Was ist los bei VW?

SELBSTZERFLEISCHUNG?

VW bietet seit geraumer Zeit, verstärkt seit dem Bekanntwerden der Manipulationen bei Abgastests, das seltsame Bild eines Unternehmens, das am eigenen Erfolg zu ersticken droht. Das ist bemerkenswert angesichts des akkumulierten Kapitals und der politischen Rückendeckung dieses Konzerns.

Karl Marx beschreibt im 3. Band des „Kapital“ die Trennung von Management und Besitzern eines Unternehmens bei den Aktiengesellschaften:

„Der Verwaltungslohn, sowohl für den merkantilen wie den industriellen Dirigenten, erscheint vollständig getrennt vom Unternehmergewinn (…) in den kapitalistischen Aktienunternehmungen. Die Trennung des Verwaltungslohns vom Unternehmergewinn, die sonst zufällig erscheint, ist hier konstant. (…) Die Aktienunternehmungen überhaupt – entwickelt mit dem Kreditwesen – haben die Tendenz, diese Verwaltungsarbeit als Funktion mehr und mehr zu trennen von dem Besitz des Kapitals, sei es eignes oder geborgtes (…). Indem aber einerseits dem bloßen Eigentümer des Kapitals, dem Geldkapitalisten der fungierende Kapitalist gegenübertritt und mit der Entwicklung des Kredits dies Geldkapital selbst einen gesellschaftlichen Charakter annimmt, in Banken konzentriert und von diesen, nicht mehr von seinen unmittelbaren Eigentümern ausgeliehen wird; indem andrerseits aber der bloße Dirigent, der das Kapital unter keinerlei Titel besitzt, weder leihweise noch sonstwie, alle realen Funktionen versieht, die dem fungierenden Kapitalisten als solchem zukommen, bleibt nur der Funktionär und verschwindet der Kapitalist als überflüssige Person aus dem Produktionsprozeß.“ (Kapital, Band III., 23. Kapitel: Zins und Unternehmergewinn, S. 401)

Er verschwindet jedoch nicht aus der Unternehmensstruktur, und das ist eine der Triebfedern der jüngeren Entwicklungen um VW.
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Das ist nur die Einleitung zu einem ausführlichen Artikel über die Vorgänge bei und die Perspektiven von VW, der hier nachgelesen werden kann.


30 Antworten auf „Was ist los bei VW?“


  1. 1 Paquito 18. April 2017 um 8:24 Uhr

    Zur Analyse der Konkurrenzlage in der Automobil-Industrie
    diese gelisteten Links zur Empfehlung

    http://Neoprene.blogsport.de/2015/05/27/spartengewerkschaften-erpressung-fuer-partikularinteressen-kuenftig-verboten/#comment-121595

    ---

    (Schön, von dir mal wieder was zu hören!!!)

    Die „Unternehmensstrukur bei VW“ – das meint ja wohl,
    dass der BRD-Staat dort dick eingemischt ist, oder?

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    Zum Boom (dem relativen) der BRD-Wirtschaft
    http://www.berliner-zeitung.de/wirtschaft/wirtschaftswachstum-die-industrie-ist-das-zugpferd-der-konjunktur-26678294

  2. 2 Petra 19. April 2017 um 4:57 Uhr

    Zu den Details der fälligen „Abwicklungen“ – nun bei Opel:

    „Bislang wurde immer eine Auffanggesellschaft mittels eines Sozialtarifvertrages gegründet, in denen dann die Überflüssigen und Nutzlosen 1 ½ Jahre üben, Bewerbungen zu schreiben. Der Übergang in das Heer der Arbeitslosen wird fließend gestaltet. Wie wenig im Übrigen das sozialverträgliche Ausschluss-Verfahren taugt, zeigt die Abwicklung des Werkes Bochum:

    „Ihr Arbeitslosengeld fällt offenbar deutlich geringer aus als ursprünglich von Opel berechnet, d.h. sie erreichen nicht die im Sozialvertrag vereinbarten 80 Prozent des letzten Nettolohns. Von Summen zwischen 150 und 300 Euro ist die Rede…“
    http://www.derwesten.de/staedte/bochum/ex-opelaner-wundern-sich-ueber-hoehe-des-arbeitslosengeldes-id11481780.html

    Solange der Gesamt-Betriebsratsvorsitzende Wolfgang Schäfer-Klug begeistert verkündet:

    „Wir sind wieder die Gewinner“
    http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/opel-gesamtbetriebsratschef-schaefer-klug-wir-sind-wieder-die-gewinner-13381841.html

    und in den Nachrichten ausgewählte Arbeiter ihre Situation als Hoffen und Bangen auf sichere Arbeitsplätze beschreiben, ist eines klar: zu den Opelanern zu gehören, wäre ein Fluch. Ein bekannter Theoretiker der Arbeiterbewegung schrieb einst: es ist ein Pech, produktiver Arbeiter zu sein. Die Dummheit, die Betriebsangehörigkeit schmiede eine besondere verschworene Gemeinschaft, macht es zur Hölle.

    Ob der Kaufpreis von 1,3 Mill Euro ein Schnäppchen war oder nicht und welche Auswirkungen dieser Zusammenschluss auf VW hat – diese Art von Überlegungen sind jenseits von einem Interesse, das eine Welt ohne Ausbeutung will.“

    http://projektk.blogsport.de/2017/03/18/opel-das-rad-wird-nicht-neu-erfunden/

  3. 3 Nestor 19. April 2017 um 7:49 Uhr

    @Paquito

    Der Artikel ist zu lang für einen Blog, man muß halt dem Link folgen und den ganzen Artikel lesen. Da wird das mit der „Unternehmensstruktur“ genauer erläutert.

  4. 4 Krim 19. April 2017 um 19:47 Uhr

    Ist das Absicht einen Artikel vom 21.01.2015 zu verlinken
    „Wir sind wieder die Gewinner“

  5. 5 Petra 19. April 2017 um 20:32 Uhr

    Die Leute um „Herr Keiner“ haben den Artikel aktuell verfasst:
    „Hoch-Zeit für Automobil-Experten, Wirtschaftsprofessoren und Börsen-Spekulanten der buntscheckigsten Art: Ihre Prophezeiungen sind gefragt anlässlich der Übernahme von Opel durch den französischen Konzern PSA.“

    Warum sie zwecks Darstellung der „Betriebszusammengehörigkeitsgefühle“ auf Stellungnahmen von Anfang 2015 zurückgreifen, weiß ich nicht, vermute, dass der Gestus sein soll: Schaut zurück, nutzt nix für eure Interessen, dieses „Betriebszusammengehörigkeitsgefühl“.

    Wenn es so gemeint wäre, dann wäre es krumm, denn der Misserfolg solch idiotischer Kalkulationen (die sind nämlich die Basis für die Gefühle!), widerlegt diese gar nicht.

  6. 6 Nestor 19. April 2017 um 22:40 Uhr

    @Krim

    ???
    Ist das so schwierig, oben auf „hier“ zu drücken?

    @Petra

    Um welchen Artikel geht es?

    Irgendwie verstehe ich aus euren beiden Bemerkungen nur Bahnhof.
    Mein Artikel ist jedenfalls hier.

  7. 7 Krim 20. April 2017 um 12:55 Uhr

    „Hier“ drücken? Moment bitte, da muss ich erst meinen Stringpartikelstrahler bläuen. Du weiß nicht was das soll? Genau.

  8. 8 Nestor 21. April 2017 um 7:03 Uhr

    ???

    Mein Artikel war zu lang für den Blog. Kommentieren kann man ihn aber auf dem Blog.
    Hab ich damit gegen irgendeine Konvention verstoßen?

  9. 9 Jacko 21. April 2017 um 8:50 Uhr

    @ Nestor

    Was mich betrifft, so habe ich einfach keine Lust, mich mit Prognosen weiter zu beschäftigen, und finde dergleichen nicht sinnvoll…

    “ (…) Das alles wird aber ihm und VW nicht nützen, denn die ausländische Konkurrenz schläft nicht. (…) Die Tage des „Modells“ VW sind gezählt.
    (…) Erfolgsgarantie ist die Umstellung auf die rücksichtslose Vernutzung und Entlassung von Menschen natürlich keine – um so mehr, als das alle machen. (…) Es mag sein, dass sogar VW selbst ein Auslaufmodell ist. Die Folgen eines Bankrotts von VW würden das ganze europäische System neu aufmischen: die Autoindustrie, den Finanzsektor, Deutschland als Industriestandort, und die EU sowieso.“

    Zweiter großer Bestandteil deines Textes ist der Kredit:

    „Das Finanzkapital in Form von Banken und Investmentfirmen leert große Mengen Kredit in die Autofirmen, diese investieren in neue Konstruktionen und Produktionstechniken, erhöhen den Arbeitsstreß, und verringern den Wert der Ware Arbeitskraft ebenso wie die Anzahl der Leute, die noch an dieser Art von Maschinerie arbeiten dürfen.
    Auf dem durch dieses – nicht nur von den Autokonzernen praktizierten – Verfahren geschrumpftem Markt stellt das Finanzkapital für Konsumenten Kredite zur Verfügung, damit sich diese die Autos auch kaufen können.
    Der ganze marktwirtschaftliche Kreislauf von Produktion, Verkauf und Konsum funktioniert nur auf Basis ständig anwachsender Verschuldung auf beiden Seiten, derjenigen der Produzenten und denjenigen der Käufer.“

    Wichtig wäre hier, ob Trump die Internationalität des Euro-Kredites wirklich beschädigen will – und was das dann bedeutet für die gesamte europäische Ökonomie…

    Aber was auf der kapitalistischen Oberfläche das „Modell“ VW als Industriemodell betrifft, so gibt es vermutlich darüber innerhalb der staatlichen, gewerkschaftlichen und eigentumsmächtig sonstigen Macher diverse Zukunftsmodelle, die man – stimmt – ja auch nicht lesen muss. Solche Konzepte täten mich dann aber im Detail doch schon mehr interessieren, also wie VW damit umgeht, Teile auszulagernn zu Subfirmen mit Eigenständigkeit; Subfirmen einerseits zu beteiligen, andererseits zu erpressen, etc….

    Du hast ja gefragt, warum keiner deinen Text diskutieren mag.
    Das ist meine Antwort (für mich).

  10. 10 Nestor 22. April 2017 um 19:52 Uhr

    @Jacko

    Ich habe nicht verstanden, warum den Text keiner LESEN will. Diskutieren muß ihn ja niemand.
    Trump ist gar nicht Thema des Artikels.
    (Was Trump will, ist eine Sache, was er wirklich macht, eine andere.)

    In dem Artikel geht es um VW und dessen Stellung in der weltweiten Konkurrenz.
    Wenn euch das alles nicht interessiert, kann ich nix machen.

    Ich suche mir meine Themen immer nach meinem eigenen Gutdünken – also danach, was ich für mitteilenswert/analysierenswert halte und nicht danach, was gerade aktuell und in aller Munde ist.

  11. 11 Jacko 29. April 2017 um 8:44 Uhr
  12. 12 Samson 02. Mai 2017 um 19:39 Uhr

    … verschaffte es sich durch diese Fusion/Übernahme auch Freiheiten der unternehmerischen Kalkulation, die im Unterschied zum Wolfsburger Werk nicht durch politische und gewerkschaftliche Mitspracherechte eingeschränkt waren.

    Ich halte das für eine zutreffende und zugleich vornehme Umschreibung für den Umstand, dass kapitalistische Produktion überhaupt nur mittels Sklaverei funktioniert. Werden bspw. Lebensmittel durch auswärtigen Handel ‚verbilligt‘, was Marxisten gern unter Vergrößerung der Rate des relativen Mehrwerts verargumentieren, bedeutet dies für deren unmittelbare Produzenten stets Schuften bis zum Umfallen unter gewaltsam eingerichteten Umständen (ganz egal ob per staatlicher Gesetzgebung oder durch bewaffnete Paramilitärs in privatem Auftrag), die als ‚Lebensbedingungen‘ zu bezeichnen bestenfalls Hohn wäre. Unter vergleichbaren ‚Lebensbedingungen‘ für die Arbeiter werden immer schon Rohstoffe aller Art beschafft.

    Die politische und/oder gewerkschaftliche Mitsprache ist nie mehr als ein Scheinargument, solange das ‚Wohl des Unternehmens‘ resp. dessen Profitabilität unantastbar den Ton vorgibt. Lassen sich Politiker / Gewerkschafter nicht von diesem Zweck ‚leiten‘, werden sie in ‚zivilisierten‘ Gegenden ggf. abgewählt oder gerichtlich belangt, wo es weniger ‚gesittet‘ zugeht, droht ihnen schlimmeres.

    Es gelang, substantielle Kosteneinsparungen zu erzielen, was allerdings die Qualität der seither erzeugten Autos beeinträchtigte …

    Das halte ich für nicht beweisbar, Rückrufaktionen lassen sich auch bspw. mit ‚unausgereifter‘ Technik erklären. Jeder Kleinwagen enthällt aus Konkurrenzgründen inzwischen Schnickschnack, den es vor paar Jahren nicht mal in Luxuskisten gab. Im Übrigen gilt es die Käufer in immmer kürzer werdenden Abständen dazu zu bewegen, ihre Karre zu verschrotten und eine neue zu ordern. Und das funktionert zum überwiegenden Teil mittels Ideologie. Vermutlich ist Technik längst nicht mehr funktional, dafür umso mehr ‚Fetisch‘.

    Die ausländischen Werke unterstehen der Jurisdiktion und den Kalkulationen fremder Souveränitäten …

    Da wäre ich mir 1) nicht so sicher und 2) halte ich das aus der Perspektive des Konzerns resp. der Kapitaleigner nicht zwangsläufig für einen Nachteil. Eher verhält es sich umgekehrt. Formal wollen Staaten ausländische Kapitalinvestitionen, d.h. das Kapital diktiert die Bedingungen. Ob zu diesen Bedingungen gehört, ggf. Regierungen auszuwechseln und paar Gesetze ‚anzupassen‘ oder bloß die Polizei besser ‚auszurüsten‘, steht auf einem ganz anderen Blatt.

    Neben allem anderen, worüber man diskutieren könnte (im Postulat G-G‘ ist die Produktion m.E. immer schon als quasi abstrakt gesetzt, ist daher immer schon gleichgültig, d.h. austauschbar) beschreibt Marx den Profitratenfall (der sich auf das gesamte Kapital einer Gesellschaft oder die Kapitalisten als Klasse bezieht) mit Grund als Tendenz. Dieser erschließt sich aus den entgegenwirkenden Ursachen:

    Die Masse des Mehrwerts, die ein Kapital von gegebner Größe erzeugt, ist das Produkt zweier Faktoren, der Rate des Mehrwerts multipliziert mit der Arbeiterzahl, die zur gegebnen Rate beschäftigt wird. Sie hängt also ab bei gegebner Rate des Mehrwerts von der Arbeiterzahl und bei gegebner Arbeiterzahl von der Rate des Mehrwerts, überhaupt also von dem zusammengesetzten Verhältnis der absoluten Größe des variablen Kapitals und der Rate des Mehrwerts. Nun hat sich gezeigt, daß im Durchschnitt dieselben Ursachen, die die Rate des relativen Mehrwerts erhöhen, die Masse der angewandten Arbeitskraft erniedrigen. Es ist aber klar, daß ein Mehr oder Minder hier eintritt, je nach dem bestimmten Verhältnis, worin diese gegensätzliche Bewegung sich vollzieht, und daß die Tendenz zur Verminderung der Profitrate namentlich geschwächt wird durch Erhöhung der Rate des absoluten, aus Verlängerung des Arbeitstags stammenden Mehrwerts.

    Der Profitratenfall ist m.E ohne diese entgegenwirkenden Ursachen 1) überhaupt nicht zu begreifen, und 2) liefern diese wenigstens theoretisch Indizien dafür, warum bspw. zunächst der ‚Eiserne Vorhang‘ verschwinden musste, bevor der ‚Sozialstaat‘ definitiv als nicht mehr ‚finanzierbar‘ deklariert und sukzessive ‚abgebaut‘ werden konnte.

  13. 13 Samson 03. Mai 2017 um 20:00 Uhr

    Passt zum Thema wie die Faust aufs Auge

    Milliarden-Investition aus China in der Lausitz:
    “ Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) hat zur Lausitzkonferenz in Hoyerswerda gute Nachrichten mitgebracht: Der chinesische Automobil-Zulieferer Beijing WKW Automotive plane eine Milliarden-Investition in der Lausitz. Am Flugplatz in Rothenburg (Kreis Görlitz, Sachsen) will das Unternehmen demnach für rund 1,13 Milliarden Euro ein Werk für den Bau von Elektroautos errichten. Mehr als 1000 Arbeitsplätze sollen entstehen. Geplant ist die Produktion von E-Fahrzeugen für den europäischen Markt.

    Sachsen konnte sich nach Angaben der Staatskanzlei im Wettbewerb mit anderen Standorten im Süden Deutschlands, Thüringen und Sachsen-Anhalt durchsetzen.“

    Wie die das wohl gemacht haben?

    Interessant auch, dass diese Konferenz seit gut 20 Jahren regelmäßig von der Gewerkschaft veranstaltet wird. Ob die wohl mit den Chinesen ‚humane Arbeitsbedingungen‘ aushandeln?

  14. 14 Leser 03. Mai 2017 um 21:41 Uhr

    Bosch verkauft Traditionsgeschäft mit Anlassern an Investoren aus Reich der Mitte

    Der Technologiekonzern Bosch hat sein Anlassergeschäft nach China veräußert. Der Kaufvertrag mit dem Zulieferer ZMJ und dem Investor CRCI sei am Dienstag unterzeichnet worden, teilte die Robert Bosch GmbH mit. Der Preis werde nicht veröffentlicht. Der neue Eigentümer aus der Volksrepublik wolle alle knapp 7.000 Mitarbeiter in insgesamt 14 Ländern übernehmen. Hauptsitz bleibe Stuttgart…

    https://www.jungewelt.de/artikel/309979.chinesen-k%C3%B6nnen-vieles-besser.html

  15. 15 Nestor 04. Mai 2017 um 0:28 Uhr

    Sorry, hab ich jetzt berichtigt. War wohl etwas müde gestern.

    @Samson

    Das mit der Qualität der erzeugten Autos bezog sich nicht so sehr auf Rückrufaktionen oder fehlende Technik, sondern auf abbrechende Teile, schnelleren Verschleiß, reißende Sicherheitsgurte usw. Natürlich hast du recht, daß das sehr gut zum Geschäftsmodell „schmeiss es weg und kauf ein neues!“ paßt, aber das ist kein Gegensatz zu dem, was ich geschrieben habe.

    das Kapital diktiert die Bedingungen

    Also in den USA erleben wir in bezug auf VW gerade das Umgekehrte. Es hängt halt sowohl vom Kapital als auch von den jeweiligen Staaten ab.
    Gerade bei der Autoindustrie wurden Werke oft dort gebaut, wo man dabei gleich auch einen Markt erobern wollte. Und solche Staaten, also auch Brasilien, Rußland oder China, lassen sich nicht so leicht von „Diktaten“ des Kapitals beeindrucken, weil sie ja selber Berechnungen hatten, als sie das Werk genehmigten.

    Zum Fall der Profitrate später.

  16. 16 Samson 04. Mai 2017 um 12:12 Uhr

    @Nestor

    Das ging ja wohl eher in meine Richtung, von Leser ist die Geschichte über den Verkauf der Bosch-Sparte an die Chinesen ;)

    Was die Qualität der Kisten betrifft, könnte man endlos darüber debattieren, was jeweils gemeint ist. Technik in Bezug auf Qualität geht m.E. ungefähr so: bis vor ca. 20 Jahren gabs an PKW einen rechten Außenspiegel (der ist für eine Betriebserlaubnis nicht vorgeschrieben, aber sowohl beim Überholen wie beim Parken ganz nützlich) ausschließlich als zu bezahlendes ‚Extra‘. Mitte der 90er begann Daimler damit, seine Bonzenschleudern mit Blinkern in beiden Außenspiegeln auszurüsten. Inzwischen ist derlei nicht wirklich funktionaler Schnickschnack in nahezu allen Kleinwagen sowas wie Standard, d.h. als Verkaufsargument spielt das überhaupt keine Rolle.

    Was die ‚unausgereifte‘ Technik betrifft, habe ich Mitte der 90er mal ‚live‘ erlebt, wie an einem relativ neuen Golf in einer Waschanlage plötzlich die Seitenscheiben aufgingen. Die Ursache war ein Fehler in der Fernbedienung der Türschlösser (so hat es mir mal ein Techniker erklärt), darin war als ‚Nebeneffekt‘ eine Funktion ‚eingebaut‘, die beim Verschließen der Türen auch die Seitenscheiben schloss, unter ‚Wassereinfluss‘ konnte es aber den gegenteiligen Effekt auslösen.

    Ich halte aber, im Gegensatz zu dir, substantielle Kosteneinsparungen beim Personal für die Ursache solcher Kalamitäten. Eher schon den Umstand, dass die Kosten->Nutzen-Kalkulation mit der Dezentralisierung neben ‚Einsparungen‘ bei bspw. Logistik (‚rollende Landstraße‘ statt Lagerhaltung) auch beim Material selber ’schnellerer Verschleiß‘ insofern zwangsläufig war, als eben konkurrierende Zulieferer diesbezüglich nicht ‚kontrollierbar‘ sind. Für das was du erklären willst, hättest du dir vielleicht besser ein halbwegs funktionierendes Kapital mit ähnlichem, zeitweise staatlich ‚geförderten‘ Hintergrund raussuchen sollen. Welche Auswirkungen qualitative Mängel wg. Kosten-sparen-an-der-falschen-Stelle o.s.ä. haben könnte man anhand der Geschichte von Renault und seinem vermeintlichem ‚Flagschiff‘ Laguna beschreiben. Als wirkliches Indiz dafür, von welcher Qualität die jeweiligen Kisten sind, würde ich dabei den Umstand werten, dass bei Autoknackern allen ‚Sicherungsmaßnahmen‘ zum Trotz die VW-Karren nach wie vor zu den beliebtesten gehören, im Gegensatz zu den Franzosen.

    Im Übrigen sollte unter Konkurrenzbedingen bezüglich ‚Verschleiß‘ die Kategorie ‚moralischer Verschleiß‘ stets mitbedacht werden. Zur Veranschaulichung wären dazu m.E. Möbel- oder Klamottenindustrie viel besser geeignet, lässt sich doch in jedem Baumarkt oder Lebensmitteldiscounter praktisch beobachten, dass allgemeine Warenbeziehungen die von ‚vorsätzlich produziertem‘ Schrott per se einschließen.

    Also in den USA erleben wir in bezug auf VW gerade das Umgekehrte. Es hängt halt sowohl vom Kapital als auch von den jeweiligen Staaten ab.

    Ich bestreite ja nicht, dass es von beiden abhängt, sondern sage lediglich, dass die Bedingung das Kapital stellt, und die heißt unumstößlich, die Produkte haben auf dem Markt einen Profit abzuwerfen. Das heißt, der Markt, der ‚erobert‘ werden soll, ist die Voraussetzung für die Ansiedlung der Produktionsstätte. Wie das zu bewerkstelligen sei, mag dem Schein nach von Fall zu Fall verschieden sein, folgt aber stets dem gleichen Prinzip, der jeweilige Staat hat eben dafür zu sorgen, dass der Markt auch tatsächlich existiert. Wenn nicht innerhalb seines Einflussgebietes, dann ggf. irgendwo anders …

    Zum Fall der Profitrate …

    Ich mag mich nicht unsinnig streiten, zur Klärung von Sachverhalten trägt sowas kaum bei. Der Komplex Profitratenfallentgegenwirkende Ursachen berührt m.E. Grundsätzliches zu Marx‘ Methode, die ist aber selbst unter denen, die sich für Marxisten/Kommunisten etc. halten, zumindest umstritten. Und jemand anderes, der hier ‚zufällig vorbeikommt‘ damit behelligen zu wollen, halte ich für sinnlos.

  17. 17 Samson 04. Mai 2017 um 12:15 Uhr

    Korrektur:
    Der Satz soll heißen: Ich halte aber, im Gegensatz zu dir, substantielle Kosteneinsparungen beim Personal nicht für die Ursache solcher Kalamitäten.

  18. 18 Nestor 04. Mai 2017 um 12:16 Uhr

    @Samson

    Was den Fall der Profitrate betrifft, so ging es mir darum, auf die Grundlagen desselben hinzuweisen: immer mehr vergegenständliche Arbeit in Form von konstantem Kapital steht einer immer geringeren Anzal von Arbeitern, also variablen Kapital, gegenüber.
    Der Umschlag des Kapitals, also die Zeit, innerhalb derer die investierten Summen in Form von Gewinn wieder hereinkommen, wird dadurch immer länger bzw. auch bedeutungsloser, weil die ganzen Anschaffungen kreditfinanziert sind und es auch mehrheitlich bleiben.
    Sodaß die Gewinnberichte und -ankündigungen sich mit einer gewissen Bilanzkosmetik auf alle möglichen kleineren Investitionen beziehen, das zirkulierende Kapital u.a., die wirklich dicken Brummer aber irgendwo unter ferner liefen in der Buchhaltung geparkt werden, ebenso wie die Außenstände, und so eine immer größere Kluft zwiwschen dem tatsächlich gemachten Profit und den laufenden Verbindlichkeiten gegenüber Banken, Anleihen-Besitzern usw. besteht.
    Wie lange das geht, ist in erster Linie eine Entscheidung des Finanzkapitals, aber nicht nur: die Finanzkrise 2008 haben die Händler von Geld und Kredit zwar verursacht, aber nicht gewollt.

  19. 19 Nestor 04. Mai 2017 um 16:25 Uhr

    @Samson

    Für das was du erklären willst, hättest du dir vielleicht besser ein halbwegs funktionierendes Kapital mit ähnlichem, zeitweise staatlich ‚geförderten‘ Hintergrund raussuchen sollen.

    Genau das ist VW doch.

    dass bei Autoknackern allen ‚Sicherungsmaßnahmen‘ zum Trotz die VW-Karren nach wie vor zu den beliebtesten gehören

    Das liegt aber nicht nur an der Qualität – da sind zumindest andere deutsche Autos ebenso begehrt – sondern an der Verbreitung und der dadurch vereinfachten Ersatzteilbeschaffung.

    dass die Bedingung das Kapital stellt, und die heißt unumstößlich, die Produkte haben auf dem Markt einen Profit abzuwerfen.

    Ja, wenn das Kapital diese Bedingung stellt – an wen eigentlich? den Gesetzgeber oder den Konsumenten? – und damit auch durchkommen würde, so gäbe es keine Krisen.

  20. 20 Samson 04. Mai 2017 um 23:57 Uhr

    @Nestor

    Was den Fall der Profitrate betrifft, so ging es mir darum, auf die Grundlagen desselben hinzuweisen: immer mehr vergegenständliche Arbeit in Form von konstantem Kapital steht einer immer geringeren Anzal von Arbeitern, also variablen Kapital, gegenüber.

    Nur ganz kurz für den Augenblick: Genau das was du als Grundlage beschreibst, ist umstritten i.d.S., dass es als nicht verifizierbar o.s.ä. gilt. Dazu kommt m.E., dass der Profitratenfall zwar Ursache von allem Möglichen sein kann, u.a. Krisen, die verschiedene Verlaufsformen haben können, d.h. sich auf unterschiedlichen ‚Ebenen‘ abspielen. Allerdings ist es m.E. unmöglich, den Komplex Profiratenfall / entgegenwirkende Ursachen an einem Einzelkapital ‚abzuhandeln‘.

    Die wirkliche ‚Falle‘, die sich aus dem Profitratenfall ergibt, bezieht sich aufs Gesamtkapital einer Gesellschaft. Der ‚Ausweg‘ aus Krisen heißt stets Ausweitung der Produktion (nach Marx auf „höherer Stufenleiter“, was nichts anderes ist als das was du als Grundlage des Profitratenfalls beschreibst). Bei sinkender Profitrate muss diese Ausweitung zwingend exponentiell sein, wenn bspw. die Profitmasse, auf die es die Kapitalisten immer abgesehen haben, gleichzeitig steigen soll. Die Notwendigkeit des Kredits ergibt sich daher (bezogen wiederum aufs Gesamtkapital)* aus einem Mangel an Profit als vorzuschießendem Kapital, mit der Geschwindigkeit des Kapitalumschlags hat das nicht viel zu tun. Dass das Kapital umschlägt, heißt ja gerade nicht das irgendwelche ‚Stockungen‘ auftreten oder Verbindlichkeiten verheimlicht werden müssen, sondern im Gegenteil, dass die Geschäfte wie gewünscht laufen, der produzierte Krempel verkauft und der kalkulierte Profit auch tatsächlich realisiert wird. Dazu brauchts freilich einen Markt, von dem die Kapitalisten nicht wirklich wissen, ob es den tatsächlich gibt.

    *Die Realsozialisten haben sich mit nämlichen Problem rumgeschlagen, nur hieß das da nicht Kreditklemme oder ‚Investitionsstau‘ sondern korrekterweise fehlende Akkumulationsmittel; das Mittel der Wahl hieß Steigerung der Arbeitsproduktivität, nur beißt sich das, wie eben aus den entgegenwirkenden Ursachen hervorgeht, mit dem Anspruch auf humane Arbeits- und Lebensbedingungen.

  21. 21 Nestor 06. Mai 2017 um 9:30 Uhr

    @Samson

    Daß immer mehr konstantes Kapital oder vergegenständlichte Arbeit der lebendigen gegenübersteht, ist nicht etwas, was kompliziert nachzuweisen wäre. Es gilt als der Weisheit letzter Schluß, Leute wegzurationalisieren, wird dauernd gemacht und führt zu den Arbeitslosenheeren, die man in den Heimatländern des Kapitals ebenso beobachten kann wie am Elend und den Flüchtlingsströmen des Restes der Welt.

    Die Profitrate spielt bei VW insofern eine Rolle, als eine der „entgegenwirkenden“ Erscheinungen eben die Kreditberge sind, die woanders in den Bilanzen und Holdings versteckt werden, während in Hochglanzbroschüren mit den tollen Profiten geworben wird.

    Zu der Notwendigkeit und dem Paradox des Ersatzes von Arbeitskraft durch Maschinen bzw. andere Arten von Technologie empfehle ich den alten Vortrag von Peter Decker:
    Was von Marx zu lernen wäre: Alles Nötige über Arbeit und Reichtum im Kapitalismus

  22. 22 Samson 08. Mai 2017 um 17:13 Uhr

    Daß immer mehr konstantes Kapital oder vergegenständlichte Arbeit der lebendigen gegenübersteht, ist nicht etwas, was kompliziert nachzuweisen wäre.

    Dass die sich gegenüberstehen ist m.E. nicht nur gar nicht nachzuweisen, sondern steht so auch nicht bei Marx.

    Die Kapitalisten kaufen beides auf dem jeweiligen Markt und wenden hernach die jeweiligen Gebrauchseigenschaften als die von ihnen rechtmäßig gehörenden Sachen an. Nur deswegen ist der Arbeiter als quasi ‚Anhängsel‘ der von ihm höchstselbst an den Kapitalisten verkauften Arbeitskraft bloßer Befehlsempfänger in Bezug auf die Arbeit selbst und hat über die Verwendung der von ihm zwar produzierten, aber ihm nicht gehörenden Sachen nicht mitzureden, sondern muss die auf dem jeweiligen Markt kaufen (ob das gegenüber historisch vorangegangenen Epochen ein ‚Fortschritt‘ ist, lässt sich m.E. schwer sagen).

    Und genau dieser Umstand macht es sogar außerordentlich kompliziert den Leuten vertickern zu wollen, dass sie für ein ‚besseres Leben‘ zuerst die politische Revolution machen, also den ‚juristischen Überbau‘ verändern müssen, bevor sie sich über Prioritäten der Produktion verständigen könn(t)en, incl. der Frage, warum die industrielle Fabrikation im wesentlichen beizubehalten wohl unvermeidlich wäre (was wiederum deren Koordination erforderte).

    Und vor allem hilft es an der Stelle herzlich wenig, den Arbeitern vorzuhalten, sie seien strunzdämlich, weil sie als Bürger einen Willen zum Eigentum hätten o.s.ä.

    Die Profitrate spielt bei VW insofern eine Rolle, als eine der „entgegenwirkenden“ Erscheinungen eben die Kreditberge sind …

    Also meines Wissens ist es bei Krediten ziemlich egal, jedenfalls was die Geschäftskredite angeht, ob die sich zu Hügeln oder zu Gebirgen auftürmen. Von Belang ist nicht deren Größe, sondern ob das jeweilige Kapital sie bedienen, also den Preis in Form von Zinsen etc. bezahlen kann. Eine Möglichkeit, dies zu bewerkstelligen, wenn nicht die Möglichkeit ‚par excellence‘ ist eben die exponentielle Ausweitung der Produktion, um trotz sinkender Profitrate die Profitmasse zu vergrößern. Aber wie schon angedeutet, lässt sich dies m.E. an ‚Wohl und Wehe‘ eines Einzelkapitals, egal ob Biobäcker mit paar Filialen oder weltweit produzierendem Konzern überhaupt nicht darstellen.

    Denn in letzter Instanz ist der (Geld)Kapitalmarkt einer wie alle anderen Märkte auch. Und Markt heißt in erster Instanz Konkurrenz aller Verkäufer (Marx nannte das nicht von ungefähr ‚Anarchie der Produktion‘ o.s.ä.; woran gemessen Begriffe wie etwa Menschheit oder Gesellschaft ziemlich abstrakte Konstrukte sind). In einer darauf beruhenden Produktionsweise ist die Pleite des Einzelkapitals fast schon eine Form von ‚höherer Vernunft‘.

    Die Händler von Geld mögen die Finanzkrise 2008 sowenig gewollt haben wie die von 1929, aber sie waren in beiden Fällen dafür verantwortlich. Dass sie in beiden Fällen nicht nur nicht zur Verantwortung gezogen wurden, sondern mittels staatlicher Hilfen ihre Geschäfte weiterbetreiben konnten, müsste auch dem letzten Akademiker klarmachen, wessen Interessen im ‚juristischen Überbau‘ Priorität haben. Damit müsste beginnen, wer die Leute darüber ‚aufklären‘ will, warum bspw. Arbeiter kein ‚Vaterland‘ haben, das sie aller Propaganda zum Trotz vor den Habenichtsen dieser Welt sowenig zu ‚beschützen‘ vermag, wie es das Eigentum ‚an sich‘ nicht ’schützt‘, sondern das Recht darauf und damit die Konkurrenz darum verallgemeinert.

  23. 23 Krim 09. Mai 2017 um 11:18 Uhr

    „Dass die sich gegenüberstehen ist m.E. nicht nur gar nicht nachzuweisen, sondern steht so auch nicht bei Marx.“ Eigentlich steht das bei Marx. Das Verhältnis nennt sich organische Zusammensetzung des Kapitals.

    „weil sie als Bürger einen Willen zum Eigentum hätten o.s.ä.“
    Und dass es nicht hilft, soll wofür ein Argument sein? Oder spricht für dich schon die Tatsache, dass jemand ein Argument nicht einsieht, gegen es.

    „Dass sie in beiden Fällen nicht nur nicht zur Verantwortung gezogen wurden, sondern mittels staatlicher Hilfen ihre Geschäfte weiterbetreiben konnten, müsste auch dem letzten Akademiker klarmachen, wessen Interessen im ‚juristischen Überbau‘ Priorität haben“ Das ist doch Blödsinn. Weil jemand nicht zur Verantwortung gezogen wird, sind dessen Interessen die maßgeblichen? Bei der Stützung des Finanzkapitals ging es nicht allein um das Finanzkapital, sondern darum den Kredit an dem die gesamte Ökonomie hängt nicht zusammenbrechen zu lassen.

    Es ging also um die Rettung der Nationalökonomie, um die Fortführung der Kapitalakkumulation insgesamt, einschließlich produktivem Kapital und zugehöriger Arbeiterschaft. Es ist einfach ein total falsches Bild, wenn man sich das Finanzkapital als Blutsauger vorstellt, das arme Arbeiter aussaugt. Und deshalb ist es auch verkehrt mit diesem Argument auf Arbeiter loszugehen und sie gegen das böse Finanzkapital zu hetzen, statt gegen das Eigentum und den Kapitalismus insgesamt.

    Kontrafaktisch ist auch, dass das Vaterland nicht vor den Habenichtsen der Welt schützen könnte. Das macht Trump z.B. gerade. Das Problem ist, dass der Kapitalismus Habenichtse produziert und nicht, dass die Nation unfähig wäre vor ihnen zu schützen.

    Und das Eigentum „an sich“ (was immer das auch sein soll) ist das selbe wie das Eigentumsrecht. Eigentum ist eben die gewaltsam geschützte private ausschließliche Verfügung über eine Sache.

  24. 24 Samson 10. Mai 2017 um 14:08 Uhr

    @Krim

    Das Verhältnis nennt sich organische Zusammensetzung des Kapitals.

    Eben, es heißt da organisch und gerade nicht gegenüberstehen; zudem bedarf es offenbar der Analyse aus bestimmter Perspektive, um daraus erst ein Verhältnis von sich eben nur aus dieser Perspektive gegenüberstehenden Komponenten zu machen. Aus anderer Perspektive, meinetwegen der des Handelskapitals, ist beide, sowohl Maschinerie als auch Arbeitskraft zunächst Ware, die auf dem Markt gekauft werden, um hernach organisch, also meinetwegen als inhärente Teile eines ‚größeren Ganzen‘, etwas hervorzubringen, das auf dem Markt wieder verkauft wird.

    Oder spricht für dich schon die Tatsache, dass jemand ein Argument nicht einsieht, gegen es.

    Gegenfrage: Was sagt die Einsicht in ein Argument über dessen Stichhaltigkeit aus? Wenn hundert Leute das Argument einsehen, der Mond sei ein gelber Käse, ist der das dann auch?

    Bei der Stützung des Finanzkapitals ging es nicht allein um das Finanzkapital, sondern darum den Kredit an dem die gesamte Ökonomie hängt nicht zusammenbrechen zu lassen.

    Ach ja, und warum nicht? Wenn Kapital, das nicht verwertbar ist, weil es für sein Produkt keinen Markt gibt, ‚entwertet‘, d.h. vernichtet wird, weshalb sollte dieser Grundsatz (nenn es meinetwegen Wertgesetz) für den Kreditmarkt nicht gelten?

    Es ist einfach ein total falsches Bild, wenn man sich das Finanzkapital als Blutsauger vorstellt, das arme Arbeiter aussaugt.

    Das ist halt deine Interpretation, bei mir steht davon nix. Das Finanzkapital ist analytisch eben eine ‚Abteilung‘ des Gesamtkapitals, das seinerseits gegenüber den real nur als gegeneinander konkurrierend existierenden Einzelkapitalen eine ebensolche Abstraktion ist wie ‚Nationalökonomie‘ oder ‚Volkswirtschaft‘. Bei Marx ‚zerfällt‘ bspw. das ‚Gesamtprodukt‘ einer Gesellschaft unter allen Umständen stets in zwei ‚Abteilungen‘, die sich wechselseitig bedingen, dazu gehört aber gerade nicht das Finanzkapital. (Weil’s unter den ‚interessierten Leuten‘ schon Streit um derlei Begriffe gibt, hatte ich weiter oben geschrieben, dass ich den Komplex Profitratenfall / entgegenwirkende Ursachen für nicht an einem Einzelkapital darstellbar halte)

    Die Behauptung, die ‚Rettung‘ einer Abteilung würde dem ganzen Laden helfen, blamiert sich jeden Tag an der Wirklichkeit, und nur weil Akademiker oder Politiker ähnliche Argumente vorbringen, welche die Leute ‚einsehen‘ mögen oder nicht, werden sie nicht richtiger.

    Eigentum ist eben die gewaltsam geschützte private ausschließliche Verfügung über eine Sache.

    Das ist eben nur ein Teil der Wahrheit. Der andere ist, dass zwar nicht für die unmittelbare Produktion, wohl aber für eine historisch bestimmte Form der gesellschaftlichen Verteilung der Produktionsresultate das Eigentum zwingende Voraussetzung ist und daher einen von dieser Verteilungsform bestimmten gesellschaftlichen Zusammenhang erst herstellt.

  25. 25 Krim 10. Mai 2017 um 15:54 Uhr

    „Eben, es heißt da organisch und gerade nicht gegenüberstehen;“ Du musst beim Denken auch ein kleines bisschen dein Abstraktionsvermögen bemühen. In einem Verhältnis, welches die organische Zusammensetzung des Kapitals nunmal ist, stehen sich nunmal zwei Größen gegenüber. Das ist völlig korrekt ausgedrückt. (Oder meinst du, dass konstantes und variables Kapital nicht „stehen“ können, weil zumindest das konstante meistens keine Beine hat. Aber das wäre dann doch ein wenig kindisch.)

    „Die Zusammensetzung des Kapitals ist in zweifachem Sinn zu fassen. Nach der Seite des Werts bestimmt sie sich durch das Verhältnis, worin es sich teilt in konstantes Kapital oder Wert der Produktionsmittel und variables Kapital oder Wert der Arbeitskraft, Gesamtsumme der Arbeitslöhne. Nach der Seite des Stoffs, wie er im Produktionsprozeß fungiert, teilt sich jedes Kapital in Produktionsmittel und lebendige Arbeitskraft; diese Zusammensetzung bestimmt sich durch das Verhältnis zwischen der Masse der angewandten Produktionsmittel einerseits und der zu ihrer Anwendung erforderlichen Arbeitsmenge andrerseits. Ich nenne die erstere die Wertzusammensetzung, die zweite die technische Zusammensetzung des Kapitals. Zwischen beiden besteht enge Wechselbeziehung. Um diese auszudrücken, nenne ich die Wertzusammensetzung des Kapitals, insofern sie durch seine technische Zusammensetzung bestimmt wird und deren Änderungen widerspiegelt: die organische Zusammensetzung des Kapitals.“ (K1 S.640)

    Ob man nun sagt: die technische Zusammensetzung sei
    „das Verhältnis zwischen der Masse der angewandten Produktionsmittel einerseits und der zu ihrer Anwendung erforderlichen Arbeitsmenge andrerseits.“ Oder: in dem Verhältnis s t e h t die Masse der angewandten Produktionsmittel der zu ihrer Anwendung erforderlichen Arbeitsmenge g e g e n ü b e r – spielt keine Rolle. Die Aussage ist identisch.

    „zudem bedarf es offenbar der Analyse aus bestimmter Perspektive, um daraus erst ein Verhältnis von sich eben nur aus dieser Perspektive gegenüberstehenden Komponenten zu machen.“ Nein es braucht keine Perspektive, sondern es ist ein objektives Verhältnis, nämlich das Wertverhältnis der Gesamtsumme der Arbeitslöhne zu dem konstanten Kapital, das diese Arbeit in Bewegung setzt.

    „Gegenfrage: Was sagt die Einsicht in ein Argument über dessen Stichhaltigkeit aus? „ Das ist keine Gegenfrage, sondern meine Frage an dich. Die du mal beantworten solltest.

    „weshalb sollte dieser Grundsatz (nenn es meinetwegen Wertgesetz) für den Kreditmarkt nicht gelten?“ Wer hat denn gesagt, dass es für den Kreditmarkt nicht gilt. Lies dir mal mein Argument nochmal durch.

    „Das ist halt deine Interpretation, bei mir steht davon nix.“ Ja was wolltest du denn damit sagen, dass man die Arbeiter gegen das Finanzkapital aufbringen müsse, denn die seien für die Finanzkrise verantwortlich, weil sie nicht zur Rechenschaft gezogen wurden.

    „Die Behauptung, die ‚Rettung‘ einer Abteilung würde dem ganzen Laden helfen, blamiert sich jeden Tag an der Wirklichkeit,“ Das stimmt nicht.
    Bis jetzt wurde der Totalzusammenbruch durch die Bankenrettung/Unterstützung des Finanzkapital nicht zugelassen. Ob es doch noch zum großen Crash kommt oder in welcher Form die Entwertung kontrolliert oder unkontrolliert stattfindet, weiß niemand.

    „dass zwar nicht für die unmittelbare Produktion“ Was soll das denn sein „unmittelbar Produktion“. Ich versteh den Sinn des Absatzes gar nicht. Eigentum ist doch ein bestimmter gesellschaftlicher Zusammenhang. Wie kann es also herstellen, was es schon längst ist?

  26. 26 Samson 11. Mai 2017 um 16:15 Uhr

    @Krim

    Als Oberlehrer taugst du wirklich nix, du liest, was du lesen willst und drehst dir’s dann wie du’s grad brauchst.

    In einem Verhältnis, welches die organische Zusammensetzung des Kapitals nunmal ist, stehen sich nunmal zwei Größen gegenüber.

    Das ist doch Quatsch mit Soße. Wenn die unterschiedlichen Größen sich gegenüberstehen, warum um alles in der Welt hätte ausgerechnet der Pedant Marx in dem von dir zitierten Abschnitt von der Zusammensetzung des Kapitals des Kapitals schreiben sollen?

    Es ist keineswegs wurscht, ob sich etwas aus Teilen zusammensetzt oder ob sich Sachen gegenüberstehen. Aber weil du eh immer nur auf deinem Zeugs rumhackst, kommt dann auch so Stuss raus wie

    … es ist ein objektives Verhältnis, nämlich das Wertverhältnis der Gesamtsumme der Arbeitslöhne zu dem konstanten Kapital, das diese Arbeit in Bewegung setzt.

    Dass zur jeder Sache auch eine diese selbst bestimmendes Subjekt gehört (in dem Fall der Kapitalist, der die Order zum in-Bewegung-setzen gibt), spielt dann schon gar keine Rolle mehr. Dass zudem der Wert keine willkürliche Größe ist, sondern erst nachträglich auf dem Markt in der Konkurrenz aller Kapitalisten zustandekommt, ist bei Marx immer vorausgesetzt, ohne dass es jedesmal ausdrücklich erwähnt wird. Diese Perspektive hat aber kein Kapitalist, der Konkurrenz stets nur auf Märkten befürwortet, die er zu ‚erobern‘ gedenkt, umgekehrt aber jede Form von Protektionismus gutheißt, um ’seine Marktpräsenz‘ o.s.ä. zu ’sichern‘.

    Wer hat denn gesagt, dass es für den Kreditmarkt nicht gilt.

    Ganz offensichtlich herrschenden Klasse dieser Veranstaltung, die den ‚juristische Überbau‘ als ihre Interessenvertretung benutzt, mittels Gewalt diese bestimmte Art von Ökonomie aufrecht hält. Zu diesem Zweck wurden Kredite, die nicht mehr bedient werden konnten, mehr oder weniger ‚übernommen‘ von den Staaten.

    … dass man die Arbeiter gegen das Finanzkapital aufbringen müsse, denn die seien für die Finanzkrise verantwortlich, weil sie nicht zur Rechenschaft gezogen wurden.

    Das ist schon wieder deine Lesart resp. Interpretation dessen was da steht. Dass die Geldhändler für die Finanzkrise(n) verantwortlich waren, aber nicht zur Rechenschaft gezogen wurde, liefert für mich Belege genug, „wessen Interessen im ‚juristischen Überbau‘ Priorität haben“. Profaner ausgedrückt, man sollte, wenn man schon ‚Aufklärung‘ betreiben will, den Arbeitern erklären, warum es sich um Klassenkampf handelt, statt ihnen vorzuhalten, sie hätten als Bürger einen Willen zum Eigentum, das der Staat ’schützen‘ möge, was ohnehin unmöglich ist.

  27. 27 Krim 11. Mai 2017 um 20:16 Uhr

    Für einen Unbelehrbaren taugt halt kein Lehrer etwas.

    „warum um alles in der Welt hätte ausgerechnet der Pedant Marx in dem von dir zitierten Abschnitt von der Zusammensetzung des Kapitals des Kapitals schreiben sollen?“

    Warum denn nicht? Ich sehe gar nicht, wo du einen Widerspruch entdeckt haben willst. Was ist denn daran nicht zu verstehen. Eine Sahnetorte besteht zu 40% aus Biscuit zu 30% aus Früchten und zu 30% aus Sahne. 40% Biscuit stehen 30% Früchten und 30% Sahne gegenüber und das ist die Zusammensetzung der Sahnetorte. So einfach. Kindergarten nicht Oberschule.

    „Dass zur jeder Sache auch eine diese selbst bestimmendes Subjekt gehört (in dem Fall der Kapitalist, der die Order zum in-Bewegung-setzen gibt), spielt dann schon gar keine Rolle mehr. Dass zudem der Wert keine willkürliche Größe ist, sondern erst nachträglich auf dem Markt in der Konkurrenz aller Kapitalisten zustandekommt, ist bei Marx immer vorausgesetzt, ohne dass es jedesmal ausdrücklich erwähnt wird.“

    Wovon redest du denn, verflucht nochmal? Die organische Zusammensetzung des Kapitals ist ein Ausdruck für die kapitalistische Produktivität der Arbeit.

    „Ganz offensichtlich herrschenden Klasse dieser Veranstaltung, die den ‚juristische Überbau‘ als ihre Interessenvertretung benutzt, mittels Gewalt diese bestimmte Art von Ökonomie aufrecht hält.“

    Was, wo, wie bitte? Wo sind denn die ganze Revoluzzer gegen die die Ökonomie per Gewalt aufrecht erhalten werden muss?

    „Das ist schon wieder deine Lesart resp. Interpretation dessen was da steht. „

    Das ist doch billig. Abstreiten, was man gesagt hat, kann jeder.

    „Dass die Geldhändler für die Finanzkrise(n) verantwortlich waren, aber nicht zur Rechenschaft gezogen wurde, liefert für mich Belege genug, „wessen Interessen im ‚juristischen Überbau‘ Priorität haben“. „

    Hier wiederholst du es doch nochmal. Also das Finanzkapital ist schuld und gleichzeitig sind es die Strippenzieher. Aber das willst du den Arbeitern n i c h t auf die Nase binden – oder doch oder was?

    “ wenn man schon ‚Aufklärung‘ betreiben will, den Arbeitern erklären, warum es sich um Klassenkampf handelt,“

    Ja klar. Bloß nie einen Gegensatz aufkommen lassen. Wir sitzen doch alle im selben Boot, das von finanzkapitalistischen Sturm bedroht wird. Dass das Finanzkapital Klassenkampf macht, sehen die Arbeiter nicht, weil sie Eigentümer sind. Das Finanzkapital macht auch keinen Klassenkampf, es schmarotzt vom Klassenkampf, den das produktive Kapital veranstaltet.

  28. 28 Samson 12. Mai 2017 um 12:26 Uhr

    @Krim

    Langsam wirds lächerlich.

    40% Biscuit stehen 30% Früchten und 30% Sahne gegenüber und das ist die Zusammensetzung der Sahnetorte.

    Es sind Teile der Torte, und wenn der Konditor noch Schokostreusel draufschüttet, werden auch diese Teil der Torte, verändern dadurch deren proportionale Zusammensetzung, stehen den anderen Teilen aber nicht gegenüber.

    Das Gemeinsame der Teile ist nicht deren proprtionales Verhältnis, sondern dass der Chef des Konditors diese zusammen mit dessen Arbeitskraft auf dem Markt als Waren vorfindet, sie mittels Kauf (dem sog. ‚Äquivalenten-Tausch‘) zu seinem rechtmäßigen Eigentum macht, und das Resultat der Arbeit des Konditors, das ihm ebenso rechtmäßig gehört, wieder auf dem Markt verkauft.

    Die organische Zusammensetzung des Kapitals ist ein Ausdruck für die kapitalistische Produktivität der Arbeit.

    Ja und, was willst du mit dem Adjektiv sagen? Jede Arbeit ist produktiv, und „kapitalistische Produktivität der Arbeit“ bedeutet folglich, das Kapital macht die Arbeit, oder was?

    Frag dich mal, warum Marx permanent auf dem Terminus Arbeitskraft besteht, die von den Kapitalisten angewandt wird, und weiter warum deren Preis ‚variabel‘ ist. Und komm jetzt nicht mit dem Schwurbel, die ‚Lebensmittel‘ hätten halt ‚unterschiedliche‘ Preise; das stimmt nur für die Analyse; es fragt sich wie das praktisch gehen soll, ohne ‚juristischen Überbau‘ incl. Gewaltmittel zur Durchsetzung aller Arten von ‚Gesetzgebung', in welcher ausschließlich Rechte definiert und nach jeweiligem Bedarf ‚angepasst‘ werden. Die entscheidende Frage ist eben, wessen Bedarf das ist.

    Wo sind denn die ganze Revoluzzer gegen die die Ökonomie per Gewalt aufrecht erhalten werden muss?

    Gewalt hat zwei mögliche Wirkungen, diese hängen aber nicht ab vom Willen derer, gegen die sich die Gewalt richtet, sondern von den Möglichkeiten, etwas dagegen zu machen. Fehlen diese, dann bleibt nur Unterwerfung oder Tod.

    Eine Form von Unterwerfung ist bspw. der Verkauf der eigenen Arbeitskraft an irgendwen (der folglich das Eigentum an dieser Arbeitskraft erwirbt, und zwar legal), um an die Mittel der eigenen Subsistenz zu kommen, die anders offenbar nicht zu haben sind. Das ist aber was ganz anderes als zu sagen, wer sowas macht hätte einen Willen zum Eigentum.

    Also das Finanzkapital ist schuld und gleichzeitig sind es die Strippenzieher.

    Das ist das, was du reinliest, was aber nicht dasteht, weil du immerzu Verantwortung mit Schuld gleichsetzt. Verantwortung meint bspw., die Geldhändler wissen ziemlich genau was sie tun, und daraus folgt.

    Wenn Ziegler* einen offiziellen FAO**-Bericht zitiert, wonach lediglich 2 Prozent aller Rohstoff-Futures zum tatsächlichen Verkauf einer Ware führen, die restlichen 98 Prozent indes noch vor Fälligkeitsdatum weiterverkauft werden, dann stimmt deine Behauptung (das Finanzkapital) „schmarotzt vom Klassenkampf, den das produktive Kapital veranstaltet“ nur noch sehr bedingt (und die Bedingungen sind politischer Natur). Geradezu absurd mutet gemessen daran allerdings dein Satz an, „Es ging also um die Rettung der Nationalökonomie, um die Fortführung der Kapitalakkumulation insgesamt, einschließlich produktivem Kapital und zugehöriger Arbeiterschaft“. Dazu müsstest du nämlich nachweisen können, dass sich die Notwendigkeit des Kredits aus dem Prozess des Kapitalumschlags unvermeidlich ergibt. Gerade weil dieser auf dem Markt und eben nicht in der Produktion stattfindet (diese aber voraussetzt), lässt sich der Kapitalumschlag freilich nicht umstandslos aus der Darstellung eines Einzelkapitals herleiten.

    *Jean Ziegler, „Wir lassen sie verhungern“, S. 270
    **FAO – Food and Agriculture Organization of the United Nations

  29. 29 Krim 12. Mai 2017 um 15:55 Uhr

    „Langsam wirds lächerlich.“

    Genau.

    „stehen den anderen Teilen aber nicht gegenüber.“

    Doch weil es eine Torte ist und die Teile, das gemeinsame haben, Teil dieser Torte zu sein. Deshalb stehen sie in einem Verhältnis zueindander, sie beziehen sich auf einander und stehen sich deshalb gegenüber. Das ist eine vollkommen übliche Ausdrucksweise. Bloß du stellst dich bockig wie ein Kind.

    „“Das Gemeinsame der Teile ist nicht deren proprtionales Verhältnis,“"

    Das gemeinsame der Teile bei der organischen Zusammensetzung des Kapitals sagt schon der Name, dass sie eben verschieden Teile des Gesamtkapitals sind. Das ist das gemeinsame und deswegen sind sie sachlich objektiv aufeinander bezogen. Das ist k e i n e Sichtweise. Es ist ein Wertverhältnis, das auf der Grundlage eines stofflichen Verhältnisses, wie Marx das ausdrückt zu stande kommt. Nämlich das Verhältnis der lebendigen Arbeit zur toten, vergegenstndlichten oder die Menge v die braucht um das konstante Kapital in Bewegung zu setzen.

    Das der Kapitalist v und c auf dem Markt als Waren vorfindet, spielt in dem Verhältnis keine Rolle. Eine Rolle spielt, dass sie Teil eines gemeinsamen Produktionsprozesses sind, der die beiden Kapitalbestandteil stofflich und wertmäßig aufeinander bezieht.

    „Jede Arbeit ist produktiv, und „kapitalistische Produktivität der Arbeit“ bedeutet folglich, das Kapital macht die Arbeit, oder was?“

    Nein das bedeutet, dass Produktivität im Kommunismus z.B. einen ganz anderen Inhalt hat. Da geht es z.B. darum wieviel Arbeit wieviel Produktionsmittel in Bewegung setzt und nicht darum wieviel bezahlte Arbeit v wieviel c in Bewegung setzt. Im Kapitalismus geht es immer darum bezahlte Arbeit nicht Arbeit zu ersetzen durch Maschinerie. Es reicht nicht, dass die Arbeit die von einer Maschine auf das Produkt übertragen wird kleiner ist als die Arbeit, die man ohne Maschinerie benötigen würde. Nein die Maschinerie muss mehr bezahlte Arbeit ersparen als sie kostet.

    „Gewalt hat zwei mögliche Wirkungen, diese hängen aber nicht ab vom Willen derer, gegen die sich die Gewalt richtet, sondern von den Möglichkeiten, etwas dagegen zu machen. Fehlen diese, dann bleibt nur Unterwerfung oder Tod.“

    Wer soll das denn verstehen? Was für mögliche Wirkungen?

    “ Das ist aber was ganz anderes als zu sagen, wer sowas macht hätte einen Willen zum Eigentum.“

    Wer hat behauptet, dass alle die ihre Arbeitskraft verkaufen Eigentümer sein wollen. Als sei das die direkte Folge sein Geldverdienen zu müssen. Eigentümer wollen die Leute ganz getrennt davon sein, dass sie ihre Arbeitskraft verkaufen.

    „Das ist das, was du reinliest, was aber nicht dasteht,“

    Ja was steht denn da? Das ist doch ein billiges Spiel jedesmal den Inhalt der eigenen Aussagen abzustreiten und dann genau den gleichen Scheiß nochmal sinngemäß hinzuschreiben.

    Was haben denn Rohstofffutures mit Klassenkampf zu tun? Erklär das doch mal und behaupte nicht einfach es sei so.

    „Dazu müsstest du nämlich nachweisen können, dass sich die Notwendigkeit des Kredits aus dem Prozess des Kapitalumschlags unvermeidlich ergibt.“

    1. Das tut es zwar. Denn der Wechsel ist genau das. Nicht vorhandene Zahlungsfähigkeit wird als Zahlung genommen, um den Kapitalumschlag zu beschleunigen und dadurch m zu vergrößern. 2. Aber mit dem von dir zitieren Satz von mir hat das widerum rein gar nichts zu tun. Also dass ich den Beweis der unter 1. steht leisten müsste ist vollkommener Blödsinn.

  30. 30 Nestor 28. Mai 2017 um 13:52 Uhr

    Ja Leute, was soll denn das?!

    Um was geht es hier?

    Die Behauptung, die von mir aufgestellt wurde – mit Berufung auf Marx, aber das ist hier völlig überflüssig, weil das geschieht ja dauernd vor aller Augen unter dem Namen „Rationalisierung“ –, daß immer mehr lebendige Arbeit durch tote, also vergegenständliche ersetzt wird. Also: durch Maschinen oder Software oder Logistik werden Menschen überflüssig gemacht und auf die Straße gesetzt, für die Verbleibenden intensiviert sich die Arbeit.

    Ob das jetzt für die Agitation taugt, war hier überhaupt nicht Gegenstand. Die Frage ist sowieso falsch: will man gegen das herrschende System agitieren, so muß man es tun und nicht nach Bedingungen und Methoden suchen.

    Aber in dem Artikel über VW ging es nur darum, den Beitrag des Finanzkapitals für diese Entwicklung zu würdigen und gleichzeitig darauf hinzuweisen, daß gesteigerten Gewinnen der erfolgreichen Unternehmen gestiegene Schulden gegenüberstehen. Also auch die Flaggschiffe der nationalen Industrien schieben einen wachsenden Schuldenberg vor sich her, der in die Bilanzen nicht eingeht und sozusagen zum normalen Prozedere der heutigen Unternehmenskultur gehört: Verschuldungsfähigkeit wird sozusagen zu einem Ausweis des Erfolgs.

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