Die neueste Absurdität des Kreditwesens

NEGATIVZINSEN

In den guten alten Zeiten, die bis in die graue Vorzeit zurückreichen, – bereits in der Bibel wird das Zinsnehmen gegeißelt – verlieh der Geldbesitzer sein Geld, um damit Gewinn zu machen. Er stand immer schon auf dem Standpunkt, sein Vermögen als Kapital einzusetzen und damit G–G’ zu machen, als dieses Prinzip noch die extreme Ausnahme im wirtschaftlichen Treiben der Menschheit darstellte.
In den Anfangszeiten des Kapitalismus spielte das Geldkapital eine Art Geburtshelfer-Rolle: Erstens, weil es das Prinzip hochhielt, daß Vermögen ein Recht auf mehr Vermögen bedeutet, und es praktisch propagierte. Zweitens aber, weil es bereits Kapital angehäuft hatte und durch Verleihen und die produktive Verwertung dieses Leihkapitals in der Hand des Schuldners die gesamtgesellschaftliche Kapitalakkumulation voranbrachte.
Im durchgesetzten, siegreichen und weltweit agierenden Kapitalverhältnis schließlich übernahm das Finanzkapital die Rolle des Schmiermittels im Kreislauf der Kapitalverwertung und machte den technischen Fortschritt durch Konzentration der Kapitale überhaupt erst möglich.

Und heute?

Heute ist es zum Hüter des Geldes, des Maßes der Werte geworden, das sich in Zusammenarbeit mit den politischen Gewalten immer mehr vom Kreislauf des produktiven Kapitals abkoppelt. Und ein Phänomen hervorbringt, das im Grunde seine ganze bisherige Tätigkeit, quasi die Grundlage seiner Existenz auf den Kopf stellt: die Null- und Negativzinsen.

Nullzinsen

Schon die Nullzinsen sind eine Absurdität: Warum verleiht jemand überhaupt sein Geld, wenn er nichts dafür kriegt? Da könnte er es doch gleich in der Schatztruhe liegenlassen und die gut absperren. Es muß in der Natur des modernen Geldes, vor allem der des Buchgeldes, liegen, daß es eigentlich erst wirklich da ist, existiert, wenn es in die Zirkulation geworfen wird – ansonsten ist es eine bloße Zahl auf einem Server und kommt gar nicht zu einer Vergegenständlichung als Geld.
Umgekehrt verkommt das solchermaßen auftretende Leihkapital zu einem bloßen Zirkulationsmittel, das nur zwischen – ja was eigentlich? – vermittelt. Es ist kein Warentausch, der dadurch ermöglicht wird, daß hier Geld für Ware hingelegt wird. Wenn ein Staat Anleihen zu Nullzinsen ausgibt – und auch los wird, – so ist das eine Transaktion anderer Art, als wie wenn hier Gold, Leinen oder Schuhpasta über den Ladentisch gehen. In die gesellschaftliche Zirkulation im eigentlichen Sinne geht dieses Geld nämlich nicht ein, sondern es wird nur durch diese Transaktion als solches geboren, beglaubigt, und kann dann erst in die Niederungen der Warenzirkulation hinabsteigen.
Die Crux und das Ärgernis ist jedoch, daß dies nicht oder fast nicht geschieht, daß das solchermaßen in die Welt gesetzte Geld nicht in die Welt des Warentausches eingeht, sondern sich weiter in der exquisiten Sphäre des Finanzkapitals, der Notenbanken und der staatlich abgesicherten Kreditgarantien herumtreibt.

Negativzinsen

Noch komplizierter ist die Angelegenheit mit den Negativzinsen. Daß ein Schuldner sich gerne verschuldet, wenn er dafür bezahlt wird, ist nachvollziehbar. Aber was veranlaßt einen Gläubiger dazu, sein Kapital so zu plazieren, daß es dadurch weniger wird?

Die Antwort ist: es handelt sich um spezielle Arten von Gläubigern, die ein Produkt der seit Jahren währenden Weltwirtschaftskrise sind. Diese Krise wird gerne als „Finanzkrise“ bezeichnet, weil sie vom Finanzsektor ausgegangen ist. Dieser Begriff ist jedoch irreführend, weil er dem Irrtum Vorschub leistet, die Krise sei durch diesen Sektor entstanden und ließe sich durch entsprechende regulative Maßnahmen im Finanzgewerbe reparieren.
(Dieser Irrtum ist sehr produktiv und hat inzwischen eine umfangreiche Literatur hervorgebracht, die mit allen möglichen Hausmittelchen im Bauchladen den Kapitalismus reparieren möchte, damit das Geschäftemachen wieder flutscht.)

„20 % der Firmenanleihen, die die EZB kauft, haben Negativzinsen“ (El País, 5.8.)

Die EZB kauft seit einiger Zeit außer Staatsanleihen auch Firmenanleihen und Aktien auf. Sie ist einer dieser Gläubiger, die es in Kauf nehmen, für Leihkapital zu zahlen. Die Voraussetzung dafür ist, daß sie über unbeschränkte Zahlungsfähigkeit verfügen. Neben der EZB machen Ähnliches auch andere Notenbanken, wie die Fed oder die Bank of England. Bei der EZB hat diese Tätigkeit jedoch erstens einen bedeutenderen Umfang und zweitens eine demonstrative Absicht. Sie fordert damit die Firmen auf, sich durch Beschaffung von Fremdkapital fit zu machen für die Kapitalakkumulation. Über die Erleichterung der Kreditbeschaffung will sie die Unternehmen zum Gewinne-Machen anstacheln.
Das neuerlich Absurde an dieser praktischen Aufforderung ist, daß das Machen von Gewinn ja das Eigeninteresse der Firmen ist und es seltsam anmutet, daß sie dazu sozusagen durch Zuckerln animiert werden sollen. Über die tatsächliche, praktische Schwierigkeit, mit der das produktive Kapital konfrontiert ist, kann das Leihkapital jedoch nicht hinweghelfen. Die liegt nämlich im Wegbrechen von Märkten und der schrumpfenden Zahlungsfähigkeit der kleinen Leute begründet. Auch wenn sie die Stückkostenzahl durch Modernisierung senken oder innovative Produkte auf den Markt werfen, sind nicht genug Zielobjekte vorhanden, die ihnen das Klump auch abkaufen.
Es ist deshalb durchaus möglich, daß viele Firmen sich deshalb des Kreditgeschenkes zum bloßen Zweck der Konkursverschleppung bedienen, wovon wir in Zukunft auch noch hören werden.

Es gibt auch andere Gläubiger bzw. Käufer von Papieren mit Negativzinsen. Das sind diejenigen, die darauf hoffen, daß sie über Kursgewinne die Negativzinsen kompensieren. So verhält es sich mit denjenigen, die Papiere in Schweizer Franken oder Dollar oder sonstigen Fremdwährungen kaufen. Die hoffen auf ein weiteres Ansteigen der Fremdwährung gegenüber dem Euro, also Gewinne durch Wechselkursveränderungen. Man kann daraus folgern: die sind nicht allzu sehr überzeugt von der Performance des Euro. Man könnte überspitzt sagen, die gehen eine Wette gegen die europäische Einheitswährung ein. Eine besondere Freude haben die Euro-Hüter mit diesen Leuten nicht.

Dann sind da auch noch Leute, die dem vom EZB-Chef verkündeten Aufkaufsprogramm entnehmen, daß so ein Kauf eine relativ sichere Sache ist. Erstens steigert dieses Programm derzeit die Börsenkurse, sie machen also Gewinne durch Kauf und späteren Verkauf dieser Papiere an der Börse, deren Preis die Negativzinsen kompensiert. Zweitens, sollte dieser Effekt nachlassen oder aufhören, so können sie diese Papiere immer noch an die EZB abstoßen, bevor sie ihnen die Finger verbrennen.

Das Dumme an diesen ganzen Manövern ist auch hier wieder, daß zwar damit der Euro seinen Kurs und Wert halbwegs hält, aber ansonsten die ganze Bewegung innerhalb der bereits erwähnten geschlossenen Gesellschaft von Finanzkapital und Notenbanken verbleibt und keinerlei besonderen Effekt auf die nationale Kapitalakkumulation hat.

Konsumentenkredite

Die Kredite an den kleinen Mann, ob als Hypothekarkredit, Leasing-Vertrag oder Kreditkartenkredit, sind die einzigen Kredite, die auch die Zahlungsfähigkeit der Massen beflügeln. Bei ihnen werden aber kräftig Zinsen draufgeschlagen. Es ist also eine doppelte Lüge, wenn in den Medien verkündet wird, die „Häuslbauer“ täten sich über die Nullzinsen freuen. Erstens freut sich niemand darüber, sich verschulden zu müssen, um ein Dach über dem Kopf zu kriegen. Zweitens aber kommen diese Figuren ja gerade nicht in den Genuß der Nullzinsen, weil sie die einzige Sparte des Kreditgeschäftes sind, an der die Banken sich noch relativ sicher bereichern können.

Es ist also die wirklich absurde Situation eingetreten, daß gerade diejenigen Leute, die von ihrer Arbeitsleistung, also mehr oder weniger von der Hand in den Mund leben – sei es als Lohnabhängige oder als Selbständige – nicht nur das Gros der Steuerleistung erbringen, sondern die einzigen sind, die den Banken sichere Gewinne einspielen. Das produktive Kapital hingegen erhält Streicheleinheiten in Form von Umsonst-Krediten, um wieder auf Akkumulationskurs zu kommen, und schafft es nicht, weil weiter unten immer weniger auf dem Gehalts- oder Ich-AG-Konto landet.
Und so ist es auch nicht mehr, daß jeder Zwerg Bumsti auf seine schöne Nase hinauf unbegrenzt Kredit erhält, wie das vor 2008 üblich war. Da sind sowohl die Kredithändler vorsichtiger geworden, vor allem, was gewisse Pleiteregionen betrifft, als auch die anvisierten Schuldner, die sich angesichts Verfall der Einkommenssituation oder der Wechselkurse oft sehr plötzlich von ihrer Immobilie oder ihrem Auto trennen mußten, und mit einem Haufen Schulden übrig blieben.

Man fragt sich, wie lange dieses seltsame Kredit-Karussell sich noch weiter drehen wird.


55 Antworten auf „Die neueste Absurdität des Kreditwesens“


  1. 1 Neoprene 05. August 2016 um 15:03 Uhr

    Dazu paßt, daß die SZ heute einen Artikel über die Kreditkartenschulden der Privathaushalte in den USA gebracht hat:
    Sie belaufen sich mittlerweile auf 700 bis 1000 Mrd. $. Zuwachs allein im letzten Quartal weitere 18 Mrd. Und das lohnt sich in der Tat: „die Banken kassieren, aufs Jahr hochgerechnet, Zinsen von durchschnittlich 14 bis 18 Prozent“. Natürlich nur, solange die Kundschaft noch einen Job hat:
    „Hinzu kommt: Kreditkartenschulden sind meist nicht die einzigen Verbindlichkeiten. Viele Amerikaner müssen zudem Haus-, Auto und Studentendarlehen abbezahlen. Lässt man die schuldenfreien Haushalte einmal außen vor, so stehen nach Angaben des Finanzportals Nerdwallet alle übrigen mit durchschnittlich 131 000 Dollar in der Kreide. Insgesamt belaufen sich die Verbindlichkeiten der US-Verbraucher auf über zwölf Billionen Dollar. Kreditkartenschulden machen davon gut sechs Prozent aus.
    Kritisch wird es bei einem gesamtwirtschaftlicher Schock – einer deutlichen Zinserhöhung etwa oder eben einem Konjunktureinbruch.“

    Nachtrag:
    Auch schon vor dem Ausbruch der letzten Krise 2007 lebte die Konsumgüternachfrage nur noch von der Verschuldungsfähigkeit der privaten Haushalte. Die konnten sich, jedenfalls wenn sie Hausbesitzer waren, durch neue Hypotheken auf die ja angeblich gestiegenen Immobilien“werte“ Konsum leisten, den sie allein aus ihren Lohneinkommen schon nicht mehr hätten bezahlen können.

  2. 2 Jacko 05. August 2016 um 22:48 Uhr

    Da der Verbraucher auf ein Konto angewiesen ist,
    werden ihm dafür auf breiter Front die Gebühren erhöht

    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/geldinstitute-banken-erhoehen-in-grossem-stil-gebuehren-1.3109173

  3. 3 Neoprene 06. August 2016 um 13:48 Uhr

    „Helikoptergeld „markiert wahrscheinlich das Ende des Weges für Anhänger einer Omnipotenz der Geldpolitik, die andauernd auf eine weitere Lockerung (der Geldpolitik) gedrängt haben, inmitten einer Bilanzrezession, während der eine solche Politik einfach nicht wirken kann. …

    Irgendwann wird der private Sektor aber seine Bilanzen repariert haben und wieder anfangen, Schulden zu machen. Wenn das passiert, kann die Inflation schnell außer Kontrolle geraten, es sei denn, die Notenbank zieht die Liquidität ab, die die Notenbank unter QE und Helikoptergeld in den Markt gedrückt hat. Beispielsweise belaufen sich die Überschussreserven, die die Fed geschaffen hat auf das 15Fache der gesetzlich vorgeschriebenen Reserven der Banken.“ Während die Überschussreserven lange Jahre bei lediglich 1,5 Mrd. Dollar gelegen waren, sind sie nach der Pleite von Lehman Brothers explodiert und liegen trotz des Rückgangs seit Mitte 2014 aktuell immer noch bei horrenden 2,22 Billionen Dollar. „Das bedeutet, dass – wenn Unternehmen und private Haushalte tatsächlich beginnen sollten, richtig Schulden zu machen – die Geldmenge auf das 15fache ihrer aktuellen Größe hochschießen könnte, und damit die Inflation auf bis zu 1.500 Prozent hochtreiben könnte. Die Vergleichswerte für Japan und die Schweiz liegen bei 28, für die Euro-Zone bei fünf und elf für Großbritannien. Wenn sich die Nachfrage nach Krediten in diesen Ländern erst einmal erholt, wird das Vertrauen in den Dollar, Euro und Yen zusammenbrechen, wenn die US-Notenbank die Überschussreserven nicht auf ein Fünfzehntel des aktuellen Niveaus reduziert, die EZB auf ein Fünftel…“

    „Aber dieser extreme Abbau der Reserven wird es erforderlich machen, dass die Notenbank die Anleihen verkauft, die die Notenbank besitzt, was allerdings ein Albtraum sowohl für die Wirtschaft, als auch für den Anleihenmarkt wäre.“ Bei einem Verkauf der Anleihen würden die Zinsen nach oben schießen. Das könnte die US-Wirtschaft, die mit 65 Billionen Dollar – das sind horrende 350 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung – verschuldet ist, auf keinen Fall verkraften – und viele andere Industriestaaten auch nicht.“
    Der taiwanisch-amerikanische Volkswirt Richard Koo gemäß
    http://www.finanzen100.de/finanznachrichten/wirtschaft/hyperinflation-droht-wenn-helikoptergeld-funktioniert-wird-die-inflation-auf-1-500-prozent-steigen_H1627276431_306218/

  4. 4 Nestor 06. August 2016 um 23:32 Uhr

    Also, mit diesem Schmarrn kann man wirklich nix anfangen.

    Helikoptergeld ist doch nur eine von den vielen Vorschlägen, die nie realisiert werden und auch nicht verwirklicht werden können.
    Dieser Artikel bewegt sich in der 3. Dimension der Logik der Möglichkeit – wenn – wenn – wenn, so wäre – wäre – und ist schlicht dumm.

  5. 5 Neoprene 07. August 2016 um 0:07 Uhr

    Nein, die zentrale These ist doch erstmal, Helikoptergeld hin oder her, daß die enorm vergrößerte Geldmenge früher oder später zu einer dementsprechenden Inflation führen könnte. Spekulation ist doch nur die blöde Inflationszahl von 1500 % von Koo. Du tust so, als ob das enorme QE usw. für die wirtschaftliche Entwicklung ohne irgendeine Bedeutung bleiben würde. Was macht dich denn so sicher, daß das nur dumme Panikmacherei ist?

  6. 6 Jacko 07. August 2016 um 7:22 Uhr

    Die Finanzer diskutieren in ihren Zeitschriften alles Mögliche an Trends, sowohl für die, die mit dem mainstream anlegen wollen als auch für die Risikoleute und Superasse, die dagegen wetten wollen.

    Und vermutlich, weil das bei Luuer irgendwo Thema ist, habt ihr euch auf diese Vorschläge für ein Helikoptergeld eingelassen – und findet nunmehr in allen möglichen Finanzzeitungen darüber Anmerkungen.

    Genau so gut findet man dort Anmerkungen über das Gegenteil oder dazu wieder eine passende Anlagestrategie.

    Aber man kann das auch zu einer Verschwörungstheorie ausbauen: Dass darüber nicht überall diskutiert wird, das ist doch logo. Das zeigt dann nämlich, dass sie nämlich genau das vorhaben. Und Jacko und andere, das sind eigentlich fast schon Agenten, die darauf hereinfallen, dass man darüber besser nicht diskutieren soll. Sondern jetzt muss man seine Ersparnisse in Gold umwandeln, weil übermorgen bricht alles zusammen, und morgen kommt das Helikoptergeld, und dann wird durch Inflation mein Erspartes wertlos.

    Herrjemine…

    [Hoffentlich steigt ihr nicht all den alternativen Anlagestrategien in Finanzzeitungen – daher übrigens die Ausdrucksweise in ‚Optionen‘, so nennen Finanzer wohl ihre [Anlage-] ‚Möglichkeiten‘ – demnächst auch ähnlich intensiv hinterher…]

  7. 7 Jacko 07. August 2016 um 7:47 Uhr

    Andere Finanzer, z.B. die, die gegen das Gold wetten, die haben dafür bestimmt ebenfalls Riesengemälde an Möglichkeiten und theoretischen Konstruktionen darüber, was so alles eintreten könnte und dürfte und würde, gleichfalls zur Verfügung…

  8. 8 Jacko 07. August 2016 um 8:33 Uhr

    Dass die drohende Hyperinflation kein Schreckgespenst, sondern bereits Realität sei, wird in einem anderen Blog so zurechtgeschustert:

    Inflation, das sei vor allem Geldvernichtung. Wenn ein Sparer aufgrund gestiegener Bankkosten und der derzeitigen Inflationsrate und bei minimalen Zinsen heutzutage sein Erspartes dahinschwinden sieht, dann ist das ja irgendwie auch „Geldvernichtung“. „Also“ gibt es die Inflation heute schon (denn sie wurde ja bloß als Geldvernichtung gekenzeichnet), also ist Deflation gleich Inflation, also kommt notwendig das Heligeld…

  9. 9 Panzerknacker 07. August 2016 um 10:11 Uhr

    „Du tust so, als ob das enorme QE usw. für die wirtschaftliche Entwicklung ohne irgendeine Bedeutung bleiben würde. Was macht dich denn so sicher, daß das nur dumme Panikmacherei ist?“

    http://nestormachno.blogsport.de/2012/03/07/inflation-droht/

  10. 10 Nestor 07. August 2016 um 11:38 Uhr

    @Neoprene

    Die Angst vor der (galoppierenden) Inflation ist bei manchen Leuten so alt wie die Finanzkrise. Schon bei der ersten Bankenrettung 2008, die die Geldmenge enorm anschwellen hat lassen, ist der drohende Zeigefinger der Mahner in die Höhe gegangen.
    Gleichzeitig wäre die EZB froh, wenn sie Inflation hervorbringen könnte:
    http://nestormachno.blogsport.de/2015/11/21/der-schrei-nach-inflation/

    Der Grund ist der, daß diese große Geldmenge eben in den Sphären des Finanzkapitals bleibt und nicht in die Zirkulation eingeht.
    Daß das ganze Treiben der Politiker und Finanzer, die Geldmenge auszuweiten, indem man Schulden auf Schulden häuft, einmal zu dem führen könnte, was Marx die allgemeine Diskreditierung des Geldes nennt, ist eine begründete Befürchtung. Das ist aber nicht der Inhalt des von dir geposteten Artikels, weil der begreift nicht, worum es sich dabei handelt, sondern ringt nur tantig die Hände: Huch, so viel Geld!

  11. 11 Krim 07. August 2016 um 13:37 Uhr

    1.“Dieser Begriff ist jedoch irreführend, weil er dem Irrtum Vorschub leistet, die Krise sei durch diesen Sektor entstanden und ließe sich durch entsprechende regulative Maßnahmen im Finanzgewerbe reparieren.“

    Kannst du das mal erläutern. Ausgelöst wurde die Finanzkrise 2008 durch die amerikanischen Häuslebauer, bzw. Firmen die den Leuten eingeredet haben, mit den steigenden Immobilienpreise wären locker die Hypotheken gedeckt, die sie für ihre Häuser aufgenommen haben. Nun sind die Immobilienpreise weniger gestiegen und die Hypotheken konnten nicht bedient werden.

    Kredit konnte nicht bedient werden und wurde entwertet. Der Kredit wurde also vom Finanzkapital in die Welt gesetzt. Die Spekulation auf steigende Immobilienpreise ist eben nicht aufgegangen.

    2. Das mit den Reserven der EZB oder FED, die dann beim privaten Schuldenmachen angeblich in den Markt gepumpt werden, halte ich für etwas seltsam. Was haben denn die Reserven der Notenbanken mit den privaten Schulden zu tun. Als seien die Schulden durch die Reserven der Notenbank begrenzt.

  12. 12 KHM 07. August 2016 um 14:16 Uhr

    Off topic:

    Marx-Engels-Gesamtausgabe (MEGA)

    Full-text downloadable PDFs of the Marx-Engels-Gesamtausgabe (MEGA), a bit out of order.

  13. 13 KHM 07. August 2016 um 14:25 Uhr

    Keine Ahnung warum der Link nicht funktioniert. Gefunden hier.

    Kann das mal jemand korrekt verlinken?

  14. 14 Neoprene 07. August 2016 um 14:44 Uhr

    KHM, eine einzige Google-Suche hat mir folgendes gebracht:

    „Zum neuen Jahr ist die digitale Ausgabe der MEGA in einer neuen Version online gegangen. Man findet sie, unter: http://telota.bbaw.de/mega

    Für die digitale Ausgabe wurde zunächst die II. Abteilung (Das Kapital und Vorarbeiten) ausgewählt, die nahezu vollständig bearbeitet ist und deren Bände – mit Ausnahme von Teilband II/4.3. – bereits vorliegen.

    Das umfangreiche Textkonvolut der ökonomischen Schriften von Marx wird damit für Fragestellungen der Forschung weiter erschlossen. Die edierten Texte werden seiten- und zeilenidentisch mit den gedruckten MEGA-Bänden und damit wissenschaftlich zitierfähig präsentiert.

    Zur Zeit sind in der digitalen Ausgabe der MEGA die Edierten Texte von fünf MEGA-Bänden verfügbar, darunter die „Grundrisse“ (II/1), das „Sechste Kapitel des ersten Buches: Die Resultate des unmittelbaren Produktionsprozesses“ (II/4.1), Manuskripte von Marx (II/4.1, II/11) sowie redaktionelle Texte (II/12) und die von Engels herausgegebene Druckfassung zum zweiten Buch des „Kapital“ (II/13). Der Text des Bandes II/11 ist zur Zeit noch nicht vollständig verfügbar, da er viele Formeln, Grafiken, Tabellen und Brüche enthält, die gesondert bearbeitet werden müssen, was derzeit geschieht. In Kürze wird auch der Edierte Text der Erstausgabe des ersten Buches des „Kapital“ (Der Produktionsprozess des Kapitals) von 1867 bereitgestellt werden.

    Das Projekt ist das Ergebnis einer Kooperation zwischen dem Akademienvorhaben MEGA an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW), der Arbeitsgruppe Telota an der BBAW und einer Gruppe japanischer Forscher von der Tohoku-Universität Sendai und der Hosei Universität Tokio.“

    Das hat Ingo Stützle vor 5 Jahren auf seiner Seite geschrieben.
    http://stuetzle.cc/2011/01/megadigital-marx-engels-gesamtausgabe-geht-online/

  15. 15 Neoprene 07. August 2016 um 14:51 Uhr

    Zu Krims und 2007:
    „Ausgelöst wurde die Finanzkrise 2008 durch die amerikanischen Häuslebauer, bzw. Firmen die den Leuten eingeredet haben, mit den steigenden Immobilienpreise wären locker die Hypotheken gedeckt, die sie für ihre Häuser aufgenommen haben. Nun sind die Immobilienpreise weniger gestiegen und die Hypotheken konnten nicht bedient werden.“
    Ja und Nein: In der Tat wurden damals Kredite für den privaten Hauskauf gewährt unabhängig davon, ob die Käufer die aufgenommenen Kredite danach auf Dauer bedienen konnten. Denn das Argument für die Kreditvergabe war von Anfang an gar nicht die Bedienbarkeit sondern die unterstellte Werthaltigkeit des Hauses als Pfandobjekt für die Kreditgeber. Wenn der Kreditnehmer seine Raten nicht mehr bezahlen konnte, warf die Bank ihn eben aus ihrem (nicht seinem wie er gedacht hatte) Haus raus und verkaufte es neu an den nächsten Kreditnehmer. Das ging solange gut, wie die Preise stiegen. Als das vorbei war, da spielte auf einmal die Bedienbarkeit eine größere Rolle. Und da es die in vielen Fällen ja von Anfang an gar nicht gegeben hatte, crashte es dann eben

  16. 16 Neoprene 07. August 2016 um 15:21 Uhr

    Zu Inflationsgefahr/prognose/befürchtung:
    Selbst wenn man davon ausgeht, daß die Bestimmung einer durchschnittlichen Preisentwicklungsrate eh problematisch ist, so gibt es doch zwei Fakten, die hier von Bedeutung sind:

    1. Im Augenblick gibt es in keinem großen kapitalistischen Staat eine ins Gewicht fallende Steigerung der Verbraucherpreise. Enorme Schwankungen gab und gibt es bei Energiepreisen und ganz offensichtlich gibt es weltweit eine enorme Zunahme der Immobilienpreise.

    2. Das war beileibe nicht immer so: In den USA gab es nach dem zweiten Weltkrieg in den 70ern Inflationsraten von 12 % und 14 %. In Frankreich lag die Rate Ende der 70er bis Anfang der 80er über 10 %, in der Spitze 15 %. In GB erreichte die Inflation ihre Spitze Mitte der 70er mit 25 %. Genauso in Italien. Nur in Deutschland lag die Spitze bei vergleichsweise geringeren 8 % Mitte der 70er.

    3. Das enorme Aufpumpen des Finanzwesens mit Billionen an $, Pfund, Yen und Euros hat bis dato keinerlei Inflationswirkung gezeigt, nur Aktien und Immobilien notieren zu Allzeithochs dieser Tage.

    4. Die Politik hat Inflationsziele aber regelmäßig wenig in der Hand, um sie auch hinzukriegen. Wenn Preisstabilität überall ein offizieles Politikziel ist, dann wird damit regelmäßig, so auch jetzt in der EU, eie „maßvolle“ Inflation von 2% als Ziel verkündet. Was partout nicht eintreten soll, sind sinkende Preise (wie z.B. in Japan, wo deshalb auch am massivsten gegengesteuert wurde, mit bekanntlich sehr geringem Erfolg)
    Selten, daß ein Politiker mal sagt, „lieber fünf Prozent Inflation als fünf Prozent Arbeitslosigkeit“ (Schmidt 1972).
    Daß es aber egal wäre, wie die Preise anziehen, das hat niemand im Programm.

  17. 17 Nestor 07. August 2016 um 18:36 Uhr

    @Krim

    Was die Ursachen der Krise betrifft: Meiner Erinnerung warst es gerade du vor geraumer Zeit, der der darauf hingewiesen hat, daß es sich bei der gegenwärtigen Krise – wie im Grund immer – um eine Überakkumulation von Kapital handelt. Es wurde mehr Kapital akkumuliert, als sich gewinnbringend anlegen lä0t. Soweit zur Grundlage von Krise überhaupt. Damit will ich darauf hinweisen, daß die Krise ihren Grund nicht in verkehrten Manövern des Finanzkapitals hat, sondern unserem Wirtschaftssystem immanent ist.
    Die letzte Grundlage aller Krisen ist immer die mangelnde Zahlungsfähigkeit des Proletariats. Die wurde in den letzten Jahrzehnten durch Kredit überwunden. Und dort, bei den Kosumentenkrediten, ist das ganze ja dann auch als erstes gekracht. Daß aus der Zahlungsunfähigkeit der US-Subprime-Kreditnehmer eine weltweite Krise werden konnte, lag daran, daß diese Art von Krediten erstens weit verbreitet war, zweitens aber zur Grundlage weiterer Kreditmanöver geworden war, die damit auch zunichte wurden. (ABS-Papiere usw.) Damit wurde auf einmal aller Kredit hinterfragt, der in der Welt unterwegs war, und ein großer Teil davon für zu leicht befunden.

    Soweit zur Erläuterung dessen, was ich gemeint habe mit „ausgegangen, aber nicht entstanden“.
    Zu dem Disput mit Neoprene um die Gründe, warum diese konkreten Subprime-Kredite zunichte geworden sind, verstehe ich die Kontroverse nicht. Die Hypotheken wurden von den Banken dadurch als besichert angesehen, daß die Immobilienpreise ad infinituum steigen werden. Daß das nicht sein kann, kam niemandem in den Sinn.
    Das ständige Steigen der Immobilienpreise wurde auch nicht den Kreditnehmern „eingeredet“, sondern daran glaubten die Kreditgeber selbst. Es ist ja weniger schwierig für die Bank, einem Schuldner einen Kredit aufzuschwatzen, als für einen Schuldner, einen Kredit zu erhalten. Das Subjekt eines Kreditmanövers ist der Gläubiger, nicht der Schuldner.

    Wenn der Kreditnehmer seine Raten nicht mehr bezahlen konnte, warf die Bank ihn eben aus ihrem (nicht seinem wie er gedacht hatte) Haus raus und verkaufte es neu an den nächsten Kreditnehmer.

    Das Problem war eben, daß dann keiner mehr da war, an den sie es verkaufen konnten, sonst wäre ja keine Krise entstanden.

    Es ist eine verkehrte Vorstellung, daß es eine Strategie der Banken wäre, mit Übers-Ohr-Hauen der Hypothekar-Schuldner würden sie einen Reibach über schwunghaften Immobilienhandel machen. Lauter unbediente Kredite und unverkäufliche Immobilien sind nicht der Traum, sondern der Alptraum jeder Bank.

  18. 18 Neoprene 07. August 2016 um 19:13 Uhr

    Zu sub prime Krise:

    „Die Hypotheken wurden von den Banken dadurch als besichert angesehen, daß die Immobilienpreise ad infinituum steigen werden. Daß das nicht sein kann, kam niemandem in den Sinn.“

    Genau das meine ich auch. Und natürlich stimmt auch, wenn Nestor fortfährt,

    „Das ständige Steigen der Immobilienpreise wurde auch nicht den Kreditnehmern „eingeredet“, sondern daran glaubten die Kreditgeber selbst.“

    So blöd, Kredite zu vergeben, deren Pfand von vornherein nicht als werthaltig eingeschätzt wurden, waren die im Schnitt natürlich nicht. (Obwohl es bei der leichten Möglichkeit, solche Immobilienkredite zu Asset backed Securities umzuwandeln und schnell weiter zu verkaufen, sicher manche Bank gab, denen der Wert der beliehenen Häuser doch scheißegal war.)

    Das Problem entstand für alle Beteiligten in der Tat erst dann, als die die Preise nicht mehr weiter stiegen bzw. sogar zu fallen begannen. Bei mir rauszulesen,

    „daß es eine Strategie der Banken wäre, mit Übers-Ohr-Hauen der Hypothekar-Schuldner würden sie einen Reibach über schwunghaften Immobilienhandel machen“

    ist sehr selbstgemacht. Denn ich wollte ja gar nicht widersprechen, daß Banken wissen,

    „Lauter unbediente Kredite und unverkäufliche Immobilien sind nicht der Traum, sondern der Alptraum jeder Bank.“

    Solange eine Bank aber davon ausgehen darf, daß man durch eine Zwangsverwertung seines Pfandes den hingegebenen Kredit wieder zurückbekommen kann, macht sie das. In halbwegs normalen Zeiten betrifft das eh nur wenige Kredite und geht bei vorher vorsichtige Beleihung auch meist gut. In Deutschland gab es historisch nie die in GB und vor allem den USA so weit verbreiteten 100 % und mehr Beleihungen, bei denen buchstäblich nichts passieren darf. Wenn man bei einer Zwangsversteigerung aber nur 60 % des beliehenen Kaufpreises braucht, dann kommt eine Bank eben häufig ungeschoren raus aus den geplatzten Träumen des Erwerbers.

  19. 19 Nestor 07. August 2016 um 21:40 Uhr

    Ja, aber es gab eben auch in Europa – zumindest auf dem Kontinent – auch nie diese Abkauf-Garantien, die in den USA seinerzeit in der vorigen Weltwirtschaftskrise eingerichtet wurden und dann in diesem Millenium einen neuen Höhenflug starteten, durch Fannie Mae und Freddie Mac, wohin die restlichen Banken das ganze Kreditrisiko abladen konnten.
    Diese Hypotheken-Schlucker wiederum haben durch ihre innovativen Ideen, aus diesen übernommenen Hypothekarkrediten wieder ein Geschäftsmittel zu machen, den ABS-Boom richtig beflügelt. Eine Voraussetzung zu dieser ganzen Euphorie „Ich geb einen Zettel heraus, schreibe drauf: Ich werde zahlen! und mach damit das große Geschäft“ war die endgültige Aufhebung des Glass Steagall Acts 1999.

  20. 20 Nestor 08. August 2016 um 0:20 Uhr

    Ach ja, das hab ich vergessen:

    @Krim

    Das mit den Reserven der EZB oder FED, die dann beim privaten Schuldenmachen angeblich in den Markt gepumpt werden, halte ich für etwas seltsam.

    Auf was beziehst du dich da?

  21. 21 Krim 08. August 2016 um 9:29 Uhr

    Auf die Zitate von Neo: 06. August 2016 um 13:48 Uhr

    „Beispielsweise belaufen sich die Überschussreserven, die die Fed geschaffen hat auf das 15Fache der gesetzlich vorgeschriebenen Reserven der Banken.“

    „Das bedeutet, dass – wenn Unternehmen und private Haushalte tatsächlich beginnen sollten, richtig Schulden zu machen – die Geldmenge auf das 15fache ihrer aktuellen Größe hochschießen könnte, und damit die Inflation auf bis zu 1.500 Prozent hochtreiben könnte. Die Vergleichswerte für Japan und die Schweiz liegen bei 28, für die Euro-Zone bei fünf und elf für Großbritannien. Wenn sich die Nachfrage nach Krediten in diesen Ländern erst einmal erholt, wird das Vertrauen in den Dollar, Euro und Yen zusammenbrechen, wenn die US-Notenbank die Überschussreserven nicht auf ein Fünfzehntel des aktuellen Niveaus reduziert, die EZB auf ein Fünftel…“

    1. Ist doch der totale Blödsinn, dass das Schuldenmachen von privaten irgendwie an der Reserven der Nationalbanken hängt.
    2. Als würde durch das Schuldenmachen, dann Geld wieder in den Umlauf gepumpt, wogegen die Banken angeblich machtlos sind. Als müssten die Nationalbanken, wenn Private Schulden machen wollen, Zugriff auf ihre Reserven gewähren. Als hätten die Banken nichts mitzureden. Als würden Kredite überhaupt von in Kellern und Computern lagernden Reserven bestritten.

  22. 22 Krim 08. August 2016 um 11:21 Uhr

    „Die letzte Grundlage aller Krisen ist immer die mangelnde Zahlungsfähigkeit des Proletariats.“ Im Verhältnis zur schrankenlosen Ausweitung der Produktion unabhängig von der dieser beschränkten zahlungsfähigen Nachfrage. Der letzte Grund der Krise ist ein Verhältnis. Auf der Seite der kapitalistischen Produktion unabhängig von der beschränkten zahlungsfähigen Nachfrage mischt das Finanzkapital kräftig mit. Man kann also schon mit Recht behaupten, dass das Finanzkapital mit Schuld an der Krise trägt, bloß ist das durch „regulative Maßnahmen im Finanzgewerbe“ nicht zu korrigieren. Das Finanzkapital beteiligt sich eben an den Erfolgen der produktiven Kapitals, solange es geht. Und dieser ganz normale Geschäftsgang bringt die Krise hervor und nicht ein aus der Norm geratenes Finanzkapital.

  23. 23 Nestor 08. August 2016 um 12:48 Uhr

    @Krim

    Ja, daß das mit den Reserven ein Unfug ist, habe ich ja schon mit dem Generalurteil über diese Art von nationalökonomischem Räsonnieren festgestellt, – daß das nämlich ein Schmarrn ist. Überhaupt sind Geldmengentheorien m.E. nichts wert, weil sie erstens von einem „Gleichgewicht“ zwischen Waren- und Geldmenge ausgehen, das rein imaginär ist. Zweitens, und darauf weist Marx im K I im 1. Abschnitt hin, gibt es auch noch so etwas wie eine Zirkulationsgeschwindigkeit. Je schneller der Händewechsel der Ware geschieht, desto weniger Umlaufmittel ist vonnöten.
    Und schließlich, drittens ist ja das Problem das, daß ein Großteil der seit 2008 geschöpften Geldmenge in der eigentlichen Zirkulationssphäre gar nicht angekommen ist.
    Das Gefasel vom Helikoptergeld ist also doppelt unsinnig, weil da wäre der Vorschlag ja gewesen, es über das gemeine Volk auszuleeren, um es für den Konsum von Waren einzusetzen. Das zu tun, würde aber wirklich das Geld als Maß der Werte in Frage stellen und gehört daher in die Abteilung „Schnapsidee“, auch wenn es vom Fed-Direktor stammt.

  24. 24 Nestor 08. August 2016 um 12:54 Uhr

    Was die Rolle des Finanzkapitals betrifft, so hat es die Krise durch Schaffung von kreditfinanzierter Zahlungsfähigkeit erstens verzögert und zweitens verschärft.

    Das Problem ist nämlich nicht, daß so viel Geld im Umlauf ist. Es läuft ja gar nicht um, sondern liegt in Bank- und Staatsschätzen bzw. auf den Servern der Finanzinstitute. Das Problem ist, daß durch die Natur des heutigen Geldes als kreditgestütztes Wertmaß so viel Anspruch auf zukünftigen Gewinn in die Welt gesetzt wurde, der ständig nur durch neue Zahlungsversprechen aufrechterhalten, aber nicht eingelöst wird.

  25. 25 Neoprene 08. August 2016 um 12:56 Uhr

    Zu Krims

    „Ist doch der totale Blödsinn, dass das Schuldenmachen von privaten irgendwie an der Reserven der Nationalbanken hängt.“

    Das wird ja auch gar nicht behauptet: Die Ökonomen, die das QE mit Sorgen sehen, denken sich das doch so: Die Zentralbanken pumpen die Banken massiv mit Zentralbankreserven auf, indem sie ihnen Wertpapiere en masse abkaufen. Die Idee für das QE war, daß dadurch, daß die Banken besser dastehen, was ihre Liquidität angeht, sie dazu neigen würden, ihrer Kundschaft, also den Privaten, Firmen wie Haushalten, wieder mehr Kredite zu geben. Dummerweise wollten aber weder Firmen noch Haushalte mehr Kredite, gerade Firmen sind seit Jahren damit beschäftigt, ihre Bilanzen wieder vorzeigbarer hin zu kriegen.
    Die Idee, daß man „nur“ Unmengen von Geld ins Bankensystem pumpen müßte, damit das Wachstum wieder anspringt, hat sich offensichtlich nicht bewahrheitet. Mag sein, daß ein früheres Abgleiten in eine deflationäre Krise herausgeschoben wurde. Aber die Geldmenge stieg jedenfalls überall nicht so, wie die Inflationsbefürchter geunkt hatten, unter anderem weil die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes merklich gesunken ist. Firmen wie Konsumenten geben ihr Geld eben nicht mehr so schnell aus wie in früheren Booms.
    Nur wenn die Nachfrage nach Krediten und die Bereitschaft der Banken sie auch zu gewähren, wieder stark zunehmen würden, käme es zu einer merklichen Ausweitung der Nachfrage, die dann inflationär wirken könnte. Davon ist aber bisher nirgendwo was zu sehen.

  26. 26 Krim 08. August 2016 um 13:23 Uhr

    „Nur wenn die Nachfrage nach Krediten und die Bereitschaft der Banken sie auch zu gewähren, wieder stark zunehmen würden, käme es zu einer merklichen Ausweitung der Nachfrage, die dann inflationär wirken könnte.“ Genau. Und dass die Privaten keine Kredite nachfragen, bzw. keine Kredite nachfragen die guten Gewinn versprechen und die Banken spiegelbildlich nur Kredit vergeben, wenn sie Gewinn versprechen, liegt eben an der Überakkumulation. Es gibt in allen Bereichen mehr als genug von allem zu günstigen Preisen. Ein zusätzlich angeleiertes Geschäft muss also erstmal Konkurrenten aus dem Markt hauen, um etwas losschlagen zu können und das ist erstens gar nicht so einfach und zweitens generiert es kein zusätzliches Geschäft, weil das Geschäft was die neue Firma macht eine andere nicht mehr macht.

  27. 27 Nestor 08. August 2016 um 15:13 Uhr

    Diese QE, deren Berechnung sowieso zweifelhaft ist, ist eben eine nationalökonomische Größe, die hauptsächlich der Nabelschau dient. Weil es eine Obsession oder gängige Praxis der Nationalökonomie ist, Modelle zu bauen und zu quantifizieren, so brauchen sie solche Mengen und Indikatoren, nach denen dem Markt ein Gleichgewicht bescheinigt wird. Wenn von etwas zu viel da ist, oh, dann passieren böse Dinge!
    Jetzt ist auf einmal viel zu viel da und gar nichts passiert, und jetzt müssen sie anfangen zu unken, was alles passieren könnte!

    Noch enmal, das Problem liegt gar nicht in der Quantität des Geldes, sondern an seiner Qualität: lediglich durch Schulden und staatliche Garantien beglaubigtes Zahlungsversprechen zu sein, das sich vom Kreislauf des Kapitals abgekoppelt hat.

    Was ich übrigens faktisch nicht verstehe, ist das mit den „Zentralbankreserven“. Bankschätze, oder was? Ich dachte, die Banken kaufen den Notenbanken ihre Anleihen ab und verkaufen die an die EZB weiter.
    Wo kommen da die Bankschätze ins Spiel?

  28. 28 Krim 08. August 2016 um 18:37 Uhr

    „Wo kommen da die Bankschätze ins Spiel?“
    Ja gute Frage. Mehr Schatz als irgendwelche Zettel mit Zahlungsversprechen wird sich nicht finden. Wenn in 10 000 Jahren
    mal ein Archäologe so einen „Bankschatz“ findet, wird er ein langes Gesicht machen. Bloß wertloses Papier.

  29. 29 Neoprene 08. August 2016 um 18:40 Uhr

    So schwierig ist die „Berechnung“ der QE-Maßnahmen ja nun wirklich nicht. Das haben doch alle Zentralbanken immer fleißig veröffentlicht:

    „Großbritannien: … Die erste Phase umfasste ein Volumen von 75 Milliarden Britischen Pfund. Im November 2009 wurde eine Anhebung auf 200 Milliarden Britische Pfund, im Oktober 2011 auf 275 Milliarden Britische Pfund und im Februar 2012 auf 325 Milliarden Britsche Pfund beschlossen.“

    USA: „the Fed now holds more than five times the amount of securities it had prior to the 2008 crisis. The Fed’s balance sheet expanded from about $850 billion to more than $4.4 trillion.“ (Die US-Billion ist in Deutschland nur eine Milliarde)

    EZB: „President Mario Draghi overcame German-led opposition on the bank’s Governing Council and initially embarked an asset-purchase program worth about 1.1 trillion euros ($1.2 trillion)“ Insgesamt sind es wohl über 1500 Mrd. €

    Japan: „The Bank of Japan unleashed the world’s most intense burst of monetary stimulus on Thursday, promising to inject about $1.4 trillion into the economy in less than two years“. Das war 2013. Die ungeheure Steigerung der Staatsverschuldung seit 1990 habe ich nicht genau gefunden. Es kommt immer das Verhältnis von mehr als 200 % des Bruttosozialprodukts des Staates. Das war 2013 rund 5000 Mrd. Dollar. Also haben die rund 10 000 Milliarden Dollar in die Wirtschaft gepumpt in den letzten 25 Jahren, zumeist aber über ein irres Staatsdefizit und nicht über den „Umweg“ des Bankensystems.

  30. 30 Nestor 09. August 2016 um 0:03 Uhr

    Ja ja, veröffentlichen tun sie alle möglichen Zahlen. Die Frage ist, wie kommen die zustande? Was wird da einbezogen und was nicht, in Zeiten galoppierender Geldschöpfung?

    Zweitens, und darauf weise ich noch einmal hin: die Geldmenge für sich sagt gar nichts aus. Wichtig ist erstens,worauf diese Masse beruht und zweitens, wo sie hinfließt.

    Ich warte übrigens immer noch auf eine Aufklärung wegen der „Bankreserven“.

  31. 31 Krim 09. August 2016 um 8:48 Uhr

    Mehr als Zahlungsversprechen in irgendeiner Form werden die Bankreserven nicht sein. Gold wird es nur zu einem sehr geringen Prozentsatz sein. Von einer Entwertung ausgenommen sind diese Reserven also nicht. Im Prinzip ist es nur eine Einschätzungsfrage, welche Schulden als sicher gelten und welche nicht. Die sicheren Schulden bürgen für die unsicheren und gelten deshalb als „Reserve“.

  32. 32 Nestor 09. August 2016 um 10:15 Uhr

    Das ist alles ok, aber was hat es mit Neoprenes Aussage auf sich, daß die Notenbanken die normalen Banken „mit Zentralbankreserven vollpumpen“? Wie geht das?

  33. 33 Neoprene 09. August 2016 um 11:06 Uhr

    Schon ein paar Jahre her:
    „Im Jahr 2010 hatten Europas größte Banken noch 585 Milliarden Euro bei den Zentralbanken geparkt. Im vergangenen September waren es laut Zahlen der Banken schon 1086 Milliarden. Und zum März sind die Bestände der zwölf größten Banken dann wieder um knapp ein Fünftel auf 880 Milliarden Euro zurückgegangen – das ist das niedrigste Niveau seit fast zwei Jahren. Manche Banker und Investoren sehen kritisch, dass die Branche auf diese Art ihre in der Krise aufgebauten Sicherheiten abbaut. Sie wittern Gefahren für Europas Banken- und Finanzsystem. Die Geldreserven waren einerseits eine Antwort auf die Anforderungen der Regulierer. Diese schreiben den Banken vor, mehr Liquidität aufzubauen, um sich während einer Finanzkrise zu schützen. Andererseits spiegelten sie aber auch die gestiegene Risikoaversion wider, die die Kreditinstitute während der Krise erfasst hatte. Große Summen bei Zentralbanken zu parken, ist das risikoärmste, was Banken mit ihrem Geld machen können.“
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/europas-banken-pluendern-zentralbank-reserven-a-902336.html
    Die EZB hatte den Banken in großem Umfang Anleihen abgekauft. Damit kamen die an „Geld“, Liquidität. Anders als erhofft, haben die das aber nicht als Kredite in die Wirtschaft weitergereicht, sondern waren froh drüber, damit besser dazustehen als in der Krise. Und haben eben in großem Maß einfach ihre Zentralbankguthaben anwachsen lassen.

  34. 34 Jacko 09. August 2016 um 11:56 Uhr

    Das Geld legen die Banken anscheinend inzwischen nicht mehr bei den Zentralbanken selber an (die berechnen ihnen dafür ja „Negativzinsen“), sondern z.B. auch in lang befristete Staatsanleihen, von denen die allerbesten das auch nur noch gegen „Negartivzinsen“ tun, aber sonstige EU-Staaten durchaus Zinsen dafür hergeben (müssen), dass ihre Staatsanleihen von Banken aufgekauft werden. Wie das Geld zu den Banken gelangt:

    http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/zentralbankgeld-wie-der-ezb-tender-funktioniert/6268478.html

    [Darum sind die Staaten auch so scharf darauf, einen ‚eigenen‘ nationalen Bankensektor zu haben – und den auch trotz kaputter Banken zu behalten, denn es kaufen ihnen ‚ihre‘ Banken doch ggf. auch kurzfristigere Papiere (Stand-bye-Kredite etc.) ab, wie das bei Griechenland massenhaft der Fall war.]

    Geld einfach wieder bei der EZB einzulagern, wie das Neoprene im letzten Satz angedeutet hat, gilt bei der EZB als „Einlagefazilität“ und muss derzeit Strafzinsen zahlen. Also ist es eher unwahrscheinlich, dass eine Bank Geld bei der EZB abruft, um es anschließend dort gegen Strafzinsen dann schlicht wieder zurückzubringen…

    https://bankenverband.de/fachthemen/konjunktur-und-wirtschaft/leitzinsen-der-ezb/

    Dass nun fast gar kein Geld „in die Wirtschaft“ flösse, [“ Anders als erhofft, haben die das aber nicht als Kredite in die Wirtschaft weitergereicht“ Neoprene] kann auch nicht stimmen, denn das Handelsblatt warnt bereits
    „Für Unternehmen sind die Zustände am Kreditmarkt geradezu paradiesisch. Dank der ultralockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank bekommen Firmen frisches Geld zu immer günstigeren Konditionen. Doch die Banken gehen im Wettlauf um das nächste Kreditgeschäft höhere Risiken ein. Immer häufiger verzichten Geldhäuser auf Schutzklauseln gegen den drohenden Ausfall von Unternehmenskrediten, zeigt eine Handelsblatt-Recherche unter mehreren deutschen Banken.“

  35. 35 Nestor 09. August 2016 um 14:11 Uhr

    @Neoprene

    Aha.
    Also meine erste Frage wäre: Wie haben die Banken bei den Zentralbanken Geld „geparkt“, also in welcher Form? Anscheinend haben sie nur irgendein Guthaben anschreiben lassen, also wieder einmal Zahlen auf Servern.
    Nach wie vor ist mir nicht klar, was das mit der Aussage in Einklang zu bringen ist, daß die Notenbanken die normalen Banken „mit Zentralbankreserven vollpumpen“? Das, was du beschreibst, ist ja das Umgekehrte.

    Aus dem ganzen Wirrwar entnehme ich nur, daß da endlos Gutschriften und Forderungen zwischen Zentralbanken, Banken und EZB herumgeschoben werden. Cui bono? fragt man sich.

    @Jacko

    Was Griechenland angeht, wurde das praktisch „entbankt“, als es seine ganzen Banken nach der Erpressungsaktion vorigen Frühsommer verkaufen mußte.
    Jetzt soll den ausländischen Investoren offenbar ein Geschäft verschafft werden, wenn Griechenland auch in das EZB-Aufkauf-Programm aufgenommen wird. Weil sehr viel andere Geschäftsmöglichkeiten wirds nicht geben, so wie Griechenland derzeit ausschaut.

    Was das Weiterreichen der Kredite an die Wirtschaft betrifft, so entnehme ich dem von dir geposteten HB-Zitat genau das, was Neoprene erwähnt: Die Situation ist für Kreditnehmer zwar zinsmäßig so günstig wie nie, dennoch finden sich kaum welche, so daß sie auch noch zusätzlich mit günstigen Bankkonditionen geködert werden.
    Das ist natürlich auch eine recht sichere Möglichkeit, sich Gauner einzuwirtschaften, die sich dann nach Fortaleza oder Pernambuco ff. absetzen.

  36. 36 Jacko 09. August 2016 um 15:48 Uhr

    Zur Refinanzierung der griechischen Banken

    „… privaten Banken Griechenlands, die ungefähr 37 Milliarden Euro in Wertpapieren der EFSF besitzen – von denen nunmehr die Hälfte an die EZB verkauft werden können.“

    http://www.griechenland-blog.gr/2016/05/ezb-hilft-endlich-griechenland/2137108/

  37. 37 Neoprene 09. August 2016 um 20:08 Uhr

    Verstehe ich wieder mal nicht:

    „kaufte die EZB die 2018 auslaufenden Anleihen etwas über dem Nennwert bei 101 Cents auf und half damit den griechischen Kreditinstituten, eine kleine Schuld loszuwerden, und unterstützt die Bemühungen um ihre Rekapitalisierung“.

    Wieso sind den EFSF-Wertpapiere, die eine Bank hält, Schulden, die sie am besten möglichst schnell loswerden muß?

    Wieso dient es denn ihrer „Rekapitalisierung“, wenn diese Banken jetzt nur mehr Euro-Liquidität haben, statt (bisher unverkäufliche) Euro-Forderungen? Ihre Bilanz ist damit doch in keiner Weise „besser“ geworden, schließlich waren das „gute“ Papiere und nicht faule vergebene Kredite oder Wertpaiere von zahlungsunfähigen Emittenten?

  38. 38 Jacko 09. August 2016 um 20:44 Uhr

    Als Laie habe ich es so verstanden:
    Die griechischen Banken hatten bekanntlich in ihren Büchern „Guthaben“ (Forderungen an andere) und sonstige Papiere, die sie nicht eintreiben können, die also eigentlich wertlos sind.
    Der EFSF kauft diese Schrottpapiere auf, die griechischen Banken kriegen dafür EFSF Papiere, diese Papiere sind dadurch zwar wertvoller, als der vorherige Schrott, aber mit Auflagen versehen: eigentlich sollen diese EFSF-Papiere anscheinend von den Banken am Markt verkauft werden, und eigentlich sollen sie wohl nicht oder nur teilweise wieder bei der EZB gegen reales Geld eintauschbar sein. (Denn ursprünglich repräsentierten sie ja nur griechischen Bankenschrott.)
    Und diese Nicht-Rücktausch-Schranke gegen reales Geld scheinen sie wohl verändert zu haben, so dass jetzt mehr davon bei der EZB gegen reales Geld dann doch eintauschbar ist.
    http://www.faz.net/agenturmeldungen/adhoc/roundup-ezb-akzeptiert-griechische-staatsanleihen-wieder-als-sicherheit-14303002.html

    Das ganze scheint mir weniger sich darum zu drehen, dass griechische Banken [bzw. auch der griechische Staat mit seinen Staatsanleihprogrammen] ‚überhaupt‘ als ‚irgendwie‘ kreditwürdig gelten sollen, sondern ob sie mit diesem schrägen Titel nicht nur Geld ‚überhaupt‘ kriegen (das kriegen sie ja, aber mit hohen Zinssätzen!!!), sondern vor allem auch extrem sehr viel billigeres Geld als ohne dieses Kostüm kriegen sollen.

    https://www.tagesschau.de/wirtschaft/rettungspakete-101.html

    Die Griechen wollen ja einen Schuldenschnitt, von wegen dem nationalen Mythos eines angeblichen Neubeginns. Den kriegen sie nicht. Stattdessen kriegen sie durch diese Prozeduren Kredite für fast umsonst mit sehr langen Laufzeiten. Aus Sicht der griechischen Regierung ist das also [zwar] kein echter Schuldenschnitt, sondern nur die zweitbeste Lösung, dass sie zumindestens nicht immer noch zusätzlich darauf noch weitere Zinsen aufhäufen, worauf die griechische Regierung schon scharf ist. Daher wollen sie es billiger – bzw. [fast] für umsonst -haben [europaweit kriegen Staaten, Banken, Unternehmen ja ansonsten geradezu Geld nachgeschmissen: die Griechen aber sollen demgegenüber höhere Zinsen hinlegen], wenn sie Kredite bekommen.

  39. 39 Jacko 09. August 2016 um 21:55 Uhr

    Zu Japan:

    „Wenn das Strohfeuer des aktuellen Konjunkturprogramms erloschen ist, werden – neben der Sanierung des Staatshaushaltes – die lange geplanten »einschneidenden Reformen« wie der Abbau des Kündigungsschutzes und eine »mehr leistungsorientierte Bezahlung« auf der Tagesordnung stehen.“

    http://www.jungewelt.de/2016/08-10/047.php

    Komisch irgendwie, dass alle Welt solcherlei „Fortschritte“ erwartet…

  40. 40 Jacko 10. August 2016 um 5:28 Uhr

    Noch mal zu Griechenland:

    Die Rechtskonstruktion der EU-Aufsichtsbehörden lautet in ihrer Gegensätzlichkeit m.A. nach also:
    Wir drucken prinzipiell, also auch für euch Griechen, nicht schlichtweg neues Geld, sondern wir geben euch Griechen Papiere, die ihr (eigentlich) hättet auf dem Kapitalmarkt zu neuem Kapital verkaufen müssen.
    (So argumentiert die EZB und die Bundesregierung – und dann auch deutsche Gerichte! – z.B. gegenüber deutschen Wählern: es werde nicht der deutsche Steuerzahler belastet, sondern für Griechenland würden ’stattdessen‘ nur neue Geschäftsmöglichkeiten eröffnet…)
    Die Griechen mosern also gerade deswegen: so geht das Karussel für uns doch nur endlos weiter. Wir müssen dem Kapitalmarkt also trotzdem Zinsen auf uralte Zinseszinsen immer wieder aufs Neue in den Rachen schmeißen, nur weil ihr keinen Schuldenschnitt auf die alten Schulden machen wollt. Daher dann verlangt der Kapitalmarkt immer weiter die höheren Zinssätze [als innerhalb des EZB-Nullzins-Systems üblich], trotzdem ihr als EU doch irgendwie für diese Schulden garantiert.

    Ändert als EU also gefälligst eure Schuldenpolitik!

  41. 41 Jacko 10. August 2016 um 5:43 Uhr

    http://www.tagesspiegel.de/politik/griechenland-und-die-euro-zone-der-naechste-schuldenschnitt-kommt-bestimmt/13493060.html

    Dass damit also auch die stetige Überprüfung und Erpressbarkeit einhergeht, also die Unterordnung Griechenlands, das wird dabei nicht ungelegen sein. (Und wieso nochmal ist das nicht auch ein Hauptzweck dabei? Oder doch?)

    (Vgl. dazu auch Tibulskis neuen Link im Thread „EU auf Talfahrt“)

    ---

    zu den EU-Defizitverfahren

    https://www.euractiv.de/section/finanzen-und-wirtschaft/news/spanien-und-portugal-bekommen-keine-strafen-fuer-haushaltsdefizite/

    -----

    Auf der anderen Seite, bei den EU-Mitteln zu den „Strukturfonds“, gibt es einerseits innereuropäisch eine Konkurrenz zwischen Süd- und Ostländern. Andererseits scheinen diese Mittel von Seiten der Kommission auch als Mittel der nicht ökonomischen, sondern politischen „Vereinheitlichung“ in Europa zur Disposition gestellt zu werden. (Nach dem Motto: wenn ihr weiter bei den Flüchtlingsfragen mauern wollt, wieso sollten wir euch dann weiterhin Gelder aus den Strukturfonds zur Vereinheitlichung von Europa zukommen lassen, wo ihr euch doch gerade von Europa verabschieden wollt? Oder wollt ihr das dann doch lieber nicht???)

  42. 42 Nestor 10. August 2016 um 9:56 Uhr

    @Neoprene & Jacko

    Die griechischen Banken hatten bekanntlich in ihren Büchern „Guthaben“ (Forderungen an andere) und sonstige Papiere, die sie nicht eintreiben können, die also eigentlich wertlos sind.

    Es handelte sich vor allem um griechische Staatsanleihen – das war das Hauptgeschäft der griechischen Banken vor 2008.

    Dann wurden diese Papiere von dem EFSF aufgekauft bzw. gegen EFSF-Papiere eingetauscht.
    Was diese EFSF-Papiere angeht, so erinnere man sich zurück an die erste griechische „Rettung“, die mit einer Schuldenstreichung versehen war:
    http://nestormachno.blogsport.de/2012/01/26/griechenlands-schuldenschnitt/
    Diese Papiere waren, wie sich auch Neoprene erinnert, irgendwie ursprünglich so konzipiert, daß sie zirkulationsfähig sein sollten, also so etwas wie Eurobonds. Das scheint sich aber blamiert zu haben an den späteren Ereignissen (Portugal, Zypern, Wahlen in Griechenland usw.), sodaß man das Risiko nicht eingehen wollte, sie am Finanzmarkt durchfallen zu lassen und damit das ganze Rettungsprogramm zu gefährden.
    Und jetzt, da die griechischen Banken den Besitzer gewechselt haben, stellen die eine tote Last in den Bilanzen der Banken da – nicht Schrott, aber auch nicht zirkulationsfähig.
    Das Problem hat sich ja durch den Verkauf der griechischen Banken nur verlagert. Erst wurde als Jubelmeldung verkündet, daß die Banken privatisiert wurden und jetzt nicht mit dem „Geld des europäischen Steuerzahlers“ saniert werden mußten. Auf gut deutsch: nicht weiter der Euro-Kredit dafür strapaziert werden mußte.
    Unter der Hand zeigt sich, daß offenbar nur die guten Teile problemlos verkauft worden sind und für die problematischen Assets irgendwelche Garantien eingegangen worden sind.
    So klärt sich m.E. auch die Frage, warum Griechenland jetzt in das Anleihen-Aufkauf-Programm der EZB aufgenommen worden ist. Erstens, damit diese Banken ihre Altlasten los werden und zweitens, damit sie sich ein zukünftiges Betätigungsfeld erschließen können.

  43. 43 Nestor 10. August 2016 um 10:09 Uhr

    Die Griechen wollen ja einen Schuldenschnitt, von wegen dem nationalen Mythos eines angeblichen Neubeginns.

    Das war schon ambitionierter als nur ein nationales Mythos. Der Neubeginn sollte für die ganze EU gelten, nach einem Schuldenschnitt sollte das Füllhorn des Kredits wieder fließen, der Bondmarkt wirds schon fressen, so dachten Varufakis & Co. (Hat er auch mehr oder weniger so bei einem Auftritt in Wien verkündet.) Die Syriza-Fuzis sahen sich als Retter Europas.

    Die jetzige Strategie scheint zu sein: abwarten und Tee trinken, und eben versuchen, neue Allianzen zu schmieden. Aufgegeben haben sie das Programm offenbar nicht.

    Komisch irgendwie, dass alle Welt solcherlei „Fortschritte“ erwartet …

    Ich bin auch beeindruckt von der Wasserdichtheit des ideologischen Schutzanzugs, vor allem angesichts der trostlosen Ergebnisse all dieser Maßnahmen, nämlich auch, was das heiß ersehnte Wachstum betrifft.

    Was hat es eigentlich mit den Strukturfonds auf sich? Also welche Mittel werden da zu Verfügung gestellt und mit welchen Auflagen?

  44. 44 Jacko 10. August 2016 um 12:07 Uhr

    Zu den EU-Regional- und -Strukturfonds

    (Die negativ hauptbetroffene Nation von der Verlegung dieser Finanzmittel nach Osteuropa war damals Portugal; sogar die BRD kriegt übrigens Gelder wegen des Anschlusses der DDR, dadurch mehr als z.B. Frankreich. Polen kriegt aber wohl die meisten Gelder aus den Strukturfonds.)

    https://www.tagesschau.de/inland/sanktionen-eu-fleuchtlinge-101.html

    http://www.bpb.de/internationales/europa/europaeische-union/42894/regional-und-strukturpolitik

    „Die Finanzierungsmöglichkeiten für den EFRE und den ESF beziehen sich auf die Regionen, deren BIP pro Einwohner unterhalb von 75 % des europäischen Durchschnitts liegen“ (Wiki)

    https://de.wikipedia.org/wiki/Regionalpolitik_der_Europ%C3%A4ischen_Union

  45. 45 Nestor 10. August 2016 um 16:00 Uhr

    Halten wir doch gegenüber den her ausgedrückten guten Absichten für Frieden und Wohlstand fest:

    Für diese Mittel aus dem Strukturfonds, die im allgemeinen Sprachgebrauch irreführenderweise „Hilfen“ genannt werden, müssen Eigenmittel zur Verfügung gestellt werden. Sind diese nicht vorhanden, so können die an und für sich bereitgestellten Gelder nicht abgerufen werden.
    Mit diesen Mitteln werden nicht Produktionen agrarischer oder industrieller Natur finanziert, sondern nur Möglichkeiten geschaffen, die dann Kapital anziehen sollen: Infrastruktur, Ausbildung, usw.
    Oder es werden Schuldächer gedeckt und in öffentlichen Gebäuden Heizungen eingerichtet, in denen dann im Winter gefroren wird, weil die Gemeinde die Gas- oder Kohlerechnung nicht zahlen kann. (Der vorherige Kachelofen war hingegen warm, weil Brennholz immer von irgendwoher besorgt werden konnte.)

    So ist erklärbar, warum erstens viele dieser Gelder nicht „genutzt“ werden, und warum sie zweitens einen Einmaleffekt haben und zwar für diverse Projekte und deren Laufzeit Arbeitsplätze geschaffen werden, nachher aber wieder tote Hise ist.
    Außerdem haben sie, wie ich fürs Burgenland, einer speziell geförderten Zone-A weiß, sicherlich den einen Effekt, daß die Immobilienpreise enorm steigen und Firmenansiedlungen als auch Wohnraum verteuern. Dafür freuen sich Banken und Immobilienspekulanten, und das ist dann auch das „Wachstum“, über das sich in so Gegenden gefreut wird, und zeigt, daß die „Strukturfonds-Gelder greifen“.

    Weil nur so ist zu erklären, warum in manchen Staaten oder Gegenden wirkliche Armenhäuser entstanden sind, obwohl „die EU doch so viel Geld hingeschickt hat“, wie irgendwelche EU-Fans fassungslos von sich geben, um dann im nächsten Atemzug über die galoppierende Korruption dort zu wettern.

    Ich wollte nur einmal darlegen, daß diese Strukturhilfen vorhandenes Kapital bedienen, kein neues schaffen und auch selten auswärtiges dauerhaft anziehen.

  46. 46 Jacko 14. August 2016 um 6:20 Uhr

    Ob diese Bedingungen Kapital anziehen?
    Zumindestens gibt es Unternehmen, die in Polen derartige Unternehmen beraten (wahrscheinlich finanziert die EU dann auch solche Management-Firmen)
    http://www.roedl.de/themen/foerdermittel-polen/zuschuesse-im-neuen-eu-haushalt-fuer-2014-2020

    Innerhalb von Polen scheint ein Streit darüber zu toben, dass Tusk der falsche Mann an diesem Ort sei, womit gemeint ist, dass innerhalb der Nationalkonservativen unklar ist, ob/wie man sich weiter auf Europa beziehen wil.

  47. 47 Nestor 14. August 2016 um 23:18 Uhr

    Ich glaube nicht, daß hohe Förderquoten der Grund für Investitionen sind, sondern umgekehrt. Polen wird seit Jahren als Hoffnungsmarkt gehypt. Das Kapital, das dorthin geht, ist vor allem wegen der Größe des Marktes dort. Und Polen hat, soviel ich weiß, die besten Wachstumsraten der EU, gilt also in harten Zeiten als eine Art Schutzburg.
    Polen ist nicht mein Spezialgebiet, das gestehe ich. Ich wundere mich manchmal selbst, wie es bisher die Ergebnisse der Ukraine-Krise und der Sanktionen weggesteckt zu haben scheint und womöglich davon noch profitiert.

  48. 48 Jacko 15. August 2016 um 4:41 Uhr

    Eine etwas längere Geschichte hatte ja der Aufstieg von Polen
    (neben der Größe des inneren Marktes selbst dort):

    „Vor allem profitierte Polen von den guten Beziehungen zu Deutschland, dem mit Abstand wichtigstem Geschäftspartner. Waren und Dienstleistungen im Wert von 88 Milliarden Euro hat Polen im vergangenen Jahr mit Deutschland gehandelt. Das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die polnische Wirtschaft im Wesentlichen Werkbank des Westens ist, und zwar gerade Deutschlands.
    Große Konzerne wie Volkswagen haben Werke in Polen, Automobilzulieferer wie Bosch oder der Chemieriese BASF produzieren ebenfalls. Polen ist einer der größten Standorte für die Fertigung von Kühlschränken und Waschmaschinen. Insgesamt 6000 deutsche Unternehmen sind dort ansässig. So groß ist die Abhängigkeit, dass die polnischen Exporte nach Deutschland stocken, sobald die deutschen Ausfuhren nach China mal nicht so gut laufen.
    Doch diese Struktur ist nicht zu halten. Denn allmählich sind die Löhne so stark gestiegen, dass sich die Verlagerung aus Deutschland kaum noch lohnt. Seit 2000 haben sich die Arbeitskosten in Polen verdoppelt. Sie sind zwar immer noch günstiger als im Durchschnitt der Währungsunion, aber doch deutlich teurer als in Rumänien, Ungarn oder Bulgarien. Arbeitsintensive Fertigungszweige, etwa die Herstellung von Kabelbäumen, sind daher in diese Länder abgewandert.“

    http://www.welt.de/wirtschaft/article140762101/Musterland-Polen-droht-am-EU-Tropf-haengen-zu-bleiben.html (Mai 2015)

  49. 49 Jacko 15. August 2016 um 7:00 Uhr

    „Das Kapital, das dorthin geht, ist vor allem wegen der Größe des Marktes dort.“ (Nestor)

    Innerhalb der EU mit ihrem liberalisierten Kapital-, Waren- und Personenverkehr ist nicht genau auszumachen, was bei Polen nun der dortige rein-polnische „innere Markt“ sein soll, was ggf. für EU-Firmen günstige Auslagerstation [oder Umschlagplatz] für Geschäfte Richtung noch weiter Osten ist, und was lediglich „ausgelagerte Werkbank“ von BRD-Firmen ist. Getrennt davon ist Polen sicherlich als großer Absatzmarkt für EU-Waren wichtig.

    In den Nachwendezeiten war oft von der „veralteten Landwirtschaft“ dort [und also von Landvertreibung] die Rede. (Vermutlich stammen auch aus solchen gott- und geldverlassenen Kleindörfern etliche der polnischen Migranten, die, da es in der BRD und in anderen westeuropäischen Staaten eine Zuzugssperre gab, nach GB emigriert sind.)
    Nunmehr gibt es sie ja auch in der BRD
    http://www.versus-politik.de/?p=1097
    http://www.gegenstandpunkt.com/gs/2016/2/inhalt20162.html

  50. 50 Nestor 15. August 2016 um 7:43 Uhr

    Ja, für viele Firmen war Polen auch ein Sprungbrett nach Osten. Aber an der Front ist ja jetzt wegen Sanktionen und ziemlicher Zahlungsunfähigkeit vermutlich nicht mehr viel los.
    Was die kleinbäuerliche Landwirtschaft betrifft (in Polen wurde nie kollektiviert), so scheint sie die Wende besser überstanden zu haben als die weitaus produktiveren Landwirtschaften der DDR und Ungarns, weil die Besitzverhältnisse klar waren und die dortigen Landwirte das Wirtschaften auf Minifundien gewohnt waren. Sicher liefert auch das Land freigesetzte Arbeitskräfte, aber viele kamen auch aus den stillgelegten Industrie- und Bergbaugebieten Polens. (Bei der berühmten Lenin-Werft, der Wiege der Solidarnosc, raucht ja heute auch kein Schlot mehr, was man so liest.)

  51. 51 Jacko 16. August 2016 um 17:45 Uhr

    http://www.zeit.de/wirtschaft/geldanlage/2016-08/euro-krise-banken-griechenland-zinsen

    Die griechischen Banken holen sich ihre Bankeinlagen (auf deren Basis sie vermutlich dann ein viel höheres Kreditvolumen auftürmen können) vom griechischen Kleinsparer und seinem gehorteten Geld unter der Matratze – und die Deutsche Bank ist scharf darauf, die Postbank deswegen doch nicht aus ihrem edlen Firmenimperium rauszuschmeißen, weil ausgerechnet der Postbank-Normalkunde mit seinen paar Einlegergroschen die Kredittürme der Deutschen Bank beglaubigen soll.

    Andererseits gibt es Banken, wo der Kunde „Strafzinsen“ zahlen soll – für Einlagen über 100.000 EUR…

    Verkehrte Welt…

  52. 52 Nestor 16. August 2016 um 19:28 Uhr

    Die griechischen Banken holen sich ihre Bankeinlagen …

    Nicht richtig.
    Richtig müßte es heißen: „Versuchen sich … zu holen“ oder „würden sich gerne … holen“.

    Ansonsten kann ich nur beipflichten, daß der Versuch, sich irgendwie Seriosität für ihre schwindligen Geschäfte zu holen, indem Spargroschen angelockt werden, sehr absurd wirkt, und man auch nicht weiß, wen dieses Manöver überzeugen soll. Also wer der Adressat dieser Bemühungen ist.

  53. 53 Tibulski 16. August 2016 um 19:42 Uhr

    Griechische Reparationsforderungen: „Wir werden bis zum Schluss kämpfen“

    Griechenland verlangt von Deutschland Hunderte Milliarden Euro – als Entschädigungen für Kriegsverbrechen im Weltkrieg. An einem symbolträchtigen Ort hat Premier Tsipras die Forderung nun bekräftigt.

  54. 54 Hinweis 17. September 2016 um 10:43 Uhr

    Abgesehen von Berichten über US-Klagen gegen die Deutsche Bank
    fand sich in der heutigen Presse auch noch ein Artikel von

    Tomasz Konicz: Tod und Zerstörung
    Der »Krisenimperialismus« ist kaum mehr auf Beherrschung aus.
    Ziel ist, die »Überflüssigen« von den kapitalistischen Zentren fernzuhalten

    http://www.jungewelt.de/2016/09-17/057.php

  55. 55 Nestor 19. September 2016 um 11:28 Uhr

    Dabei ist ja der Witz der, daß die Überflüssigen in den kapitalistischen Zentren selbst dauernd generiert werden, siehe Sarrazins Gesellschaftskritik.
    Die Flüchtlinge, die nach Europa kommen, treffen hier bereits auf ihresgleichen, was absurder- oder konsequenterweise genau die sind, die ihnen dann die Flüchtlingsunterkünfte anzünden.

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