zu den Antideutschen, die sich auch dazu entschieden haben, in den inner-imperialistischen Konflikten sich auf eine Seite zu schlagen – halt nur auf eine andere! Euch wie denen sei gesagt: Auf Euch kommt’s dabei gar nicht an!

  92. 92 Mattis 20. März 2018 um 18:08 Uhr

    Es ist bei Vielen, die ich lese, mit denen ich rede eher eine Art Denkzettelmentalität. Sie führen sich auf wie Protestwähler, die sich daran freuen, dass der bisher konkurrenzlos waltende Westen hier und da durch eine aufstrebende Macht in die Schranken gewiesen wird. (libelle)

    Denkzettel, Häme, auch das, ja, das ist vermutlich die weiter verbreitete Variante. Dass durch den Niedergang des Erzfeindes nicht einfach freie Bahn geschaffen wurde, sondern dass da ein ziemlich gut bewaffneter Konkurrent seinen eigenen Imperialismus durchzusetzen sucht.

    „Nur ist es das dann eben auch nur auf der Grundlage, dass da eine Nation sich zwecks imperialistischer Durchsetzung aufstellt, weil sie vor der Alternative Verfall oder dem Westen die eigenen Interessen abzutrotzen steht. Und dabei kommt sie über kurz oder lang auf genau die gleichen Lösungen und Strategien wie ihre Gegner.“

    Und weil das, was dem westlichen Machtwillen dadurch an lästigen Beschwernissen in den Weg gelegt wird, eine konkurrierende Macht gleicher Bauart ist, genau deshalb ist solche Häme ja auch nicht im Geringsten angebracht, denn der russische Nationalismus von Volk und Führung ist nicht weniger heftig als der westliche und natürlich ist das ein kriegsträchtiges Szenario.

  93. 93 Mattis 20. März 2018 um 18:24 Uhr

    „Es ist so, als ob unterschieden würde zwischen einem gewollten und einem aufgezwungenen Imperialismus.“ (stankovic)

    Wobei das „aufgezwungen“ eben bereits eine Ideologie ist.
    Dem Trump wird ja auch der Machtkampf mit China aufgezwungen, wie manche meinen dazu gibts dann viel Häme von links, viel Verständnis von rechts). Klar, und jeder Unternehmer versucht ja auch nur, sich in der Konkurrenz zu behaupten …

    Die Macher der Macht reagieren allesamt nur – seltsamerweise auf den Gegensatz, den sie selbst konstituieren.

  94. 94 stankovic 20. März 2018 um 22:35 Uhr

    Das angeblich Aufgezwungene ist ja schon die ganze Rechtfertigung.

    „Denkzettel, Häme, auch das, ja, das ist vermutlich die weiter verbreitete Variante.“
    Ja sicher ist das so. Die Häme verspüre ich doch auch gelegentlich – nur sie verfliegt auch ganz schnell, wenn ich mir vor Augen führe, mit wem man es bei Putins Reich zu tun hat und welche Freunde sich Russland auf der Welt bereits gemacht hat.

  95. 95 Krim 20. März 2018 um 23:35 Uhr

    „dass man den armen Russen ihren Imperialismus durchgehen lassen will.“

    Es ist nur so, dass ich diesen bisher eigentlich kaum entdecken kann. Der Sache nach sind das bis jetzt alles Abwehrkämpfe die Russland führt. Es mag ja sein, dass wie Libelle sagt, Russland „über kurz oder lang auf genau die gleichen Lösungen und Strategien wie ihre Gegner.“ kommt. Ich stimme ihm da auch zu, und zwar aus dem einfachen Grund, weil Russland und China kapitalistische Nationen sind und wenn sie das sind, dann treffen eben auch alle Bestimmungen, die Kommunisten am Westen erkannt und kritisiert haben auf diese zu. Natürlich ist Russland, China, weil es kapitalistische Nationen sind nichts wünschenswertes und von deren Proletariat abzuschaffen.

    Die Frage ist doch: Was wäre denn, wenn sich der Westen gegen Russland durchsetzt. Wenn die Nation in die Knie gezwungen wird? Was würde denn passieren, wenn sich Russland nicht gegen den Westen behaupten wollen würde.
    Wäre das besser oder schlechter? Ich behaupte es wäre schlechter. Wäre Russland schwächer würde sich die USA irgendwann zu einem atomaren Erstschlag hinreißen lassen, denn es gäbe nichts mehr was sie befürchten müssten. Ein Weltkapitalismus mit unangefochtener US-Führung, das wäre garantiert ein Übel. Der Imperialismus hat es eben so an sich, dass mit den Erfolgen der Appetit wächst. Die Durchsetzung einer Seite bessert nichts, sondern macht die Welt noch ungemütlicher. Daher der falsche Eindruck der Parteilichkeit für Russland. Ablehnung und Kritik am Imperialismus des Westens ist keine Parteinahme für Russland.

  96. 96 NN 21. März 2018 um 0:08 Uhr

    Mit gleicher Münze

    Vorabdruck. In Reaktion auf die feindseligen Bestrebungen des Westens hat Russland zum Gegenschlag ausgeholt. Moskau bedient sich dabei ähnlicher Mittel wie seine Konkurrenten

    In diesen Tagen erscheint im Kölner Papy-Rossa-Verlag von Jörg Kronauer das Buch: »Meinst du, die Russen wollen Krieg?« Wir veröffentlichen daraus vorab und gekürzt das letzte Kapitel, in dem sich der Autor mit den Änderungen der russischen Außenpolitik seit den vom Westen unterstützten Maidan-Protesten in der Ukraine und dem darauf folgenden Sturz der Kiewer Regierung von Wiktor Janukowitsch im Frühjahr 2014 beschäftigt. (jW)

    Weltpolitische Wende

    Im Nahen Osten zeigt sich, dass die multipolare Weltordnung längst Wirklichkeit ist. Russland und Iran sind zu wichtigen Mächten aufgestiegen, an denen der Westen nicht mehr vorbeikommt

    Die Verhandlungen gehen weiter: Noch in diesem Monat sollen die Gespräche zur Beendigung des Syrien-Kriegs in der kasachischen Hauptstadt Astana fortgesetzt werden. Acht Runden fanden bereits im vergangenen Jahr statt. Ende Januar folgte die »Konferenz für den nationalen syrischen Dialog« im russischen Sotschi, zu der rund 1.300 Vertreter von Regierung und Opposition aus Syrien angereist waren. Nun sollen die Ergebnisse gebündelt werden. Verspricht das Vorhaben Erfolg? Das wird man sehen. Der Syrien-Krieg ist einer der komplexesten und einer der am erbittertsten ausgetragenen Konflikte der Gegenwart. Was den Verhandlungen in Astana jedoch seit ihrer ersten Runde im Januar 2017 eine wohl historische Bedeutung verleiht, das sind ihre Träger: Garantiemächte sind Russland, Iran und die Türkei. Erstmals seit langer Zeit sind also bei den zentralen Versuchen, einen weltpolitischen Konflikt beizulegen, die westlichen Mächte nicht führend involviert. Das ist ein Bruch mit der alten unipolaren Weltordnung, der außergewöhnlich tief reicht. Ursachen für diese Entwicklung sind Russlands Wiederaufstieg in Nahost sowie das Erstarken Irans. Beides ist eine Folge vom Westen geführter oder befeuerter, letztlich aber verlorener Kriege.

  97. 97 libelle 21. März 2018 um 9:14 Uhr

    Die Frage ist doch: Was wäre denn, wenn sich der Westen gegen Russland durchsetzt. Wenn die Nation in die Knie gezwungen wird? Was würde denn passieren, wenn sich Russland nicht gegen den Westen behaupten wollen würde.
    Wäre das besser oder schlechter?

    Dir fällt aber schon noch auf, dass sich diese Frage vor der Feststellung, dass man dieser Konkurrenz ausgeliefert ist stellt und so tut als könne man durch richtige Antworten in Zusammenhängen, die man nach Voraussetzung nicht kontrolliert zum eigenen Vorteil navigieren.

    Dann mal die fällige Entgegnung: Du kannst unter diesen Umständen überhaupt nichts tun, das dir mit Sicherheit hilft. Auch Flucht hilft nicht zwingend, hat aber wenigstens durch die Ortsveränderung die Potenz dein Leben günstiger zu beeinflussen. Mitfiebern mit russischem Imperialismus und Auspinseln günstiger Szenarios ist dagegen eine völlig unpraktische Angelegenheit ohne jegliche Auswirkung auf dein Schicksal aber mit schädlichen Nebenwirkungen für deinen Verstand.

  98. 98 Krim 21. März 2018 um 10:35 Uhr

    „dass man dieser Konkurrenz ausgeliefert ist stellt“ Ja das ist mir aufgefallen. Es geht ja um eine begründete Stellung zum Weltenlauf und eine solche kann man auch haben, wenn man nicht direkt in die Konkurrenz der Staaten eingreifen kann. Ablehnen kann man den Imperialismus auch so.

    Abschaffen kann man nur den Imperialismus des eigenen Staates und das auch bloß als breite kommunistische Bewegung, die es im Moment nicht gibt. Aber hier sind wir wahrscheinlich anderer Ansicht.

    „Mitfiebern mit russischem Imperialismus und Auspinseln günstiger Szenarios ist dagegen eine völlig unpraktische Angelegenheit ohne jegliche Auswirkung auf dein Schicksal aber mit schädlichen Nebenwirkungen für deinen Verstand.“ Siehst du so wird eine am Anfang richtige Bemerkung von dir wieder ins ideologische gedreht. Sich ein Urteil zu bilden, nimmst du als parteiliches „mitfiebern“. Den russischen und den westlichen Imperialismus zu beurteilen und ihrem Inhalt nach zur Kenntnis zu nehmen ist kein Mitfiebern.

  99. 99 libelle 21. März 2018 um 11:23 Uhr

    Dein „Urteil“ ist reine Halluzination und hat wenn geglaubt eben die Konsequenz, dass man positiv am russischen Erfolg Anteil nimmt – er soll ja vermeintlich günstiger für dein Leben sein als der Erfolg des Westens.

  100. 100 Krim 21. März 2018 um 11:39 Uhr

    Ja,ja alle halluzinieren außer Libelle.

  101. 101 Mattis 21. März 2018 um 13:55 Uhr

    Ich meine auch, man sollte nicht den Fehler machen, zu meinen, man könnte a) Verlauf und Ausgang der imperialistischen Konkurrenz irgendwie vorausahnen, schon gar nicht b) die praktischen Folgen für das eigene Leben.

    Zu a) kann man sich entscheiden, ob man das eigene Theorie-Wissen ernstnehmen will: und demnach gibt es keinen besseren oder schlechteren Imperialismus; wer das glaubt, hat das Prinzip darin nicht verstanden.

    Der momentan schwächere Staat mag defensiver erscheinen, mag mehr unter Zugzwang erscheinen, aber was bedeutet das schon für die Zukunft! Dass ohne die Vormacht der USA Russland die Ukraine in Ruhe lassen würde, dafür würde ich auch nicht wetten. Es gibt noch so viele Russen zu befreien! Und China macht diverse Gebietsansprüche geltend – was würde ohne die USA passieren? Alles wäre anders, aber nichts wäre besser. Andere Koalitionen, andere Sieger, andere Verlierer, andere Kriege.

    Und zu b) kann ich nur sagen, wie soll man denn abwägen können, ob man es unter russischer oder chinesischer Weltherrschaft besser hätte als jetzt? Da geht Spekulieren tatsächlich in Halluzinieren über.

  102. 102 Krim 21. März 2018 um 16:29 Uhr

    Hier hat ja niemand Lebensberatung gegeben oder doch?
    Allerdings verstehe ich auch nicht, warum man, weil Imperialismus per se ein Scheiß ist, Roß und Reiter nicht benennen soll. Der Reiter ist doch eindeutig der Westen, der die Welt in Chaos und Krieg stürzt. Dass der Westen die Staaten im Nahen Osten oder in Europa und auch sonst gegeneinander aufhetzt und diesen Streit für sich auszunutzen versucht, ist doch bekannt. Die Russen gehen da ganz anders vor.

    Ich kann auch ehrlich gesagt dieses kleinreden der westlichen Feindschaft nicht so recht verstehen, in einer Zeit indem der Westen Russland seine Feindschaft anträgt und nicht umgekehrt.
    Ja, ja auch Russland ist eine Nation. Aber ist das die Auskunft, angesichts der Ultimaten und Sanktionen, die der Westen vom Zaun bricht? Findet ihr das nicht ein bisschen merkwürdig angesichts dieser Erpressungen, die Russland zum Störenfried zu machen versucht, den russischen Imperialismus zum Thema zu machen, der worin bestehen soll? Dass er meines Erachtens die alten Ideale der Sowjetunion weiterhin hochhält, wie z.B. friedliche Koexistenz oder dass er sich dem westlichen Anspruch auf Weltherrschaft verweigert.

    „Dass ohne die Vormacht der USA Russland die Ukraine in Ruhe lassen würde,“ Du meinst nachdem sie erstmal zugelassen haben, dass die Sowjetunion sich auflöst und die Ukraine zum selbstständigen Staat wird? Vielleicht sollte man mal Spanien darauf hinweisen, dass sie sich an Russland ein Beispiel nehmen soll. Wer lässt denn wen in Ruhe? Lässt Deutschland Frankreich in Ruhe oder Frankreich Deutschland. Ich frage mich auch, wo Russland die Ukraine nicht in Ruhe gelassen hat. Wer hat denn versucht den Staat ins westliche Lager zu ziehen? Wer hat also die Ukraine nicht in Ruhe gelassen.

  103. 103 stankovic 21. März 2018 um 16:41 Uhr

    @mattis
    Eine Spekualation darüber, wie es uns Statisten unter einer russischen oder chinesischen Weltherrschaft persönlich erginge, muss ja nicht zwangsläufig in die Richtung gehen, es würde einiges besser werden. Ich halluziniere mal und stelle mir ein Europa der Vaterländer vor, mit knackigen Führernaturen, die in ihrer Freizeit mit Bären kämpfen, Eisbäder nehmen oder Eishockey spielen. Obendrauf eine entfesselte christliche Moral, die bei jedem devianten Fick staatliche Verfolgung in Gang setzt, und dazu eine Erziehung, die selbst die Kleinsten in der Vorbereitung auf ihr späteres Leben einem brutalen militärischen Drill aussetzt, ausserdem negerfreie Nachbarschaften und ein DFB-Team ohne pseudo-deutsche Kanaken. Alle bürgerlichen Illusionen, an die wir dekadenten Westler uns noch irgendwie klammern, um die Hoffnung auf ein besseres Leben trotz täglicher Belehrung eines Besseren aufrechtzuerhalten, würden endlich aufgegeben werden können, nicht etwa weil in ihnen die Affirmation derjenigen Zustände, unter denen gelitten wird, erkannt würde, sondern weil Illusionen die Weicheier und realitätsfremden Träumer unter uns enttarnen. So könnte also die Vorstufe zur kommunistischen Revolution aussehen, wegen der sich nestor Hetze gegen Russland verbietet. Ein Umweg zwar, aber warum nicht? Wer hat denn überhaupt gesagt, dass sich Kommunismus nicht mit einer stattlichen nuklearen Bewaffnung vertrage? Marx auf jeden Fall nicht!

  104. 104 Mattis 21. März 2018 um 18:13 Uhr

    „Ja, ja auch Russland ist eine Nation. Aber ist das die Auskunft, angesichts der Ultimaten und Sanktionen, die der Westen vom Zaun bricht?“ (Krim)

    Also ich unterscheide da schon, ob ich eine Debatte mit einem hiesigen Bürger führe oder hier im Blog ein Einschätzung des russischen Staates gegeben wird.

    So wie du argumentierst, erinnert es mich an Vorhaltungen, die die DKP immer losgelassen hat, wenn man die SU-Ökonomie kritisiert hat. Dann kamen sie mit der Ausbeutung im Kapitalismus und man hatte das Maul zu halten.

    „den russischen Imperialismus zum Thema zu machen, der worin bestehen soll? Dass er meines Erachtens die alten Ideale der Sowjetunion weiterhin hochhält, wie z.B. friedliche Koexistenz oder dass er sich dem westlichen Anspruch auf Weltherrschaft verweigert.“

    Das eben meinte ich, als ich davon schrieb, dass mancher immer noch Russland durch die realsozialistische Brille beurteilt. Übrigens hat niemand die Ukraine Russland weggenommen.

    Es sei denn man teilt den ost-imperialistischen Anspruch, die alten SU-Ländereien müssten eigentlich immer noch zum neuen kapitalistischen Russland gehören. Wieso – damit die Menschen dort besser versorgt werden oder was? Die Kritik am ukrainischen US-Maidan sollte wirklich nicht eine pro-russsiche Schlagseite bekommen, mit welchem Argument denn?

    Und muss sich z.B. Russland in Syrien verteidigen? Oder werden dort nur Hilfslieferungen abgeworfen?

    „Ideale der Koexistenz hochhalten“, – als wären solche Selbstdarstellungen eines Staates die Wahrheit.

    Aber vielleicht wirst du ja irgendwann eine Eindämmung des Westens durch China kritisieren und dann Verständnis für westliche Abwehrmaßnahmen zeigen?

  105. 105 simply red 21. März 2018 um 19:09 Uhr

    @ Matthis

    Krim den russischen Imperialismus zum Thema zu machen, der worin bestehen soll? Dass er meines Erachtens die alten Ideale der Sowjetunion weiterhin hochhält, wie z.B. friedliche Koexistenz oder dass er sich dem westlichen Anspruch auf Weltherrschaft verweigert.Matthis Das eben meinte ich, als ich davon schrieb, dass mancher immer noch Russland durch die realsozialistische Brille beurteilt.

    Es sei denn man teilt den ost-imperialistischen Anspruch, die alten SU-Ländereien müssten eigentlich immer noch zum neuen kapitalistischen Russland gehören.

    Matthis, du musst dir schon genau anschauen welche Staatsräson Russland verteidigt, und mit welchen Interessen diese Staatsräson verbunden ist. Die Staatsgrenzen Rußlands reichen von der westlichen Grenze zu Lettland, Estland, Litauen bis zum Ussuri an der südöstlichen Grenze zu China. Südlich grenzt sich dieser Staat von Georgien, Turkmenistan, Kasachstan bis nach China ab. Es ist keineswegs selbstverständlich, dass Russland ein Bündnis mit China eingegangen ist, allein schon wenn ich mir die menschenleere Steppe und Taiga in Sibirien anschaue, die schon seit Jahrzehnten von Menschen und Waren aus China in Anspruch genommen wird. Es ist ein Riesenstaat, der wirtschaftliche, politische usw. Interessen auf dem halben Globus und an seinen Landesgrenzen entlang, auch in Zusammenarbeit mit anderen Staaten mitgestaltet, und für sich beansprucht. Entsprechend groß ist die wirtschaftliche Differenzierung zwischen den Regionen, die der russische Staat unter einen Hut bringen muss.

    In Anbetracht der Pluralität des gesellschaftlichen und politischen Umfeldes, innerhalb dessen sich Russland sich bewegt, ist es deswegen überhaupt nicht verwunderlich, wenn Russland auf Zusammenarbeit und Achtung gegenüber allgemein anerkannten Regeln im internationalen Staatenverkehr pocht (z.B. UNO-Charta). Es beansprucht seine wirtschaftliche, politische usw. Interessen deswegen auch ein Stück weit realistischer. Anders die USA bzw. der Westen der unmissverständlicher, aber dafür diese Skrupellosigkeit von Interessenswahrnehmung mit den sogenannten westlichen Werten umringt und verkleidet. Ich möchte ausdrücklich hier auch eine nur auf dem ersten Blick verblüffende Interessenskonvergenz zwischen Russland und der ehemaligen Sowjetunion herausstreichen.

    Und muss sich z.B. Russland in Syrien verteidigen

    Da muss man sich schon genau anschauen welchen imperialistischen Anspruch Europa, die USA aber auch Russland im Nahem Osten, und auch in Zentralasien für sich in Anspruch nehmen. So totalitär wie der Westen seine geostrategischen usw. Interessen für sich beansprucht (Herrschaft im Kaukasus, im Nahen und Mittleren Osten), ist eine Präsenz Russlands in Syrien schon von existentieller Bedeutung.

  106. 106 Krim 21. März 2018 um 19:14 Uhr

    „wenn man die SU-Ökonomie kritisiert hat“ Ja dann kritisiere sie aber auch mal endlich, statt zu sagen müsste sie kritisieren, weil es sich um eine kapitalistische Nation handelt. Im Moment habe ich jedenfalls eher das Bedürfnis den Westen zu kritisieren. Und wenn ich das tue, habe ich auch keine Lust mir ständig Russenfreundschaft nachsagen zu lassen, weil ich nicht paritätisch Kritik übe. Außerdem leide ich nicht unter Russland, sondern unter der BRD und der EU. Deshalb habe ich auch gar nicht das Problem beim Kritisieren gerecht zu sein und beide Seiten gleich abzustrafen. Wozu auch? Als wäre ich der Weltenrichter oder das Gewissen der Geschichte.

    „Das eben meinte ich, als ich davon schrieb, dass mancher immer noch Russland durch die realsozialistische Brille beurteilt.“ Was meintest du? Stimmt es oder stimmt es nicht, dass Russland das ideal der friedlichen Koexistenz oder des friedlichen Ausgleichs hochhält. Das ist doch keine realsozialistische Brille, sondern deren außenpolitisches Leitbild!

    „Übrigens hat niemand die Ukraine Russland weggenommen.“ Und wer hat das behauptet.

    „Wieso – damit die Menschen dort besser versorgt werden oder was?“ Na, unter den neuen Verhältnissen geht es ihnen auf jeden Fall ziemlich dreckig. Alles wieder vergessen oder was? Hat die Ukraine Lohn und Rentenzahlungen gestrichen. Wer hat Zügeweise Nahrungsmittel an die neuen Republiken geliefert war das Russland oder wer war das? Die Ukraine wars jedenfalls nicht!

    „Die Kritik am ukrainischen US-Maidan sollte wirklich nicht eine pro-russsiche Schlagseite bekommen, mit welchem Argument denn?“ So ein Lettengeschwätz. Die Reproduktion der Ukraine ist eben auf spezielle Verbindungen mit Russland angewiesen und diese Verflechtungen,die stammen aus sowjetischer Zeit. Das ist übrigens ganz normal, dass Staaten mit umliegenenden Nationen besondere Verbindungen pflegen. So wie die BRD mit den EU-Staaten. Und wenn du diese Verbindungen kappst, dann ruinierst du die Ökonomie dieses Staates und das hat die EU und der Westen getan ohne Ersatz anbieten zu können. Da braucht es wirklich keine „prorussische Schlagseite“ um das zu verurteilen. Da hat Russland nun wirklich keine Schuld daran.

    „Und muss sich z.B. Russland in Syrien verteidigen?“ Russland verteidigt einen traditionelle Verbündeten. Lies auch mal die Artikel von NN durch. Da steht das drin, was Russland sich versprochen hat. Dazu wollte Russland dem IS den Garaus machen, da sie genau wussten, wenn sie das nicht in Syrien machen, dann haben Sie es in 5 Jahren mit dem IS in Russland zu tun. Und so wäre es gekommen.

    „Ideale der Koexistenz hochhalten“, – als wären solche Selbstdarstellungen eines Staates die Wahrheit.“ Dann sag doch wo es nicht so ist.

  107. 107 simply red 21. März 2018 um 19:47 Uhr

    Eins habe ich noch vergessen. Und das ist nämlich die Rolle der Geschichte, die politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftshistorischen Erfahrungen, welche die Herausbildung der Staasräson samt anhängender Gesellschaftsformation in einem Staat sich ins Gedächtnis prägen. Um ein Beispiel zu nennen, für Russland ist es der Zarismus, der Stalinismus, der Dirigismus des Staates, ein außenpolitisch einprägsames Motiv die Anbindung von Satellitenstaaten an die Sowjetunion und natürlich die Auseinandersetzungen mit auswärtigen Mächten wie z.B. Polen, Frankreich unter Napoleon, den Tataren sowie die Grosskonflikte mit dem Westen. China natürlich der Große Sprung unter Mao und die Auseinandersetzung mit Japan und den Kolonialmächten. Rußland und China haben aus diesen geschichtlichen Erfahrungen Lehren gezogen ( z.B. in Bezug auf internationale Zusammenarbeit, Dirigismus). Der Westen dagegen war immer in einer Führungsposition (Stichwort Kolonialismus) und hat den Kapitalismus nach außen exportiert.

  108. 108 Mattis 21. März 2018 um 21:39 Uhr

    „Dazu wollte Russland dem IS den Garaus machen, da sie genau wussten, wenn sie das nicht in Syrien machen, dann haben Sie es in 5 Jahren mit dem IS in Russland zu tun. Und so wäre es gekommen.“

    Ich weiß nicht, wofür ich noch alles Verständnis haben soll. Jedenfalls, so muss ich demnach annehmen, macht es die Türkei dann genau richtig, und einige andere Kriegsbeteiligte in Syrien auch, oder? Jeder will nur, dass der Terror der anderen aufhört? Aber wahrscheinlich haben alle anderen außer Russland eben in Wirklichkeit keine lauteren Motive. Russland als erster Staat, dem es nur um das Wohl der Menschen geht. Nationalismus bekommt mit Russland ein positives Gesicht. Dass wir das noch erleben dürfen.

  109. 109 Nestor 21. März 2018 um 22:27 Uhr

    So, ich war jetzt kurz nicht da, und siehe da: hier gibt es eine ganz lebhafte Debatte.

    @Mattis

    Nein, ich begreife Rußland nicht als Erben der Oktoberevolution. Ich bin auch kein Parteigänger derselben.
    Im Gegenteil. Ich betrachte den ganzen Realsozialismus – zumindest, was Rußland betrifft – als eine Episode der russischen Geschichte. Eine wichtige, aber eben nur einen Teil davon.
    Rußland hat Europa mehrmals von größenwahnsinnigen Herrschern befreit und dafür nix anderes gekriegt, als eine schlechte Nachrede. So war es mit Napoleon, mit Hitler, und auch Schweden und Polen haben sich dort die Zähne ausgebissen.

    Irgendwelche europäischen GröFaZe wollten immer dieses Reich erobern, sich das große Territorium, das Ackerland, die Bodenschätze einverleiben, und sind dabei zuschanden gegangen.

    Wenn heute gegen Putin gehetzt wird, so frage ich mich: was geht der Typ eigentlich die europäische Intelligenzia an? Er herrscht über sein Reich, und wie er das betreibt, geht außerhalb Rußlands niemanden an.

    Es ist auch bei anderen Teilen der Welt das Gleiche: wenn man sich über Führerpersönlicheiten anderer Länder aufplustert und deren Herrschaftsmethoden bekrittelt, so ist das immer die geistige Vorbereitung für einen Krieg oder eine militärische Intervention.

    Man sollte sich mit der eigenen Herrschaft befassen, und die zum Teufel jagen.

  110. 110 stankovic 21. März 2018 um 22:29 Uhr

    Hinter dem Verständnis für Russland verbirgt sich nichts anderes als ein totalitärer Antiamerikanismus einer Linken, von der man nur sagen, dass sie schon immer ein riesengroßer Haufen Scheiße war.

  111. 111 Nestor 21. März 2018 um 22:45 Uhr

    @Krim

    Der Anspruch des Westens auf Weltherrschaft ist totalitär.

    So ist es.
    Und dieser Anspruch ist absurder als je zuvor, weil es eben mit Rußland und China Mächte gibt, die dem militärisch und ökonomisch die Stirn bieten können.

    Ich sehe das so, daß der Anspruch der USA-EU-Eliten immer mehr an seiner eigenen Begrenztheit scheitert und darüber immer verrückter wird. Der Anspruch ist da, aber seine Möglichkeiten sind begrenzt durch ihre Rivalen.
    Die Situation ist höchst kriegsträchtig, aber natürlich wissen die imperialistischen Macher, daß sie gegenüber Rußland und China schwach sind – rüstungsmäßig, vor allem aber, was Territorium und Bevölkerung angeht.
    Zum Glück gibt es derzeit noch genug Einsicht, daß ein III. Weltkrieg für USA und EU in die Hose gehen könnte. Das bewahrt uns vor dem Showdown, die Gründe und Absichten dazu sind jedoch da.

  112. 112 Nestor 21. März 2018 um 22:58 Uhr

    @libelle

    Sie führen sich auf wie Protestwähler, die sich daran freuen, dass der bisher konkurrenzlos waltende Westen hier und da durch eine aufstrebende Macht in die Schranken gewiesen wird.

    Da ist was dran, aber das gilt nicht für die Linken, sondern für die Rechten, also für die Anhänger von Nation ohne Wenn und Aber.
    Genau das taugt Nationalisten a la AfD und Front National – daß ihr nationales Interesse 1. von Rußland nicht gefährdet wird, und daß 2. EU-Supranationalismus und USA-Bündnistreue durch Rußland ein Stück weit ad absurdum geführt werden.
    Genau das, was Rußland als Großmacht (und nicht als „Regionalmacht“, zu der Obama es erklären wollte) sich leisten kann, gefällt den Anhängern eines starken und souveränen Deutschlands, Frankreichs usw.

    Ja, die Mannschaft in Moskau macht das sehr erfolgreich und professionell.

    Eben!
    Und das gefällt Nationalisten und stört imperialistische Mächte.
    Und auch so Leute wie stankovic, der mit den abgelutschten Rechtstiteln von Freiheit und Demokratie für den Kapitalismus Stellung bezieht.

    RT & Co. sind nichts weiter als die Botschafter dieses nationalen Aufbruchs auf Russisch, die ihm in der Welt eine wohlmeinende Öffentlichkeit verschaffen wollen.

    Auch das ist richtig. Aber RT & andere russische Medien machen sich stark für die Aufrechterhaltung des status quo. Sie vertreten die Ansicht, daß bestehende Staaten bleiben sollen (z.B. Syrien) und daß das System der Anerkennung bestehender Staaten aufrecht bleiben soll.
    Die Annexion der Krim und die Alimentierung von Gebilden wie Transnistrien oder Abchasien, oder die Unterstützung von Kadyrow in Tschetschenien dient genau diesem Ziel – der Prozeß der Auflösung von Staaten im vormals sozialistischen Raum soll gestoppt werden.
    Im Unterschied dazu bemüht sich der westliche Imperialismus – USA und EU – darum, alles aufzumischen, Staaten zu ruinieren, aufzuteilen, Regierungen zu stürzen, Grenzen neu zu ziehen usw.

    Es handelt sich hier um zwei verschiedene Konzepte, wie die Welt auszusehen hätte.

  113. 113 Mattis 21. März 2018 um 23:20 Uhr

    „Er herrscht über sein Reich, und wie er das betreibt, geht außerhalb Rußlands niemanden an.“ (Nestor)

    Oje, allein schon diese Wortwahl – ich kann kaum glauben, was ich da lese: erstens ist das ein veritables Kritikverbot, zweitens geht es völlig daran vorbei, wie Russland sich als kapitalistische Macht implementiert hat und mit dem Anspruch international agiert, als Konkurrent im Weltmaßstab anerkannt zu werden. Angefangen von etlichen Kriegen in der Heimatregion bis hin zu militärischen Aktionen in Syrien. Und was russische Proleten dafür in den Fabriken zu schaffen haben und wie sie als offizielle und inoffizielle Soldaten verheizt werden, was kümmert das noch einen Kommunisten des 21. Jahrhunderts. Wo doch die russische Staatsmacht eingekreist wird.

    Schön, dass der westliche Imperialismus den Maßstab vorgibt: jede andere Gewalt unterhalb seines Gewaltniveaus bekommt auf diese Weise einen relativierten und nachgerade verständlichen Charakter.

    Es gibt ja auch Leute, die sagen, seien wir über die Amis froh, denn ein siegreicher deutscher Faschismus sei viel schlimmer gewesen … so geht ein zynisches Jonglieren mit Gewalt-Maßstäben.

  114. 114 Nestor 21. März 2018 um 23:52 Uhr

    @stankovic

    Der Wunsch nach einer kommunistischen Revolution verbietet dir in gleichem Maße zu hetzen gegen östliche Imperialisten wie gegen westliche?

    Es ist bezeichnend für Leute wie dich, daß dir sofort ein Verbot einfällt.
    Gedanken, die dir nicht gefallen, würdest du gerne verbieten – du kannst es nur nicht.
    Kritik an deinen Gedanken interpretierst du sofort als Verbot.

    Das ist die Logik von Antifas, die auch gerne zur Staatsgewalt rennen und nach Verboten verlangen, um ihnen nicht genehme Inhalte zu bekämpfen.

    Mir verbietet natürlich niemand etwas. Solange ich kann, verbreite ich das, was ich für richtig halte.

    Was soll das für eine Revolution sein, die im russischen Imperialismus keinen unveröhnlichen Gegensatz zu dem sieht, was mit ihr erstritten werden soll?

    Lieber Mann (oder Frau), ruhig Blut.
    Die Revo steht nicht vor der Tür.
    Du hast mich gefragt, wofür ich bin. Das habe ich beantwortet.

    Was in anderen Teilen der Welt los ist, ist hierfür völlig bedeutungslos. Ich würde mich, sollten wir einmal hier einen Umsturz hinkriegen, auch nicht an die Philippinen oder Ecuador um Hilfe wenden.
    Der russische Imperialismus, wie immer man den interpretiert, ist nicht das Hindernis einer kommunistischen Revolution hierzulande. Im Gegenteil, ich glaube, die russische Führung wäre echt happy, wenn wir so etwas hierzulande hinkriegen würden und würde uns jede Menge Unterstützung geben. Hauptsahe, wir lassen sie in Ruhe.

    Was die da drüben wollen und machen, ist deren Sache. Es ist nicht sehr überzeugend, wenn Leute wie du sich für „system change“ in Rußland stark machen …

  115. 115 Nestor 22. März 2018 um 0:04 Uhr

    @Mattis

    Ich meine auch, man sollte nicht den Fehler machen, zu meinen, man könnte a) Verlauf und Ausgang der imperialistischen Konkurrenz irgendwie vorausahnen, schon gar nicht b) die praktischen Folgen für das eigene Leben.

    Dazu die alte Story, als MG-ler in den späten 70-ern darüber sinnierten, wohin man sich doch begeben könnte, um in Sicherheit zu sein beim großen Showdown.
    Da sagte einer: he, da gibts ein paar Inseln im südlichen Atlantik, für die interessiert sich sicher kein Schwein!
    Natürlich wurde aus dem ganzen Panik-Zeug nix, also keiner brach seine Zelte ab.
    Es handelte sich bei den Inseln um die Falklands. https://de.wikipedia.org/wiki/Falklandinseln

    Natürlich, man kann immer sagen – gegen WK III sind die Falklands sicher …

  116. 116 Krim 22. März 2018 um 0:44 Uhr

    „Zum Glück gibt es derzeit noch genug Einsicht, daß ein III. Weltkrieg für USA und EU in die Hose gehen könnte. Das bewahrt uns vor dem Showdown, die Gründe und Absichten dazu sind jedoch da.“ Genau und wenn die Russen nicht wären gäbe es überhaupt keinen Anlass für solcherlei Einschätzungen. Da braucht man nicht groß spekulieren oder halluzinieren. Ein Leben ohne Atomkrieg halte ich in der Tat für besser als ein kurzes mit.

    „die Gründe und Absichten dazu sind jedoch da.“ Genau.

    „Man sollte sich mit der eigenen Herrschaft befassen, und die zum Teufel jagen.“ So ist es. Basics sind das.

    „Im Unterschied dazu bemüht sich der westliche Imperialismus – USA und EU – darum, alles aufzumischen, Staaten zu ruinieren, aufzuteilen, Regierungen zu stürzen, Grenzen neu zu ziehen usw. Es handelt sich hier um zwei verschiedene Konzepte, wie die Welt auszusehen hätte.“ Richtig.

    @mattis: „Ich weiß nicht, wofür ich noch alles Verständnis haben soll.“ Das frag ich mich aber auch. Jetzt soll ich auch noch fanatische islamische Gotteskrieger bedauern.

    „Schön, dass der westliche Imperialismus den Maßstab vorgibt: jede andere Gewalt unterhalb seines Gewaltniveaus bekommt auf diese Weise einen relativierten und nachgerade verständlichen Charakter.“ Nimm doch einfach mal zur Kenntnis, dass sich jedes Gemeinwesen auf der Welt mit dem Weltherrschaftsanspruch der USA konfrontiert sieht. Auch ein kommunistischen Gemeinwesen wäre das. (Und eben auch Russland) Da kann man natürlich seine Hände in Unschuld waschen und sagen: Ich mache mir selbige am besten gar nicht schmutzig. Dann kannst du es aber gleich lassen. Wenn ein solches Gemeinwesen bleiben soll, dann muss es eine Gegengewalt gegen den westlichen Imperialismus mobilisieren. Andernfalls wird es schikaniert, bzw. zur Macht dritter Klasse und das ist äußerst ungemütlich auch für die Bevölkerung dieses Landes. Insofern vertrittst du eben ein akademische Haltung, aber keine politische.

  117. 117 libelle 22. März 2018 um 11:29 Uhr

    Da ist was dran, aber das gilt nicht für die Linken, sondern für die Rechten, also für die Anhänger von Nation ohne Wenn und Aber.

    Nein, das gilt für alle, denen die Zurückweisung westlichen Imperialismus durch den Östlichen Befriedigung verschafft bzw. in irgenwelche (preudo-) taktischen Überlegungen passt. Auch die Rechten haben einen Widerspruch, wenn sie für den russischen Nationalismus Partei ergreifen, da letzterer ja der Durchsetzung ihrer jeweiligen Nation im Weg steht. Auch sie setzten also eine Priorität, nämlich die, dass die Überwindung der Einbindung in die Nation fesselnde Staatenbündisse (EU, Nato usw…)im Augenblick wichtiger ist als die russische Nation als Gegner aufzufassen. Und die Durchsetzung Russlands betrachten und bewundern sie unter dieser Überschrift und bilden für Russland dabei eine willkommene 5. Kolonne, sodass Russland in Augenblick 2 Arten nützlicher Idioten in den westlichen Staaten vorfindet: Linke und Rechte.

    Aber RT & andere russische Medien machen sich stark für die Aufrechterhaltung des status quo. Sie vertreten die Ansicht, daß bestehende Staaten bleiben sollen (z.B. Syrien) und daß das System der Anerkennung bestehender Staaten aufrecht bleiben soll.
    Die Annexion der Krim und die Alimentierung von Gebilden wie Transnistrien oder Abchasien, oder die Unterstützung von Kadyrow in Tschetschenien dient genau diesem Ziel – der Prozeß der Auflösung von Staaten im vormals sozialistischen Raum soll gestoppt werden.
    Im Unterschied dazu bemüht sich der westliche Imperialismus – USA und EU – darum, alles aufzumischen, Staaten zu ruinieren, aufzuteilen, Regierungen zu stürzen, Grenzen neu zu ziehen usw.

    Und was ist jetzt besser oder schlechter? Den Status quo wollen oder neue staatliche oder quasi staatliche Subjekte zu schaffen? Benoni Verteidigung vs. Königsindisch?

    Du affirmierst nach wie vor die russischen Rechfertigungen, die gleichfalls verlogen sind, weil sie z.B. aktiv am Zerfall von Staaten, die ihnen nicht passen arbeiten (Ukraine, Georgien etc..) Auch da ist doch die Logik, dass die Unterstützung der Separatisten, wenn man sie nicht gleich erzeugt, Staaten schwächen soll, die sich als Aufmarschbasis des Gegners anbieten. Und selbstverständlich betrachtet ein Programm wie „Multipolare Welt“ eben die ganze Welt als Sphäre der eigenen Zuständigkeit.

  118. 118 Krim 22. März 2018 um 13:20 Uhr

    Es geht nicht darum abzustreiten, dass Russland Machtpolitik betreibt, sondern darum die Art der Machtpolitik zu bestimmen und das tut man nicht, wenn man sagt: Alles die gleichen Halunken. Merkwürdigerweise in einer Situation, wo der Westen wieder eine neue Runde der Hetze gegen Russland eingeläutet hat und seine Kriegsvorbereitungen an Russlands Grenzen verstärkt. In dieser Situation den russische Machtpolitik zum Thema zu machen, das hat schon was von Verteidigung des Westens, Herstellung einer nationalen Front der öffentlichen Meinung im Innern. Man sieht ja auch wie sehr du an den „nützlichen Idioten“ leidest, die Russland angeblich hat.

    Für den Zerfall der Ukraine hat der Westen gesorgt nicht Russland. Russland ist den Separatisten beigesprungen, weil sie sonst von den ukrainischen Faschisten umgebracht worden wären.

    Natürlich reklamiert das Leitbild einer „multipolaren Welt“ Zuständigkeit, aber eben gleichberechtigte Zuständigkeit neben anderen und nicht alleinige Zuständigkeit, wie beim Konzept der USA.

  119. 119 libelle 22. März 2018 um 14:26 Uhr

    So ehrenwerte Titel wie „gleichberechtigte Zuständigkeit“ ändern nichts an den gleichen Problemstellungen.

    Auch du übernimmst russische Propaganda. Die pro-russischen Kräfte heißen bei dir „Separatisten“ und die Ukrainer „Faschisten“. Es sind beides Nationalisten, die abweichende nationale Standpunkte durchzusetzen versuchen. Dabei gibt es auf ukrainischer Seite Faschisten, die auf der russischen „Kosaken“ heißen usw…

    Der Westen hat nicht für den Zerfall der Ukraine gesorgt, sondern hat sie dem russischen Einfluss entrissen und dabei Russland geschädigt, das seinerseits nun dafür sorgt, dass die Ukraine destabilisiert wird.

    edit: http://www.spiegel.tv/videos/162626-donezk

    Einer dieser Patrioten ist Alexej Chudjakow. Der dünne junge Mann mit Brille und Totenkopf-T-Shirt sitzt im Büro der Kosaken in Moskau. Der 27-Jährige ist „Berater des Vizepremiers der Volksrepublik Donezk“. Ein Schreiben, das dies bestätigt, hängt eingerahmt an der Wand. Chudjakow erzählt von humanitärer Hilfe, für die er sammele, regelmäßig schicke er Lastwagen an die Grenze. Anfang Mai gründete Chudjakow die Organisation Russische Wahl, um den „Volksrepubliken“ zu helfen, er arbeite jetzt mit 20 bis 30 Freiwilligen.
    Der Patriot organisierte Razzien gegen illegale Migranten
    Anzeige

    Chudjakow wurde bekannt, als er im vergangenen Sommer in Moskau Razzien gegen illegale Migranten organisierte. Seine Bewegung „Schutzschild von Moskau“ vereinte Jugendliche mit nationalistischen Ansichten. Schon damals wurde er nicht müde zu wiederholen, dass es ihm vor allem um die Zivilgesellschaft gehe und alles im Rahmen der Gesetze geschehe.

    Aber dann „löste sich die Organisation auf“. Als eine Razzia in einer Schießerei endete, verbrachte Chudjakow drei Wochen in U-Haft, wurde dann aber ohne Anklage wieder auf freien Fuß gesetzt.

    Auch die Eurasische Union der Jugend des rechtsextremen Ideologen Alexander Dugin unterstützt die Rebellen in der Ostukraine. Die oppositionelle linksnationalistische Organisation Anderes Russland von Eduard Limonow fordert gar einen russischen Einmarsch und schickt ihre eigenen Freiwilligen ins Kampfgebiet.

    Quelle:
    https://www.welt.de/politik/ausland/article129861439/Russische-Kosaken-verteidigen-die-Ostukraine.html

    Es ist auch völlig naheliegend, dass russische Faschisten an so einem Brennpunkt für die russische Erde unterwegs sind. Wie umgekehrt die ukrainischen Faschisten auch.

  120. 120 Krim 22. März 2018 um 16:24 Uhr

    Also ich übernehme prorussische Standpunkte, weil ich zu Separatisten, Separatisten sage und nicht Nationalisten? Das ist ja lächerlich. Wie soll man denn die Seiten unterscheiden, wenn man beide Seiten Nationalisten nennt. Separatisten sind eine spezielle Art von Nationalisten. Das ist allgemein bekannt und deswegen ist es auch keine Rücknahme ihres Nationalismus, wenn man sie Separatisten nennt.

    Und was die ukrainischen Faschisten betrifft, sind das eben Faschisten und keine „normalen“ Nationalisten. Falls du dich erinnerst haben die Faschisten eigenständige Milizen gegründet und sind wie ein Mob durch die Ukraine gezogen, haben Demonstranten gegen den Euromaidan terrorisiert. Wenn die Ostukraine diesen Milizen in die Hände gefallen wäre, hätte es einen Völkermord gegeben.

    Und woraus schließt du, dass die russischen Freiwilligen Faschisten sind? Daraus?: „Sie haben gesehen, dass in unserer unmittelbaren Nähe Faschismus wieder erwacht, das ist ihre Motivation.“

    Nach dieser Logik sind alle die gegen den Faschismus kämpfen selbst Faschisten.

  121. 121 Mattis 22. März 2018 um 16:58 Uhr

    „Der russische Imperialismus, wie immer man den interpretiert, ist nicht das Hindernis einer kommunistischen Revolution hierzulande. Im Gegenteil, ich glaube, die russische Führung wäre echt happy, wenn wir so etwas hierzulande hinkriegen würden und würde uns jede Menge Unterstützung geben. Hauptsache, wir lassen sie in Ruhe.“ (Nestor)

    Weil die so blöd sind, nicht zu merken, dass eine Revolution auch deren Kapitalismus abschaffen würde?

    Nicht mal die Realsozialisten haben kommunistische Ansätze im Westen unterstützt. Die haben sogar heftig gebremst. Der Westen würde die Russen kaputt-sanktionieren, bräuchte nicht mal einen Krieg.

    Schon Protest gegen die Regierung gilt in Russland als staatszersetzend. Das gilt auch hinsichtlich der oppositionellen Kommunisten, obwohl die noch nicht mal welche sind.

    Noch Fragen?

  122. 122 libelle 22. März 2018 um 17:36 Uhr

    @Krim – Faschist ist man nicht, weil man die Symbole ehemals faschistischer Parteien oder Organisationen verwendet, wie die ukrainischen Faschisten, sondern weil man ein Versagen des Staates diagnostiziert und die Gesellschaft der Durchsetzung des Staates unterordnen will und von ihr verlangt, dass sie im Dienst an ihm aufginge, jeder seine nationale Pflicht zu erfüllen habe etc… Was würdest du denn zu den selbstorganisierten Razzien von Chudjakow sagen? Ich denke die fallen genau in die politische Agenda von Faschisten.

    Also ich übernehme prorussische Standpunkte, weil ich zu Separatisten, Separatisten sage und nicht Nationalisten?

    Nein, weil du wie die russische Propaganda die Ukrainer mit Faschisten identifizierst und so tatkräftig das russische Feindbild verbreitest. Und gleichzeitig fällt dir nicht auf, dass auf der Seite der Sepraratisten das gleiche Gesocks, nur mit umgekehrtem Vorzeichen unterwegs ist.

  123. 123 NN 22. März 2018 um 17:40 Uhr

    Kurzes Ukraine-Update von Reinhard Lauterbach auf der Münchner SiKo 2018.

  124. 124 Krim 22. März 2018 um 19:22 Uhr

    Merkst du nicht dass du der westlichen Hetze aufsitzt, wenn du die Welt zitierst, die einen russischen Rechten ausgegraben hat, der private Razzien veranstaltet und der auch Unterstützung für die Republik Donezk organisiert.

    „Nein, weil du wie die russische Propaganda die Ukrainer mit Faschisten identifizierst…“ Hast du geschlafen während der Ukrainekrise oder was. Das waren nunmal zum großen Teil Faschistische Milizen und die wurden später sogar als eigenständige Einheit ins Militär aufgenommen, weil die Rekrutierung anderer Ukrainer als Faschisten nicht so lief wie gedacht. Also nochmal: Nicht einzelne Faschisten wurden Soldaten, sondern komplette Faschomilizen wurden an die Front geschickt. Was glaubst du was die mit der Bevölkerung in Donezk gemacht hätten, wenn sie gewonnen hätten.

  125. 125 libelle 22. März 2018 um 19:28 Uhr

    Du hast nicht begriffen, wie parteiliche Medien funktionieren. Die erfinden nämlich nur in seltenen Fällen irgendwas. Ihr Geschäft besteht darin durch Weglassung und Betonung von Momenten eines Konflikts ein für die eigene Partei passendes Bild zu erzeugen. Deshalb kann man der Welt das ruhig glauben, wie man auch den russischen Medien ihre Berichte über Batallione wie Asow glauben kann.

    Merkst du nicht dass du der westlichen Hetze aufsitzt, wenn du die Welt zitierst, die einen russischen Rechten ausgegraben hat, der private Razzien veranstaltet und der auch Unterstützung für die Republik Donezk organisiert.

    Das ist wieder ein parteiliches Statement von dir. Lies mal was über die Verbindungen der Kosaken zur russischen rechtsextremen Szene.
    FAZ

    In Reihe vier zum Beispiel sitzt ein junger Mann in grellgrünem Flecktarn. 1991 in Sankt Petersburg geboren, ist Alexej Miltschakow einer der jüngsten Männer auf der Sanktionsliste der EU gegen Russen und Ukrainer. Er kennt seinen Platz auf der Liste: 134. Miltschakow bekleidet ihn seit Mitte Februar dafür, dass er eine Einheit der Separatisten namens „Rusitsch“ kommandiert. Er sagt, er sei eigens zu dem Forum aus dem Donbass angereist, wo er seit Juni vorigen Jahres als Freiwilliger kämpfe. Die „Vereinigung europäischer Volkskräfte“ hier finde er gut, auch in seiner Einheit seien Nichtrussen willkommen, schon jetzt kämpften dort Polen und Kroaten. Ein angeblich 2011 aufgenommenes Foto zeigt Miltschakow vor einer Hakenkreuzfahne. Er bestreitet die Echtheit nicht – und sagt: Wäre Hitler schon 1939 gestorben und hätte die Sowjetunion nicht seinetwegen so viele Leute verloren, wäre er einer der „besten Führer“. Früher hörte Miltschakow auf den Spitznamen „Fritz“, nun trägt er den Kampfnamen „Serbe“.

  126. 126 stankovic 22. März 2018 um 19:55 Uhr

    @mattis

    „Es gibt ja auch Leute, die sagen, seien wir über die Amis froh, denn ein siegreicher deutscher Faschismus sei viel schlimmer gewesen … so geht ein zynisches Jonglieren mit Gewalt-Maßstäben.“

    Ich gebe dir in allem recht, was du bislang gesagt hast, nur etwas an dem oben zitierten Kommentar missfällt mir: Für uns Statisten, die ohnehin nichts nirgendwo zu melden haben, stellt sich schon manchmal die Frage, was erträglicher oder schlimmer ist. Ein Satz, der auf nichts anderes hinaus will als die Banalität, die er ausspricht: Ich bin froh in der BRD zu leben statt im Nationalsozialismus eines siegreich aus dem 2. Weltkrieg herausgegangenen Deutschlands. Insofern ist sowas nicht immer ein Jonglieren mit zynischen Gewaltmaßstäben, die Antideutsche so gut beherrschen.

  127. 127 Mattis 22. März 2018 um 20:07 Uhr

    Der Verweis auf die faschistischen Anteile der ukrainischen Herrschaft sagt nichts aus über die Hauptlinie des ukrainischen politischen Systems; die Rede vom russischen Kampf gegen den „ukrainischen Faschismus“ ist eine Antifa-Projektion und mißversteht die russischen Interessen dort. Es geht um Störmanöver gegen den Zugriff der Nato-Macht; soviel will man sich behaupten, aber wiederum klug dosiert, denn einen Krieg will man nicht riskieren. Faschistoide Ausformungen des Nationalismus findet man tatsächlich bis zu einem gewissen Grad auf beiden Seiten, man muss es nur zur Kenntnis nehmen wollen. Wer das Faschistische nur am Abzeichen oder der Hitler-Verehrung festmacht und nicht am Prinzip des faschistischen Denkens, der sieht eben nur die halbe Wahrheit und fällt auf ehrenhafte Selbstdarstellungen herein. Das passiert übrigens auf beiden Seiten, spiegelbildlich.

    Warum stehen sich die Ukraine und Russland überhaupt feindlich gegenüber? Was das politische System angeht, hat man bei objektiver Betrachtung doch ziemlich Mühe, signifikante Unterschiede zwischen Russland und der Ukraine dingfest zu machen. Der Unterschied liegt einzig in der machtpolitischen Ausrichtung: Russland will weiterhin als Weltmacht agieren und entsprechenden Einfluss sichern, die Ukraine aber will zum Bereich der dazu im Gegensatz stehenden größeren Weltmacht gehören.

    Was hat der Westen gegen Russland? Warum hat er nichts gegen Norwegen etc.? Russland ist doch jetzt kapitalistisch, da müsste man sich doch arrangieren, könnte man fragen. Der Grund der Feindschaft ist ja überhaupt keiner (mehr) wegen des russischen Systems; weder an der Ökonomie noch an der Innenpolitik hat man westlicherseits Gravierendes auszusetzen.

    Aber dass Russland sich nicht auf eine aus der SU übriggebliebene Republik begrenzen will, sondern als Weltmacht international mitmischen will im Kampf um Einflusssphären – wozu sie allerdings niemand zwingt – das stört die Kreise des westlichen Imperialismus schon ganz erheblich. Dass Russland einen eigenen Imperialismus verfolgt, sich also weder mit sich selbst begnügt noch sich dem Westen anschließt, das ist der Stachel im Fleisch. Deshalb wird Russland eingekreist, eingedämmt, auf jeder Ebene einzuschränken versucht.

    Den grundsätzlichen Standpunkt des russischen Staates sehe ich in einem GSP-Artikel aus 2007 im Wesentlichen zutreffend erklärt:
    https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/russland-wird-konkurrenz

  128. 128 Krim 22. März 2018 um 20:41 Uhr

    @libelle: Also noch ein russischer Faschist als Freiwilliger im Donbass, den die das russenfeindliche Kampfblatt FAZ ausgegraben hat. Zur Kenntnis genommen.

    „Aber dass Russland sich nicht auf eine aus der SU übriggebliebene Republik begrenzen will, sondern als Weltmacht international mitmischen will im Kampf um Einflusssphären – wozu sie allerdings niemand zwingt – das stört die Kreise des westlichen Imperialismus schon ganz erheblich.“

    Nochmal: Du tust so als hätte Russland damit angefangen, offensiv Einflusssphären zu erobern. Und das ist Humbug. Die haben lediglich die Schnauze voll gehabt davon, weiterhin ihrer Auflösung und Umkreisung durch den Westen zuzusehen. Dass der Westen Russland als Feind ansieht liegt n i c h t daran, was es tut, sondern was es ist. Nämlich das größte Land der Erde mit riesigen Rohstofflagern und einem konkurrenzfähigen Militär. Das stört sie und das ist der Grund ihrer Feindschaft. Und seit die Russen zu den Unverschämtheiten des Westens nicht mehr ja und Amen sagen, geht die Hexenjagd bzw. der kalte Krieg wieder los.

  129. 129 Mattis 22. März 2018 um 21:23 Uhr

    Tja, dann machen die Russen ja anscheinend alles richtig. Also kann man den Russen zu ihrem Staat nur gratulieren. Und auch ein sozialistisches Russland würde nach dieser Lesart Seite an Seite mit der Türkei in Syrien Bomben abwerfen, weil es ja alternativlos ist? Weil der Westen die Form diktiert, in welcher man sich zu ihm stellt?

  130. 130 Krim 22. März 2018 um 21:52 Uhr

    @libelle: Also noch ein russischer Faschist als Freiwilliger im Donbass, den die das russenfeindliche Kampfblatt FAZ ausgegraben hat. Zur Kenntnis genommen.

    „Aber dass Russland sich nicht auf eine aus der SU übriggebliebene Republik begrenzen will, sondern als Weltmacht international mitmischen will im Kampf um Einflusssphären – wozu sie allerdings niemand zwingt – das stört die Kreise des westlichen Imperialismus schon ganz erheblich.“

    Nochmal: Du tust so als hätte Russland damit angefangen, offensiv Einflusssphären zu erobern. Und das ist Humbug. Die haben die Schnauze voll gehabt davon, weiterhin ihrer Auflösung und Umkreisung durch den Westen zuzusehen,und im Innern mit einem Niedergang von Ökonomie und Gesellschaft einherging. Diesem Niedergang hat Putin nicht mehr zuschauen wollen. Die Konsolidierung russischer Macht war dann ein Widerspruch zum westlicher Projekt der Auflösung russischer Macht. Das ist deshalb ein Problem, weil Russland ein anderes Kaliber ist als irgendein Popelstaat. Russland ist das größte Land der Erde mit riesigen Rohstoffvorräten und einem konkurrenzfähigen Militär und wenn so ein Staat seine Macht konsolidiert und seine Auflösung nicht mehr zulässt dann ist das ein Gegensatz zum westlichen Weltherrschaftsanspruch.

  131. 131 libelle 23. März 2018 um 7:21 Uhr

    Also noch ein russischer Faschist als Freiwilliger im Donbass, den die das russenfeindliche Kampfblatt FAZ ausgegraben hat. Zur Kenntnis genommen.

    So mag das erscheinen, wenn man unterstellt, dass nur auf der ukrainischen Seite Faschisten kämpfen. Dann sind die auf der pro-russischen natürlich alles Ausnahmen, die man „ausgraben“ muss. Muss man aber nicht. Tatsache ist, dass auf beiden Seiten faschistische Kampfverbände kämpfen. Das entsprich auch der Natur der Sache. Immer wenn es irgendwo um nationale Durchsetzung geht ist die ganz rechte Fraktion unter den Aktivisten.

  132. 132 Krim 23. März 2018 um 13:42 Uhr

    Ah ja. Und den Nachweis faschistischer russischer Kampfverbände hast du wo erbracht?

    „Das entspricht auch der Natur der Sache. Immer wenn es irgendwo um nationale Durchsetzung geht ist die ganz rechte Fraktion unter den Aktivisten.“ Da stimme ich dir allerdings zu. Rechte sind eben die Ersten, die als Kämpfer bereit sind, die Nation zu verteidigen, wo sie sie in Gefahr sehen.

  133. 133 libelle 23. März 2018 um 14:17 Uhr

    Wer lesen kann ist klar im Vorteil. Und vielleicht hilft dir auch mal ein Blick in den 2. WK, in dem die meisten Kosaken auf Seiten der Wehrmacht gekämpft haben.

    Ergänzend zu den obigen Nachweisen:

    https://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Russlands-geheimnisvolle-Hundertschaft-der-Woelfe/story/21842629

    Es ist ganz offensichtlich, dass die Separatisten mit Rechten aus allen europäischen Ländern im Donbass zusammen kämpfen. Es gibt auch irgendwo einen Bericht über Polen, die auf der Seite der Separatisten kämpfen.

    Deine Frage lenkt aber ab von dem Vorwurf der russischen Propaganda, der dir gemacht wird: Du übernimmst das Feindbild der Russen, indem du die Ukrainer mit Faschisten identifizierst. Das machen die Kosaken auch, unterscheiden sich aber nicht in ihrer Weltsicht vom Rechten Sektor.

  134. 134 stankovic 23. März 2018 um 14:24 Uhr

    Rechte sind eben die Ersten, die als Kämpfer bereit sind, die Nation zu verteidigen, wo sie sie in Gefahr sehen

    Und wer sind die Zweiten?

    Leider sind Linke nicht die Ersten, wenn es darum geht, die Parteinahme für einen Staat zu verweigern, der Faschisten in die Schlacht ziehen lässt, um die gefährdete Nation zu retten.

  135. 135 Phineas 23. März 2018 um 16:44 Uhr

    Die Zwecke, Vorhaben und Motive der feindlich gegenüberstehenden Mächte sollen alle unterschiedslos sein? Deswegen, weil die feindlichen Mächte erstens Nationen sind und zweitens, weil diese Nationen sich kapitalistischer Ökonomie bedienen? Ob eine Macht offensiv oder defensiv, ultimativ fordernd oder moderat vermittelnd ist, Regime-Change-Kriege genozidalen Ausmaßes vorbereitet, durchführt und befeuert oder sich dem entgegenstellt, weil diese globalen Angriffskriege nachweislich die Vorstufen zur Eroberung der zum Feind erklärten Macht ist, alles scheißegal? Die Verteidigung der Sowjetunion das gleiche wie der Angriff auf die Selbige? Weil die Berliner Regime-Changer von 1941 und die Moskauer Verteidiger auch irgendwie unterschiedslos sind? Weil beide eine Diktatur, ganz fürchterlich totalitär, nationalistisch und staatskapitalistisch waren? Die Eine nationalbolschewistisch und die Andere nationalsozialistisch? Und überhaupt, auch damals und lange schon davor waren immer die Russen schuld, auch was die 30-40 Mio. Kriegstoten und Verwüstungen im eigenen Land betrafen. Es zwang sie schließlich keiner, sich so fürchterlich blutig verteidigen zu müssen, diese Unmenschen.

  136. 136 NN 23. März 2018 um 16:54 Uhr

    Trumps neuer Sicherheitsberater – Ausgerechnet Bolton

    Der Nächste, bitte: Donald Trump ersetzt seinen Sicherheitsberater H.R. McMaster durch den Hardliner John Bolton. Der gilt als rüde im Umgang und als Kriegstreiber. Was bedeutet das für Amerikas Außenpolitik?

    Reinhard Lauterbach: Kampf um die Ostsee. Gefährliche Eskalation im Baltikum (14. November 2017 in Bremen)

    Der bekannte Publizist und Osteuropaexperte Reinhard Lauterbach referierte und diskutierte am 14. November 2017 in Bremen, sein Thema: „Der Kampf um die Ostsee – gefährliche Eskalation im Baltikum“. Die Situation hält Lauterbach für äußerst bedrohlich. Er schloss sein Referat mit einer bitteren und pessimistischen Bemerkung: „Wenn jemand von Ihnen mit dem Gedanken spielen sollte, sich noch einmal die Kurische Nehrung oder die Backsteingotik von Riga anzuschauen, tun sie’s lieber schnell, als dass sie es lange aufschieben.“ Auf Einladung der Marxistischen Abendschule (MASCH) und des Bremer Friedensforums.

    USA wollen China isolieren

    Zölle gegen EU könnten neuverhandelt werden. Strafen gegen Beijing sollen verdoppelt werden

    Gemeinsam gegen Beijing (23.03.2018)

    BERLIN/WASHINGTON/BEIJING (Eigener Bericht) – Deutschland und die EU erhalten im Streit um US-Strafzölle einen Aufschub. Wie US-Präsident Donald Trump am gestrigen Donnerstag erklärte, werden die Strafzölle auf die Einfuhr von Stahl und Aluminium, die an diesem Freitag in Kraft getreten sind, für Unternehmen aus der EU vorläufig ausgesetzt. Erzielen Washington und Brüssel eine Einigung über die künftige Gestaltung ihres bilateralen Handels, dann bleiben die berüchtigten Maßnahmen für die EU außer Kraft. Gleichzeitig hat der US-Präsident umfassende Wirtschaftsmaßnahmen gegen die Volksrepublik China in Aussicht gestellt. Demnach sollen hohe Strafzölle verhängt und chinesische Investitionen in den Vereinigten Staaten erschwert werden. Auch die EU weitet ihre Strafzölle auf chinesische Produkte deutlich aus. Damit zeichnet sich eine ökonomische Frontstellung ab – EU und Nordamerika gegen China –, die der spürbar eskalierenden politischen Spannung zwischen dem Westen und China entspricht. Die bislang eher entspannende Wirkung der boomenden Wirtschaftskooperation wird geschwächt.

    Eskalation im Südchinesischen Meer: China wirft USA Verletzung der Souveränität vor

    Das chinesische Verteidigungsministerium hat den USA die Verletzung der Souveränität Chinas und die Bedrohung der Sicherheit des Landes vorgeworfen. Der Grund ist das Eintreffen des US-Zerstörers USS Mustin im Seegebiet der umstrittenen Inseln im Südchinesischen Meer.

    Warschaus Druckmittel

    Polen erhebt Reparationsforderungen an Deutschland und begibt sich damit auf rechtlich fragwürdiges Gebiet

    „Eines hat die polnische Reparationskampagne tatsächlich erreicht: Die BRD hält sich mit Kritik am innenpolitischen Vorgehen der Warschauer Regierungspartei PiS seit einigen Monaten auffällig zurück. Kein oder kaum ein Wort kam aus Berlin über die Unterordnung der polnischen Justiz unter die Exekutive, wie sie den Kern der von der EU kritisierten Justizreform ausmacht. Teilweise sicher deshalb, weil auch in Deutschland Richter von Ministern – also Vertretern der Exekutive – ernannt und – was Spitzenposten angeht – von Politikern gewählt werden. Zum anderen Teil aber sicher auch, weil die BRD gegenüber Polen den Ball flachhalten will.

    Beim letzten Besuch der Kanzlerin in Warschau kamen sogar rhetorische Zugeständnisse. Erstmals räumte Angela Merkel ein, dass auch Polen einen »Beitrag« zur »Lösung der Flüchtlingskrise« leiste, indem es Menschen »aus Zentralasien« aufnehme. Das wiederholt die Argumentation der polnischen Regierung, stimmt aber deshalb noch lange nicht. Die »Menschen aus Zentralasien« sind ethnische Polen, die als »Repatrianten« aus Kasachstan in die »alte Heimat« übersiedeln – die polnische Ausgabe der »Russlanddeutschen«. Außerdem hat Polen knapp 100.000 Tschetschenen aufgenommen, überwiegend Frauen und Kinder von Männern, die im antirussischen Untergrund kämpfen oder die dort dem falschen Clan angehören. Und schließlich gibt es im Land inzwischen geschätzt 1,5 Millionen Ukrainer. Sie sind aber keine Flüchtlinge, sondern Migranten, deren Arbeitskraft benötigt wird und die sich selbst unterhalten. Nur 300 Ukrainer haben 2017 laut Eurostat in Polen Asyl beantragt, ein Bruchteil der Zahlen für Italien, Spanien und Deutschland. Merkel akzeptiert also die Warschauer Mogeleien.

    Die Berliner Leisetreterei zeigt, dass sich die BRD an der Reparationsfront angreifbar fühlt – trotz ihrer formalrechtlich wasserdichten Position.“(rl)

    Wenn das mal keine Steilvorlage für Russlands ist …

  137. 137 Mattis 23. März 2018 um 19:47 Uhr

    „Deswegen, weil die feindlichen Mächte erstens Nationen sind und zweitens, weil diese Nationen sich kapitalistischer Ökonomie bedienen? … Die Verteidigung der Sowjetunion das gleiche wie der Angriff auf die Selbige?“ (Phineas)

    Da ist bei dir was durcheinandergeraten. Es war die Sowjetunion hier gar nicht das Thema – die war ja auch kein kapitalistischer Staatenbund – sondern es wurde hier von mir und anderen gerade davor gewarnt, Russland immer noch durch die SU-Brille zu sehen!

    Will Putin denn die Russen vor dem Kapitalismus bewahren? Und wenn Putin die Russen vor Krieg bewahren wollte, warum schickt er sie dann u.a. an die ukrainische Front? Um sicherzustellen, dass es keinen Krieg gibt? Die Sowjetunion wusste wenigstens noch, was Abschreckung ist, bis sie sich dann genau dem Prinzip zugewandt hat, gegen welches man zuvor die atomare Landesverteidung aufgebaut hatte.

    Das ist alles ganz rationell? Da hat Kritik nichts mehr zu suchen?

  138. 138 simply red 23. März 2018 um 20:50 Uhr

    Und wenn Putin die Russen vor Krieg bewahren wollte, warum schickt er sie dann u.a. an die ukrainische Front?

    Weil man sich einen Angriff nicht einfach durch einen einseitigen Rückzug entziehen kann, wenn der Feind es darauf angelegt hat eine Auseinandersetzung mit dir zu suchen! Die Sowjetunion bzw. Russland hat schon einmal den Rückzug angetreten, bzw. die Auflösung der Sowjetunion ist von den USA als Rückzug interpretiert worden, als unter Gorbatschow die Sowjetunion aufgelöst worden ist. Die Auflösung der Sowjetunion unter Gorbatschow hat die USA und in ihren Schlepptau die vom Größenwahnsinn befallenen Europäer als Schwäche Russlands gedeutet, mit der Konsequenz das sie bei der Konsolidierung Russlands, auch als bedeutende Großmacht, wieder auf Schwäche, und damit einhergehend auf einen Rückzug bzw. Zerfall Russlands in die ökonomische, politische usw. Bedeutungslosigkeit mit aller Gewalt, hingearbeitet haben.

    Alle Angebote Putins´ auf eine konstruktive Zusammenarbeit mit den USA bzw. den Europäern sind an der Verweigerungshaltung der USA bzw. Europas mit Russland auf Augenhöhe zu verhandeln, zurückgewiesen worden. Ihr werdet als politische Macht respektiert, aber unsere Angelegenheiten gehen euch nichts an! Das Russland gegenüber dem Westen in erster Linie nur noch auf Selbstverteidigung ausgerichtet ist (was natürlich auf der anderen Seite nicht ausschließt auf einer anderen Ebene auch als Weltmacht in Erscheinung zu treten) sieht man schon darin, dass Russland hinarbeitet ab 2019 den Gastransport nach Westeuropa über die Ukraine zu stoppen, und stattdessen über Northstream 2, oder gar über die Türkei oder Weissrussland zu gewährleisten. Wenn Europa das nicht gefällt, verwette ich meinen Weisheitszahn gegen deinen, daß Rußland sich entschlossener als bis dato dem Gasgeschäft mit China, Indien und anderen Partnern verstärkt zuwenden wird. Damit wird die Ukraine aus wirtschaftspolitischer Hinsicht für Russland auch bedeutungslos werden.

  139. 139 Mattis 23. März 2018 um 21:14 Uhr

    „Die Sowjetunion bzw. Russland hat darüberhinaus schon einmal den Rückzug angetreten, als unter Gorbatschow die Sowjetunion aufgelöst worden ist.“ (simply red)

    Meinst du, die haben das ökonomische System des Todfeindes übernommen, weil sie nicht anders konnten? Und finden es jetzt beschissen, dass sie sich als kapitalistisches Land behaupten müssen?

  140. 140 simply red 23. März 2018 um 21:48 Uhr

    Und du meinst wohl das wir Schuldfragen wälzen sollen.

  141. 141 Phineas 23. März 2018 um 23:45 Uhr

    @Mattis
    „Da ist bei dir was durcheinandergeraten. Es war die Sowjetunion hier gar nicht das Thema“

    Gewiss nicht. Die schäbigen Relativierungen, mit der du und andere wesentlich üblere Kommentare hier die RF in Haftung nehmen wollen, verdeutlichen sich gerade in der Analogie mit der SU. Die nichtsozialistische RF will sich eine fortgesetzte Umzingelung des Landes mit immer neuen Nato-Quexen und Raketen, insbesondere nach dem US/Europäischen Maidan-Putsch und anschließenden Terrorkrieg gegen die Ost-ukrainische Bevölkerung, nicht mehr länger gefallen lassen. Kurzfassung: Sie verdeutlicht dem angreifenden Imperium ihre atomare Erstschlags-Fähigkeit, die gesamte Ostküste der USA in kürzester Zeit platt machen zu können. Was tatsächlich mal ein Unterschied zur militärischen Situation der nichtsozialistischen SU im Kampf gegen Nazi-Deutschland anno 1941 markiert.

    „die Sowjetunion…war ja auch kein kapitalistischer Staatenbund“

    Ansichtssache. War die SU ein sozialistischer Staatenbund? Auch Ansichtssache. Terroristischer Staatenbund einer nationalbolschewistischen Inquisitionsherrschaft mit imperialen Ambitionen, dass trifft es wohl eher.
    „sondern es wurde hier von mir und anderen gerade davor gewarnt, Russland immer noch durch die SU-Brille zu sehen!“

    Danke, aber so eine Brille hatte ich eh nie auf.

    „Will Putin denn die Russen vor dem Kapitalismus bewahren?“

    Wollte etwa Stalin die Russen vor dem Kapitalismus bewahren? Witzbold.

    „Die Sowjetunion wusste wenigstens noch, was Abschreckung ist, bis sie sich dann genau dem Prinzip zugewandt hat, gegen welches man zuvor die atomare Landesverteidung aufgebaut hatte.“

    Genau diesen bösen Fehler hat sich der böse Putin zur Brust genommen.Und genau deswegen dreht das Imperium so auf.

  142. 142 libelle 24. März 2018 um 8:44 Uhr

    @Phineas, simply red – Habt ihr euch eigentlich mal überlegt, dass bei imperialistischer Konkurrenz immer irgend ein Staat das Opfer ist, das in Bedrängnis gerät? Wenn euer linkes Herz, das ihr für dieses Opfer entdeckt euren Verstand so benebelt, dass ihr vergesst, dass es die Staatekonkurrenz ist, die man kritisiert und ihr stattdessen dem Handeln eures Herzensstaates eine moralische Berechtigung attestieren wollt („hat nicht angefangen“, „ist eingekreist“ etc..), dann macht ihr euch zur 5. Kolonne dieses armen, moralisch in seinem Handeln tief berechtigten Staates.

    Ihr seid also keine Kritiker des Imperialismus mehr, sondern Parteigänger eines idealen Imperialismus, dem ihr die moralische Berechtigung verleiht zu tun was immer er tut.

    Russland hat sich schon mit seiner Gründung als Staat zu dieser Konkurrenz bekannt, musste sie nur, weil es bereits Staaten gab, die in ihr erfolgreich waren aus der Defensive betreiben. Und dazu gehört (auch mangels kapitalistischem Interesse am Rest der Welt) eben die Haltung, dass die anderen Staaten in dieser Konkurrenz „unfair“ agieren (mit ihrem Raketenabwehrsystem, der Verschiebung der Nato an die russischen Grenzen etc…) Da sollte man vielleicht mal fragen, was die Russen (und ihr als ihre 5. Kolonne) für Vorstellungen über diese Konkurrenz haben?!

  143. 143 Nestor 24. März 2018 um 12:18 Uhr
  144. 144 Mattis 24. März 2018 um 13:04 Uhr

    „Sie verdeutlicht dem angreifenden Imperium ihre atomare Erstschlags-Fähigkeit, die gesamte Ostküste der USA in kürzester Zeit platt machen zu können.“ (Phineas)

    Doch nicht, indem sie halbverdeckte Operationen in der Ost-Ukraine durchführt! Ganz sicher auch nicht dadurch, dass man in Syrien mitbombt.

    Und der Frage, wen Putin eigentlich schützen will und vor was, bist du mit einer schwachen Gegenfrage ausgewichen, die mit der heutigen Situation nichts zu tun hat:

    „Wollte etwa Stalin die Russen vor dem Kapitalismus bewahren? Witzbold.“

    Soll ich jetzt denken, wenn Putin dasselbe macht wie Stalin, muss es doch ok sein?

  145. 145 Krim 24. März 2018 um 13:57 Uhr

    „in dem die meisten Kosaken auf Seiten der Wehrmacht gekämpft haben.“

    Kosaken müssen dann wohl ein Fascho-Gen besitzen. Denn du willst ja wahrscheinlich nicht sagen, dass 95 jährige Opas im Donbass kämpfen.

    Selbst dein Artikel sagt:

    „Für das Operieren der Hundertschaft auf ukrainischem Boden gibt es keine eindeutigen Beweise.“

    Das ist doch die übliche verlogene Hetze, wo irgendwelche Zusammenhänge mit Verweis auf WWII konstruiert werden. Selbiges geht übrigens auch mit dem „Tages Anzeiger“: Dies führte auch dazu, dass 1931 ein Artikel von Adolf Hitler mit dem Titel «Was wollen wir Nationalsozialisten» und 1933 sieben Artikel von Benito Mussolini abgedruckt wurden. Die Berichterstattung über die Frontisten in den 1930er Jahren war unkritisch und nahm viel Platz ein.[4] (Wikipedia)

    “ Du übernimmst das Feindbild der Russen, indem du die Ukrainer mit Faschisten identifizierst.“

    Jetzt reichts aber wirklich. Gegenargumente jucken dich wohl nicht. Ich muss gar nichts identifizieren. Die Ukrainische Armee hat ganz offiziell faschistische Freichors geschlossen in die Armee aufgenommen und deren Führer sogar Regierungsposten gegeben. Es ist ganz umgekehrt. Du beteiligst dich an der neuen Russenhetze die überall in den Medien tobt und versuchst gegenteilige Stimmen mit dem Argument mundtot zu machen sie würden das Feindbild der Russen übernehmen. Ich hab den Westen schon kritisiert als es Russland noch gar nicht gab. Ich bin also nicht auf deren Feindbild angewiesen, um vom westlichen Imperialismus nichts zu halten.

    @stanko: „Und wer sind die Zweiten?“ Die Zweiten sind dann wohl die ganz normalen Nationalisten.

    @Phineas: Danke. Da bricht eine beispiellose Hetze über die Russen herein und was macht libelle und Mattis, sie beklagen Parteinahme für Russland. Geht’s noch. Bin ich im Irrenhaus gelandet.

    @simply red: „Weil man sich einen Angriff nicht einfach durch einen einseitigen Rückzug entziehen kann, wenn der Feind es darauf angelegt hat eine Auseinandersetzung mit dir zu suchen!“ Genau.

    @mattis: „Meinst du, die haben das ökonomische System des Todfeindes übernommen, weil sie nicht anders konnten?“ Was hat denn das mit dem Umstand zu tun, dass der Westen Russland gar nicht mehr ernst genommen hat, sondern sie wie ein Entwicklungsland behandelt hat, dessen Interessen sowieso bloß eine Anmaßung von Macht sind.

    „sondern es wurde hier von mir und anderen gerade davor gewarnt, Russland immer noch durch die SU-Brille zu sehen!“

    Das ist schon mehrmals zurückgewiesen worden. Niemand verwechselt Russland mit der SU. Deine „Warnung“ ist also bloß eine Anpisserei.

    „dann macht ihr euch zur 5. Kolonne dieses armen, moralisch in seinem Handeln tief berechtigten Staat“

    Na immerhin wirst du geständig, indem du dich auch vom Vokabular nicht mehr von der ganz normalen Russen und Linkenhetze unterscheidest. Wer dem Westen nicht Beifall klatscht, sondern einfach feststellt, dass Putin der weitere Auflösung und Sabotage des russischen Staates durch den Westen entgegentritt, der hat eigentlich Russland ins Herz geschlossen. Das erkennt Libelle ganz klar daran, dass einige hier nicht ins allgemeine Kriegsgeheul einstimmen wollen.

    @mattis: „Und der Frage, wen Putin eigentlich schützen will und vor was, bist du mit einer schwachen Gegenfrage ausgewichen, die mit der heutigen Situation nichts zu tun hat:“ Habe ich längst beantwortet. Aber wer den IS-Schergen das Händchen hält, von dem kann man wohl nicht erwarten dass solcherlei Erklärungen zur Kenntnis genommen werden.

  146. 146 libelle 24. März 2018 um 14:26 Uhr

    Die Ukrainische Armee hat ganz offiziell faschistische Freichors geschlossen in die Armee aufgenommen und deren Führer sogar Regierungsposten gegeben.

    Ja wenn man die erst berücksichtigen muss, dann fallen Ukraine und „Faschisten“ wohl nicht zusammen! Einfache Logik.

    Natürlich kämpfen die Kosaken da. Die nennt Russland „Freiwillige“. Woher haben die denn ihre T72, Artillerie und sonstige Gerätschaften? Auf dem „russischen Markt“ „gekauft“? Spinner! Diese (rechten) Freiwilligenverbände sind die paramilitärischen Einheiten mit denen Russland die Volksrepubliken am Leben erhält.

    Sonst: Faschisten in den Reihen der Volkswehr als „vereinzelt“, „ausgegraben“ zu bezeichnen und die in den Republiken kämpfenden Kosaken für „nicht bewiesen“ zu halten, die Abhaltung rechter internationaler Konferenzen in Russland, in dem keiner irgendwas machen kann, ohne dass das staatliche Duldung erfährt nicht zur Kenntnis zu nehmen, das Hoffieren des FN und sonstiger rechter Bewegungen (als die eine Hälfte der 5. Kolonne) zu ignorieren ist eben pro-russische Propaganda.

    Zur anderen Hälfte der 5. Kolonne Russlands gehören dann Typen wie du.

    Übrigens: Wenn schon, dann zitiere vollständig

    Für das Operieren der Hundertschaft auf ukrainischem Boden gibt es keine eindeutigen Beweise. Neben dem «Time»-Bericht dokumentiert jedoch auch ein Videobeitrag des Newsportals «Vice» aus der Stadt Krematorsk,

    …ich zitiere den Beitrag: „…he’s a Kosak from the Kuban region“

    Noch ein Beleg. Ich mache mir keine Illusionen, dass auch das für die Freunde der russischen Propaganda kein Beleg dafür sein kann, dass auf beiden Seiten Faschisten unterwegs sind, sondern wieder nur eine „ausgegrabene“ „Ausnahme“ (von ihren Einbildungen über diesen Krieg) sein kann.

    Hier noch ein Hinweis auf die Organisation Rusich mit dem schönen Eingeständnis, dass sich die Zwecke der Kommunisten und Faschisten un Noworussia nicht großartig unterscheiden.

  147. 147 NN 24. März 2018 um 14:59 Uhr

    Personal für den Krieg

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    High Noon am 1. Mai

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  148. 148 simply red 24. März 2018 um 15:38 Uhr

    @ libelle

    Russland hat sich schon mit seiner Gründung als Staat zu dieser Konkurrenz bekannt, musste sie nur, weil es bereits Staaten gab, die in ihr erfolgreich waren aus der Defensive betreiben

    Die Sowjetunion ist von Gorbatschow u.a. auch deswegen aufgelöst worden, weil die Konfrontation gegenüber den Westen aufgegeben werden sollte. Und auch das Verhältnis Rußlands zu den jetzt als Staaten neugegründeten ehemaligen Sowjetrepubliken sollte neu überdacht werden. Russland selbst ist auch deswegen zu einer bedeutenden Großmacht aufgestiegen, weil es von den unmissverständlichen, aber auch strunzdämlichen, Diktaten der westlichen Welt gegenüber ehemaligen Sowjetrepubliken profitiert hat. Die ehemaligen Sowjetrepubliken suchen jetzt die Schutzmacht Rußlands von selbst auf, und wird nicht mehr von Rußland selbst diktiert, wie es noch zu Zeiten war, als die Sowjetunion existiert hat.

    Und dazu gehört (auch mangels kapitalistischem Interesse am Rest der Welt) eben die Haltung, dass die anderen Staaten in dieser Konkurrenz „unfair“ agieren (mit ihrem Raketenabwehrsystem, der Verschiebung der Nato an die russischen Grenzen etc…)

    Welchen Zweck dient es denn deiner Auffassung nach, wenn Raketenabwehrsysteme an der Grenze zu Russland aufgebaut werden, oder wenn die Nato an der Grenze zu Russland mit Truppen aufmarschiert? Der böse Russe bezieht sich auf moralische Rechtstitel, während die Europäer ehrliche öffentliche Diskussionen über das Verhältnis der europäischen Staatsführungen zu Rußland führen. Die Europäer sind diejenigen, die sich in der Öffentlichkeit hinter einem Wulst an Rechtfertigungen bzw. Berechtigungstiteln verstecken. Die Betrachtungsweise Rußlands ist realistischer als diejenige der Europäer, und ist deswegen auch der Vorzug zu geben. Da frag ich mich echt wer hier moralische Berechtigungen für sein Anliegen ins Feld führt. *

    * Der Stoff an dem sich das Recht, und darauf bezogen das Rechtsempfinden von Staaten entlang manifestiert, ist doch real und nicht immer nur das Produkt einer Geisteshaltung eines Staates gegenüber seinem eigenen Rechtsempfinden. Die Raketenabwehrsysteme existieren wirklich, genauso wie (inter-)national anerkannte Regeln die Produktion und Aneignung von Waffensystemen im internationalen Staatenverkehr anerkennt und sanktioniert.

  149. 149 libelle 24. März 2018 um 16:04 Uhr

    Welchen Zweck dient es denn deiner Auffassung nach, wenn Raketenabwehrsysteme an der Grenze zu Russland aufgebaut werden, oder wenn die Nato an der Grenze zu Russland mit Truppen aufmarschiert?

    Es geht dabei immer um das Gleiche: Solche Systeme stellt man hin, um das Nukleararsenal des Gegners zu entwerten. Ich stelle das Interesse der NATO Russland als Gegner kleinzubekommen in keiner Weise in Frage, verstehe nur nicht, weshalb das für dich der Anlass sein soll für Russland Partei zu ergreifen. Was die NATO tut (wie auch Russland) entspricht der Logik der militärischen Seite dieser Konkurrenz und du muss dich eben entscheiden, ob du die kritisieren- ,oder sie mit vorgestellten Regeln der Fairness konfrontieren möchtest.

    Also ja, die NATO ist in der Offensive und Russland verteidigt sich. Wofür oder wogegen spricht das jetzt genau?

    Der böse Russe bezieht sich auf moralische Rechtstitel, während die Europäer ehrliche öffentliche Diskussionen über das Verhältnis der europäischen Staatsführungen zu Rußland führen. Die Europäer sind diejenigen, die sich in der Öffentlichkeit hinter einem Wulst an Rechtfertigungen bzw. Berechtigungstiteln verstecken. Die Betrachtungsweise Rußlands ist realistischer als diejenige der Europäer, und ist deswegen auch der Vorzug zu geben.

    Weshalb willst du denn einer Betrachtungsweise einen Vorzug geben?! Warum erklärst du nicht einfach worum diese Konkurrenz geht und gewinnst darüber die Notwendigkeiten, denen die Medien der jeweiligen Seite gehorchen? Warum willst du Würstchen in dem Konflikt dich auf die Seite irgend einer Partei stellen? Damit machst du dich unweigerlich zu deren nützlichem Idioten.

  150. 150 Phineas 24. März 2018 um 16:20 Uhr

    „Habt ihr euch eigentlich mal überlegt, dass bei imperialistischer Konkurrenz immer irgend ein Staat das Opfer ist, das in Bedrängnis gerät?“

    Hast du dir eigentlich mal überlegt, dass in der imperialistischen Welt immer die Volksgenossen der angegriffenen Staaten die ersten Opfer sind, die „in Bedrängnis“ geraten, wenn „ihre“ Staaten auf die Abschussliste von Imperialisten gesetzt werden (Irak, Libyen, Syrien…)? Soll das generelle Geiselstatut eines jeden Staatsbürgers auf dem Globus dafür herhalten vergessen zu machen, wer in dieser Staatenwelt Aggressor ist und wer nicht, wenn ganze Weltgegenden vermehrt auch militärisch ausgelöscht und unbewohnbar gemacht werden? Der in praktischer Geiselhaft befindliche Volksgenosse eines staatlichen Mitgliedes des westlichen Imperiums, dem so gut wie alle nützlichen Dienste und Kosten auch für diese Genozide praktisch auf geherrscht sind und dem das nicht am Arsch vorbei geht, wird als allererstes unterlassen, jeden sachlichen Verweis („hat nicht angefangen“, „ist eingekreist“ etc..) auf das staatliche Opfer/Täter Verhältnis in dieser Welt, als „moralische Herzensangelegenheit“ zu diskreditieren. So erübrigt sich es auch, dir die Mitgliedschaft einer 5. Kolonne von was auch immer anzukreiden. Das hast du oben schon selbst besorgt.

    „Russland hat sich schon mit seiner Gründung als Staat zu dieser Konkurrenz bekannt, musste sie nur, weil es bereits Staaten gab, die in ihr erfolgreich waren aus der Defensive betreiben.“

    Ist das nicht die Fortsetzung des alten Ideals „Friedlicher Koexistenz“, nun als kapitalistischer Konkurrent im vollendet durchgesetzten Weltmarkt?

    Und dazu gehört (auch mangels kapitalistischem Interesse am Rest der Welt) eben die Haltung, dass die anderen Staaten in dieser Konkurrenz „unfair“ agieren (mit ihrem Raketenabwehrsystem, der Verschiebung der Nato an die russischen Grenzen etc…) Da sollte man vielleicht mal fragen, was die Russen (und ihr als ihre 5. Kolonne) für Vorstellungen über diese Konkurrenz haben?!“

    Darüber könnt man streiten, wenn ich denn wollte.

  151. 151 libelle 24. März 2018 um 16:37 Uhr

    @Phineas

    Hast du dir eigentlich mal überlegt, dass in der imperialistischen Welt immer die Volksgenossen der angegriffenen Staaten die ersten Opfer sind, die „in Bedrängnis“ geraten, wenn „ihre“ Staaten auf die Abschussliste von Imperialisten gesetzt werden (Irak, Libyen, Syrien…)? Soll das generelle Geiselstatut eines jeden Staatsbürgers auf dem Globus dafür herhalten vergessen zu machen, wer in dieser Staatenwelt Aggressor ist und wer nicht, wenn ganze Weltgegenden vermehrt auch militärisch ausgelöscht und unbewohnbar gemacht werden?

    Und da stellt sich eben die Frage, ob man gegen diese Art nationalstaatlicher Verfasstheit sein möchte, oder ob man gute von schlechten Teilnehmern dieser Konkurrenz unterscheiden will (Agressoren vs. „friedliebende Nationastaaten“ (!!?!?)) Dem ist entgegenzuhalten, dass es lediglich die Position ist, die Russland so erscheinen lässt und nicht das Vorhandensein besonders guter Zwecke. Dort wo sie zuschlagen geht es den Volksgenossen der gegnerischen Seite genauso schlecht wie denen, die unter amerikanischen „Agressionen“ leiden.

  152. 152 Phineas 24. März 2018 um 17:25 Uhr

    @ Libelle
    Na wenn das der Streitpunkt ist, ob, oder ob nicht ausschließlich die aktuell untergeordnete POSITION der Russen den Grund dafür hergibt, dass sie (noch) nicht weltweit Kriege und Genozide vom Zaun brechen bis an die Schwelle nuklearer Totalvernichtung, wie es das westliche Imperium derzeit veranstaltet, dann frägt es sich, warum du so bemüht bist, die aktuellen und offensiven Weltkrieger, mit dem Verweis zu verharmlosen und zu relativieren, die Adressaten der westlichen Kriegsandrohungen, China und Russland, wären in einer IMPERIALEN POSITION ja mindestens genau so schlimme Finger. Wem schert diese Binse, ginge es denn wirklich darum, den aktuellen Kriegstreibern mit Kritik und Tat entgegenzutreten, wenn man noch ein paar Jahre leben will!?

  153. 153 simply red 24. März 2018 um 18:08 Uhr

    @ libelle

    Es geht dabei immer um das Gleiche: Solche Systeme stellt man hin, um das Nukleararsenal des Gegners zu entwerten. Ich stelle das Interesse der NATO Russland als Gegner kleinzubekommen in keiner Weise in Frage, verstehe nur nicht, weshalb das für dich der Anlass sein soll für Russland Partei zu ergreifen. Was die NATO tut (wie auch Russland) entspricht der Logik der militärischen Seite dieser Konkurrenz und du muss dich eben entscheiden, ob du die kritisieren- ,oder sie mit vorgestellten Regeln der Fairness konfrontieren möchtest.

    Die von dir vorgestellten „Regeln der Fairness“ hast du ins Spiel gebracht, damit die Nato als Aggressor einer politischen oder etwaigen militärischen Auseinandersetzung mit Russland aus der Schusslinie gebracht wird. Mal behauptest du der Zweck dieses militärischen Bedrohungsszenarios ist die Nuklearbewaffnung des Gegners zu entwerten, mal soll ein nebulöses Kleinmachen des Gegners der Zweck sein. Du entziehst dich einfach eine Parteinahme dieses Zwecks, daß es nämlich ein ungemütlich Zweck ist, was die USA gegen Rußland in Gang gebracht hat. Noch mal die Frage an dich: Für welchen Zweck haben die USA und ihrer Verbündete an der Grenze Russlands ein Raketenabwehrsystem installiert, welches politisches Motiv ist mit diesem militärischen Bedrohungsszenario verbunden? Diese Frage hast du nicht beantwortet.

    Rußland möchte keinen Krieg, nicht mal eine Konfrontation mit den USA und seinen Verbündeten führen, sondern strebt eine konstruktive Zusammenarbeit an, schlimmstenfalls soll Rußland einfach nur von den Aggressionen und Feindseligkeiten der USA in Ruhe gelassen werden. Ich weiss auch das dieses Projekt mit Widersprüchen gespickt ist. Warum ich diese politische Strategie aufgeschlossen bin ist klar, ich möchte nämlich dass ich und viele andere Menschen noch ein paar Jahre in Frieden leben, und stehe daher dieser Strategie des politisches Ausgleichs Rußlands gegenüber den Weltmacht- und Weltwirtschaftsmächten positiv gegenüber.

    Weshalb willst du denn einer Betrachtungsweise einen Vorzug geben?! Warum erklärst du nicht einfach worum diese Konkurrenz geht und gewinnst darüber die Notwendigkeiten, denen die Medien der jeweiligen Seite gehorchen?

    Das habe ich doch schon längst. Russland sieht sich aufgrund der geographischen und sonstigen Reichweite seiner politischen und wirtschaftlichen Macht, der Pluralität seines gesellschaftlichen und politischen Umfelds, einer Politik des Ausgleichs zwischen konkurrenzträchtigen Geschäfts- und Politikfeldern der Nationen, vor allem auch des Ausgleichs zwischen den alten und neuen aufstrebenden Wirtschafts- und Weltmächten, verpflichtet. Da der Westen zum einen auf Hegemonie über für sie brauchbaren und mit vergleichbaren Ambitionen ausgestatteten Nationen aus ist, auf der anderen Seite aber selbst sich mit dem Niedergang seiner politischen und wirtschaftlichen Macht konfrontiert sieht, werden Rußland sowie zugleich Rulands Politik des Ausgleichs mit Feindseligkeiten ausgestattet und von ihm bekämpft. Auf eine eigene Darstellung russischer oder amerikanischer Ziel- und Strategievorstellungen von dir werde ich wohl auch in Zukunft vergeblich warten.

  154. 154 Mattis 24. März 2018 um 21:33 Uhr

    Überraschend finde ich schon, dass von Leuten, die ansonsten in ihrer Staatskritik sehr viel fundamentaler argumentieren als ich, jetzt plötzlich sogar eine Nation, auch noch eine kapitalistische, als friedliebende Schutzmacht ihrer Bürger beurteilt wird – nur weil die gegnerischen Mächte momentan in der stärkeren Position sind. Russland als praktische Widerlegung aller Theorien über den Imperialismus kapitalistischer Staaten. Stattdessen Garantiemacht für Frieden und fairen Handel. Paradigmenwechsel nennt man sowas.

    @Phineas:
    Das ist wirklich die älteste Klamotte, eine objektive Sicht auf Russland als Relativierung und Verharmlosung der westlichen Kriegsandrohungen zurückzuweisen. Diese Tour war doch immer das Vorrecht der DKP! Bist du nicht dafür, dann sprichst du für den Feind – das ist die Logik bornierter Parteilichkeit – Danke fürs kritische Niveau. Ich bin dann erstmal raus.

  155. 155 Krim 24. März 2018 um 22:06 Uhr

    „Ja wenn man die erst berücksichtigen muss, dann fallen Ukraine und „Faschisten“ wohl nicht zusammen!“

    Deshalb sind es ja ukrainische Faschisten. Zwei Wörter. Pfeife. Das heißt das die Unterscheidung zwischen Faschisten und Ukrainischer Armee gar nicht mehr eindeutig getroffen werden kann. Die Grenzen sind fließend bis nicht mehr vorhanden. Die Gerätschaften haben die Sparatisten z.B. erbeutet.

    „Zur anderen Hälfte der 5. Kolonne Russlands gehören dann Typen wie du.“

    Na klar. Das braucht natürlich ein westlicher Kriegtreiber wie du der sich zum Hobby macht die Heimatfront zu begradigen. Alle die nicht Hurra schreien und in die antirussische Hetze einstimmen, gehören eben nicht zu uns sondern zum Feind – du Faschist.

    „als friedliebende Schutzmacht ihrer Bürger beurteilt wird – nur weil die gegnerischen Mächte momentan in der stärkeren Position sind.“ Du stellst dich einfach nicht der Realität.
    Gegen ein Weltmacht wie die USA und die Nato, kannst du überhaupt nur bestehen, überleben, wenn du ihnen eine zumindest in etwa entsprechende Gewalt entgegenstellst. Alles andere sind fromme Wünsche und fromme Sprüche. Selbst das schönste kommunistische Gemeinwesen müsste das. Und Russland muss das eben auch. Russland macht das nicht um Kontrolle über Rohstoffe zu haben. Die haben Rohstoffe. Russland ist eben nicht der Aggressor – der Westen ist das. Libelle kommt hier mit dem gleichen Argument das er gegen Kommunisten im Inland anführt. Kommunisten sind nämlich gewaltgeil und blutrünstig, weil sie im Angesicht der Staatsgewalt nicht kapieren, dass der Staat am längeren Hebel sitzt. Das sin unbelehrbare Betonköpfe. Also sind sie in Wahrheit selbst schuld wenn der Staat sie aus dem Weg räumt. Die wollen es ja nicht anders. Und die gleiche Logik zieht er jetzt mit den Russen durch. Ja wenn die Russen eine Gewalt aufstellen gegen den Westen, dann braucht man ihnen ja nicht nachtrauern, wenn der Westen einen Krieg gegen sie anzettelt. Das sind die gleichen schlimmen Finger und deswegen soll man es hinnehmen das der Westen sie schlachtet.

  156. 156 stankovic 24. März 2018 um 22:16 Uhr

    Das braucht natürlich ein westlicher Kriegtreiber wie du der sich zum Hobby macht die Heimatfront zu begradigen.

    Du bist einfach nur ein Spinner!

  157. 157 Krim 24. März 2018 um 22:24 Uhr

    Sagt Trollovic.

  158. 158 Phineas 24. März 2018 um 22:34 Uhr

    Weil Mattis Bornierung eine objektive SICHT sein will, können andere Sichten nur Klamotte, Tour, DKP, Antilogisch und Parteilich sein. Verständlicherweise würd er auch nie in den Krieg ziehen wollen, wie Zigtausende Kommunisten, Anarchisten und Sozialisten im WK 2, die als 5. Kolonne der imperialistischen Konkurrenten, in u. a. sowjetischer, französischer und US-amerikanischer Uniform, gegen die deutschen Faschisten kämpften und siegten.

  159. 159 libelle 25. März 2018 um 11:42 Uhr

    @Phineas

    …dann frägt es sich, warum du so bemüht bist, die aktuellen und offensiven Weltkrieger, mit dem Verweis zu verharmlosen und zu relativieren, die Adressaten der westlichen Kriegsandrohungen, China und Russland, wären in einer IMPERIALEN POSITION ja mindestens genau so schlimme Finger. Wem schert diese Binse, ginge es denn wirklich darum, den aktuellen Kriegstreibern mit Kritik und Tat entgegenzutreten, wenn man noch ein paar Jahre leben will!?

    Die größenwahnsinnige Seite deiner Antwort, dass ausgerechnet du in der Lage wärst einen Weltkrieg zu verhindern oder dieser Konkurrenz irgendwas zu diktieren mal beiseite gelassen:

    Wenn du den Kriegstreibern entgegentreten willst, musst du allen Nationalstaaten entgegentreten d.h. du musst Nationalismus und Imperialismus kritisieren und eben nicht dem Imperialismus der Nation, die sich in der Defensive befindet menschenfreundliche Zwecke wie Kriegsverhinderung attestieren wollen. Wenn Russland das von sich behauptet, dann sind da immer die Ansprüche dieser Nation die sie willens ist mit allen Mitteln durchzsetzen als Bedingung des Friedens mitgedacht. Wenn Russland wirklich nur keinen Krieg wollte, könnten sie ihr Arsenal einfach übergeben und sich als Nation auflösen, dann fände er auch nicht statt. Daran, dass das überhaupt keine Option für die Russen ist könntest auch du erkennen, worum es geht: Sich als Nation in dieser Konkurrenz zu behaupten und durchzusetzen.

    Dass du den Unterschied zwischen der Kritik nationaler Konkurrenz und der Parteilichkeit für das russische oder westliche Lager verwechselst merkt man dann daran, dass du ihn auf die Frage herunterbringen willst, wer schlimmer sei. Fällt dir denn nicht auf, dass genau so noch jeder Krieg gerechtfertigt wird. So gehen dann auch die Leichen die Russland in Syrien produziert in Ordnung: die vom Westen oder dem IS produzierten wären eben schlimmer. Und die westlichen Medien wissen diesen Zusammenhang selbstredend in umgekehrter Richtung anzuwenden, da verhindert die NATO auch in einer Tour Schlimmeres.

    @simply red

    Die von dir vorgestellten „Regeln der Fairness“ hast du ins Spiel gebracht, damit die Nato als Aggressor einer politischen oder etwaigen militärischen Auseinandersetzung mit Russland aus der Schusslinie gebracht wird. Mal behauptest du der Zweck dieses militärischen Bedrohungsszenarios ist die Nuklearbewaffnung des Gegners zu entwerten, mal soll ein nebulöses Kleinmachen des Gegners der Zweck sein.

    Zum “nebulösen Kleinmachen”. Es geht dem Westenund seiner Führungsmacht USA darum alle Konkurrenten seiner Weltordnungsansprüche zu unterwerfen und in seine Weltordnung einzusortieren. Es geht also nicht um einen Krieg um des Krieges willen, sondern um das Ausschalten, Unterwerfen von Konkurrenten. Und weil einer dieser Konkurrenten über ein Nukleararsenal verfügt, stellt man ein Raketenabwehrsystem hin, das versucht zu verhindern, dass die gestarteten Atomraketen überhaupt sein Territorium verlassen können, auf jeden Fall aber möglichst kurz nach dem Start abgeschossen werden. Das entwertet die nukleare Erst- und Zweitschlagskapazität des Gegners, weil er diese Schläge dann(im Idealfall) schlicht und ergreifend nicht mehr führen kann. Im Fall des Gelingens dieses Unterfangens ist der Gegner auf die Art “kleingemacht”, “untergeordnet”, muss sich der NATO Weltordnung fügen.

    Du entziehst dich einfach eine Parteinahme dieses Zwecks, daß es nämlich ein ungemütlich Zweck ist, was die USA gegen Rußland in Gang gebracht hat.

    Absolut richtig, dass dieser Zweck ungemütlich ist. Nur kann den ein Nationalstaat nur auf einer sehr formellen Ebene in der Position in der die USA ist wirklich bleiben lassen. Es liegt eben in der Logik nationaler Konkurrenz, dass sie das versuchen müssen. Und genau deshalb sollte man die kritisieren und sich nicht zum Parteigänger der Nation machen, die den defensiven Part in dieser Konkurrenz hat. Auch Russland kann das nicht lassen, wenn sie eine Möglichkeit dazu haben. Auch die SU hat Eroberungspläne für Westeuropa unter Einsatz nuklearer Gefechtsfeldwaffen entwickelt etc… Es ist dumm da Partei ergreifen zu wollen. Der Irrsinn, dem sich die weltpolitische “Vernunft” widmet verdient Kritik und nicht verständnisvolle Anteilnahme.

    Rußland möchte keinen Krieg, nicht mal eine Konfrontation mit den USA und seinen Verbündeten führen, sondern strebt eine konstruktive Zusammenarbeit an, schlimmstenfalls soll Rußland einfach nur von den Aggressionen und Feindseligkeiten der USA in Ruhe gelassen werden. Ich weiss auch das dieses Projekt mit Widersprüchen gespickt ist. Warum ich diese politische Strategie aufgeschlossen bin ist klar, ich möchte nämlich dass ich und viele andere Menschen noch ein paar Jahre in Frieden leben, und stehe daher dieser Strategie des politisches Ausgleichs Rußlands gegenüber den Weltmacht- und Weltwirtschaftsmächten positiv gegenüber.

    Es stimmt nicht, dass Russland keinen Krieg möchte. Sie führen doch einen in Syrien!!! Den kann man nicht führen, ohne ihn zu wollen. Einen Krieg gegen die Nato zu initiieren ist allerdings nichts was sie im Augenblick wollen. Das liegt eben daran, dass dieser Zug für sie im Augenblick nicht auf dem Brett ist. Du benimmst dich wie jemand, der einem Schachspieler absprechen will den Gegner matt setzen zu wollen, nur weil er es im Augenblick nicht kann. Was Russland nicht hat nennt sich strategische Initiative. Die hat nach wie vor die NATO (d.h. die haben einen Plan für ein Matt und verfolgen ihn).

    Sonst teilst du den Größenwahnsinn von Phineas. An euch wird nicht liegen, ob dieser Krieg stattfindet oder nicht, sondern das wird sich daran entscheiden, ob es einer der Kontrahenten schafft das militärische Patt zu überwinden. Und mach’ dir über Russland da mal keine Illusionen – auch die würden die Chance, die sich daraus ergibt nicht verstreichen lassen. Das wäre ein strategischer Fehler und von denen Macht Putin bekanntlich recht wenige.

  160. 160 libelle 25. März 2018 um 11:55 Uhr

    Die Gerätschaften haben die Sparatisten z.B. erbeutet.

    Ich lach‘ mich tot! Sicher gibt es ein paar Beutewaffen auf beiden Seiten. Nur kann man darauf keinen Krieg gründen.

  161. 161 Krim 25. März 2018 um 12:04 Uhr

    Für Russland in einen Krieg ziehen, würde ich übrigens auch nicht und für Imperialisten gegen Faschisten würde ich auch nicht in den Krieg ziehen. Der Feind meines Feindes ist nämlich noch lange nicht mein Freund. Ich habe zu beiden Seiten einen Gegensatz. Das hindert mich aber nicht an einem Urteil, welches das Verhältnis beider Seiten zueinander charakterisiert. Und die Feindschaft die aktuell der Westen Russland anträgt, ist nicht die Folge des russischen Imperialismus, sondern eine Folge des totalitären westlichen Anspruches auf Weltherrschaft.

  162. 162 Krim 25. März 2018 um 12:11 Uhr

    Nicht auf beiden Seiten. Natürlich war in der Ostukraine auch Militär stationiert, das dann in die Hände der Separatisten gefallen ist. Außerdem hat die ukrainische Armee mehrmals auf die Schnauze gekriegt. Bei solchen Gelegenheiten ist den Separatisten Unmengen an Kriegsmaterial in die Hände gefallen. Meines Wissens konnte nie nachgewiesen werden, dass es regelmäßig russische Waffenlieferungen an die Separatisten gab.

    Die nichtfaschistischen Soldaten in der Ukrainischen Armee hatten übrigens zum großen Teil erhebliche Skrupel auf Landsleute zu schießen. Viele sind desertiert oder haben sich erst gar nicht rekrutieren lassen. Auch das ist ein Grund warum die Kämpfer in der ukrainischen Armee zum großen Teil Faschisten waren.

    „Wenn Russland wirklich nur keinen Krieg wollte, könnten sie ihr Arsenal einfach übergeben und sich als Nation auflösen, dann fände er auch nicht statt.“

    Q.e.d.

    Blödsinn. Vielleicht wollen sie ja auch ihr Volk nicht einfach den imperialistischen Menschenfressern ausliefern. Was glaubst du denn was mit den Russen passieren würde, wenn sie sich dem Westen einfach ausliefern. – Massenelend wäre die Folge, das das Elend der Nachsowjetära wie ein Dreisternerestaurant aussehen lassen würde. Also selbst wenn sie nur keinen Krieg wollen und nicht als ganzes Volk ins bitterste Elend gedrückt werden wollen, müssen sie eine Gegengewalt organisieren.

    „Es geht also nicht um einen Krieg um des Krieges willen,“

    LOL! Daran, dass du so einen Popanz bemühen musst, merkt man d e i n e Parteilichkeit. Wer führt den Krieg um des Krieges willen? Höchstens der wahnsinnige Überschurke aus James Bond Filmen mit dem verrückten Bösewichtlachen. – Uahahahahaha!

    Im Fall des Gelingens dieses Unterfangens ist der Gegner auf die Art “kleingemacht”, “untergeordnet”, muss sich der NATO Weltordnung fügen.

    Wer ist also der Aggressor? Hat Russland einen Raketenabfangschild an den Grenzen der USA stationiert oder versucht die USA damit einen Atomkrieg führbar und gewinnbar zu machen. Russland wäre nämlich und war mit dem atomaren Patt durchaus zufrieden.

    „Du benimmst dich wie jemand, der einem Schachspieler absprechen will den Gegner matt setzen zu wollen, nur weil er es im Augenblick nicht kann.“ Die Frage ist warum du über die strategischen Ziele desjenigen spekulierst, der eine reine Abwehrpartie spielt. Die Situation der Russen ist die ein Remis zu erreichen und nicht das Spiel zu drehen. Das kommt mir seltsam vor. Der geeinte Westen rottet sich hinter GB zusammen gegen Russland und du hast nichts anderes zu tun, als über die bösen Absichten der Russen zu spekulieren wenn sie die „strategische Initiative“ inne hätten.

    Du führst eben einen Krieg um die Köpfe und lenkst in einem Augenblick, indem die Aggression klar vom Westen ausgeht, von diesem Geschehen ab und spielst den Unparteiischen, der ganz genau weiß, dass die Russen „genauso“ schlimme Finger sind.

  163. 163 stankovic 25. März 2018 um 13:47 Uhr

    „Vielleicht wollen sie ja auch ihr Volk nicht einfach den imperialistischen Menschenfressern ausliefern. Was glaubst du denn was mit den Russen passieren würde, wenn sie sich dem Westen einfach ausliefern.“

    Die Russen haben ihr Volk lieb und wollen es einfach nur schützen vor menschenfressenden Zombies. Es wird alles zu schätzen lernen, was mit ihm in Putins Reich angestellt wird, sobald sich ihm irgendwann mal der menschenfreundliche Zweck des russischen Staates erschließt.

    Hier üble antirussische Propaganda aus dem Westen:

    https://www.youtube.com/watch?v=r7UZl8trAYo
    https://www.youtube.com/watch?v=NVFLEiZC2gg

  164. 164 simply red 25. März 2018 um 14:41 Uhr

    @ libelle

    Es geht dem Westenund seiner Führungsmacht USA darum alle Konkurrenten seiner Weltordnungsansprüche zu unterwerfen und in seine Weltordnung einzusortieren. …

    Das stimmt, bloß erklärt diese von dir als allgemeine Anspruchshaltung deklarierte nicht die besondere Anspruchshaltung der Führungsmacht USA gegenüber allen anderen konkurrierenden Weltordnungsmächten. Die besonderen Weltordnungsansprüche Rußlands und der USA, und das Verhältnis dieser Ordnungsansprüche zueinander, habe ich in allgemeinen Zügen hier ausgearbeitet.

    Deine Gleichgültigkeit zeichnet sich auch in folgende Militärdoktrin der USA, welche gegenüber Rußland verfolgt werden soll, aus:

    Und weil einer dieser Konkurrenten über ein Nukleararsenal verfügt, stellt man ein Raketenabwehrsystem hin, das versucht zu verhindern, dass die gestarteten Atomraketen überhaupt sein Territorium verlassen können, auf jeden Fall aber möglichst kurz nach dem Start abgeschossen werden. Das entwertet die nukleare Erst- und Zweitschlagskapazität des Gegners, weil er diese Schläge dann(im Idealfall) schlicht und ergreifend nicht mehr führen kann.

    Wenn die USA ja bloß eine defensive Grundhaltung in der Ausübung ihrer Militärstrategie gegen Rußland ausüben, dann spricht das selbstverständlich auch für das Zugeständnis eines Berechtigungsausweises gegenüber diesen Weltordnungsansprüchen der USA aus.

  165. 165 Krim 25. März 2018 um 14:49 Uhr
  166. 166 simply red 25. März 2018 um 14:56 Uhr
  167. 167 Phineas 25. März 2018 um 15:36 Uhr

    „Die größenwahnsinnige Seite deiner Antwort, dass ausgerechnet du in der Lage wärst einen Weltkrieg zu verhindern oder dieser Konkurrenz irgendwas zu diktieren mal beiseite gelassen“

    Schon eine Unterstellung in der Einleitung. Wer’s nötig hat, geschenkt.

    „Wenn du den Kriegstreibern entgegentreten willst, musst du allen Nationalstaaten entgegentreten d.h. du musst Nationalismus und Imperialismus kritisieren“

    Genau. Nationalismus und Imperialismus kritisieren. Und redliche Kritiker kritisieren das zu allererst mal an den offensiv-aggressiv auftretenden Kriegstreiber-Nationen, und zwar an denen, die ihre Steuern eintreiben.

    „und eben nicht dem Imperialismus der Nation, die sich in der Defensive befindet menschenfreundliche Zwecke wie Kriegsverhinderung attestieren wollen. Wenn Russland das von sich behauptet, dann sind da immer die Ansprüche dieser Nation die sie willens ist mit allen Mitteln durchzsetzen als Bedingung des Friedens mitgedacht. Wenn Russland wirklich nur keinen Krieg wollte, könnten sie ihr Arsenal einfach übergeben und sich als Nation auflösen, dann fände er auch nicht statt.“

    Immer wieder der gleiche Scheiß. Im Übrigen könnte eine mit Krieg Bedrohte Nation („in Defensive befindliche Nation“, was für ein hübscher Euphemismus!) den angedrohten Krieg eh nur durch zwei überzeugende Argumente „verhindern“, erstens durch die Fähigkeit mindestens gleichwertige Gewaltpotentiale auffahren zu können, oder eben durch Kapitulation. Dass du hier ein NATO-Wunschkonzert veranstaltest und für den SmashHit: Kapitulation, „Auflösung der russischen Nation“ votierst, wundert mich mittlerweile überhaupt nicht mehr. Das gleiche gilt, wo einer diese NATO-Arie im fundamentalkritischen Gewande trällert und kaum einer wills bemerken.

    „könntest auch du erkennen, worum es geht: Sich als Nation in dieser Konkurrenz zu behaupten und durchzusetzen.“

    Ja. Hast du auch schon erkennen können, dass die Erde keine Scheibe ist?

    „Dass du den Unterschied zwischen der Kritik nationaler Konkurrenz und der Parteilichkeit für das russische oder westliche Lager verwechselst merkt man dann daran, dass du ihn auf die Frage herunterbringen willst, wer schlimmer sei. Fällt dir denn nicht auf, dass genau so noch jeder Krieg gerechtfertigt wird.“

    Hier lügst du nicht zum ersten Mal.

    So gehen dann auch die Leichen die Russland in Syrien produziert in Ordnung: die vom Westen oder dem IS produzierten wären eben schlimmer. Und die westlichen Medien wissen diesen Zusammenhang selbstredend in umgekehrter Richtung anzuwenden, da verhindert die NATO auch in einer Tour Schlimmeres.“

    Du Heuchler. Dir gehen Leichen am Arsch vorbei. Lies mal die Syrienbeiträge dieses Blogs.

  168. 168 stankovic 25. März 2018 um 15:52 Uhr

    Dass krims rührende Anteilnahme an den Nöten des russischen Imperialismus und seine klammheimliche Freude darüber, wie hin und wieder mal dem Westen ein Schnippchen geschlagen wird, gleichgültig macht gegenüber dem Leid derjenigen, die als menschliches Inventar für Russlands Projekt in Beschlag genommen werden, ist eine notwendige Konsequenz der Parteilichkeit. Wer mit Russland mitfiebert, der stört sich nicht an der Rolle der menschlichen Wurmexistenzen, die qua staatlicher Gewalt mit Haut und Haar eingespannt oder aussortiert werden für den imperialistischen Erfolg ihrer Nation. Wenn es um diejenigen aber gar nicht geht, worauf will dann ein krimscher Kommunismus noch hinaus? Von daher passt das teuflische Lachen – nimmt man ihm die kokette Ironie – dann doch wie die Faust aufs Auge oder der Atompilz über Washington.

  169. 169 Mattis 25. März 2018 um 16:35 Uhr

    „Und redliche Kritiker kritisieren das zu allererst mal an den offensiv-aggressiv auftretenden Kriegstreiber-Nationen, und zwar an denen, die ihre Steuern eintreiben.“ (Phineas)

    Längst geschehen, ich bin ja darob schon als „Putin-Versteher“ klassifiziert worden. Das ist quasi der spiegelbildliche Vorwurf der anderen Seite. Ganz schön verrückt.

    Und: Dein „zu allererst mal“ ist ja eine Lüge, pure Heuchelei. Denn sobald man darüber hinaus in ein paar Kommentaren auch mal Russland kritisiert, da wo es hingehört, schon ist man kein „redlicher Kritiker“ mehr. Sondern? Sowas wie ein Vaterlandsverräter?

  170. 170 stankovic 25. März 2018 um 16:39 Uhr

    Jetzt da der pro-russische Antiimperialsmus uns lehrt, dass Imperialismus doch in Ordnung gehen kann, solange ein Staat sich dabei gegen die maßgeblichen Mächte auf der Welt auflehnt, sollte dann der deutsche Nationalsozialismus nicht neu beurteilt werden?

  171. 171 stankovic 25. März 2018 um 16:48 Uhr

    @mattis

    Natürlich ist es verrückt! Aber aus dem Verrückten spricht nichts anderes als die Logik deren Parteilichkeit: Solange Du dich nicht auf die russische Seite schlägst, wirst Du als Agent der Gegenseite diffamiert, egal wie oft Du deine eigene Unparteilichkeit betonst und darlegst. In einer binären Freund-Feind-Logik findet deine Stellungnahme keinen anderen Platz: Bist Du nicht für Russland, bist Du für die Nato!

  172. 172 Mattis 25. März 2018 um 16:48 Uhr

    @Krim:
    „Die Frage ist warum du über die strategischen Ziele desjenigen spekulierst, der eine reine Abwehrpartie spielt. Die Situation der Russen ist die ein Remis zu erreichen und nicht das Spiel zu drehen.“

    Was macht ein Nationalstaat, wenn er ein Remis erreicht hat? Er nimmt sich vor, beim nächstenmal erfolgreicher zu sein.

    Außer natürlich man ist so ein reiner Abwehrspieler wie der Ex-KGB-Chef.

  173. 173 Krim 25. März 2018 um 18:02 Uhr

    Mattis: Beantworte doch mal die Frage. Warum kritisierst du die Opfer des US-Imperialismus nicht jedoch den US-Imperialismus.

    Ich würde diesen Zirkus hier ja einigermaßen nachvollziehen können, wenn Russland gerade dabei wäre in Lettland einzumarschieren. Ist aber nicht der Fall. Das Gegenteil ist der Fall. Der Westen schließt sich einig hinter GB zusammen und überlegt mit welchen Schweinereien er Russland noch unter Druck setzen kann. Dazu von euch kein Wort. Aber Russland üble Absichten unterstellen, weil es wie alle anderen ein Nationalstaat ist, der wenn er in Zukunft v i e l l e i c mal ein Gleichgewicht erreicht, v i e l l e i c h t vom Leitbild der Multipolaren Welt wieder abrückt. Das ist verrückt.

  174. 174 Phineas 25. März 2018 um 18:04 Uhr

    „Längst geschehen“
    (Mattis)

    Na ist doch gut so. Der Rest ist Strullerei und Unterstellung.

  175. 175 Mattis 25. März 2018 um 20:46 Uhr

    @Krim:

    „Beantworte doch mal die Frage. Warum kritisierst du die Opfer des US-Imperialismus nicht jedoch den US-Imperialismus.“

    Mit wievielen Kommentarzeilen muss ich denn den US-Imperialismus anprangern, um gnädigerweise auch mal Russland objektiv beurteilen zu dürfen?

    Und ob man im Falle der Russischen Föderation so einfach von „Opfer“ sprechen kann, das genau finde ich ja diskussionswürdig. Und zwar hier, gewissermaßen intern.

    Jedes Thema hat seinen Ort und seine Zeit.
    Meine Kritik an USA und NATO bringe ich vorrangig dort an, wo ich brave Bürger damit konfrontieren kann. Scheint mir mehr Sinn zu machen, als Eulen nach Athen zu tragen.

    Im übrigen hab ich die Frage schonmal beantwortet:
    http://nestormachno.blogsport.de/2018/03/13/entenproduktion-marke-west/#comment-33521

  176. 176 Krim 26. März 2018 um 0:55 Uhr

    „um gnädigerweise auch mal Russland objektiv beurteilen zu dürfen?“ Ja dann beurteile Russland doch objektiv. Ich höre immer bloß: Weil Russland eine kapitalistische Nation sind, können die nicht ganz koscher sein. Ja so einen billigen Skeptizismus kann ich auch vor mir hertragen. Da würd ich dir sogar zustimmen. Das Verhältnis der Großmächte triffst du damit aber nicht. Kann natürlich auch sein, du hältst Stanko russisches Kindergefängnis für ein objektives Urteil über Russland.

    Opfer ist in der Tat eine unpassende Kategorie für Staaten. Damit soll eben ausgedrückt sein, dass sie Objekt der westlichen Feinschaft sind. Ich glaube man versteht das schon.

    Im übrigen hab ich die Frage schonmal beantwortet:

    Das Folgende soll die Antwort auf die Frage sein, warum du ausgerechnet jetzt angeblich russische Parteilichkeit zum Thema machst. Nein das ist keine Antwort. Weil andere dich für einen Putin-Versteher halten, kritisierst du Putin? Weil dich andere angeblich für einen Vaterlandsverräter halten, kritisierst du jetzt Russland. Quatsch mit Soße.

    „Längst geschehen, ich bin ja darob schon als „Putin-Versteher“ klassifiziert worden. Das ist quasi der spiegelbildliche Vorwurf der anderen Seite. Ganz schön verrückt.

    Und: Dein „zu allererst mal“ ist ja eine Lüge, pure Heuchelei. Denn sobald man darüber hinaus in ein paar Kommentaren auch mal Russland kritisiert, da wo es hingehört, schon ist man kein „redlicher Kritiker“ mehr. Sondern? Sowas wie ein Vaterlandsverräter?“

    Die fünfte Kolonne kam übrigens von libelle und nicht von mir gegen dich.

  177. 177 libelle 26. März 2018 um 7:29 Uhr

    @simply red

    Ich hatte nichts von einer defensiven Militärdoktrin der USA geschrieben, sondern erklärt, wozu ein Raketenabwehrsystem, das man an der russischen Grenze stationiert, da ist. Deine Frage war warum sie das machen, ich habe dir geantwortet.

    Es ist eine Ideologie solche Maßnahmen in defensive- und offensive- einzuteilen. Am Beispiel des Raketenabwehrsystems kann man das recht gut verdeutlichen: Wenn man die Raketen kurz nach dem Start abschießen kann, dann gewinnt man selbst natürlich auch Erstschlagskapazität und die setzt man eben ein um den Gegner zur Aufgabe aufzufordern (bzw. fühlt der sich in dem Fall ganz von allein dazu aufgefordert). Atomraketen machen für einen Staat nämlich nur Sinn, wenn er auch bereit ist sie einzusetzen.

    Mal noch etwas zum defensiven Part den Russland spielt: Einerseits können sie im Augenblick nicht anders, ihnen fehlt die militärische Potenz für eigene Initiativen, woran sie arbeiten und andererseits fehlt ihnen auch ein bisschen das weltweit durch alle Staaten betroffene Interesse, das eine entwickelte kapitalistische Nation wie die USA haben. Die Russen benutzen den Weltmarkt kaum (nur als Öl/Gas, sowie als Waffen- und Getreideexporteur). Deshalb tritt diese Nation nicht an wie bspw. in zunehmendem Maß auch China, sondern sieht sich mit dem Interesse der westlichen Staaten konfrontiert, sie als potentielle Gefahr einzugrenzen, auszuschließen, unterzuordnen. Die Beschaffenheit des russischen Interesses liegt also zu einem guten Teil an der – kapitalistisch betrachtet – mangelnden Potenz dieses Staates. Dass auch Russland sich weltweit wieder engagiert leitet sich für diesen Staat rein oder vorwiegend aus strategischen, sicherheitspolitischen Überlegungen ab, deren Inhalt ist, in der ihm vom Westen eröffneten existenziellen Frage zu bestehen und damit die Voraussetzungen der Entwicklung der russischen Nation zu erhalten.

    Das alles ist kein Grund zur Parteinahme, auch kein Grund den Westen besonders zu kritisieren, sondern eben nur eine Position in die man als Staat in der Staatenkonkurrenz kommen kann. Russland betreibt darin die gleiche Sache wie der Westen, befindet sich wie schon geschrieben nur in einer anderen strategischen Position. Deshalb gehören diese Positionen zwar bestimmt, aber ohne Unterschied kritisiert.
    Ihr dagegen tut so, als wäre es böser Wille des Westens Russland einzudämmen (und darin seid ihr Werber für den russischen Imperialismus). Es ist aber lediglich die Exekution der Notwendigkeiten dieser Konkurrenz von einer anderen Position aus (nämlich einer, die die strategische Initiative hat).

    Nimm das Gleichnis mit dem Schachspieler mal ernst. Es ist dämlich ihn dafür zu kritisieren, dass er eine Mattidee verfolgt, wenn es bei diesem Spiel genau darum geht. Wenn schon, dann muss man das Spiel kritisieren, aber dazu seid ihr eben nicht bereit.

  178. 178 Phineas 26. März 2018 um 9:31 Uhr

    @Moderation
    Warum bleibt mein Kommentar hängen?
    Gruß und Schluss.

  179. 179 simply red 26. März 2018 um 11:40 Uhr

    @ libelle

    Ich hatte nichts von einer defensiven Militärdoktrin der USA geschrieben, sondern erklärt, wozu ein Raketenabwehrsystem, das man an der russischen Grenze stationiert, da ist. Deine Frage war warum sie das machen, ich habe dir geantwortet.

    Nein, die Frage ist damit nicht beantwortet. Denn dann müsstest du endlich auch mal was zum zwischenstaatlichen Verhältnis, und welches Konfliktpotential hier zwischen den USA und Russland ausgetragen wird, aussagen. Aus den Militärgerätschaften allein erschließt sich überhaupt nicht welches Konfliktpotential zwischen den USA und Rußland ausgetragen wird, denn dieses kann nur politischer Natur sein.

    Die Russen benutzen den Weltmarkt kaum (nur als Öl/Gas, sowie als Waffen- und Getreideexporteur). Deshalb tritt diese Nation nicht an wie bspw. in zunehmendem Maß auch China, sondern sieht sich mit dem Interesse der westlichen Staaten konfrontiert, sie als potentielle Gefahr einzugrenzen, auszuschließen, unterzuordnen.

    Das ist doch auch nur ein ohne-nicht-Argument. Auch hier triffst du keine konkrete Aussage. Wir wissen nur das der ausgetragene Gegensatz zwischen den USA und Rußland eine ordnungspolitische Komponente beizukommen ist. Der Teufel liegt auch hier wie so oft im Detail. Unausweichlich ist eine politische, militärische usw. Auseinandersetzung zwischen USA und Rußland deswegen längst nicht. Z.B. könnte Rußland auch ein potentieller Verbündete des Westens gegen oder auch als Mediator in Zusammenarbeit mit China werden. Westliche Staaten waren z.B. empört darüber, als Rußland und China aneinander gerückt sind, ein Bündnis zwischen China und Rußland zustande gekommen ist.

    Kommen wir jetzt wieder zu den Raketenabwehrsystemen der NATO an Rußlands Grenze mit einigen osteuropäischen Staaten zurück. Wenn Russland die Hand reicht, soll Russland als Aggressor gegen den Westen in Erscheinung getreten sein? Das kann nicht die Wahrheit sein. Vielleicht soll Rußland nur dazu provoziert werden auf Feindseligkeiten mit Waffengewalt zurückzuschlagen. Feindbilder werden gezüchtet, also braucht es einen Raketenabwehrsystem, damit in der Öffentlichkeit zum Schein vorgegaukelt wird, das Russland ein potentieller Aggressor gegen europäische Staaten ist.

    China wird doch ebenfalls von den USA, wie Russland, als Bedrohung wahrgenommen, sowohl auf den Weltmarkt als auch auf ordnungspolitischer Ebene. China tritt allerdings weit entfernt von seinen Landesgrenzen zunehmend als Vertrags- und Verhandlungspartner in Erscheinung, wie z.B. in Nordostafrika/Sudan.

  180. 180 libelle 26. März 2018 um 12:58 Uhr

    Also dann (noch)mal dazu welchen Konflikt Russland und die NATO austragen: Die NATO will Russland unterordnen und in eine US Hegemonialordnung einsortieren. Dazu bemühen sich die USA mehr oder weniger offen Russland zu isolieren es möglichst auf sein Terrirorium zu beschränken,, es ökonomisch zu schädigen etc…

    Und Russland gibt nicht klein bei sondern versucht seinerseits Bündnisse zu schmieden, sich militärisch zu wappnen, Abhängigkeiten von westlicher Technologie z.B. zu überwinden etc…

    Potenziell geht es da wegen der militärischen Stärke und Reichweite beider Mächte um einen Weltkrieg. Ob er stattfindet hängt wie schon geschrieben davon ab ob eine der beiden Seiten zu dem Urteil kommt das militärische Patt (hinreichend) überwunden zu haben. Und dieser Weltkrieg kann natürlich auch zufällig, durch technische Fehlfunktionen ausgelöst werden.

    Das alles ändert nichts daran, dass die Verfasstheit der Welt in konkurrierende Natiobnalstaaten der Gegenstand der Kritik zu sein hat und nicht der Westen oder Russland als besonders verwerfliche Exemplare dieser für seine Insassen so schädlichen gesellschaftlichen Organisationsform.

    Wir wissen nur das der ausgetragene Gegensatz zwischen den USA und Rußland eine ordnungspolitische Komponente beizukommen ist. Der Teufel liegt auch hier wie so oft im Detail.

    Was willst du? Der NATO Verbesserungsvorschläge machen? Die (auch die russischen) laufen in der Regel ins Leere, weil sie auf Missverständnissen bezüglich des Charakters dieser Konkurrenz beruhen. Die Absender solcher Vorschläge gehen nämlich irrtümlich in ihnen davon aus, dass der Krieg, zu dem sich diese Konkurrenz in regelmäßigen Abständen vorarbeitet eigentlich nicht notwendig wäre. Das kann man angesichts der letzten 120 Jahre Imperialismus eigentlich nur noch als kompletter Ignorant glauben. Wenn die „Daten“ dieser historischen Periode nämlich eines bestätigen, dann den Umstand, dass Krieg ein fester Bestandteil dieses ständigen Ringens um Frieden ist, in dem sich die Nationalstaaten dieser Welt tummeln. Er findet immer genau dann statt, wenn ein Nationalstaat oder eine Gruppe davon sich entschließt den bestehenden Frieden zu kündigen, weil sie glaubt einen Krieg für einen neuen, für sie vorteilhafteren Frieden gewinnen zu können.

    Und umgekehrt spielen sich die von diesen „Änderungswünschen“ in Sachen „Frieden “ betroffenen Nationalstaaten immer als Hüter des gerade bestehenden Friedens auf.

    Das war mal eine Kurzversion von „Frieden ist Kacke“. Frieden ist nichts weiter als ein durchgesetzter Zustand des Rechts, der immer genau dann endet, wenn eine Macht ein neues Recht und damit einen neuen Frieden etablieren will und die Freunde des alten Friedens nicht einfach aufgeben.

  181. 181 simply red 26. März 2018 um 13:21 Uhr

    Also dann (noch)mal dazu welchen Konflikt Russland und die NATO austragen: Die NATO will Russland unterordnen und in eine US Hegemonialordnung einsortieren … Dazu bemühen sich die USA mehr oder weniger offen Russland zu isolieren es möglichst auf sein Terrirorium zu beschränken,, es ökonomisch zu schädigen etc…
    Und Russland gibt nicht klein bei sondern versucht seinerseits Bündnisse zu schmieden, sich militärisch zu wappnen, Abhängigkeiten von westlicher Technologie z.B. zu überwinden etc….

    Na dann sag doch mal welcher Konflikt zwischen den USA und Rußland stattfindet, statt ständig methodische Hinweise der Konfliktaustragung zwischen Rußland und den USA vorzutragen. Kaum geht es einen Schritt vorwärts ruderst du wieder zurück. Dann bist du eben doch ein Freund des amerikanischen Imperialismus. Diese Diskussion mit dir erinnert irgendwie an Playstation-Strategiespiele, nur dass auf dieser Ebene Verschwörungstheorien Wissen irgendeiner Art längst abgelöst hat.

  182. 182 Mattis 26. März 2018 um 13:29 Uhr

    „Weil andere dich für einen Putin-Versteher halten, kritisierst du Putin? Weil dich andere angeblich für einen Vaterlandsverräter halten, kritisierst du jetzt Russland. Quatsch mit Soße.“ (Krim)

    Das ist eine wirklich üble Verdrehung, das ist so eine Art Entenproduktion im Winzmaßstab. Du drehst meine Kommentare so, als ob ich damit hätte begründen wollen, wieso ich Russland kritisiere! Nein, ich habe mich der Frage (von dir und anderen) gestellt, warum ich jetzt in diesem Thread nicht die USA / die Nato anklage.

    Der Hinweis mit dem Putin-Versteher sollte übrigens verdeutlichen, dass da draußen die Logik „bist du nicht für uns, dann bis du für den Feind“ herrscht und dass ich solche Umkehrungen weder da draußen noch hier im Blog schätze.

    Du solltest meine Postings vielleicht nochmal lesen.
    http://nestormachno.blogsport.de/2018/03/13/entenproduktion-marke-west/#comment-33527

    *

    Auf solche rein methodischen Vorhaltungen werde ich nicht mehr reagieren; interessant wäre eine Diskussion darüber gewesen, warum es dem Westen so leicht fällt, die Anrainerstaaten für sich zu gewinnen. Aber insofern das Thema Russland dermaßen tabuisiert wurde, ist halt kein Raum für eine inhaltliche Debatte .

  183. 183 libelle 26. März 2018 um 13:35 Uhr

    Na dann sag doch mal welcher Konflikt zwischen den USA und Rußland stattfindet, statt ständig methodische Hinweise der Konfliktaustragung zwischen Rußland und den USA vorzutragen.

    Genau der, den ich oben beschrieben habe.

  184. 184 Krim 26. März 2018 um 14:56 Uhr

    „Ihr dagegen tut so, als wäre es böser Wille des Westens Russland einzudämmen „

    Das wird ja immer absurder. Anscheinend hast du es nötig so einen Popanz aufzustellen. Über deinen „bösen Willen“ habe ich mich schonmal lustig gemacht, denn ernsthaft wirst du hier keinen Beleg finden, der den Grund des Konflikts in moralischer Bosheit entdeckt. Wir sind ja keine umgekehrten kalten Krieger, die spiegelbildlich zu Ronald Reagan, statt in der SU in der USA das „Reich des Bösen“ verorten.

    „Ob er stattfindet hängt wie schon geschrieben davon ab ob eine der beiden Seiten zu dem Urteil kommt das militärische Patt (hinreichend) überwunden zu haben.“

    Na dann geht er schonmal nicht von Russland aus. Denn Russland will das atomare Patt gar nicht überwinden.

    „Das alles ändert nichts daran, dass die Verfasstheit der Welt in konkurrierende Natiobnalstaaten der Gegenstand der Kritik zu sein hat und nicht der Westen oder Russland als besonders verwerfliche Exemplare dieser für seine Insassen so schädlichen gesellschaftlichen Organisationsform.“

    Das ist deine übliche seltsame „Nicht“logik. Ich weiß nicht, was da in deinem Hirn falsch geschaltet ist. Wenn konkurrierende Nationalstaaten Gegenstand der Kritik sein sollen, dann doch natürlich a u c h die einzelnen Exemplare dieser Nationalstaaten, weil es sich bei Ihnen eben um diese kritikablen Nationalstaaten handelt.

    Deine Logik man solle konkurrierenden Nationalstaaten generell kritisieren, jedoch nicht die jeweiligen Exemplare ist völlig gaga.

    @mattis: „Du drehst meine Kommentare so, als ob ich damit hätte begründen wollen, wieso ich Russland kritisiere!“ Bin ich dafür verantwortlich, wenn du auf die Frage, warum du nicht die USA kritiserst, mit einem Link antwortest bei dem es um Putin geht? Antworte auf die unrsprüngliche Frage und serviere keine merkwürdigen Links, aus denen man sich die Antwort zusammensuchen soll.

    “ und dass ich solche Umkehrungen weder da draußen noch hier im Blog schätze.“

    Und in welchem Beitrag nochmal hast du Libelle dafür kritisiert, dass er mich und andere als 5. Kolonne Moskaus bezeichnet hat?

    “ Aber insofern das Thema Russland dermaßen tabuisiert wurde, ist halt kein Raum für eine inhaltliche Debatte .“

    Das wird gar nicht tabuisiert. Dein Vorwurf ist totaler Unsinn. Ich sagte schonmal, du sollst endlich mit deiner Kritik loslegen, statt die Binsenweisheit zum besten zu geben, dass Russland als kapitalistische Nation eben auch nicht ganz koscher sein kann. Stell dir vor – da dürften die „Russlandversteher“ hier auf dem Blog alle deiner Meinung sein.

  185. 185 stankovic 26. März 2018 um 15:08 Uhr

    „Dann bist du eben doch ein Freund des amerikanischen Imperialismus.“

    Ein Urteil, das direkt ins einfach-nur-rote Volksgefängnis führt!

  186. 186 libelle 26. März 2018 um 15:12 Uhr

    Ich weiß nicht, was da in deinem Hirn falsch geschaltet ist. Wenn konkurrierende Nationalstaaten Gegenstand der Kritik sein sollen, dann doch natürlich a u c h die einzelnen Exemplare dieser Nationalstaaten, weil es sich bei Ihnen eben um diese kritikablen Nationalstaaten handelt.

    Die einzelnen Nationalstaaten kommen bei der Kritik der Nation als Fälle von etwas Allgemeinem, Kritikablem vor. Bei dir wird aus Kritik Anteilnahme und Verteidigung. Insofern liegt falsche Schaltung in deinem Kopf vor, weil du die Kritik in ihr Gegenteil verkehrst. Man kritisiert eben nicht die unterschiedlichen Rollen in dieser Konkurrenz (Agressor vs. Verteidiger), sondern die Konkurrenz, verstehst du?

    Sonst: Russland will selbstverständlich da wo seine nationalen Interessen tangiert sind auch Krieg, siehe Syrien, siehe Ukraine, siehe Süd-Ossetien. Nur einen gegen die NATO wollen sie im Moment nicht führen, weil es ihrem nationalen Kalkül widerspricht.

  187. 187 Krim 26. März 2018 um 15:18 Uhr

    Wenn es konkrete Fälle des Allgemeinen sind, dann ist eben auch der konkrete Einzelfall zu kritisieren. Du hast behauptet man müsse das Allgemeine kritisieren, nicht jedoch das Besondere, Konkrete. Und das ist nicht das erste Mal, dass du mit dieser Logik aufwartest.

    Natürlich kritisiert man auch das Besondere: (Agressor, Verteidiger, friedlicher Staat) Versteh ich gar nicht, warum man die Rolle in der Konkurrenz n i c h t kritisieren soll, sondern bloß die Konkurrenz. Dann kommt nämlich genau deine Art von Hirnfuck heraus, die gar nicht wissen will, was der Westen oder die EU im Unterschied zu Russland so treiben, innerhalb der insgesamt kritikablen Konkurrenz. Eine Entschuldigung wird da schon nicht dabei herauskommen, wenn man es richtig macht. Du jedoch weißt immer nur zu berichten: Alles schlimme Finger. Und wenn man Unterschiede macht, weil zum Beispiel der Westen mal wieder ein Kesseltreiben veranstaltet – dann siehst du das merkwürdiger Weise als Entschuldigung von Russland.

    Da solltest du dich mal Fragen, warum du so darauf bestehst auf dem theoretischen Standpunkt der allgemeinen Kritik kapitalistischer Nationenkonkurrenz stehen zu bleiben, und ausgerechnet zu einem Zeitpunkt wo der Westen wieder neue Fronten des kalten Kriegs eröffnet überall russische Parteilichkeit auszumachen, wenn man diese neuen Fronten benennt und kritisiert.

  188. 188 libelle 26. März 2018 um 15:20 Uhr

    Wenn es konkrete Fälle des Allgemeinen sind, dann ist eben auch der konkrete Einzelfall zu kritisieren. Du hast behauptet man müsse das Allgemeine kritisieren, nicht jedoch das Besondere, Konkrete. Und das ist nicht das erste Mal, dass du mit dieser Logik aufwartest.

    Nein, deine Kritik der einzelnen Nationalstaaten widerspricht der Kritik der Nationenkonkurrenz weil du die unterschiedlichen Rollen (Agressor, Verteidiger, friedlicher Staat) für verwerflich oder nicht hälst und nicht die Konkurrenz an sich. Also: Es ist halt wieder eine deiner verlogenen Konstruktionen.

    Nochmal anders: Wenn man die Rolle Russlands in dieser Konkurrenz positiv findet, dann kritisiert man nicht mehr die Konkurrenz, sondern das Verhalten ihrer Akteure. Und man begreift überhaupt nicht, was der Grund von Russlands Verhalten in dieser Konkurrenz ist. Daran will man ja nur festhalten: Verhindert Krieg, macht längeres Leben für mich. Alles Spinnerei.

  189. 189 Krim 26. März 2018 um 15:33 Uhr

    „dann kritisiert man nicht mehr die Konkurrenz“ Ja klar. Alles Parteigänger der Nationenkonkurrenz hier. Nochmal: Das ist ein Popanz.

  190. 190 Krim 26. März 2018 um 15:52 Uhr

    Warum soll man eigentlich das, was Russland und das was der Westen macht nicht vergleichen können? Man kann auch Sachen vergleichen von denen man nichts hält. Im Moment halte ich Russland für das geringere Übel, für vergleichsweise „positiv“, um mit deinen Worten zu sprechen.

    Mit Parteilichkeit hat das doch aber nichts zu tun. Weder halte ich von der kapitalistischen Nation Russland etwas noch von den Usa. Die USA mag ich aber im Moment noch weniger als Russland.

  191. 191 Schlapphut 26. März 2018 um 16:27 Uhr

    Ausgezeichnete Arbeit,Libelle.

    Herzliche Grüße

    Deine Kollegen
    (Standort „Palmenhaus“)

  192. 192 stankovic 26. März 2018 um 16:45 Uhr

    Ein wenig stalinistischer Verfolgungseifer, der missliebige Stellungnahmen als geheimdienstliches Machwerk halluziniert, lässt den guten alten linken Antiimperialismus endlich wieder zu sich zurückkehren. Schlapphut, in 10 Jahren bist da, wo Horst Mahler konsequenterweise auch anlangen musste. Dann weisst auch endlich, dass libelles Kollegen nicht in Berlin, sondern in Tel-Aviv sitzen, wie es sich für menschenfressende Imperialisten gehört.

  193. 193 Samson 26. März 2018 um 16:54 Uhr

    Russland will selbstverständlich da wo seine nationalen Interessen tangiert sind auch Krieg, siehe Syrien, siehe Ukraine, siehe Süd-Ossetien. Nur einen gegen die NATO wollen sie im Moment nicht führen, weil es ihrem nationalen Kalkül widerspricht.

    Das ist so bischen der Gipfel von ahistorischem Unfug. Man muss Rußland, resp. dessen Regierung oder -chef(s) nicht mögen, sollte aber tunlichst vermeiden, alles was einem zum Thema gerade so in den Kram passt, in einen Topf zu werfen, zu verrühren und den dabei rauskommenden Mischmasch hernach als verdaulichen (resp. plausiblen) Eintopf zu dienen.

    Die Angelegenheit verhält sich in Wahrheit nämlich so: Die Kriege, in die Rußland involviert war oder ist (unter anderem jene, die du aufzuzählen beliebtest), wurden von der russischen Armee beendet oder werden von ihr über kurz oder lang beendet (notfalls ebenso wie schon die Rote Armee WK II allein gewonnen hat). Das ist das Interesse, welches Rußland verfolgt, und zwar ganz egal, welches Adjektiv du daran kleben willst.

    Hättest du das Presidential Address tatsächlich gelesen, und eben nicht nur den Teil, in dem es um Waffen geht, die USANATOEU ggf. paar militärisch Pläne durchkreuzen, dann wüsstest du auch warum.

    Dass das, was Putin von der meinetwegen ‚nationalen Ökonomie‘ für die nächsten Jahre einfordert, mit ‚marktwirtschaftlichen‘ Methoden, d.h. auf Basis allgemeiner Profitmacherei zu verwirklichen ist, halte ich für ziemlich aussichtslos. Das heißt nur eben längst nicht, dass Rußland im Misserfolgsfall seine Armee auf Raubzüge schickt, wie es USANATOEU seit Ende des WK II permanent getan haben, wenn irgendwo eine ‚missliebige‘ Regierung nicht via Geheimdienst-gesteuertem ‚regime-change‘ zu beseitigen war/ist.

    Anders gesagt, Rußland nicht nur ‚im Moment nicht‘ Krieg gegen USANATOEU führen, sondern überhaupt nie. Rußland hat immerzu nur Kriege beendet, die andere angefangen haben. Und jetzt hat es womöglich ein paar Waffensysteme, die USANATOEU tatsächlich davon abhalten könnten, nochmal im ‚Auftrag‘ von UNO, ‚internationaler Gemeinschaft‘ oder den Aliens irgendwen mit ihrem ‚big stick‘ auf die Pelle zu rücken. Was soll daran verkehrt sein?

  194. 194 Nestor 26. März 2018 um 17:01 Uhr

    @Krim

    Im Moment halte ich Russland für das geringere Übel, für vergleichsweise „positiv“, um mit deinen Worten zu sprechen.

    Generell muß man sich immer vor der eigenen Herrschaft am meisten fürchten, die hat nämlich auf einen Zugriff. Sobald man sich vor einer fremden fürchtet, hat man bereits den Schulterschluß mit der Obrigkeit gemacht und ruft sie zur Schutzmacht aus.

    Der Unterschied zwischen BRD/Österreich/EU einerseits und Rußland andererseits liegt also dort begründet, welcher der beiden Staatsgewalten man ausgesetzt ist, und nicht in einem wirklichen oder eingebildeten „good government“.

  195. 195 stankovic 26. März 2018 um 17:03 Uhr

    Gegen Aliens sich zu wehren hat natürlich nichts verkehrtes an sich.

  196. 196 stankovic 26. März 2018 um 17:06 Uhr

    „Generell muß man sich immer vor der eigenen Herrschaft am meisten fürchten, die hat nämlich auf einen Zugriff. Sobald man sich vor einer fremden fürchtet, hat man bereits den Schulterschluß mit der Obrigkeit gemacht und ruft sie zur Schutzmacht aus.“

    Schade, dass du diese Weisheit der Welt nicht 1938 mitteilen konntest.

  197. 197 libelle 26. März 2018 um 17:07 Uhr

    @Samson

    Die Angelegenheit verhält sich in Wahrheit nämlich so: Die Kriege, in die Rußland involviert war oder ist (unter anderem jene, die du aufzuzählen beliebtest), wurden von der russischen Armee beendet oder werden von ihr über kurz oder lang beendet

    Auch um einen Krieg zu beenden muss man ihn führen und führen kann man ihn nur, wenn man ihn auch führen will. „Beenden“ ist auch so ein Titel. Russland hätte den Krieg in Syrien auch „beenden“ können, indem es dafür sorgt, dass Assad abtritt.

    Daran könnte dir auffallen, dass sich Russlands Beteiligung an Kriegen eben nicht im Wunsch sie zu „beenden“ erschöpft, sondern dass es da schon noch auf die Art des Endes ankommt, die mit den russischen Interessen zusammenpassen muss.

    @Krim:

    Warum soll man eigentlich das, was Russland und das was der Westen macht nicht vergleichen können? Man kann auch Sachen vergleichen von denen man nichts hält. Im Moment halte ich Russland für das geringere Übel, für vergleichsweise „positiv“, um mit deinen Worten zu sprechen.

    Mit Parteilichkeit hat das doch aber nichts zu tun. Weder halte ich von der kapitalistischen Nation Russland etwas noch von den Usa. Die USA mag ich aber im Moment noch weniger als Russland.

    Was ist denn die Konsequenz des (verkehrten) Urteils vom kleineren Übel? Doch wohl, dass man es gegen das größere verteidigt (wie du das hier machst). Und Verteidigung von etwas soll keine Parteilichkeit sein?

    Zweitens ist dieser Vergleich unsachlich und bedeutungslos. Er taugt nur für irrelevante Parteilichkeit.

  198. 198 Schlapphut 26. März 2018 um 17:13 Uhr

    Immer wieder dieselben Plumpereien aus der antideutschen Mottenkiste, Kollege Stinki.Nehmen sie sich mal ein Beispiel an IM Odonatoptera und lesen sie endlich den Bruhns zu Ende. Sonst kochen Sie wieder Kaffee. Haben wir uns da verstanden?

  199. 199 Nestor 26. März 2018 um 17:22 Uhr

    @Krim und libelle

    Um einen Krieg zu beenden, muß man ihn gewinnen. In Syrien sorgen da schon einige Mächte dafür, daß der noch eine Weile weitergeht.

    Auch als die Amis in den Irak und nach Afghanistan einmarschierten, wollten sie keine Ende-Nie-Story. Sie Entscheidungsträger dachten, sie setzen einen ihnen gewogenen Herrscher ein, machen etwas „nation-building“ und die Sache ist auf Schienen. Sie gingen auch davon aus, daß sie mit ein paar im Vorfeld unterstützten Exil-Politikern wie Achmed Chalabi eine geeignete Mannschaft für den Irak hätten. Ähnlich war es in Libyen oder Afghanistan.

    Diese brutale Dummheit beim Erzeugen von failed states nennt die Sprecherin des russischen Außenministeriums „verantwortungslos“:
    http://nestormachno.blogsport.de/2015/09/24/pressespiegel-izvestija-interview-mit-marija-sacharova-der-sprecherin-des-russischen-aussenministeriums-3-9-2015/

  200. 200 stankovic 26. März 2018 um 17:33 Uhr

    Schlapphut, Bruhn habe ich im Gegensatz zu dir gelesen und für schlecht befunden. Denk dir was anderes aus!

  201. 201 Nestor 26. März 2018 um 17:33 Uhr

    @Phineas

    Weil ich nicht alle Zeit der Welt habe, um den Blog zu betreuen und auf Moderation wartende Kommentare freizuschalten.

    Das ist das, was ich mit Konsumentenmentalität meine. Leute wie du kommen mit einem Rechtsstandpunkt daher und sind angerührt, wenn sie meinen, sie würden in ihren Rechten beschnitten.

  202. 202 libelle 26. März 2018 um 17:34 Uhr

    @Schlapphut:

    Eine Sache solltest du dir mal klarmachen: An den Argumenten, die ich gegen die Aktivisten der 5. Kolonne Russlands vorgebracht habe ändert meine von dir vermutete Zugehörigkeit zu irgend einem Dienst nichts. Die musst du – Denunziation hin oder her – für sich widerlegen.

  203. 203 Nestor 26. März 2018 um 17:46 Uhr

    Leute, könnt ihr dieses Denunziantenwesen hier unterlassen? Man merkt doch sowieso, wo jemand hingehört, und es wirft übrigens auf stankovic allgemein kein gutes Licht betreffend seiner intellektuellen Kapazitäten, was er hier von sich gibt.

    Was ist denn los, gibts keine Blogs mehr für diese ganzen Querulanten, daß alle sich bei mir versammeln?

  204. 204 NN 26. März 2018 um 17:57 Uhr

    Anschlag auf Ex-Spion Skripal – Deutschland weist vier russische Diplomaten aus

    Als Reaktion auf den Giftangriff gegen den russischen Ex-Spion Skripal weist Deutschland vier russische Diplomaten aus. Es handelt sich um eine abgestimmte Aktion, 13 weitere EU-Staaten und die USA beteiligen sich.

    Fall Skripal – Russland kündigt Vergeltung für Ausweisungen an

    Nato- und EU-Partner haben Dutzende russische Diplomaten wegen des Giftangriffs auf den Ex-Spion Sergej Skripal ausgewiesen. Moskaus Reaktion ließ nicht lange auf sich warten.

    Der Fall Skripal: eine politische Provokation gegen Russland? – Experte

    Vieles an dem mutmaßlichen Mordversuch gegen den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal und dessen Tochter im britischen Salisbury Anfang März bleibt undurchsichtig. Das sagt der Toxikologe und Chemiewaffenexperte Walter Katzung im Gespräch. Die westlichen Vorwürfe gegen Russland ohne Offenlegung von Beweisen bezeichnet er als unlogisch.

  205. 205 stankovic 26. März 2018 um 18:09 Uhr

    Nestor, was hast für ein Problem mit mir und meinen Kapazitäten?

  206. 206 Nestor 26. März 2018 um 18:19 Uhr

    Was ist eigentlich mit dem 2. Russen, der unter ungeklärten Umständen dieser Tage zu Tode gekommen ist?
    http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/in-london-wird-ein-weiterer-russe-tot-aufgefunden-15494421.html

    Man könnte dem zumindest entnehmen, daß es weitaus unspektakulärere Möglichkeiten gibt, jemanden zu beseitigen, als mit Novitschok oder Polonium.
    Weshalb die Mordabsicht nicht das Motiv im Fall Skripal gewesen sein kann. Entweder war es ein Unfall, oder eine geplante Provokation gegenüber Russland.

  207. 207 stankovic 26. März 2018 um 18:45 Uhr

    „Man könnte dem zumindest entnehmen, daß es weitaus unspektakulärere Möglichkeiten gibt, jemanden zu beseitigen, als mit Novitschok oder Polonium.“

    Aber auch Szenarien, in denen gerade das Spektakuläre die Botschaft ist, die mitgeteilt werden soll:

    https://www.stern.de/politik/ausland/russland--geheimdienstexperte-erklaert-spuren-im-fall-sergej-skripal-7900304.html

  208. 208 Nestor 26. März 2018 um 19:00 Uhr

    Na, der Experte überzeugt mich nicht.

    „Bis heute ist die Zusammensetzung des Giftes geheim.“

    Das kann schon deswegen nicht sein, weil es ja dann nicht diagnostiziert werden könnte.

    „Chemiewaffen unterliegen der strengsten Geheimhaltung und staatlicher Kontrolle.“

    Dabei weiß jeder, der sich dafür interessiert, daß es damit zu Jelzins Zeiten nicht so toll war. Außerdem sitzt einer der Mitarbeiter an dem Chemieprogramm heute in den USA, , also das sind die Märchen für den kleinen Maxi, die der Herr Krieger (! Nomes est omen!) hier verzapft.

    In der Preisklasse geht es weiter. So funktioniert Propaganda eben.

  209. 209 Mattis 26. März 2018 um 19:07 Uhr

    „Ich sagte schonmal, du sollst endlich mit deiner Kritik loslegen, statt die Binsenweisheit zum besten zu geben, dass Russland als kapitalistische Nation eben auch nicht ganz koscher sein kann.“ (Krim)

    Ich hab z.B. geschrieben, dass die verdeckte Kriegführung in der Ukraine NICHT die Sicherheit der Bevölkerung Russlands stärkt. Es gibt Tote dort, Soldaten und Zivilisten, und kein Russe lebt dadurch friedlicher. Diese Aktionen ärgern zwar den West-Imperialismus, aber sie behindern ihn nicht wirklich; sind andererseits auch für die Nato-Propaganda billige Steilvorlagen; umsomehr kommt der Nato-Zweck voran, umsomehr wenden sich die Anrainer Russlands gen Westen.

    „Und jetzt hat es womöglich ein paar Waffensysteme, die USANATOEU tatsächlich davon abhalten könnten, nochmal im ‚Auftrag‘ von UNO, ‚internationaler Gemeinschaft‘ oder den Aliens irgendwen mit ihrem ‚big stick‘ auf die Pelle zu rücken. Was soll daran verkehrt sein?“ (Samson)

    Wer hat denn gesagt, dass das verkehrt sei? Das ist doch was ganz anderes als die russischen Militäraktionen in der Ukraine, in Syrien etc. Diese dienen nicht der Verteidigung der Russen, sondern damit pocht Russland auf Mitsprache und Berücksichtigung als Großmacht. Das sind zwei ganz verschiedene Paar Stiefel. Fehlt nur noch, dass jemand das als berechtigte „Vorne-Verteidigung“ interpretiert. Wie hieß das hierzulande: Deutschlands Freiheit wird am Hindukusch verteidigt. Da hat jeder gewusst, dass es um was anderes geht.

  210. 210 Nestor 26. März 2018 um 19:11 Uhr

    @Mattis

    Ich hab z.B. geschrieben, dass die verdeckte Kriegführung in der Ukraine NICHT die Sicherheit der Bevölkerung Russlands stärkt.

    Na ja. Es ist eine etwas kindische Vrstellung, daß „nationale Sicherheit“ und diejenige des einzelnen Menschen das Gleiche sind:

    kein Russe lebt dadurch friedlicher

    Wenn man also diesen Trugschluss über die Wohltätigkeit des Staates für den Einzelnen einmal mitgemacht hat, kommt man natürlich nie mehr zu einer korrekten Einschätzung der Interessenslage.

    Diese Aktionen ärgern zwar den West-Imperialismus

    Was soll denn dieser Satz? Erstens ist das Verhältnis imperialistischer Staaten nicht eines von Freude bereiten oder Ärgern.
    Zweitens, wenn du damit meinst, daß sie die NATO-Häuptlinge stören oder in ihren Zielen behindern, so ist das Gegenteil der Fall. Der Krieg im Donbass dient den Interessen der NATO, die ein föderalistisches Modell für die Ukraine ablehnt und Rußland einen Dauerkonflikt an seiner Grenze verursacht, während sie die Ukraine aufrüstet, um dort immer weiter zu zündeln.

  211. 211 Mattis 26. März 2018 um 19:16 Uhr

    „Diese brutale Dummheit beim Erzeugen von failed states nennt die Sprecherin des russischen Außenministeriums „verantwortungslos“ (Nestor)

    Gilt aber nicht für russische Aktionen in der Ukraine? Die Instabilität dort ist ein bleibendes Ziel Russlands. Die Nato kommt trotzdem – oder erst recht – dort voran. Den Russen selbst nützt es gar nichts. Die „Kriegsgefahr“ wird dadurch auch nicht geringer. Wie denn auch?

  212. 212 Samson 26. März 2018 um 19:17 Uhr

    Auch um einen Krieg zu beenden muss man ihn führen und führen kann man ihn nur, wenn man ihn auch führen will.

    Du drehst dir’s halt auch, wie du’s grad brauchst. Als ob es keinen Unterschied Angreifer und Verteidiger gäbe. Beides gleichermaßen unter „Wille“ zum Kriegführen zu subsummieren, ist m.E. schon ziemlich grenzwertig.

    Russland hätte den Krieg in Syrien auch „beenden“ können, indem es dafür sorgt, dass Assad abtritt.

    So bescheuert kannst nicht mal du sein, dass du dergleichen ernsthaft als Argument vorbringen könntest. Die russische Armee ist dort, nicht weil die russische Regierung resp. der ‚russische Staat‘ einen von dir vollkommen zusammenhanglos unterstellten abstrakten ‚Willen zum Kriegführen‘ o.s.ä. hat. Der Grund ist vielmehr der, dass ‚die Russen‘ der Auffassung sind, dass einzig die Syrer selber ‚dafür sorgen‘ sollten, „dass Assad abtritt“. Und damit befinden sie sich im Widerspruch zu USANATOEU, die unisono und ultimativ x-mal gefordert haben, Assad müsse abtreten. Statt, wie du immerzu behauptest, irgendwas zu kritisieren, vertrittst du umstandslos die Position von USANATOEU. Fragt sich so langasam, wessen Fan bist du eigentlich?

  213. 213 Mattis 26. März 2018 um 19:31 Uhr

    „Wenn man die Rolle Russlands in dieser Konkurrenz positiv findet, dann kritisiert man nicht mehr die Konkurrenz“ (libelle)

    Mehr noch: man leugnet damit, dass es da überhaupt um eine Konkurrenz geht. Das sagt nur keiner explizit, denn damit würde die ganze Nationalkritik in die Tonne getreten, und man wär theoretisch wieder bei Null.

  214. 214 libelle 26. März 2018 um 19:38 Uhr

    @Samson

    Ich habe nur den Titel „Russland will Kriege beenden“ mal ernst genommen und wenn du mal ein bisschen Logik walten lässt muss dir doch auffallen, dass „Kriege beenden“ als Zweck ziemlich problematisch ist, weil sich dieser angenommene Zweck (den ich für einen Titel halte) überhaupt nicht zum Inhalt der Kriege verhält. Und immerhin gibt es eine ganze Menge Konflikte, von denen sich Russland nicht aufgefordert fühlt sie zu beenden. Insofern stimmt eben nicht, was die Russen über ihre Gründe verlauten lassen an Kriegen teilzunehmen.

    Auch das, was du dann als Grund anführst – Volkssouveränität – ist doch Mumpitz. Auch die ist nur ein Titel. Die Wahrheit in Syrien ist, dass Russland einen seiner letzten Verbündeten verteidigt hat. Und das auch nur, als er schon drauf und dran war den Krieg zu verlieren. Das ist der Inhalt den Russland unmittelbar in Syrien durchkämpft. Darüber hinaus ist dieser Krieg eine Botschaft an die Staatenwelt – nämlich darüber, wie Russland sich internationales Recht vorstellt – und das explizit gegen die Rechtsvorstellungen von NATO und USA. Ein Angebot an die Staatenwelt ist es auch, nämlich dass man sich mit Russland gegen die Neuordnung der Welt Marke USA wehren kann. Nur: das sind alles kriegsträchtige Zwecke – das ist immer so, wenn unterschiedliche Rechtsvorstellungen bei Staaten aufeinandertreffen. Und diese Kriege muss man auch führen wollen, sonst taugt das Angebot nichts.

    Ich habe oben schon geschrieben, dass Russland keinen Krieg um des Krieges willen führt – nein – sie setzen ihre Mittel ein um ihnen entsprechende ordnungspolitische Vorstellungen durchzusetzen. Und dazu gehören auch militärische Mittel d.h. Krieg.

    Fragt sich so langasam, wessen Fan bist du eigentlich?

    Hmmm …. ich weiß zwar nicht, was das mit den hier besprochenen Themen zu tun hat – aber eigentlich bin ich schon seit ich ein Teenager war ein Fan von Led Zeppelin.
    Später sind dann auch noch andere dazugekommen, was hier aber genauso wenig eine Rolle spielt.

    edit @ Mattis – Ja, das läuft auf eine Affirmation der Nationenkonkurrenz hinaus.

  215. 215 stankovic 26. März 2018 um 19:52 Uhr

    nestor, der Artikel sollte dich von gar nichts überzeugen, sondern darauf aufmerksam, dass durchaus verschiedene Szenarien denkbar sind, wo der spektakuläre Einsatz von irgendwelchen Supergiften Sinn ergibt. Der sogenannte Experte will ja noch nicht einmal ausschließen, dass inner-russische Kräfte den Anschlag begangen haben, um Putin kurz vor der Wahl zu schaden. Egal aber wer es nun war, die Russen oder auch nicht: es kann festgehalten werden, dass ganz bewußt dieses Nervengift eingesetzt wurde. Ich traue jedem Geheimdienst zu, jemanden still und erfolgreich umbringen zu können. Dass der russische Ex-Agent überlebt hat, spricht jedoch dafür, dass der Erfolg des Anschlags seiner symbolischen Botschaft wegen scheiterte. Ein präziser Genickschuss scheint wohl die bessere Methode jemanden zu beseitigen, wenn’s bloß darum ginge, eine mißliebige Person loszuwerden, ohne Staub aufzuwirbeln.

  216. 216 Phineas 26. März 2018 um 20:01 Uhr

    @Nestor
    Rechtsstandpunkt? Nein. Kommentare verschwanden, ohne Hinweis auf eine Prüfschleife oder was auch immer. Habe auch die gleiche, sogar eine korrekte Mail angegeben. Vielleicht auch digitale Defizite meinerseits. Egal.

  217. 217 Nestor 26. März 2018 um 20:09 Uhr

    @Mattis

    Gilt aber nicht für russische Aktionen in der Ukraine? Die Instabilität dort ist ein bleibendes Ziel Russlands.

    Wie ich sagte, wenn man den Vater Staat einmal als Weihnachtsmann bestimmt hat, der für den Schutz seiner Bürger da ist, kommt im Weiteren nur mehr Käse heraus.

    Es ist Rußland natürlich überhaupt nicht recht, daß dort Mord und Totschlag herrscht. Erstens verursacht es Leid, zweitens kostet es Geld, drittens muß die Sache truppen- und versorgungsmäßig betreut sein.
    Rußland wäre natürlich eine föderale und befreundete Ukraine lieber, oder eine Eingliederung des Staatsgebietes.
    Aber zum Unterschied von der Krim hat der Donbass nicht die strategische Bedeutung, die das Risiko eines III. Weltkrieges rechtfertigen würde.

  218. 218 Nestor 26. März 2018 um 20:13 Uhr

    @Phineas

    Ich weiß auch nicht, warum manche Kommentare in der Moderationsschleife landen. Das geht von Blogsport aus, nicht von mir.
    Ich muß sie dann von dort befreien, und das kann ich nur, wenn ich auf die Administratoren-Seite gehe, was ich nicht jeden Tag mache. Nur dort sehe ich sie dann nämlich.

  219. 219 Nestor 26. März 2018 um 20:36 Uhr

    @stankovic

    Szenarien denkbar

    „Denkbar“ ist alles, also auch der größte Blödsinn. Der Geist verwehrt sich leider nicht gegen irgendeine Art von Inanspruchnahme.

    wo der spektakuläre Einsatz von irgendwelchen Supergiften Sinn ergibt.

    Eben auch das, daß irgendetwas „Sinn ergeben“ soll.
    Sinn für wen?
    Der Typ macht haltlose Statements und ruft die Leser dazu auf, seinen Phantasien zu folgen.
    _ _ _ _ _

    Der ORF-Außenpolitik-Experte bei den Abendnachrichten weist darauf hin, daß diese gemeinsame Aktion gegen Rußland der EU eine in letzter Zeit rare Möglichkeit gibt, Geschlossenheit zu zeigen. Die EU bietet im allgemeinen ein Bild der Zerrissenheit.

    Das erscheint mir die Haupt-Motivation für die letzte Eskalation zu sein, die ja sehr besorgniserregend ist, weil der Akt der formalen An- oder eben auch Aberkennung der Souveränität ist meistens ein Vorbote des Krieges.

    Ansonsten ist es inzwischen schon eine liebe Gewohnheit von Politikern und Medienfritzen, für alles, was in der EU schiefläuft, auf Rußland als Verantwortlichen zu deuten. Man kann dann richtig Textbausteine verwenden, die teilweise noch aus der Mottenkiste des Kalten Krieges stammen und zu neuem Glanz aufpoliert werden.

  220. 220 Phineas 26. März 2018 um 20:49 Uhr

    @Nestor

    Danke. Ist schon ok.

  221. 221 Mattis 26. März 2018 um 21:03 Uhr

    „Der ORF-Außenpolitik-Experte bei den Abendnachrichten weist darauf hin, daß diese gemeinsame Aktion gegen Rußland der EU eine in letzter Zeit rare Möglichkeit gibt, Geschlossenheit zu zeigen. Die EU bietet im allgemeinen ein Bild der Zerrissenheit.“ (Nestor)

    Ja; in diesem Fall sogar sehr speziell die „Solidarität“ gerade mit GB; man will demonstrativ die politische Einheit Europas beschwören, ganz unabhängig von den EU/Brexit-Querelen. Gegenüber wem primär, ist klar, „Indizien“ reichen ebenfalls wie immer völlig aus. Es ist aber in diesem Moment zugleich auch ein Signal an die USA, (Stichwort Handelskrieg) ohne dass diese als Adressat benannt werden müsste.

  222. 222 Samson 26. März 2018 um 21:39 Uhr

    @libelle

    … wenn du mal ein bisschen Logik walten lässt muss dir doch auffallen, dass „Kriege beenden“ als Zweck ziemlich problematisch ist, weil sich dieser angenommene Zweck (den ich für einen Titel halte) überhaupt nicht zum Inhalt der Kriege verhält.

    Das Problem ist eher deine ‚Denke‘, die Zwecke problematisiert. Wenn dir wer in die Fresse haut, willst du einfach nur, dass der damit aufhört und hast dafür genau zwei Optionen: 1) entweder zeigst du, dass du stärker bist, oder 2) du unterwirfst dich. Im zweite Fall bist du halt verloren und im ersten hast du auch keine Garantie, dass der’s nicht irgendwann wieder probiert. Das kannst du dann tatsächlich problematisieren und dir was ausdenken, damit er’s bleiben lässt.

    – Volkssouveränität – ist doch Mumpitz. Auch die ist nur ein Titel.

    Das trifft dann auf die „Rechtsvorstellungen von NATO und USA“ freilich ebenso zu. Die bestehen im Kern, und das heißt immer materiell, auf dem militärisch basierten Vorrecht zur Ausplünderung. Rußland ist diesbezüglich so ziemlich das letzte große Objekt der Begierde o.s.ä., auf das USANATOEU keinen wirklichen Zgriff hat. Und spätestens in Folge der Sanktionen wg. Ukraine ff. hat sich Rußland ökonomisch ‚umorientiert‘ (weswegen es auch ziemlich weltfremd ist, zu sagen Rußland habe in Syrien einem seiner letzten Verbündeten aus der Scheiße geholfen). Der wirklich ‚Gelackmeierte‘ ist wahrscheinlich langfristig die EU, und zwar dann, wenn die USA gezwungen sind, militärisch vorerst einen Rückzieher nach dem anderen zu machen, und für ihre ‚europäischen Partner‘, die in Wahrheit immer ihre Vasallen waren, keine Verwendung mehr haben. Das ist inhaltlich ungefähr „die Neuordnung der Welt Marke USA“.

    … dass Ruslland keinen Krieg um des Krieges willen führt – nein – sie setzen ihre Mittel ein um ihnen entsprechende ordnungspolitische Vorstellungen durchzusetzen. Und dazu gehören auch militärische Mittel d.h. Krieg.

    Ja und, was soll dieser gquirlte Quark bedeuten? Die einen haben ‚Rechtsvorstellungen‘ und die anderen ‚ordnungspolitische‘, und beide ziehen in den Krieg, um sie durchzusetzen? Damit wären wir wieder am Anfang, Wenn dir wer in die Fresse haut, willst du einfach nur, dass der damit aufhört …

    Materiell, also ohne den ganzen mehr oder weniger beschönigenden Politzinnober, geht es immerzu nur darum, wer die Befehle gibt. Oder noch einfacher, wer den ganzen Krempel zu welchen beschissenen Konditionen produzieren muss und wer warum mit welcher Begründung die Profite einsackt. Und genau deshalb habe ich oben geschrieben, du sollst vom Presidential Adress den oberen Teil lesen. Da gehts darum, was die Ökonomie für die Russen bringen soll. Ich frage mich halt die ganze Zeit, wie die das machen wollen, bspw. steigende Gewinne und gleichzeitig steigende Löhne und zudem ‚günstige‘ Kredite, damit die Leute sich eine Wohnung kaufen können.

    Btw, Led Zeppelin, als die anfingen war ich fast noch ein Kind, so richtig vom Hocker gehauen haben mich in den 70ern Jethro Tull, Martin Barre spielt im Mai in Berlin, vielleicht kann ich’s einrichten ;)

  223. 223 Krim 26. März 2018 um 23:45 Uhr

    „Was ist denn die Konsequenz des (verkehrten) Urteils vom kleineren Übel? Doch wohl, dass man es gegen das größere verteidigt (wie du das hier machst).“

    Die Verteidigung dieses Urteil ist nur dann nötig wenn man von dir angeschissen wird, man dürfe diesen Vergleich nicht machen. Nochmal ich verteidige nicht Russland, sondern ich verteidige mein Urteil, dass Russland im Vergleich zum Westen ein Waisenknabe ist. Was die machen ist zum Großteil Abwehrkampf. Aber eben Abwehrkampf als Großmacht, die sie immer noch oder wieder sind.

    „Und Verteidigung von etwas soll keine Parteilichkeit sein?“

    Wenn etwas stimmt, ist es keine Parteilichkeit. Genau richtig. Parteilichkeit ist es dann, wenn man wegen der festgezurrten Pareilichkeit zu lügen und zu verdrehen anfängt. Verteidigung per se ist keine Parteilichkeit. Wer etwas verteidigt, weil es zum Beispiel objektiv nützlich bzw. weniger schädlich ist, der ist ja nicht dafür, weil er sich dogmatisch auf eine Seite geschlagen hat, sondern weil ein neutraler Maßstab diese Sache als verteidigenswert erscheinen lässt.

    “ Er taugt nur für irrelevante Parteilichkeit.“

    Na wenn sie bedeutungslos ist, was soll dann deine Ankäserei.

    @mattis:

    „Die Instabilität dort ist ein bleibendes Ziel Russlands.“

    Soviel ich weiß sieht der Friedensprozess von Minsk vor, dass die Ostukraine letztenendes wieder in den unkrainischen Staatsverband eingegliedert wird. Natürlich nachdem beide Seiten einige Auflagen erfüllen z.B. Amnestie für die Ostukrainer, Wahlen usw. Und dem hat Russland zugestimmt. Also wenn die Ukraine ernsthaft wert darauf legen würde, wäre die Beendigung des Konflikts schon möglich.

    „Mehr noch: man leugnet damit, dass es da überhaupt um eine Konkurrenz geht. „ Also erstmal habe ich mit „positiv“ libelles Wortwahl aufgenommen und vorne dick hingeschrieben, dass es ein vergleichendes Urteil ist und ich hab es in Anführungszeichen gesetzt. Ein Scheiß wird also geleugnet, weder Konkurrenz noch Nationalkritik. Du musst mal kapieren, dass es hier um eine Einschätzung der Staatsraison der Imperialisten geht. Und da kann man eben durchaus Unterschiede objektiv feststellen und festhalten ohne das Kritisieren an den Nagel zu hängen. Was du machst ist Demagogie. Wer Unterschiede macht, der wird aus der Gemeinschaft der Nationenkritiker ausgeschlossen. Gleicher Fehler wie Libelle, wer die Besonderheit einzelner Konkurrenzleitbilder festhält, soll die Allgemeinheit der Konkurrenz nicht mehr kritisieren können. Das ist doch Quatsch.

  224. 224 NN 27. März 2018 um 1:53 Uhr

    Nord Stream 2: May nimmt nach Diplomatenausweisung Ostsee-Pipeline ins Visier

    Die Gaspipeline Nord Stream 2 ist laut der britischen Premierministerin Theresa May kein Thema beim jüngsten EU-Gipfel gewesen. „Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass wir dieses Projekt bei dem für Juni geplanten EU-Gipfel erörtern werden“, sagte May am Montag im britischen Parlament.

    Keine plausible Erklärung für Giftskandal? Doch, behaupten Sicherheitsexperten

    Angesichts der Ausweisung zahlreicher russischer Diplomaten aus Europa aus Solidarität mit London wegen des Giftanschlags auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal erörtern russische Sicherheitsexperten die Frage, ob es „keine andere plausible Erklärung“ für den Vorfall in Salisbury geben könnte, wie Premierministerin Theresa May dies formulierte.

    Enthauptungsschlag gegen Damaskus: Russland gibt Kontra – USA lenken um

    Die US-geführte Koalition läuft sich weiter warm für einen massiven Schlag gegen die Regierungstruppen in Syrien. Die syrische Armee soll in mehreren Offensiven aus der Hauptstadtregion und den südlicheren Landstrichen verdrängt werden – wenn nur die russischen Streitkräfte den westlichen Angreifern nicht im Wege stünden.

    Probe aufs Exempel (27.03.2018)

    BERLIN/WASHINGTON/TEHERAN (Eigener Bericht) – Die jüngsten Personalrochaden in der Trump-Administration setzen die Iranpolitik Deutschlands und der EU weiter unter Druck. Berlin und Brüssel wollen das Atomabkommen mit Teheran aufrechterhalten; von ihm hängt maßgeblich ihre Mittelostpolitik ab, die darauf abzielt, eine Art instabiles Gleichgewicht zwischen Iran und Saudi-Arabien herzustellen: auch, um mit allen Staaten der Region maximal Geschäfte machen zu können. US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, das Abkommen aufzukündigen, wenn sich eine Verschärfung der Bedingungen für Iran nicht durchsetzen lässt; die iranische Regierung ist zu solchen Änderungen nicht bereit. Der designierte US-Außenminister Mike Pompeo sowie der designierte Nationale Sicherheitsberater John Bolton fordern sogar einen Umsturz in Teheran; Bolton hat mehrfach Israel zu militärischen Angriffen auf iranische Anlagen aufgefordert, bislang ohne Erfolg. Berlin zieht nun in Betracht, neue Sanktionen gegen Iran zu verhängen, um Trump zufriedenzustellen und das für Deutschland vorteilhafte Atomabkommen zu retten.

  225. 225 Hinweis 27. März 2018 um 6:23 Uhr

    Petra Erler, ehemalige Kabinettschefin des damaligen EU-Kommissars Günter Verheugen in Brüssel, listet am 26.03.2018 offene Fragen auf…

    https://www.euractiv.de/section/eu-aussenpolitik/opinion/der-fall-skripal-lackmustest-fuer-europaeischen-faktencheck/

  226. 226 libelle 27. März 2018 um 6:38 Uhr

    Nochmal ich verteidige nicht Russland, sondern ich verteidige mein Urteil, dass Russland im Vergleich zum Westen ein Waisenknabe ist. Was die machen ist zum Großteil Abwehrkampf.

    Nein, du verteidigst Russland gegen die Kritik, dass es als Nationalstaat eben den Notwendigkeiten der Konkurrenz von Nationalstaaten zu genügen hat und dass seine ‚Friedfertigkeit‘, sein ‚Waisenknabencharakter‘ nichts weiter sind als die Konsequenz der Lage, in der es sich in dieser Konkurrenz befindet.
    Ginge es nur um richtige Urteile über Russland würde man doch bestimmen, was die Gründe für das sind, was du irreführend als „Waisenknabe“ bestimmst. Dir geht es aber genau um diese Irreführungen. Man soll sich Russland im übertragenen Sinn als einen netten Kerl vorstellen und die NATO im Gegenzug als bad guy. Diese Personalisierungen sind keine theoretischen Urteile, sondern Angebote an die Betroffenheit, an das Bedürfnis Parteilichkeit zu empfinden. q.e.d.

    Parteilichkeit ist es dann, wenn man wegen der festgezurrten Pareilichkeit zu lügen und zu verdrehen anfängt.

    1. Du verdrehst gundsätzlich (oben z.B. die Verdrehung „Waisenknabe“) und insofern könnte man sich fragen, ob es bei dir überhaupt ein Denken ohne das, was für dich Parteilichkeit ist, gibt.
    2. Oben ging es darum, dass du Russland als das kleinere Übel verteidigst. Die Parteilichkeit liegt dann darin, dass man überhaupt nicht zur Kenntnis nimmt, worum es geht, sondern Imperialismus aus einer bestimmten Rolle heraus (sagen wir Defensive) ausdrücklich mit etwas Menschenfreundlichem verwechseln will (z.B. „Waisenknabe“)

    q.e.d.

    Du bist meilenweit davon entfernt irgend ein richtiges Urteil über Russland und seine Konkurrenz mit der NATO zu produzieren.

    @Samson

    Naja, Staatenkonkurrenz mit „auf die Fresse bekommen“ zu identifizieren ist unter dem Niveau, das man sonst von dir kennt.

    Sonst: Ja, Jethro Tull ist auch gut.

  227. 227 Hinweis 27. März 2018 um 6:48 Uhr

    Ein „Idealist“ einer besseren EU-Außenpolitik in der taz ärgert sich über die Modalitäten, wie die RU-gemeinschaftliche Aufstellerei als neues zukünftiges Kriegsbündnis funktioniert:
    Die Mitgliedsstaaten der EU werden auf einen gemeinsamen Kurs festgelegt.

    http://www.taz.de/Kommentar-EU-Reaktion-auf-Giftanschlag/!5494200/

  228. 228 Hinweis 27. März 2018 um 6:53 Uhr

    tippfehler
    EU-gemeinschaftliche Aufstellerei

  229. 229 Hinweis 27. März 2018 um 7:28 Uhr

    Da die gemeinschaftliche EU-Armee vermutlich nicht eine aus allen EU-Mitgliedsstaaten sein wird – im Sinne der Konzeption eines ‚Europa der unterschiedlichen Geschwindigkeiten‘ – ist der gemeinschaftliche Standpunkt gegen Russland wohl einer der Lackmus-Teste, wer sich dann dafür qualifiziert.

    Und da will der eine oder andere Staat lieber dann nicht außen vor sein und sich an den Rand stellen – daher werden zu den anfänglich nur 14 EU-Staaten sicherlich noch weitere nun nachrücken…

  230. 230 Hinweis 27. März 2018 um 7:29 Uhr

    Da die gemeinschaftliche EU-Armee vermutlich nicht eine aus allen EU-Mitgliedsstaaten sein wird – im Sinne der Konzeption eines ‚Europa der unterschiedlichen Geschwindigkeiten‘ – ist der gemeinschaftliche Standpunkt gegen Russland wohl einer der Lackmus-Teste, wer sich dann dafür qualifiziert.

    Und da will der eine oder andere Staat lieber dann nicht außen vor sein und sich an den Rand stellen – daher werden zu den anfänglich nur 14 EU-Staaten sicherlich noch weitere nun nachrücken. Weitere Faktenchecks bräuchts dafür dann übrigens, selbstredend, gar nicht…

  231. 231 stankovic 27. März 2018 um 10:08 Uhr

    Was um Himmels willen hat dich bewogen meinen Kommentar zu löschen, nestor?

  232. 232 Krim 27. März 2018 um 12:00 Uhr

    „Nein, du verteidigst Russland gegen die Kritik, dass es als Nationalstaat eben den Notwendigkeiten der Konkurrenz von Nationalstaaten zu genügen hat“

    Nein tu ich nicht. Aber Libelle weiß natürlich immer besser was die Leute tun und wollen als sie selbst.

    „dass seine ‚Friedfertigkeit‘, sein ‚Waisenknabencharakter‘ nichts weiter sind als die Konsequenz der Lage, in der es sich in dieser Konkurrenz befindet.“

    Das stimmt nicht. Es ist dir nicht nur von mir, sondern von Samson, simply red usw. ausführlich erläutert worden, dass die Russen ein anderes außenpolitisches Leitbild haben, dem sie folgen. Es ist also nicht n u r Konsequenz ihrer Lage, sondern auch Ergebnis dessen, wie sie selbst denken, dass Staaten miteinander verkehren sollten.

    „Man soll sich Russland im übertragenen Sinn als einen netten Kerl vorstellen und die NATO im Gegenzug als bad guy.“

    Von diesen Bebilderungen halte ich nichts. Aber wenn du sie wählst, dann ist in der Tat Russland im Vergleich zu USANATOEU der nette Kerl und die anderen der bad guy. Wenn man das auf dieses Niveau runterbringen will. Ich finde es z.B. nicht besonders nett, wie sie der Westen ein Begründung für weitere Sanktionen und Ausweisung von Diplomaten aus den Fingern saugt, um mal wieder eine Hexenjagd auf Russland veranstalten zu können – eindeutig „Bad Guy“.

    „1. Du verdrehst grundsätzlich“

    Aha, danke für die argumentlose Auskunft. Ich verdrehe dann, wenn die Dinge auf dem Kopf stehen und das verdrehen notwendig ist, um sie richtig zu stellen.

    „sondern Imperialismus aus einer bestimmten Rolle heraus (sagen wir Defensive) ausdrücklich mit etwas Menschenfreundlichem verwechseln will“

    Klar, ich nehme nicht wahr worum es geht, weil ich einen Unterschied kenne zwischen russischem Imperialismus und westlichem Imperialismus. Den du nicht kennen willst, weil dir das negative Zeugnis, das dabei dem Westen ausgestellt wird, wie Parteilichkeit für Russland vorkommt. Hatten wir alles schon.

    „Du bist meilenweit davon entfernt irgend ein richtiges Urteil über Russland und seine Konkurrenz mit der NATO zu produzieren.“

    Ja, klar, denn richtige Urteile sind definitionsgemäß ausschließlich Libelle vorbehalten.

    ein Hinweis an Hinweis: Man kann die Beiträge editieren, wenn man die Seite komplett neu aufruft. Wenn man einen Beitrag geschrieben hat und klickt auf „senden“ dann sieht es so aus als würde es nicht weitergehen. Aber der Beitrag wird trotzdem veröffentlicht, das sieht man, wenn man nochmal neu auf die Seite geht und dort kann man auch editieren.

  233. 233 NN 27. März 2018 um 13:26 Uhr

    Dass eine treffende Charakterisierung des westlichen Strickmusters in der „Affäre Skripal“ ausgerechnet vom SPDler Verheugen kommt war so auch nicht zu erwarten:

    „Generell sollten Sanktionen faktenbasiert sein und nicht auf Vermutungen aufbauen“, sagte Verheugen der „Augsburger Allgemeinen“. „Die Argumentation im Fall Skripal erinnert mich ein bisschen an eine Urteilsverkündung nach dem Motto ‚Die Tat war dem Beschuldigten nicht nachzuweisen, aber es war ihm zuzutrauen‘“, kritisierte der SPD-Politiker.

    Verheugen war von 1999 bis 2010 EU-Kommissar, zunächst für die Erweiterung der Europäischen Union, später für Industrie. „Die Haltung, dass Putin und die Russen im Zweifel für alles verantwortlich sind, ist eine Vergiftung des Denkens, die aufhören muss“, sagte er.“

    Günter Verheugen zum Fall Skripal – Ehemaliger EU-Kommissar nimmt Russland in Schutz

    Günter Verheugen hat die Sanktionen mehrerer europäischer Staaten gegen Russland im Fall Skripal kritisiert. Strafmaßnahmen sollten nicht auf Vermutungen, sondern auf Fakten basieren, sagte der frühere EU-Kommissar.

    Österreich begründet Nichtausweisung von russischen Diplomaten

    Gerade in schwierigen Zeiten soll ein Dialog zwischen den Ländern aufrechterhalten werden. Deswegen wird Österreich im Zuge des Skripal-Skandals im Gegensatz zu 16 EU-Partnern keine russischen Diplomaten ausweisen. Das sagte Außenministerin Karin Kneissl am Dienstag gegenüber Journalisten und forderte erneut eine volle Aufklärung der Sachverhalte.

    Der Westen „bestraft“ Russland: Wird er sich jetzt davon erholen können?

    Gestern hatte Russland aus verständlichen Gründen wichtigere Dinge zu tun. Doch die westlichen Staaten haben erneut einen Sieg gegen uns errungen und ihre Stärke demonstriert.

  234. 234 libelle 27. März 2018 um 13:26 Uhr

    Es ist dir nicht nur von mir, sondern von Samson, simply red usw. ausführlich erläutert worden, dass die Russen ein anderes außenpolitisches Leitbild haben, dem sie folgen. Es ist also nicht n u r Konsequenz ihrer Lage, sondern auch Ergebnis dessen, wie sie selbst denken, dass Staaten miteinander verkehren sollten.

    Du musst dich mal entscheiden: Wenn es Notwendigkeiten dieser Konkurrenz gibt, dann ist sich in ihr zu bewähren diese Notwendigkeiten erkennen und umzusetzen. Ihnen zu genügen ist dann also gerade keine Frage des richtigen Leitbildes, sondern solche Leitbilder sind nichts weiter als Titel, mit denen Nationen die Notwendigkeiten, die sie der Konkurrenz entnehmen verschönern. Russland geht es bspw. nicht um das Beenden von Kriegen (Leitbild), sondern darum seine Interessen zur Geltung zu bringen und die werden in irgendwelche Leitbilder übersetzt und für die führt es auch Kriege. Dass Russland im Augenblick keinen Krieg mit dem Westen beginnen will, ist nicht wegen irgendeines Leitbildes so, sondern genau umgekehrt haben sie dieses Leitbild, weil ihre Interessenlage so einen Krieg nicht brauchen kann.

    Insofern fällt man eben mit der Verehrung der Leitbilder, die Staaten ihrer Konkurrenz voranstellen auf das herein, was sie wollen. Man nimmt den schönen Titel für die Sache.

    Aber wenn du sie wählst, dann ist in der Tat Russland im Vergleich zu USANATOEU der nette Kerl und die anderen der bad guy. Wenn man das auf dieses Niveau runterbringen will. Ich finde es z.B. nicht besonders nett, wie sie der Westen ein Begründung für weitere Sanktionen und Ausweisung von Diplomaten aus den Fingern saugt, um mal wieder eine Hexenjagd auf Russland veranstalten zu können – eindeutig „Bad Guy“.

    Und hier schwingst du dich eben zum russlandfreundlichen Sittenwächter der Staatenkonkurrenz auf anstatt dich zu fragen, warum das so stattfindet. Du erklärst also nicht, sondern pflegst einen parteilichen Blick auf die Staatenkonkurrenz, die für dich aus sittenlosen Gesellen, die Diplomaten ausweisen und aufrechten Staaten, die das leider nicht auf sich beruhen lassen können, besteht. Du vollziehst also die Moral des Imperialismus nach.

    Klar, ich nehme nicht wahr worum es geht, weil ich einen Unterschied kenne zwischen russischem Imperialismus und westlichem Imperialismus. Den du nicht kennen willst, weil dir das negative Zeugnis, das dabei dem Westen ausgestellt wird, wie Parteilichkeit für Russland vorkommt. Hatten wir alles schon.

    Ich habe ausführlich über die Unterschiede des russischen und westlichen Imperialismus geschrieben. Insofern liegt hier wieder eines deiner verlogenen Konstrukte vor. Was ich allerdings im Unterschied zu dir nicht mache ist diese Unterschiede (die du nicht richtig bestimmst) zum Anlass zu nehmen Partei zu ergreifen. Dann macht man sich freilich zur ideellen Partei dieser Konkurrenz und fiebert mit der Objekt seiner Sorge mit.
    Die Unterschiede die du wahrnimmst, sind Spekulationen über deine Betroffenheit vom westlichen bzw. russischen Imperialismus. Du hast auf sie die Perspektive einer mehr oder weniger guten Lebensbedingung. Und damit hast du eben auch die Kritik am Imperialismus als etwas, bei dem die Verschlechterung der Lebensbedinungen als Mittel des Umgangs mit Konkurrenten zum Tagesgeschäft gehört im Fall Russland relativiert d.h. du missverstehst völlig, worum es bei Imperialismus geht. Und wenn es dabei um etwas anderes geht – ja dann sind beim besten Willen die Lebensbedingungen auch nicht gut in der Nationenkonkurrenz aufgehoben.
    Das einzige was du machst ist einer Seite, deren Position im Augenblick keinen Waffengang favorisiert, das Kompliment wegen ihres „Leitbildes“ eine bessere Lebensbedingung zu sein. Deine Stellung zur Konkurrenz verhält sich also ignorant dazu worum es in ihr geht.

    Ja, klar, denn richtige Urteile sind definitionsgemäß ausschließlich Libelle vorbehalten.

    Oben ist das jetzt nochmal erklärt. Mit der Fragestellung welchen Kollateralnutzen imperialistische Konkurrenz hat hat man eine Perspektive darauf, die ihre Erklärung verhindert. Das merkt man schon am Nachvollzug der Ideologie vom Leitbild. Das soll ja dafür sorgen, dass diese Konkurrenz zur besseren Lebensbedingung wird. Und schon erklärt man nicht mehr, sondern fahndet nach den richtigen Leitbildern, weil die ja dafür verantwortlich sein sollen, dass der Imperialismus vergleichsweise aushaltbar wird.

    Und wenn man sich einmal geistig so zugerichtet hat, dann ist es auch rationell Regierungen die „richtigen Leitbilder“ vorzuschlagen. Es ist ja nur eine Frage dieser Leitbilder wie aushaltbar der Imperialismus ist.

  235. 235 Nestor 27. März 2018 um 13:42 Uhr

    Der von NN gepostete Sputnik-Artikel über den Aufmarsch von NATO-Truppen rund um Syrien und den Iran sowie die diplomatischen Affronts gegenüber Rußland sind höchst beunruhigend, weil letztere könnten das Vorspiel zu einem Showdown sein, der im Nahost geplant ist.

  236. 236 libelle 27. März 2018 um 13:53 Uhr

    sowie die diplomatischen Affronts gegenüber Rußland sind höchst beunruhigend,

    Das ist etwas, das die Freunde Russlands verpassen. Da wird nämlich eine Front gebildet und man kann sich durch Ausweisung von ein paar russischen Diplomaten in sie einreihen. Da wird sogar die Anzahl ein Gradmesser.

    Ob es diesen Showdown gibt ist schwer die Frage. Vor allem hängt das an der Entschlossenheit der Russen die Konfrontation anzunehmen und am Urteil des Westens wie weit Russland sich dort engagieren will. Auch die Russen massieren ja ihre Truppen in der Region.

  237. 237 NN 27. März 2018 um 15:13 Uhr

    Feindschaft säen, statt Fakten finden: Die wahre Absicht des Westens im Fall Skripal

    Was für den Westen im Fall Skripal zählt, sind nicht die Tatsachen. Es geht vielmehr darum, Russland zu diskreditieren. Wozu das gut sein soll? Dafür gibt es nur eine plausible Erklärung: Der Westen hat es auf einen Konflikt mit Russland abgesehen und die westlichen Bürger sollen darauf eingestimmt werden.

    Diplomaten-Ausweisungen: Dieses Endziel hat der Westen im Auge – Politologen

    Russische Politologen sehen hinter der Massenausweisung russischer Diplomaten aus den USA und zahlreichen EU-Ländern im Zusammenhang mit dem Fall Skripal ganz konkrete Ziele.

  238. 238 Krim 27. März 2018 um 17:05 Uhr

    Libelle, wenn du nicht so ein verbohrter Arsch wärst, könntest du auch mal was begreifen. Es kommt halt immer auch drauf an, wie man Notwendigkeiten genügt. Essen ist z.B. eine Notwendigkeit. Haferschleim zu essen ist aber keine Notwendigkeit, man kann auch ne Ente mit Rotkohl und Klößen essen.
    Deshalb „nein“ Leitbilder sind kein Titel, sondern die Maximen der russische Politik.

    „warum das so stattfindet.“

    Ich weiß um das allgemeine Moment, warum Staaten konkurrieren. Immer wieder der gleiche Fehlschluss von dir. Wenn man an den Besonderheiten Unterschiede feststellt, soll angeblich der Blick auf das Allgemeine verunmöglicht werden. Das ist eine rein dogmatische Setzung, die aus nichts anderem entspringt als aus deiner Parteilichkeit für den Westen. Dich ärgert schlicht und einfach, dass der Westen die Drecksau ist. Und wer dann s a g t der Westen sei die Drecksau in der Staatenwelt, was halt leider stimmt – dann kommst du angeschissen und hältst das für russische Parteilichkeit. Ja klar wer den Agressor als Agressor bestimmt, der kann Staatenkonkurrenz nicht mehr kritisieren. Wer’s glaubt wird selig. Der muss außerdem ein Fan des russischen Kapitalismus sein. Nein ich bin kein Fan russischer Zustände, aber ich bin halt noch weniger ein Fan amrikanischer und europäischer Machenschaften. Komischerweise fällt sowas sogar Verheugen auf, Libelle aber nicht.

    Und ich finde das weiterhin äußerst seltsam, dass in einer Zeit, wo die Zeitungen voll von europäischen Geschlossenheitsbekundungen sind gegen das böse Russland, dem man zwei versuchte Morde an einer Doppelagentenfamilie unterstellt, es aber gar nicht nötig zu haben scheint selbige zu beweisen, hier eine Debatte über die Parteilichkeit für Russland losgetreten wird. Habt ihr sie noch alle?

    “ Insofern liegt hier wieder eines deiner verlogenen Konstrukte vor.“

    Ja klar, alles was dir nicht passt, ist ein verlogenes Konstrukt. Wie immer halt. Es ist alles gesagt. Ich habe ehrlich gesagt keine Lust mehr auf dein parteiliches Angekäse einzugehen.

    Nicht zu fassen der Typ!

  239. 239 Mattis 27. März 2018 um 17:25 Uhr

    Es war damals auch der britische Geheimdienst, der zweifelsfrei die Massenvernichtungswaffen im Irak nachgewiesen hat, die dann irgendwie nicht zu finden waren.
    Die Anschuldigung hatte ihren kriegshetzerischen Zweck erfüllt,darum ging es.
    Dann die Anschuldigung 2009, Russland habe den Krieg gegen Georgien begonnen. Auch damals gab es diplomatische Sanktionen, allerdings nicht so breit EU-unterstützt wie heute. Insofern sieht man jetzt einen unangenehmen Fortschritt in der Sache.
    Zufall, dass es wieder die Briten sind? Das könnte durchaus eine US/GB Abmachung sein, denn wenn es die Briten sind, die so einen Vorwurf gegen Russland aufbringen (um Beweise schert sich ja niemand), dann steht Europa schnell geschlossen bei – verlässlicher, als wenn das nur aus den USA gekommen wäre.

  240. 240 Mattis 27. März 2018 um 17:47 Uhr

    „Und ich finde das weiterhin äußerst seltsam, dass in einer Zeit, wo die Zeitungen voll von europäischen Geschlossenheitsbekundungen sind gegen das böse Russland, dem man zwei versuchte Morde an einer Doppelagentenfamilie unterstellt, es aber gar nicht nötig zu haben scheint selbige zu beweisen, hier eine Debatte über die Parteilichkeit für Russland losgetreten wird.“ (Krim)

    Was soll das heißen? Wäre es irgendwie unmoralisch? Schadet es Russland, wenn hier Kritik geübt wird? Stimmt es also, was ich über das Kritik-Tabu geschrieben habe?

    Du sagst also: in Kriegszeiten darf man nicht mehr objektiv denken. Na das ist ja auch die übliche Übung, seit Jahrhunderten. Das muss man ja nicht ändern, oder?

    Die Parteilichkeit macht sich dann endgültig frei von Fakten und ehedem noch rudimentären Einsichten und geht final über in eine moralische Hysterie. Und genau da bist du jetzt angelangt.

  241. 241 NN 27. März 2018 um 18:04 Uhr

    Momentan scheint die Politik der neuen GroKO beim Wahlpublikum nicht sonderlich gut anzukommen:

    „Der neueste SPON-Wahltrend zeigt: Die vergangenen Wochen haben den Regierungsparteien bei der Beliebtheit eher geschadet. Union und SPD müssen Verluste hinnehmen.

    Besonders die Union verlor im Trend deutlich: Gegenüber der letzten Auswertung am 27. Februar, also vor gut einem Monat, sank die Zustimmung um mehr als zwei Prozentpunkte auf nunmehr 31,2 Prozent. Die SPD liegt bei 17 Prozent. Der Rückgang ist deutlich geringer als bei der Union, aber im Zeitverlauf erkennbar.

    Die AfD legte dagegen deutlich zu. Stand sie vor vier Wochen bei etwas mehr als zwölf Prozent, sind es nun 15,4 Prozent – ein Aufwärtstrend ist besonders in den vergangenen zwei Wochen zu erkennen.

    Die Werte von Grünen und Linken sind dagegen beinahe unverändert, leicht zulegen kann die FDP.“

    Nicht wenige werden vermutlich in etwa so denken wie dieser Demokratieidealist: Eskalation und Verfassungsbruch? Nicht in unserem Namen!

  242. 242 Mattis 27. März 2018 um 18:33 Uhr

    Um es nochmal klar zu sagen: die Kritik an Russland war nicht einfach nur, auf seinen Kapitalismus hinzuweisen. Sondern auf seine Beteiligung an allen möglichen Kriegsschauplätzen, was die ganz direkte Konfrontation eher wahrscheinlicher macht als dass es die Menschen in Russland vor Krieg bewahrt. Und die nationalistische Rhetorik in Russland hört sich im übrigen auch nicht an wie eine Rede auf dem Ostermarsch.

    Obwohl andererseits natürlich schon die grundsätzliche Frage gestattet sein muss, wie ein Staat, dessen Ökonomie in einem ständigen Kampf gegeneinander besteht, bei dem auch Menschenleben tagtäglich nichts zählen, weltpolitisch tatsächlich nichts anderes als Frieden und den Schutz der Bevölkerung im Sinn haben soll. Umgekehrt wird ein Schuh draus: diese Ziele als ehrenwert klingende Titel zu erkennen, die der Staat einer momentan für angebracht gehaltenen Strategie beigibt, und weiter materiell daran festzuhalten, eine Rolle als Großmacht zu spielen.

    *

    Da will ich auch durchaus die Heuchelei ansprechen, dass Putin angesichts der über 60 Brandopfer die Verfolgung der Schuldigen verlangt, aber der Hauptschuldige, der Kapitalismus mit seinem ständigen Sparen an Sicherheit für Arbeiter und Kunden, natürlich ungenannt bleibt. Brandschutzauflagen zu unterlaufen macht Investitionen rentierlicher, und mit vergleichsweise wenig Bargeld lassen sich die gedruckten Gesetze umgehen. Nicht mal die Korruption darf man aber offiziell anprangern (den Kapitalismus schon gar nicht), damit beleidigt man nämlich die Nation.
    Im Westen oder in Asien würde man so einem anreisenden Politiker Zynismus vorwerfen, jedenfalls von links außen, und das mit Recht.

  243. 243 Krim 27. März 2018 um 18:54 Uhr

    „Die korrekte Diagnose verhält sich zu Eurer Parteinahme als Rechtfertigung und nicht als Grund.“ Ja klar, auch dieser Vorwurf, ist nicht neu. Wir sind eben im Ausgangspunkt beinharte Russenverehrer und rechtfertigen zufällig mit der Wahrheit unseren Russenfanatismus. Umgekehrt kann es natürlich nicht sein, dass wir zuerst die Situation Einschätzen und deshalb zum Ergebnis kommen, dass der Westen zu verurteilen und zu kritisieren ist. Das ist einfach eine Gemeinheit von euch, mich und andere mit dieser verqueren Logik anzugehen.

    Neulich hast du dich noch lustig gemacht über meine Diagnose es ging darum die Heimatfront zu begradigen. Sputnik sagt jetzt das selbe. „Dafür gibt es nur eine plausible Erklärung: Der Westen hat es auf einen Konflikt mit Russland abgesehen und die westlichen Bürger sollen darauf eingestimmt werden.“

    Das sehe ich genauso und libelle darf jetzt wieder hysterisch schreien: 5. Kolonne Moskaus – kümmert mich aber nicht.

    Wenn da nicht irgendeine Sauerei geplant wäre, gäbe es diesen Shitstorm gegen Russland nicht. Man erinnere sich. Ich habe ganz am Anfang des Threads gesagt, man solle nicht den Beweisen hinterherhecheln, weil das offenbar eh niemand kümmert. Wichtig ist wofür der Vorfall hergenommen wird und ich bin der Ansicht, dass des Pudels Kern noch nicht offenbar wurde. Kommt aber noch.

  244. 244 Krim 27. März 2018 um 19:09 Uhr

    „Sondern auf seine Beteiligung an allen möglichen Kriegsschauplätzen, was die ganz direkte Konfrontation eher wahrscheinlicher macht als dass es die Menschen in Russland vor Krieg bewahrt.“ Da widerspreche ich. Nachgiebigkeit gegenüber dem Westen macht die Konfrontation wahrscheinlicher. Natürlich kannst auch du, wie hier schon geschehen, mit der Kapitulationslogik argumentieren. Ja wenn Russland vom Weißen Haus aus regiert wird, gibt es keinen Krieg. Aber Opfer gibt es garantiert trotzdem. Wenn Russland diese Kapitulation seinem Volk aber nicht zumuten will, dann muss es sich als Macht aufstellen, denn eine andere Sprache versteht der Westen nicht. Und das sage ich jetzt mit Bedauern, weil es eine Wahrheit der Staatenkonkurrenz ist und keine Parteilichkeit für Russland. Das ist die Logik der Gewalt. Entweder du unterwirfst dich oder du organisierst eine Gegengewalt. Und nochmal, weil das nicht zur Kenntnis genommen wird: Jedes Gemeinwesen müsste so handeln. Auch ein kommunistisches. Die Gewaltlogik steht eben über den Gesellschaftssystemen. Deshalb ist es auch Quatsch, den Imperialismus aus dem Kapitalismus abzuleiten. Nein, eine Gewaltkonkurrenz gibt es, sobald sich ein Gemeinwesen als Gewaltsubjekt aufstellt und sobald sich ein Gemeinwesen als Gewaltsubjekt aufstellt, müssen alle anderen sich auch als Gewaltsubjekt aufstellen oder sich unterordnen.

    „jedoch nicht die damit zu legitimierende Parteinahme für Russland. Du kannst das eine vom anderen eben nicht trennen – das macht ja deine Parteilichkeit aus!“

    Und genau dieser Vorwurf ist die Gemeinheit von der ich gesprochen habe. Nochmal: Nicht weil ich ein Russenfreund bin, find ich den Westen schlecht, (das wäre Parteilichkeit) sondern weil ich vom Westen nichts halte, erscheint es dir so, als sei ich ein Russenfreund.

  245. 245 Krim 27. März 2018 um 19:43 Uhr

    „Dass – jetzt die erste Hälfte – Du Russenfreund bist und DESWEGEN den Westen nicht magst, wirst Du bei mir nicht gelesen haben.“ Gut, wenn du das nicht gesagt haben willst, bin ich auch nicht parteilich. Parteilich ist jemand, dessen Urteil aus seinem Standpunkt folgt, nicht aber jemand dessen Standpunkt aus seinem Urteil folgt.

    „Du bist Russenfreund, weil Du den Westen HASST.“ Richtig und für den „Hass“ (d.h. begründete Ablehnung/Kritik) habe ich gute Gründe über die du gerne diskutieren kannst. d.h. keine Parteilichkeit, weil mein Standpunkt aus meinem Urteil folgt und nicht umgekehrt.

  246. 246 Nestor 27. März 2018 um 20:05 Uhr

    Stankovic, ich mag dein moralisches Gesudere nicht mehr haben.
    Nerv wen anderen.

  247. 247 Frage 27. März 2018 um 21:57 Uhr

    „Warum willst du Würstchen in dem Konflikt dich auf die Seite irgend einer Partei stellen?“

    (Libelle)

    Kleine Zwischenfrage an alle (un)parteiischen „Würstchen“: Gilt Obiges auch, falls „in dem Konflikt“ eine der Parteien die nukleare Auslöschung Israels ins militärstrategische Kalkül zieht?

  248. 248 Krim 28. März 2018 um 1:42 Uhr

    Wenn es um die Nukleare Auslöschung der Welt geht, muss man sich wohl nicht noch extra Gedanken um Israel machen, oder?

  249. 249 libelle 28. März 2018 um 6:27 Uhr

    Libelle, wenn du nicht so ein verbohrter Arsch wärst, könntest du auch mal was begreifen. Es kommt halt immer auch drauf an, wie man Notwendigkeiten genügt. Essen ist z.B. eine Notwendigkeit. Haferschleim zu essen ist aber keine Notwendigkeit, man kann auch ne Ente mit Rotkohl und Klößen essen.
    Deshalb „nein“ Leitbilder sind kein Titel, sondern die Maximen der russische Politik.

    Die Maxime keinen Krieg zu führen kann ein Staat nicht haben! Du fällst auf die Titel dieser Konkurrenz herein. Wenn Staaten sich darauf berufen keinen Krieg führen zu wollen, dann meinen sie damit eben keine Maxime, kein Prinzip, sondern sind der Auffassung, dass sie ihre Interessen möglichst ohne Krieg durchsetzen wollen. Und diese „Maxime“, die hat noch jeder Staat.

    Auch Russlands Leitbilder unterstellen die Geltung russischer Interessen in der Welt (welche immer es sind). Jetzt musst du nur noch beantworten, ob diese Interessen zu denen anderer Staaten im Gegensatz stehen, vor allem, wenn du mal unterstellst wo Russland hin will – es will ein entwickelter kapitalistischer Staat werden. Dann ist ganz klar: diese „Maxime“ entspricht nicht dem, worum es Russland geht, weshalb es eben nur ein Titel und kein praktikabler Grundsatz der Politik eines Nationalstaates sein kann.

    Es bleibt also dabei: Du bemühst dich um Verbreitung der guten Leitlinien, in die Russland seine aktuelle Interessenlage übersetzt hat als dessen eigentliche Interessen. Das ist die Verwechselung, die du machst. Sonst: Beweise doch mal, dass Kriege beenden, keinen Krieg führen als Prinzipien taugliche Maximen der Politik eines Nationalstaates sein können.
    Und da du das nicht kannst sind damit auch alle Fragen beantwortet.

    Wenn man an den Besonderheiten Unterschiede feststellt, soll angeblich der Blick auf das Allgemeine verunmöglicht werden. Das ist eine rein dogmatische Setzung, die aus nichts anderem entspringt als aus deiner Parteilichkeit für den Westen. Dich ärgert schlicht und einfach, dass der Westen die Drecksau ist. Und wer dann s a g t der Westen sei die Drecksau in der Staatenwelt, was halt leider stimmt – dann kommst du angeschissen und hältst das für russische Parteilichkeit.

    Du bist eine Moralschleuder. Der Westen ist nur für seine Opfer die Drecksau (jemand, der die Regeln guten Spiels verletzt) – also Russland. Stellt man sich mal objektiv hin, dann tut er nichts weiter als das Spiel von seiner Position aus zu spielen.

    Sogar im Zwischenmenschlichen, in das du die Staatenkonkurrenz mit deinem Bild der „Drecksau“ übersetzt kannst du auf die Spur deiner Fehler kommen. Solche Sprüche lässt man nämlich beim Karten-, Schach- oder sonstigen Spielen, wenn der Gegner zwar nach den Regeln aber eben so spielt, dass die eigenen Pläne schwer getroffen sind. Dann wirft man ihm im Bild der „Drecksau“ vor die imaginären Regeln des guten Spiels, in denen man selbstverständlich auch gut abschneiden würde, verletzt zu haben. q.e.d.

    @Frage

    „Warum willst du Würstchen in dem Konflikt dich auf die Seite irgend einer Partei stellen?“

    (Libelle)

    Kleine Zwischenfrage an alle (un)parteiischen „Würstchen“: Gilt Obiges auch, falls „in dem Konflikt“ eine der Parteien die nukleare Auslöschung Israels ins militärstrategische Kalkül zieht?

    1. Israel ist auch nur ein Staat. Weshalb also sollte man jetzt für diesen Teilnehmer der Staatenkonkurrenz ein warmes Herz bekommen?

    2. Du wirst – wenn sie denn angedacht ist – die nukleare Auslöschung von überhaupt nichts verhindern. Ich verspreche dir, dass russische Strategen längst Ziele in Westeuropa in ihren Plänen haben. Wer z.B. in der Pfalz (Rammstein) oder in Stuttgart wohnt, der kann sich im Fall eines Atomkrieges schon mal auf seine ganz persönliche atomare Vernichtung einstellen.
    Umgekehrt natürlich auch die Bewohner russischer und chinesischer Städte.

    3. Was also tun? Antwort: Die nationalstaatliche Verfassung dieser Welt kritisieren, wenn sie denn mal irgendwo Thema ist oder man es schafft sie zum Thema zu machen. Thats all.

    @Nestor: Stanko hat überhaupt keine Moral von sich gegeben, sondern sachliche Beiträge eingestellt, die einiges an Kritik geleistet haben.

  250. 250 Hinweis 28. März 2018 um 6:38 Uhr

    Dass die diversen Diplomaten aus aller Welt den Vorgaben aus GB, USA und D folgen, verwundert nicht.
    Dass die Presse unisono dem nachfolgt, das aber schon.
    https://www.berliner-zeitung.de/politik/kommentar-zu-diplomatenausweisungen-gift-und-gegengift-29928342

    Beim Thema Katalonien war es ja übrigens ähnlich.
    Dort genügt nur das Wort Unterdrückung und schon ist die gesamte freie Presse auf Seiten der katalonischen Separatisten.

    Gleichschaltung ist bei so viel beflissener Anpassung an die gängigen Sprachregelungen gar nicht nötig. Viel effektiver ist in seiner freiheitlichen Funktion der Verlängerung der Ideologien des hiesigen Freiheitsstalls die „vierte Gewalt“ des Staates, die ja nicht zufällig so genannt wird …

    (Dass der CIA oder der türkische Geheimdienst in aller Welt bekanntermaße zuschlägt, das ist der Presse übrigens deswegen nie einen kritischen Gedanken oder gar Aufreger wert, weil, das sind ja die Guten. Sorry, die Türken ja grad mal eher nicht. Aber unsere Bündnispartner…)

  251. 251 Hinweis 28. März 2018 um 7:05 Uhr

    Dass die USA weltweit per Drohnen pro Tag etliche Leute umbringen, das ist nicht die Bohne einen Aufreger wert.

    Dass die hiesige Presse insgesamt iswologisch so stramm Gewehr bei Fuß steht, das muss bei der Presse übrigens durchaus auch mal überwacht werden, ob sie sich denn auch so wie gewünscht freiwillig staatskonform verhält. Ein Alleinstellungsmerkmal haben die diversen Diktatoren in ihrer Pressebespitzelung daher … eher nicht …

    https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/bnd-bespitzelt-journalisten

  252. 252 Frage 28. März 2018 um 8:46 Uhr

    @Krim

    „Wenn es um die Nukleare Auslöschung der Welt geht, muss man sich wohl nicht noch extra Gedanken um Israel machen, oder?“
    (Krim)

    Israel ist nicht die Welt, oder?

    @Libelle

    „Israel ist auch nur ein Staat.“ (Libelle)

    Stimmt.

    „Weshalb also sollte man jetzt für diesen Teilnehmer der Staatenkonkurrenz ein warmes Herz bekommen?“
    (Libelle)

    Nicht für den Staat. Aber für Millionen potentielle menschliche Schutzschilde, die auch in diesem Nationalstaat leben.

  253. 253 libelle 28. März 2018 um 8:56 Uhr

    @Frage:

    Dass Millionen in so einem Kieg sterben trifft nicht nur auf Israel zu d.h. die von dir bemängelte Sache gibt keinen Übergang auf Israel her, den trägst an das Thema heran.

    Soweit ich das beobachten konnte ist Israel mit der Eskalation in Syrien, die jetzt in Vorbereitung ist nicht glücklich, ganz einfach weil sein Territorium dann zum Kriegsgebiet wird. Es kann also seine Doktrin die „Feinde Israels“ außerhalb seiner Grenzen zu erledigen bei so einer Eskalation (die USA/NATO versucht einen Schlag gegen die russischen Truppen und die syrische Regierung) nicht durchhalten. Deshalb beteiligen sie sich meines Wissens nicht an der aktuellen Kampagne – zumindest nicht in der ersten Reihe (soweit ich weiß haben sie keine russischen Diplomaten ausgewiesen etc…).

    Israel könnte in einem Konflikt solchen Ausmaßes seine Überlegenheit nicht mehr ausspielen wie bisher.

  254. 254 Antwort 28. März 2018 um 8:59 Uhr

    Ein menschlicher Schutzschild – das ist die zynische Redeweise von Diktatoren, wenn sie um ihre Massenvernichtungswaffen Menschen (Geiseln) für diese ihre Waffen aufstellen.

    So oder so – ist das Zeuxs von ‚Frage‘ – oder Stanko – kein Beitrag zum Thema dieses Threads.

  255. 255 Frage 28. März 2018 um 9:32 Uhr

    @Libelle
    „…gibt keinen Übergang auf Israel her, den trägst an das Thema heran.“

    Ist schon recht.

    „Soweit ich das beobachten konnte ist Israel mit der Eskalation in Syrien, die jetzt in Vorbereitung ist nicht glücklich, ganz einfach weil sein Territorium dann zum Kriegsgebiet wird.“

    Soweit ich das beobachten konnte ist Israel, nach sieben Jahren der aktiven Beteiligung und militärischen Unterstützung islamistischer Todesschwadronen im Krieg gegen Syrien,auch Teil dieser aktuellen Eskalationsvorbereitung.

  256. 256 libelle 28. März 2018 um 9:59 Uhr

    Soweit ich das beobachten konnte ist Israel, nach sieben Jahren der aktiven Beteiligung und militärischen Unterstützung islamistischer Todesschwadronen im Krieg gegen Syrien,auch Teil dieser aktuellen Eskalationsvorbereitung.

    Man muss mal von der Moral wegkommen. Es ist für Israel nicht das Gleiche, ob sie libanesischen Luftraum verletzen und ein paar Raketen auf Syrien abfeuern oder Islamisten ausrüsten und in ihren Lazaretten behandeln. Das ist eine Art der Beteiligung am Syrienkrieg, bei der Israel von einer sicheren, unangreifbaren Position aus agiert und so tatsächlich die Dinge ohne großes Risiko zu seinem Vorteil beeinflussen kann. Deshalb bekämpfen sie auch so vehement iranische Basen in der Nähe ihres Territoriums. Sie wollen einen Krieg gegen den Iran, der weit entfernt von ihren Grenzen stattfindet.

    Ein Krieg zwischen Russland und den USA in der Region ist eine ganz andere Baustelle. Der würde Israel einerseits zu einer Entscheidung zwingen, es kann nicht neutral bleiben und welche das ist, ist auch schon klar, sie würden gegen die Russen mitschießen. Dennoch ist das ein Szenario, das potenziell ruinös für Israel ist. Im Unterschied zu ihrer bisherigen Einmischung in den Syrienkrieg.

  257. 257 Nestor 28. März 2018 um 10:05 Uhr

    Ich weiß nicht, wie jetzt auf einmal das Thema auf Israel kommt, das ist wirklich in dem Konflikt relativ unbeteiligt. Also bitte laßt dieses Hickhack um Israel bleiben.

    Die Sache mit den „menschlichen Schutzschilden“ und „zivilen Opfern“ und überhaupt den unschuldig zum Handkuß gekommenen Frauen und Kindern lebt von der verlogenen Vorstellung, man könnte Kriege führen, bei denen es garantiert nur die Richtigen erwischt.

    Und das angesichts einer Kriegsführung, wo von eroberten Städten wirklich nur – teilweise auch noch verminte oder chemisch verseuchte – Schutthäufen übrigbleiben.

  258. 258 Frage 28. März 2018 um 10:17 Uhr

    „Ein Krieg zwischen Russland und den USA in der Region ist eine ganz andere Baustelle. Der würde Israel einerseits zu einer Entscheidung zwingen…“

    Den Absatz stimme ich zu.

    Meine Eingangsfrage hatte ein anderes Motiv, als hier Israel als Thema einführen zu wollen. Deswegen beende ich das hier.

  259. 259 Krim 28. März 2018 um 10:56 Uhr

    @libelle: 1. Kommt bei mir das Wort Krieg vor? Nicht? Was laberst du dann?

    „Auch Russlands Leitbilder unterstellen die Geltung russischer Interessen in der Welt“

    2. Es kommt halt nur auf die Interessen an und wie ein Staat denkt, dass seine Interessen berücksichtigt gehören. Und da sehe ich eben schon gewaltige Unterschiede zwischen dem Westen und Russland. Der Westen hat ja lange Jahre gemeint, die Russen könnten ihm den Buckel runter rutschen und haben konsequent jeden russischen Einspruch ignoriert. Der Westen denkt seine Interessen haben Vorrang, haben Anspruch auf unbedingte Gültigkeit. Russland denkt es muss einen Interessenausgleich geben, mit dem beide Seiten leben können.

    3. Weil ich Drecksau sage, kommst du mir mit Moral. Mal für dich aufbereitet. Eine staatliche Drecksau ist z.B. ein Staat der über Leichen geht, der das Elend von ganzen Völkern erzeugt, der das was die Leuten zum Leben brauchen, dem Geld und seiner Vermehrung opfert.

    “ Der Westen ist nur für seine Opfer die Drecksau“

    4. LOL „nur“ für seine Opfer – und nicht für die Täter und Nutznießer – ach echt? Das ist ja ungeheuer menschenfreundlich von ihm „nur“ seine Opfer zu pisacken und nicht auch noch die Nutznießer.

  260. 260 simply red 28. März 2018 um 11:29 Uhr

    @ Krim

    Der Westen hat ja lange Jahre gemeint, die Russen könnten ihm den Buckel runter rutschen und haben konsequent jeden russischen Einspruch ignoriert. Der Westen denkt seine Interessen haben Vorrang, haben Anspruch auf unbedingte Gültigkeit. Russland denkt es muss einen Interessenausgleich geben, mit dem beide Seiten leben können.

    Dazu ein Kommentar von Albrecht Müller, ab 1973-1982 Leiter der Planungsabteilung im Bundeskanzleramt bei Willy Brandt und Helmut Schmidt:

    Die bestimmenden Kräfte in der russischen Politik haben lange und geduldig darum geworben, die Politik der Verständigung und der Zusammenarbeit beizubehalten. Noch zwei Jahre nach dem NATO-Krieg in Jugoslawien, der völkerrechtswidrig war und sich auch gegen Russland wandte, hat der russische Präsident 2001 im Deutschen Bundestag um Zusammenarbeit geworben. Auch dieses Werben wurde auf westlicher Seite nicht ernst genommen. In Russland zog man danach offensichtlich die Konsequenzen und schaltete um. Bei der Münchner Sicherheitskonferenz im Jahre 2007 war der Wandel zu spüren.

    Der Wandel, der negative Wandel im Innern und verlautbart nach außen, ist verständlich. Die Kräfte der Verständigung, zum Beispiel Außenminister Lawrow und Präsident Putin, werden von westlicher Seite dem Spott ihrer innenpolitischen Gegner ausgesetzt. Natürlich gibt es auch in Russland Politiker und Ideologen, die von enger Zusammenarbeit mit den USA und ihren Verbündeten einschließlich der NATO nicht so viel halten. Ihnen spielt der Westen in die Hände und wenn das so weitergeht, dann könnten wir an der Schwelle eines wirklichen Wandels zum Schlechteren stehen. Aus der wirtschaftlichen Zusammenarbeit wird unter dem Druck von Sanktionen und feindseligen Äußerungen durch die westliche Politik und Medien dann eine neue und verschärfte militärische Konfrontation, also Aufrüstung und Drohgebärden. Das war in der Rede Putins zur Lage der Nation am 1. März 2018 schon spürbar. Und wenn dieser Präsident vom Westen inspiriert unter innenpolitischen Druck der nationalistischen Kräfte Russlands kommen sollte oder gar ausgewechselt werden sollte, dann könnte die Welt morgen noch um vieles gefährlicher sein.

    Das Zitat ist treffend.

    Hier der Artikel. Wir wollen ein Volk der guten Nachbarn sein. Dieses großartige Versprechen ist an den Nagel gehängt. Wahnsinn

    Selbstverständlich kann man diesen Artikel auch einige kritische Bemerkungen anhängen, es spricht aber für die Expertise des Autors in seiner Auseinandersetzung mit Rußland.

  261. 261 libelle 28. März 2018 um 11:31 Uhr

    Weil ich Drecksau sage, kommst du mir mit Moral. Mal für dich aufbereitet. Eine staatliche Drecksau ist z.B. ein Staat der über Leichen geht, der das Elend von ganzen Völkern erzeugt, der das was die Leuten zum Leben brauchen, dem Geld und seiner Vermehrung opfert.

    Hier muss man dir wieder mit moralischer Verblendung kommen. Welcher Staat geht denn nicht über Leichen?

    Ich weiß schon, was du meinst: Libyen z.B. oder Afghanistan, den Irak. Das sind alles Staaten, die die USA zerstört haben, in denen jetzt auch vermehrt Leichen produziert werden. Nur: weshalb haben sie das denn getan? Was waren denn ihre Abwägungen sich darauf einzulassen diese Staaten zu zerschlagen bzw. woher kommt denn dieser „zerschlagene“ Zustand? Er kommt nicht nur daher, dass der alte Staat zerstört worden ist, sondern dass die Zerstörung vorher unterworfene Volksgruppen und sonstige Entitäten freigesetzt hat, die ihrerseits wieder staatliche Proteges gefunden haben (u.a. auch Russland in Libyen z.B., aber auch die Taliban in Afghanistan, die Usbeken, Hekmatyar (als Platzhalter für die vom Iran unterstützten Gruppen)) und jetzt um die Macht in diesen Gebilden kämpfen.
    Es ist also auch sachlich nicht richtig, dass die USA „schuld“ sind, sondern u.a. so verlaufen eben die – zweifellos von den USA geschaffenen und qauf die Agenda der Weltpolitik gesetzten- Fälle staatlicher Konkurrenz. Was du machst ist einfach nur antiamerikanisches Moralisieren. „Drecksau“ ist ein moralischer Blick auf die Staatenkonkurrenz, den du unten dann ausführst.
    Nochmal für dich: Allen Staaten sind Leichen, wenn sie für notwendig gehalten werden bei der Durchsetzung ihrer Zwecke kein Hinderniss.
    So – Und warum tun die USA das? – offensichtlich eine Frage, für die man sich nicht mehr interessiert, wenn man mit „Drecksau“ schon mit der Kritik des Imperialismus fertig ist. Kurz gesagt tun sie es um sich Rechte gegenüber ihren Konkurrenten herauszunehmen, also den USA den Status einer besonderen Nation zu sichern, die mehr darf als andere Nationen, also in einer ganz eigenen Klasse agiert und vom Rest der Staatenwelt zu verlangen, dass die das anerkennt. Und andererseits um Weltgegenden nach ihrem Interesse zu ordnen und einen Regime-Change in Staaten zu betreiben, die mit ihren Ordnungsvorstellungen nicht zusammengehen.

    Deshalb: Auch der russische Vorwurf der Zerstörung von Staaten durch die USA ist nur die halbe Wahrheit. Diese Zerstörung ist zu einem guten Teil auch das Ergebnis der Konkurrenz der Staatenwelt um die übrig bleibenden Reste dieser Staaten.

    Es kommt halt nur auf die Interessen an und wie ein Staat denkt, dass seine Interessen berücksichtigt gehören. Und da sehe ich eben schon gewaltige Unterschiede zwischen dem Westen und Russland. Der Westen hat ja lange Jahre gemeint, die Russen könnten ihm den Buckel runter rutschen und haben konsequent jeden russischen Einspruch ignoriert. Der Westen denkt seine Interessen haben Vorrang, haben Anspruch auf unbedingte Gültigkeit. Russland denkt es muss einen Interessenausgleich geben, mit dem beide Seiten leben können.

    Tja und da haben die Russen eben noch nicht begriffen, dass man sich einen „Interessenausgleich“ d.h. die Berücksichtigung des eigenen Interesses erkämpfen muss. Das bekommt man als Staat nach den Vorstellungen, die man selbst hat nicht geschenkt. Und die Lehrstunde haben sie fast absolviert und so den nächsten Schritt zu einem vollwertigen Mitglied der imperialistischen Staatenfamilie hinter sich gebracht.

  262. 262 NN 28. März 2018 um 11:56 Uhr

    Britische Präsentation zu Fall Skripal: Kreml nimmt Stellung

    Kreml-Sprecher Dmitri Peskow hat die zuvor in der britischen Botschaft in Moskau vorgestellte Präsentation kommentiert, die angeblich Beweise für die Verwicklung Russlands in die Vergiftung des Ex-Doppelagenten Sergej Skripal enthalten haben soll und als Grundlage für die Entscheidung über die Ausweisung von russischen Diplomaten gegolten hatte.

    Moskau: USA schaffen Voraussetzungen für neuen Atomkrieg

    Die Pressesprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, hat das Verhalten der USA kritisiert. Laut Sacharowa schaffen die Vereinigten Staaten Voraussetzungen für einen Atomkrieg.

    Ein „rettender“ Sprengkopf: Lokaler Atomkrieg als Schutz vor Russland?

    Die US-Militärstrategen machen sich weiter stark für das Einsatzkonzept verkleinerter Kernwaffen. Demnach sollen die seegestützten Marschflugkörper Trident II mit nuklearen Sprengköpfen von „geringerer“ Sprengkraft bestückt werden. Der US-Kongress, dessen Zustimmung das Pentagon braucht, um das Programm zu starten, ist noch skeptisch …

    TomGard zur aktuellen Situation in Syrien und zum „Fall Skripal“.

  263. 263 Krim 28. März 2018 um 12:19 Uhr

    Es ist also auch sachlich nicht richtig, dass die USA „schuld“ sind, sondern u.a. so verlaufen eben die – zweifellos von den USA geschaffenen und qauf die Agenda der Weltpolitik gesetzten- Fälle staatlicher Konkurrenz.

    Sind nicht „schuld“ aber von den USA geschaffen. Das sind nicht vorhandene Spitzfindigkeiten. Du kommst mit der Moralkeule an, die bei mir eigentlich nur die S a c h e zusammenfasst und versuchst so das sachliche Urteil abzuwehren. Huh der Krim ist ein Moralhansel und Moralhanseln so deine Botschaft, deren Glaubwürdigkeit ist ja eh diskreditiert. Um was anderes geht’s bei dir nicht.

    Man merkt daran auch wie sehr es dir gegen den Strich geht, wenn man den Westen auf die Anklagebank setzt. Drecksau, Aggressor, Angreifer, Bad Guy – nicht die Moral passt dir daran nicht, sondern das sachliche Urteil.

    „Nochmal für dich: Allen Staaten sind Leichen, wenn sie für notwendig gehalten werden bei der Durchsetzung ihrer Zwecke kein Hinderniss.“ Siehst du und das ist eben eine Verharmlosung der Staaten, die ganze Völker ins Unglück stürzen. Die USA sind halt im Vergleich zu anderen tatsächlich Menschenfresser. Die produzieren nicht nur Leichen, sondern Leichenberge.

  264. 264 libelle 28. März 2018 um 12:24 Uhr

    Sind nicht „schuld“ aber von den USA geschaffen. Das sind nicht vorhandene Spitzfindigkeiten.

    Nein, Herrgott. Begreifst du nicht, dass sich eine Gruppe wie z.B die Taliban ohne pakistanische Unterstützung überhaupt nicht halten kann? All diese Kräfte werden direkt oder indirekt, anonym von Staaten, die Interessen in den failed states haben protegiert und ausgestattet. Es gäbe diesen Grad an militärischer Potenz in den konkurrierenden Kräften in den failed states überhaupt nicht ohne staatliche Unterstützung!

    D.h. die Wahrheit ist: Die USA zerschlagen zwar die Staaten, aber dann konkurriert jeder Staat der sich berufen fühlt um die Reste des zerschlagenen Gemeinwesens, indem er den Machtkampf der vorfindlichen Gruppen seinem Interesse gemäß ausstattet. Auch hier ist also die Staatenkonkurrenz das, was man kritisieren muss und nicht einzelne konkurrierende Staaten.

  265. 265 Krim 28. März 2018 um 12:45 Uhr

    Ich geb’s auf: „und nicht einzelne konkurrierende Staaten.“ Wieso denn „nicht“? Wenn du wenigstens sagen würdest: Und nicht „nur“ einzelne konkurrierende Staaten. Aber du willst ja die Staatenkonkurrenz kritisieren, aber nicht die Staaten, die sie betreiben. Wie verrückt ist das denn?

    Diesen leicht einzusehenden Fehler habe ich oben schon kritisiert, und jetzt laberst du mich immer noch mit dem gleichen Fehler voll. Wie gesagt: Ich geb’s auf.

  266. 266 libelle 28. März 2018 um 12:52 Uhr

    Ich geb’s auf: „und nicht einzelne konkurrierende Staaten.“ Wieso denn „nicht“? Wenn du wenigstens sagen würdest: Und nicht „nur“ einzelne konkurrierende Staaten. Aber du willst ja die Staatenkonkurrenz kritisieren, aber nicht die Staaten, die sie betreiben. Wie verrückt ist das denn?

    Weil das eben unterschiedliche Kritiken sind. Die Kritik der Staatenkonkurrenz umfasst das Geschäft aller Staaten und begreift Krieg und Frieden mit ihren ruinösen Wirkungen als als Resultate dieser Grundlage (Nationenkonkurrenz), auf der Staaten als die Subjekte dieser Konkurrenz ihre Zwecke schöpfen.

    Die Kritik der Resultate dieser Konkurrenz (z.B. failed states) als Werk einzelner Staaten (z.B. USA) begreift diese Resultate als Ergebnis des „schlechten Handelns“ dieser einzelnen Staaten und pflegt darin einen Idealismus dieser Konkurrenz, indem implizit behauptet wird, dass diese Konkurrenz nicht mit Notwendigkeit dazu führt. Zudem ist sie wie oben erklärt falsch. Auch die failed states sind das Werk der Staatenwelt.
    Die ganze Rationalität der Führer von Nationalstaaten ist eben nichts weiter als das Produkt dieser Konkurrenz, weil sie den ganzen Tag über über nichts anderes nachdenken als darüber, wie sie sich in ihr durchsetzen. Es ist eben nicht ihre Willkür und Schlechtigkeit die z.B. für die Leichenberge verantwortlich ist, sondern das, was sie als „politische Vernunft“ auf der Grundlage, auf der sie agieren, wahrnehmen.

  267. 267 Krim 28. März 2018 um 13:12 Uhr

    „Die Kritik der Resultate dieser Konkurrenz (z.B. failed states) als Werk einzelner Staaten (z.B. USA) begreift“

    Es gibt nunmal maßgebliche Staaten und weniger maßgebliche Staaten, Weltmächte, Regionalmächte und abhängige Staaten. Wer die unterschiedliche Potenz dieser Staaten bei der Analyse und Beurteilung der Situation in Rechnung stellt, der verstellt sich wohl kaum den Blick auf die Gesamtheit der Staatenkonkurrenz, wie du behauptest sondern erklärt nur wie sie verläuft. Und ein Idealismus, vorhin war es noch ein Moralismus, entsteht dadurch auch nicht notwendig.

    „dass diese Konkurrenz nicht mit Notwendigkeit dazu führt.“

    „dazu“ – Wozu?

    „Die ganze Rationalität der Führer von Nationalstaaten ist eben nichts weiter als das Produkt dieser Konkurrenz, weil sie den ganzen Tag über über nichts anderes nachdenken als darüber, wie sie sich in ihr durchsetzen. „

    Stimmt schon, bloß halt auch ein wenig allgemein. Das merkt man z.B. daran, dass die Bemerkung im Fall Skripal auch nicht wirklich weiterhilft.

  268. 268 libelle 28. März 2018 um 13:24 Uhr

    Es gibt nunmal maßgebliche Staaten und weniger maßgebliche Staaten, Weltmächte, Regionalmächte und abhängige Staaten.

    Und die Schlimmsten sind die Erfolgreichsten in dieser Konkurrenz d.h. die sind da, wo alle hinwollen.

    Insofern würden sie eben alle in einer richtigen Kritik einzelner Staaten kritisiert. Und richtig ist eben nicht die Werke von Staaten als Ergebnis ihrer bösartigen Willkür zu kritisieren.

  269. 269 Nestor 28. März 2018 um 20:44 Uhr

    @Krim und libelle

    Ich kann beim Lesen eurer Statements nicht herauskriegen, was eigentlich euer Gegensatz ist.

    Könntet ihr den einmal kurz zusammenfassen?

  270. 270 Hinweis 29. März 2018 um 9:04 Uhr

    EU plant militärisches Schengen: Schneller an die Ostfront

    Freie Fahrt für westliche Panzer: Nach diesem Motto hat die EU-Kommission am Mittwoch eine neue, umstrittene Initiative gestartet. Der Vorschlag der Brüsseler Behörde, der in Anlehnung an die Reisefreiheit im Schengen-Raum auch „militärisches Schengen“ genannt wird, ist Teil der geplanten Verteidigungsunion der 28 EU-Staaten.
    Die Initiative der Kommission zielt darauf ab, Truppen und schweres militärisches Gerät wie Panzer schneller in mögliche Einsatzgebiete zu transportieren. Dabei geht es offenbar um die Verlegung an die Ostgrenze zu Russland, auch wenn die EU-Kommission dies am Mittwoch nicht offen sagen wollte. Verkehrskommissarin Violeta Bulc vermied sogar den Begriff „militärisches Schengen“, unter dem der Plan seit Wochen in Brüsseler EU-Kreisen gehandelt wird.

    (…) Tatsächlich muss auch dieser Vorschlag noch von den EU-Mitgliedsländern abgesegnet werden. Im Dezember wurde die sogenannte ständige strukturierte Zusammenarbeit (englisch abgekürzt: Pesco) aus der Taufe gehoben.

    http://www.taz.de/EU-plant-militaerisches-Schengen/!5494949/ (28.03.18)

    https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/europa/europaeische_union/955508_EU-plant-militaerischen-Schengen-Raum.html

    https://www.heise.de/tp/features/Traum-vom-Militaer-Schengen-3964417.html

    https://www.linksfraktion.de/presse/pressemitteilungen/detail/militaerische-schengen-zone-bedeutet-uneingeschraenkte-bewegungsfreiheit-fuer-us-militaer/

  271. 271 Hinweis 29. März 2018 um 10:16 Uhr

    Zur PESCO der EU eine Studie der IMI, die u.a. ausführt, dass
    „… unter den EU-Staaten – auch aufgrund divergierender, teils geographisch bedingter Interessenlagen bezüglich außen-, sicherheits- oder verteidigungspolitischen Fragen – keineswegs überall ein Konsens herrscht. Mit der Etablierung eines Kerneuropas im Bereich der GSVP kann dieses – aus Sicht der führenden Großmächte – Dilemma der Uneinigkeit umgangen werden. Denn es ist davon auszugehen, dass im Besonderen die Avantgarde oder die Staaten, die die Schaffung eines Kerneuropas in der GSVP befürworten, nationalstaatliche Wirtschafts- und Machtinteressen mit einbringen und diese unter dem Deckmantel der „Interessen der Union“ in einer gemeinsamen europäischen Verteidigung umsetzen werden. “

    http://www.imi-online.de/download/IMI-Studie2018-2-PESCO.pdf

  272. 272 TomGard 29. März 2018 um 10:53 Uhr

    PESCO ist mit Sicherheit ein Schlüsselpunkt in den Hintergründen der Skripal-False-Flag. Und natürlich auch unabhängig von ihr ein „Must note“ für Leute, die noch was begreifen wollen …

  273. 273 Krim 29. März 2018 um 12:59 Uhr

    @nestor: Eigentlich steht da was der Gegensatz ist. Frag mal konkret, was dir nicht klar ist. Das Problem ist, dass wenn ich das versuche zusammenzufassen, die ganze Diskussion von vorne beginnt. Und auf diese an den Haaren herbeigezogene Ankäserei hab ich keinen Bock mehr. Es ist auch alles gesagt und alles weitere ist Wiederholung. Ich bin aber auch nicht der Papagei vom Dienst. Denn ich muss hier sowieso meistens jedes Argument fünfmal hinschreiben und dann kommt es immer noch nicht an. (Wie man z.B. an dir sieht.)

    Also lies die Beiträge, stell konkrete Fragen, was dir am Gesagten nicht einleuchtet. Alles auf dem Silbertablett serviert zu bekommen, ist Konsumentenmentalität, die du uns doch gerne vorhältst. Außerdem hat die Diskussion mit dir begonnen. Dann hast du dich ausgeklinkt und großzügig andere die Arbeit machen lassen. Ich darf dann dafür sorgen, dass dein Blog inhaltlich nicht zum Irrenhaus verkommt und du kommst am Ende und willst eine Zusammenfassung. Nichts für ungut – aber so stellt sich mir das dar.

  274. 274 Mattis 29. März 2018 um 15:02 Uhr

    „Ich kann beim Lesen eurer Statements nicht herauskriegen, was eigentlich euer Gegensatz ist.“ (Nestor)

    Krims Logik heißt: man darf den drohenden Ruin eines mittelständischen Betriebes schlimm finden und Verständnis für all seine Abwehrmaßnahmen haben, wenn es ein erfolgreicher Großkonzern ist, der ihn plattmachen will.

    Der Vertreter des Mittelstands hatte beteuert, ihm ginge es letzlich nur um einen fairen Wettbewerb, während es dem Großkonzern darum ginge, die Konkurrenten zu zerschlagen.

    Das allgemeine Urteil, dass sich Kapitalisten in ihrem Umgang gegeneinander nichts schenken, dürfe nicht ausschließen, dass man Verständnis zeige dafür, dass der Mittelstand aggressiv in die Enge getrieben wurde, trotz dessen Beteuerung, dem Großkonzern keinesfalls schaden zu wollen.

    PS
    Der zwischenzeitlich aufgekommene Verdacht, dass alle Großkonzerne mal mittelständisch waren, bevor sie selber die Gelegenheit zur Expansion hatten, wurde nicht abschließend geklärt.

  275. 275 NN 29. März 2018 um 15:40 Uhr

    Skripal-Affäre: Kreml begrüßt Österreichs Vermittlungsvorschlag

    Kreml-Sprecher Dmitri Peskow hat die jüngste Initiative der österreichischen Außenministerin Karin Kneissl kommentiert. Kneissl hat verlautbart, dass Wien bereit ist, im Skripal-Fall als Vermittler bei der Regelung der Differenzen zwischen Moskau und London aufzutreten.

    Nichtausweisung russischer Diplomaten: London setzt Wien unter Druck

    Der britische Botschafter in Österreich hat laut Aussagen der österreichischen Außenministerin Karin Kneissl mehrmals versucht, Druck auf Wien auszuüben, weil es auf die Ausweisung von russischen Diplomaten verzichtet.

    Sacharowa nennt „gewichtige“ Beweise Londons „globalen Fake“

    Die gewichtigen Beweise Londons zum „Fall Skripal“, die von der britischen Botschaft verbreitet wurden, und die entsprechenden Erklärungen dazu stellen einen totalen und globalen Fake dar. Dies betonte die offizielle Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, während eines Briefings am Donnerstag.

    Platzeck über Giftaffäre: „Erst erschießen, dann Beweise sammeln“

    Der Vorsitzende des deutsch-russischen Forums, Matthias Platzeck, hat das Vorgehen Deutschlands gegenüber Russland scharf kritisiert. Gerade Deutschland habe eine historische Verpflichtung gegenüber diesem Land.

    Wie der Westen Moskau bestrafen will – russische Unternehmer und Aeroflot im Visier

    In der europäischen und amerikanischen Presse wird aktiv die Ausweisung von russischen Diplomaten aus verschiedenen Ländern besprochen.

    Sanktionsparadox: Was für Russland wirklich bedrohlich ist

    2014 hatten die USA, die EU und mehrere andere Länder ihre antirussischen Sanktionen verhängt. Ihr Ziel war absolut klar: der russischen Wirtschaft zu schaden, damit der Kreml seinen außenpolitischen Kurs radikal ändert.

  276. 276 Krim 29. März 2018 um 17:10 Uhr

    Tja, Mattis. Diese Vermutung hatte ich schon immer. Du weißt einfach nicht wovon du redest, sonst würdest du nicht diese Analogie bringen, die sich im wesentlichen eben unterscheidet.

    Es geht halt nicht um Betriebe, sondern um Staaten. Und in dem Fall von USA und Russland geht es nicht um einen x-Beliebigen „mittelständischen“ Staat und einen „Groß“-Staat, sondern schlicht um die beiden größten Militärmächte der Erde. Und jetzt machen wir uns mal bewusst, was „Zerschlagung“ des „mittelständischen“ Betriebs durch den Großkonzern rückübertragen auf die tatsächliche Situation bedeutet.

    Das geht es nicht um die Entlassung von 300 Arbeiter ein paar Unterschriften und den Besitzwechsel von ein paar Eigentumstiteln, sondern da geht es um Weltkrieg, der ein Atomkrieg ist. Da geht es um die Auslöschung der Welt wie wir sie kennen, da geht es um Tote in Milliardenhöhe. Die Menschheitskatastrophe schlechthin. Da kann ich mit nicht einfach einen anderen Arbeitsplatz suchen und ansonsten geht mich das nichts an.

    Klar kann man zunächst das Urteil fällen Russland und die USA sind beides kapitalistische Nationen und als solche machen sie Machtpolitik, die in Kriegen enden. Soll man jetzt als Urteil fällen und sagen beide gleich Scheiße. Ich denke nicht, dass das stimmt. Beide sind vielleicht scheiße aber nicht g l e i c h scheiße. Richtig ist: Der Westen ist der Oberscheißer und Russland versucht nur nicht zugeschissen zu werden. Russland versucht alles seine Zerschlagung zu verhindern. Und tut mir leid. Für diesen Zweck bin ich tatsächlich parteilich. Und zwar aus dem einfachen Grund, weil Zerschlagung von Russland nicht unter einem Atomkrieg zu machen ist. Ich hätte aber gerne noch ein paar Jahrzehnte bis ich ins Gras beißen muss. Atomare Verdampfung ist eben keine erfreuliche Lebensperspektive.

  277. 277 libelle 29. März 2018 um 17:17 Uhr

    Das geht es nicht um die Entlassung von 300 Arbeiter ein paar Unterschriften und den Besitzwechsel von ein paar Eigentumstiteln, sondern da geht es um Weltkrieg, der ein Atomkrieg ist. Da geht es um die Auslöschung der Welt wie wir sie kennen, da geht es um Tote in Milliardenhöhe. Die Menschheitskatastrophe schlechthin. Da kann ich mit nicht einfach einen anderen Arbeitsplatz suchen und ansonsten geht mich das nichts an.

    1. Russland könnte anlässlich dieser schlimmen Dinge auch einfach aufgeben. Für Russlands Existenz als Nationalstaat scheint es das also wert zu sein einen Atomkrieg zu führen, Heuchler.

    2. Es geht auch der NATO nicht um die Verwüstung der Welt. Das wäre ein Widerspruch zu ihren Zwecken. Auch da projizierst du ein moralisches Zerrbild auf die NATO. Sie will einfach nur einen Widersacher klein bekommen, das ist alles. Und umgekehrt Russland: Das, was es zum Widersacher macht ist der Kernbestand dessen, was diese Nation ausmacht, also bereiten sie sich auf einen Weltkrieg vor, um das zu erhalten d.h. der NATO das abzutrotzen.

    Deine geheuchelte Furcht vor einem Weltkrieg gibt keine Unterscheidung zw. NATO und Russland her (das macht dein parteiliches Gerede zur Heuchelei)

  278. 278 Nestor 29. März 2018 um 18:30 Uhr

    Na ja, zwischen Staaten und Unternehmen sollte man schon unterscheiden. Und im Fall von Rußland und den USA handelt es sich auch nicht um einen Großkonzern und ein mittelständisches Unternehmen, sondern um 2 Großmächte.

    Rußland steht auf dem Standpunkt des Formalismusses der Staatenwelt: gegenseitige Anerkennung, fixe Bündnissysteme, traditionelle Einflußsphären usw. Man kann sagen, bis zu einem gewissen Grad ist es darin der Erbe der SU, der die Ideale über Staat und Demokratie für ihre Wirklichkeit hält.

    Die USA hingegen wollen die gesamte Welt ihren Interessen unterwerfen und da fällt ihnen so ein großer Staat wie Rußland, der über ein (inzwischen wieder) potentes Militär und eine große Rüstungsindustrie verfügt, als unangenehmes Hindernis auf.

    Ach ja, und laßt einmal dieses blöde Getue mit der Parteilichkeit und den persönlichen Anwürfen. Dieses kindergartenmäßige Getue geht jedem am Thema selbst interessierten Leser auf den Keks.

  279. 279 Krim 29. März 2018 um 18:59 Uhr

    Du bist der Heuchler. Wenn du schon die ganze Zeit bekundest, dass es um Nationenkonkurrenz geht, dann nimm halt mal zur Kenntnis, dass Nationen nicht einfach aufgeben. Hat jemals in der Geschichte eine Nation einfach aufgegeben? Also eine Nation und kein realsozialistischer Staat.

    „2. Es geht auch der NATO nicht um die Verwüstung der Welt.“ Dreist und blöd. Wo steht, dass Verwüstung um der Verwüstung willen der Zweck ist? Es geht um Unterordnung eines anderen nationalen Gewaltsubjekts und wenn das nicht geht wird es eben ausgelöscht und die Verwüstung der Welt wird in Kauf genommen. Das nennt sich dann Kriegsschauplatz. Der Westen will den (Welt) Krieg (siehe das alte Buch der MG). Die Russen wollen das nicht. Das ist schon ein gewaltiger Unterschied und für mich ein Grund für Parteinahme. Ich will eben leben und nicht sterben. So einfach ist das.

    „Sie will einfach nur einen Widersacher klein bekommen, das ist alles.“ Ich weiß nicht, ob das Dummheit, Zynismus, oder Parteilichkeit ist. Och, die wollen bloß spielen, die wollen bloß einen Widersacher klein machen, das ist alles – nicht der Rede wert, Pipifax, Peanuts. Bei dieser Nebensächlichkeit springt aber die ganze Welt über die Klinge!

    „Deine geheuchelte Furcht vor einem Weltkrieg gibt keine Unterscheidung zw. NATO und Russland her“ Du spinnst! Im Ernst. Wenn jemals einer einen Beweis brauchte, was Parteilichkeit mit einem Hirn anstellt, dann muss er Libelle studieren.

    NN und Hinweis und andere bringen in einem fort Artikel, mit welcher Skrupellosikeit der Westen gegen Russland vorgeht und wie kaltblütig sie eine Situation herstellen, die entweder direkt auf einen Krieg abzielt oder ihn vorbereitet und du behauptest allen Ernstes die „Furcht vor einem Weltkrieg gibt keine Unterscheidung zw. NATO und Russland her.“

    „Ach ja, und laßt einmal dieses blöde Getue mit der Parteilichkeit und den persönlichen Anwürfen.“ Das ist doch aber gerade der Kern von Libelles Vorwürfen. Er will gar nicht sachlich diskutieren, welche Maßnahmen jetzt die EU, USA usw wieder gegen Russland unternimmt. Er will genau das als Parteilichkeit bestimmt haben, weil es ein schlechtes Licht auf den Westen wirft. Wie kommt man sonst drauf in einer Situation, in der der Westen die Endlösung von Russland vor hat, Parteilichkeit für Russland zum Thema zu machen. Der spinnt doch! Russland ist mit einem atomaren Erstschlag durch die Nato konfrontiert und Ihn stört russische Parteilichkeit.

    Dabei ist meine Parteilichkeit, wie oben erklärt eine, die sich aus der Sache ergibt. Ich bin kein Russenfan, aber ich bin ein Fan friedlicher Zustände.

  280. 280 Mattis 29. März 2018 um 19:34 Uhr

    Klar musste mein Vergleich auf Protest stoßen.
    Der ernste Witz daran ist: Ich würde schon für den Mittelstand und die dort jammernden Chefs und Arbeiter kein Verständnis haben (sondern Kritik) – aber erst Recht nicht wenn es um Staaten geht!

    Gerade weil es hier um Machtblöcke geht – und nicht um 1 großen Machtblock und 1 friedliebendes Land – genau deshalb ist die russische Ambition, anerkannte Weltmacht sein zu wollen, so fatal und trägt zur Kriegsgefahr bei! Und das ist nicht alternativlos!

    Es ist eine irrige Vorstellung, die Nato plane eine territoriale Zerstörung Russlands, sobald Russland seine diversen Militäraktionen einstellt und sich z.B. auf Handelsbeziehungen beschränkt. Wer das glaubt, hat den Imperialismus nicht verstanden, und dieser Eindruck verstärkt sich beim Lesen dieses Blogs immer mehr. Außerdem ist das atomare Drohpotential eine entsprechend starke Bank.

    Wenn es mir echt um mein Leben geht, dann akzeptier ich doch lieber ein paar Weltmarkt-Bedingungen statt dass ich den Krieg riskiere! Oder ich verlass mich auf mein Drohpotential – dann schick ich aber nicht gleichzeitig Bomber in die Konfliktregionen.

    Andererseits nämlich: Wieviele Russen und andere haben denn schon ihr Leben verloren in der Ukraine? War das nötig, um den Atomkrieg zu verhindern? Klar, den russischen Kämpfern wird das gesagt!

    Haben die russischen Aktionen dazu beigetragen, die anti-russischen Kräfte in der Ukraine zu schwächen? Genau das Gegenteil ist der Fall. Das war ein exakt absehbares Resultat. Der Gegensatz wird gezielt am Kochen gehalten. Und dann kommt Russland – nach der militärischen Offensive, das ist Krieg! – und sagt dann, Frieden ist möglich unter diesen und jenen Bedingungen – und weiß ganz genau, dass sie nicht nach seinen Vorstellungen erfüllt werden. Auf diese Weise beabsichtigt Russland, die Ukraine und den Westen vorzuführen, aber eine konfliktvermeidende Strategie ist das nun wirklich nicht.

    Für Putins Russland wiegen die Menschenleben eben nicht höher als die nationale Durchsetzung nach seinen Vorstellungen. Und vor diesem riskanten Standpunkt hab ich persönlich genau so viel Schiss wie angesichts der Nato-Expansion. Es nützt mir nämlich am Ende nichts, wenn es kracht und mir nur noch kurz das Wissen bleibt, dass der Westen schließlich angefangen hat.

  281. 281 libelle 29. März 2018 um 19:51 Uhr

    @Krim – Vielleicht wäre Moralkritik für dich ein Anfang.

    ich bin ein Fan friedlicher Zustände.

    Danach mal zu versuchen die Frage zu beantworten, was Frieden ist. Frieden zeichnet sich nämlich lediglich dadurch aus, dass alle Gegensätze durch eine überlegene Gewalt untergeordet sind und ein Recht gilt. Es muss dabei nicht immer die selbe Gewalt sein, es kann auch so sein, dass die Inhalte des Rechts mobilisierungsfähig sind und es in wechselnden Koalitionen durchgesetzt wird, wie im Mittelalter oder der Staatenkonkurrenz.

    Wenn man diesen Zustand aber nicht hat, dann herrscht Krieg, dann wird um das geltende Recht gekämpft. Und auf den Zustand bewegt sich die Welt zu.

    Dreist und blöd. Wo steht, dass Verwüstung um der Verwüstung willen der Zweck ist? Es geht um Unterordnung eines anderen nationalen Gewaltsubjekts und wenn das nicht geht wird es eben ausgelöscht und die Verwüstung der Welt wird in Kauf genommen.

    Vielleicht die Verwüstung Russlands, ja. Aber die der Welt nicht. Und eines der Probleme der Kontrahenten ist genau dieses: Den Konflikt auf das Territorium des Gegners einzugrenzen. Ergo: USA – Raketenabwehrsystem (Zug), Russland – Hyperschallraketen (Gegenzug) etc…

    Und da erkennt man schon den nächsten Fehler den du machst: Du betätigst dich, anstatt mal zu bestimmen, wie diese Konkurrenz zw. Russland und den USA funktioniert als Warner vor zukünftigen Katastrophen. Das hat schon die Friedensbewegung ausgezeichnet.

    Und damit hast du dich eben vom Anspruch aufzuklären verabschiedet. Du setzt auf billiges Furcht-Erzeugen.

    Ich bestreite übrigens nicht, dass die USA den Krieg wollen bzw. die strategische Konkurrenz mit Russland hart an der Grenze dazu betreiben. Nur ist das kein Grund seine völlig folgenlose Begeisterung für Russland zu entdecken und sich Titel auszudenken, warum in Moskau wenigstens die Besseren (wenn nicht gar die Guten) sitzen sollen.

  282. 282 Mattis 29. März 2018 um 19:51 Uhr

    „Es geht um Unterordnung eines anderen nationalen Gewaltsubjekts und wenn das nicht geht wird es eben ausgelöscht und die Verwüstung der Welt wird in Kauf genommen.“ (Krim)

    „Wenn das nicht geht“ … schreibst du. Du must dich jetzt schon mal entscheiden. Den Russen geht es mit ihren Aktionen nämlich partout um genau die Demonstration, dass für sie eine Unterordnung nicht in Frage kommt. Du sagst auch noch dazu, genau dann werden sie ausgelöscht! – und im gleichen Atemzug sagst du aber auch, die Russen müssen das tun, um nicht mit Krieg überzogen zu werden.

  283. 283 Hinweis 29. März 2018 um 20:32 Uhr

    „… Hinweis und andere bringen in einem fort Artikel, mit welcher Skrupellosikeit der Westen gegen Russland vorgeht…“

    Eine Theorie zu dem Gift wäre, dass die Briten entweder das Gift selbst deponiert haben. Oder es waren andere (Russen? Ukrainer? Amis? – das ist unbekannt). Und die Briten haben es danach dazu benutzt, sich als Springpunkt einer neuen Eskalation gegen Russland hochzumanteln.
    Und so ihre Wichtigkeit und Unverzichtbarkeit gerade dann zu demonstrieren, wenn die EU neue militärische Schritte deswegen gehen kann, weil die Briten sie dabei nun nicht mehr stören können. (Daher sind die Briten nun auch den USA militärisch unwichtiger, als vorher quasi als ‚Trojanisches Pferd‘ – das hatte Obama ihnen vorab vor dem Brexit warnend mitgeteilt. Obendrein sieht Trump das mit der Treue ja sowieso neu und auch ganz anders…)

    Der EU kommt das als Anlass andererseits gerade recht: Nun können die einzelnen EU-Staaten selber darstellen, ob sie bei einem EU-Militärwesen gegen Russland mitmachen wollen – oder, wie die Griechen und die Österreicher u.a., eher nicht. Solche faktische Entscheidung gilt in der Politik nämlich mehr als irgendelche Kommuniquees und Reden. So wird ein Kriegsbündnis faktisch geschmiedet – und gerade nicht mittels Reden und Zukunftsblabla. (Diesen Unterschied zwischen Reden und Tun bei der Militärpolitik in der EU, den wusste vormals auch Kanzler Schröder von der SPD.)

  284. 284 Hinweis 29. März 2018 um 21:04 Uhr

    The show of support for the UK amid growing tensions with Moscow over the nerve agent attack in Salisbury signals a turning point in how the world deals with Russia, Boris Johnson has said.
    He said nations were saying „enough is enough“ after „years of vexation and provocation“ which had „worn the collective patience to breaking point“. He said the Kremlin „underestimated the strength of global feeling“.
    Mr Johnson went on to highlight the annexation of Crimea, cyberattacks and the concealing of chemical weapons in Syria.

    https://news.sky.com/story/enough-is-enough-boris-johnson-says-world-is-at-turning-point-over-russia-11307586

    Der Anlass kommt daher und dafür … gar nicht mehr zur Sprache …

  285. 285 Hinweis 29. März 2018 um 21:04 Uhr

    The show of support for the UK amid growing tensions with Moscow over the nerve agent attack in Salisbury signals a turning point in how the world deals with Russia, Boris Johnson has said.
    He said nations were saying „enough is enough“ after „years of vexation and provocation“ which had „worn the collective patience to breaking point“. He said the Kremlin „underestimated the strength of global feeling“.
    Mr Johnson went on to highlight the annexation of Crimea, cyberattacks and the concealing of chemical weapons in Syria.

    https://news.sky.com/story/enough-is-enough-boris-johnson-says-world-is-at-turning-point-over-russia-11307586

    Der Anlass kommt daher und dafür … gar nicht mehr zur Sprache …

  286. 286 Hinweis 29. März 2018 um 21:14 Uhr

    edit

    Der Anlass kommt daher und dafür …
    … schon fast nur noch am Rand zur Sprache …

  287. 287 Krim 29. März 2018 um 22:03 Uhr

    „Den Russen geht es mit ihren Aktionen nämlich partout um genau die Demonstration, dass für sie eine Unterordnung nicht in Frage kommt.“ Selbst wenn es so wäre, dass ihre Absicht eine „Demonstration“ ist. Ich würde sagen, es ist eigentlich die selbstverständliche Grundlage jeder Nation. Aber gut. Beurteil das mal, was das für eine jämmerlich bescheidene „Demonstration“ sein soll „nicht ausgelöscht werden“. Ja da steppt der russische Bär. Da fällt ja noch jedem Halbstarken auf: Russland, du Opfer. Mäh, heul „ich will nicht ausgelöscht werden.“ Und das ist dein „russischer Imperialismus“.

    „Du sagst auch noch dazu, genau dann werden sie ausgelöscht!“ Sie werden dann ausgelöscht, wenn der Westen eine Chance sieht
    den Schlagabtausch überleben zu können und als Sieger daraus hervorzugehen. Deshalb stellen sie sich dem ja entgegen und dem dienen ja auch die Ankündigungen neuer Waffen und Waffensysteme, dem Westen klarzumachen dass er keinesfalls damit rechnen kann, aus einem Atomkrieg als Sieger hervorzugehen. Alleine diese russische Abschreckung hält den Westen vor dem Zuschlagen ab. Ich seh da keinen Widerspruch. Wenn die Russen das nicht machen, gibt einen Weltkrieg so sicher wie das Amen in der Kirche.

    Und übrigens, weil du so schnell dabei bist allen Gegnern des Westens die Kapitulation anzuraten. Selbst wenn die Russen kapitulieren. Ja meinst du dann wird die Welt friedlich? Ihr Hornochsen kapert das alle nicht. Dann wird der nächste Schurkenstaat auserkoren. Der ist dann wohl auch selbst schuld am Weltkrieg den der Westen über ihn bringt, wenn er nicht kapituliert. D a s ist eine Notwendigkeit der Staatenkonkurrenz. Wenn die Russen weg sind wird weiterkonkurriert. Wenn China überlebt, geht es gegen China, wenn die EU überlebt, geht es das nächste Mal gegen die EU. Es ist halt in j e d e m Krieg das „falsche Schwein“, das geschlachtet wird.

  288. 288 Krim 29. März 2018 um 22:14 Uhr

    „Und die Briten haben es danach dazu benutzt, sich als Springpunkt einer neuen Eskalation gegen Russland hochzumanteln.“ Genau und letzteres ist sicher und deshalb ist ersteres völlig wurscht. Denn egal was tatsächlich passiert ist, der Vorfall wurde benutzt. In jedem James Bondfilm wird das gegenseitig um die Ecke bringen zum nationalen Genuss aufbereitet. Und die Wirklichkeit soll völlig anders sein? Welchen klar denkenden Menschen verwundert es, dass Agenten aus dem Weg geschafft werden. Aber wann hat es das je gegeben, dass deswegen der Westen und alle die sich dahinter einreihen, Diplomaten ausweisen.

    Die hätten auch jeden beliebigen Rentner mit Herzinfarkt nehmen können und behaupten, er wäre vom GRU mit Pfeilgift in die ewigen Jagdgründe befördert worden. Das hätte genauso gut getaugt diese Hetzjagd gegen Russland zu veranstalten.

    „So wird ein Kriegsbündnis faktisch geschmiedet – und gerade nicht mittels Reden und Zukunftsblabla.“ Seh ich genauso.

  289. 289 NN 29. März 2018 um 22:31 Uhr

    @Krim

    „Und übrigens, weil du so schnell dabei bist allen Gegnern des Westens die Kapitulation anzuraten.“

    Vielleicht hab ich’s ja übersehen, deshalb die Nachfrage: Geht dieser Rat von libelle/Mattis und Stinkowski eigentlich auch an die westliche Adresse? Wenn nicht, warum nicht?

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  290. 290 Mattis 29. März 2018 um 23:09 Uhr

    “ — „Und übrigens, weil du so schnell dabei bist allen Gegnern des Westens die Kapitulation anzuraten.“ --

    Vielleicht hab ich’s ja übersehen, deshalb die Nachfrage: Geht dieser Rat von libelle/Mattis und Stinkowski eigentlich auch an die westliche Adresse? Wenn nicht, warum nicht?“ (N.N.)

    Dann wärs gerecht und du zufrieden oder? Du beziehst dich auf eine Lüge Krims („Kapitulation anzuraten“) und unterschiebst sie gleich drei Leuten mit einem Schlag – das nenne ich mal effiziente Propaganda. Mit diesem Stil kopierst du gerade die Methoden der offiziellen Medien! Bleib lieber bei deinem Quellenstudium.

    *

    Für wirklich Interessierte nun meine Antwort (ich kann verständlicherweise nur für mich sprechen):

    Weil es gar nicht um Kapitulation ging, sondern es um die Feststellung ging, dass die derzeitge Strategie Moskaus eine der nationalistischen Weltmacht-Konkurrenz ist und nicht das Bestreben, die russische Bevölkerung vor Krieg zu bewahren. Das wurde an Beispielen aufgezeigt.

    Inwiefern ist es für dich „Kapitulation“, wenn Russland für den Fall eines Angriffs mit seinem atomaren Potential droht, – aber nicht das Spiel mitmacht, an jedem Konflikt-Schauplatz zu demonstrieren, dass man in der Weltpolitik mit Russland als Konkurrenten zu rechnen hat? In diesem Spiel hat der Westen immer die Nase vorn, und Russland darf reagieren, so wie jetzt auch. Russland lässt sich auf diese Weise auf jede Eskalationsebene ein, und das gibt dem Westen mit jedem Schritt neues Material, gegen Russland zu hetzen. Aber diesen kriegsträchtigen Zirkus mitzumachen, von der Ukraine bis zu Syrien, das muss man eben wollen. Und darauf ging die Kritik.

    Wenn du aber meinst, die Russen machen schon alles richtig, das muss so sein, dann unterschätzt du den Westen. Dem kommt das nämlich nicht ungelegen! Vielleicht denkst du darüber mal nach. Was wäre im Westen los, wenn die Russen einfach sagen würden, na ihr könnt uns mal, wir kümmern uns nur noch um uns selbst, und falls ihr auf dumme Gedanken kommt, wisst ihr ja, dass wir uns wehren.

  291. 291 Gut_Gegen_Böse 30. März 2018 um 8:24 Uhr

    BORIS JOHNSON ÜBER RUSSLAND
    Sie stellen Nervengift her, wir Lichtschwerter
    Der britische Außenminister dankte 27 Ländern für die Ausweisung von russischen Diplomaten und erklärte die Macht der Waffe aus „Star Wars“

    Beim feierlichen Bankett zeigte Großbritanniens Außenminister Boris Johnson (53) sein ganzes Redner-Talent – und setzte es gewitzt gegen Russland ein

    Mitten in der schweren Krise infolge des Nervengas-Angriffs in Salisbury war der britische Außenminister Gastredner bei der traditionellen Oster-Rede im Mansion House, dem ehrwürdigen Amtssitz des Lord Mayor of London.
    In seiner Rede bedankte sich Boris Johnson „aus dem tiefsten meines Herzens“ bei den 27 Ländern, die infolge des Chemiewaffen-Anschlags auf den Ex-Spion Sergej Skripal und seiner Tochter Julia russische Diplomaten ausgewiesen haben.
    Die Länder seien das Risiko eingegangen, „Leute rauszuschmeißen, deren Anwesenheit sie dem öffentlichen Wohl als nicht mehr dienlich erachten“, sagte Johnson. Und dies, obwohl viele von ihnen aufgrund ihrer geographischen oder energiepolitischen Nähe zu Russland viel verwundbarer seien als Großbritannien.

    Der Nervengift-Anschlag sei aber gar nicht der einzige Grund für die Ausweisungen gewesen, erklärte Johnson. Vielmehr hätten „Jahre des Ärgers und der Provokation (seitens Russlands) die kollektive Geduld an ihre Belastungsgrenze getragen“, sagte er. „Auf drei Kontinenten gibt es Länder, die gewillt sind zu sagen: ‚Genug ist genug‘“.
    Zu diesem Gefühl hätten viele vorangegangene Aktionen Russlands beigetragen. Etwa: die Annexion der Krim, die Militär-Intervention in der Donbass-Region, der Abschuss des Passagierfliegers MH-17, die Cyber-Attacken, der Umsturzversuch in Montenegro, das Verschweigen der Chemiewaffen-Attacken in Syrien, der Hacker-Angriff auf den deutschen Bundestag oder die Einmischung in Wahlen.
    Mit einer „ermüdenden Sperrmauer an russischen Lügen“ sei außerdem versucht worden, den Anschlag auf Sergej Skripal zu verschleiern, sagte Johnson.
    Zuerst habe es geheißen, das Giftgas des Typs Nowitschok, mit dem der Ex-Doppelagent vergiftet wurde, habe gar nie existiert, dann, dass Russland es vernichtet habe, dann, dass es ins Ausland geraten sei, und so weiter. Das britische Außenministerium habe insgesamt 24 solche Flunker-Theorien gezählt, bis hin zu Verschwörungstheorien, wonach die Briten den Russen die Fussball-WM vermiesen wollten.
    Der Anschlag mit dem Nervengift erinnere ihn an den Roman-Klassiker „Schuld und Sühne“ von Fjodor Dostojewski: „Wir sind uns sicher, wer der Schuldige ist – die einzige Frage ist, ob er gesteht oder gefasst wird.“

    Zum Schluss rühmte Johnson die kulturelle Strahlkraft seines eigenen Landes. Das British Museum in London etwa ziehe jährlich mehr Touristen an als zehn ganze EU-Länder – „die zu nennen jetzt aber taktlos wäre“.
    Und: Einer der erfolgreichsten Kinofilme des vergangenen Jahres sei in England gedreht worden, nämlich „Star Wars: Die letzten Jedi“. Und die Hauptwaffe aus dem Film, das Lichtschwert, sei ebenfalls in England „erfunden“ worden (nämlich vom britischen Art Director der ersten Star-Wars-Filme, Roger Christian; Anm.d.Red.).
    Das sage alles, was man über den Unterschied zwischen dem modernen Großbritannien und der Regierung Wladimir Putins wissen müsse, fuhr Johnson fort: „Sie stellen Nowitschok her, und wir stellen Lichtschwerter her“. Und er erklärte: „Das eine ist eine abscheuliche Waffe, die speziell für Mordanschläge hergestellt wird, das andere ist ein unglaubwürdiges Theater-Requisit mit einem mysteriösen Surren“ – ein Spielzeug also.

    „Aber“, fragte Johnson, „welche dieser beiden Waffen ist in der heutigen Welt wirklich effektiver? Welche hat mehr zu unseren jeweiligen Volkswirtschaften beigetragen? Welche hat die Fantasie von drei Generationen von Kindern mehr beflügelt und dabei Milliarden erwirtschaftet? Welche Waffe wird geliebt, und welche gehasst?“
    Dies brachte Johnson zu dem Schluss: „Ich sage Ihnen, dass die Arsenale dieses Landes und ihrer Freunde nicht mit Gift gefüllt sind, sondern mit etwas weit Mächtigerem: Mit der Macht des Einfallsreichtums, der Kreativität und der Innovation, die das Leben in freien Gesellschaften ermöglicht.“ Diese Macht werde letztlich siegen.

    https://www.bild.de/politik/ausland/boris-johnson/lichtschwerter-versus-nowitschok-55245548.bild.html

    --

    Die immer größer werdende Ansammlung der Schurkentaten zeigt, wie zielstrebig die Botschaft angestrebt wird, dass es nicht um ein Verbrechen geht. Sondern dass das Verbrechen in dem Regime selber besteht.

    Die Politik benutzt die Klischees der moralischen Massenkultur selber und inszeniert die Feindbildpflege nach allen Regeln moralischer Aufrüstung. Bekenntnisse zur eigenen besseren Moral sind dagegen kein Mittel.

  292. 292 Nestor 30. März 2018 um 9:47 Uhr

    @Mattis

    Es ist eine irrige Vorstellung, die Nato plane eine territoriale Zerstörung Russlands, sobald Russland seine diversen Militäraktionen einstellt und sich z.B. auf Handelsbeziehungen beschränkt.

    So eine absurde Vorstelung hat niemand hier, das traue ich mich zu sagen.

    Es ist sehr langweilig, sich irgendwelche verrückten Positionen auszudenken und dann dagegen zu argumentieren.

  293. 293 Krim 30. März 2018 um 12:02 Uhr

    „dass die derzeitge Strategie Moskaus eine der nationalistischen Weltmacht-Konkurrenz ist“

    Du lässt das Entscheidende weg. Nämlich, dass sie wenn sie diese Konkurrenz nicht machen, ausgelöscht werden vom Westen. Und ja das machen sie auch wegen der Bevölkerung. Ob das Motiv Menschenfreundlichkeit ist oder einfach die staatlichen Ressourcen schützt, das überlass ich dir.

    „Inwiefern ist es für dich „Kapitulation“, wenn Russland für den Fall eines Angriffs mit seinem atomaren Potential droht,“

    Wo soll das bei mir stehen, dass das atomare Patt Kapitulation ist. Du sagst doch, sie könnten sich auch unterwerfen und nicht drohen. Konsequenzen – „was kümmerts mich.“ Wer sich von Mattis nicht vorwerfen lassen will ein imperialistischer Staat zu sein, der wird ein bisschen Atomkrieg ja wohl für seinen guten Leumund in Kauf nehmen.

    „Russland lässt sich auf diese Weise auf jede Eskalationsebene ein, „

    Das ist überhaupt nicht wahr. Russland weiß, dass es nicht auf allen Ebenen von der Wirtschaftskraft mithalten kann. Deshalb entwickeln sie ja Waffen, die Abwehrwaffen sind, also Waffen um Bedrohung zu neutralisieren. Also keine Flugzeugträger zur Kontrolle der Weltmeere und Weltregionen, sondern Antiflugzeugträgerwaffen z.B. die gar nicht auf Kontrolle ausgelegt sind, sondern nur darauf im Ernstfall amerikanische Bedrohung abwehren zu können.

    “ na ihr könnt uns mal, wir kümmern uns nur noch um uns selbst, und falls ihr auf dumme Gedanken kommt, wisst ihr ja, dass wir uns wehren.“

    Genau das machen sie. Bloß begreifst du es nicht. Jetzt kommst du wahrscheinlich mit Syrien. Beim Gaddafi haben die Russen noch zugeschaut. Dann war Sadat dran. Der sollte schon vor ein paar Jahren mit der Begründung ausgeknipst werden, er hätte Chemiewaffen. Das haben die Russen durch einen diplomatischen Verstoß verhindert. Jetzt wird dort ein Krieg vom Zaun gebrochen um Sadat doch noch wegzukriegen. Und die Russen waren eben der Meinung, dass nur sein Volk Sadat zu Teufel schicken sollte nicht aber der Westen. Wenn sich Russland darauf beschränkt, sich nur noch um sich selbst zu kümmern werden sie weiter eingekreist. Die haben sich 15 jahre nur um sich gekümmert und sind nach Strich und Faden vom Westen verarscht worden. Sollen drauf warten bis der Westen die nächste Farbenrevolution in ihrem Land anzettelt? Nochmal: Rückzug bringt nichts gegen den Westen. Das führt nur dazu, dass der Westen noch frecher wird und Russland noch schneller demontiert.

  294. 294 NN 30. März 2018 um 12:35 Uhr

    @Krim

    Syrischer Präsident ist Baschar al-Assad. :-)

    Skripal-Affäre – Wie Trump sich zur Ausweisung russischer Diplomaten durchrang

    Donald Trump zögerte zunächst mit der Ausweisung russischer Diplomaten. Erst als andere Staaten mitzogen, änderte der US-Präsident seine Haltung. Schließlich überzeugte ihn eine Boxmetapher.

    „Putin reagiert nur auf Stärke“: Trump zu „hartem Vorgehen“ überredet – Medien

    Die Berater des US-Präsidenten, Donald Trump, haben den Staatschef laut dem Sender NBC überzeugt, dass die USA ein aggressives Vorgehen zeigen sollen, um die Beziehungen zu Russland zu verbessern. Trump strebt demnach selbst nach einer Normalisierung der Verhältnisse zu Moskau.

    Trump zu Putin: „Ich werde gewinnen“ – Medien

    US-Präsident Donald Trump hat während des letzten Telefongesprächs mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin erklärt, dass die USA zu einem Wettrüsten bereit seien und es gewinnen könnten. Dies berichtet der TV-Sender NBC unter Berufung auf zwei namentlich nicht genannte Quellen.

    Ausweisung von Diplomaten – Russland bestellt deutschen Botschafter ein

    Die Fronten zwischen Russland und Deutschland im Fall des vergifteten Ex-Spions Sergej Skripal verhärten sich: Das Außenministerium in Moskau hat den deutschen Botschafter einbestellt.

    Diplomatisches Erdbeben: Bulgarien folgt Österreichs Beispiel

    Bulgariens Premierminister, Bojko Borissow, hat erklärt, dass weder russische Diplomaten, noch technisches Personal aus dem Land ausgewiesen werden.

    Platzeck: Westen kann noch nicht damit umgehen, dass Russland eigene Interessen hat

    Der frühere brandenburgische Ministerpräsident und SPD-Vorsitzende Matthias Platzeck glaubt, das eigentliche Problem, das der Westen mit Russland habe, sei die Tatsache, dass Russland wieder selbstbewusst eigene Interessen formuliert und durchzusetzen versucht. So wie es die USA und der Westen seit Jahrzehnten wie selbstverständlich weltweit tun.

    Weiterhin unbewiesen – Die Anschuldigungen gegen Russland wegen des Giftgasanschlages in Salisbury bleiben weiter unbelegt

    „Seit Anfang der neunziger Jahre ist die Formel der Giftgase im Westen im Prinzip bekannt, seit 10 Jahren auch im Detail. Verantwortlich dafür ist Wil Mirsajanow, ein Mitarbeiter des Forschungsinstituts. 1995 emigrierte er im Rahmen eines Programms zur kontrollierten Folgebeschäftigung für sowjetische Waffenforscher in die USA. Seine Entscheidung, die Formel zu verraten, hatte politische Gründe: Russland dürfe nicht als einziges Land im Besitz dieses Geheimnisses bleiben. Spätestens seit 2008, als Mirsjanow – wie er sich gegenüber der Nowaja Gaseta rühmte – die ganze Formel publizierte, ist der Stoff also international bekannt. Damit werden alle Verweise auf eine angeblich eindeutig russische Herkunft des Stoffs fragwürdig. Denn nach Aussage mehrerer russischer Wissenschaftler kann »Nowitschok« im Prinzip aus überall erhältlichen Substanzen synthetisiert werden. Der von offiziellen russischen Medien als Entlastungszeuge präsentierte Leonid Rink ist dabei offenbar nur bedingt glaubwürdig. Laut dem Gespräch Sergej Ugljows mit dem Spiegel hat Rink in den neunziger Jahren selbst mehrfach Ampullen des Materials »für ein paar Dollars verkauft«. Dies also ist eine Spur, über die selbst ein in Russland produziertes »Originalgift« in falsche Hände geraten sein kann – zumal das Testgelände in Usbekistan lag und seit 1991 nicht mehr von Russland kontrolliert wird.

    Die prowestliche Moskauer Zeitung Nowaja Gazeta interviewte letzte Woche den Exwissenschaftler Nikolai Wolodin. Dieser bestätigte zwar die Existenz von »Nowitschok«, machte aber einige Einwände geltend. Sie beträfen erstens die Wirkung: Die in den achtziger Jahren von ihm getesteten Gifte seien in Tierversuchen, die er selbst beobachtet habe, sofort tödlich gewesen. Skripal hätte also einen Anschlag mit Nowitschok nicht überlebt, auch nicht im Koma und mit Hilfe moderner Medizin. Zweitens wecke die Form der »Darreichung« Zweifel. Drei Varianten gebe es: Durch Einnehmen, über die Atmung oder über eine unbedeckte Hautstelle. Jede davon setze voraus, dass der Killer entweder in unmittelbarer Nähe von Skripal und seiner Tochter gewesen sein muss – was ihn aber selbst in unmittelbare Lebensgefahr gebracht hätte. Oder der Killer hätte eine größere Dosis aus größerer Entfernung verwenden müssen – dann wären aber laut Nikolai Wolodin »Hunderte« von Anwohnern dem Anschlag zum Opfer gefallen.

    Bestehen bleiben auch die Zweifel am Motiv: Warum hätte Russland auf diese demonstrative Art und Weise im Ausland jemanden umbringen sollen, der keinerlei strategisches Wissen mehr besaß? Theresa May sagt und der Mainstream betet es nach: Um zu demonstrieren, dass es dies könne. Logisch nennt man das einen Zirkelschluss.“

    »Alt« und »unmoralisch« – Was ist an Putins »Wunderwaffen« dran?

    „Der »Knalleffekt« in Wladimir Putins Ansprache vom 1. März war sein Verweis auf angebliche neue Waffensysteme, die Russland entwickelt habe. Den ersten Verdacht, der sich auf der Grundlage einstellen konnte, dass Putin zum Beleg seiner Aussagen nur Computeranimationen vorführte, dementierte er gleich selbst: Es handle sich um »keinen Bluff«, sondern um reale Systeme. Der Westen solle nun endlich an den Verhandlungstisch zurückkehren.

    Wenn mit Bluff leere Angeberei gemeint ist, hat das auch im Westen niemand ernstlich behauptet. Das US-Militär erklärte, es handle sich dabei um lauter alte Hüte, die den USA schon lange bekannt seien. Teilweise gingen Putins neue Waffen noch auf sowjetische Entwicklungen zurück, die seinerzeit aus Kosten- oder anderen Gründen abgebrochen worden seien. Das ist ein interessantes Argument. Denn es unterstellt, dass diese Systeme wohl schon tatsächlich vorhanden oder zumindest prinzipiell machbar sind. (…)

    Wenn dies nur ansatzweise zutrifft, zeigt es nicht, dass Russland nichts Neues mehr einfiele, sondern im Gegenteil, wie bitter ernst die Führung die Situation offenbar inzwischen wahrnimmt, dass sie diese »doomsday weapon« entstaubt. Das Wort von den »Waffen des Jüngsten Gerichts« verdient ernst genommen zu werden. Ähnlich der atombetriebene Marschflugkörper, den Putin erwähnte. Die USA haben so etwas um 1960 auch einmal bis zum Prototyp entwickelt, dann aber zum großen Bedauern der Ingenieure auf die Fortsetzung des Projekts verzichtet. Grund: Der radioaktive Fallout während des Anflugs der Rakete auf die UdSSR wäre so hoch gewesen, dass Teile des US-Territoriums ebenso stark geschädigt worden wären wie das sowjetische. Das Argument zieht jedoch nur, wenn man einen Atomkrieg gewinnen und nachher weitermachen will, nicht aber, wenn es um seine Verhinderung geht. Jedenfalls beweist es nicht, dass Russland bluffe, geschweige denn, dass die USA zurückhaltender mit ihren Waffen wären. (…)

    Tatsächlich könnte hinter Putins Enthüllungen und Erläuterungen etwas ganz Anderes stehen: die Rückkehr zur alten Doktrin der »massiven Vergeltung«, wie sie in den 50er Jahren galt. Putin hat die Bedingungen folgendermaßen beschrieben, unter denen Russland seine Atomwaffen einsetzen würde: bei einem unmittelbar bevorstehenden – daher die destabilisierende Wirkung kurzer Vorwarnzeiten im Fall der Stationierung US-amerikanischer Atom-Cruise-Missiles in Osteuropa – atomaren Angriff auf das eigene Land. Nur dann und dann auch gleich gegen das ganze Territorium des Gegners, also einschließlich des US-Festlands. Aus dieser Perspektive wäre seine Darstellung als Absage an die US-Vorstellung vom führbaren »kleinen« Atomkrieg weitab vom eigenen Land zu verstehen. »Ihr habt uns nicht zuhören wollen«, sagte Putin, »jetzt müsst ihr es«. Hoffentlich.“

    Zeitung erinnert Briten an „Tote Hand“ Russlands

    Die britische Tageszeitung „Daily Star“ hat in ihrer Mittwochausgabe an die Existenz des russischen Atomwaffen-Führungssystems „Perimetr“ erinnert, das im Westen unter dem Begriff „Tote Hand“ (engl. „Dead Hand“) bekannt ist.

  295. 295 Krim 30. März 2018 um 12:53 Uhr

    LoL – Ok, Assad. Sadat war Ägyptien.

    „Angesichts der schlimmen Vorfälle von Salisbury ist es an der russischen Regierung alles zu unternehmen, um Klarheit und Transparenz zu schaffen.“

    Wie soll das denn gehen? Bei den Ermittlungen in Salisbury sind sie ja nicht willkommen.

  296. 296 libelle 30. März 2018 um 13:09 Uhr

    Du lässt das Entscheidende weg. Nämlich, dass sie wenn sie diese Konkurrenz nicht machen, ausgelöscht werden vom Westen. Und ja das machen sie auch wegen der Bevölkerung. Ob das Motiv Menschenfreundlichkeit ist oder einfach die staatlichen Ressourcen schützt, das überlass ich dir.

    Was für ein Apologet des Nationalismus du doch bist. Sie tun es wegen ihrer Existenz als Nation und dafür beziehen sie sich auf ihre Bevölkerung als Manövriermasse.
    Meinst du denen ist damit ein Gefallen getan. Und dann nochmal für dich weder die Bevlkerung der NATO Staaten noch die Russische würden vernichtet, wenn sie einfach den Zweck aufgeben würden zu konkurrieren. Das ist eine glatte Lüge!

    Sie würden von der jeweils siegreichen Macht einfach in ihre Friedensordnung eingefügt, das ist alles.

    Ich sag‘ dir mal gleich dein nächstes Argument: Jetzt wirst du in untertäniger Manier interessiert die Lagen unterscheiden, in die man durch diese Konkurrenz gebracht wird. Das ist dann die gleiche Antikritik angewandt auf das Schicksal der betroffenen Bevölkerung.

    Das ist überhaupt nicht wahr. Russland weiß, dass es nicht auf allen Ebenen von der Wirtschaftskraft mithalten kann. Deshalb entwickeln sie ja Waffen, die Abwehrwaffen sind, also Waffen um Bedrohung zu neutralisieren.

    So macht man aus der russischen Not eine russische Tugend. An ihrer mangelnden ökonomischen Konkurrenzfähigkeit arbeiten sie ja. Und das Statement findet an den Flugzeugträgern ja nur schlecht, dass Russland es sich nicht leisten kann welche zu bauen.

  297. 297 Krim 30. März 2018 um 13:29 Uhr

    „Sie tun es wegen ihrer Existenz als Nation und dafür beziehen sie sich auf ihre Bevölkerung als Manövriermasse.“ Genau das steht in der von dir zitierten Textstelle. Wenn dich diese Textstelle also dazu veranlasst mich als „Apologet des Nationalismus“ zu bezeichnen, dann bist du auch einer, denn inhaltlich gibt es keinen Unterschied.

    „Meinst du denen ist damit ein Gefallen getan.“ wenn sie nicht atomar verdampft werden? na mal überlegen „sterben- nicht sterben“ – mhm, schwere Entscheidung. Ich glaube tatsächlich, dass leben ihnen besser gefällt als sterben. Und nein ich glaube nicht, dass der russischer Staat das tut um der Bevölkerung zu gefallen.

    „weder die Bevölkerung der NATO Staaten noch die Russische würden vernichtet, wenn sie einfach den Zweck aufgeben würden zu konkurrieren. Das ist eine glatte Lüge!“

    Ne, entweder du bist bodenlos naiv oder selbst der Lügner. Natürlich würden die us-Amerikaner nicht vernichtet, wenn die Russen aufgeben – Wie kommst du auf diesen absurden Nebengedanken. Wenn die Russen sich überall zurückziehen würden, würde der Westen nachsetzen solange bis Russland vernichtet oder aufgelöst ist. So wie es schon seit 50 und mehr Jahren vorgeht. Und wenn die Russen nicht mehr sind, ist China dran. Gibt China auf, ist die EU dran. Das geht immer so weiter. Kapitulation bringt nichts.

    „Und das Statement findet an den Flugzeugträgern ja nur schlecht, dass Russland es sich nicht leisten kann welche zu bauen.“ Das ist ein Lüge. Russland will nicht Weltpolizist spielen. Das ist der Grund.

  298. 298 Krim 30. März 2018 um 14:56 Uhr

    Hoffentlich, weil er eine Lüge ist. Komisch eigentlich. Wenn Russland was tut, dann ist es selbstverständlich eine Konsequenz seiner Nationenkonkurrenz als kapitalistischer Staat. Wenn die USA sich als Weltordner aufführt, ist das keine Nationenkonkurrenz, sondern üble Nachrede eines „traditionellen Antiamerikanisten“.

  299. 299 Mattis 30. März 2018 um 15:34 Uhr

    „Du lässt das Entscheidende weg. Nämlich, dass sie wenn sie diese Konkurrenz nicht machen, ausgelöscht werden vom Westen.“ (Krim)

    „Es ist eine irrige Vorstellung, die Nato plane eine territoriale Zerstörung Russlands, sobald Russland seine diversen Militäraktionen einstellt und sich z.B. auf Handelsbeziehungen beschränkt.“ (Mattis)

    „So eine absurde Vorstellung hat niemand hier, das traue ich mich zu sagen.
    Es ist sehr langweilig, sich irgendwelche verrückten Positionen auszudenken und dann dagegen zu argumentieren.“ (Nestor)

  300. 300 libelle 30. März 2018 um 15:45 Uhr

    Oni su samo koristne budale rossiju, stanko. Ne trebash da pitati za shto. Moshda da putin je platio.

  301. 301 Krim 30. März 2018 um 16:45 Uhr

    „Es ist eine irrige Vorstellung, die Nato plane eine territoriale Zerstörung Russlands, sobald Russland seine diversen Militäraktionen einstellt und sich z.B. auf Handelsbeziehungen beschränkt.“ (Mattis)

    Ich kann es auch anders sagen: Natürlich ist es eine irrige Vorstellung, dass die Nato die Zerstörung Russlands plant, sobald Russland „Militäraktionen“ (was damit auch immer gemeint ist) einstellt, denn darauf dass Russland irgendwas macht oder nicht macht hat die Nato noch nie gewartet. Das ganze Bündnis wurde schließlich damals zur Zerstörung der SU gegründet und bezieht seinen momentanen Existenzgrund aus der Gegnerschaft gegen Russland. Die Nato plant also nicht erst die Zerstörung Russlands, wenn die Russen Militäraktionen einstellen, sondern die Nato plant das schon Jahrzehnte lang. Auf welchem Planeten lebst du denn?

    Für die Allgemeinheit:
    @Libelle: Sie sind nur nützliche rosige Narren, Stanko. Sie müssen nichts verlangen. Moshda, dass Putin bezahlt hat.

    @Stanko: himmlischer Fluss. natürlich sind sie große Narren, aber für die russische Politik haben sie keinen Wert.

    @Stanko: Libelle, glaubst du ernsthaft, dass ein Nestor für diesen Scheiß Geld aus Russland bekommt?

  302. 302 Mattis 30. März 2018 um 17:42 Uhr

    „Ich kann es auch anders sagen: Natürlich ist es eine irrige Vorstellung, dass die Nato die Zerstörung Russlands plant, sobald Russland „Militäraktionen“ (was damit auch immer gemeint ist) einstellt, denn darauf dass Russland irgendwas macht oder nicht macht hat die Nato noch nie gewartet.

    Die Nato plant also nicht erst die Zerstörung Russlands, wenn die Russen Militäraktionen einstellen, sondern die Nato plant das schon Jahrzehnte lang.“ (Krim)

    Wenn du genau das wirklich ernst nehmen würdest, könnten sich die Russen erst recht die ganzen internationalen Konfliktdramen sparen, mit denen sie sich über vermehrte Anerkennung (die sie nicht bekommen) mehr Sicherheit verschaffen wollen (die sie auch nicht bekommen).

    Was meinst du eigentlich, worauf die Nato noch wartet? Wenn ihr Ziel vom russischen Verhalten so vollkommen unabhängig ist?

  303. 303 Krim 30. März 2018 um 17:57 Uhr

    Die Nato wartet auf eine Gelegenheit die Russen auseinanderzunehmen ohne selbst mehr als Kollateralschäden zu erleiden.

  304. 304 NN 30. März 2018 um 22:16 Uhr

    Kriegsbündnis EU

    In der Europäischen Union stehen die Zeichen weiterhin auf Konfrontation mit Russland. Dabei wird gegen die eigenen Regeln verstoßen

    „Jeder Krieg hat seine Treiber. Die des Jahres 2018 haben Namen: Theresa May und die beiden Donalds: Trump und Tusk. In einer Art, die langsam an die Julikrise des Jahres 1914 erinnert, stellen sie den Bunsenbrenner unter das, was man bisher als »Kalten Krieg 2.0« bezeichnet und womit man sich immer auch ein bisschen in die Tasche gelogen hat: War alles nicht schön damals, aber es ist letztlich gut gegangen. Wird es schon auch diesmal.

    Oder auch nicht. Da zettelt May wegen unbewiesener Vorwürfe eine beispiellose diplomatische Eskalation an – ähnlich wie damals die absteigende Großmacht Österreich-Ungarn. Einstweilen herrscht fröhliches Diplomatenausweisen. Wer feuert mehr? Zuletzt Russland 60 US-Vertreter und vier aus Deutschland. Die EU lässt sich auf eine »bedingungslose Solidarität« mit der Hasardeurin von der Themse ein und vergisst ihre eigenen Regeln.

    Wie der EU-Blogger Eric Bonse am Donnerstag analysierte, verstieß das Verfahren, nach dem inzwischen 18 der 28 Mitgliedsstaaten sich dem Ausweisungsbündnis angeschlossen haben, gegen sämtliche Regeln, die sich die EU für ihre »Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik« gegeben hat: Der für eine Entspannung gegenüber Russland eintretende Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker wurde übergangen, statt dessen setzte sich Ratspräsident Tusk an die Spitze der Eskalierer. Den für eine strategische Entscheidung dieser Art vorgesehenen einstimmigen Beschluss aller Mitgliedsstaaten hat es nicht gegeben; statt dessen handelte eine »Koalition der Willigen«, die diejenigen, die die Eskalation nicht von Anfang an mitmachen wollten, unter Druck setzt, im Rahmen der »Geschlossenheit« einer Hammelherde Gefolgschaft zu beweisen.

    Die EU kalkuliert womöglich, London die eigene Unentbehrlichkeit gerade für britische Interessen deutlich zu machen und ein neues Argument zu gewinnen, den »Brexit« vielleicht doch noch zu vermeiden. Das macht die Sache nicht besser, sondern eher noch schlimmer. Denn es zeigt sich: Die EU ist gegründet worden, um ruinöse Kriege unter den kapitalistischen Staaten Europas zu vermeiden. Aber eben auch, um ihre Potentiale gegen den strategischen Hauptgegner zu bündeln. Und um in einer Welt, in der sie abzusteigen droht, zu zeigen, dass mit ihr zu rechnen sei, eskaliert sie mit.

    Und betätigt sich als Aufrüstungsallianz: Verkehrskommissarin Violeta Bulc kündigte an, bei künftigen Investitionen in Transportinfrastruktur die Bedürfnisse schneller Truppenverlegungen zu berücksichtigen. Denn einstweilen hat der »Westblock« im ehemaligen »Ostblock« ein nicht zu unterschätzendes Problem: Seine Panzer sind zu schwer für die dortigen Brücken und zu sperrig für die meisten Unterführungen. Die waren auf die leichteren Panzer des Warschauer Pakts ausgelegt. Wenn sie im Fall eines westlichen Angriffs unter den 60 Tonnen der »Abrams« oder »Leopard« zusammengebrochen wären, hätte der angenommene Aggressor sich selbst geschädigt. Das Programm »Infrastruktur und Umwelt«, aus dem die EU den Straßen- und Eisenbahnbau in ihrem Osten bezuschusst, darf künftig gern in »Infrastruktur und Kriegsvorbereitung« umbenannt werden.

    Gleichzeitig unterzeichnete Polen am Mittwoch mit den USA einen Vertrag über die Lieferung von insgesamt 208 »Patriot«-Raketen. Diese Systeme sind nicht zu verwechseln mit denen, die die USA schon ab diesem Sommer im pommerschen Redzikowo aufstellen wollen und die nach geringen Umrüstungen offensive Marschflugkörper verschießen können. Russland betrachtet dies als strategische Destabilisierung. Dass die »Patriots« nicht vor 2022 geliefert werden sollen, ist dabei kein Trost.“

  305. 305 Krim 31. März 2018 um 0:21 Uhr

    „Da zettelt May wegen unbewiesener Vorwürfe eine beispiellose diplomatische Eskalation an“ Nicht „wegen“ sondern „auf Grundlage“ unbewiesener Behauptungen. Denn die unbewiesenen Vorwürfe sind ja nicht wirklich der Grund ihrer Hetzjagd, sondern nur ein Vorwand.

  306. 306 Krim 31. März 2018 um 9:57 Uhr

    Russland weist vier deutsche Diplomaten aus

    „Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner warnte den Westen davor, sich vom russischen Präsidenten Wladimir Putin auseinander dividieren zu lassen. „Wenn man Putin zu einem Einlenken und zu einem Politikwechsel bewegen will, dann nicht, indem man ihm alles gibt, was er will und sich ihm unterwirft, sondern nur wenn man sehr deutliche Grenzlinien zieht“, sagte Lindner der Deutschen Presse-Agentur. Er fügte mahnend hinzu: „Der Westen ist immer sehr defensiv, wenn es darum geht, Eskalationen Moskaus zu bewerten.“

    Hier nochmal wie ein parteilicher Nationalist sich die Sache hinbiegt. Der Westen gibt Putin „was er will“? Wann? Wo? Was will Putin denn vom Westen? Es besteht eine Gefahr, dass der Westen sich Putin unterwirft, vor welcher man warnen müsste? Da lachen ja die Hühner. Der Westen ist defensiv? Ja klar, sieht man ja am Fall Skripal, wo der Verdächtige nicht nur vor der Verhandlung, sondern sogar vor der Ermittlung bestraft wird.

    Und welche Eskalationen Moskaus?

    „Aber die gegenwärtige Eskalation – der Eingriff in unsere Wahlkämpfe, die aggressive Militärpolitik – das kann nicht unbeantwortet bleiben“, sagte Lindner.

    Ja klar, Eingriffe in Wahlkämpfe stehen natürlich nur dem Westen zu, der schon etliche Farbenrevolutionen eingefädelt hat. Propaganda, die auf eigene oder Bürger einen anderen Landes zielt, ist das Vorrecht des Westens und die Infragestellung dieses Vorrechts eine Eskalation. Die aggressive russische Militärpolitik, die dazu geführt hat, dass Russland eingekreist wurde und an russischen Grenzen Mittelstreckenracketen stehen.

  307. 307 NN 31. März 2018 um 19:52 Uhr

    Russian Embassy to UK – The questions to which we are awaiting answers are as follows:

    1) What is Mr and Ms Skripal’s exact diagnosis and condition?

    2) What treatment are they receiving?

    3) Is that treatment the same as that provided to Sgt Nick Bailey?

    4) Is it true that Yulia Skripal has regained consciousness and can communicate, eat and drink?

    5) Mr Bailey has been discharged, Yulia Skripal is getting better, but why is Sergei Skripal still in a critical condition?

    6) Did Mr Bailey, Mr Skripal and Ms Skripal receive antidotes?

    7) Which antidotes?

    8) How were the right antidotes identified?

    9) Did they actually help or harm?

    10) The Embassy immediately informed the FCO that Mr Skripal’s niece has been enquiring of her uncle’s and cousin’s health. Why have the authorities ignored her?

    11) Why are there no photos/videos confirming that the Skripals are alive and at hospital?

    12) Did the Skripals agree on Salisbury CCTV footage to be shown on TV?

    13) If not, who agreed on their behalf?

    14) Can that person also agree on hospital photos/videos to be published?

    15) Why are consuls not allowed to see the Skripals?

    16) How are doctors protected against chemical exposure?

    17) Can consuls use the same protection?

    18) Where, how and by whom were blood samples collected from the Skripals?

    19) How was it documented?

    20) Who can certify that the data is credible?

    21) How can we be sure that the chain of custody was up to international standards?

    22) Through what methods did experts identify the substance so quickly?

    23) Had they possessed a sample against which to test the substance?

    24) Where had that sample come from?

    25) Nerve agents act immediately. Why was it not the case with the Skripals?

    26) Leaks suggest the Skripals were poisoned at a pub, at a restaurant, in their car, at the airport, at home… Which version is the official one?

    27) How to reconcile quick political moves with Scotland Yard’s statement that the investigation will take „months“?

  308. 308 NN 01. April 2018 um 12:27 Uhr

    TomGard: Fall Skripal – die einfachste Erklärung aller relevanten Vorgänge

    „In der Gerüchteküche schwirrte es schon seit Tagen. Gestern hat sich Maxim A. Suchov, unter gewissen Vorbehalten, für eine Mitteilung eines Informanten mit FSB-Kontakten verbürgt, die besagt, das konkrete Motiv der Skripal – False – Flag liege in der Gefangennahme zweier Gruppen britischer Special Forces, zusammen mit zwei Israelis und einem amerikanischen Verbindungsoffizier, während der Ghouta- Offensive der SAA. (…)

    Suchovs wichtigster Brotgeber dürfte das RIAC sein, Russian International Affairs Council, ein Think Tank (…) Deshalb betrachte ich seine Mitteilung als eine semioffizielle Botschaft.

    Nicht enthalten in dieser Botschaft ist ein Zusammenhang der Gefangennahmen mit „konkreten Anhaltspunkten“ für eine bevorstehende chemische False-Flag in Damaskus, die das russische Kriegsministerium in wiederholten Warnungen offiziell geltend gemacht hat, aber wenn wir sie darin einsetzen, fallen alle bemerkenswerten Details der Skripal-Affäre an Durchgangspunkte eines einfachen Zusammenhanges. Er lautet:

    Die britische Regierung nahm alle imperialen Metropolen in Geiselhaft für einen von der syrischen Armee und dem russischen FSB aufgedeckten und vereitelten, britisch geleiteten False-Flag-Angriff in Al Ghouta, der den Vorwand für einen Enthauptungsschlag gegen Damaskus liefern sollte, den entweder die NATO selbst, oder unter Deckung der NATO die IAF ausführen sollte, je nach den ad.hoc – Kräfteverhältnissen im imperialen Lager.“

    Provokation gegen Russland war längst geplant: Russischer Botschafter zu Fall Skripal

    Der russische Botschafter in den USA Anatoli Antonow hat in einem Interview mit dem Sender „5. Kanal“ mitgeteilt, wie lange die mit dem Giftanschlag auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal verbundene Provokation gegen Russland vorbereitet worden ist.

    Sendungen von RT, DW und France 24 in Washington eingestellt

    Der russische Auslandssender RT stellt am Sonntag seine Sendungen in Washington ein. Außer RT werden Zuschauer in der US-Hauptstadt auch andere ausländische Sender „verlieren“, unter anderem DW-TV und France 24.

  309. 309 NN 03. April 2018 um 19:26 Uhr

    Russische Herkunft von Nervengift im Labor nicht nachweisbar

    Großbritannien beschuldigt den Kreml, hinter der Attacke auf den russischen Ex-Agenten Skripal zu stecken. Laut britischen Wissenschaftlern kann die russische Herkunft des Gifts bisher nicht belegt werden.

    „Es gebe keinen eindeutigen Beweis, dass das Nervengas in Russland produziert worden sei: Der Leiter des britischen Militärlabors Porton Down, Gary Aitkenhead, hat weitere Untersuchungsergebnisse im Fall des vergifteten Ex-Agenten Sergej Skripal mitgeteilt.

    „Wir waren in der Lage, es als Nowitschok zu identifizieren“, sagte Aitkenhead laut den Nachrichtenagenturen Reuters und AFP. Es handele sich um eine militärische Form. Aber: „Wir haben die exakte Herkunft nicht identifizieren können“, sagte er weiter. Die Ergebnisse seien jedoch der Regierung weitergeleitet worden.“

    London gibt zu: Vorwürfe gegen Moskau im Skripal-Fall ruhten teils auf Vermutungen

    Die Vorwürfe gegen Moskau in Bezug auf die Vergiftung des Ex-Spions Sergej Skripal haben nicht ausschließlich auf Erkenntnissen des Nervengift-Labors, sondern teilweise auf Informationen der britischen Geheimdienste basiert, teilt das britische Außenministerium am Dienstag mit.

    „Konkret habe man sich auf die Informationen gestützt, wonach Russland angeblich nach Wegen suche, Giftsubstanzen für Morde einzusetzen und dabei ehemalige Geheimdienstagenten als potenzielle Zielscheiben betrachte, heißt es in der Erklärung.

    „Das ist nur ein Teil der Aufklärungsdaten, die uns vorliegen. Zu diesen Angaben gehört auch unser Wissen darüber, dass Russland innerhalb des letzten Jahrzehnts Wege zur Entwicklung von chemischen Substanzen erforscht hat, vermutlich für Mordanschläge, sowie Angaben über frühere Morde, die von Russland begangen wurden. Und unsere Schlussfolgerung lautet: Russland sieht manche ehemalige Geheimdienstmitarbeiter als Zielscheiben“, heißt es in dem Dokument.

    Daher sei Russland für diese „schamlose und rücksichtslose Aktion“ verantwortlich. „Eine andere plausible Erklärung gibt es nicht.“

    Zuvor war bekannt geworden, dass die Experten des britischen Chemielabors Porton Down die Herkunft des Nervengiftes, mit dem der russisch-britische Ex-Doppelagent Sergej Skripal vergiftet wurde, nicht nachweisen konnten. Das teilte Laborchef Gary Aitkenhead dem TV-Sender Sky News am Dienstag mit.“

  310. 310 Krim 04. April 2018 um 12:40 Uhr

    „dass Russland innerhalb des letzten Jahrzehnts Wege zur Entwicklung von chemischen Substanzen erforscht hat, vermutlich für Mordanschläge,“ Russland entwickelt also chemische Substanzen. Nicht „chemische Gifte“ sondern „chemische Substanzen“. Klar wenn Russland Chemieforschung betreibt, wozu sonst als „vermutlich für Mordanschläge“ kann man chemische Substanzen einsetzen.

    Heißt das jetzt, dass wenigstens das Gift sicher identifiziert ist, nur eben die Herkunft nicht. So hört es sich jedenfalls an.

  311. 311 NN 04. April 2018 um 14:17 Uhr

    Giftaffäre: 14 OPCW-Staaten stimmen für russischen Vorstoß – EU lehnt ab

    Einen Monat nach dem rätselhaften Giftanschlag in Großbritannien haben laut russischen Angaben 14 Mitgliedstaaten der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) auf einer Sondersitzung in Den Haag für eine völkerrechtskonforme Ermittlung gestimmt, wie sie Moskau gefordert hat. Die EU hat die gemeinsame Erklärung strikt abgelehnt.

    Russland fordert Entschuldigung von Großbritannien

    Wladimir Putin nennt den britischen Vorwurf, Russland habe das Gift im Fall Skripal geliefert, „verrückt“. Rund 20 Staaten seien weltweit in der Lage eine solche Substanz herzustellen.

    Skripal-Vergiftung eine von „US- und britischen Geheimdiensten ausgeheckte Provokation“

    Der russische Auslandsgeheimdienst attestiert den USA und ihren Alliierten eine Russland-Phobie: Der Westen sei dabei, einen neuen Eisernen Vorhang zu errichten – und habe den Ex-Agenten Skripal selbst vergiftet.

    Russische Botschaft: London sperrt Kontakte zu Experten

    Die britischen Behörden blockieren die Kontakte der russischen Botschaft zu Experten, die über für London unangenehme Fakten zum „Fall Skripal“ verfügen könnten. Dies teilte der Pressesprecher der russischen Botschaft in London vor Journalisten am Dienstag mit.

    Keine sicheren Belege im Fall Skripal: Deutschland übt Kritik an Großbritannien

    Der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet, hat via Twitter das Vorgehen Großbritanniens gegen Russland im Fall Skripal heftig kritisiert.

    Tom Gard: „Novichok“ – Die Untertanen bestehen auf ihrem (Irr-)Glauben an die (Irr-)Rationalität ihrer Herrschaft

  312. 312 Krim 04. April 2018 um 16:00 Uhr

    Guter Text von TomGard: „Macron und Merkel hatten nichts Geringeres, als die Souveränität ihrer Länder und Europas in den Ring geworfen, sich an May’s Seite zu stellen. Das ist ein souveräner Beschluß – nicht bloß eine Akklamation. Er beruhte auf kenntlichen Lügen, wie ich gleich zeigen werde, und dies verbirgt TP seinem speziellen Publikum mit dem wiederum souverän gefassten Beschluß, nicht wahr haben zu wollen, daß „Fakten“ im Fall Skripal von allem Anfang an Sovereign Facts geblieben sind, hoheitliche Setzungen.“

  313. 313 Nestor 05. April 2018 um 10:41 Uhr

    Irgendwo habe ich gelesen, daß ausgeschlossen wird, daß das Gift aus Porton Down gekommen sei.

    Ein interessantes Dementi, dem man entnehmen kann, daß sie es dort entweder herstellen oder herstellen könnten.

    Die Souvereign Facts, die im Fall Skripal gesetzt werden, sind wohl die „alternative facts“, die Trump in seiner innovativen Art bereits vor einiger Zeit in die politische Kultur eingeführt hat. Zum Erreichen des gewünschten Zieles werden aus Absichten „Fakten“.

  314. 314 Krim 05. April 2018 um 11:03 Uhr

    Bei Russland kommen die Souvereign Facts offenbar so an:

    „Moskaus Beziehungen zum Westen sind wegen des Falls Skripal nach Ansicht des russischen Außenministers Sergej Lawrow so schlecht wie lange nicht mehr. „Vor allem Großbritannien, die USA und zahlreiche Staaten, die ihnen blind folgen, haben jeden Anstand verloren. Sie nutzen offene Lügen und Desinformation“, sagte der russische Chefdiplomat. Zu Zeiten des Kalten Krieges habe man sich zumindest noch an bestimmte Regeln gehalten. Jetzt aber würden diplomatische Konventionen missachtet.“

    Ich hab mir auf der Karte angeschaut, wo Port Down liegt. Tatsächlich auffällig nahe an Salisbury. Zufälle gibt’s.

  315. 315 NN 05. April 2018 um 11:56 Uhr

    Russland fordert Sitzung des Uno-Sicherheitsrats

    Russland will den Streit mit Großbritannien über die Vergiftung des Ex-Agenten Sergej Skripal im Uno-Sicherheitsrat thematisieren. Wegen der britischen Vorwürfe hat Moskau eine Sondersitzung beantragt.

    Viel Wirbel, wenig Wissen

    Vor einem Monat wurde der Ex-Agent Skripal vergiftet – London wirft Moskau vor, verantwortlich zu sein. Die Belege sind dünn. Beide Länder geraten immer heftiger aneinander. Antworten auf die wichtigsten Fragen.

    Erste US-Diplomaten verlassen Russland

    Nach der Ausreiseverfügung des Kreml verlassen Dutzende Diplomaten die Botschaft der Vereinigten Staaten in Moskau. Gernot Erler, der Russlandbeauftrage der Bundesregierung, warnt vor einer „Eskalationsspirale“.

    CDU-Vize Laschet zweifelt am Vorgehen des Westens

    Im Fall Skripal bleibt der Westen bei seinen Vorwürfen gegenüber Russland. Kritik daran kommt nun überraschenderweise von CDU-Vize Laschet, der damit eine andere Position als die Kanzlerin einnimmt.

    Giftskandal: Sacharowa nennt gelöschten britischen Tweet „Reagenzglas der Schande“

    Die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa hat auf den gelöschten Tweet des britischen Ministeriums, in dem behauptet wurde, dass die Substanz, mit dem der russische Ex-Spion Sergej Skripal in Großbritannien vergiftet wurde, russischer Herkunft sei, reagiert, indem sie London des Lügens bezichtigt hat.

    Fall Skripal: Times will Herkunft des Nervengifts geklärt haben

    Einen Tag nach der spektakulären Wende im britischen Giftskandal behauptet die Zeitung „The Times“, die britischen Geheimdienste hätten den Standort eines Labors ermittelt, in dem das beim Attentat auf den Ex-Agenten Sergej Skripal in Salisbury eingesetzte Nervengift erzeugt worden sein könnte.

    „Das lässt sich nicht mehr ignorieren“: Lawrow redet Klartext zu Skripal-Affäre

    Nach der Wende im britischen Giftskandal hat der russische Außenminister Sergej Lawrow von der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) eine sachliche Untersuchung des Attentats auf den Ex-Spion Sergej Skripal und dessen Tochter in Salisbury gefordert.

    „Arme verrenkt“: Skripal-Fall eine „Verhöhnung des internationalen Rechts“ – Lawrow

    Der Skripal-Fall ist eine unverhohlene Verhöhnung des internationalen Rechts, der diplomatischen Ethik und des elementaren Anstands, wie Russlands Außenminister Sergej Lawrow erklärte.

    Neue Russland-Sanktionen im Plan – diesmal gegen „Oligarchen“

    Die USA erwägen weitere Russland-Sanktionen, die gegen Großunternehmer gerichtet sein und bis Ende dieser Woche in Kraft treten sollen. Als Grund soll „Wahleinmischung“ in den USA gelten. Das teilte der Fernsehsender Fox News unter Berufung auf eine Quelle im Weißen Haus mit.

    Tom Gard: Update zum letzten Eintrag – OPCW lizensiert „russische Anschläge“ weltweit

  316. 316 Nestor 05. April 2018 um 13:37 Uhr

    Noch etwas zu dieser Herkunftsgeschichte.

    1. Um das Gift festzustellen, muß man es kennen. D.h., die Chemiker in Porton Down kennen es und könnten es daher selber auch herstellen.

    2. Wo es erzeugt worden ist, läßt sich vermutlich nie feststellen. Das Zeug kommt ja nicht mit einem „made in “-Etikett daher.

    3. Der Chef von dem Chemielabor hat offenbar Wert darauf gelegt, nicht selber als Lügenerzeuger eingesetzt zu werden in dieser ganzen „Faktensetzung“ und hat der britischen Regierung damit in die Suppe gespuckt.

  317. 317 Krim 05. April 2018 um 14:37 Uhr

    „1. Um das Gift festzustellen, muß man es kennen. D.h., die Chemiker in Porton Down kennen es und könnten es daher selber auch herstellen.“ In der Wikipedia gibt es einen riesigen Artikel mit Strukturformeln und allem drum und dran. Das muss ja ein übles Zeug sein, das alle Muskeln kontrahiert und lähmt.

    „2. Wo es erzeugt worden ist, läßt sich vermutlich nie feststellen. Das Zeug kommt ja nicht mit einem „made in “-Etikett daher.“ Man kann es mit einer Beispielprobe vergleichen deren Herkunft bekannt ist. Wahrscheinlich ändert sich die Zusammensetzung immer leicht und das ist dann wie ein Fingerabdruck.
    zu 3. seh ich auch so. Immerhin steht auch seine Glaubwürdigkeit als Wissenschaftler auf dem Spiel und wenn die dahin ist, ist es aus mit seinem Job als Wissenschaftler.

    SPON: „Moskau allerdings hat bisher wenig dafür getan, den Angriff auf Skripal konstruktiv aufzuklären. Die Regierung wähnt sich unschuldig, legt aber nicht offen, was sie über Nowitschok weiß. Wieso wandte sie sich erst spät an die OPCW?“
    Wenn die Russen es nicht waren, können sie auch nichts konstruktiv aufklären. Darüber hinaus hat GB russische Hilfe abgelehnt. Als hätte es etwas genutzt, wenn sich Russland noch früher an die OPCW gewandt hätte. Noch früher eine Abfuhr.

  318. 318 TomGard 05. April 2018 um 15:12 Uhr

    Aitkenhead ist kein Wissenschaftler, sondern Manager, ein Marketingfachmann, der von Motorola kam. Ich hatte mißverständlich von „Leiter“ gesprochen, ist geändert.

    For the record: Wenn die Herstellungsverfahren nicht standardisiert sind, gibt es „Fingerabdrücke“ bis hinunter zur Ebene der Labortische. Dies wurde vom ehemaligen russischen Programmleiter Uglev bestätigt.

  319. 319 Nestor 05. April 2018 um 15:40 Uhr

    „Moskau allerdings hat bisher wenig dafür getan, den Angriff auf Skripal konstruktiv aufzuklären.“

    Dieses Spiegel-Zitat geht davon aus, daß es Rußland war, das einen Anschlag gemacht hat. Wenn es nichts damit zu tun hat, kann es ja zur Aufklärung nichts beitragen, geschweige denn „konstruktiv“. (Schon die Ausdrücke! Wie kann man etwas „konstruktiv“ aufklären?!)

    Was das mit der Herkunft angeht, so würde man eben eine Probe aus einem Labor benötigen.
    Da dieses Chemiegift laut russischen Quellen seinerzeit in Usbekistan hergestellt worden ist, und das Labor seither abgebaut worden ist – mit US-Hilfe, – so könnte es sich nur um Restbestände aus dieser Produktion handeln. Da kommt die ukrainische Spur ins Spiel.
    Die russischen Quellen behaupten, es nie hergestellt zu haben, weil die russische Militärdoktrin keine Verwendung für Substanzen dieser Art hat.

    Oder aber es stammt nicht aus dem postsowjetischen Raum, sondern wurde in einem westlichen Labor hergestellt. Und Skripal womöglich als Versuchskaninchen verwendet. Man will ja wissen, ob das Zeug hält, was es verspricht.

    Daß Aitkenhead der Leiter des Labors, also von diesem ganzen Porton Down-Komplex ist, steht in allen Meldungen, die ich konsultiert habe.
    Es ist doch gleichgültig, wo er vorher war. Es geht um seinen Ruf, und den will er nicht beschädigt wissen.

  320. 320 TomGard 05. April 2018 um 16:37 Uhr

    „Da dieses Chemiegift laut russischen Quellen seinerzeit in Usbekistan hergestellt worden ist …“

    Es wurde im russischen Oblast Saratow hergestellt. Ob das Institut in Ukus, Usbekistan es ebenfalls herstellte, oder nur Experimente mit Fertigprodukten anstellte, wissen anscheinend nur die direkt Beteiligten – einschließlich der US-Experten, die dort arbeiteten.

    https://thebell.io/en/the-scientist-who-developed-novichok-doses-ranged-from-20-grams-to-several-kilos/

    Was hältst du davon, dich zu informieren, bevor du Behauptungen aufstellst, die jeder Dödel in 30 sec. widerlegt?

  321. 321 NN 05. April 2018 um 18:52 Uhr

    Leichtes Spiel für Putin

    Die britische Regierung muss im Fall des vergifteten Ex-Agenten Skripal endlich Beweise vorlegen. Tut sie es nicht und leistet sich Fehler wie zuletzt, spielt sie dem Kreml in die Hände.

    „Längst geht es nicht mehr nur um den Anschlag auf Skripal. Es geht um die grundsätzliche Frage, wie der Westen einem Land gegenübertritt, das mit Desinformationskampagnen wie bei der Krim-Annexion, dem Krieg in der Ostukraine oder dem Abschuss des Passagierflugzeugs MH17 weiszumachen versucht, es gebe keine belastbaren Tatsachen mehr.

    Unsicherheiten aber kann man nur mit belegbaren Fakten begegnen. Legt Großbritannien diese nicht bald im Skripal-Fall vor, geht das Land beschädigt aus dieser Affäre hervor. Und mit ihm die westlichen Länder, die sich solidarisch mit London gezeigt haben. Moskau wird dies sicher für seine Propaganda zu nutzen wissen.“

    Ein sehr schönes, weil erhellendes Beispiel einer Haltung der Kategorie „Probleme, die man nicht haben möchte“, die mit Sicherheit in der hiesigen Öffentlichkeit sehr verbreitet sein dürfte: Permanente und zunehmend unverschämtere Eskalation – aber immer! Nur: Professionell, also wasserdicht durchgeführt sollten solche Manöver schon sein. Andernfalls könnte der gemeinsame Zweck ja vielleicht Schaden nehmen und die mit einem ungeheuren propagandistischem Aufwand inszenierte Affäre gar noch zum Rohrkrepierer werden.

  322. 322 Nestor 05. April 2018 um 18:59 Uhr

    @TomGard

    Äh, worum geht es hier?

    Das Zeug ist in den 70-er Jahren in der SU entwickelt worden. Laut russischen Quellen wurde es nach der Wende nicht mehr hergestellt. Auch das Interview mit Uglev behauptet nichts anderes.

    Ob es seinerzeit in Saratov hergestellt wurde, ist nebensächlich für die Tatsache, daß es in anderen Sowjetrepubliken gelandet ist und von dort in die Hände westlicher Geheimdienste gelangen konnte.

    Ich bin dankbar für den Link, aber ich mag hier keine Debatte der Art: Wer weiß mehr?!

  323. 323 TomGard 05. April 2018 um 19:50 Uhr

    “ … so könnte es sich nur um Restbestände aus dieser Produktion handeln.“

    Das war der fehlerhafte Schluß aus der Falschinformation nebst einer nachfolgenden grundlosen Verdächtigung:

    „Da kommt die ukrainische Spur ins Spiel.“

    Porton Down leugnet nicht, Substanzen aus dieser Klasse zu haben. Andere, von russischer Seite benannten Labore, haben es auch nicht abgestritten. Worum es u.a. in der Sache geht, ist die britische Verdächtigungskultur: „highly likely“, „single plausible explanation“. Wenn du hier, bei dir, Retourkutschen für zureichende Argumente hältst, hab ich dir in der Tat nichts mitzuteilen.

  324. 324 Nestor 05. April 2018 um 19:53 Uhr

    @NN

    Mich erinnert diese Sache an den Tierschützer-Prozess in Österreich, wo die Polizei immer von eindeutigen Beweisen faselte, sie aber dann im Laufe des Prozesses nicht vorlegen konnte, weshalb die Beschuldigten freigesprochen wurden.

    In internationalen Beziehungen, wo es kein solches Gerichtsverfahren gibt, lauft das natürlich anders. Aber die Absicht ist die gleiche: die Regierung hat eine Agenda, die will sie durchziehen, und dafür schafft sie Fakten nach Belieben.

  325. 325 Nestor 05. April 2018 um 20:00 Uhr

    @TomGard

    … grundlosen Verdächtigung:

    „Da kommt die ukrainische Spur ins Spiel.“

    Das war weiter oben einmal abgehandelt, deshalb habe ich es jetzt nicht wiederholt: auch auf dem Gebiet der Ukraine haben sich wahrscheinlich Lagerbestände befunden.

    Wenn du hier pöbeln willst, so werde ich das zu verhindern wissen.

  326. 326 Krim 05. April 2018 um 20:01 Uhr

    Ich finde den Link auch gut. Z.B. weil er die Zwei-Komponententheorie widerlegt. Oder die Rolle von Mirzayanov ins rechte Licht rückt. Ich Dödel hätte den Link auch nicht gefunden.

    @NN: Ja. Das Selbstbild als die Guten, das bessere System bekommt in diesen Tagen schon ein paar Macken. Nicht dass die eigene Parteilichkeit deshalb leiden würde, aber die eigenen Lügen sollten halt doch nicht so schnell auffliegen. Da muss man sich schon ein wenig schämen als Parteigänger des Westens.

    Im Grunde ist aber die Welt trotzdem in Ordnung, wenn ausgerechnet Russland frech vorgeworfen wird, hoheitliche Setzungen gingen von ihm aus und nicht vom Westen. Nicht Russland, sondern dem Westen sind Fakten egal.

  327. 327 Nestor 05. April 2018 um 20:35 Uhr

    @Krim

    Den Satz verstehe ich nicht:

    wenn ausgerechnet Russland frech vorgeworfen wird, hoheitliche Setzungen gingen von ihm aus

  328. 328 NN 05. April 2018 um 21:56 Uhr

    Nach dem CDU-Vize Laschet jetzt ein „Mann vom Fach“: der Ex-BND-Präsident Schindler

    Do | 05.04.2018 | 21:45 | Kontraste

    Giftanschlag in Salisbury – Wie „alternativlos“ ist das Russland-Szenario wirklich?

    Mit dem Giftanschlag in Salisbury haben die westeuropäisch-russischen Beziehungen einen neuen Tiefpunkt erreicht. Auch Politiker, die nicht als Russland-Versteher gelten, warnen vor einem „neuen kalten Krieg“. Bundeskanzlerin Merkel hat sich auf die Seite von Theresa May geschlagen und unterstützt die These vom „russischen Anschlag“. Doch gibt es wirklich keine andere plausible Erklärung? Kontraste hat nachgefragt.

    „Die britische Regierung und mit ihr Kanzlerin Merkel, beharren weiter darauf, dass Russland höchstwahrscheinlich hinter dem Giftanschlag steckt. Heute Nachmittag hieß es auf einmal in einigen Medien, das russische Labor sei identifiziert, in dem das Gift hergestellt wurde. Doch handfeste Beweise hat bisher niemand vorgelegt. Was also stimmt, was stimmt nicht, fragt man sich. Susanne Katharina Opalka und Ursel Sieber haben nachgeforscht und einen ehemaligen deutschen BND-Chef getroffen, der Merkel und May offen widerspricht.

    Das geheime Militärlabor des britischen Verteidigungsministeriums in Porton Down, unweit von Salisbury. Hier wurde die Tatwaffe für den Anschlag identifiziert: eine Chemiewaffe aus der Gruppe der Nowitschoks. Vorgestern platzte dann die Bombe: Ob das Nervengift tatsächlich aus Russland stammt, sei nicht nachweisbar.

    - Gary Aitkenhead, Britisches Militärlabor DSTL

    „Wir haben nachweisen können dass es sich um ein als Novichok handelt, um ein Nervengas aus einem Militärlabor. Wir haben die genaue Herkunft nicht identifiziert.“

    (We are able to identify it as a Novichok, to identify that ist was a military grade nerve agent. We have not identified the precise source)

    Dabei erklärt doch Premierministerin Theresa May seit Wochen

    - Theresa May, Premierministerin Großbritannien

    „Die Regierung kam zum Schluss, dass sehr wahrscheinlich Russland verantwortlich war“. Denn: es gäbe keine andere plausible Erklärung.

    Angeblich bekam Angela Merkel von den Briten geheime Informationen. Sie übernimmt den Vorwurf fast wörtlich.

    - Angela Merkel (CDU), Bundeskanzlerin

    „Aller Wahrscheinlichkeit darauf hinweist, dass Russland in Verbindung mit diesem Nervengasanschlag steht und dass es gar keine anderen Erklärungen gibt.“

    Doch, es gibt andere Erklärungen. Das meint jedenfalls der ehemalige BND-Präsident Gerhard Schindler und stellt sich damit offen gegen die Kanzlerin.

    - Gerhard Schindler, ehem. Präsident Bundesnachrichtendienst:

    „Ich glaube, die Sachlage ist sehr komplex und lässt viele Fragen offen und die Beweislage ist nach meiner Auffassung nicht so robust wie die getroffenen Maßnahmen vermuten lassen.“

    Bekannt ist bis dato nur der Ursprung der Nowitschok: der Wissenschaftler Mirsanjov machte das geheime Programm der Sowjets in den 90er Jahren öffentlich.

    Russland hat aber bis 2017 alle Chemiewaffen vernichtet. Offiziell gibt es also keine Nowitschoks mehr.

    Aber: auch westliche Staaten haben offenbar zu Schutzzwecken an Nowitschoks geforscht, etwa die USA – und Großbritannien in diesem Militärlabor, erklärt der weltweit anerkannte Chemiewaffenexperte Ralf Trapp.

    - Ralf Trapp, Chemiewaffenexperte:

    „In Fachkreisen wurde immer davon ausgegangen als die Strukturen der Nowitschoks Anfang der 90er Jahre in die Öffentlichkeit kamen, dass einige der Labors im Westen und auch anderswo sicher, zu Schutzzwecken an diesen Stoffen gearbeitet haben“.

    Trotzdem verbreitet der britische Außenminister weiterhin nur eine Botschaft: Wenn es ein Nowitschok war, stammt es aus Russland. Mit solchen vertraulichen Briefings bringt er die Europäer auf Linie. Das Papier ist echt. Unfassbar: sechs Seiten, viele bunte Bilder über Putins Politik, aber kein einziger Beweis. Nur die Behauptung:

    „Wir haben keine Zweifel, dass Russland verantwortlich ist“

    An gleichem Tag stellt ein unabhängiges Gericht, der High Court in London im Fall Skripal fest: es sei ein „Nervengift der Nowitschok-Gruppe oder eines eng verwandten Gifts“.

    Also ist doch nichts eindeutig? Wir fragen die Bundesregierung

    - Rainer Breul, Sprecher Auswärtiges Amt:

    „Was der high court da gesagt hat, das ist mir im einzeln nicht bekannt“,

    Und es folgt der bekannte Satz:

    „Es gibt dazu keine andere plausible Erklärung.“

    Plausibilität ist zu wenig in einer derart zugespitzten Lage, so der ehemalige BND-Präsident.

    - Gerhard Schindler, ehem. Präsident Bundesnachrichtendienst:

    „Er gibt andere Erklärungen, beispielweise dass das Gift abhandengekommen ist, beispielsweise dass es sich um eine Racheaktion ehemaliger Mitarbeiter der russischen Dienste handelt oder dass auch die russische organisierte Kriminalität mit beteiligt ist, um Putin zu schaden, also es gibt eine Reihe von anderen Varianten, die es aber abzuklären gilt“.

    Dass Nowitschoks auch illegal in Umlauf gekommen sind, belegt dieser Mafiamord aus den 90igern: Dieser Bankier wurde in Moskau mit einem Nowitschok ermordet. Ein Wissenschaftler des Chemiewaffenprogramms hatte das Gift an die Organisierte Kriminalität verkauft.

    Fazit: Hinter dem Giftanschlag könnte Russland stecken – aber auch viele andere Täter

    Bewiesen ist bislang nichts.

    Trotzdem erklärt der Außenminister heute auf Nachfrage schon wieder.

    - Heiko Maas (SPD), Bundesaußenminister:

    „Was die Frage der Beweislage angeht, sind die Informationen, die wir von unseren Freunden aus Großbritannien haben, so eindeutig, dass wir einfach keine andere plausible Erklärung dafür finden“.

  329. 329 Krim 05. April 2018 um 22:58 Uhr

    Nestor: Es ist immer ein bisschen schwierig, auf „verstehe ich nicht“ zu antworten, wenn du nicht dazuschreibst, was du nicht verstehst. Denn ich versteh den Satz ja.

    Gemeint war, dass der Journalist die Wahrheit einfach umdreht und der Gegenseite vorwirft. Dem Westen ist ja letztlich egal, wer den Anschlag verübt hat, weil es drum geht Russland anzupissen. Der Journalist meint aber Russland wäre der Hort der Lügen. Lanciert Desinformationskampagnen, versucht weiszumachen, dass es keine belastbaren Tatsachen mehr gibt. Das ist eine Variation von: „Was der eigenen Herrschaft zugestanden wird, wird, der fremden abgesprochen.“

    „Was die Frage der Beweislage angeht, sind die Informationen, die wir von unseren Freunden aus Großbritannien haben, so eindeutig, dass wir einfach keine andere plausible Erklärung dafür finden“.

    Da könnte ja man ja mal einwenden. Ja dann zeigt mal eure Beweise her. Vielleicht seid ihr einfach zu beschränkt, um auf andere plausible Erklärungen zu kommen.

    Das machen sie nicht. Würden sie die „Beweise“ öffentlich machen, hätten sie sich gar nicht auf Plausibilitäten berufen. Plausibel ist vieles. Also ist die Schuld Russlands eine Verkündigung, ein hoheitliches Dogma, das verkündet wird, wie wenn der Papst verkündet, das Maria Jungfrau war. Das ist keine These und nicht da zur Überprüfung, sondern ein dekretierter Glaubenssatz.

  330. 330 Nestor 06. April 2018 um 8:23 Uhr

    @Krim

    Ich konnte dem Artikel im Spiegel nicht entnehmen, daß Rußland vorgeworfen wird, daß die „hoheitlichen Setzungen“, also die Deutungshoheit über Wahrheit und Wirklichkeit, von ihm ausgehen.

    Sondern der Vorwurf ist, daß es sich denen des Westens nicht unterwirft.

  331. 331 Krim 06. April 2018 um 9:34 Uhr

    Erstens behauptet der Westen ja gar nicht, dass er hoheitliche Feststellungen von sich gibt. Dann hätte er ja schon die halbe Wahrheit eingestanden. Bei denen wird das in Kategorien von Lüge, Desinformation, oder andererseits Tatsachen, Fakten Wahrheit abgehandelt. Bei Russland auch, das den Anstand beim Westen vermisst. Lügen tut immer die Gegenseite und die eigene spricht die Wahrheit. Spon macht das im Zitat auch:

    „Es geht um die grundsätzliche Frage, wie der Westen einem Land gegenübertritt, das mit Desinformationskampagnen wie bei der Krim-Annexion, dem Krieg in der Ostukraine oder dem Abschuss des Passagierflugzeugs MH17 weiszumachen versucht, es gebe keine belastbaren Tatsachen mehr.“

    Und da fiel mir eben auf, dass in den angeführten Beispielen gerade der Westen mit Desinformation, Verschweigen, verdrehen von Tatsachen geglänzt hat.

    Dass sich Russland dem Westen nicht unterwirft, mag die Triebkraft dieser Vorwürfe sein, aber so platt wird das natürlich nicht ausgesprochen, sondern in der Form wie im Zitat.

  332. 332 Nestor 06. April 2018 um 10:23 Uhr

    Es ist vielleicht das Vokabular, mit dem ich mir schwer tue. Was heißt z.B. „belastbare Tatsachen“? Daß das, was behauptet wird, auch einer Überprüfung standhalten soll? Also die Erfindungen glaubhaft sein sollen?

    Fromme Wünsche von Manipulatoren, was anderes fällt mir dazu nicht ein. Die vor Wut schäumen, wenn sie mit ihren Fake News nicht durchkommen.

    Jetzt sollen sich die Vergiftungsopfer wieder erholt haben. Ich bin neugierig, was die Tochter erzählt. Die britischen Behörden haben ja keine russischen Botschaftsangehörigen zu ihr vorgelassen. Jetzt kommt angeblich eine Verwandte aus Rußland, um ihre Heimreise zu organisieren.

    Weil der Fall immer wieder erwähnt wird, noch eine Rückerinnerung zur Litvinenko-Geschichte:
    http://www.alanier.at/Litvinenko.html

    und an Beresowskis Ende:
    http://nestormachno.blogsport.de/2013/03/26/hangmen-also-die/

    – wobei ich den letzten Satz dahingehend revidieren möchte, daß der Gerichtsmediziner die Frage offen gelassen hat, ob sein Tod Mord oder Selbstmord war.

  333. 333 Krim 06. April 2018 um 13:32 Uhr

    Belastbare Tatsachen sind Tatsachen, keine Erfindungen. Tatsachen sollen Tatsachen sein und nicht zu Erfindungen verkommen, die man bloß als Tatsache behauptet.

  334. 334 NN 06. April 2018 um 15:45 Uhr

    USA verhängen Sanktionen gegen Kreml-nahe Milliardäre

    Das US-Finanzministerium verhängt Sanktionen gegen zahlreiche russische Oligarchen, die dem Kreml nahe stehen sollen. Darunter ist auch Oleg Deripaska, dessen Regierungskontakte jüngst ein Escort-Girl öffentlich gemacht hatte.

    „Finanzminister Steven Mnuchin begründete die neuen Sanktionen nicht mit konkreten Vergehen, sondern mit Russlands „bösartigen Tätigkeiten“. Es gehe darum, Moskau für die Gesamtheit seiner Aktivitäten zu bestrafen, einschließlich der Annexion der Krim, der Unterstützung des syrischen Regimes und Versuchen, die westliche Demokratie zu untergraben.“

    Eine unmissverständliche Auskunft darüber, dass es im Verhältnis zu Russland nicht mehr um „konkrete Vergehen“ geht, sondern die Existenz und Politik dieser störrischen „Regionalmacht“ längst ein einziger Verstoß gegen maßgebliche Interessen der berufenen Weltordner *ist*, quasi ein (modifizierter) System-Gegensatz 2.0. Und in dem ist offenkundig wieder jedes Mittel recht, weil bzw. so lange die westliche Deutungshoheit der „sovereign facts“ so unerschütterlich ist. (Vgl. die Kontraste-Sendung)

    Oder mit den Worten der UN-Botschafterin der USA:

    „In den USA habe es politische Differenzen gegeben, ob Russland „unser Freund oder nicht“ sei.

    „Das ist ein falsche Frage, weil Russland nie unserer Freund sein wird“, sagte Haley.

    Dies bedeute aber nicht, „dass wir mit ihnen (den Russen – Anm. d. Red.) nicht arbeiten wollen.“

    „Wir arbeiten mit ihnen, wenn wir dies brauchen, und schlagen zu, wenn wir dies benötigen. Genau so muss es sein“, präzisierte sie.

    Anfang Februar hatte Haley bereits erklärt, dass Russland kein Freund von den USA sei. „Es gibt viele Dinge, an denen wir weiter zusammen arbeiten können, und wir werden dies tun, wo wir es können. Aber Russland … wird nicht unserer Freund, solange sich seine Regierung an seine aktuellen Werte hält und sich in der Weltarena wie jetzt benimmt“, sagte sie damals.“

    Giftaffäre: Russland entkräftet britische Darstellung vor der Uno

    Der russische UN-Botschafter Wassili Nebensja hat in einer Dringlichkeitssitzung des Weltsicherheitsrats zum Fall des vergifteten russisch-britischen Ex-Doppelagenten Sergej Skripal auf Widersprüche und Unklarheiten in der britischen Darstellung verwiesen.

    Sergej Skripal geht es deutlich besser

    Nachdem Julija Skripal verkündete, es gehe ihr jeden Tag besser, gibt es nun auch gute Neuigkeiten von ihrem Vater: Sergej Skripal ist laut seinen Ärzten nicht mehr in kritischem Zustand.

    Skripal nicht mehr in kritischem Zustand

    Der Anfang März vergiftete russische Ex-Spion und Überläufer Sergej Skripal befindet sich nach Angaben der Agentur Reuters nicht mehr in einem kritischen Zustand.

    „Skripal-Giftlabor in Russland“ – Britische Medien verstricken sich in Widersprüche

    In der Giftaffäre um Sergej Skripal kommen aus Großbritannien widersprüchliche Berichte: Nach dem Befund der Giftgasexperten, dass keine russische Spur nachweisbar sei, wollen Medien doch exklusiv ein „russisches Labor“ identifiziert haben, aus dem das Gift für den Anschlag auf den Ex-Spion stammen soll. Dabei nennen sie ganz verschiedene Orte.

    Verteidigungspolitiker: Russland hat jetzt keine Chemiewaffenlabors mehr

    „Rezidiv?“: Russischer Politiker zweifelt an Realität von Skripal-Vergiftung

    Der Chef des Ausschusses für Informationspolitik im russischen Föderationsrat (Parlamentsoberhaus), Alexej Puschkow, hat via Twitter die jüngsten Aussagen der in Großbritannien vergifteten Julia Skripal kommentiert.

    „Wichtige Zeugen eliminiert“: Sacharowa zu Info über Tod der Haustiere von Skripal

    Die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa hat die in Medien aufgetauchte Information über den Tod von Haustieren im Haus des vergifteten Ex-Doppelspions Sergej Skripal kommentiert.

    Chinas Verteidigungsminister schickt in Moskau einzigartige Botschaft an USA

    Eine Erklärung des chinesischen Verteidigungsministers Wei Fenghe in Moskau ist zu einer Sensation geworden. Vor dem Hintergrund der Attacken durch den Westen schlossen sich Russland und China noch enger zusammen, schreibt die Zeitung vz.ru am Freitag.

  335. 335 Nestor 07. April 2018 um 9:37 Uhr

    @Krim

    Na ja, das Vokabel „belastbar“ sagt schon aus, daß mit den Tatsachen was faul ist, wenn man ihre „Belastbarkeit“ fordert.

  336. 336 Krim 07. April 2018 um 12:28 Uhr

    Das sollte damit ja ausgedrückt sein. Den Russen wird vorgeworfen ihre Ansicht sei, es gäbe keine belastbaren Tatsachen mehr. Das heißt es gäbe nur noch Tatsachen, die nicht belastbar also faul sind. Oder anders: Den Russen wird vorgeworfen, dass sie meinen würden, man solle sich daran gewöhnen, dass alle Tatsachen faul sind.

    @NN:

    Eine unmissverständliche Auskunft darüber, dass es im Verhältnis zu Russland nicht mehr um „konkrete Vergehen“ geht, sondern die Existenz und Politik dieser störrischen „Regionalmacht“ längst ein einziger Verstoß gegen maßgebliche Interessen der berufenen Weltordner *ist*, quasi ein (modifizierter) System-Gegensatz 2.0. Und in dem ist offenkundig wieder jedes Mittel recht, weil bzw. so lange die westliche Deutungshoheit der „sovereign facts“ so unerschütterlich ist. (Vgl. die Kontraste-Sendung)

    Sehe ich auch so.

  337. 337 Nestor 07. April 2018 um 18:26 Uhr

    @Krim

    Den Russen wird vorgeworfen ihre Ansicht sei, es gäbe keine belastbaren Tatsachen mehr.

    Ich vermute, du beziehst dich hier auf diesen Satz im Spiegel-Artikel:

    „Es geht um die grundsätzliche Frage, wie der Westen einem Land gegenübertritt, das mit Desinformationskampagnen wie bei der Krim-Annexion, dem Krieg in der Ostukraine oder dem Abschuss des Passagierflugzeugs MH17 weiszumachen versucht, es gebe keine belastbaren Tatsachen mehr.“

    Hier ist das nicht etwas, was Rußland verkündet, sondern was der Spiegel ihm unterschiebt.

    Die ganze Ausdrucksweise ist sehr eigenartig, aber die Wortschöpfung „belastbare Tatsachen“ geht meinem Verständnis nach nicht von Rußland aus.

  338. 338 Nestor 08. April 2018 um 10:20 Uhr

    Die Wahrheit über die Cambridge Analytica-SCL
    Psychologische Operationen des britischen und amerikanischen „Staates im Staat“
    https://www.wsws.org/de/articles/2018/03/28/camb-m28.html

  339. 339 NN 08. April 2018 um 11:49 Uhr

    Warum verweigert London Visum für Viktoria Skripal? – Botschaft Russland

    Die russische Botschaft in London hat die Ablehnung einer Visumsausstellung für die Cousine von der in Salisbury vergifteten Julia Skripal, Viktoria Skripal, kommentiert. Das teilte ein Vertreter der Botschaft gegenüber Sputnik mit.

    Wie Julia Skripal britische Pläne zu Verleumdung Russlands durchkreuzt – Medien

    Der Zustand der Tochter des Ex-Doppelagenten Sergej Skripal, Julia Skripal, hat sich derzeit verbessert. Die Frau ist beinahe bereit, das Krankenhaus zu verlassen. Mit ihrer Genesung gerät die offizielle Version Londons zum vermeintlichen Giftanschlag von Salisbury immer mehr ins Wanken, schreibt der russische Sender „Swesda“.

    TomGard: Update zu Julia Skripal

  340. 340 Krim 08. April 2018 um 12:18 Uhr

    „Hier ist das nicht etwas, was Rußland verkündet, sondern was der Spiegel ihm unterschiebt.“

    Ja, Nestor. Ich habe das schon verstanden. „Den Russen wird [vom Spiegel] vorgeworfen ihre Ansicht sei, es gäbe keine belastbaren Tatsachen mehr.“

  341. 341 NN 08. April 2018 um 15:22 Uhr

    Die Abseiler
    Die Anklage Russlands durch die britische Regierung sollte Teil eines Schauprozesses werden. Doch jetzt bekommen einige kalte Füße

    Von Reinhard Lauterbach

    „Von einer einmal geäußerten steilen These kommt man hinterher schwer wieder herunter. Die jüngsten Erklärungen der britischen Regierung zum Thema Skripal sind beispielhaft dafür. Da fordert Russland eine gemeinsame Untersuchung des Vorfalls und – endlich – das, was in jedem ordentlichen Strafprozess selbstverständlich ist: dass dem Beschuldigten die Beweise vorgelegt werden, die die Anklage gegen ihn in der Hand zu haben behauptet. Aber gleich merkt man: Dies ist nicht nur deshalb kein ordentlicher Strafprozess, weil es so etwas im internationalen Recht vom Prinzip her nicht gibt und nicht geben kann. Es fehlt nämlich der überstaatliche Souverän, der solches Recht durchsetzen könnte. Es ist auch nicht einmal ein ordentlicher Prozess, der Russland im selbsternannten Mutterland des Rechtsstaates gemacht werden soll. Es soll ein Schauprozess werden. Also erklärt Britanniens Außenminister Boris Johnson das russische Ansinnen für ein »unverschämtes Ablenkungsmanöver«. So etwas kenne man von diesem Verdächtigen ja schon. »Vorverurteilung« ist das mindeste, was einem halbwegs geschulten Liberalen hierzu einfallen müsste. Tut es aber nicht. Der »Westen« einschließlich der Bundesregierung hält die offizielle britische Version weiterhin für die »wahrscheinlichste« und »plausibelste«. So kann man Unwissen in der Sache auch formulieren. Anders gesagt: Es werden dünne Socken über kalte Füße gezogen.

    Letztere bekommen unterdessen offenbar auch einige in Großbritannien. So erklärte der Leiter des dortigen Biowaffenlabors in Porton Down, seine Dienststelle könne nur feststellen, dass der Stoff, mit dem Sergej und Julia Skripal vergiftet wurden, von einer Raffinesse gewesen sei, wie sie nur staatliche Akteure zustande bekämen. Ob der Stoff aber aus Russland gekommen sei, wisse er nicht. Dies herauszufinden, sei auch nicht die Aufgabe seiner Leute gewesen. Solche Bewertungen seien Aufgabe der Regierung – mit anderen Worten: Die Anklage ist Politik. Schön auch die treuherzige Versicherung: »Diese Substanz kommt nicht von uns und hat unsere Mauern nie verlassen.« Was soll man denn jetzt eigentlich glauben? Nie produziert oder immer schön unter Verschluss gehalten?

    Wie gesagt: »Nowitschok« ist seit Mitte der neunziger Jahre im Prinzip bekannt. Damals war nämlich der sowjetische Militärforscher Wil Mirsajanow von den USA abgeworben und mit einem Job versorgt worden – um sein Wissen über den Kampfstoff unter Kontrolle zu haben. Schwer vorstellbar, dass er es nicht mit seinen neuen Brötchengebern geteilt hätte. 2008 veröffentlichte er die Formel auch im Detail; der Rest ist Technologie. Muss man noch einmal daran erinnern, dass bei der »Sanierung« des sowjetischen Chemiewaffentestgeländes in Usbekistan in den Neunzigern die USA eine »helfende Hand« gereicht haben, wie schon vor Jahren die New York Times schrieb? Oder daran, dass in den Neunzigern an der Entwicklung beteiligte russische Wissenschaftler »Ampullen« von Nowitschok »für Dollars verkauft« haben, wie nicht etwa ein »Kremltroll« schrieb, sondern die liberale Moskauer Nowaja Gaseta? Dass mit einem Wort Nowitschok seit 20 Jahren auf dem Markt ist und der Umstand, dass es irgendwann einmal in der Sowjetunion erfunden wurde, nicht beweist, dass die den Skripals angeblich verabreichte Dosis jetzt auch aus Russland kam? Und, mal ganz zynisch gefragt: Warum haben sie den vermeintlichen Anschlag überhaupt überlebt, wo sie doch mit einer der tödlichsten Substanzen überhaupt professionell vergiftet worden sein sollen?

    Was bleibt, sind Ablenkungsmanöver. Im Sicherheitsrat erklärte die britische UN-Botschafterin auf russische Vorhalte, sie »höre sich keine Moralpredigten von einem Land an, das Ermittlungen gegen syrische Chemiewaffen verhindert habe«. Selber Lügner, sagt der beim Lügen Ertappte. Und nicht einmal das stimmt. Russland hat Syrien 2013 veranlasst, seine Chemiewaffen zur Vernichtung abzugeben und damit dem Westen einen Kriegsvorwand aus der Hand geschlagen. Das ist es, was in London weh tut.“

  342. 342 NN 08. April 2018 um 19:05 Uhr

    TomGard: There we are …

    Der Preis des – vorläufigen – Überlebens:

    „Sergei and Yulia Skripal will be offered new identities and a new life in America in an attempt to protect them from further murder attempts.

    Intelligence officials at MI6 have had discussions with their counterparts in the CIA about resettling the victims of the Salisbury poisoning. “They will be offered new identities,” a senior Whitehall figure said.

    Senior sources revealed both victims were conscious and would soon begin helping investigators with their inquiries into the nerve agent attack on March 4. Yulia, 33, a Russian citizen, has rejected demands by the Russian embassy in London that it provides her and her father with consular support — a move that has convinced British officials she might move to the West permanently.“

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    Und:

    „The Novichok timebomb: Nerve agent used to poison former Russian spy and his daughter was specially designed to take four hours to kill (!) them so their assassins could flee Britain.“

    („Security sources told The Mail on Sunday“)

    „Damit sie nichts mehr sagen“ – Parlamentarier zu Skripals möglicher Ausreise in USA

    Die mögliche Ausreise des Ex-Doppelagenten Sergej Skripal und seiner Tochter Julia in die USA zielt darauf ab, die Opfer zu verstecken, damit sie kein Wort mehr sagen. Dies erklärte der Vizechef des Verteidigungs- und Sicherheitsausschusses des russischen Föderationsrates, Franz Klinzewitsch, am Sonntag in Moskau.

    „Zuvor hatte die Zeitung „Sunday Times” unter Berufung auf eine Quelle in der britischen Regierung berichtet, dass der ehemalige russische Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julia nach ihrer Genesung mit neuer Identität in den USA leben könnten. So sollten sie vor weiteren Mordversuchen geschützt werden, so die Argumentation der Quelle.

    „Offensichtlich haben die Ermittler im beispiellosen skandalumwitterten Fall Skripal, sofern man sich auf die Informationen der Sunday Times verlassen kann, entschieden, die uralte Formel: keine Person — kein Problem — zu ändern. Ihre Absicht besteht darin, das Opfer „untertauchen“ zu lassen, damit es nichts mehr sagt, und gleichzeitig die Spekulationen um den Fall so lange wie möglich fortsetzen. Skripal brauchen sie einfach nicht — weder lebendig noch tot“, schrieb Klinzewitsch auf Facebook.“

    Skripals Nichte will vor Scotland Yard aussagen

    Die Nichte des ehemaligen britischen Spions Sergej Skripal, Viktoria, hat sich in einem Interview mit der Zeitung „The Sunday Telegraph“ bereit erklärt, Aussagen gegenüber der britischen Polizei zu machen. Sie ist überzeugt, dass ihre Cousine vor allem nach Russland zurückkehren will.

  343. 343 Nestor 09. April 2018 um 7:31 Uhr

    Irgendwie nimmt das ganze eine fast kabaretthafte Wendung.
    War es am Ende doch eine simple Lebensmittelvergiftung?
    Die britische Küche hatte ja nie einen besonderen Ruf …

    Aber eine internationale Krise auszurufen, weil man die eigene Gastronomie nicht im Griff hat – dafür gehörte die britische Regierung ins Guiness Buch der Rekorde.

    Auch die Giftfabrik in Porton Down und MI6 schauen nicht gut aus in der Angelegenheit.

    In Wirklichkeit ist die Geheimwaffe Großbritanniens für biologische Kriegsführung Jamie Oliver mit seinen Kochbüchern. Da muß man dann etwas Novitschok in die Rezepte mischen und sie im Feindesland verbreiten.

    Das mit der neuen Identität und Verfrachtung in die USA wird auch nicht so einfach gehen. Offenbar sind die Vergiftungsopfer wieder im Besitz ihrer geistigen Fähigkeiten und können nicht so einfach gegen ihren Willen in ein anderes Land verschleppt werden.

    Die Zeiten, als jeder aus Rußland um jeden Preis in den Goldenen Westen wollte, sind auch definitiv vorbei.

  344. 344 Nestor 09. April 2018 um 8:56 Uhr

    A ja, und wo ist hier die bekannte Freie Presse? Warum stehen sie nicht Schlange für ein Interview mit den inzwischen wieder genesenen Vergiftungsopfern? Guardian, Observer, Independent, wo seid ihr?
    Oder irgendein internationales Blatt, warum will es nicht das Rennen machen: „1. Exklusiv-Interview mit Julia Skripal!“ –?

  345. 345 Krim 09. April 2018 um 11:57 Uhr

    LOL. Ja. Von Anfang hat die Geschichte dieses Potential gehabt zur Realsatire zu werden. Stellt euch vor die Beiden wachen auf und erzählen der Presse, sie hätten was schlechtes gegessen. So wie der alte Witz: Das letzte der 10 Biere muss schon schlecht gewesen sein.

    „Die Zeiten, als jeder aus Russland um jeden Preis in den Goldenen Westen wollte, sind auch definitiv vorbei.“ Ja. Mal sehen wie es weitergeht.

    Regierung deutet Antrag auf Touristenvisum in Einwanderungsantrag um

    Die britische Regierung verweigerte Viktoria Skripal die Einreise mit der Begründung, der Antrag erfülle nicht die erforderlichen Formalitäten für eine Einwanderung. Doch es liegt auf der Hand, dass es sich in diesem Fall lediglich um den Antrag auf ein Touristenvisum, nicht um einen Einwanderungsantrag handelt, den die Angehörige des mutmaßlichen Vergiftungsopfers eingebracht hatte.

  346. 346 Krim 09. April 2018 um 16:15 Uhr

    Wer es noch nicht kennt. Ich kannte die Linksammlung noch nicht:
    Infos zum Fall Skripal

    Obwohl recht bald nach dem Vorfall in Meldungen von einem Nervengift die Rede war, dauerte es fast eine Woche, bis Public Health England (Regierungsbehörde innerhalb des Gesundheitsministeriums, A. d. Ü.), für jene Menschen, die am Tag des Anschlags die Kneipe The Mill oder das Restaurant Zizzi in Salisbury besucht hatten, Empfehlungen ausgab. Warum diese Verzögerung, und stellte diese eine Gefährdung der Bevölkerung dar?

    In ihren Empfehlungen erklärte Public Health England, dass Menschen, die jene Plätze besucht hatten, wo offensichtlich Spuren eines militärisch anwendbaren Nervengases gefunden worden waren, ihre Kleidung waschen sollten und: „persönliche Dinge wie Telefone, Handtaschen oder andere elektronische Geräte mit Feuchtigkeits- oder Babytüchern abwischen und diese dann im Hausmüll entsorgen sollten.“ Gelten Babytücher als eine wirkungsvolle und sichere Methode, mit Objekten umzugehen, die möglicherweise mit „militärisch verwendbaren Nervengasen“ verseucht wurden, vor allem wenn sie fünf- bis achtmal tödlicher als VX sind?

  347. 347 Nestor 09. April 2018 um 17:23 Uhr

    Das Erschreckende ist, daß die Leute, die solchen Unfug verzapfen, die Geschicke des Landes bestimmen, und an roten Knöpfen für Massenvernichtungswaffen sitzen.

  348. 348 Krim 09. April 2018 um 18:50 Uhr

    Das hat das Niveau von Duck an cover! aus dem 50ern.

  349. 349 NN 10. April 2018 um 11:03 Uhr

    Julija Skripal aus Krankenhaus entlassen

    Wochenlang musste sie sich nach dem Nervengiftangriff medizinisch behandeln lassen, nun konnte Julija Skripal das Krankenhaus verlassen. Auch ihr Vater mache „guten Fortschritt“, hieß es.

    Fall Skripal: London will alle wichtigen Indizien zerstören – russische Botschaft

    Ein Vertreter der russischen Botschaft in London hat gegenüber Sputnik die Versuche Großbritanniens kommentiert, wichtige Beweise im Fall Skripal zu vernichten.

  350. 350 NN 10. April 2018 um 18:08 Uhr

    Möglicher Umzug von Skripals: Russische Botschaft spricht von Entführung

    Ein möglicher geheimer Umzug des in Großbritannien vergifteten Ex-Doppelagenten Sergej Skripal und seiner Tochter Julia kann laut dem Sprecher der russischen Botschaft in London als Entführung der russischen Staatsbürger eingestuft werden.

    Russischer Botschafter in Bern: Skripal-Kampagne „von langer Hand geplant“

    Moskau ist bereit, aus der aktuellen Eskalationsspirale im Verhältnis zum Westen auszusteigen. „Wir sind bereit“, hat der russische Botschafter in der Schweiz, Sergej Garmonin, im Interview erklärt und hinzugefügt: „It takes two to tango.“ Er spricht mit Blick auf den Fall Skripal von einer von langer Hand geplanten Kampagne gegen Russland.

    USA bereiten Sanktionen gegen Russlands Staatsbanken und Schuldverschreibungen vor

    Der US-Kongress bereitet ein Paket von Sanktionen gegen Staatsbanken und staatliche Schuldverschreibungen Russlands vor. Das berichtet das russische Internetportal lenta.ru am Dienstag.

    AHK Russland: US-Sanktionen kosten deutsche Wirtschaft Milliarden

    Die am 6. April gegen Russland verhängten neuen US-Sanktionen können die deutsche Wirtschaft in den nächsten Jahren Milliarden Euro kosten. Dies geht aus einer Pressemitteilung der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK) hervor.

  351. 351 NN 10. April 2018 um 19:04 Uhr

    Ein Schlag ins Kontor
    US-Sanktionen lassen Moskauer Börse und den Rubel abstürzen. Gegenmaßnahmen angekündigt

    Von Reinhard Lauterbach

    „Die USA haben mit ihren am Freitag verkündeten neuen Sanktionen die Moskauer Börse auf Talfahrt geschickt. Der Leitindex RTS brach allein am Montag um 11,4 Prozent ein. Dabei erscheint dieser Wert noch gering, weil der Index in US-Dollar berechnet wird und der »Greenback« gleichzeitig gegenüber der russischen Währung anstieg. Der Kurs des Rubel sank seit Wochenbeginn um etwa zehn Prozent. Wertverluste verzeichneten auch die Notierungen russischer Unternehmen an westlichen Börsen.

    Washington hatte vergangene Woche neue Kontensperren und Geschäftsverbote für 25 Personen und 15 Unternehmen aus Russland verkündet. Unter den Betroffenen sind wieder Politiker und Spitzenbeamte sowie bekannte Oligarchen wie Oleg Deripaska oder Wiktor Wekselberg. Es traf auch Leute aus dem engeren Umfeld von Wladimir Putin wie seinen zeitweiligen Schwiegersohn Kirill Schamalow, der im Ölgeschäft tätig ist und als »Junior-Oligarch« das vergleichsweise bescheidene Vermögen von 1,2 Milliarden US-Dollar besitzen soll, oder Arkadi Rotenberg, den Sohn von Putins einstigem Judotrainer. Nicht einmal der Präsident des Fußballklubs Zenit St. Petersburg blieb verschont.

    Diese Auswahl zielt nicht darauf, dass Russland sofort seine Politik gegenüber den USA ändert und eine Weltordnung unter Dominanz der USA anerkennt. Vielmehr soll die Allianz von russischem Großkapital und der Regierung gesprengt werden. Die war von Putin in seiner ersten Amtszeit mittels Entmachtung und Enteignung des Ölmagnaten Michail Chodorkowski erzwungen worden. Damit sind die »unpolitischen« Privatisierungsgewinner wirtschaftlich nicht schlecht gefahren. Der russische Vorwurf, die USA wollten sich der Konkurrenz auf dem Weltmarkt entledigen, scheint etwas übertrieben, zumal sich die »Supermacht« auch ins eigene Fleisch schneidet: So bezieht der Luftfahrtkonzern Boeing erhebliche Teile seines Bedarfs an Aluminium und Titan aus Russland.

    Das russische Außenministerium kündigte Gegenmaßnahmen an und nannte die neuen Sanktionen »Banditentum«. Es verstoße gegen die Eigentumsrechte russischer Bürger, wenn ihnen ihre US-Konten gesperrt würden. Es ist einerseits bemerkenswert, wenn eine Regierung sich Sorgen um das Schwarzgeld ihrer Oligarchen macht. Andererseits kann nicht verwundern, was das Wirtschaftsportal Wedomosti am Dienstag meldete: Die Regierung arbeite an Plänen, im eigenen Land »Offshore-Zonen« zu schaffen, also Steuerparadiese. Eines solle im Gebiet Kaliningrad entstehen, ein anderes auf der Insel Russki an der Pazifikküste. Gedacht sind sie offenbar als »sichere Häfen« für russisches Auslandskapital, das die Besitzer angesichts der Sanktionen im Ausland nun heimholen könnten, ohne dass der Staat Fragen stellt oder Steuern verlangt. Auch Ausnahmen vom Arbeitsrecht scheinen erwogen zu werden.

    Noch ist nicht klar, ob die Pläne, die im Kreis um Ministerpräsident Dmitri Medwedew offenbar schon seit einigen Monaten geschmiedet werden, so umgesetzt werden, wie sie jetzt bekannt wurden. Politisch wäre das eine Kapitulation vor den Steuervermeidungsstrategien der Oligarchen. Deren »Patriotismus« stand immer unter dem Vorbehalt, dass er sie nichts kostete. Das hätte nicht nur fatale Folgen für die Glaubwürdigkeit von Appellen an Patriotismus und Zusammenhalt gegenüber der breiten Bevölkerung, es wäre vor allem ein Zeichen dafür, dass die Staatsmacht gegenüber ihren Lieblingsbürgern nervös wird. Genau darauf setzt die US-Taktik.“

  352. 352 Nestor 11. April 2018 um 9:51 Uhr

    Die letzten Sanktionen besiegeln eigentlich nur den Umstand, daß es gar nicht das andere System war, was den Westen an der SU gestört hat, sondern seine Fähigkeit, den imperialistischen Ambitionen der USA und Europas etwas entgegenzusetzen.

    Daß es das der Marktwirtschaft ergebene Rußland noch immer kann, ist eben das Ärgernis, was jetzt mit wirtschaftlichen und vielleicht auch militärischen Aktionen zunichte gemacht werden soll.

    Für die russischen Geschäftsleute heißt das: es nützt ihnen nichts, alle Finten der Geschäftemacherei erlernt und praktiziert zu haben – sie sind Untertanen der falschen Herrschaft, und werden enteignet und von westlichen Märkten vertrieben, so gut es eben geht.

  353. 353 Nestor 11. April 2018 um 10:28 Uhr

    Was die Skripals betrifft, so nehme ich an, ihre Tage sind gezählt. Lebend sind sie nur eine Gefahr für das ganze britische Lügengebäude.

  354. 354 NN 11. April 2018 um 10:54 Uhr

    @Nestor

    „Für die russischen Geschäftsleute heißt das: es nützt ihnen nichts, alle Finten der Geschäftemacherei erlernt und praktiziert zu haben – sie sind Untertanen der falschen Herrschaft, und werden enteignet und von westlichen Märkten vertrieben, so gut es eben geht.“

    Und genau diese Botschaft und deren absehbare Sprengkraft dürfte auch der Grund für die Aktion zum jetzigen Zeitpunkt sein, eine tickende Zeitbombe im Arsenal des Westens beim sich abzeichnenden Großangriff gegen die RF.

  355. 355 Michele 11. April 2018 um 13:26 Uhr

    So geht es also weiter: Moralische (Kriegs)mobilisierung: Gift-Angriff auf UK-Territorium – Begründung: „höchstwahrschenlich“,d h weil man so etwas nur den Russen zutraut; auf der Ebene der Wirtschaft: neue Wirtschaftssanktionen gegen RU, jetzt militärisch: US-Angriff auf Syrien nachdem US sich -siehe oben- dazu moralisch im Recht sieht trotz der Erklärungen RUs.
    Das testet den russischen Willen und die russische Fähgikeit, dem (militärisch und damit auf dem ‚finalen Gebiet‘ der Souveränität) etwas entegenzusetzen. Hält RU in irgendeiner Form dagegen: weitere Eskalation; hält RU sich zurück: Eingeständnis seiner Schwäche und moralisch sogar Schuld. Die Gründe spielen dann auch wieder keine Rolle, wo es um die Machtdurchsetzung geht.
    Da wird wieder mal nur „zurückgeschossen“, aber diesmal wird wissenschaftlich (SPON) unterstützt, warum Assad -mit Putins Schutz- der Sadist ist, der sich am Tot seines Volks erfreut.
    Oberwitz: Putin soll im US-Wahlkampf Trump unterstützt haben?
    Nur in (): (Das klingt nach Hitler-Stalin-Pakt, bei dem die bürgerliche Öffentlichkeit immer weiß: Die machten gemeinsame Sache, weil beide Despoten waren. -Die Wahrheit: Stalin war sich der unerbittlichen Feindschaft von Hitler-Deutschland bewusst, wollte aber Zeit gewinnen und die SU dadurch auf den bevorstehenden Krieg vorbereiten.)

  356. 356 Krim 11. April 2018 um 14:20 Uhr

    „Die letzten Sanktionen besiegeln eigentlich nur den Umstand, daß es gar nicht das andere System war, was den Westen an der SU gestört hat, sondern seine Fähigkeit, den imperialistischen Ambitionen der USA und Europas etwas entgegenzusetzen.“ Ja, so seh ich das auch.

    „Das testet den russischen Willen und die russische Fähgikeit, dem (militärisch und damit auf dem ‚finalen Gebiet‘ der Souveränität) etwas entegenzusetzen. Hält RU in irgendeiner Form dagegen: weitere Eskalation; hält RU sich zurück: Eingeständnis seiner Schwäche und moralisch sogar Schuld. Die Gründe spielen dann auch wieder keine Rolle, wo es um die Machtdurchsetzung geht.“ Genau.

    Ich weiß ja nicht wie es euch geht, aber die Lage ist beängstigend. Mindestens seit der Kubakrise dürfte das die weltkriegsträchtigste Lage sein, zumal beide Supermächte involviert sind.

  357. 357 NN 11. April 2018 um 14:33 Uhr

    @Nestor

    TomGard: Russische Regierung hat die Eliminierung Julia Skripals geduldet

    „Unter Berufung auf Insider hat die „Sun“ schon gestern mitgeteilt, Julia sei von bewaffneten Häschern auf einen militärischen Stützpunkt verbracht worden, wo sich Militärärzte ihrer annehmen werden.

    A source said of Yulia: ‘’She is in hospital on a military base for her own protection and to monitor her health.
    “The effects of this nerve gas are unknown and could resurrect themselves at any point.”

    Letzteres ist eine komplette Lüge.

    Andererseits sind die Risiken einer echten Vergiftung mit Nervengas – sie lag hier nicht vor, nach allem, was man wissen kann – wohl bekannt: Epileptische Anfälle, die im Einzelfall tödlich sein können. Das ist nicht der Beritt von Militärärzten und eine klinische Bewachung ist eine unnötige Vorsorge. Es gibt auch im UK eigens für solche Vorsorge ausgebildete Krankenbegleiter – wahrscheinlich etliche tausend. Umgekehrt können Militärärzte jederzeit ziviler Gerichtsbarkeit entzogen werden – anders, als die ärztliche Direktorin des Hospitals in Salesbury, Dr. Christine Blanchard oder von der Klinik bestellte Krankenbegleiter.

    Julia ist also entweder schon getötet worden, oder sie soll bei Bedarf jederzeit getötet werden können, etwa wenn sie dem MI6 die Zuarbeit verweigert. Im letzeren Fall ist sie aktuell der Folter ausgesetzt. Die russische Regierung schweigt dazu. Sie hat wichtigeres zu tun.

    Zugleich bleibt die OPCW im Fall Skripal stumm. Sie hatte Ergebnisse für den Anfang der laufenden Woche angekündigt.“

    @ Krim

    Mir geht’s genauso. „Kubakrise“ ist dazu das passende Stichwort. :-(

  358. 358 Krim 11. April 2018 um 14:36 Uhr

    Offenbar soll man sich ein Vergiftung so vorstellen wie eine Infektion, wo der Patient einen Rückfall erleiden kann. Tomgard bezeichnet das korrekt als „komplette Lüge“. So kann man dem dummen Publikum vorgaukeln, Julia Skripal sei es nur vorübergehend gut gegangen und sie sei dann denn Folgen der Vergiftung doch noch erlegen.

  359. 359 Hinweis 11. April 2018 um 20:01 Uhr

    Petra Erler listet aus einer regierungsnahen Option heraus (immerhin war sie Kabinetschefin des EU-Kommissars Verheugen) noch einmal einige der bizarren Merkwürdigkeiten um den Fall herum auf …

    https://www.euractiv.de/section/eu-aussenpolitik/opinion/der-fall-skripal-es-braucht-eine-entpolitisierung/

  360. 360 Nestor 12. April 2018 um 8:43 Uhr

    Na ja, zu der Behauptung: „Russische Regierung hat die Eliminierung Julia Skripals geduldet“ ist schon zu bemerken: Was hätte die russische Regierung tun sollen? GB den Krieg erklären und einmarschieren?

    Irgendwer hat das doch auch gesagt in Rußland: Wer sich den westlichen Geheimdiensten – oder überhaupt einem Geheimdienst – ausliefert, spielt eben mit seinem Leben. Das galt für Beresowski, für Litvinenko und eben auch für Sergej Skripal. Sie wissen zuviel und werden notfalls eliminiert. Im Falle Skripals gilt das auch noch für seine ganze Familie, wie es scheint.

    Was die angebliche Unterstützung Trumps im Wahlkampf durch Rußland angeht, so widerspricht das nicht dem Gehabe, das er heute an den Tag legt. Auch Ghaddafi unterstützte Sarkozy, noch weitaus deutlicher. So kann man sich täuschen!

    Für Trump steht auch viel auf dem Spiel. Wenn die Ermittlungen von Mueller weiterkommen, so droht ihm nicht nur ein Impeachment, sondern der Verlust seines ganzen Immobilien-Imperiums. Er ist also sehr erpreßbar.

    @Krim

    Ich glaube, jeder, der heute die Nachrichten verfolgt und nicht den Kopf in den Sand steckt, hat ein mulmiges Gefühl.

  361. 361 TomGard 12. April 2018 um 10:53 Uhr

    Ein bescheidener Vorschlag. Die russische Botschaft, oder noch besser Julia selbst, könnten einen solicitor (Notaranwalt) aus dem Telephonbuch wählen, der die Originalität der vom Yard verbreiteten Erklärungen „on behalf“ bestätigen und die Umstände nennen könnte, unter denen ihm erlaubt wurde, sich von deren Originalität zu überzeugen.

    „Was hätte die russische Regierung tun sollen? GB den Krieg erklären und einmarschieren?“

    Es ist schon erstaunlich, wie glatt die Kriegs- und Inquisitionskultur auf ihre nominellen Gegner durchschlägt.

  362. 362 Nestor 12. April 2018 um 12:55 Uhr

    Rußland hat im Inland einen Kriminalfall wegen Anschlags auf eine ihrer Bürgerinnen im Ausland eröffnet und London der Entführung einer russischen Staatsbürgerin bezichtigt.

    Ich bezweifle, daß beim derzeitigen Stand der Dinge die Beiziehung eines „solicitors“ sehr viel bringen würde. Abgesehen davon halte ich es für möglich, daß das auch von russischer Seite versucht wurde. Man darf aber nicht vergessen, daß 1. das Botschaftspersonal durch die Ausweisungen stark reduziert wurde und man 2. einen Anwalt finden müßte, der bereit ist, sich in dieses Wespennest zu setzen.

    Eine Frage, die angesichts der Gleichschaltung der Medien durchaus zu stellen ist.

  363. 363 TomGard 12. April 2018 um 13:19 Uhr

    „Abgesehen davon halte ich es für möglich, daß das auch von russischer Seite versucht wurde.“

    Exactly. Tatsächlich weiß ich von John Helmer, dem ich in diesem Punkt vertraue, daß der Versuch gemacht wurde. Helmer ist auf diesen Punkt allerdings nicht zurück gekommen.

    Der Witz an der Geschichte ist, daß wir über Verlauf und Ausgang dieser Initiative nichts wissen müssen, weil Erfolg und Scheitern auf dasselbe hinaus läuft, falls Julia überhaupt noch lebt: Entweder unter Druck, oder aus freiem Willen kommt Julia weder der britischen Anklage in die Quere, noch gibt sie die Verräterin an Russland und die russische Seite hat entschieden, die Sache gegenüber der Öffentlichkeit in dieser Schwebe zu belassen, indem sie vorgibt, nichts weiter getan zu haben, als sich beschweren, und nichts weiter zu wissen.

    Das ist das ausführlich vorgestellte Argument im Zusammenhang meiner Blogveröffentlichungen. Man muß das nicht so auffalten, um zu erkennen, es liegt ein russischer Beitrag zur britischen Gesichtswahrung vor.

  364. 364 Nestor 12. April 2018 um 14:17 Uhr

    Es ist einmal zur Kenntnis zu nehmen, daß Rußland in dieser Frage nicht viele Möglichkeiten hat.

    Russische Botschaftsangehörige wurden zu den Skripals nicht vorgelassen.
    Die beiden werden offensichtlich an jeder Kontaktnahme mit der Außenwelt gehindert.
    Sie konnte mit ihrer Kusine in Rußland nur telefonieren, weil ihr offenbar jemand im Krankenhaus ein Handy zur Verfügung gestellt hat. Wer weiß, was diese Person jetzt deshalb für Scherereien hat.
    Die Kusine darf nicht nach Großbritannien einreisen. Sie kriegt kein Visum von den britischen Behörden.

    Das Verhalten der Medien macht offensichtlich, daß jeder, der sich den britischen Behörden und der offiziellen Version der Ereignisse in den Weg stellt, ins Visier des Geheimdienstes kommt und seines Lebens nicht mehr sicher ist.
    Auch die Opposition wird unter Druck gesetzt. Die Labour-Party ist sowieso in einen Pro-Corbyn-Flügel und einen Anti-Corbyn-Flügel gespalten. Auch an ihrem Verhalten merkt man, daß sie eine offene Konfrontation nicht wünscht, weil sie sich damit gegen das ganze politische Establishment stellen würde. Die sind ja auch keine Heiligen und wollen ihre Jobs und ihre Existenz nicht verlieren.

    Mich erinnert das an die Burgfriedenspolitik der SPD beim Ausbruch des I. Weltkriegs. Hätte sich die Partei gegen den Krieg gestellt, so wäre die SPD sofort verboten worden und Tausende von Journalisten (angeblich hatten die 30.000 Journalisten bei x Publikationen) sowie jede Menge Parteifunktionäre wären auf der Strasse gestanden.

    So. Wenn du dir anschaust, was derzeit in GB an Gleichschaltung passiert und wie gegen Rußland Stellung bezogen wird, so ist es doch absurd, zu sagen: die Russen legen die Hände in den Schoß und schauen, wie ihre Staatsbürgerin abgemurkst wird.

    Die ersten, die ein Interesse daran hätten, das zu verhindern und sie zurück nach Rußland zu holen, ist doch das offizielle Rußland! Und nicht aus Menschenliebe oder aus Interesse am Schutz ihrer Bürger, sondern um die ganze Montage zu zerstören.

  365. 365 TomGard 12. April 2018 um 14:45 Uhr

    Interesse kommt von inter-esse, dabei sein, verwickelt, verwoben sein ein Eigen-tum an einer Sache geltend machen.

    Für „die ganze Montage zu zerstören“ ist ein russisches Interesse folglich nach deiner eigenen Argumentation nicht erhältlich.

    Anders herum deucht es mir, mit Verlaub, absurd daß du schreibst: „nicht aus Interesse am Schutz ihrer Bürger“. Was konstituiert Kapitalismus in der Phase imperialistischer Öffnung der Märkte? Ja, eine Notwendigkeit (militärisch oder ökonomisch) zwischenstaatlicher Geschäfte, deren Schutz zu einem beträchtlichen Teil mit dem Schutz von Staatsbürgern im Ausland identisch ist.

    Hingesagt: Julia Skripal ist ein Menschenopfer des Imperialismus und aus der Sicht russischer Interessen auf jeden Fall (edit:) wert, zum Bauernopfer genommen zu werden – ob wir nun diagnostizieren, sie sei eines, oder nicht.

  366. 366 Nestor 12. April 2018 um 17:03 Uhr

    Warum? Rußland hat nix davon.

  367. 367 NN 12. April 2018 um 18:09 Uhr

    Moskau weist OPCW-Bericht zurück, London fordert Konsequenzen

    Russland ist empört, Großbritannien beantragt eine Sitzung des Uno-Sicherheitsrates: Nachdem die OPCW-Ermittler ihre Erkenntnisse im Fall Skripal veröffentlicht haben, gehen die Reaktionen weit auseinander.

    „Russische Herkunft“ von Nervengift: Deutsche Leitmedien stellen sich bloß

    Die OPCW hat heute ihre Untersuchungsergebnisse zum „Fall Skripal“ veröffentlicht. Gleich darauf titelten deutsche Leitmedien, die Organisation habe die „russische Herkunft“ des Gifts bestätigt. Dabei kommen im ganzen OPCW-Bericht die Wörter „Russland“ bzw. „russisch“ gar nicht vor. Wissen die deutschen Journalisten etwas, was die OPCW nicht weiß?

    TomGard: Der zusammenfassende Bericht der OPCW zum Fall Skripal bestätigt Zweifel an der britischen Darstellung

  368. 368 NN 13. April 2018 um 12:25 Uhr

    Deutsch-russische Beziehungen – Maas für mehr Härte gegen Moskau

    „Russland agiert leider zunehmend feindselig“: Außenminister Heiko Maas verschärft im SPIEGEL die Tonlage gegenüber Moskau – und geht damit auf Distanz zu seinen Vorgängern.

    Russlands Botschaft erinnert Pompeo an Washingtons „Verdienste“

    Die Botschaft Russlands in den USA hat die Worte des designierten US-Außenministers Mike Pompeo über „Moskaus Einmischung“ in die amerikanischen Wahlen kommentiert.

    Russland erwägt Strafpaket gegen die USA

    Verhängt Moskau einen Importbann gegen Software und Agrargüter aus den USA? Russische Parlamentarier diskutieren bereits ein Gesetz, das eine Antwort auf die jüngsten Sanktionen Washingtons enthalten soll.

    Skripal-Affäre: Angeblicher Mitentwickler von Nervengift nennt dessen schwache Stelle

    Der mutmaßliche Miterfinder des Nervengifts „А234 Nowitschok“, Wil Mirsajanow, hat am Freitag in einem Interview mit dem Rundfunksender „Kommersant FM“ die Untersuchungsergebnisse der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) zum „Fall Skripal“ kommentiert.

  369. 369 Nestor 13. April 2018 um 15:57 Uhr

    Diese OPCW ist ein Papiertiger, so wie es aussieht. Sie wird von Staaten beschickt, die selber Chemie-Waffen herstellen und kann nur das beurteilen, was ihr die untersuchten Staaten auch zeigen.

    Wenn diese Organisation also Rußland zugestanden hat, alle Chemiewaffen vernichtet zu haben, so hat das wenig Wert, weil alle wissen, daß Rußland natürlich nicht alle Arsenale hergezeigt haben muß.

    Genauso erscheint es mir mit diesem Skripal-Bericht zu sein. Sie haben frisierte Ergebnisse vorgelegt bekommen. Die Original-Blutproben sind sicher genauso wie die Skripal’schen Haustiere verschwunden oder abgelaufen oder sonstwas, und die OPCW-Kommission kriegt etwas vorgelegt, wo schon MI6- und Porton Down-Experten ihre Interpretation hingeschrieben haben.

    Sie haben, so weit ich es dem Internet entnehme, bei weitem nicht die Aktionsmöglichkeiten wie z.B. die seinerzeitigen Inspektoren im Irak.

  370. 370 NN 13. April 2018 um 16:49 Uhr

    Fall Skripal: Moskau wird „interessante Momente“ aus OPCW-Bericht publik machen

    Russland beschäftigt sich weiter mit der Analyse des Berichts der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) im Fall des vergifteten russischen Ex-Spions Sergej Skripal und dessen Tochter. Moskau wird laut dem russischen Außenminister Sergej Lawrow besonders „interessante“ Momente publik machen.

    Russische Botschaft: Wohl jedes Chemielabor kann „Nowitschok“ synthetisieren

    Jedes moderne Chemielabor ist imstande, den Giftstoff zu synthetisieren, mit dem der Ex-Agent Sergej Skripal und seine Tochter Julia in Großbritannien vergiftet worden sein sollen. Das ist dem Bericht der russischen Botschaft in London zu entnehmen, der zum Vorfall in Salisbury verbreitet wurde.

    TomGard:

    Der nach eigener Aussage „verbitterte“ alte Mann, den das UK zum „Kronzeugen“ gegen Russland aufbauschte, der ehemalige Teilnehmer am sowjetischen „Foliant“-Programm, Wil Mirsajanow, hat sich verplappert. Die Stoffe der Gruppe seien anfällig für Hydolyse, d.h. essentiell instabil unter Umweltbedingungen. Mirsajanow ist kein verläßlicher Zeuge – er war nur peripher am Programm beteiligt – aber Fingerzeige in diese Richtung gab es auch von Vladimir Uglev (der Link findet sich in älteren Einträgen). Uglev sagte, man habe „das Problem in den Griff bekommen“, aber diese Aussage scheint mir eher technischer Natur zu sein – d.h. man hat Verfahren entwickelt, die eine Herstellung (und selbstverständlich Lagerung) außerhalb des Labormaßstabes erlauben, die Degradation vermeidet. Beimengungen – soviel verstehe ich von Chemie – können die Hydrolyseanfälligkeit senken, aber eben nur das, und führen gewöhnlich zu Einbußen an Wirksamkeit.

    Wie dem auch sei: Nimmt man Mirsaianow beim Wort, dann beweist der OPCW-Report eine britische False-Flag Operation! Die OPCW kann nur „aufällig reines“ „Novichok“ gefunden haben, wenn Porton Down es ihnen hingeschmiert hat – jedenfalls für den Fall, daß das britische „Hexenkralle“, genannt „Novichok“, tatsächlich eine enge Verwandschaft zu den „Foliant“-Substanzen hat, wie behauptet, aber bis zur Stunde nicht nachgewiesen.

  371. 371 Nestor 13. April 2018 um 17:30 Uhr

    Ich glaube diese ganze Novitschok-Geschichte nicht.

    Weil nach allem, was bis jetzt heraußen ist, sollen sie bei sich zu Hause oder mit einem Paket vor der Tür vergiftet worden sein, nachher sind sie aber durch die Stadt gebummelt, haben wo gegessen und sind dann auf der Parkbank zusammengebrochen.

    Erstens glaube ich nicht, daß ein chemischer Kampfstoff so eine lange Anlaufphase braucht, bis er wirkt. Das wäre ja absurd. So ein Zeug muß sofort wirken.
    Zweitens müßten dann auch andere Leute betroffen gewesen sein, die ihnen über den Weg gelaufen sind, davon war aber keine Rede.

  372. 372 NN 13. April 2018 um 17:37 Uhr

    Russland soll Skripal seit 2013 überwacht haben

    Ex-Doppelagent Skripal soll jahrelang vom russischen Geheimdienst beschattet worden sein. Diesen Vorwurf erhebt der Sicherheitsberater der britischen Regierung in einem Brief an Nato-Generalsekretär Stoltenberg.

    „Russische Geheimdienste haben den früheren Doppelagenten Sergej Skripal und dessen Tochter nach Angaben der britischen Regierung mindestens fünf Jahre lang ausspioniert. Der Sicherheitsberater von Premierministerin Theresa May schrieb in einem Brief an Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg, Cyberspezialisten des russischen Militärgeheimdienstes GRU hätten Julija Skripals E-Mail-Konten 2013 ins Visier genommen.

    Die britische Nachrichtenagentur Press Association veröffentlichte das Schreiben. Demnach sei es sehr wahrscheinlich, dass russische Geheimdienste zumindest manche Überläufer als legitime Attentatsziele betrachteten.

    Der russische Botschafter in London zeigte sich von der Darstellung überrascht. „Wenn wirklich jemand spionierte, warum haben sich die britischen Dienste nicht darüber beschwert?“, sagte Alexander Jakowenko.“

  373. 373 Nestor 13. April 2018 um 20:33 Uhr

    Also den Spiegel kann man seit geraumer Zeit als eine Postille für das In-Umlauf-Bringen von NATO- und EU-Fake-News betrachten.

    Das einzige, was ich glaube, ist die Überwachung. Offenbar machte Skripal in GB etwas, was den russischen Geheimdienst interessierte. Und der britische Geheimdienst weiß das, weil er sein Email-Konto und das seiner Tochter natürlich auch überwachte.
    Was meine These weiter stützt, daß in seiner Tätigkeit in Großbritannien der Schlüssel zu dem ganzen Vorfall liegen muß.

    Die Sache mit den Anschlägen via Türklinken ist absurd. Aber wenn das Zeug wirklich auf der Türklinke war, so deshalb, weil Skripal es auf der Hand hatte.

    Obwohl – das kann wirklich alles frei erfunden sein.

    Überprüfbar ist das alles nicht. Für uns hier im Ausland sowieso nicht, aber es gibt auch keine unabhängige Institution, die das machen würde und der es gestattet würde. Auch die OPWC nicht.

  374. 374 NN 14. April 2018 um 17:28 Uhr

    Lawrow: Skripal-Gift durch Schweizer Labor als BZ aus Nato-Arsenal identifiziert

    Nach dem Anschlag in Salisbury haben Schweizer Spezialisten nach Angaben des russischen Außenministers Sergej Lawrow den gegen den Ex-Spion Sergej Skripal und dessen Tochter Julia eingesetzten Giftstoff als BZ identifiziert. Diese Substanz sei nie in Russland hergestellt worden, sagte Lawrow am Samstag.

    „Nach seinen Worten hat das Labor Spiez (amtlich: Schweizerisches Institut für ABC-Schutz) Proben untersucht, die die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) am Anschlagsort in Salisbury genommen hatte.

    „Das wurde uns aus dem Schweizerischen Institut für ABC-Schutz Spiez vertraulich mitgeteilt“, so Lawrow in einer Sicherheitsbesprechung in Moskau. „Spezialisten dieses Zentrums haben am 27. März die Untersuchung der Proben abgeschlossen, die von der OPCW am Tatort in Salisbury genommen worden waren.“

    „Ich zitiere jetzt wörtlich aus dem Gutachten, das dieses Labor an die OPCW geschickt hat: Im Zuge der Untersuchung sind in den Proben Spuren der toxischen Chemikalie BZ und deren Präkursore nachgewiesen worden, die zu den chemischen Waffen zweiter Kategorie gemäß der Chemiewaffenkonvention gehören“, las Lawrow vor.

    „BZ ist ein Nervengift, das einen Menschen zeitweise aus dem Verkehr zieht. Die psychotoxische Wirkung entfaltet sich innerhalb von 30 bis 60 Minuten nach der Anwendung und hält zwei bis vier Tage an“, so der russische Außenminister.

    „Dieses Mittel habe zum Arsenal der Streitkräfte der USA, Großbritanniens und weiterer Nato-Staaten gehört. „In der Sowjetunion und Russland wurden solche und ähnliche chemische Substanzen nie entwickelt.“

    Zugleich seien in den Proben auch Spuren des Nervengifts А234 (in Großbritannien als „Nowitschok“ bekannt — Red.) entdeckt worden, so Lawrow weiter. „Nach der Einschätzung der Spezialisten hätte die nachgewiesene hohe А234-Konzentration unvermeidlich den Tod verursacht.“

    Dass А234 trotz seiner hohen Flüchtigkeit in den Proben in primärem Zustand und dazu noch in einer derart hohen Konzentration entdeckt worden sein soll, „ist sehr verdächtig, weil zwischen der Vergiftung und der Probenentnahme ein gutes Stück Zeit gelegen hat“, führte der russische Außenminister aus.“

    Es war ja von britischer Seite darüber informiert worden, dass die Skripal-Proben an „vier renommierte Institute“ zur Analyse geschickt wurden. Das Labor Spiez wird dann jetzt wohl sofort unter Verdacht geraten, russisch beeinflusst zu sein.

    Nein, wieder kein Link!

    Britischer Brief an Nato offenbart Mangel an Beweisen im Fall Skripal

    Der Brief des Sicherheitsberaters der britischen Premierministerin Theresa May, Mark Sedwill, an den Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg demonstriert den Mangel an Beweisen für die Verwicklung Russlands in den Vorfall in Salisbury. Dies wird im diesbezüglichen Kommentar der russischen Botschaft im Vereinigten Königreich festgestellt.

  375. 375 Nestor 15. April 2018 um 11:34 Uhr

    @Michele

    So intelligent ist dein Zeug wirklich nicht, daß du es zweimal posten mußt.

  376. 376 Hinweis 05. Juni 2018 um 13:34 Uhr

    Eine Kritik an der Eingemeindung der 68er – Bewegung ins brave deutsch-grüne „Establishment“ – sowie auch eine Kritik an den Positionen „der 68er“ selbst, die finden sich hier:

    https://www.magazin-auswege.de/data/2018/05/Schuster_Ein_Urknall_hat_wieder_Geburtstag.pdf

    https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/30-geburtstag-studentenbewegung

  377. 377 Hinweis 05. Juni 2018 um 13:43 Uhr

    Zu Nicaragua – ähnelt dem früheren und dem heutigen ‚Regime Change‘ in anderen als links verschrieenen Regionen Lateinamerikas

    https://www.jungewelt.de/artikel/333544.das-ist-der-versuch-eines-regime-change.html

  378. 378 Nestor 05. Juni 2018 um 15:56 Uhr

    Warum steht der Nicaragua-Link hier?
    Ebenso der 68-er Link?
    Bitte, das ist hier keine Pinnwand für alles, was interessant erscheint.
    In Zukunft lösche ich solche Dinge, weil sie die Threads unübersichtlich machen und die Kommentar-Funktion ad absurdum führen.

  379. 379 KHM 25. August 2018 um 21:41 Uhr

    Der Fall Skripal (GS 2-18 | S. 103-117)

    Dass die Staaten des zerrütteten Westens – immer noch oder wieder – eine gewisse Front kennen, auf deren Gegenseite Russland steht, hat vor kurzem der „Fall Skripal“ bewiesen.

    In diesem Sinne führt der Artikel vor, zu welchen Meisterleistungen des Schwachsinns eine öffentliche „Meinungsbildung“ aufgelegt ist, wenn von vornherein feststeht, dass alle Spuren nach Moskau führen.

    Und er reicht die wirklichen Gründe dafür nach, dass sich Großbritannien mit den Hauptmächten des europäischen Clubs, aus dem es neulich ausgetreten ist, und mit der US-Weltmacht auf ein bisschen eskalierte Anti-Russland-Politik einigt; warum und womit nämlich Russland allseitige Unzufriedenheit auf sich zieht.

    Der Fall Skripal
    Der Nutzen eines gemeinsamen Feindes für die Bekräftigung der problematischen Einheit des Westens

    Ein ausgemusterter russischer Spion, den der britische Geheimdienst eingekauft hatte, wird samt Tochter vergiftet. Auch wenn Täter und genauer Ablauf der Tat nach Auskunft der zuständigen Behörden noch gar nicht ermittelt sind, versammeln sich innerhalb weniger Tage die westlichen Führungsnationen in einer Einheitsfront gegen Russland. Die britische Premierministerin May lässt Sanktionen folgen, geht bis zur Drohung mit Cyberangriffen, und NATO-Sekretär Stoltenberg erklärt den seit längerem wieder in Gang befindlichen verstärkten NATO- Aufbau in Richtung russische Grenze für die richtige Antwort auf die Tat. Wie passt das zusammen?

    1. Rasante Fortentwicklung beim Ausbau des Russland-Feindbilds
    Die Schuldfrage ist vor jeder Ermittlung entschieden

    Die britische Premierministerin verschwendet keine Zeit. Sie demonstriert, wie hoch sie den Fall handeln will, indem sie eine Hundertschaft der Anti-Terror-Einheit in Salisbury aufmarschieren lässt, und startet eine Attacke auf Russland, indem sie ihm ein Ultimatum zwecks „Aufklärung“ stellt, das praktischerweise schon vor jeder Antwort Russland als Täter ausgemacht hat:

    „Entweder handelte es sich um einen direkten Akt des russischen Staates gegen unser Land. Oder die russische Regierung hat die Kontrolle verloren über dieses Nervengift, das potentiell katastrophal schädlich ist.“ (FAZ, 14.3.18)

    Um Aufklärung im kriminalistischen Sinn geht es da wohl eher nicht, stattdessen um eine dezidierte Schuldzuweisung – aufklären kann auch ein Beschuldigter schließlich nur das, was er getan hat. Mays Alternative fordert von Russland allein ein Geständnis. Dabei gilt interessanterweise Kontrollverlust als gleichwertiges Verbrechen wie ein Angriff auf die Nation, auch wenn zum Delikt Kontrollverlust, wie es die fachmännischen Kommentare aufblättern, die Zusammenbruchs-Szenerie im Russland der 90er Jahre gehört, in dem sich die Geheimdienste aller potenten Nationen über die militärischen Hinterlassenschaften der Sowjetunion hergemacht und Fachwissen inkl. etlicher Entwicklungsingenieure eingekauft haben. In dem Zusammenhang erfährt man auch, dass dieselben potenten Staaten aus Gründen der „Verteidigung“ ebenso über das Russen-Gift verfügen.1) Dass mit der Alternative Kontrollverlust die Schuld dennoch mit
    ___________

    1) „Die Chemiewaffenübereinkunft sieht vor, dass die Vertragsstaaten geringe Mengen auch solcher Chemikalien herstellen und aufbewahren dürfen, die nur einen militärischen Zweck haben. Dafür gibt es gute Gründe: Forschung zu medizinischen Zwecken und zur Verteidigung gegen Chemiewaffen.“ (FAZ, 24.3.18) Die entsprechende militärische Forschungsanstalt der britischen Armee befindet sich in Porton Down 10 km entfernt vom Tatort.
    __________________

    Bestimmtheit Russland zugerechnet wird, dokumentiert die Freizügigkeit des politischen Urteils, als was die britische Führung den Fall nehmen will.

    Des Weiteren soll Russland innerhalb von 36 Stunden antworten, während die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW), die nach etlichen Tagen eingeschaltet wird, alle Zeit bekommt, die sie benötigt:

    „Die OPCW wird die Proben des gefundenen Gifts Nowitschok nach Angaben des britischen Außenministeriums in internationalen Labors überprüfen lassen. Dies soll mindestens zwei Wochen dauern… Nach Angaben von Scotland Yard könnten die Untersuchungen im Fall Skripal noch Monate dauern.“ (zdf.de, 19.3.18)

    Diese Demonstration von Entschlossenheit stellt Russland vor einen Anspruch, den es gar nicht erfüllen kann, was dann als weiteres Indiz für den Beweis verwendet wird, dass Russland der Schuldige sein muss:

    „Die Regierung in Moskau habe mit ‚vollständiger Missachtung‘ auf den Ernst der Situation reagiert, beklagte die Premierministerin. Man habe keinerlei Erklärungen erhalten. Dass mitten in Europa ein hochgefährliches waffentaugliches Nervengift eingesetzt werde, stoße stattdessen in Russland auf ‚Sarkasmus, Verachtung und Trotz‘.
    Es gebe deshalb [!] ‚keine andere Erklärung, als dass der russische Staat schuldig ist an dem versuchten Mord an Herrn Skripal und seiner Tochter‘, sagte May.“ (FAZ, 15.3.18)

    Nachdem May ihre „wohlwollende“ Alternative Kontrollverlust auf diese Weise erledigt hat, wird die Schuldzuweisung in Richtung Putin präzisiert, nach der bestechenden Logik, dass nichts, was irgendwo in Russland oder Russen irgendwo im Ausland passiert, ohne Putins Wissen und Auftrag passiert sein kann. May:

    „‚Wir wollten bessere Beziehungen, und es ist tragisch, dass Wladimir Putin beschlossen hat, in dieser Weise zu handeln.‘ Zum ersten Mal hat May damit den starken Mann im Kreml persönlich für den Giftanschlag von Salisbury verantwortlich gemacht.
    Bisher dagegen hat sie im Zusammenhang mit den Anschuldigungen stets von ‚Russland‘ oder vom ‚russischen Staat‘ gesprochen. Solche Unterschiede in der Wortwahl haben Gewicht in diplomatisch aufgeheizten Zeiten wie diesen.“ (Ebd.)
    Der britische Außenminister sekundiert:
    „Es sei Putins ‚Entscheidung gewesen, den Einsatz eines Nervengifts auf den Straßen des Königreichs, auf den Straßen Europas, anzuweisen‘.“ (FAZ, 17.3.18)

    Die Beweisfindung

    findet erstens mit Hilfe der diplomatischen Sprachregelung „höchstwahrscheinlich“ statt – eine gewisse Konzession, auch im Hinblick auf die europäischen Partner, dass die Ermittlungsbehörden erst noch ihr Werk tun müssen, was aber die Regierung May gar nicht daran hindert, ihre Art von Ermittlung bis hin zur „Bestrafung“ Russlands – s.u. – unmittelbar in die Wege zu leiten.

    Zweitens ist aufgrund eines älteren Putin-Zitats, „Verrätern verzeihe ich nicht“, auch schnell das Mordmotiv identifiziert. Denn:

    „Nur bei Russland treffen heute eine Vorgeschichte staatlich unterstützter Morde mit einem öffentlich eingestandenen Motiv für den versuchten Mord an Sergej Skripal und Vorräten von Nowitschok-Kampfstoffen zusammen.“ (Der britische Außenminister Boris Johnson, FAZ, 16.3.18)

    Auch wenn amerikanische Präsidenten Snowden z.B. als Verräter einstufen und der neue amerikanische Außenminister Pompeo in diesem Fall die Todesstrafe für angebracht hält, auch wenn die CIA in gehörigem zeitlichem Abstand die Welt davon in Kenntnis setzt, wie viele echte oder vermeintliche Feinde Amerikas sie erledigt hat – „nur bei Russland“ ist der Schluss auf notorisches politisches Morden fällig, und das natürlich immer in direktem Auftrag von Putin. 2)

    Drittens verfertigt Johnson auch daraus noch ein Beweismittel, dass sich Russland gegen die Schuldzuweisung zur Wehr setzt und dass dort verschiedene mögliche Versionen ventiliert werden. Mit Hilfe der Unterstellung, dass Russland die richtige Version kennen und sich deshalb auf die eine festlegen müsste, wird eine weitere Beschuldigung verfertigt, die der absichtlichen Verdunkelung der Tatumstände.

    Viertens dient ein fingiertes Ausschluss-Verfahren namens „keine plausible alternative Erklärung“ als Beweis, der einfach zu erbringen ist, nachdem sich ja auch in den stattfindenden Ermittlungen niemand um eine alternative Erklärung bemüht. Und May kann den Erfolg verzeichnen, dass ihre Sprachregelung gerne übernommen wird. Die USA, Frankreich und Deutschland
    „teilen die Einschätzung des Vereinigten Königreichs, dass es keine plausible alternative Erklärung gibt und stellen fest, dass Russlands Weigerung, auf die berechtigten Fragen der Regierung des Vereinigten Königreichs einzugehen, einen zusätzlichen Anhaltspunkt für seine Verantwortlichkeit ergibt“ (ntv, 15.3.18).

    Und Russlands Begründung, warum es dem Ultimatum nicht nachkommt, weil sich nämlich Großbritannien nicht an die im Chemiewaffen- Abkommen vorgesehenen Regeln hält, dient dann wiederum als „zusätzlicher Anhaltspunkt“.

    Fünftens und überhaupt:

    „Für mich ist dieser Vorfall Teil eines Musters gesetzlosen Verhaltens von Präsident Wladimir Putin… Der rote Faden, der die Giftanschläge in Salisbury mit der Annexion der Krim, den Cyberattacken in der Ukraine, den Hackerangriffen auf den Bundestag und der russischen Einmischung in europäische Wahlen verbindet, ist die Missachtung der grundlegenden internationalen Regeln durch den Kreml.“ (Boris Johnson, FAZ, 16.3.18)

    Mit der zielsicheren Einordnung des Vorfalls als „Teil eines Musters“ wird das Eingeständnis abgeliefert, dass die Schuldzuweisung auf dem vorgängigen gültigen Feindbild beruht. Das Urteil rechtfertigt sich aus einem allgemeinen
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    2) Die deutsche Öffentlichkeit tut auch ihre Pflicht. Da der Fall für die Beantwortung der bei der Motiv-Forschung üblichen Frage ‚Cui bono?‘ gewisse Schwierigkeiten bereitet – warum sollte Russland kurz vor seinen Wahlen und in Erwartung der Fußball-WM seinen guten Ruf im Ausland dermaßen schädigen? Warum hätte es da nicht weniger auffällige Mordmittel verwenden sollen? –, wird man erfinderisch:
    „Doch warum sind sich die Briten so sicher, dass die Spur nach Russland führt?
    Haben sie doch eindeutige Beweise?… Sollte tatsächlich Russland hinter der Vergiftung stecken, bleibt die Frage: Warum würde man ein Gift nehmen, das nachweisbar ist? ‚Das war klar, dass der Stoff identifiziert wird‘, sagt der Toxikologe [ein deutscher Toxikologe und Dozent an einer Universität, der anonym bleiben möchte, DW]. Es sei denn, man habe damit bewusst etwas demonstrieren wollen – nach dem Motto: ‚Wir können uns erlauben, auch in anderen Ländern gegen die abtrünnigen Bürger des Landes vorzugehen‘, sagt er. Das sei die einzige Erklärung.“ (DW, 22.3.18)
    _____________

    Urteil über den Staat, das schon längst feststeht und das in Gestalt der seit Längerem im Westen durchgesetzten diplomatischen Formel „Missachtung der grundlegenden internationalen Regeln durch den Kreml“ als anerkannter Berufungstitel herangezogen wird. Nur auf Grundlage des längst verankerten Feindbilds erhalten die verwegenen Wege der Beweisfindung den Schein von Wahrscheinlichkeit. Noch einmal Boris Johnson:

    „Russland hat enorme Anstrengungen unternommen, um den Einsatz von chemischen Waffen durch das Assad-Regime in Syrien zu verheimlichen. Im vergangenen Oktober kamen internationale Ermittler zu dem Ergebnis, dass Assads Regime im April 2017 das Nervengas Sarin gegen die Stadt Chan Scheichun eingesetzt hatte.
    Statt Assad jedoch zu verurteilen, deckte Russland ihn, indem es ein Veto gegen die Verlängerung der internationalen Untersuchung einlegte, so dass sie faktisch eingestellt werden musste.
    Wie viel einfacher ist es für einen Staat, Chemiewaffen einzusetzen, wenn seine Regierung einen solchen Einsatz durch andere Staaten schon toleriert und zu verheimlichen versucht hat? Für mich gibt es einen Zusammenhang zwischen Putins Nachsicht gegenüber Assads Greueltaten in Syrien und der Bereitschaft des russischen Staats, eine chemische Waffe auf britischem Boden einzusetzen.“ (Ebd.)

    Dass Russland, das die Beschuldigung Assads und die westliche Ermittlungstechnik in diesem Fall anzweifelt, damit nur „den Giftgaseinsatz verheimlicht“ und Assad „deckt“, diese am Syrien-Krieg erarbeitete Feindbild-Facette taugt jetzt als Grundlage für den originellen Schluss, dass dadurch eigene Einsätze „einfacher“ gemacht werden und Russland dann wohl auch logischerweise selbst zu Giftgas greifen wird. May wiederum leitet dasselbe Ergebnis aus der Annexion der Krim und Hackerangriffen ab:

    „‚Diese Tat spielte sich ab vor dem Hintergrund eines wohlbekannten Musters der Aggression durch den russischen Staat.‘ Sie nannte unter anderem die Annexion der Krim durch Russland sowie Hackerangriffe auf den Bundestag in Berlin und das dänische Verteidigungsministerium.“ (FAZ, 14.3.18)

    Die Art der Beweisführung – wer die Krim annektiert, wer in Syrien Krieg führt …, der vergiftet auch Spione im Ruhestand – bemüht einen äußerst produktiven Zirkel: Alles mögliche, was man an Russland nicht leiden kann oder ihm an Schandtaten zuschreibt, bestätigt das „Muster“; und umgekehrt rechtfertigt das Muster jede Einordnung.

    Beeindruckend, was auf der Grundlage alles für glaubwürdig befunden wird, was als seriöses Urteil durchgeht, und wie flott sich so ein Feindbild fortentwickeln und damit eine außenpolitische Eskalation begründen lässt.

    Eine ehrenwerte westliche Regierung verfährt z.B. nach der Methode Breitbart.news und versetzt ihre Bevölkerung in Furcht und Schrecken mit der Ankündigung möglicher weiterer russischer Untaten, die sich kaum mehr von Kriegshandlungen unterscheiden lassen:

    „Die britische Regierung befürchtet offenbar russische Cyberangriffe auf britische Kraft- und Wasserwerke. Möglich seien auch Angriffe auf die Datenbasis der Finanzämter und des Nationalen Gesundheitsdienstes, berichtete die ‚Sunday Times‘ mit Verweis auf britische Geheimdienstquellen… Laut ‚Sunday Times‘ hat der britische Geheimdienst die Leiter mehrerer Infrastruktureinrichtungen, darunter Elektrizitätswerke und auch das Atomkraftwerk in Sellafield, vor möglichen Cyberangriffen gewarnt. Der Direktor des ‚National Cyber Security Centre‘, das an den Geheimdienst GCHQ angedockt ist, bestätigte dies der Zeitung.“ (FAZ, 19.3.18)

    Und so wie der vorab definierte verbrecherische Charakter des Beschuldigten die Glaubwürdigkeit aller Beweise gegen ihn stiftet, so lässt sich auch die unbedingte Glaubwürdigkeit des Beschuldigers zum Argument gegen den Beschuldigten machen: Siehe das weithin vertretene Argument, dass die britische Regierung doch sichere Beweise haben muss, auch wenn man sie nicht kennt, weil sie sonst ja nicht so offensiv auftreten würde. Außerdem wird allen Ernstes der Schluss in die öffentliche Zirkulation gebracht, dass die britische Regierung, die bei der vorbereitenden Legitimierung des Irak-Kriegs bekanntermaßen schon einmal ziemlich gelogen, nämlich Saddam Hussein den Besitz von Massenvernichtungswaffen angedichtet hat, sicher nicht unter die sonst übliche Regel fällt, wer einmal lügt… In dem Fall weiß die Fachwelt genau, dass sich „unsere“ Geheimdienste eine solche Blamage garantiert nie wieder leisten werden.

    Schlussendlich kommt dann auch noch das Verfahren der wechselseitigen Beglaubigung durch die Instanzen, die sich dahinterstellen, als Mittel der Beweisführung zur Geltung. 3) Jedenfalls wenn es die dazu legitimierten und entscheidenden Mächte sind – siehe das Verfahren zur Legitimierung des Irak-Kriegs, bei dem die verschiedenen westlichen Regierungen die Dossiers ihrer Geheimdienste über Saddams angebliche Massenvernichtungswaffen so lange herumgereicht haben, bis endgültig alle Zweifel mundtot gemacht worden waren. Sich aufeinander zu berufen steigert offensichtlich den Wahrheitsgehalt – weniger durch Beweise als durch den Machtstatus der beteiligten Instanzen.
    __________

    3) Damit ist dann auch für die Presse die Schuldfrage so ziemlich endgültig beantwortet; angesichts der Entschiedenheit der europäischen Führungsmächte ist die Glaubwürdigkeit der britischen Regierung eine ausgemachte Sache. Ausnahmen wie der FDP-Vertreter Kubicki werden umgehend verdächtigt, von den Russen gekauft worden zu sein.

  380. 380 KHM 25. August 2018 um 21:50 Uhr

    2. Die politische Leistung: was aus dem Fall gemacht wird

    Der Anschlag wird zu einer Reihe von Verbrechen des russischen Staats in aufsteigender Stufenleiter zurechtdefiniert.

    Erstens sind zwar zwei Skripals sowie ein britischer Polizist zu Schaden gekommen, aber nachdem möglicherweise viele mehr hätten zu Schaden kommen können, liegt, gedacht auch als Bebilderung für das englische Volksgemüt, etwas Ähnliches wie ein (Beinahe-)Massenmord in Salisbury vor:

    „Nur dem Zufall ist es zu verdanken, dass heute nicht mehr Menschen erkrankt sind. Offensichtlich war es den Tätern egal, wie viele unschuldige Menschen sie in Gefahr brachten.“ (Boris Johnson, FAZ, 16.3.18)

    Zweitens wird der Angriff auf britische Bürger mit einem Angriff des russischen Staats auf den britischen Staat identifiziert:

    „‚Dies stellt einen rechtswidrigen Einsatz von Gewalt gegen das Vereinigte Königreich durch den russischen Staat dar‘, sagte May im Unterhaus.“ (FAZ, 15.3.18)

    Drittens hat man es damit von der Verwendung eines Nervengifts, noch ohne den eigentlichen Täter kriminalistisch dingfest gemacht zu haben, zum völkerrechtlichen Vorwurf eines Bruchs internationaler Regeln gebracht, zum Tatbestand der Verletzung des Chemiewaffenabkommens, ein Befund, für den sich May auch die Zustimmung der westlichen Führungsnationen verschafft hat:

    „Der Einsatz eines militärischen Nervenkampfstoffs eines Typs, wie er von Russland entwickelt wurde, stellt die erste offensive Anwendung eines solchen Nervengifts in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg dar. Es handelt sich um einen Übergriff gegen die Souveränität des Vereinigten Königreichs. Ein solches Vorgehen verletzt eindeutig die Bestimmungen des Chemiewaffenübereinkommens und das Völkerrecht. Es bedroht unser aller Sicherheit.“ (Erklärung der Staats- und Regierungschefs von Frankreich, Deutschland, den Vereinigten Staaten und dem Vereinigten Königreich, Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, 15.3.18)

    Auf diese Weise bringt es die ausgreifende Interpretation der Vergiftung von drei Personen bis hin zu einer irgendwie mit einem Weltkrieg vergleichbaren Tatsache und weiter zu einer Bewertung des Anschlags als Bedrohung der internationalen Sicherheit, d.h. bis knapp vor die Ausrufung des Bündnisfalls.

    Diese Einordnungen des Falls als … sind ein politischer Akt, aus dem etwas folgen soll. Mit diesen Kategorien der Rechtsverletzung bewaffnet beansprucht die Nation ihr absolutes Recht, gegen den inkriminierten anderen Staat vorzugehen. Schon mit der Form des Ultimatums, einer Umgangsweise von Mächten, die sich in ihrem höchsten Interesse, ihrer Souveränität verletzt sehen, stellt sich
    Großbritannien auf den Standpunkt der Notwendigkeit, Russland als Feind entgegenzutreten. Mit dieser politischen Nutzanwendung des Falls begründet es sein Recht auf entsprechende „Reaktionen“, d.h. sein Recht, Maßnahmen gegen Russland zu ergreifen, und dafür die Solidarität seiner Partner einzufordern.

    Die „Bestrafung“

    Die Diagnose, dass und inwiefern der russische Staat die britische Souveränität und letztlich die Staatenfamilie und ihre Regeln verletzt hat, ist so gefällt, dass sie eine hochkalibrige „Re“-Aktion rechtfertigt; Fragen nach der Verhältnismäßigkeit sind mit dieser Einstufung ausgeschlossen bzw. beantwortet. Mit dem Terminus „Bestrafung“ wird die Sache zwar quasi-rechtsförmlich eingekleidet, was aber die politische Substanz gar nicht adäquat fasst. Da wird ja nicht irgendein Delinquent für Vergehen zur Rechenschaft gezogen, sondern ein anderer Staat, selber höchste Gewalt in seinem Rechtsraum, soll unter die gerechte Gewalt anderer Staaten gebeugt werden – das ist ein Generalangriff auf die andere Macht.

    Das Instrumentarium, das May zum Einsatz bringt, reicht von einem weiteren Schritt zur internationalen Ächtung bis kurz vor den Abbruch der diplomatischen Beziehungen. Auf dem Gebiet der nationalen Ehre wird Russland die gung durch einen Besuch der Royals zur Fußball-WM entzogen; Außenminister Johnson als geübter Hitler-Vergleicher erinnert an die Olympischen Spiele von 1936. Der Aktionsradius der russischen Diplomatie wird drastisch eingeschränkt,

    „es werde vorerst keine bilateralen Kontakte ‚auf hoher Ebene‘ mehr geben“ (Theresa May, FAZ, 15.3.18); die Ausweisung von Botschaftspersonal folgt:

    „Bei der Aktion handelt es sich laut May um die größte Zahl an diplomatischen Ausweisungen in Großbritannien seit mehr als drei Jahrzehnten. In der russischen Botschaft in London sollen derzeit weniger als 50 Personen arbeiten, so dass die Ausweisung von 23 Diplomaten den Betrieb trifft.“ (FAZ, 15.3.18)

    In Aussicht gestellt wird des Weiteren ein Verbot russischer Medien, May deutet auch mögliche Cyber-Angriffe an. Und schließlich wird die Drohung mit einem Zugriff auf russisches Vermögen in Großbritannien in die Welt gesetzt:

    „May kündigte weiter an, alle staatlichen russischen Vermögen im Land einzufrieren, wenn es Beweise dafür gebe, dass diese eingesetzt würden, um Leben und Eigentum von Bürgern in Großbritannien zu bedrohen.“ (Ebd.)

    Zur Identifizierung einer solchen Bedrohung genügen verfahrenstechnisch offensichtlich die Staatsangehörigkeit sowie die hoheitliche Definition, dass russischer Geldreichtum im Prinzip nur auf dem Weg der Korruption entstanden sein kann:

    „May bekräftigte, die britische Polizeibehörde National Crime Agency werde alle verfügbaren Kapazitäten dafür einsetzen, das geltende Recht durchzusetzen und gegen Nutznießer von Korruption vorzugehen. ‚Es ist kein Platz für diese Leute oder ihr Geld in unserem Land‘, sagte sie.“ (Ebd.)

    Und weil sich das in einem Rechtsstaat wie dem Vereinigten Königreich gehört, gibt es auch schon das passende Gesetz, das man sich für die weltpolitisch aktuellen Methoden von Wirtschaftskrieg neulich verschafft hat: „Wie es der Zufall will“, schreibt die FAZ ohne jeden Anflug von Ironie, „hat der britische Gesetzgeber kurz vor dem Anschlag auf Skripal den Ermittlungsbehörden neue Waffen an die Hand gegeben:

    ‚Unexplained wealth order‘ heißt ein neues Rechtsmittel, das den Handlungsspielraum der britischen Polizei deutlich ausweitet. Seit Februar können die Fahnder von Verdächtigen verlangen, offenzulegen, woher das Geld stammt, mit dem sie zum Beispiel eine Immobilie erworben haben.
    Können diese keine plausible Erklärung liefern, wird ein Verfahren zur Konfiszierung des Vermögensgegenstands eingeleitet. Nach dem Giftanschlag in Salisbury aber könnten die ‚unexplained wealth orders‘ von Großbritannien dazu genutzt werden, Vergeltung an Russland zu üben.“ (FAZ, 14.3.18)

    Äußerst nützlich ist da die Umkehrung der Beweispflicht, dass der Verdächtigte sein Vermögen legitimieren muss, was bekanntermaßen nicht ganz einfach ist vor dem Hintergrund der Zustände des sogenannten Raubtierkapitalismus, die der Einzug von Demokratie & Marktwirtschaft im Russland der 90er Jahre geschaffen hat. Das neue Gesetz bietet des Weiteren auch hinreichende Handlungsfreiheit für den gewollten Zugriff auf missbilligte Vermögen, da die Behörden auch ohne „begründeten Verdacht auf kriminelle Machenschaften“ loslegen können:
    „Um die Offenlegung der Geldquellen zu erzwingen, benötigen die Behörden zwar einen Gerichtsbeschluss des Londoner High Court. Doch können sie diesen im Rahmen der neuen Rechtsverordnung vergleichsweise einfach erwirken: Es ist dafür nicht zwingend ein begründeter Verdacht auf kriminelle Machenschaften notwendig. Ausreichend ist schon, dass es sich bei dem Verdächtigen erstens um ‚eine politisch exponierte Person‘ aus einem Land außerhalb der EU handelt und zweitens Grund zur Annahme besteht, dass sein reguläres Einkommen nicht für den Erwerb ausreicht.“ (Ebd.)

    Mit den „politisch exponierten Personen“ und dem „unexplained wealth“ steht der Premierministerin ein interessantes Material zur Verfügung, das sich das Vereinigte Königreich in den Jahren seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion systematisch beschafft hat. Großbritannien hat sich allen möglichen Figuren, die aus welchen Gründen auch immer vor Putin geflohen sind, also als approbierte „Putinkritiker“ gelten dürfen, als „sicherer Hafen“ angeboten: politischen Konkurrenten, Dissidenten, Ex-Geheimdienstagenten genauso wie Oligarchen, die sich als politische Opfer Putins präsentieren und ihr Vermögen vor dem Zugriff des russischen Staats in Sicherheit bringen wollten. Dazu kommen dann noch allerhand russische Magnaten, die auch ohne explizite Gegnerschaft zu Putin einen Firmensitz auf der Insel zu schätzen wissen, allein wegen der Vorteile, die Großbritannien in der Standortkonkurrenz gegenüber Russland zu bieten hat: den vermeintlich sichereren Status unter britannischem Recht, die britischen Steuerparadiese auf den Kanalinseln und/oder die Anlagemöglichkeiten, die der Finanzplatz London im Unterschied zum bescheidenen Bankensektor ihrer Heimat zu bieten hat.

    Alle diese Sorten Russland-Flüchtlinge waren dem britischen Staat sehr recht; bis gestern war deren Geld zwar schon genauso schmutzig wie heute, aber als Bereicherung für den Finanzplatz London hochwillkommen. Als Zweites hat dieses Russen-Sortiment seine Dienste getan als menschliche Manövriermasse für den vom Vereinigten Königreich vertretenen westlichen Einmischungsanspruch und die entsprechenden subversiven Tätigkeiten gegen das „autokratische“ Putin-Regime.

    Was dieses Potential seinerseits an zweifelhaften Geldquellen, politischen Gehässigkeiten und einer Intrigenwirtschaft inklusive diverser Morde auf die Insel mitgebracht hat, hat schon immer als nützlicher Stoff für die Anti-Russland-Propaganda aus Großbritannien getaugt, wie etwa in dem alten Fall Litwinenko.

    Jetzt wird dieses Potential aber noch in ganz anderer Hinsicht funktionalisiert, zur Legitimation für das Vorhaben, Russland nicht nur moralisch ins Abseits zu stellen, sondern materiell massiv zu schädigen. Mit dem Generalverdacht „Korruption“ gegen den gesamten Staat, womit von oben herunter konstatiert wird, dass jedes größere Vermögen dort nur auf unrechte Weise entstanden sein kann, mit dieser robusten Definition eines Tatbestands verschafft sich die englische Regierung das vorwärtsweisende Recht, auf das Privatvermögen der Russenkolonie in London sowie auf russische Kapitalanlagen unter britischer Rechtshoheit zuzugreifen.

    Was da mit dem Titel „gerechte Vergeltung“ problemlos abgehakt wird, zielt – ganz im Rahmen der seit mehreren Jahren stattfindenden westlichen Sanktionspolitik – auf eine ernstliche Schädigung der materiellen Basis der russischen Staatsmacht. Und zwar nicht erst dann und dadurch, dass russisches Eigentum in Großbritannien konfisziert wird, sondern als Angriff auf die internationale Kreditwürdigkeit Russlands, der dank der Empfindlichkeit der Finanzmärkte schon allein durch eine solche Drohung bewirkt wird. Immerhin läuft ja auch seit einiger Zeit unter Politikern und Politikberatern eine Debatte, in der die Anwendung härterer Mittel wie der Sanktionierung russischer Staatsschuldtitel oder der Ausschluss Russlands aus dem internationalen Zahlungssystem SWIFT gefordert wird – die Unzufriedenheit der NATO-Mitglieder und vor allem im amerikanischen Kongress angesichts der bisherigen, für ungenügend befundenen Wirkung der Russland-Sanktionen wächst nämlich zusehends. Nachdem sich Russland zum einzig wahren Glauben an die Vorzüge von Marktwirtschaft und Demokratie bekehrt und in eine solide Abhängigkeit vom Weltmarktgeschäft hineinbegeben hat, verfügt der Westen damit über eine Waffe eigener Art: Russland ließe sich ganz aus dem Weltmarkt ausschließen, indem man ihm den Zugang zu Kredit und die internationale Zahlungsfähigkeit verweigert – eine sehr fortschrittliche Fassung von „containment“.4)

    Es ist abzusehen, dass angesichts solcher Perspektiven etliches Russen-Kapital die Flucht aus London antreten und den schon durch den Brexit beschädigten Finanzplatz weiter schädigen dürfte; aber das ist der Regierung May die Sache offensichtlich wert – es geht ihr schließlich um Höheres.
    *
    Die Fortentwicklung des Feindbilds, wie sie die britische Premierministerin mit ihrer abenteuerlichen Beweisführung betrieben hat, ist das eine, sie dient zur Legitimation einer Politik.

    Das andere sind der Standpunkt und die politischen Maßnahmen, die damit legitimiert werden.

    Und wiederum etwas Drittes sind die politischen Gründe für diese Maßnahmen, die sollen zwar von aller Welt mit dem Feindbild verwechselt werden, liegen aber ganz woanders – nämlich zum Teil im imperialistischen Standpunkt der Nation, die hier zur Ächtung Russlands schreitet, zum anderen Teil in der imperialistischen Lage, in der sich diese Nation befindet.
    ________________

    4) „Einige der reichsten Russen haben Wohnsitze im Land; der prominente russische Oligarch Roman Abramowitsch ist zum Beispiel schon lange in London ansässig, und seine Metallgesellschaft Evraz hat sogar ihren Hauptsitz in der britischen Hauptstadt. Das Vereinigte Königreich könnte sich den Umstand zunutze machen und die russische Elite innerhalb der eigenen Grenzen treffen, was das gesamte Gefüge der russischen Elite, ihrer Firmen und der Regionen erschüttern würde, die finanziell und politisch von vielen dieser Firmen abhängig sind.
    Das Vereinigte Königreich hat ebenfalls als Umschlagplatz für Russen gedient, um Schwarzgelder zu transferieren. Laut dem ehemaligen russischen Zentralbankchef Sergej Ignatjew fließen mutmaßlich 20 Prozent der zig Milliarden, die jedes Jahr aus Russland abgezogen werden, durch das Land. Und obwohl der finanzielle Einbruch der letzten Jahre einen Exodus russischer Firmen vom Londoner Finanzplatz bewirkt hat, stellen die verbliebenen, darunter Gazprom und Megafon, immer noch eine Macht dar. Wenn London gegen die russischen Geldflüsse energisch durchgreift oder die Aktivitäten russischer Firmen einfriert, könnte sich das auf die wirtschaftliche Stabilität Russlands verheerend auswirken.“ (worldview.stratfor.com, 13.3.18)
    „Um der hybriden Bedrohung aus Russland entgegenzutreten, müssen das Vereinigte Königreich und seine westlichen Partner den russischen Staat selbst treffen…
    Der leichteste Weg wäre die Unterbindung des Handels von russischen Staatsschuldpapieren über westliche Clearinggesellschaften wie Euroclear und Clearstream…
    Wenn sich russische Schuldtitel nicht mehr über solche Stellen erwerben ließen, wären sie auf dem Sekundärmarkt nicht mehr handelsfähig, was die Mehrheit der EU- und US-Investoren davon abhalten würde, sie weiterhin zu kaufen… Das Vereinigte Königreich sollte die Führung übernehmen, die Passivität überwinden, die die westliche Sanktionspolitik gegen Russland seit 2014 charakterisiert, und Moskaus Annahme zunichte machen, dass der Westen letztlich seine finanziellen Interessen über seine Werte stellt.“ („Theresa May Should Go After Putin’s Debt – The Russian government’s greatest weakness is its dependence on Western investors“, Foreign Policy, 21.3.18)

  381. 381 KHM 25. August 2018 um 21:55 Uhr

    3. Warum und zu welchem Zweck das Vereinigte Königreich in aller Souveränität einen ernstlichen Konflikt mit Russland vom Zaun bricht

    In der Staatsraison Großbritanniens besitzt das Bündnis mit Amerika von jeher oberste Priorität: Noch vor seiner Mitgliedschaft in und seinem Verhältnis zur EU ist das Land NATO-Staat an der Seite Amerikas mit eigenen Atomwaffen und Mitgliedschaft in den „five eyes“, der vereinten Geheimdienste der angelsächsischen Länder, mit deren Hilfe Amerika seine Kontrollmacht über die Staatenwelt ausübt. Mit dieser Staatsraison steht es im Verhältnis zu Russland ein für das strategische Interesse an einem fortgesetzten entschiedenen Rollback der Macht im Osten. Es pflegt traditionell die Gegnerschaft gegen Russland, ungebremst von Berechnungen auf dessen ökonomische Benutzung, bis hin zur Feindseligkeit und betätigt sich mit diesem Standpunkt als Gegengewicht gegen die deutsche Linie in Sachen Russland und als Scharfmacher in Europa.

    In dieser Rolle macht sich Großbritannien wiederum zum Vorkämpfer einer harten Linie gegenüber Russland, seitdem sich der Kontrahent nicht nur gegen den europäischen Expansionismus, die per NATO und Osterweiterungen vollzogene Einkreisung, zur Wehr setzt, sondern eigenmächtig in weltpolitisch umstrittenen Gebieten militärische Fakten schafft. Was im regierungsamtlichen Feindbild als Bestandteil des „Musters“ von schlechtem russischem Benehmen zitiert wird – Georgien, die Krim, Syrien –, das sind die Fälle, in denen die gegensätzlichen Interessen der westlichen Weltordner und Russlands aufeinander treffen und sich Russland zu deren Ärger zu behaupten vermag; und damit ist der Grund der zunehmenden Feindschaft der unter dem Titel „der Westen“ versammelten Staaten angesprochen: Sie bestehen auf dem von ihnen beanspruchten Monopol auf Kontrolle der Staatenwelt, und diese sogenannte „regelbasierte Ordnung“ ist das hohe Gut, gegen das Russland verstößt.

    4. Warum die englische Regierung sich diese Art von Russland-Bestrafung schuldig ist

    Dass es May gelingt, ihre Nation in eine Aufwallung patriotischen Entsetzens zu versetzen und die Beliebtheitswerte der Labour Party drastisch absinken zu lassen, wird hierzulande offenherzig als geschickte Instrumentalisierung des Vorfalls gewürdigt:

    „Es ist der britischen Regierung nicht vorzuwerfen, wenn sie sich mit ihrem Vorgehen in die politische Offensive bringt. Beherzt nutzte sie den Mordversuch an dem Doppelagenten Sergej Skripal in Salisbury, um Einigkeit und Stärke zu demonstriren. Davon war in den vergangenen Monaten nicht allzu viel zu spüren. Zugleich gelang es Theresa May, die Opposition zu spalten.“ (FAZ, 21.3.18)

    So viel zum weniger bedeutenden Teil der Übung; der weitaus gewichtigere Adressat sind die NATO-Partner, die westlichen Führungsmächte. Nachdem Großbritannien einen Macht- und Souveränitätsverlust hinnehmen muss, indem die EU-Partner es in den Brexit-Verhandlungen spüren lassen, dass sie am längeren Hebel sitzen, ist es sich einen Machtbeweis schuldig. Es benützt den Fall in seinem Kampf um die Geltung der Nation in der neuen Welt(un)ordnung, indem es die Solidarität, den tatkräftigen Rückhalt der anderen Europäer bzw. des „Westens“ auf einem anderen Feld als dem des Brexit-Streits einfordert: vermittelt über das gemeinsame strategische Interesse an und mit der NATO.

    Dass es May gelingt, die USA  5) und die Führungsmächte der EU, Deutschland und Frankreich, auf ihre Sicht der Dinge zu polen, also sich für ihre Definition der Gefährdungslage und die dadurch begründete Eskalation gegenüber Russland die Zustimmung der ansonsten gar nicht mehr so einigen westlichen Mächte zu besorgen, ist laut fachmännischem Kommentar nach Brexit und den Selbstzweifeln der Nation über ihren weltpolitischen Status eine ordentliche Leistung:

    „Ein gemeinsames außenpolitisches Vorgehen des Westens unter britischer Führung, das ist mehr, als sich London in Zeiten des Brexits erträumen durfte.“ (FAZ, 21.3.18)
    ___________

    5) Zwar versetzt Trump nach der Solidaritätserklärung die westliche Welt wieder einmal in helle Aufregung, weil er Putin trotz schriftlichen Verbots zur Wiederwahl gratuliert und den versuchten Giftmord weglässt:
    „Präsident Trump hat sich nicht an die besonderen Warnungen seiner Berater für die nationale Sicherheit gehalten, als er dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zu seiner Wiederwahl gratulierte – einschließlich eines besonderen Vermerks in seinem Briefing-Material in Großbuchstaben: ‚DO NOT CONGRATULATE‘.“
    Dann setzt sich die Trump-Regierung aber mit insgesamt 60 Mann an die Spitze der anschließenden Ausweisungswelle russischer Diplomaten und schließt bei der Gelegenheit gleich auch noch das russische Konsulat in Seattle wegen allzu großer Nähe zu einem U-Boot-Stützpunkt.

  382. 382 nestormachno 25. August 2018 um 22:25 Uhr

    Etwas lang, die ganze Angelegenheit, und auch nicht gerade brandaktuell.
    Ich weiß nicht, ob es sehr sinnvoll ist, GSP-Artikel hier zu parken. Die stehen doch inzwischen eh auf der GSP-Seite, oder?

    Bitte nicht mehr von der Sorte.

  383. 383 KHM 25. August 2018 um 22:53 Uhr

    @ Nestor

    „Die stehen doch inzwischen eh auf der GSP-Seite, oder?“

    Nein, dieser noch nicht. In diesem Thread ging’s doch genau um diesen „Fall“, oder nicht?

    Meinetwegen kannst du den Artikel aber auch wieder löschen.

  384. 384 Nestor 25. August 2018 um 23:28 Uhr

    Oh. Ein Internet-Vorabdruck.

    Ich laß das jetzt stehen, aber bitte in Zukunft keine solchen publizistischen Schmankerln mehr! ;)

  385. 385 KHM 25. August 2018 um 23:52 Uhr

    Ok, nur noch das letzte Kapitel des Artikels.

    5. Warum die NATO und das übrige Europa sich der britischen Russland-Kampagne anschließen
    Ein hochwillkommener Beweis dafür, dass die NATO überhaupt nicht obsolet ist

    Die britische Regierung findet auch prompt die große Bereitschaft der NATO-Partner für die Herstellung einer Einheitsfront gegen Russland. Die Zuständigkeit des Kriegsbündnisses erstreckt sich jetzt offenkundig auch auf eher individuelle Mordtaten, jedenfalls dann, wenn man einen militärischen Kampfstoff dingfest machen kann:

    „Die Bündnispartner zeigten sich ‚sehr besorgt‘ über den erstmaligen Einsatz von Nervengift auf dem Territorium der NATO seit ihrer Gründung im Jahr 1949… ‚Die NATO betrachtet jegliche Verwendung chemischer Waffen als eine Bedrohung von internationalem Frieden und Sicherheit‘, heißt es in der Erklärung des Nordatlantikrats.“ (FAZ, 15.3.18) 6)
    _______________

    6) Dabei kommt sogar der berühmte Artikel 5 der NATO ins Gespräch: „London hat … davon abgesehen, sich auf Artikel 5 zu berufen, möglicherweise, weil die notwendige Einstimmigkeit wegen Befindlichkeiten etwa der Türkei wohl ohnehin nicht hergestellt werden kann.“ (FAZ, 15.3.18) Was ein Experte der FAZ nach längerem völkerrechtlichen Hin und Her für einsichtig erklärt, weil ein Giftanschlag auf zwei
    Personen dann doch vielleicht nicht so direkt als „bewaffneter Angriff“ anzusehen ist: „Die Frage ist freilich, ob eine Attacke, wie diejenige in Salisbury, so sie denn Russland zugerechnet werden kann, als ‚bewaffneter Angriff‘ anzusehen ist. Ein solcher setzt freilich traditionell eine erhebliche militärische Gewaltanwendung voraus.“ (Ebd.)
    ___________

    NATO-Sekretär Stoltenberg zeigt sich außerordentlich erfreut über die britische Unterstützung, aus einem Giftanschlag auf einen abgetakelten Doppelspion einen Beweis für die Unersetzlichkeit des Kriegsbündnisses zu verfertigen und alle 29 Mitglieder auf Linie zu bringen:

    „Noch einmal vielen Dank dafür, Herr Außenminister, dass Sie hierher gekommen sind… Wir haben unsere starke politische Unterstützung für das Vereinigte Königreich zum Ausdruck gebracht, und das ist wichtig, denn es zeigt, dass alle 29 NATO-Verbündete einig sind, wir stehen solidarisch hinter dem Vereinigten Königreich und das Vereinigte Königreich ist nicht alleine, wir antworten als Bündnis.“ (Joint press point with NATO Secretary General Jens Stoltenberg and UK Foreign Secretary Boris Johnson, 19.3.18)

    Die bewährte Sprachregelung, die Einordnung eines eher kleinformatigen Anlasses in ein „Muster“ russischer „Aggression“, erlaubt schließlich nicht nur das Bestehen auf der unzweifelhaften Existenznotwendigkeit der NATO. Es rechtfertigt den bisherigen Aufmarsch in Osteuropa und die wachsenden Verteidigungshaushalte:

    „Wir sind nun dabei, den größten Ausbau unserer gemeinsamen Verteidigung seit dem Ende des Kalten Krieges umzusetzen, mit Kampfgruppen, die im östlichen Bündnisgebiet aufgestellt werden, mit einer hohen Kampfbereitschaft unserer Kräfte, mit denen die NATO Response Force verdreifacht wird. Und wir sehen zum ersten Mal seit mehreren Jahren erhöhte Verteidigungsausgaben in Europa und Kanada.“ (Ebd.)

    Und damit lässt sich gleich auch noch die Notwendigkeit künftiger Aufrüstungsschritte der NATO bis hin zur nuklearen Bewaffnung begründen:

    „‚Der Anschlag von Salisbury ist vor allem Ausdruck eines bestimmten Musters, das wir seit einigen Jahren beobachten: Russland wird immer unberechenbarer und immer aggressiver… Wir sehen neuerdings, wie Russland Nuklearwaffen in die Militärdoktrin und in Militärübungen zusammenführt‘, sagte Stoltenberg. Es bestehe ‚die Gefahr, dass die russische Regierung sich schrittweise vom Einsatz konventioneller Waffen in Richtung Nuklearwaffen bewegen könnte‘. Die NATO-Staaten müssten darum ihre Verteidigungsbereitschaft und ihre Fähigkeiten weiter verbessern… ‚Wir müssen wachsam und entschlossen sein‘… Russland dürfe sich nicht verkalkulieren.“ (zeit.de, 18.3.18)

    Stoltenberg dankt Boris am Ende auch für den Schulterschluss zwischen NATO und EU:

    „Das zeigt die Bedeutung der starken Zusammenarbeit zwischen NATO und EU, und wir haben es geschafft, diese Zusammenarbeit auf eine neue Ebene zu bringen, eine nie dagewesene starke Zusammenarbeit, und das ist ein Teil unserer Antwort auf ein immer selbstsicherer auftretendes Russland. Großen Dank an Dich, Boris.“ (Joint press point … , a.a.O.)

    Dass der britische Antrag, einen Fall von Körperverletzung auf britischem Boden als Fall für den Kriegsapparat der NATO zu handeln, von den anderen Mitgliedern zwar mehr oder weniger begeistert, aber immerhin geteilt wird, hat seinen Grund darin, dass die NATO-Partner in einem Punkt tatsächlich einig sind: Das Bedürfnis nach einer lautstarken Bekräftigung der Solidarität im Bündnis rührt aus der Unzufriedenheit mit dem Umstand, dass das Zurückdrängen der Russen nicht so aufgegangen ist, wie man es sich erhofft hatte, geht allerdings darin auch wieder nicht auf. Eine die Mitglieder beunruhigende Infragestellung der NATO ist schließlich aus der anderen Himmelsrichtung gekommen: Es war der amerikanische Präsident, der das Bündnis für „obsolet“ erklärt und mit seinem Programm „America first!“ überdies die Einheit des Westens gekündigt hat.

    Gegenüber dieser von Amerika ausgehenden Untergrabung des imperialistischen Gewichts und Drohpotentials der europäischen Bündnismächte dient die Eskalation der Feindschaft gegenüber Russland als das Mittel der Wahl. Ein gemeinsamer Feind ist wirklich der einzige Grund, der ein Bündnis solcher Mächte, die sogenannte Wertegemeinschaft namens NATO zusammenhält.

    „Doch über alldem steht die europäische Geschlossenheit an erster Stelle“

    Dass die europäischen NATO-Partner und die EU Großbritannien den Gefallen tun, die Aufblähung des Falls zu einer Herausforderung der internationalen Sicherheit zu unterschreiben, begründet sich aus der Herausforderung ihrer strategischen Rolle in der sogenannten Weltordnung durch die neue amerikanische Linie: Die Europäer sehen sich vor der Notwendigkeit, diese Spaltung durch eine neue Einigkeit zu reparieren, deren Inhalt in der zwar aus unterschiedlichen Interessen begründeten, aber gemeinsamen Feindschaft gegen Russland besteht.

    Dieser Konfrontation sind die Europäer schließlich auch nur mit dem Bündnis gewachsen. Daher kommt der Schulterschluss mit dem Brexit-Land zustande, das sich ansonsten von den europäischen Partnern eine Abfuhr nach der anderen einhandelt. Allerdings auch wieder nur bedingt, denn die anderen Nationen haben wiederum ihre Interessen und Gründe.7)

    Einige Mitglieder der EU wollen sich schließlich ihre Berechnungen mit Russland nicht so einfach nehmen bzw. von der britischen Linie diktieren lassen. In diesem Sinn reserviert sich Deutschland einen ganz eigenen Grund für die Ausweisungen und betont, „dass es die Ausweisung von vier russischen Diplomaten nicht nur als Reaktion auf den Fall Skripal ansieht. Der Schritt sei auch eine Reaktion auf den Cyberangriff auf das IT-System der Bundesregierung, der sich ‚mit hoher Wahrscheinlichkeit russischen Quellen zurechnen lässt‘.“ (FAZ, 28.3.18)

    Das hat dann auch den Vorteil, dass sich die deutsche Beteiligung an der internationalen Bestrafungsaktion nicht zu rechtfertigen braucht, nachdem die Öffentlichkeit dann doch an der Beweislage herumzweifelt.8)
    ____________

    7) Die EU-27 können sich nicht restlos auf die von Großbritannien vorgegebene Schuldzuweisung einigen und bauen in ihre Solidaritätserklärung den Vorbehalt ein, dass man gerne noch ein paar Beweise geliefert bekommen möchte: „EU-Diplomaten räumten jedoch ein, dass es den Briten bisher nicht gelungen sein soll, eine ‚lückenlose, nicht widerlegbare‘ Beweiskette bis zum Kreml vorzulegen.“ (DW, 19.3.18) Man zögert auch mit einer Verhängung von Sanktionen: „Die Entscheidung der EU, nicht sofort Sanktionen zu beschließen, war keine Überraschung, nachdem sich mehrere Minister dafür ausgesprochen hatten, dass weitere Beweise notwendig seien. Spaniens
    Alfonso Dastis sagte: ‚Wir denken, dass es jetzt an der Zeit ist für eine gründliche Überprüfung aller Umstände unter Beteiligung der OPCW.‘“ (The Guardian, 19.3.18)

    8) Auf der Grundlage kann man dann sogar in CDU-Kreisen die Distanz zu Großbritannien pflegen, ganz ohne die eigene Kanzlerin in den in der Öffentlichkeit ventilierten Verdacht auf „Überreaktion“ hineinzuziehen. „Wenn man fast alle NATO-Staaten zur Solidarität zwingt, sollte man dann nicht sichere Belege haben? Man kann zu Russland stehen, wie man will, aber ich habe im Studium des Völkerrechts einen anderen Umgang der Staaten gelernt.“ (Armin Laschet, FAZ, 5.4.18)
    _______________

    So viel steht dann aber doch fest, dass nämlich die Priorität bei der Formierung der EU gegenüber den USA liegt:

    „Unsere Weltordnung ist eine andere geworden. Anders als noch in Zeiten des Kalten Krieges können wir uns nicht mehr darauf verlassen, dass die Vereinigten Staaten uns schon den Rücken freihalten werden. Umso wichtiger wird es nun, dass die EU einerseits unabhängiger und eigenständiger wird – sowohl mit Blick auf eine europäische Verteidigungsunion als auch den europäischen Energiemarkt. Andererseits muss Europa gegenüber Russland mit einem Plan, mit neuen Perspektiven aufwarten. Doch über alldem steht die europäische Geschlossenheit an erster Stelle. Nur mit ihr und durch sie sind wir stark.“ (Guy Verhofstadt: Für ein neues Verhältnis zu Russland, FAZ, 23.3.18)

    Und für diese Geschlossenheit ist trotz Brexit die Gemeinschaft mit dem NATO-Partner und der Atommacht Großbritannien weiterhin vonnöten. Auch die EU kämpft – spiegelbildlich wie die Brexit-Politiker – gegen einen Machtverlust, den sie durch den Austritt einer ihrer bisherigen Führungsmächte befürchtet.9) Als Beitrag zur Sicherung ihrer Rolle als imperialistisches Subjekt, zur Sicherung ihrer Machtfülle und ihrer strategischen Reichweite, ist auch ein versuchter Giftmord auf englischem Boden willkommen, um den Zusammenschluss mit Großbritannien zu bekräftigen. Diesem höheren Anliegen werden schließlich alle Bedenken und Vorbehalte untergeordnet, und in Gestalt einer kollektiven Ausweisungsaktion russischer Diplomaten demonstriert Europa seine Einigkeit und Stärke.

    Phänomenal, was Putin so alles erreichen kann.

    *

    Im Folgenden wendet sich die öffentliche Aufmerksamkeit vom Fall Skripal und der Erörterung der Beweislage ab, ganz nach der bewährten Technik bzw. der „Verantwortung“ der Öffentlichkeit, weniger der Aufklärung als der Aktualität Rechnung tragen zu müssen – wobei diese Aktualität durch die Taten der wichtigen und berechtigten Machtinstanzen hergestellt wird. Zum einen verhängen die USA – endlich! – neue Sanktionen gegen Russland: „Die Vereinigten Staaten haben weitere Sanktionen gegen Russland verhängt. Sie richten sich gegen 38 Firmen und Einzelpersonen.“ Und die Freude ist groß, als es prompt zu einem mittleren Börsencrash in Moskau kommt.

    Zudem verkündet die US-Regierung einen Fortschritt im Verhältnis von praktizierter Feindschaft und den zur Rechtfertigung herangezogenen Anlässen:

    „Die amerikanische Regierung teilte mit, der Grund für den Schritt sei nicht ein einzelnes Ereignis: ‚Sie gründen sich auf das wachsende Muster bösartiger Aktivitäten Russlands in der Welt‘.“ (FAZ, 7.4.18)
    _____________

    9) Bundestagspräsident Schäuble lässt es sich nicht nehmen, bei der Gelegenheit ein wenig nachzutreten: „‚Ich habe durchaus noch Hoffnung, dass die Briten in der EU bleiben‘, sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Nach dem Giftanschlag auf den russischen Ex-Doppelagenten Sergej Skripal in Salisbury hätten die Briten gesehen, ‚wie gut es ist, wenn man in der Welt nicht alleine ist‘. ‚Die Briten erfahren viel Solidarität und fangen an, die Sache etwas differenzierter zu sehen. Sie erkennen: Europa funktioniert.‘“ (tagesschau.de, 30.3.18)
    ________________

    Wenn die Feinddefinition so gut verankert ist, braucht man ja auch die Repressalien gegen Russland gar nicht mehr aus „einzelnen Ereignissen“ herauszuleiern, sondern kann gleich auf der prinzipiellen Ebene des in der Rechtfertigungslogik festgezimmerten „Musters“ loslegen.

    Im Anschluss daran wird dem syrischen Präsidenten wieder einmal ein Einsatz von Giftgas zugeschrieben und damit die Charakterisierung des absolut Bösen anhand der Verwendung dieses – im Unterschied zu den anderen üblichen Tötungsverfahren völkerrechtlich verbotenen und moralisch geächteten – Kriegsmittels fortgeschrieben; vom Gift in Salisbury führt die Spur also direkt weiter zum Gift in Syrien. Und die Öffentlichkeit darf erfreut einen neuen Akt der Dreieinigkeit und Demonstration der Gewaltbereitschaft von Amerika, Frankreich und Großbritannien registrieren.

  386. 386 Nestor 26. August 2018 um 10:18 Uhr

    Um meine Vorbehalte deutlicher zu formulieren:

    Die Kommentarfunktion auf dem Blog ist dafür da, hier Diskussionen zu führen oder Blogbeiträge weiter zu behandeln im Sinne eines Updates. Fall sich was Neues in der Sache ergibt.

    Jetzt kommt hier ein langatmiger Artikel, der die ganze Thematik noch einmal aufwärmt, aber eben auf dem Stand des Frühjahrs ist.
    Eine geistig etwas altbackene Semmel, sozusagen.

    Neben anderen Vorbehalten gegen den Gegenstandpunkt bestätigt das wieder einmal mein Urteil, daß eine Vierteljahreszeitschrift kein geeignetes Medium ist, um das Tagesgeschehen zu kommentieren.

  387. 387 Nestor 26. August 2018 um 10:22 Uhr

    Noch was.
    Der Thread hier hat fast 400 Posts.
    Bitte hier nichts mehr posten, sondern etwas Aktuelleres suchen.

    Zu dem Tema hier z.B.
    http://nestormachno.blogsport.de/2018/07/24/imperialismus-heute/

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